Donnerstag, 24. Juli 2014 ========================= Ist das womoeglich schon der Scheitelpunkt des Sommers, der Wendepunkt, von dem aus es nur noch hinunter geht, abwaerts, einem froestelnden Erloeschen entgegen? Das Thermometer zeigt 27 Grad, etwas, worauf ich lange gewartet habe, nur, um in dem Moment der Erfuellung mich sofort von der Fluechtigkeit solcher Momente ergreifen zu lassen. Dabei ist es nun schon eine ganze Weile sommerlich warm, 20-24 Grad, nur weht zugleich ein bestaendiger Wind von Nordosten, der aus dem Norden selbst in der Mitte des Sommers jene fast greifbare Kuehle bringt, wie ein Kuehlschrank, dessen Tuer in einem heissen Appartment einen Moment lang geoeffnet wird. So, wie sich diese Ablaeufe Jahr fuer Jahr wiederholen und mich trotzdem jedes mal ueberrumpeln, wiederholt sich auch der Verlauf meiner Arbeit, der Trott, in den sie immer unweigerlich zu geraten scheint. Fortschritt, auf jeden Fall, doch immer nur ganz langsam, allmaehlich, Stueck fuer Stueck. Verbluefft schaue ich mir die Salatpflaenzchen an, die L. in einem Fruehbeetkasten vor wenigen Wochen erst und scheinbar viel zu spaet, ausgesaeaet hat. Diese zaehen, in einem unnatuerlichen, chlorophylstrotzenden Gruen aufspriessenden Blaetter. Man muss gar nicht mehr tun, als jeden Abend mit Wasser zur Stelle sein und kann sie im uebrigen ganz sich selbst ueberlassen. Warum zum Teufel, kann das kein Modell meiner Existenzweise sein? (Tatsaechlich bemerkt L., ich sei in den letzten Tagen "geradezu vegetabil", meint damit aber nur die schlaffe Antriebslosigkeit, die ich an den Tag lege.) Die Erfahrung lehrt aber auch, dass man Tage wie den heutigen, ohne zu zoegern nutzen muss: Wir packen das Zelt in den Wagen, um die naechsten Tage draussen zu verbringen. Das stoert schon wieder meine Ansaetze fuer die Arbeit, aber ich muss mir halt etwas einfallen lassen.