i# taz.de -- Ungarischer Journalist über Maja T.: „Ich sehe große Chancen auf ein besseres Ergebnis“ taz.de 70 i taz.de 70 i> Ein Film erzählt den Fall Maja T. Was sich für den Prozess mit dem neuen taz.de 70 i> Ministerpräsidenten Péter Magyar ändern könnte, weiß Journalist Bénjamin taz.de 70 i> Lázár. taz.de 70 i taz.de 70 IBild: Maja T., Antifaaktivist:in vor Gericht in Budapest /picture/8517793/948/573320777.jpeg taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Herr Lázár, wie geht es Maja T. momentan? taz.de 70 i taz.de 70 iBénjamin Lázár: Ich habe Maja vor etwa zwei oder drei Wochen zusammen mit taz.de 70 ider Filmemacherin Marta Massa im Budapester Stadtgefängnis besucht, [1][wo taz.de 70 iMaja seit fast zwei Jahren in Haft sitzt]. Maja geht es gut, sie sah gesund taz.de 70 iaus und lernt Ungarisch. Natürlich möchte Maja nach Hause. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Die Ära von Ministerpräsident Viktor Orbán ist vorbei und [2][Péter taz.de 70 iMagyar] ist nun seit eineinhalb Monaten im Amt. Wie ist die Stimmung in den taz.de 70 iungarischen Medien, der Zivilgesellschaft und bei der Antifa? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Das größte Thema ist momentan der Abbau des Orbán-Systems, denn nach taz.de 70 i16 Jahren ist es natürlich überall tief verwurzelt. Aber noch immer folgen taz.de 70 idie Medien eher der Linie der Regierung, anstatt eigene Themen zu setzen. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Die Antifa wurde vergangenes Jahr von Orbán als terroristische taz.de 70 iVereinigung eingestuft und ist seitdem massiven Repressionen ausgesetzt. taz.de 70 iWelchen Schaden hat das angerichtet? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Dieses Gesetz hat in der antifaschistischen Szene einfach enorme taz.de 70 iUnsicherheit ausgelöst. Dass Menschen als Antifa gelten und Repressionen taz.de 70 ifürchten müssen, weil sie sagen: „Nazis sind schlecht.“ Ich denke, die taz.de 70 ikrasseste Folge war das [3][Verbot einer Gedenkveranstaltung], bei der die taz.de 70 iHolocaust-Überlebende Katalin Sommer gesprochen hätte. Am selben Tag taz.de 70 idurften ungarische Neonazis in SS-Uniformen marschieren. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Wie steht Magyar zur Antifa und rechnen Sie damit, dass er das Gesetz taz.de 70 iaufheben wird? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Die Medien – mich eingeschlossen – haben darüber noch nicht taz.de 70 iberichtet. Aber ich bin zuversichtlich, dass er diese Einschränkungen in taz.de 70 iZukunft aufheben wird. Im Moment steht das leider nicht auf seiner Agenda. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Hat sich Magyar überhaupt zum Fall von Maja T. geäußert? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Nein, soweit ich weiß nicht. Er hat kontroverse Themen wie Antifa taz.de 70 iund Pride gemieden. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Ein Teil seines Wahlkampfs bestand darin, für unabhängige Gerichte zu taz.de 70 ikämpfen. Wird sich das auf Maja T.s Prozess auswirken? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Ja! Richter:innen werden weniger unter finanziellem Druck und dem taz.de 70 iDruck der Regierungspropaganda stehen. Ich glaube, das wird eine befreiende taz.de 70 iErfahrung sein. Richter:innen, die früher Angst hatten, werden nun offen taz.de 70 idafür sein, Entscheidungen zu treffen, die sie für gerecht halten. Gerade taz.de 70 iim Hinblick auf die Berufung und das neue Verfahren sehe ich eine große taz.de 70 iChance auf ein besseres Ergebnis. