# taz.de -- Katholikentag in Münster: Knapp eine Million für Sachleistungen
       
       > Seit Jahrzehnten werden Kirchentage von Bund, Land und Kommune
       > bezuschusst. In Münster sollte es erstmals anders laufen. Oder doch
       > nicht?
       
 (IMG) Bild: Immer gut was los und prächtig finanziert: Katholikentag in Regensburg 2014.
       
       MÜNSTER taz | Die politische Auseinandersetzung über die Förderung des 101.
       Deutschen Katholikentags geht weiter. Der Stadtrat in Münster berät erneut
       über mögliche Zuschüsse und wird wohl am Mittwoch einen neuen Beschluss
       fassen.
       
       Erst Ende März hatten die Stadtverordneten mit der Mehrheit von SPD, Grünen
       und Linkspartei die Zahlung eines Barzuschusses von 1,2 Millionen Euro für
       die Großveranstaltung der katholischen Laien abgelehnt. Seit Jahrzehnten
       werden Kirchentage von Bund, Land und Kommune bezuschusst. In Münster
       sollte dies zum ersten Mal anders laufen.
       
       Die Förderung hatte der Veranstalter des Kirchentages, das Zentralkomitee
       der Katholiken (ZdK), auf Einladung des Bistums Münster beantragt. Die
       Stadt Münster ist jedoch hochverschuldet, daher sorgte die Debatte weit
       über Münster hinaus für Furore. Im Stadtrat war die Mehrheit der Meinung,
       dass die Stadtverwaltung mit dem ZdK über Einzelheiten verhandeln soll,
       anstatt einfach eine bestimmte Summe auszuzahlen.
       
       Ergebnis der Abstimmung zwischen Stadt und Katholiken ist eine
       Beschlussvorlage, die CDU-Oberbürgermeister und Verwaltungschef Markus Lewe
       in den Rat eingebracht hat. Hauptpunkt sind die Sachleistungen von
       insgesamt 982.000 Euro – knapp unter der symbolträchtigen Millionengrenze.
       
       ## „Völlig indiskutabel“
       
       Dass diese Summe im Rat die erforderliche Mehrheit findet, ist
       unwahrscheinlich. „Die Kostenhöhe ist völlig indiskutabel, die Berechnungen
       sind teilweise falsch“, kritisiert Rüdiger Sagel, Fraktionssprecher der
       Linken.
       
       Kritik an dem Verwaltungspapier äußern auch SPD und Grüne, wenngleich
       moderater. Was die drei Fraktionen eint, ist der Grundsatz „Keine
       Bevorteilung von Gruppen oder Veranstaltern“, wie es Grünen-Fraktionschef
       Otto Reiners formuliert. „Wir bleiben bei unserem Grundsatz: Die Stadt
       stellt ihre Infrastruktur zur Verfügung“, unterstreicht SPD-Amtskollege
       Michael Jung.
       
       Sozialdemokraten und Grüne wollten am Dienstag zusammenkommen, um gemeinsam
       einen Änderungsantrag für die Sitzung am Mittwoch zu erarbeiten. Die
       Mehrheit dafür ist fraglich, sollte die Linkspartei nicht zustimmen. „Dann
       müssen wir eine andere Mehrheit suchen“, sagt Jung und spielt auf die
       Möglichkeit an, um Stimmen einzelner Ratsvertreter von Piraten, ÖDP, UWG
       oder Fraktionslosen zu werben. Erwartungsgemäß will die CDU, die schon dem
       Barzuschuss zugestimmt hatte, die Verwaltungsvorlage im Rat absegnen.
       
       6 May 2015
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Thomas Krämer
       
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