2:1 Warnung vor Irrlehrern: 2,1-22 Das Auftreten falscher Lehrer: 2,1-3 Es gab aber auch falsche Propheten im Volk; so wird es auch bei euch falsche Lehrer geben. Sie werden verderbliche Irrlehren verbreiten und den Herrscher, der sie freigekauft hat, verleugnen; doch dadurch werden sie sich selbst bald ins Verderben stuerzen. [(1-22) Jud 3-16 1-22: Zu den Irrlehrern vgl. die Einleitung zum 2. Petrusbrief.] 2:2 Bei ihren Ausschweifungen werden sie viele Anhaenger finden, und ihretwegen wird der Weg der Wahrheit in Verruf kommen. 2:3 In ihrer Habgier werden sie euch mit verlogenen Worten zu kaufen versuchen; aber das Gericht ueber sie bereitet sich schon seit langem vor, und das Verderben, das ihnen droht, schlaeft nicht. 2:4 Das drohende Gericht ueber die Irrlehrer: 2,4-10a Gott hat auch die Engel, die gesuendigt haben, nicht verschont, sondern sie in die finsteren Hoehlen der Unterwelt verstossen und haelt sie dort eingeschlossen bis zum Gericht. [Jud 6; 1 Petr 3,19f Es handelt sich um die Engel, von denen in Gen 6,1-4 die Rede ist; vgl. Jud 6.] 2:5 Er hat auch die fruehere Welt nicht verschont, nur Noach, den Verkuender der Gerechtigkeit, hat er zusammen mit sieben anderen als achten bewahrt, als er die Flut ueber die Welt der Gottlosen brachte. 2:6 Auch die Staedte Sodom und Gomorra hat er eingeaeschert und zum Untergang verurteilt, als ein Beispiel fuer alle Gottlosen in spaeteren Zeiten. [Gen 19,24f; Jud 7] 2:7 Den gerechten Lot aber, der unter dem ausschweifenden Leben der Gottesveraechter litt, hat er gerettet; [Gen 19,1-16] 2:8 denn dieser Gerechte, der mitten unter ihnen wohnte, musste Tag fuer Tag ihr gesetzwidriges Tun sehen und hoeren, und das quaelte den gerechten Mann Tag fuer Tag. 2:9 Der Herr kann die Frommen aus der Pruefung retten; bei den Ungerechten aber kann er warten, um sie am Tag des Gerichts zu bestrafen, 2:10a besonders die, die sich von der schmutzigen Begierde ihres Koerpers beherrschen lassen und die Macht des Herrn verachten. [10b: die ueberirdischen Maechte, woertlich: die Herrlichkeiten.] 2:10b Der Weg der Irrlehrer: 2,10b-22 Diese frechen und anmassenden Menschen schrecken nicht davor zurueck, die ueberirdischen Maechte zu laestern, 2:11 waehrend die Engel, die ihnen an Staerke und Macht ueberlegen sind, beim Herrn nicht ueber sie urteilen und laestern. 2:12 Diese Menschen aber sind wie unvernuenftige Tiere, die von Natur aus dazu geboren sind, gefangen zu werden und umzukommen. Sie laestern ueber Dinge, die sie nicht verstehen; doch sie werden umkommen, wie die Tiere umkommen, 2:13 und als Lohn fuer ihr Unrecht werden sie Unrecht erleiden. Sie halten es fuer ein Vergnuegen, bei Tag ein ueppiges Leben zu fuehren; ein schmutziger Schandfleck sind sie, wenn sie in ihrer truegerischen Genusssucht mit euch prassen und schwelgen. 2:14 Sie haben nur Augen fuer die Ehebrecherin und sind unersaettlich in der Suende. Sie locken haltlose Menschen an, deren Sinn nicht gefestigt ist; ihr Herz ist in der Habgier geuebt, sie sind Kinder des Fluches. 2:15 Sie haben den geraden Weg verlassen und sind in die Irre gegangen. Sie folgten dem Weg Bileams, des Sohnes Bosors; ihm ging es nur um den Lohn fuer sein Unrecht, [Nach Num 22,5 hiess der Vater Bileams "Beor"; so auch hier nach einigen Textzeugen.] 2:16 aber er wurde wegen seines Vergehens zurechtgewiesen: Ein stummes Lasttier redete mit menschlicher Stimme und verhinderte das wahnwitzige Vorhaben des Propheten. [Num 22,28f] 2:17 Diese Menschen sind Quellen ohne Wasser, sie sind Wolken, die der Sturm vor sich herjagt; fuer sie ist die dunkelste Finsternis bestimmt. 2:18 Sie fuehren geschwollene und nichtssagende Reden; sie lassen sich von ihren fleischlichen Begierden treiben und locken mit ihren Ausschweifungen die Menschen an, die sich eben erst von denen getrennt haben, die im Irrtum leben. 2:19 Freiheit versprechen sie ihnen und sind doch selbst Sklaven des Verderbens; denn von wem jemand ueberwaeltigt worden ist, dessen Sklave ist er. 2:20 Sie waren dem Schmutz der Welt entronnen, weil sie den Herrn und Retter Jesus Christus erkannt hatten; wenn sie sich aber von neuem davon fangen und ueberwaeltigen lassen, dann steht es mit ihnen am Ende schlimmer als vorher. [Mt 12,45] 2:21 Es waere besser fuer sie, den Weg der Gerechtigkeit gar nicht erkannt zu haben, als ihn erkannt zu haben und sich danach wieder von dem heiligen Gebot abzuwenden, das ihnen ueberliefert worden ist. 2:22 Auf sie trifft das wahre Sprichwort zu: Der Hund kehrt zurueck zu dem, was er erbrochen hat, und: Die gewaschene Sau waelzt sich wieder im Dreck. [Spr 26,11 Die Herkunft des zweiten Sprichwortes ist unbekannt.]