# taz.de -- Immer Ärger mit der A 20: Der Tunnelblick
       
       > Die Bundesregierung will mit Planungen für Elbtunnel beginnen und
       > konterkariert damit die Positionen der Regierungen in Schleswig-Holstein
       > und Niedersachsen
       
 (IMG) Bild: Er war der letzte A20-Fan in Niedersachsen: Ex-Ministerpräsident David McAllister.
       
       Das Bundesverkehrsministerium hat überraschend angekündigt, mit den
       Planungen für einen Tunnel der Autobahn A 20 unter der Elbe zwischen
       Schleswig-Holstein und Niedersachsen beginnen zu wollen. Für Andreas Tietze
       ist das „ein schwarz-gelber Wunschtraum im Bundestagswahlkampf mit wenig
       Realitätsbezug“. Für den Verkehrsexperten der Grünen im Kieler Landtag gebe
       es „viele ungelöste Fragen und vor allem kein Geld“.
       
       In einer am Freitag veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine
       Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion zur Verkehrsplanung in
       Schleswig-Holstein heißt es, das Ministerium wolle „im Jahr 2014 das
       Ausschreibungs- und Vergabeverfahren für die Elbquerung im Zuge der A 20
       beginnen“. Dieser Bau sei in öffentlich-privater Partnerschaft – also als
       mautpflichtiger Tunnel – „ein wirtschaftlich tragfähiges Projekt“. Die
       Kosten werden mit 1,102 Milliarden Euro angegeben, davon rund 940 Millionen
       Euro für den Tunnel selbst.
       
       Diese Planung konterkariert die Positionen der Landesregierungen in
       Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Regierungsparteien in Kiel haben
       im Koalitionsvertrag festgelegt, dass die Verlängerung der umstrittenen
       Küstenautobahn in dieser Legislaturperiode ausgeschlossen sei. Die aus
       Mecklenburg-Vorpommern kommende Autobahn solle demnach an der A 7
       Hamburg–Flensburg enden. Der Weiterbau nach Südwesten an die Elbe bei
       Glückstadt ist nicht vorgesehen.
       
       Wenn die Bundesregierung aber dort einen Elbtunnel buddeln ließe, müsste
       auch an Land für die Anbindung gesorgt werden. Aus Sicht von
       Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD)
       ist das kein Widerspruch, weil mit dem Bau des Elbtunnels nicht in dieser
       Legislatur bis 2017 begonnen werde. Und er sei der Ansicht, dass die
       Verlängerung nach Niedersachsen notwendig sei.
       
       Dort hat die rot-grüne Koalition in Hannover die A 20 zwischen Elbe und
       Ostfriesland aus der beschleunigten Planung gestrichen. Als entscheidend
       gilt die Finanzierung durch den Bund. Insgeheim spekulieren vor allem die
       Grünen darauf, dass sich Autobahn und Tunnel aus Geldmangel erledigen
       werden. Eben das aber sieht das Bundesverkehrsministerium offenbar anders.
       
       12 Jul 2013
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Sven-Michael Veit
       
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