28:1 Der Abschluss der Verkuendigung des Gesetzes: 28,1-68 Der Segen fuer Gehorsam: 28,1-14 Wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hoerst, indem du auf alle seine Gebote, auf die ich dich heute verpflichte, achtest und sie haeltst, wird dich der Herr, dein Gott, ueber alle Voelker der Erde erheben. [26,19; (1-14) Lev 26,3-13; Dtn 28,15-45; 7,12-16; 11,13-15; 30,16] 28:2 Alle diese Segnungen werden ueber dich kommen und dich erreichen, wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hoerst: 28:3 Gesegnet bist du in der Stadt, gesegnet bist du auf dem Land. 28:4 Gesegnet ist die Frucht deines Leibes, die Frucht deines Ackers und die Frucht deines Viehs, die Kaelber, Laemmer und Zicklein. [7,13; 30,9; Lk 1,42] 28:5 Gesegnet ist dein Korb und dein Backtrog. 28:6 Gesegnet bist du, wenn du heimkehrst, gesegnet bist du, wenn du ausziehst. 28:7 Der Herr stoesst die Feinde, die sich gegen dich erheben, nieder und liefert sie dir aus. Auf einer Strasse ziehen sie gegen dich aus, auf sieben Strassen fliehen sie vor dir. 28:8 Der Herr befiehlt dem Segen, an deiner Seite zu sein: in deinen Speichern und bei allem, was deine Haende schaffen. Der Herr segnet dich in dem Land, das er, dein Gott, dir gibt. [26,15] 28:9 Der Herr laesst dich erstehen als das Volk, das ihm heilig ist, wie er es dir unter der Bedingung geschworen hat, dass du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, achtest und auf seinen Wegen gehst. [7,6; 26,18f] 28:10 Dann sehen alle Voelker der Erde, dass der Name des Herrn ueber dir ausgerufen ist, und fuerchten sich vor dir. [2,25; 11,25; 2 Sam 12,28; 1 Koen 8,43; Jer 14,9] 28:11 Der Herr schenkt dir Gutes im ueberfluss bei der Frucht deines Leibes, bei der Frucht deines Viehs und bei der Frucht deines Ackers in dem Land, von dem du weisst: Der Herr hat deinen Vaetern geschworen, es dir zu geben. 28:12 Der Herr oeffnet dir den Himmel, seine Schatzkammer voll koestlichen Wassers: Er gibt deinem Land zur rechten Zeit Regen und segnet jede Arbeit deiner Haende. An viele Voelker kannst du ausleihen, und du brauchst nichts zu entleihen. [2,7; 14,29; 16,15; 24,19; 30,9; 15,6 Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Der Herr tut dir sein koestliches Schatzhaus auf, den Himmel.] 28:13 Der Herr macht dich zum Kopf und nicht zum Schwanz. Du kennst nur den Aufstieg, du kennst keinen Abstieg, wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hoerst, auf sie achtest und sie haeltst. 28:14 Von allen Worten, die ich euch heute vorschreibe, sollst du weder rechts noch links abweichen. Du sollst nicht anderen Goettern nachfolgen und ihnen dienen. [7,4; 13,3] 28:15 Der Fluch fuer Ungehorsam: 28,15-68 Wenn du nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hoerst, indem du nicht auf alle seine Gebote und Gesetze, auf die ich dich heute verpflichte, achtest und sie nicht haeltst, werden alle diese Verfluchungen ueber dich kommen und dich erreichen: [(15-68) Lev 26,14-38; Dtn 4,25-28; 8,19f; 11,16f; 30,17f (15-45) Kap 28,1-14] 28:16 Verflucht bist du in der Stadt, verflucht bist du auf dem Land. 28:17 Verflucht ist dein Korb und dein Backtrog. 28:18 Verflucht ist die Frucht deines Leibes und die Frucht deines Ackers, die Kaelber, Laemmer und Zicklein. 