17. September Hl. Hildegard von Bingen Aebtissin, Mystikerin, Kirchenlehrerin Hildegard wurde 1098 in Bermersheim (noerdlich Alzey) geboren. Sie war das zehnte Kind des Edelfreien Hildebert und seiner Gattin Mechtild. Das Maedchen war schwaechlich, aber lebhaft und froehlich, und das blieb sie ihr Leben lang. Schon als Kind sah sie mehr als andere Menschen. Zur Erziehung wurde sie zu Jutta von Spanheim auf den nahe gelegenen Disibodenberg gebracht. Als Jutta, die Meisterin der Klause, 1136 starb, wurde Hildegard ihre Nachfolgerin. 1150 zog sie mit ihren inzwischen zahlreicher gewordenen Nonnen in das von ihr erbaute Kloster Rupertsberg bei Bingen. Um 1165 besiedelte sie das damals leer stehende Kloster Eibingen oberhalb von Ruedesheim. Schon auf dem Disibodenberg hatte sie auf Gottes Geheiss angefangen, ihre in wachem Zustand empfangenen Visionen und Einsichten niederzuschreiben. Sie, die sich ungelehrt und armselig nannte, war in Wahrheit eine hoch begabte, ja geniale Frau. Ihr Erstlingswerk nannte sie Scivias - Wisse die Wege (Gottes). Durch ihre Schriften, Briefe, Predigten und Prophezeiungen wurde sie bald eine bekannte Persoenlichkeit. Sie stand in Briefwechsel mit Paepsten und Koenigen; aber auch arme und einfache Menschen suchten bei ihr Rat und Hilfe. Offenheit fuer die Fragen und Noete der Welt und tiefe Gottverbundenheit waren fuer sie keine Gegensaetze. Immer lebte sie im Licht Gottes; ihn fand sie in allen Dingen wieder: in den Steinen, Tieren, Menschen. Die Kraft ihrer Schau wurde geformt durch die Heilige Schrift, die Liturgie und die Kirchenvaeter. In allem aber blieb sie der demuetig staunende Mensch. Hildegard starb am 17. September 1179. Papst Benedikt XVI. hat sie am 10. Mai 2012 heilig gesprochen und am 7. Oktober 2012 zur Kirchenlehrerin erhoben. Gott ist ewig, und Ewigkeit ist Feuer, und das ist Gott. Und Gott ist kein verborgenes, kein schweigendes Feuer, sondern ein wirkendes Feuer. Der Heilige Geist ist Leben spendendes Leben, Beweger des Alls und Wurzel alles geschaffenen Seins. Er reinigt das All von Unlauterkeit, er tilgt die Schuld, und er salbt die Wunden. So ist er leuchtendes Leben, wuerdig des Lobes. auferweckend und wieder erweckend das All. (Hildegard von Bingen)