# taz.de -- Weinverkostung auf dem taz lab: Rheinhessische Frische
       
       > Auf dem taz lab erzählt Holker Pfannebecker über Wein und Savoir-vivre in
       > Pfeddersheim und bietet eine Weinverkostung an.
       
       Interview: [1][MAREIKE BARMEYER] 
       
       taz: Herr Pfannebecker, was bedeutet Europa für Sie? 
       
       Holker Pfannebecker: Vor allem die besondere Beziehung zwischen Frankreich
       und Deutschland, trotz ihrer vorbelasteten Geschichte. Mein Urgroßvater war
       in Verdun, mein Großvater in französischer Kriegsgefangenschaft im Zweiten
       Weltkrieg. Beide kamen zurück. 
       
       Meine Großmutter hatte eine landwirtschaftliche Spedition mit französischen
       Mitarbeitern, die nach dem Krieg beim Strohfahren und Traubenlesen
       mitgeholfen haben. 
       
       ## Aufeinander zugehen statt aufeinander losgehen? 
       
       Ich weiß nicht, ob es solche Kontakte wie zwischen Deutschland und
       Frankreich – besonders Rheinland-Pfalz und Burgund – auch mit anderen
       Ländern gibt. Wenn man sich so nah ist und ab und zu besucht, ist es
       ausgeschlossen, dass man mit Gewehren aufeinander losgeht. Dieses
       Savoir-vivre gibt es auch bei uns in Pfeddersheim. Berlin ist für uns
       weiter weg als Paris. 
       
       ## Was machen sie genau auf einer Weinverkostung? 
       
       Ich reiche verschiedene Weine zum Probieren und erzähle die jeweilige
       Geschichte dazu. 
       
       ## Und auf dem taz lab?
       
       Da werden wir unseren neuen Jahrgang probieren. Wir leben in
       Rheinland-Pfalz eher vom jungen, frischen Wein. In Frankreich würde man den
       gar nicht trinken, sondern ein, zwei Jahre warten, bis der Wein so weit
       ist. Das ist dann auch ein Preisunterschied. Der französische Wein ist oft
       teurer als der deutsche. 
       
       ## Erzählen Sie uns auch, wonach der Wein schmecken soll? 
       
       Es gibt Weine, die erschmeckt jeder: Der Sauvignon Blanc hat diese
       Kiwi-Note, den Geschmack einer intensiven Frucht. Die müsste man klar auf
       der Zunge spüren. Das ist das eigentliche Erlebnis der Verkostung: das
       Aroma zu erschmecken, über das ich erzähle. Der Geschmackssinn ist ja eher
       ein Geruchssinn. Dem Wein ein Fruchtaroma zuordnen? Da sind die Riechnerven
       gefragt.
       
        5 Apr 2019
       
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