28:19 Verflucht bist du, wenn du heimkehrst, verflucht bist du, wenn du ausziehst. 28:20 Verfluchtsein, Verwirrtsein, Verwuenschtsein laesst der Herr auf dich los, auf alles, was deine Haende schaffen und was du tust, bis du bald vernichtet und bis du ausgetilgt bist wegen deines Tuns, durch das du mich boeswillig verlassen hast. [zum Ende des Verses vgl. die Anmerkung zu 11,13-15.] 28:21 Der Herr heftet die Pest an dich, bis er dich ausgemerzt hat aus dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen. [1 Koen 8,37] 28:22 Der Herr schlaegt dich mit Schwindsucht, Fieber und Brand, mit Glut und Trockenheit, Versengung und Vergilbung. Sie verfolgen dich, bis du ausgetilgt bist. mit Glut und Trockenheit, andere Lesart: mit Glut und Schwert. - [Der Vers zaehlt wahrscheinlich nur menschliche Krankheiten auf.] 28:23 Der Himmel ueber deinem Kopf wird zu Erz, die Erde unter dir wird zu Eisen. [11,17; 1 Koen 8,35] 28:24 Der Herr verwandelt den Regen, den dein Land erhaelt, in Staub. Asche faellt vom Himmel auf dich herab, bis du vernichtet bist. Andere Lesart: Der Herr verwandelt den Regen, den dein Land erhaelt, in Staub und Asche. Beide fallen vom Himmel auf dich herab, bis du vernichtet bist. 28:25 Der Herr stoesst dich nieder und liefert dich deinen Feinden aus. Auf einer Strasse ziehst du gegen sie aus, auf sieben Strassen fliehst du vor ihnen. Alle Koenige der Erde erschauern vor dir. [1 Koen 8,33] 28:26 Deine Leichen liegen da, zum Frass fuer alle Voegel des Himmels und fuer die Tiere der Erde, und keiner verscheucht sie. 28:27 Der Herr schlaegt dich mit dem aegyptischen Geschwuer, mit Beulen, Kraetze und Grind, und keiner kann dich heilen. [7,15; 28,60; Ex 9,9; Offb 16,2] 28:28 Der Herr schlaegt dich mit Wahnsinn, Blindheit und Irresein. 28:29 Am hellen Mittag tappst du im Dunkel wie ein Blinder. Deine Wege fuehren nicht zum Erfolg. Dein Leben lang wirst du ausgebeutet und ausgeraubt, und niemand hilft dir. 28:30 Du verlobst dich mit einer Frau, und ein anderer schlaeft mit ihr. Du baust ein Haus und wohnst nicht darin. Du legst einen Weinberg an und haeltst nicht einmal die erste Lese. [20,5-7] 28:31 Dein Ochse wird vor deinen Augen geschlachtet, und du bekommst nicht einmal davon zu essen. Dein Esel wird dir weggerissen und kehrt nicht zurueck. Deine Schafe und Ziegen werden deinen Feinden ausgeliefert, und niemand kommt dir zu Hilfe. 28:32 Deine Soehne und Toechter werden einem anderen Volk ausgeliefert, du siehst dir den ganzen Tag nach ihnen die Augen aus und zwingst sie doch nicht herbei. 28:33 Den Ertrag deines Ackers und all deinen Gewinn verzehrt ein Volk, das du frueher nicht einmal gekannt hast, und du wirst dein Leben lang nur ausgebeutet und misshandelt. 28:34 Wahnsinn befaellt dich bei dem Anblick, der sich deinen Augen bietet. 28:35 Der Herr schlaegt dich mit boesen Geschwueren am Knie und am Schenkel, und keiner kann dich heilen. Von der Sohle bis zum Scheitel bist du krank. [Offb 16,2] 28:36 Der Herr bringt dich und den Koenig, den du ueber dich eingesetzt hast, zu einem Volk, das du und deine Vaeter frueher nicht einmal gekannt haben, und dort musst du anderen Goettern dienen, Goettern aus Holz und Stein. [4,28; 17,15; 28,64; 2 Koen 17,4-6; 25,7.11] 28:37 Alle Voelker, zu denen der Herr dich fuehrt, wenden sich entsetzt von dir ab, sagen Spottverse ueber dich auf und stimmen Hohngelaechter an. [1 Koen 9,7] 28:38 Viel Saatgut traegst du aufs Feld, aber du erntest wenig. Das andere hat die Heuschrecke gefressen. 