# taz.de -- Gore Vidal gestorben: Amerikas schlechtes Gewissen
       
       > Der Schriftsteller Gore Vidal ist am Dienstag 86-jährig gestorben. Die
       > literarischen und historischen Werke des Liberalen kommentierten die USA
       > kritisch und bissig.
       
 (IMG) Bild: Gore Vidal – 1925-2012.
       
       NEW YORK dpa | Der US-Schriftsteller und Drehbuchautor Gore Vidal ist tot.
       Der 86-Jährige starb nach Angaben seiner Familie am Dienstag (Ortszeit) in
       seinem Haus in den Hollywood Hills nahe Los Angeles an einer
       Lungenentzündung, berichtete die Los Angeles Times.
       
       Auch auf der offiziellen Webseite des Schriftstellers wurde sein Tod
       gemeldet. In zahlreichen Büchern hatte Vidal sich scharfzüngig mit der
       amerikanischen Politik auseinandergesetzt. Er schrieb Sachbücher und
       Romane, außerdem Drehbücher und Theaterstücke. So war Vidal zum Beispiel am
       Drehbuch für den Oscar-gekrönten Kinoklassiker „Ben Hur“ beteiligt.
       
       Daneben betätigte er sich auch selbst als Schauspieler und versuchte es in
       der Politik. Seine politische Karriere scheiterte aber trotz vieler Anläufe
       und der wohlwollenden Unterstützung von John F. Kennedy.
       
       Vidal galt als einer der intelligentesten amerikanischen Autoren, der auch
       gerne provozierte. „Stil ist zu wissen, wer du bist und was du zu sagen
       hast, und dich nicht darum zu kümmern, was andere denken“, soll er einmal
       gesagt haben. Vidals Bücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
       Die Los Angeles Times bezeichnete ihn als „herrischen Störenfried des
       nationalen Gewissens“.
       
       Nach dem Universitätsabschluss hatte der 1925 in West Point im
       US-Bundesstaat New York geborene Vidal zunächst als Maat auf einem
       Transportschiff gearbeitet. Danach begann er einen Job als Lektor in einem
       New Yorker Verlag. Weil aber bereits sein erster in diesem Verlag
       veröffentlichter Roman über seine Zeit als Maat ein großer Erfolg wurde,
       gab Vidal den Job als Lektor bald wieder auf. Stattdessen reiste und
       schrieb er viel, darunter auch eine Reihe von Detektiv-Romanen. Für seine
       Werke benutzte er häufig Pseudonyme, unter anderem „Cameron Kay“ und
       „Katherine Everard“.
       
       Vidal war unter anderem mit den Schriftstellern Jack Kerouac, Tennessee
       Williams, Orson Welles und Truman Capote, den Schauspielern Marlon Brando
       und Paul Newman sowie dem Sänger Frank Sinatra befreundet. Anekdoten über
       seine berühmten Freunde baute er gerne in seine Schriften ein.
       
       1 Aug 2012
       
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