Jes 63,1- 1 Wer ist jener, der aus Edom kommt, / aus Bozra in rot gefaerbten Gewaendern? Er schreitet in praechtigen Kleidern daher / in seiner gewaltigen Kraft. Ich bin es, ich verkuende Gerechtigkeit, / ich bin der maechtige Helfer. 2 Warum aber ist dein Gewand so rot, / ist dein Kleid wie das eines Mannes, der die Kelter tritt? 3 Ich allein trat die Kelter; / von den Voelkern war niemand dabei. Da zertrat ich sie voll Zorn, / zerstampfte sie in meinem Grimm. Ihr Blut spritzte auf mein Gewand / und befleckte meine Kleider. 4 Denn ein Tag der Rache lag mir im Sinn / und das Jahr der Erloesung war gekommen. 5 Ich sah mich um, doch niemand wollte mir helfen; / ich war bestuerzt, weil keiner mir beistand. Da half mir mein eigener Arm, / mein Zorn war meine Stuetze. 6 Ich zertrat die Voelker in meinem Zorn, / ich zerschmetterte sie in meinem Grimm / und ihr Blut ließ ich zur Erde rinnen. 7 Die Huld des Herrn will ich preisen, / die ruhmreichen Taten des Herrn, alles, was der Herr fuer uns tat, / seine große Guete, die er dem Haus Israel erwies / in seiner Barmherzigkeit und seiner großen Huld. 8 Er sagte: Sie sind doch mein Volk, / meine Soehne, die nicht enttaeuschen. / Er wurde ihr Retter in jeder Not. 9 Nicht ein Bote oder ein Engel, / sondern sein Angesicht hat sie gerettet. In seiner Liebe und seinem Mitleid / hat er selbst sie erloest. Er hat sie emporgehoben und sie getragen / in all den Tagen der Vorzeit. 10 Sie aber lehnten sich gegen ihn auf / und betruebten seinen heiligen Geist. Da wandelte er sich und wurde ihr Feind, / ja, er fuehrte Krieg gegen sie. 11 Nun dachten sie an die Tage der Vorzeit, / die Zeit seines Knechtes Mose: Wo ist der, der den Hirten seiner Schafe aus dem Meer herausgefuehrt hat? / Wo ist der, der seinen heiligen Geist in ihn gelegt hat, 12 der an der rechten Seite des Mose ging / und ihm half mit maechtigem Arm, der das Wasser vor ihnen zerteilte, / um sich ewigen Ruhm zu verschaffen, 13 der sie durch die Fluten fuehrte wie Pferde durch die Steppe, / ohne dass sie strauchelten? 14 Der Geist des Herrn ließ sie zur Ruhe kommen, / wie das Vieh, das ins Tal hinabzieht. So fuehrtest du einst dein Volk, / um dir herrlichen Ruhm zu verschaffen. 15 Blick vom Himmel herab und sieh her / von deiner heiligen, herrlichen Wohnung! Wo ist dein leidenschaftlicher Eifer / und deine Macht, dein großes Mitleid und dein Erbarmen? / Halte dich nicht von uns fern! 16 Du bist doch unser Vater; / denn Abraham weiß nichts von uns, Israel will uns nicht kennen. / Du, Herr, bist unser Vater, / "Unser Erloeser von jeher" wirst du genannt. 17 Warum laesst du uns, Herr, von deinen Wegen abirren / und machst unser Herz hart, / sodass wir dich nicht mehr fuerchten? Kehre zurueck um deiner Knechte willen, / um der Staemme willen, die dein Eigentum sind. 18 Erst vor kurzem haben unsere Feinde dein heiliges Volk vertrieben; / dein Heiligtum haben sie zertreten. 19 Uns geht es, als waerest du nie unser Herrscher gewesen, / als waeren wir nicht nach deinem Namen benannt. Reiß doch den Himmel auf und komm herab, / sodass die Berge zittern vor dir.