17:1 Die Verklaerung Jesu: 17,1-9 Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und fuehrte sie auf einen hohen Berg. [(1-9) Mk 9,2-10; Lk 9,28-36] 17:2 Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiss wie das Licht. [2 Petr 1,16-18] 17:3 Da erschienen ploetzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus. 17:4 Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Huetten bauen, eine fuer dich, eine fuer Mose und eine fuer Elija. 17:5 Noch waehrend er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hoeren. [Ps 2,7; Jes 42,1; Dtn 18,15; Mt 3,17] 17:6 Als die Juenger das hoerten, bekamen sie grosse Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden. 17:7 Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst! 17:8 Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus. 17:9 Waehrend sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzaehlt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist. 17:10 Von der Wiederkunft des Elija: 17,10-13 Da fragten ihn die Juenger: Warum sagen denn die Schriftgelehrten, zuerst muesse Elija kommen? [(10-13) Mk 9,11-13 10-13: Juedische Kreise vertraten zur Zeit Jesu die Meinung, der Prophet Elija werde am Ende der Tage wiederkehren - er galt als zu Gott entrueckt, nicht gestorben (2 Koen 2,1-18) - und das Volk Israel auf das kommende Endgericht vorbereiten (vgl. Mal 3,23f; Sir 48,10).] 17:11 Er gab zur Antwort: Ja, Elija kommt, und er wird alles wiederherstellen. [Mal 3,23 G] 17:12 Ich sage euch aber: Elija ist schon gekommen, doch sie haben ihn nicht erkannt, sondern mit ihm gemacht, was sie wollten. Ebenso wird auch der Menschensohn durch sie leiden muessen. [11,14] 17:13 Da verstanden die Juenger, dass er von Johannes dem Taeufer sprach. [Lk 1,17] 17:14 Die Heilung eines mondsuechtigen Jungen: 17,14-21 Als sie zurueckkamen, begegneten sie einer grossen Zahl von Menschen. Da trat ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie [(14-21) Mk 9,14-29; Lk 9,37-42] 17:15 und sagte: Herr, hab Erbarmen mit meinem Sohn! Er ist mondsuechtig und hat schwer zu leiden. Immer wieder faellt er ins Feuer oder ins Wasser. 17:16 Ich habe ihn schon zu deinen Juengern gebracht, aber sie konnten ihn nicht heilen. 17:17 Da sagte Jesus: O du unglaeubige und unbelehrbare Generation! Wie lange muss ich noch bei euch sein? Wie lange muss ich euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir! 17:18 Dann drohte Jesus dem Daemon. Der Daemon verliess den Jungen, und der Junge war von diesem Augenblick an geheilt. 17:19 Als die Juenger mit Jesus allein waren, wandten sie sich an ihn und fragten: Warum konnten denn wir den Daemon nicht austreiben? 17:20 Er antwortete: Weil euer Glaube so klein ist. Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube auch nur so gross ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rueck von hier nach dort!, und er wird wegruecken. Nichts wird euch unmoeglich sein. [21,21; Mk 11,23; Lk 17,6] 17:21 [s.u.] [Spaetere Textzeugen fuegen hier entsprechend Mk 9,29 ein: Diese Art (von Daemonen) aber kann nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben werden.] 17:22 Die zweite Ankuendigung von Leiden und Auferstehung: 17,22-23 Als sie in Galilaea zusammenwaren, sagte Jesus zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen ausgeliefert werden, [16,21; 20,18f; (22-23) Mk 9,30-32; Lk 9,43b-45] 17:23 und sie werden ihn toeten; aber am dritten Tag wird er auferstehen. Da wurden sie sehr traurig. 17:24 Von der Tempelsteuer: 17,24-27 Als Jesus und die Juenger nach Kafarnaum kamen, gingen die Maenner, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten: Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht? [Ex 30,13 Der Ex 30,13-15 geforderte Halbschekel galt zur Zeit Jesu so viel wie zwei attische Drachmen; diese Steuer wurde daher auch "die Doppeldrachme" genannt. Eine Drachme entsprach dem Tageslohn eines Arbeiters.] 17:25 Er antwortete: Doch! Als er dann ins Haus hineinging, kam ihm Jesus mit der Frage zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Koenige dieser Welt Zoelle und Steuern? Von ihren eigenen Soehnen oder von den anderen Leuten? 17:26 Als Petrus antwortete: Von den anderen!, sagte Jesus zu ihm: Also sind die Soehne frei. 17:27 Damit wir aber bei niemand Anstoss erregen, geh an den See und wirf die Angel aus; den ersten Fisch, den du heraufholst, nimm, oeffne ihm das Maul, und du wirst ein Vierdrachmenstueck finden. Das gib den Maennern als Steuer fuer mich und fuer dich. [ein Vierdrachmenstueck, woertlich: einen Stater.]