# taz.de -- Stadtentwicklung zum Mitdenken: Plan für eine goldene Zukunft
> Die Altonaer Bezirksversammlung möchte mit den Bürgern ein Leitbild für
> die nächsten 20 Jahre entwickeln.
(IMG) Bild: Darüber wollen die meisten Leute lieber nochmal nachdenken: Visualisierung der Mitte Altona.
Die rot-grün dominierte Bezirksversammlung Altona will ein Leitbild für die
Entwicklung der nächsten 20 Jahre schaffen. Wie es in einem Antrag heißt,
den das Gremium kürzlich gegen die Stimmen der Linken beschlossen hat,
könne das „nur mit den Bürgern und Bürgerinnen Altonas gemeinsam gestaltet
werden“. Dabei soll das Verfahren, das beim „Zukunftsplan Altona“ auf das
Zentrum des Bezirks angewandt wurde, jetzt in anderen Stadtteilen zum Zuge
kommen.
Den Zukunftsplan Altona hatte die Bezirksversammlung noch zu schwarz-grünen
Zeiten initiiert, nachdem diverse Projekte auf Widerstand gestoßen waren.
Die Leute wehrten sich gegen eine Fernwärmeleitung vom Kohlekraftwerk
Moorburg durch den Grünzug Altona; sie protestierten gegen den Bau eines
Ikea-Kaufhauses in der Großen Bergstraße und sie mischten sich ein in die
Pläne, ein Quartier auf dem Gelände des Bahnhofs aus dem Boden zu stampfen.
SPD und Grüne halten einen Bezirksentwicklungsplan für nötig, weil nach wie
vor viele Wohnungen gebaut und Gewerbeflächen ausgewiesen werden müssten.
„Altona wächst“, sagt der SPD-Bezirksabgeordnete Mark Classen. „Im Prinzip
erleben wir derzeit eine neue Phase der Stadterweiterung.“ Wenn dem so sei,
dürfe aber nicht ein Bebauungsplan neben dem anderen her entwickelt werden,
sagt Christian Trede von den Grünen. Stattdessen müssten die Pläne
strategisch eingebettet werden.
Hierzu solle mit Bürgerbeteiligung ein Leitbild erarbeitet werden, das
kläre, in welcher Dichte Wohnungen gebaut, welche Freiräume erhalten
bleiben sollen, welches Gewerbe angesiedelt werden und wie die soziale
Mischung aussehen soll. „Eimsbüttel macht das seit 1995“, sagt die
Fraktionschefin der Grünen, Gesche Boehlich. „Es wird Zeit, dass wir uns
dem anschließen.“
Die Linke stimmte gegen den Antrag, weil er die Frage aufwirft, ob nicht
mit sechs oder mehr Geschossen gebaut werden könnte, statt mit vier. „Das
würde bedeuten, dass sämtliche Bebauungspläne, die wir in den vergangenen
30 Jahren gemacht haben, tendenziell ausgehebelt würden“, kritisierte
Robert Jarowoy, Fraktionschef der Linken.
Einen technischen Einwand erhebt Erich Fülling, der als Bürger am
Zukunftsplan mitgearbeitet hat. Bevor diese Bezirksentwicklungsplanung in
Gang gesetzt werde, müssten die Erfahrungen ausgewertet werden, vor allem
die der Koordinierungsgruppe, in der erstmals Politiker, Verwaltungsleute
und Bürger zusammengearbeitet hätten. „Es gibt keinerlei Evaluation“,
kritisiert Fülling.
Schon bei der Beteiligung zur Mitte Altona seien die Erfahrungen nicht
berücksichtigt worden. Auch sei die Frage, ob die Ergebnisse des
Zukunftsplans in die verfasste Politik eingespeist würden.
10 Mar 2013
## AUTOREN
(DIR) Gernot Knödler
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