# taz.de -- Besetzte Villa in Mainz: Die Stadt will räumen
       
       > Mainzer Aktivisten wollen in einem alten Haus ein Kulturzentrum aufbauen.
       > Die Stadtwerke haben nun Strafanzeige gestellt, damit die Polizei das
       > Gebäude räumen kann.
       
 (IMG) Bild: Die Besetzer wollen ihre Freiräume behalten.
       
       MAINZ taz | Von der Räumung bedroht war das alternative Kulturzentrum
       „Obere Austraße 7“ in Mainz von Anfang an. Nach nur elf Tagen haben nun die
       Stadtwerke als Eigentümer des Hauses bei der Staatsanwaltschaft am Dienstag
       offiziell einen Strafantrag gestellt, um eine polizeiliche Räumung der
       Liegenschaft zu erwirken.
       
       Am Mittwoch konterte das Plenum der Besetzerinnen und Besetzer mit einem
       Eilantrag beim Verwaltungsgericht Mainz, den sofortigen Vollzug der
       „Untersagungsverfügung“ durch die Stadt einstweilen auszusetzen. Es geht
       darum, Zeit zu gewinnen.
       
       Nach einer Begehung des erst am 3. August besetzten Gebäudes in einem
       Gewerbe- und Industriegebiet am Mainzer Zoll- und Binnenhafen hatten
       Vertreter der Stadt verboten, die Räume zu Wohn- oder Aufenthaltszwecken zu
       nutzen. Auch kulturelle oder soziale Zwecke kämen nicht infrage. Genau dies
       haben die Besetzer im Sinn, die mit ihrer Aktion unter anderem auf die
       unsozialen Verhältnisse auf dem Wohnungsmarkt und den Mangel an
       unabhängigen soziokulturellen Angeboten in der Hauptstadt von
       Rheinland-Pfalz aufmerksam machen wollen.
       
       Auf politische Diskussionen mochten sich die Stadtwerke nicht einlassen.
       Sie machten mit Hinblick auf die Baufälligkeit und das Fehlen von
       Fluchtwegen in der Villa, die jahrelang leer gestanden hat, rechtliche
       Bedenken geltend – vor allem die Tatsache, dass sie selbst juristisch
       verantwortlich wären, falls es in dem Haus zu einem Unfall kommen sollte.
       Dennoch gab es seitens der Stadtwerke noch zu Beginn der Woche ein
       „Gesprächsangebot“, das die Besetzer allerdings wegen seiner
       Kurzfristigkeit nicht wahrnehmen konnten.
       
       Es hätten, wie es in einer Stellungnahme der Nutzerinnen und Nutzer heißt,
       dazu „auch eine neutrale vermittelnde Person sowie die Medien eingeladen
       werden“ müssen. Weil es dazu nun nicht gekommen ist, müssen jetzt die
       Richter entscheiden. Die Polizei hat bereits angekündigt, im Fall einer
       Räumung auf Gewalt zu verzichten und das Gespräch mit den Besetzern zu
       suchen.
       
       Diese allerdings geben ihr Projekt noch lange nicht verloren, auch
       unabhängig von der Entscheidung des Verwaltungsgerichts. Schon für Freitag
       haben die Aktivisten nun „Vertreter aus Politik, Forschung und Sozialem“
       zur Podiumsdiskussion geladen. Thema: „Perspektiven des sozialen Zentrums
       in der Oberen Austraße 7“.
       
       15 Aug 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Arno Frank
       
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