# taz.de -- Bestechung durch Bremer Rüstungsfirmen
       
       > WIRTSCHAFT Atlas Electronic und Rheinmeltall Defence sollen jeweils etwa
       > neun Millionen Euro Bestechungsgeld in Griechenland investiert haben. Die
       > Bremer Staatsanwaltschaft ermittelt
       
       Wegen Korruptionsverdacht hat die Bremer Staatsanwaltschaft die Firmensitze
       von Rheinmetall Defence Electronics und Atlas Elektronik in Bremen und
       Wedel durchsuchen lassen. Die Rüstungsfirmen stehen im Verdacht, bei
       Geschäften in Griechenland Bestechungsgelder gezahlt zu haben. Es wäre
       nicht das erste Mal, dass es bei Rüstungsgeschäften mit Griechenland
       Korruption gegeben hat: Die Münchener Ferrostaal hatte für U-Boot-Aufträge
       Millionen gezahlt.
       
       Die beiden Unternehmen stünden im Verdacht, griechische Beamte bestochen
       und Steuern hinterzogen zu haben, sagte der Sprecher der
       Staatsanwaltschaft. Er bestätigte damit einen Bericht der Süddeutschen
       Zeitung vom Wochenende. Bei den Geschäften ging es demnach um Ausrüstung
       für U-Boote. Geflossen sind den Angaben zufolge jeweils etwa neun Millionen
       Euro Bestechungsgeld. Wie hoch der Schaden durch die Steuerhinterziehung
       ist, die im direkten Zusammenhang mit der Bestechung stehe, sei noch
       unklar.
       
       Rheinmetall Defence wies die Anschuldigungen zurück. Sie entbehrten „jeder
       Grundlage“, sagte ein Sprecher der Süddeutschen Zeitung. Die Mutterkonzerne
       von Atlas Elektronik, EADS und ThyssenKrupp, bestätigten der Zeitung die
       Durchsuchungen bei ihrer Tochterfirma.
       
       Der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, Atlas habe bereits 2010 die
       Staatsanwaltschaft über mögliche Unregelmäßigkeiten informiert.
       Anschließende Ermittlungen hätten dann aber ergeben, dass deutsche Behörden
       in dem Fall nicht zuständig seien. Dies habe sich durch neue Erkenntnisse
       im Zuge einer Steuerprüfung im vergangenen Jahr geändert.
       
       Die Staatsanwaltschaft sieht nach den Worten ihres Sprechers „in
       Teilbereichen Parallelen“ zum Fall Ferrostaal. Der Industriedienstleister
       hatte Schmiergeld in Millionenhöhe gezahlt, um milliardenschwere
       U-Boot-Geschäfte einzufädeln. Das Landgericht München I verurteilte das
       Unternehmen daher zu einem Bußgeld von 140 Millionen Euro. Zwei frühere
       Manager des Unternehmens wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt.
       
       Hintergründe und nähere Informationen zu den Rüstungsexporten von
       Rheinmetall Defence Electronics und Atlas Elektronik erläutert Jürgen
       Grässlin, der 2001 mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, bei
       der Vorstellung seines „Schwarzbuch Waffenhandel“ am 4. September in der
       Buchhandlung Leuwer Am Wall. (afp, taz)
       
       26 Aug 2013
       
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