# taz.de -- Pressemitteilung sorgt für Verwirrung: Spurka für alle
       
       > „Spiegel“-Angestellte sollen bald geschlechtsneutrale Dienstkleidung
       > tragen. Doch beim „Spiegel“ weiß man davon nichts.
       
 (IMG) Bild: Eine Variante geschlechtsneutraler Dienstkleidung des Designers H.C. Andersen. Hans Christian Andersen war ein Märchenerzähler des 19. Jahrhunderts
       
       Laut einer angeblichen Pressemitteilung der Spiegel-Mitarbeiter KG soll in
       den Redaktionsräumen von Spiegel und Spiegel Online schon bald nur noch
       geschlechtsneutrale Dienstkleidung getragen werden. Die entsprechenden
       Outfits habe der dänische Nachwuchsdesigner H. C. Andersen bereits
       entworfen. Ab Herbst sollen dann auch AutorInnen nur noch mit Nachnamen
       genannt werden, um den Gleichstellungsgrundsatz von Mann und Frau noch
       besser umzusetzen.
       
       Auf Nachfrage verneinte der Spiegel jedoch, dass die Pressemitteilung von
       ihnen komme. Es handele sich um einen Fake. Weder die Pressemitteilung noch
       die eigens dafür eingerichtete [1][Homepage], vermeintlich von der
       Mitarbeiter-KG, kommen wirklich aus dem Hamburger Verlagshaus.
       
       Der Onlinebranchendienst Meedia [2][vermutete] bereits kurz nach der
       gefakten Pressemitteilung, dass diese eigentlich vom Verein ProQuote Medien
       stamme. Dies schien deswegen für Meedia offensichtlich, da ProQuote in
       einer [3][öffentlichen Stellungsnahme] prompt auf die womöglich eigene
       Pressemitteilung Spiegel-kritisch reagierte.
       
       Darin wird dem Spiegel vorgeworfen, er wolle sich „nun doch modern und mit
       dem Zeitgeist konform“ geben, in Wahrheit sei die geschlechtsneutrale
       Dienstkleidung aber nur ein „langfristiger Vertuschungsversuch“, um die
       Führungspositionen unbemerkt auch weiterhin mit Männern zu besetzen.
       Ebendas ist mit den neu und wieder männlich besetzten Chefredaktionen von
       Spiegel und Spiegel Online kürzlich geschehen.
       
       Selbst erklärtes Ziel des 2012 gegründeten Vereins ProQuote ist es, dass
       bis 2017 über 30 Prozent der Führungspositionen in Medienunternehmen von
       Frauen besetzt sind. Bei ProQuote bekennt man sich allerdings bisher nicht
       zu der falschen Pressemitteilung.
       
       27 Jan 2015
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] http://mitarbeiter-kg.de/
 (DIR) [2] http://meedia.de/2015/01/26/geschlechtsneutrale-dienstkleidung-die-humorige-spiegel-kritik-von-proquote/
 (DIR) [3] http://www.pro-quote.de/proquote-ueberrascht-von-spiegel-spurka-unter-den-dienstjoppen-der-chefredaktion-steckt-damit-noch-immer-keine-einzige-frau/
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Johannes Pitsch
       
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