# taz.de -- Blogger-Konferenz auf der Cebit: „Content von Werbung trennen“
       
       > Der Blogger Sascha Pallenberg über die Cebit-Veranstaltung „Rock The
       > Blog“, publizistische Inhalte und Veränderungen durch
       > Internet-Publishing.
       
 (IMG) Bild: Selbstportrait: Sascha Pallenberg, wie er sich selbst gerne sieht.
       
       taz: Herr Pallenberg, Sie sind von den Cebit-Veranstaltern auf die
       „[1][Rock The Blog]“-Diskussionsveranstaltung eingeladen worden. Wie finden
       Sie den Versuch, Firmen mit Bloggern zusammenzubringen? 
       
       Sascha Pallenberg: Ich finde es toll, dass die Cebit eine separate
       Blogger-Konferenz stattfinden lässt, wo man ganz einfach mit Marken und
       Kommunikationsagenturen in Kontakt kommen kann. Das ist für viele Blogger
       wichtig, insbesondere für „Firmen-Blogger“. Ich habe meine unabhängige
       Plattform. Damit gehöre ich, wenn ich mir das Ökosystem auf dieser ersten
       Konferenz ansehe, zur Minderheit.
       
       Unter dem Begriff des Publishings verschwimmen gerade im Netz Public
       Relations und Journalismus. Kann man hier noch klare Linien ziehen? 
       
       Ich bin nach wie vor bin ich ein Verfechter des unabhängigen Publishings.
       Mir ist Transparenz beim Bloggen wichtig, gerade als jemand der sich oft
       mit Firmen und Produkten auseinandersetzt. Ich würde, dass was ich mache,
       jetzt nicht als Journalismus bezeichnen.
       
       Als Sie 2007 mit dem Bloggen angefangen haben, hätten Sie geahnt, dass die
       größte IT-Messe der Welt sich einmal so auf Blogger stürzt? 
       
       Es wäre gut für mich gewesen, aber ich bin sonst auch jedes Jahr auf der
       Republica in Berlin. Eine Konferenz, die ich immer noch liebe, da sie für
       freie Meinungsäußerung, ein freies Netz für alle und die Demokratisierung
       des Publishings steht. Ich mag auch das Konzept auf der Cebit, das versucht
       Blogger mit Firmen zu verknüpfen. In Teilbereichen läuft das bei der
       Republica ähnlich ab.
       
       Was ist mit den vergangenen Jahren, in denen die Cebit schon mit Bloggern
       wie Sascha Lobo [2][kooperiert] hat? 
       
       Die Organisatoren haben sich viele Jahre schwergetan, Blogger mit Firmen,
       Machern und Infrastrukturen, die sich auf der Cebit treffen,
       zusammenzubringen. Viele Chancen wurden vertan. Dass sie das jetzt
       begriffen haben, finde ich ganz toll. Ich bin mir sicher, dass es nicht die
       letzte Konferenz sein wird. Was man dabei nicht vergessen sollte, ist, dass
       die Cebit nach wie vor die größte IT-Messe auf diesem Planeten ist.
       
       Wer zieht mehr Vorteile aus Veranstaltungen wie „Rock The Blog“? 
       
       Es ist für alle gut und im Grunde genommen ein erstes Zusammentreffen. Die
       Teilnehmer treffen hier auf Firmen und sie können sich mit ihren Meinungen
       positionieren, Beiträge einreichen und mitreden. Ich hätte nicht gedacht,
       dass 500 Leute hier herkommen. Es ist viel los, das finde ich klasse.
       
       Bei der [3][//www.youtube.com/watch?v=Gb4OOf8evZY:Diskussion] mit Matthias
       Schrader haben sie ihre Einstellung zum Publizieren im Netz widerlegt? 
       
       Ich habe mich klar positioniert, was ich vom Bloggen halte und wie ich
       unabhängigen Journalismus sehe. Beim Publishing müssen Content und Werbung
       klar voneinander getrennt werden. Als Publisher darf ich nicht abhängig von
       einem Geldgeber sein, wenn ich Unabhängigkeit beanspruche. Anders kann
       zumindest ich, nicht vor meine Leser treten und Gleiches behaupten.
       
       Ihr Blog „[4][Mobilegeeks]“ ist unabhängig? 
       
       Absolut.
       
       Oft hört man, Bloggen sei tot, da der Hype um Blogs vorbei sei und
       zumindest in Deutschland Blogs keine große politische Relevanz haben. Wie
       sehen Sie das? 
       
       Darauf gebe ich nichts. Das sind die gleichen Leute, die schon seit 2007
       sagen, im nächsten Jahr ist die E-Mail tot. Es gibt extrem relevante Blogs,
       die nur eine Reichweite von zwei- bis dreihundert Besuchern haben, aber sie
       erreichen die richtigen zwei- bis dreihundert. Ich habe einen Bekannten,
       der hat auf seinem Blog 1.000 Leser, aber verdient 100.000 Dollar damit im
       Monat. Er macht Industrieanalysen, aber es ist ein Blog.
       
       25 Mar 2015
       
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 (DIR) [1] http://www.rock-the-blog.com/
 (DIR) [2] http://blog.cebit.de/author/saschalobo/
 (DIR) [3] http://https
 (DIR) [4] http://www.mobilegeeks.de/
       
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