# taz.de -- Schmalspur in der Leipziger Straße
       
       > ■ Die Ostberliner Magistrale soll auf ihre Ursprungsmaße von 22 Metern
       > reduziert werden/ Senat will Gutachterwettbewerb/ Straßenbahn zum
       > Leipziger Platz geplant
       
       Mitte. Die breite Schneise, die die Leipziger Straße in die Stadtlandschaft
       schlägt, soll verschwinden. Dort wo bislang noch auf acht Spuren der
       Verkehr zwischen Spittelmarkt und dem Nadelöhr an der Friedrichstraße
       dahinfließt, soll nach dem Willen des Senats »eine ruhige innerstädtische,
       urbane Anlage entstehen«. Die Landesregierung hat, wie ihr Sprecher Eduard
       Heußen erklärte, grünes Licht für ein konkurrierendes Gutachterverfahren
       zur Gestaltung des Areals gegeben. Die Experten müssen sich nun die Köpfe
       darüber zerbrechen, wie die Straße auf ihre ursprünglichen Maße reduziert
       und der dadurch gewonnene Stadtraum sinnvoll genutzt werden kann.
       Stadtentwicklungssenator Volker Hassemer (CDU) will die Leipziger Straße in
       der historischen Breite von 22 Metern fortführen, in der sie bereits jetzt
       die Friedrichstraße mit dem Leipziger Platz verbindet. Dort sind zwei
       Fahrspuren in jede Richtung sowie eine Trasse für die Straßenbahn
       vorgesehen. Da damit die Fläche zwischen den Häuserzeilen fast vollständig
       ausfüllt ist, wird der Bürgersteig auf der nördlichen Seite als Arkade
       durch die Häuser gebaut werden. Östlich der Friedrichstraße wäre nicht nur
       für einen Bürgersteig Platz, dort könnte zudem vor den Hochhäusern eine
       weitere Häuser- oder Ladenzeile entstehen. An deren Rückfront würde dann
       eine eigene schmale Straße die Anlieger anschließen. Die unterschiedlichen
       Proportionen dieser geplanten Zeile und der Hochhäuser stellen die
       Stadtplaner noch vor Probleme.
       
       Mit seiner Vorgabe von 22 Meter Breite hat sich Hassemer im Senat gegen
       Verkehrssenator Herwig Haase (CDU) durchgesetzt, der mit jeweils einer
       zusätzlichen Standspur in jede Fahrtrichtung geliebäugelt hatte. Zustimmung
       fand Hassemer hingegen bei Bausenator Wolfgang Nagel (SPD), der noch im
       letzten Jahr einer autofreundlichen Ausbauvariante der Leipziger Straße das
       Wort geredet hatte. In den nächsten Wochen werden die Experten ihre
       Vorschläge erarbeiten. Ende des Jahres will Hassemer das städtebauliche
       Verfahren zur Leipziger Straße einleiten. dr
       
       15 Jul 1992
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) dr
       
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