# taz.de -- taz Talk meets Buchmesse: Anna Prizkau: Immer eine Fremde bleiben
> Fremd sein, sich anders fühlen und zur Anderen gemacht werden. Anna
> Prizkau spricht über ihr Erzähldebüt „Fast ein neues Leben".
Als Kind schämt sie sich für ihre Eltern. Am „Hallo" ihres Vaters erkennt
man schon, dass er kein Deutscher ist. Neben der neuen, rätselhaften
Freundlichkeit, bleiernen Höflichkeit und warmen Distanziertheit, mit der
sich das fremde Mädchen konfrontiert sieht, muss es immer wieder Schläge
einstecken.
Als junge Frau bringt ihr die Sprache ihres alten Landes, im falschen
Moment und vor den falschen Leuten gesprochen, geprellte Rippen und eine
aufgeplatzte Lippe ein. Doch sie schlägt zurück. In den zwölf Erzählungen
ihres Debüts „Fast ein neues Leben" lässt Anna Prizkau ihre Ich-Erzählerin
durch die Vergangenheit streifen. Es geht um Liebesgeschichten, den
traurigen Vater, die depressive Mutter, eine wiedergefundene Tante und
übergriffige Männer. taz-Kulturredakteur [1][Ulrich Gutmair] wird mit Anna
Prizkau über ihre Erzählungen und ihre Erfahrungen sprechen. Und vielleicht
auch darüber, warum die tapferen belarussischen Frauen so wenig
Unterstützung erfahren.
[2][Anna Prizkau] migrierte in den 90er-Jahren gemeinsam mit ihrer Familie
von Moskau nach Deutschland. Nach ihrer Studienzeit in Berlin und Hamburg
wohnt die Autorin heute in Berlin und schreibt seit 2016 für die
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. [3][Der Erzählband] „Fast ein neues
Leben" ist beim Fridenauer Presse Verlag erschienen.
Anregungen und Fragen nehmen wir mit Freuden entgegen über
[4][taztalk@taz.de].
5 Oct 2020
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