13:1 Das Verbot einer Aenderung dieses Gesetzes: 13,1 Ihr sollt auf den vollstaendigen Wortlaut dessen, worauf ich euch verpflichte, achten und euch daran halten. Ihr sollt nichts hinzufuegen und nichts wegnehmen. [4,2; Offb 22,18f Manche Bibelausgaben zaehlen diesen Vers als 12,32; entsprechend aendert sich die Verszaehlung in Kap. 13.] 13:2 Die Anstiftung zum Abfall durch Propheten und Traumseher: 13,2-6 Wenn in deiner Mitte ein Prophet oder ein Traumseher auftritt und dir ein Zeichen oder Wunder ankuendigt, [Jer 23,25-32; (2-19) Kap 5,6-9; Ex 22,19; (2-4) Mt 24,24; Mk 13,22; 2 Petr 2,1; Offb 13,14] 13:3 wobei er sagt: Folgen wir anderen Goettern nach, die du bisher nicht kanntest, und verpflichten wir uns, ihnen zu dienen!, und wenn das Zeichen und Wunder, das er dir angekuendigt hatte, eintrifft, [7,4; 28,14] 13:4 dann sollst du nicht auf die Worte dieses Propheten oder Traumsehers hoeren; denn der Herr, euer Gott, prueft euch, um zu erkennen, ob ihr das Volk seid, das den Herrn, seinen Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele liebt. [6,5; 8,2; 11,1; 1 Kor 11,19] 13:5 Ihr sollt dem Herrn, eurem Gott, nachfolgen, ihn sollt ihr fuerchten, auf seine Gebote sollt ihr achten, auf seine Stimme sollt ihr hoeren, ihm sollt ihr dienen, an ihm sollt ihr euch festhalten. [10,20; 2 Koen 23,3] 13:6 Der Prophet oder Traumseher aber soll mit dem Tod bestraft werden. Er hat euch aufgewiegelt gegen den Herrn, euren Gott, der euch aus Aegypten gefuehrt und dich aus dem Sklavenhaus freigekauft hat. Denn er wollte dich davon abbringen, auf dem Weg zu gehen, den der Herr, dein Gott, dir vorgeschrieben hat. Du sollst das Boese aus deiner Mitte wegschaffen. [21,21; 1 Kor 5,13 "Du sollst das Boese aus deiner Mitte wegschaffen" und aehnliche Wendungen stehen am Schluss mehrerer Gesetze, die inhaltlich den Zehn Geboten zuzuordnen sind. Daraus ersieht man, dass die Zehn Gebote urspruenglich eine Liste der todeswuerdigen Verbrechen in Israel waren.] 13:7 Die geheime Anstiftung zum Abfall: 13,7-12 Wenn dein Bruder, der dieselbe Mutter hat wie du, oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau, mit der du schlaefst, oder dein Freund, den du liebst wie dich selbst, dich heimlich verfuehren will und sagt: Gehen wir, und dienen wir anderen Goettern - (wobei er Goetter meint,) die du und deine Vorfahren noch nicht kannten, [13,3 dein Bruder, der dieselbe Mutter hat wie du: In einer polygamen Familie besteht eine besondere Zuneigung zwischen den Kindern der gleichen Mutter.] 13:8 unter den Goettern der Voelker, die in eurer Nachbarschaft wohnen, in der Naehe oder weiter entfernt, zwischen dem einen Ende der Erde und dem andern Ende der Erde -, 13:9 dann sollst du nicht nachgeben und nicht auf ihn hoeren. Du sollst in dir kein Mitleid mit ihm aufsteigen lassen, sollst keine Nachsicht fuer ihn kennen und die Sache nicht vertuschen. [19,13] 13:10 Sondern du sollst ihn anzeigen. Wenn er hingerichtet wird, sollst du als erster deine Hand gegen ihn erheben, dann erst das ganze Volk. [17,7 So nach G; H: sondern du sollst ihn toeten.] 13:11 Du sollst ihn steinigen, und er soll sterben; denn er hat versucht, dich vom Herrn, deinem Gott, abzubringen, der dich aus Aegypten gefuehrt hat, aus dem Sklavenhaus. 13:12 Ganz Israel soll davon hoeren, damit sie sich fuerchten und nicht noch einmal einen solchen Frevel in deiner Mitte begehen. [21,21] 13:13 Der Abfall einer Stadt: 13,13-19 Wenn du aus einer deiner Staedte, die der Herr, dein Gott, dir als Wohnort gibt, erfaehrst: 13:14 Niedertraechtige Menschen sind aus deiner Mitte herausgetreten und haben ihre Mitbuerger vom Herrn abgebracht, indem sie sagten: Gehen wir, und dienen wir anderen Goettern, die ihr bisher nicht kanntet!, [13,3] 13:15 wenn du dann durch Augenschein und Vernehmung genaue Ermittlungen angestellt hast und sich gezeigt hat: Ja, es ist wahr, der Tatbestand steht fest, dieser Greuel ist in deiner Mitte geschehen, [19,18] 13:16 dann sollst du die Buerger dieser Stadt mit scharfem Schwert erschlagen, du sollst an der Stadt und an allem, was darin lebt, auch am Vieh, mit scharfem Schwert die Vernichtungsweihe vollstrecken. [Jos 8,28; (16-17) Kap 20,16-18] 13:17 Alles, was du in der Stadt erbeutet hast, sollst du auf dem Marktplatz aufhaeufen, dann sollst du die Stadt und die gesamte Beute als Ganzopfer fuer den Herrn, deinen Gott, im Feuer verbrennen. Fuer immer soll sie ein Schutthuegel bleiben und nie wieder aufgebaut werden. 13:18 Von dem, was der Vernichtung geweiht war, soll nichts in deiner Hand zurueckbleiben, damit der Herr von seinem gluehenden Zorn ablaesst und dir wieder sein Erbarmen schenkt, sich deiner annimmt und dich wieder zahlreich macht, wie er es deinen Vaetern geschworen hat [Jos 7] 13:19 fuer den Fall, dass du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hoerst, auf alle seine Gebote, auf die ich dich heute verpflichte, achtest und tust, was in den Augen des Herrn, deines Gottes, richtig ist.