21:1 Die Sorge um den Rest von Benjamin: 21,1-9 Die Israeliten hatten in Mizpa geschworen: Keiner von uns darf seine Tochter einem Benjaminiter zur Frau geben. [20,1] 21:2 Nun kam das Volk nach Bet-El; sie sassen dort bis zum Abend vor Gott, jammerten laut und klagten sehr. 21:3 Sie sagten: Warum, Herr, Gott Israels, musste das in Israel geschehen, dass heute ein ganzer Stamm Israels fehlt? 21:4 Am anderen Morgen in aller Fruehe erbaute das Volk dort einen Altar und brachte Brandopfer und Heilsopfer dar. 21:5 Und die Israeliten fragten: Wer aus allen Staemmen Israels ist nicht zu der Versammlung zum Herrn heraufgekommen? Man hatte naemlich gegen den, der nicht zum Herrn nach Mizpa hinaufziehen wuerde, einen feierlichen Schwur getan und gesagt: Er wird mit dem Tod bestraft. 21:6 Nun aber hatten die Israeliten Mitleid mit ihrem Bruder Benjamin und sagten: Heute ist ein ganzer Stamm von Israel abgehauen worden. 21:7 Wie koennen wir denen, die uebrig geblieben sind, Frauen verschaffen? Wir haben doch beim Herrn geschworen, ihnen keine von unseren Toechtern zur Frau zu geben. 21:8 Darum fragten sie: Ist etwa einer von den Staemmen Israels nicht zum Herrn nach Mizpa hinaufgezogen? Und tatsaechlich war niemand aus Jabesch-Gilead zur Versammlung ins Heerlager gekommen. 21:9 Denn als man die Leute musterte, zeigte es sich, dass keiner der Einwohner von Jabesch-Gilead da war. 21:10 Der Feldzug gegen Jabesch-Gilead: 21,10-14 Die Gemeinde schickte deshalb zwoelftausend Mann von den Kriegsleuten nach Jabesch-Gilead mit dem Befehl: Geht hin und erschlagt die Einwohner von Jabesch-Gilead mit scharfem Schwert, auch Frauen und Kinder. 21:11 So sollt ihr es machen: Alles, was maennlich ist, und alle Frauen, die schon Verkehr mit einem Mann hatten, sollt ihr dem Untergang weihen. 21:12 Sie fanden aber unter den Einwohnern von Jabesch-Gilead vierhundert jungfraeuliche Maedchen, die noch keinen Verkehr mit einem Mann hatten. Diese brachten sie ins Lager nach Schilo im Land Kanaan. 21:13 Darauf schickte die ganze Gemeinde Boten und verhandelte mit den Benjaminitern, die in Sela-Rimmon waren, und bot ihnen Frieden an. [20,47] 21:14 So kehrten die Benjaminiter damals zurueck, und die Israeliten gaben ihnen die Frauen aus Jabesch-Gilead, die sie dort am Leben gelassen hatten. Aber diese reichten fuer sie nicht aus. 21:15 Der Frauenraub in Schilo: 21,15-25 Das Volk hatte Mitleid mit Benjamin; denn der Herr hatte eine Luecke in die Staemme Israels gerissen. 21:16 Die Aeltesten der Gemeinde sagten: Wie koennen wir den uebrigen Maennern Frauen verschaffen, da in Benjamin die Frauen ausgerottet sind? 21:17 Und sie sagten: Der Besitz der uebriggebliebenen Benjaminiter ist ja noch immer da. Kein Stamm darf in Israel ausgeloescht werden. 21:18 Von unseren Toechtern koennen wir ihnen jedoch keine als Frauen geben; denn die Israeliten haben geschworen: Verflucht sei, wer den Benjaminitern eine Frau gibt. 21:19 Sie sagten also: Da ist doch Jahr fuer Jahr ein Fest des Herrn in Schilo noerdlich von Bet-El, oestlich der Strasse, die von Bet-El nach Sichem fuehrt, suedlich von Lebona. [Wahrscheinlich ist an das Laubhuettenfest gedacht.] 21:20 Und sie forderten die Benjaminiter auf: Geht hin und legt euch in den Weinbergen dort auf die Lauer! 21:21 Wenn ihr dann seht, wie die Toechter Schilos herauskommen, um im Reigen zu tanzen, dann kommt aus den Weinbergen hervor, und jeder von euch soll sich von den Toechtern Schilos eine Frau rauben. Dann geht heim ins Land Benjamin! 21:22 Wenn dann ihre Vaeter oder Brueder kommen und bei uns Klage erheben, werden wir zu ihnen sagen: Vergebt ihnen; denn wir konnten im Kampf (gegen Jabesch) nicht fuer jeden eine Frau gewinnen, und ihr selbst konntet sie ihnen nicht geben; sonst haettet ihr euch schuldig gemacht. [Vergebt: Text korr.; H: Vergebt uns.] 21:23 Die Benjaminiter machten es so, und jeder nahm sich eines von den tanzenden Maedchen, die sie raubten. Dann kehrten sie in ihren Erbbesitz zurueck, bauten die Staedte wieder auf und wohnten darin. 21:24 Auch die Israeliten gingen dann in Bet-El wieder auseinander, jeder zu seinem Stamm und zu seiner Sippe. Jeder zog heim in seinen Erbbesitz. 21:25 In jenen Tagen gab es noch keinen Koenig in Israel; jeder tat, was ihm gefiel. [17,6]