# taz.de -- Zweimal zum Tode verurteilte Iranerin: Vorerst aus Gefängnis entlassen
       
       > Ihr Fall erregte weltweites Aufsehen: Die wegen Ehebruchs und Beihilfe
       > zum Mord verurteilte Sakineh Mohammadi-Aschtiani erhält nun bis auf
       > weiteres Hafturlaub.
       
 (IMG) Bild: Sakineh Mohammadi-Aschtiani während eines Freigangs im Jahr 2011. Im Hintergrund einer ihrer Söhne.
       
       TEHERAN dpa | Die zweimal zum Tode verurteilte Iranerin Sakineh
       Mohammadi-Aschtiani darf wegen guter Führung das Gefängnis vorerst
       verlassen. Nach fast acht Jahren hinter Gittern bekomme die wegen Ehebruchs
       und Beihilfe zum Mord verurteilte Frau bis auf weiteres Hafturlaub, sagte
       der Leiter der iranischen Menschenrechtskommission, Mohammed Dschawad
       Laridschani, am Dienstag. Juristenkreise in Teheran sehen darin eine
       vorzeitige Freilassung. Dies wurde jedoch von offizieller Seite nicht
       bestätigt. Der Fall Mohammadi-Aschtiani hatte weltweit für Schlagzeilen
       gesorgt.
       
       Die iranische Justiz hatte die heute 46-Jährige 2006 wegen Ehebruchs zum
       Tod durch Steinigung verurteilt. Nach massiven internationalen Protesten
       wurde das Urteil nicht vollstreckt. Die Frau wurde dann wegen Beihilfe zum
       Mord an ihrem Ehemann erneut zum Tod verurteilt, diesmal durch den Strang.
       Schließlich verzichtete die Familie des Opfers aber auf ihr islamisches
       Recht der „ausgleichenden Gerechtigkeit“ – und die Frau wurde im Endeffekt
       zu einer Haftstrafe von zehn Jahren verurteilt.
       
       Der Ehemann war 2005 unter mysteriösen Umständen durch einen Stromstoß im
       Badezimmer ums Leben gekommen. Der Verdacht fiel auf einen Cousin des
       Mannes, der dann auch den Mord gestand. Später stellte sich heraus, dass er
       eine Affäre mit der Ehefrau hatte.
       
       Die Menschenrechtskommission machte keine Angaben dazu, ob
       Mohammadi-Aschtiani ins Gefängnis zurückkehren muss. Dies wird allgemein
       aber nicht mehr erwartet, nachdem die Kinder der Frau zahlreiche
       Gnadengesuche gestellt hatten und die Familie des Opfers ausbezahlt wurde.
       Wegen der internationalen Proteste wollte die iranische Regierung den Fall
       außerdem gern vom Tisch haben.
       
       19 Mar 2014
       
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