28:39 Weinberge legst du an und pflegst sie, aber du trinkst keinen Wein und bringst keinen in den Keller. Der Wurm hat ihn weggefressen. 28:40 Oelbaeume wachsen ueberall in deinem Land, aber du hast kein Oel, um dich zu salben. Dein Oelbaum hat die Oliven abgeworfen. 28:41 Soehne und Toechter hast du gezeugt, aber sie sind nicht bei dir. Sie sind als Gefangene weggezogen. 28:42 Alle deine Baeume und Feldfruechte nimmt das Ungeziefer in Besitz. 28:43 Der Fremde, der in deiner Mitte wohnt, steigt immer hoeher nach oben, hoch ueber dich hinaus, und du steigst immer tiefer hinab. 28:44 Er leiht dir aus, und du kannst ihm nichts ausleihen. Er wird zum Kopf, und du wirst zum Schwanz. 28:45 Alle diese Verfluchungen werden ueber dich kommen, dich verfolgen und dich erreichen, bis du vernichtet bist, wenn du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht hoerst und nicht auf seine Gebote und Gesetze, auf die er dich verpflichtet hat, achtest. 28:46 Fuer immer werden sie als Zeichen und Wunder an dir und an deinen Nachkommen haften. 28:47 Weil du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast aus Freude und Dankbarkeit dafuer, dass alles in Fuelle da war, 28:48 musst du deinen Feinden dienen, die der Herr gegen dich ausgesandt hat. Hunger und Durst wirst du leiden, nackt sein und nichts mehr haben. Er legt dir ein eisernes Joch auf den Nacken, bis er dich vernichtet hat. [Jer 28,13f] 28:49 Der Herr traegt zum Kampf gegen dich ein Volk aus der Ferne herbei, von den Enden der Erde, das wie ein Adler herabstoesst, ein Volk, dessen Sprache du noch nie gehoert hast, [Jer 5,15; 1 Kor 14,21] 28:50 ein Volk mit unbeweglichem Gesicht, das sich dem Greis nicht zuwendet und fuer das Kind kein Mitleid zeigt. 28:51 Es verzehrt die Frucht deines Viehs und die Frucht deines Ackers, bis du vernichtet bist. Es laesst dir nichts uebrig vom Korn, vom Wein und vom Oel, von den Kaelbern, Laemmern und Zicklein, bis es dich ausgetilgt hat. 28:52 Es belagert dich in allen deinen Staedten, bis die Mauern fallen, die hohen, festgefuegten Mauern, auf die du dich in deinem ganzen Land verlaesst. Es belagert dich in allen deinen Staedten in dem ganzen Land, das der Herr, dein Gott, dir gegeben hat. [Jer 5,17] 28:53 In der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich einschnuert, musst du die Frucht deines eigenen Leibes essen, das Fleisch deiner Soehne und Toechter, die dir der Herr, dein Gott, geschenkt hat. [2 Koen 6,28f; Jer 19,9] 28:54 Der weichlichste und verwoehnteste Mann blickt dann bei dir missguenstig auf seinen Bruder, auf die Frau, mit der er schlaeft, und auf den Rest der Kinder, die er noch uebrig gelassen hat, 28:55 und moechte niemandem etwas abgeben von dem Fleisch seiner Kinder, das er isst, weil ihm keine Nahrung mehr uebriggeblieben ist in der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich in allen deinen Staedten einschnuert. 