# taz.de -- Fußball-Bundesliga der Frauen: Bayern feiert
       
       > Die Fußballerinnen vom FC Bayern München sind Meister. Der zweite Titel
       > nach 1976. Der entthronte Meister aus Wolfsburg sichert sich das
       > Champions-League-Ticket.
       
 (IMG) Bild: Jubelnde Meisterinnen aus München
       
       MÜNCHEN/FRANKFURT dpa | In München tanzten die Spielerinnen nach dem
       historischen Meister-Double für den FC Bayern ausgelassen über den Rasen,
       rund 400 Kilometer entfernt war die Enttäuschung bei den Konkurrenten
       Wolfsburg und Frankfurt groß. 39 Jahre nach der ersten Meisterschaft haben
       sich die Münchner Fußballerinnen im Herzschlag-Finale der Frauen-Bundesliga
       wie die Profis um Philipp Lahm vor zwei Wochen den Titel gesichert und
       damit Fußball-Geschichte geschrieben.
       
       „Dass der deutsche Meister bei den Männern und Frauen aus einer Stadt
       kommt, ist ein absolutes Novum. Kompliment und Glückwunsch Bayern München“,
       gratulierte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach dem ungeschlagenen
       Titelträger.
       
       „Das ist etwas Historisches. Die haben kein Spiel verloren, sie haben es
       großartig gemacht“, lobte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Das
       Team um Spielführerin Melanie Behringer sprang mit einem 2:0 (2:0)-Heimsieg
       gegen die SGS Essen am 22. und letzten Spieltag noch auf Platz eins.
       
       Beim zweiten Meistertitel nach 1976 profitierten die Bayern-Frauen am
       Sonntag vom 1:1 im direkten Duell der Titel-Konkurrenten 1. FFC Frankfurt
       und VfL Wolfsburg. Der DFB-Pokalsieger verpasste dadurch den
       Titel-Hattrick, sicherte sich aber zumindest das Ticket für die Champions
       League.
       
       ## „Wir waren nah dran“
       
       „Die Enttäuschung ist groß. Wir waren nahe dran und sind traurig, dass wir
       den Titel abgeben müssen“, sagte VfL-Trainer Ralf Kellermann. „Aber die
       Bayern haben kein Spiel verloren und sind verdient Meister geworden.“
       Obwohl Frankfurt als Dritter leer ausging, lobte sein Frankfurter Kollege
       Colin Bell: „In unserer Gesellschaft sind zweite und dritte Plätze oft
       bedeutungslos. Für mich nicht. Ich bin stolz auf das Team“, sagte er und
       betonte: „Für uns war wichtig, dass Wolfsburg in unserem Stadion nicht die
       Meisterschaft feiert.“
       
       So wurde die Original-Meisterschale in Frankfurt wieder verpackt, dafür
       nahmen die Bayern-Ladies um 16.09 Uhr jubelnd die Kopie in Empfang.
       Nationalspielerin Melanie Leupolz (5. Minute) und Vivianne Miedema (30.)
       erzielten vor 5.230 Zuschauern im Grünwalder Stadion die Tore für die
       Schützlinge von Trainer Thomas Wörle.
       
       ## „Toller Erfolg für junges Team“
       
       „Der Titelgewinn ist für mich das Resultat der kontinuierlich guten Arbeit,
       die bei den Bayern geleistet wird. Mein Respekt gilt Thomas Wörle, dem es
       in den vergangenen Jahren gelungen ist, ein echtes Spitzenteam zu formen.
       Die Meisterschaft ist ein toller Erfolg für ihn und sein junges Team“,
       lobte Bundestrainerin Silvia Neid.
       
       Als Zugabe durften Wörle und seine Meister-Spielerinnen den erstmaligen
       Einzug in die Champions League feiern. Nicht nur Frankfurts enttäuschte
       Torjägerin Celia Sasic sieht die Bayern auf lange Sicht als dritte starke
       Kraft im deutschen Frauenfußball. „Wie sie sich verstärken zeigt, dass sie
       Großes vorhaben“, sagte sie.
       
       Während Frankfurt am Donnerstag im Champions-League-Finale gegen Paris St.
       Germain um Europas Fußball-Krone spielt und sich mit einem Sieg als drittes
       deutsches Teams für die Königsklasse qualifizieren kann, wartet auf die
       Bayern-Frauen eine besondere Feier. Am Pfingstsonntag (24. Mai) feiern sie
       eine gemeinsame Meisterparty mit den Männern auf dem Rathausbalkon.
       
       10 May 2015
       
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