17:1 Die Eroberung Samarias: 17,1-23 Im zwoelften Jahr des Koenigs Ahas von Juda wurde Hoschea, der Sohn Elas, in Samaria Koenig von Israel. Er regierte neun Jahre 17:2 und tat, was dem Herrn missfiel, jedoch nicht in dem Mass wie die Koenige von Israel, die vor ihm herrschten. 17:3 Gegen ihn zog Salmanassar, der Koenig von Assur. Hoschea musste sich ihm unterwerfen und Abgaben entrichten. 17:4 Dann aber erfuhr der Koenig von Assur, dass Hoschea an einer Verschwoerung beteiligt war. Er hatte naemlich Boten nach So zum Koenig von Aegypten gesandt und die jaehrliche Abgabe an den Koenig von Assur nicht mehr geleistet. Daher liess ihn dieser festnehmen und ins Gefaengnis werfen. [So: Name der Stadt Sais, Sitz der 24. Dynastie.] 17:5 Der Koenig von Assur fiel ueber das ganze Land her, rueckte gegen Samaria vor und belagerte es drei Jahre lang. [5f: Beide Verse sind Parallelbericht zu V. 3f.] 17:6 Im neunten Jahr Hoscheas eroberte er die Stadt, verschleppte die Israeliten nach Assur und siedelte sie in Halach, am Habor, einem Fluss von Gosan, und in den Staedten der Meder an. [Samaria wurde im Spaetherbst 722 v. Chr. erobert. Die Wegfuehrung der Bevoelkerung erfolgte erst 720 durch Sargon. Die genannten Gegenden liegen im noerdlichen Mesopotamien. Medien ist das Bergland suedwestlich des Kaspischen Meers.] 17:7 Das geschah, weil die Israeliten sich gegen den Herrn, ihren Gott, versuendigten, der sie aus Aegypten, aus der Gewalt des Pharao, des Koenigs von Aegypten, heraufgefuehrt hatte. Sie verehrten fremde Goetter, 17:8 ahmten die Braeuche der Voelker nach, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte, und folgten dem Beispiel, das die Koenige von Israel gaben. 17:9 Gegen den Herrn, ihren Gott, ersannen die Israeliten Dinge, die nicht recht waren. Sie bauten sich Kulthoehen in allen ihren Staedten, vom Wachtturm angefangen bis zur befestigten Stadt, 17:10 errichteten Steinmale und Kultpfaehle auf jedem hohen Huegel und unter jedem ueppigen Baum. 17:11 Auf allen Kulthoehen brachten sie Opfer dar wie die Voelker, die der Herr vor ihnen vertrieben hatte, taten boese Dinge und erzuernten dadurch den Herrn. 17:12 Sie dienten den Goetzen, obwohl der Herr es ihnen verboten hatte. 17:13 Der Herr warnte Israel und Juda durch alle seine Propheten, durch alle Seher: Kehrt um von euren boesen Wegen, achtet auf meine Befehle und meine Gebote genau nach dem Gesetz, das ich euren Vaetern gegeben und euch durch meine Knechte, die Propheten, verkuendet habe. 17:14 Doch sie wollten nicht hoeren, sondern versteiften ihre Nacken wie ihre Vaeter, die nicht auf den Herrn, ihren Gott, vertrauten. 17:15 Sie verwarfen seine Gebote und den Bund, den er mit ihren Vaetern geschlossen hatte, und verschmaehten die Warnungen, die er an sie richtete. Sie liefen nichtigen Goettern nach und wurden selbst zunichte; sie ahmten die Voelker ihrer Umgebung nach, obwohl der Herr verboten hatte, ihrem Beispiel zu folgen. [Jer 2,5] 17:16 Sie uebertraten alle Gebote des Herrn, ihres Gottes, schufen sich Gussbilder, zwei Kaelber, stellten einen Kultpfahl auf, beteten das ganze Heer des Himmels an und dienten dem Baal. [Heer des Himmels: die Sterne, die von den oestlichen Voelkern als Goetter verehrt wurden.] 17:17 Ihre Soehne und Toechter liessen sie durch das Feuer gehen, trieben Wahrsagerei und Zauberei und gaben sich dazu her zu tun, was dem Herrn missfiel, und ihn zu erzuernen. 17:18 Darum wurde der Herr ueber Israel sehr zornig. Er verstiess es von seinem Angesicht, so dass der Stamm Juda allein uebrigblieb. 17:19 Doch auch Juda befolgte nicht die Befehle des Herrn, seines Gottes, sondern ahmte die Braeuche nach, die Israel eingefuehrt hatte. 17:20 Darum verwarf der Herr das ganze Geschlecht Israels. Er demuetigte sie und gab sie Raeubern preis; schliesslich verstiess er sie von seinem Angesicht. 