i# taz.de -- Rassismus auf dem Wohnungsmarkt: „Passt nicht“, weil Sinteza taz.de 70 i taz.de 70 i> Die Sinteza und Aktivistin Kelly Laubinger bewarb sich auf eine Wohnung – taz.de 70 i> und erfuhr per Zufall, warum sie dafür nicht infrage kommt. taz.de 70 i taz.de 70 IBild: Sieht in dem Fall einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichstellungsgesetz: Sinteza Kelly Laubinger /picture/8665494/948/kelly-laubinger-Kaja-Grope.jpeg taz.de 70 i taz.de 70 i„Sie verdient glaub ich zu wenig und ist Roma/Sinti – bin nicht sicher, obs taz.de 70 ipasst.“ Diese Notiz verschickte die Mitarbeiterin einer Immobilienfirma taz.de 70 inach einem Wohnungsbesichtigungstermin in Neumünster. Was die Mitarbeiterin taz.de 70 ioffenbar übersah: Ihre Mail landete nicht nur im internen Verteiler der taz.de 70 iFirma, sondern ging auch an [1][Kelly Laubinger], die Frau, die sich für taz.de 70 idie Wohnung interessierte. Deren Anwalt fordert nun eine Entschädigung taz.de 70 igemäß dem [2][Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz]. Für Laubinger ist das taz.de 70 inicht der erste Fall dieser Art. taz.de 70 i taz.de 70 i„Ich hatte eigentlich ein sehr gutes Gefühl bei der Besichtigung“, taz.de 70 iberichtet Kelly Laubinger. Die Neumünsteranerin ist auf der Suche nach taz.de 70 ieiner Wohnung, und die Anzeige der Immobilienfirma, die sie auf einem taz.de 70 iInternetportal fand, passte zu ihren Wünschen. Ihr sei vor allem wichtig, taz.de 70 idass ihre neue Wohnung in der Nähe ihres Arbeitsplatzes liege, so taz.de 70 iLaubinger. taz.de 70 i taz.de 70 iDie 37-Jährige ist als Geschäftsführerin der [3][Sinti Union taz.de 70 iSchleswig-Holstein] tätig. Der Verein organisiert unter anderen taz.de 70 iVeranstaltungen und Schulungen. Die Mitglieder setzen sich für die taz.de 70 iInteressen der Sinti und Roma ein, der Kampf gegen Diskriminierung ist ein taz.de 70 iwichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit. In den vergangenen Jahren ist taz.de 70 ider Verein, auch dank Kelly Laubingers Einsatz, im Land und auf Bundesebene taz.de 70 i[4][als laute Stimme der Sinti- und Roma-Community bekannt geworden]. taz.de 70 i taz.de 70 i„Bei der Wohnungsbesichtigung habe ich meine Tätigkeit bei der Sinti Union taz.de 70 ibewusst erwähnt, eben weil es sich um einen eingeführten und mit taz.de 70 iöffentlichen Mitteln geförderten Verein handelt“, berichtet Laubinger. Dass taz.de 70 isie über ein sicheres Einkommen verfüge, sei schließlich eine wichtige taz.de 70 iInformation für einen möglichen Vermieter. taz.de 70 i taz.de 70 iSie erwähnte aber auch, dass sie neben der Festanstellung regelmäßig taz.de 70 iHonorare als Freiberuflerin erhalte. „Dazu gab es aber keine Rückfragen“, taz.de 70 ierinnert sie sich. Insgesamt sei das Gespräch aus ihrer Sicht angenehm und taz.de 70 ioffen verlaufen. Sie habe deutliches Interesse an der Wohnung signalisiert taz.de 70 iund eigentlich auf eine Zusage gehofft. taz.de 70 i taz.de 70 iStattdessen landete die Mail mit der Notiz „ist Roma/Sinti“ in ihrem taz.de 70 iPostfach. Kurz darauf kam sogar eine zweite Mail, in der die Mitarbeiterin taz.de 70 ider Firma die Notiz noch erweitert hatte. Es ging dabei um ihr monatliches taz.de 70 iEinkommen, das die Mitarbeiterin deutlich niedriger einstufte, als taz.de 70 iLaubinger es ihr gesagt hatte. Der Hinweis auf das zweite finanzielle taz.de 70 iStandbein aus der freien Tätigkeit fehlte komplett. Wieder endete die Mail, taz.de 70 idie der taz als Screenshot vorliegt, mit der Einschätzung: „Weiß nicht, ob taz.de 70 idas passt.“ taz.de 70 i taz.de 70 iAuf taz-Anfrage spricht der Chef der Immobilienfirma von einem taz.de 70 i„Missverständnis“. Die Notiz stamme von seiner Schwester, die ebenfalls in taz.de 70 ider Firma arbeite. Dass sie den Hinweis auf „Roma/Sinti“ diskriminierend taz.de 70 igemeint hätte, weist er von sich: „Das ist eine Fehlinterpretation.