Jes 64,1-11 1 Komm wie ein Feuer, das Reisig entzuendet, / wie ein Feuer, das Wasser zum Sieden bringt. Mach deinen Feinden deinen Namen bekannt, / sodass die Voelker zittern vor dir, 2 wenn du schreckliche und nie erwartete Taten vollbringst. / [Komm herab, sodass die Berge zittern vor dir.] 3 Seit Menschengedenken hat man noch nie vernommen, / kein Ohr hat gehoert, kein Auge gesehen, dass es einen Gott gibt ausser dir, / der denen Gutes tut, die auf ihn hoffen. 4 Ach, kaemst du doch denen entgegen, / die tun, was recht ist, / und nachdenken ueber deine Wege. Ja, du warst zornig; / denn wir haben gegen dich gesuendigt, / von Urzeit an sind wir treulos geworden. 5 Wie unreine (Menschen) sind wir alle geworden, / unsere ganze Gerechtigkeit ist wie ein schmutziges Kleid. Wie Laub sind wir alle verwelkt, / unsere Schuld traegt uns fort wie der Wind. 6 Niemand ruft deinen Namen an, / keiner rafft sich dazu auf, fest zu halten an dir. Denn du hast dein Angesicht vor uns verborgen / und hast uns der Gewalt unserer Schuld ueberlassen. 7 Und doch bist du, Herr, unser Vater. / Wir sind der Ton und du bist unser Toepfer, / wir alle sind das Werk deiner Haende. 8 Herr, zuerne uns doch nicht allzu sehr, / denk nicht fuer immer an unsere Schuld! / Sieh doch her: Wir alle sind dein Volk. 9 Deine heiligen Staedte sind zur Wueste geworden. / Zion ist eine Wueste, Jerusalem eine Oede. 10 Unser heiliger, herrlicher Tempel, / wo unsere Vaeter dich priesen, ist ein Raub der Flammen geworden; / alles, was uns lieb war, liegt nun in Truemmern. 11 Kannst du dich bei all dem zurueckhalten, Herr, / kannst du schweigen und uns so sehr erniedrigen?