39:1 Josef als Sklave in Aegypten: 39,1-21 Josef hatte man nach Aegypten gebracht. Ein Hofbeamter des Pharao, ein Aegypter namens Potifar, der Oberste der Leibwache, hatte ihn den Ismaelitern abgekauft, die ihn dorthin gebracht hatten. 39:2 Der Herr war mit Josef, und so glueckte ihm alles. Er blieb im Haus seines aegyptischen Herrn. 39:3 Dieser sah, dass der Herr mit Josef war und dass der Herr alles, was er unternahm, unter seinen Haenden gelingen liess. 39:4 So fand Josef sein Wohlwollen, und er durfte ihn bedienen. Er bestellte ihn zum Verwalter seines Hauses und vertraute ihm alles an, was er besass. 39:5 Seit er ihm sein Haus und alles, was ihm gehoerte, anvertraut hatte, segnete der Herr das Haus des Aegypters um Josefs willen. Der Segen des Herrn ruhte auf allem, was ihm gehoerte im Haus und auf dem Feld. 39:6 Er liess seinen ganzen Besitz in Josefs Hand und kuemmerte sich, wenn Josef da war, um nichts als nur um sein Essen. Josef war schoen von Gestalt und Aussehen. 39:7 Nach einiger Zeit warf die Frau seines Herrn ihren Blick auf Josef und sagte: Schlaf mit mir! 39:8 Er weigerte sich und entgegnete der Frau seines Herrn: Du siehst doch, mein Herr kuemmert sich, wenn ich da bin, um nichts im Haus; alles, was ihm gehoert, hat er mir anvertraut. 39:9 Er ist in diesem Haus nicht groesser als ich, und er hat mir nichts vorenthalten als nur dich, denn du bist seine Frau. Wie koennte ich da ein so grosses Unrecht begehen und gegen Gott suendigen? 39:10 Obwohl sie Tag fuer Tag auf Josef einredete, bei ihr zu schlafen und ihr zu Willen zu sein, hoerte er nicht auf sie. 39:11 An einem solchen Tag kam er ins Haus, um seiner Arbeit nachzugehen. Niemand vom Hausgesinde war anwesend. 39:12 Da packte sie ihn an seinem Gewande und sagte: Schlaf mit mir! Er liess sein Gewand in ihrer Hand und lief hinaus. 39:13 Als sie sah, dass er sein Gewand in ihrer Hand zurueckgelassen hatte und hinausgelaufen war, 39:14 rief sie nach ihrem Hausgesinde und sagte zu den Leuten: Seht nur! Er hat uns einen Hebraeer ins Haus gebracht, der seinen Mutwillen mit uns treibt. Er ist zu mir gekommen und wollte mit mir schlafen; da habe ich laut geschrien. 39:15 Als er hoerte, dass ich laut aufschrie und rief, liess er sein Gewand bei mir liegen und floh ins Freie. 39:16 Sein Kleid liess sie bei sich liegen, bis sein Herr nach Hause kam. 39:17 Ihm erzaehlte sie die gleiche Geschichte: Der hebraeische Sklave, den du uns gebracht hast, ist zu mir gekommen, um mit mir seinen Mutwillen zu treiben. 39:18 Als ich laut aufschrie und rief, liess er sein Gewand bei mir liegen und lief hinaus. 39:19 Als sein Herr hoerte, wie ihm seine Frau erzaehlte: So hat es dein Sklave mit mir getrieben!, packte ihn der Zorn. 39:20 Er liess Josef ergreifen und in den Kerker bringen, wo die Gefangenen des Koenigs in Haft gehalten wurden. Dort blieb er im Gefaengnis. 39:21 Aber der Herr war mit Josef. Er wandte ihm das Wohlwollen und die Gunst des Gefaengnisleiters zu. 39:22 Josef im Gefaengnis: 39,22 - 40,23 Der Gefaengnisleiter vertraute der Hand Josefs alle Gefangenen im Kerker an. Alles, was dort zu besorgen war, musste er tun. 39:23 Der Gefaengnisleiter brauchte sich um nichts zu sorgen, was Josef in seine Hand nahm, denn der Herr war mit ihm. Was er auch unternahm, der Herr liess es ihm gelingen.