“ Auch taz.de 70 iin seiner eigenen Familie gebe es Erfahrungen mit Diskriminierung: „Unsere taz.de 70 iMutter war eine Reisende, sie hat im Zirkus gearbeitet“, berichtet er. taz.de 70 iLaubingers Einsatz gegen Diskriminierung fände er bewundernswert. Er hoffe taz.de 70 iauf eine Einigung und ein klärendes Gespräch, um die Sache aus der Welt zu taz.de 70 iräumen. taz.de 70 i taz.de 70 iLaubinger und ihr Anwalt sehen dagegen deutliche Anzeichen für eine taz.de 70 iDiskriminierung und damit einen Verstoß gegen das Allgemeine taz.de 70 iGleichbehandungsgesetz. „Was soll dieser Hinweis auf meine Zugehörigkeit taz.de 70 izur Sinti-Minderheit?“, fragt Laubinger. Sie ärgert sich auch darüber, dass taz.de 70 idie Mitarbeiterin ihr Gehalt reduziert und die selbstständigen Einkünfte taz.de 70 igar nicht einberechnet hat. „Eigentlich bin ich ziemlich bekannt in der taz.de 70 iStadt“, sagt Laubinger. „Eine kurze Internetsuche hätte gezeigt, was ich taz.de 70 ialles tue.“ taz.de 70 i taz.de 70 iDabei wäre aufgefallen, dass Kelly Laubinger mehrfach juristisch gegen taz.de 70 iDiskriminierung vorgegangen ist. So wurde sie [5][2021 abgelehnt, als sie taz.de 70 iin ein Fitness-Studio eintreten wollte]. Angeblich gab es keine freien taz.de 70 iPlätze mehr, aber als Laubinger Freundinnen bat, sich probeweise taz.de 70 ianzumelden, klappte das mühelos. Offenbar lag es an dem Nachnamen, der in taz.de 70 iNeumünster als „typisch Sinti“ bekannt ist. taz.de 70 i taz.de 70 iLaubinger klagte – und gewann. Das war der Start ihrer Karriere als taz.de 70 iAktivistin. Erneut ging sie 2024 vor Gericht, nachdem ein Hotelier der taz.de 70 iSinti Union ein Zimmer verweigerte, das Laubinger für den Autor Max Czollek taz.de 70 ibuchen wollte. Das Verfahren [6][endete mit einer Geldstrafe für den taz.de 70 iHotelbesitzer]. taz.de 70 i taz.de 70 i22 Sep 2026 taz.de 70 i taz.de 70 i## LINKS taz.de 70 i taz.de 70 1[1] /Kelly-Laubinger-ueber-Diskriminierung/!5972181 /Kelly-Laubinger-ueber-Diskriminierung/!5972181 taz.de 70 1[2] https://www.gesetze-im-internet.de/agg/ https://www.gesetze-im-internet.de/agg/ taz.de 70 1[3] https://sintiunionsh.com/ https://sintiunionsh.com/ taz.de 70 1[4] https://www.landtag.ltsh.de/parlament/sinti-und-roma/ https://www.landtag.ltsh.de/parlament/sinti-und-roma/ taz.de 70 1[5] /Fitnessstudio-nimmt-Sinteza-nicht-auf/!5888734 /Fitnessstudio-nimmt-Sinteza-nicht-auf/!5888734 taz.de 70 1[6] /Antiziganismus-im-Hotel/!6024105 /Antiziganismus-im-Hotel/!6024105 taz.de 70 i taz.de 70 i## AUTOREN taz.de 70 i taz.de 70 1Esther Geißlinger /!a227 taz.de 70 i taz.de 70 i## TAGS taz.de 70 i taz.de 70 1Schleswig-Holstein /!t5008444 taz.de 70 1Sinti und Roma /!t5011487 taz.de 70 1Antiziganismus /!t5011482 taz.de 70 1Diskriminierung /!t5008580 taz.de 70 1Social-Auswahl /!t5964401 taz.de 70 i taz.de 70 i## ARTIKEL ZUM THEMA taz.de 70 i taz.de 70 1Bundesbeauftragter gegen Antiziganismus: Michael Brand soll Beauftragter gegen Antiziganismus werden /!6093615 taz.de 70 i taz.de 70 iAlles deutete darauf hin, dass die Bundesregierung das Amt des taz.de 70 iAntiziganismusbeauftragten abschafft. Jetzt ist raus: Die Stelle ist taz.de 70 igerettet. taz.de 70 i taz.de 70 1Sinti und Roma in Deutschland: Mit keinem Wort erwähnt /!6077572 taz.de 70 i taz.de 70 iDeutschland habe eine historische Verantwortung gegenüber Sinti und Roma, taz.de 70 isagt Kelly Laubinger. Sie kritisiert Leerstellen bei den taz.de 70 iKoalitionsverhandlungen. taz.de 70 i taz.de 70 1Mahnmal für Sinti und Roma repariert: Verletzungen sind geblieben /!6035561 taz.de 70 i taz.de 70 iDas Mahnmal für die im Nationalsozialismus aus Flensburg deportierten Sinti taz.de 70 iund Roma war im Mai zerstört worden. Nun wurde es wieder aufgestellt. taz.de 70 .