# taz.de -- Mietstreit in Kreuzberg: Migrantisches Kulturzentrum geräumt
       
       > Allmende muss Vereinsräume verlassen. Polizei riegelt schon am Vorabend
       > der Zwangsräumung das Gebäude ab und nimmt drei Demonstranten vorläufig
       > fest.
       
 (IMG) Bild: Räumung des Kulturzentrums Allmende am Kottbusser Damm
       
       BERLIN taz | Mit einem massiven Polizeieinsatz ging am Freitagvormittag die
       Räumung des Vereins Allmende über die Bühne. 200 Beamte riegelten das
       Gebäude am Kottbusser Damm 25/26 großräumig ab, um die Übergabe der Räume
       durch einen Gerichtsvollzieher an den Vermieter abzusichern. Auf der
       anderen Straßenseite versammelten sich 250 friedliche Demonstranten.
       
       Schon am Donnerstagabend hatten Polizeibeamte alle Zugänge zum Haus sowie
       Teile des Kottbusser Damms absperrt und den Vereinsmitgliedern den Zutritt
       verwehrt. So konnte die für den späteren Abend anberaumte Vollversammlung
       nicht mehr stattfinden.
       
       Polizeisprecher Michael Gassen sagte der taz: „Wir mussten sichergehen,
       dass sich zum Zeitpunkt der Übergabe am Freitagmorgen niemand mehr in den
       Räumlichkeiten befindet.“
       
       ## Von Beamten geschlagen?
       
       Als bekannt wurde, dass die Polizei bereits im Einsatz ist, versammelten
       sich am Donnerstagabend rund 100 Demonstranten vor dem Haus. Sie waren dem
       Aufruf des Bündnisses „Zwangsräumung verhindern“ gefolgt, das seit Jahren
       gegen die Vertreibung von Mietern kämpft. Dabei kam es zu
       Handgreiflichkeiten, drei Demonstranten wurden laut Polizei wegen
       Körperverletzung und Beleidigung festgenommen.
       
       Eine Demonstrantin erlitt nach Polizeiangaben einen Schwächeanfall und
       musste ins Krankenhaus. Vonseiten der Demonstranten hieß es dagegen, die
       junge Frau sei von den Beamten niedergeschlagen worden.
       
       Der Verein muss nun auf die Räumlichkeiten eines befreundeten Vereins am
       Richardplatz in Neukölln ausweichen. „Wir können dort die nächsten drei
       Monate bleiben“, sagte Vereinsvorstand Ahmed Beyazkaya. Anschließend müsse
       man sich nach einer dauerhaften Alternative umsehen.
       
       Der gemeinnützige Verein Allmende „Haus für alternative Migrationspolitik
       und Kultur“ hatte seit 2006 seine Vereinsräume am Kottbusser Damm. Im
       Dezember 2013 war der Mietvertrag ausgelaufen, eine Verlängerung schloss
       der Privatvermieter aus. Trotzdem war der Verein geblieben und hatte auch
       weiterhin Miete gezahlt. Im November 2014 urteilte das Landgericht, dass
       die Räume geräumt und dem Vermieter übergeben werden müssen. Dieser war
       gegenüber der taz zu keiner Stellungnahme bereit.
       
       27 Mar 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Gina Nicolini
       
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