# taz.de -- Elbvertiefung gestoppt: Die Bagger bleiben trocken
       
       > Das Bundesverwaltungsgericht hat dem Eilantrag von NABU und BUND im
       > Hinblick auf die Elbvertiefung stattgegeben. Ein Baustop wurde
       > veranlasst.
       
 (IMG) Bild: Hier wird vorerst unter Wasser kein Schlamm aufgewühlt.
       
       HAMBURG taz | Die Ausbaggerung der Unterelbe ist vorerst gestoppt. Das
       Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) in Leipzig hat am Mittwoch einem
       Eilantrag der Umweltschutzverbände Nabu und BUND stattgegeben. Es lasse
       sich nicht mit der nötigen Sicherheit feststellen, dass Eingriffe in die
       Natur durch erste Baggerarbeiten „ohne Weiteres reversibel sind“, so das
       Gericht.
       
       Die Unterelbe zwischen Nordsee und dem größten deutschen Hafen in Hamburg
       soll auf 120 Kilometer Länge für die Mega-Containerschiffe der Zukunft mit
       einem Tiefgang von 14,5 Metern ausgebaggert werden. Die Bauarbeiten sollten
       bislang Ende des Jahres beginnen. Die Kosten für das Projekt, die Bund und
       Land Hamburg tragen müssen, werden offiziell mit knapp 400 Millionen Euro
       angegeben.
       
       Behördeninterne Berechnungen gehen inzwischen von mehr als 500 Millionen
       Euro aus. Kritiker sprechen von mehr als 600 Millionen Euro – und ziehen
       deshalb den volkswirtschaftlichen Nutzen des Vorhabens in Zweifel.
       
       Die Leipziger Richter betonten, dass „der Ausgang des Rechtsstreits in der
       Hauptsache offen“ sei. Jedoch sei die Klage der Umweltverbände auf
       Einhaltung von Vorschriften des EU-Naturschutzrechts „substantiiert“ und
       werfe „schwierige tatsächliche und rechtliche Fragen“ des Gewässer- und des
       Artenschutzes auf. Diese könnten jedoch „erst im Hauptsacheverfahren
       verlässlich geklärt “. Deshalb sei es „trotz des öffentlichen Interesses an
       einem zügigen Baubeginn vordringlich, die Schaffung vollendeter Tatsachen
       zu verhindern“.
       
       ## Termin für die Hauptverhandlung noch unklar
       
       Die klagenden Verbände BUND, Nabu sowie die Umweltstiftung WWF
       kommentierten, die „Kopf-durch-die-Wand-Strategie der Elbvertiefer ist
       gescheitert“. Der Entscheid zeige, „dass europäisches Naturschutzrecht
       ernst genommen wird“, sagte Beatrice Claus vom WWF. Bürgermeister Olaf
       Scholz (SPD) und Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) wurden bei
       ihrer Indienreise in der Hafenstadt Mumbai am Tag vor einer Werbeaktion für
       Hamburgs Hafen von dem Baustopp überrascht. Bis Redaktionsschluss war keine
       Stellungnahme zu erhalten.
       
       Ein Termin für die Hauptverhandlung sei noch nicht absehbar, sagte eine
       BVerwG-Sprecherin. Das könne sich bis zu eineinhalb Jahren hinziehen. Im
       kommenden Frühjahr will das Leipziger Gericht über Klagen von
       Umweltverbänden gegen die ebenfalls geplante Ausbaggerung der Außenweser
       vor dem zweitgrößten deutschen Hafen Bremerhaven verhandeln. Bis dahin
       ruhen auch dort sämtliche Bauarbeiten.
       
       17 Oct 2012
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sven-Michael Veit
       
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