Sonntag, 3. August 2014 ======================= Schwimmen - oder soll ich sagen, Baden - im Meer ist laengst zu einer Passion fuer mich geworden. Und das, obwohl ich einst ein wasserscheues Kind war. Ich mag keinen Tag mehr beschliessen, ohne noch am Abend irgendwo ins Meer gestiegen zu sein (und sei es nur an dem kleinen Bootsteg unweit des Hauses). Und noch nie war das Wasser so warm (und damit fuer mich so angenehm), wie in diesem Jahr. Normalerweise muss man den Wind beobachten: weht er aus nordwestlicher bis nordoestlicher Richtung, lohnt es sich nicht, sich auf die Suedhaelfte der Insel zu begeben. Die Luftstroemung drueckt das warme Wasser hinaus aufs offene Meer und der Tag kann noch so heiss gewesen sein, das Wasser ist dann von einer gnadenlosen Kaelte. Doch in diesem Sommer ist das Wasser oft sogar waermer als die Luft. Das Schwimmen wird so - besonders bei schwacher Brise, wenn die See sich ausrollt wie ein leicht welliger Spiegel - fast zu einem Schweben. Man versucht mit immer weniger Kraft und Anstrengung, sanft gleitend, vorwaertszukommen. Und diese Leichtigkeit ermuntert mich auch zu einigen, lange gehegten Unternehmungen. Von der Badestelle an besagtem Bootsteg aus, faellt naemlich der Blick auf einige Holme (oder Schaeren), die zum Greifen nahe scheinen. Und das Wasser wird nur ganz allmaehlich tiefer, man ist fast ueberzeugt, man koenne einfach so, durch das Wasser, hinuebergehen und eine kleine Robinsonade beginnen. Versucht habe ich das nie. Aber wie ich so schwimme, so muehelos und komfortabel dahingleite, fasse ich den Entschluss, es jetzt endlich mal auszuprobieren. Doch auf dem Meer, ich hatte das schon wieder vergessen, taeuscht man sich leicht ueber die Entfernungen. Ich schwimme und schwimme, doch das Ufer des Holms scheint kaum naeher zu kommen. Ich beschliesse, wenigstens so weit hinauszuschwimmen, bis ich den Grund nicht mehr mit den Fuessen erreichen kann und dann umzukehren, denn aergerlicherweise bin ich einen Tag zuvor mit dem Fuss umgeknickt und jetzt beim Schwimmen doch arg behindert. (Spaeter messe ich zuhause die Entfernung nach: Es sind nur 1700 m vom Ufer bis zum Holm. Ich denke, ich hatte nicht einmal die Haelfte der Strecke hinter mir).