Erzabtei St.Martin zu Beuron Erzabtei St.Martin zu Beuron SCHOTT SCHOTT SCHOTT Deutsches Liturgisches Institut Deutsches Liturgisches Institut * Tagesimpuls * Register * Hinweise * www.erzabtei-beuron.de * ____________________ Menü ____________________ Dreissigster Sonntag - im Jahreskreis Der Mensch kann sehen und hören, und er weiß, dass er es kann. Dieses Wissen unterscheidet ihn vom Tier. Wenn ein Sinnesorgan gestört ist, wird alles schwerer für ihn. Außer dem äußeren Sinnesorgan hat der Mensch aber auch eine innere Fähigkeit, das Gesehene oder Gehörte aufzunehmen; diese Fähigkeit kann sich entfalten oder auch verkümmern. Es gibt Wirklichkeiten, die wir sehen, während wir für andere blind und taub sind. Wenn wir für die Wirklichkeit Gottes offen sind, dann ist das ein großes Glück. EröffnungsversVgl. Ps 105 (104), 3-4 Freuen sollen sich alle, die den Herrn suchen. Sucht den Herrn und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit. Ehre sei Gott, S. 371 f. Tagesgebet Allmächtiger, ewiger Gott, mehre in uns den Glauben, die Hoffnung und die Liebe. Gib uns die Gnade, zu lieben, was du gebietest, damit wir erlangen, was du verheißen hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus. ZUR 1. LESUNG Jeremia, der Prophet des Untergangs, durfte nach dem Untergang der beiden Reiche Israel und Juda auch die Trostbotschaft ausrichten, dass Gott sich um sein Volk kümmern wird. Wie ein Hirt und Vater wird er den Rest Israels wieder sammeln; er will das Verwundete heilen und das Verlorene retten. Messianische Erwartungen klingen an, wenn der Prophet auch den Blinden und den Lahmen Hoffnung gibt. Erste LesungJer 31, 7-9 Blinde und Lahme, in Erbarmen geleite ich sie heim Lesung aus dem Buch Jeremía. 7So spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu und jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und sagt: Rette, Herr, dein Volk, den Rest Israels! 8Siehe, ich bringe sie heim aus dem Nordland und sammle sie von den Enden der Erde, unter ihnen Blinde und Lahme, Schwangere und Wöchnerinnen; als große Gemeinde kehren sie hierher zurück. 9Weinend kommen sie und in Erbarmen geleite ich sie. Ich führe sie an Wasserbäche, auf ebenem Weg, wo sie nicht straucheln. Denn ich bin Vater für Israel und Éfraim ist mein Erstgeborener. AntwortpsalmPs 126 (125), 1-2b.2c-3.4-5.6 (Kv: 3) Kv Groß hat der Herr an uns gehandelt.GL 432 Da waren wir voll Freude. - Kv 1Als der Herr das Geschick Zions wendete, * da waren wir wie Träumende. 2abDa füllte sich unser Mund mit Lachen * und unsere Zunge mit Jubel. - (Kv) 2cdDa sagte man unter den Völkern: * Groß hat der Herr an ihnen gehandelt! 3Ja, groß hat der Herr an uns gehandelt. * Da waren wir voll Freude. - (Kv) 4Wende doch, Herr, unser Geschick * wie du versiegte Bäche wieder füllst im Südland! 5Die mit Tränen säen, * werden mit Jubel ernten. - (Kv) 6Sie gehen, ja gehen und weinen * und tragen zur Aussaat den Samen. Sie kommen, ja kommen mit Jubel * und bringen ihre Garben. - Kv ZUR 2. LESUNG Wir haben Grund, dem Wort Gottes zu glauben und der Treue Gottes zu trauen. Wir haben einen Hohepriester: Jesus, den ewigen Sohn. Er ist einer von uns, kann also mitfühlen mit unserer Schwachheit, und er ist von Gott eingesetzt zum Dienst für die Menschen. Darin gleicht er dem Hohepriester des Ersten Bundes; aber sein Priestertum ist ungleich erhabener; er ist der Sohn, und sein Priestertum ist ein ewiges Priestertum. Er hat die Macht, alle zu retten. Zweite LesungHebr 5, 1-6 Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks Lesung aus dem Hebräerbrief. 1Jeder Hohepriester wird aus den Menschen genommen und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen. 2Er ist fähig, mit den Unwissenden und Irrenden mitzufühlen, da er auch selbst behaftet ist mit Schwachheit, 3und dieser Schwachheit wegen muss er wie für das Volk so auch für sich selbst Sündopfer darbringen. 4Und keiner nimmt sich selbst diese Würde, sondern er wird von Gott berufen, so wie Aaron. 