# taz.de -- Aus der Relaunch-Werkstatt (I): Der tägliche taz-Moment
       
       > Ab 2. Oktober erscheint die neue taz. Bis dahin verraten wir schon ein
       > paar Dinge und fangen mit der Titelseite an.
       
       von [1][LUKAS WALLRAFF] 
       
       Wenn es gut läuft, bleibt sie lange hängen. Wenn es schlecht läuft, auch.
       Die Seite Eins der taz ist ein Wagnis. Bestimmt haben Sie sich beim Blick
       auf unsere Titel schon geärgert, vielleicht auch mal gefreut, aber
       hoffentlich nur selten gelangweilt. Die Titelseite der taz soll wach
       machen. 
       
       Es kann passieren, dass ein Titel zu Helmut Schmidt („[2][Friede seiner
       Asche]“) bejubelt, einer zu Helmut Kohl („[3][Blühende Landschaften]“)
       falsch verstanden und einer zu Angela Merkel („[4][Es ist ein Mädchen]“)
       sogar in der CDU-Zentrale aufgehängt wird. 
       
       Manche sorgen für herzliches Gelächter, andere für Streit. Zu Risiken und
       Nebenwirkungen fragen Sie den Chefredakteur. Die Seite Eins der taz ist
       keine Nummer sicher, sondern oft ein Gefühlsausbruch. Sie soll zeigen, was
       uns umtreibt, aufregt, berührt und was wir zu bieten haben. Dafür haben wir
       in der tageszeitung nur eine so prominente Chance pro Tag. Und die wollen
       wir auch in Zukunft nutzen. 
       
       ## Für einen Moment die Zeit anhalten
       
       Gerade jetzt, da uns sekündlich neue Nachrichten und Fake News um die Ohren
       fliegen, wollen wir uns konzentriert fragen: Was ist uns heute wirklich am
       wichtigsten? Womit möchten wir die Leute faszinieren? Und ja, wir wollen,
       dass die Seite Eins die Zeit anhält. Für einen Augenblick – den taz-Moment.
       Oder auch für länger. Dafür soll die Titelseite [5][ab dem 2. Oktober – wie
       die ganze Zeitung – noch klarer und entschlossener werden]. 
       
       Manches ist noch ein Geheimnis der GestalterInnen, aber eines lässt sich
       schon verraten und hier zeigen: Wir fangen beim Kopf an. Das taz-Logo wird
       noch deutlicher herausstechen – samt Tatze selbstverständlich. Der
       Kommentar wird weiter die Meinungs- und Analysestärke der taz zeigen, das
       verboten ihren spielerischer Charakterzug. 
       
       Statt Agenturmeldungen vom Vortag abzudrucken, konzentrieren wir uns noch
       stärker auf das Wesentliche: Unser Topthema, das auf den ersten Blick
       auffallen soll – im Zeitungsladen und am eKiosk, am Briefkasten und auf dem
       Frühstückstisch, auf Facebook und Twitter. 
       
       ## „Das ist jetzt unser Ding, unser Tagwerk, unser Baby“
       
       Die Seite Eins ist und bleibt die Eingangstür zur täglichen taz, erreicht
       übers Netz aber auch viele Menschen, die so die Zeitung und ihren Knaller
       des Tages zu sehen bekommen. Für manche ist das ihr allererster taz-Moment.
       Jetzt denken Sie vielleicht: Tja, echte Knaller habt ihr nicht jeden Tag.
       Stimmt. Nicht alles zündet. Dafür müssen wir uns anstrengen. Damit wir
       einmal am Tag sagen können: So, das ist jetzt unser Ding, unser Tagwerk,
       unser Baby! 
       
       Das kann ein emotional-ironischer Kommentar zum Weltgeschehen sein wie
       „[6][Oh, mein Gott!]“ zur Wahl von Joseph Ratzinger zum Papst. Das kann
       aber auch eine eigene Recherche sein, wie über den Skandal in den
       Haasenburg-Heimen. 
       
       Oder der Hinweis auf menschliche Katastrophen, wie die ganzseitige
       Todesanzeige „[7][400 Menschen]“ nach einem Flüchtlingsunglück. Das Ziel:
       ein taz-Gedanke und ein Bild, das hängen bleibt. Gerne an der Wand, aber
       vor allem im Kopf. |
       
       26 Sep 2017
       
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 (DIR) [7] http://download.taz.de/16.04.2015_400_Menschen.pdf
       
       ## AUTOREN
       
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