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Die italienische Regisseurin Marta Massa hat ihren Film noch während taz.de 70 iOrbáns Amtszeit gedreht. Sie konzentriert sich auf die taz.de 70 igeschlechtsspezifische Diskriminierung. Gab es deshalb Schwierigkeiten bei taz.de 70 iden Dreharbeiten? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Bei den Dreharbeiten gab es keine Schwierigkeiten, da das taz.de 70 iJustizsystem auf den unteren Ebenen wirklich unabhängig ist. Die taz.de 70 iPressestelle des Gerichts war sehr hilfsbereit und stellte Übersetzer zur taz.de 70 iVerfügung. Andererseits kann es passieren, dass man als offen linker taz.de 70 iJournalist [4][gedoxed] wird. So findet man sich manchmal in taz.de 70 iTelegram-Kanälen von Neonazis wieder. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Wie sah die ungarische Berichterstattung zu dem Fall Maja T. aus? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Die Regierungsmedien sagten, Maja T. sei Terroristin, spiele die taz.de 70 iGender-Karte aus, und die Opfer seien zufällige Passanten gewesen, keine taz.de 70 iNeonazis. Wir bei „Mérce“ haben einfach versucht, objektiv über den Fall zu taz.de 70 iberichten. taz.de 70 i taz.de 70 itaz: Im Jahr 2018 wurden viele [5][Journalist:innen durch taz.de 70 iregierungstreue] ersetzt. Magyar verfügt über die erforderliche taz.de 70 iZweidrittelmehrheit, um das rückgängig zu machen. Wie wahrscheinlich wird taz.de 70 isich die Medienlandschaft zum Besseren wandeln? taz.de 70 i taz.de 70 iLázár: Natürlich sind alle hoffnungsvoll, denn wir können bereits taz.de 70 ibeobachten, dass diese großen Propagandamedien Mitarbeiter:innen taz.de 70 ientlassen, weil es keine staatlichen Mittel mehr gibt. Sie werden taz.de 70 iuntergehen, weil sie keine echte Leserschaft haben. Weniger Mittel für taz.de 70 ikünstlich aufgeblähte politische Propagandamedien bedeuten mehr Raum für taz.de 70 iechten Journalismus. taz.de 70 i taz.de 70 i24 Jun 2026 taz.de 70 i taz.de 70 i## LINKS taz.de 70 i taz.de 70 1[1] /Lage-von-Maja-T-nach-Ungarnwahl/!6170543 /Lage-von-Maja-T-nach-Ungarnwahl/!6170543 taz.de 70 1[2] /Befreiung-von-der-Mafia/!6189965 /Befreiung-von-der-Mafia/!6189965 taz.de 70 1[3] /Antifa-Aktivist-ueber-Nazi-Treffen/!5987563 /Antifa-Aktivist-ueber-Nazi-Treffen/!5987563 taz.de 70 1[4] /Doxing-von-Autorin-Jasmina-Kuhnke/!5760862 /Doxing-von-Autorin-Jasmina-Kuhnke/!5760862 taz.de 70 1[5] /Pressefreiheit-in-Ungarn/!5498821 /Pressefreiheit-in-Ungarn/!5498821 taz.de 70 i taz.de 70 i## AUTOREN taz.de 70 i taz.de 70 1Nele Rebentisch /!a154044 taz.de 70 i taz.de 70 i## TAGS taz.de 70 i taz.de 70 1Peter Magyar /!t6170115 taz.de 70 1Maja T. /!t6042408 taz.de 70 1Schwerpunkt Antifa /!t5020380 taz.de 70 1Viktor Orbán /!t5010201 taz.de 70 1Ungarn /!t5008001 taz.de 70 1Prozess /!t5007660 taz.de 70 1Hamburg /!t5007846 taz.de 70 1Social-Auswahl /!t5964401 taz.de 70 1Schwerpunkt Antifa /!t5020380 taz.de 70 1Stefanie Hubig /!t5655436 taz.de 70 1Bundestag /!t5007536 taz.de 70 1Maja T. /!t6042408 taz.de 70 i taz.de 70 i## ARTIKEL ZUM THEMA taz.de 70 i taz.de 70 1Antifa-Prozess in Düsseldorf: Das Schweigen ist gebrochen /!6195984 taz.de 70 i taz.de 70 iBisher haben die Angeklagten im Prozess in Düsseldorf wegen der Angriffe taz.de 70 iauf Neonazis in Budapest geschwiegen. 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