12:1 Denn in allem ist dein unvergaenglicher Geist. [1,7; Ps 104,30] 12:2 Darum bestrafst du die Suender nur nach und nach; du mahnst sie und erinnerst sie an ihre Suenden, damit sie sich von der Schlechtigkeit abwenden und an dich glauben, Herr. 12:3 Du hast auch die frueheren Bewohner deines heiligen Landes gehasst, 12:4 weil sie abscheuliche Verbrechen veruebten, Zauberkuenste und unheilige Festbraeuche; [(4-5) 14,23-29 4f: Dtn 18,9f.12 warnt vor Kinderopfern, die bei den Kanaanitern bezeugt sind (vgl. die Anmerkungen zu Gen 22,1-19 und zu Lev 18,21).] 12:5 sie waren erbarmungslose Kindermoerder und verzehrten beim Opfermahl Menschenfleisch und Menschenblut. Darum beschlossest du, mitten im Gelage die Teilnehmer 12:6 und deren Eltern, die mit eigener Hand hilflose Wesen toeteten, durch die Haende unserer Vaeter zu vernichten; 12:7 denn das Land, das dir vor allen anderen teuer ist, sollte eine seiner wuerdige Bevoelkerung von Gotteskindern erhalten. [Jos 11,14.20; Dtn 11,12; Ps 47,5; Dtn 14,1] 12:8 Doch selbst mit jenen gingst du schonend um, weil sie Menschen waren; du sandtest deinem Heer Hornissen voraus, um sie nach und nach zu vernichten. [11,26 Von Hornissen sprechen G und Vg in Ex 23,28; Dtn 7,20; Jos 24,12. Heute wird das entsprechende hebraeische Wort gewoehnlich mit "Entmutigung", "Furcht" oder "Panik" wiedergegeben. In Ex 23,29f und Dtn 7,22 wird die allmaehliche Ausrottung der Kanaaniter als Ruecksichtnahme Gottes auf Israel gedeutet; anders Ri 2,3.20-23; 3,1-4.] 12:9 Obgleich du die Macht hattest, in einer Schlacht die Frevler den Gerechten in die Hand zu geben, oder sie durch wilde Tiere oder ein unerbittliches Wort mit einem Schlag auszurotten, [11,17f] 12:10 vollzogst du doch erst nach und nach die Strafe und liessest so Zeit fuer die Umkehr. Dabei wusstest du genau, dass ihr Ursprung boese und ihre Schlechtigkeit angeboren war und dass sich ihr Denken in Ewigkeit nicht aendern werde; [12,2; 11,23] 12:11 sie waren schon von Anfang an ein verfluchter Stamm. Keine Furcht vor irgend jemand hat dich dazu bestimmt, sie fuer ihre Suenden ohne Strafe zu lassen. 12:12 Denn wer darf sagen: Was hast du getan? Wer vermag sich deinem Urteilsspruch zu widersetzen? Wer koennte dich anklagen wegen des Untergangs von Voelkern, die du selbst geschaffen hast? Wer wollte gegen dich auftreten als Anwalt schuldiger Menschen? [Ijob 9,12; Jes 45,9; Ijob 9,19] 12:13 Denn es gibt keinen Gott ausser dir, der fuer alles Sorge traegt; daher brauchst du nicht zu beweisen, dass du gerecht geurteilt hast. [6,7; 15,1] 12:14 Kein Koenig und kein Herrscher kann dich zur Rede stellen wegen der Menschen, die du gestraft hast. 12:15 Gerecht, wie du bist, verwaltest du das All gerecht und haeltst es fuer unvereinbar mit deiner Macht, den zu verurteilen, der keine Strafe verdient. [Ps 9,9; 11,7] 12:16 Deine Staerke ist die Grundlage deiner Gerechtigkeit, und deine Herrschaft ueber alles laesst dich gegen alles Nachsicht ueben. [11,24; 15,1] 12:17 Staerke beweist du, wenn man an deine unbeschraenkte Macht nicht glaubt, und bei denen, die sie kennen, strafst du die trotzige Auflehnung. 12:18 Weil du ueber Staerke verfuegst, richtest du in Milde und behandelst uns mit grosser Nachsicht; denn die Macht steht dir zur Verfuegung, wann immer du willst. [11,23] 12:19 Durch solches Handeln hast du dein Volk gelehrt, dass der Gerechte menschenfreundlich sein muss, und hast deinen Soehnen die Hoffnung geschenkt, dass du den Suendern die Umkehr gewaehrst. [1,6; 12,2] 12:20 Du hast die Feinde deiner Kinder, auch wenn sie den Tod verdienten, sehr nachsichtig und nur nach und nach gestraft und ihnen Zeit und Moeglichkeit gegeben, sich von ihrer Schlechtigkeit abzuwenden. [12,10] 12:21 Aber wieviel umsichtiger noch hast du deine Soehne bestraft, deren Vaetern du Gutes verheissen hast, als du mit ihnen unter Eid den Bund schlossest. [12,18; 11,9f; Gen 15,18; Dtn 7,8] 12:22 Waehrend du uns erziehst, geisselst du unsere Feinde zehntausendfach, damit wir als Richter deine Guete uns zum Vorbild nehmen und auf Erbarmen hoffen, wenn wir selber vor dem Gericht stehen. 12:23 Du hast jene, die in Torheit und Unrecht dahinlebten, mit ihren eigenen Greueln gepeinigt. [11,15] 12:24 Allzuweit waren sie in die Irre gegangen, als sie die allerhaesslichsten und verachtetsten Tiere fuer Goetter hielten und wie unverstaendige Kinder sich taeuschen liessen. 12:25 Darum hast du ihnen wie unvernuenftigen Kindern eine Strafe gesandt, die sie zum Gespoett machte. [15,14] 12:26 Wer sich aber durch eine Strafe, die ihn zum Gespoett macht, nicht warnen laesst, der wird eine Strafe erleiden, die der Macht Gottes entspricht. 12:27 In ihren Leiden wurden sie zornig ueber die Tiere, die sie fuer Goetter hielten und mit denen sie jetzt gestraft wurden. So erfuhren sie jenen, von dem sie vorher nichts wissen wollten, und erkannten ihn als den wahren Gott; deshalb war ja auch die aeusserste Strafe ueber sie gekommen. [16,16; 18,13; Ex 5,2; 14,25]