# taz.de -- PKK in Deutschland: „So etwas wird nie wieder passieren“
       
       > In den 1990er Jahren machte die kurdische PKK mit Gewaltaktionen auch in
       > Deutschland Schlagzeilen. Nun entschuldigt sich ein hoher Funktionär.
       
 (IMG) Bild: Künftig gilt: Freie Fahrt für freie Kurden. TV-Standbild aus dem Jahr 1996.
       
       BERLIN dpa | Der operative Führer der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei
       PKK, Cemil Bayik, hat Deutschland für Gewalttaten seiner Organisation in
       den 1990er Jahren um Entschuldigung gebeten. Damals hatte die PKK mit
       Autobahn-Blockaden und Selbstverbrennungen Schlagzeilen gemacht.
       
       „Ich möchte mich im Namen der PKK beim deutschen Volk entschuldigen. So
       etwas wird nie wieder passieren“, versicherte der hochrangige Kommandeur
       und PKK-Mitgründer Bayik in einem Interview der Sender WDR und NDR, [1][wie
       tagesschau.de am Donnerstag berichtete]. Die Organisation habe sich
       gewandelt, sagte er.
       
       SPD-Fraktionsvize Rolf Mützenich erwägt wegen des Engagements der PKK gegen
       die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der Äußerungen der PKK-Führung
       nun eine Neubewertung. Mützenich sagte WDR und NDR: „Diese Aussagen sind
       eine neue Tonlage und sie bieten durchaus auch die Chance zu einer
       Neubewertung, wenn die PKK glaubhaft und nachprüfbar dauerhaft auf Gewalt
       verzichtet.“
       
       Erst im März hatte der in der Türkei inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan
       seine Anhänger [2][zu Frieden mit der Regierung in Ankara aufgerufen]. Nach
       jahrzehntelangem Konflikt sollten die Waffen unter bestimmten
       Voraussetzungen niedergelegt werden, appellierte er an seine Gefolgsleute.
       In dem Konflikt waren in gut 30 Jahren mehr als 40.000 Menschen ums Leben
       gekommen. Beide Seiten bemühen sich um einen Friedensprozess, der jedoch
       [3][immer wieder ins Stocken gerät].
       
       „Wir möchten nicht mehr gegen die Türkei kämpfen. Wir sagen: Es reicht mit
       dem Kämpfen. Weder wir noch der türkische Staat haben durch den Krieg
       unsere Ziele erreicht“, sagte Bayik. Das Interview habe unter konspirativen
       Umständen im nordirakischen Kandilgebirge stattgefunden. Dort kontrolliert
       die PKK ein Gebiet von rund 50 Quadratkilometern.
       
       Die militärischen Ressourcen der PKK-Guerilla werden zurzeit vor allem im
       Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak eingesetzt. So befindet sich die
       PKK derzeit zum Beispiel in einem erbitterten Häuserkampf in der irakischen
       Stadt Sindschar. In dem Gebiet hatte der IS Mitte 2014 Hunderte Menschen
       der Glaubensgemeinschaft der Jesiden getötet und entführt. Tausende mussten
       fliehen. Unterstützt wird die PKK durch Truppen der kurdischen Peschmerga
       und Luftangriffe der internationalen Koalition unter Führung der USA.
       
       10 Apr 2015
       
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