28:56 Die weichlichste und verwoehnteste Frau, die noch nie versucht hat, ihren Fuss auf die Erde zu setzen vor lauter Verwoehntheit und Verweichlichung, blickt missguenstig auf den Mann, mit dem sie schlaeft, auf ihren Sohn und ihre Tochter, 28:57 auf die Nachgeburt, die zwischen ihren Beinen hervorkommt, und auf die Kinder, die sie noch gebaeren wird; denn sie will sie heimlich essen, weil sie nichts mehr hat in der Not der Belagerung, wenn dein Feind dich in allen deinen Staedten einschnuert. 28:58 Wenn du nicht auf alle Worte dieser Weisung, die in dieser Urkunde aufgezeichnet sind, achtest und sie haeltst, aus Furcht vor diesem herrlichen und furchterregenden Namen, vor Jahwe, deinem Gott, 28:59 wird der Herr die Schlaege, die er dir und deinen Nachkommen versetzt, ueber alles Gewohnte hinaus steigern zu gewaltigen und hartnaeckigen Schlaegen, zu schlimmen und hartnaeckigen Krankheiten. [(59-60) 28,27] 28:60 Er wird alle aegyptischen Seuchen, vor denen du Angst hast, wieder ueber dich bringen, und sie werden an dir haften bleiben. 28:61 Auch alle Krankheiten und Schlaege, die nicht in der Urkunde dieser Weisung aufgezeichnet sind, wird der Herr ueber dich bringen, bis du vernichtet bist. 28:62 Dann werden nur noch wenige Leute von euch uebrigbleiben, statt dass ihr zahlreich seid wie die Sterne am Himmel; denn du hast nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, gehoert. [1,10] 28:63 So wie der Herr seine Freude daran hatte, euch Gutes zu tun und euch zahlreich zu machen, so wird der Herr seine Freude daran haben, euch auszutilgen und euch zu vernichten. Ihr werdet aus dem Land, in das du nun hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, herausgerissen werden. [30,9] 28:64 Der Herr wird dich unter alle Voelker verstreuen, vom einen Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde. Dort musst du anderen Goettern dienen, die du und deine Vaeter vorher nicht einmal gekannt haben, Goettern aus Holz und Stein. [28,36; Lk 21,24] 28:65 Unter diesen Nationen wirst du keine Ruhe finden. Es wird keine Stelle geben, wohin du deinen Fuss setzen kannst. Der Herr wird dir dort das Herz erzittern, die Augen verloeschen und den Atem stocken lassen. 28:66 Du wirst in Lebensgefahr schweben, bei Nacht und bei Tag erschrecken und deines Lebens nicht mehr sicher sein. 28:67 Am Morgen wirst du sagen: Wenn es doch schon Abend waere!, und am Abend: Wenn es doch schon Morgen waere! - um dem Schrecken zu entfliehen, der dein Herz befaellt, und dem Anblick, der sich deinen Augen bietet. 28:68 Der Herr wird dich auf Schiffen nach aegypten zurueckbringen, auf einem Weg, von dem ich dir gesagt hatte: Du sollst ihn niemals wiedersehen. Dort werdet ihr euch deinen Feinden als Sklaven und Sklavinnen zum Verkauf anbieten, aber niemand wird euch kaufen. [17,16; Gen 26,2; Hos 8,13; 9,3] 28:69 Die letzten Verfuegungen des Mose: 28,69 - 32,52 Das sind die Worte, mit denen der Bund geschlossen wurde, den Mose im Auftrag des Herrn in Moab mit den Israeliten schloss, zusaetzlich zu dem Bund, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte. [5,2 Manche Bibelausgaben zaehlen diesen Vers schon als 29,1; entsprechend aendert sich die Verszaehlung in Kap. 29. V. 69 ist jedoch Einfuehrung zum Folgenden, nicht Abschluss des Vorangehenden, und steht parallel zu 1,1; 4,44 und 33,1.]