5So hat auch Christus sich nicht selbst die Würde verliehen, Hohepriester zu werden, sondern der zu ihm gesprochen hat: Mein Sohn bist du. Ich habe dich heute gezeugt, 6wie er auch an anderer Stelle sagt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchísedeks. Ruf vor dem EvangeliumVers: vgl. 2 Tim 1, 10 Halleluja. Halleluja. Unser Retter Jesus Christus hat den Tod vernichtet und uns das Licht des Lebens gebracht durch das Evangelium. Halleluja. ZUM EVANGELIUM Die Heilung des Blinden von Jericho ist die letzte Wundererzählung im Markusevangelium. Der Blinde wusste, dass er blind war, und schrie um Hilfe. Er wurde sehend und folgte Jesus nach. Die Jünger dagegen scheinen immer noch blind zu sein. Sie ziehen zwar mit Jesus nach Jerusalem hinauf, aber sie verstehen seinen Weg nicht; bei der Kreuzigung Jesu wird der heidnische Hauptmann der Einzige sein, der sieht und begreift: "Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn." EvangeliumMk 10, 46b-52 Rabbuni, ich möchte sehen können Aus dem heiligen Evangelium nach Markus. In jener Zeit, 46b als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jéricho verließ, saß am Weg ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. 47Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir! 48Viele befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! 49Jesus blieb stehen und sagte: Ruft ihn her! Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich. 50Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. 51Und Jesus fragte ihn: Was willst du, dass ich dir tue? Der Blinde antwortete: Rabbúni, ich möchte sehen können. 52Da sagte Jesus zu ihm: Geh! Dein Glaube hat dich gerettet. Im gleichen Augenblick konnte er sehen und er folgte Jesus auf seinem Weg nach. Glaubensbekenntnis, S. 374 ff. Fürbitten vgl. S. 805 ff. ZUR EUCHARISTIEFEIER Wie oft bin ich blind gegenüber dem, worauf es ankommt? Blind für das, was von mir gefordert wird oder was mich wirklich weiterbringt? - Der Ruf Jesu führt heraus aus dem Dunkel der Orientierungslosigkeit. Sein Wort ist das Licht, das den Weg zum wahren Leben weist. Gabengebet Allmächtiger Gott, sieh gnädig auf die Gaben, die wir darbringen, und lass uns dieses Opfer so feiern, dass es dir zur Ehre gereicht. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Präfation, S. 427 ff. KommunionversVgl. Ps 20 (19), 6 Wir jubeln über die Hilfe des Herrn. Wir frohlocken im Namen unseres Gottes. Oder:Eph 5, 2 Christus hat uns geliebt und sich für uns hingegeben als Gabe und Opfer, das Gott wohlgefällt. Schlussgebet Herr, unser Gott, gib, dass deine Sakramente in uns das Heil wirken, das sie enthalten, damit wir einst als unverhüllte Wirklichkeit empfangen, was wir jetzt in heiligen Zeichen begehen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. FÜR DEN TAG UND DIE WOCHE Pistis, der griechische Begriff, den wir im Deutschen mit "Glauben" übersetzen, heißt "Treue" und "Vertrauen". Martin Luther hat einmal gesagt: "Glaube ist eine lebendige, verwegene Zuversicht auf Gottes Gnade. Und solche Zuversicht macht fröhlich, mutig und voll Lust zu Gott und allen Geschöpfen." Gleichzeitig wusste er, dass zum Glauben immer auch Anfechtung und Zweifel gehören, ja, dass sie wohl Geschwister des Glaubens sind. Das gilt auch in unserer hochtechnisierten Zeit: Wer glaubt, wagt Vertrauen und hat die feste Zuversicht, dass Gottes Welt mehr und größer ist als das, was wir sehen und begreifen. Und dass Gottes Ewigkeit über unser begrenztes Leben hinausgeht. (Margot Käßmann) P. Anselm Schott Messbücher-Namensgeber Pater Schott vor 125 Jahren gestorben (23.04.2021) Vatican News Perikopen Zu Fragen der Auslegung und Exegese der liturgischen Lesungen empfehlen wir Ihnen auch den Besuch der Seite perikopen.de __________________________________________________________________________________ Katholisches Bibelwerk e.V. 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