Sich sichern bedeutet: nicht vertrauen wollen, nicht abhaengig sein wollen, nicht dankbar empfangen, sondern Ansprueche haben und fordern koennen, sich selbst beschenken koennen. Die Welt der Sicherungen ist der Widersacher der Welt der Liebe. In sie geht der verlorene Sohn ein, in dem Augenblick, da er spricht: Gib mir den Anteil, der mir zusteht. Sie ist die Fremde, fern vom Vater. Im Reich des Vaters gibt es keine Anteile, gibt es nichts Zustehendes. Denn die Liebe macht keine abgegrenzten Teile, sie gibt alles. Aber so wenig wie die Liebe ein Anteil ist, sondern das Ganze und alles zum Ganzen Fuehrende, so wenig steht sie auch zu. Sie ist das Freie und Befreiende. Empfangen kann sie allein das Vertrauen, nicht der Anspruch. (Heinrich Spaemann)