17:21 Er hatte Israel vom Haus David losgerissen, und sie hatten Jerobeam, den Sohn Nebats, als Koenig eingesetzt. Jerobeam aber machte Israel vom Herrn abtruennig und verfuehrte es zu schwerer Suende. [1 Koen 11,31] 17:22 Die Israeliten begingen all die Suenden, die Jerobeam begangen hatte, und liessen nicht von ihnen ab. 17:23 Schliesslich verstiess der Herr Israel von sich, wie er es durch seine Knechte, die Propheten, angedroht hatte. So wanderte Israel aus seinem Land weg in die Verbannung nach Assur und blieb dort bis zum heutigen Tag. 17:24 Die Umsiedlung der Bevoelkerung: 17,24-28 Der Koenig von Assur brachte Leute aus Babel, Kuta, Awa, Hamat und Sefarwajim in das Land und siedelte sie anstelle der Israeliten in den Staedten Samariens an. Sie nahmen Samarien in Besitz und liessen sich in seinen Staedten nieder. Die neue Bevoelkerung kam aus dem Osten und Norden. 17:25 In der ersten Zeit, in der sie dort wohnten, erwiesen sie dem Herrn keine Verehrung. Er schickte deshalb Loewen unter sie, die manche von ihnen toeteten. 17:26 Da meldete man dem Koenig von Assur: Die Voelker, die du weggefuehrt und in den Staedten Samariens angesiedelt hast, wissen nicht, wie man den Landesgott verehren soll. Er hat daher Loewen unter sie gesandt, von denen sie getoetet werden, weil sie nicht wissen, wie man den Landesgott verehren soll. 17:27 Da befahl der Koenig von Assur: Bringt einen von den Priestern zurueck, die ihr von dort weggefuehrt habt. Er soll zu ihnen gehen, bei ihnen wohnen und sie belehren, wie man den Landesgott verehren soll. [Er soll zu ihnen gehen: H: Sie sollen . . .] 17:28 So kam einer von den Priestern zurueck, die man aus Samarien weggefuehrt hatte. Er liess sich in Bet-El nieder und belehrte sie, wie man den Herrn verehren muesse. 17:29 Die Religion der neuen Bevoelkerung: 17,29-41 Jedes Volk aber schuf sich seine eigenen Goetter und stellte sie in den Hoehentempeln auf, die von den Bewohnern Samariens erbaut worden waren. Jedes Volk tat dies in der Stadt, in der es wohnte. 17:30 Die Leute aus Babel machten sich Bilder Sukkot-Benots. Die Ansiedler aus Kuta stellten Bilder Nergals her. Jene aus Hamat schufen Bilder Aschimas. [30f: Die Aufzaehlung nennt Namen von weniger oder nicht bekannten Gottheiten, die vom Volk mehr verehrt wurden als die Staatsgottheiten. Nergal ist der Gott der Unterwelt, der Sonnenhitze und der Pest.] 17:31 Die Awiter fertigten Bilder des Nibhas und des Tartak an. Die, die aus Sefarwajim gekommen waren, verbrannten ihre Kinder zur Ehre Adrammelechs und Anammelechs, der Goetter von Sefarwajim. 17:32 Gleichzeitig verehrten sie aber auch den Herrn. Auch setzten sie aus ihren eigenen Reihen Priester fuer die Kulthoehen ein, die fuer sie in den Hoehentempeln Dienst taten. 17:33 So verehrten sie den Herrn und dienten daneben ihren Goettern nach den Braeuchen der Voelker, aus denen man sie weggefuehrt hatte. 17:34 Bis zum heutigen Tag handeln sie nach ihren frueheren Braeuchen. Sie fuerchten den Herrn nicht und halten sich nicht an die Satzungen und Braeuche, an das Gesetz und die Gebote, auf die der Herr die Nachkommen Jakobs, dem er den Namen Israel gegeben hatte, verpflichtet hat. [34b-40a: Einschaltung, die die Schuld der im Land verbliebenen Israeliten hervorhebt.] 17:35 Der Herr hat naemlich mit ihnen einen Bund geschlossen und ihnen befohlen: Ihr duerft keine fremden Goetter verehren, sie nicht anbeten, ihnen nicht dienen und ihnen keine Opfer darbringen. 17:36 Den Herrn allein, der euch mit grosser Kraft und hoch erhobenem Arm aus Aegypten heraufgefuehrt hat, sollt ihr fuerchten und anbeten und ihm eure Opfer darbringen. 17:37 Die Satzungen und Braeuche, das Gesetz und die Gebote, die er fuer euch niedergeschrieben hat, sollt ihr befolgen und alle Tage erfuellen. Fremde Goetter aber duerft ihr nicht verehren. 17:38 Ihr sollt den Bund, den er mit euch geschlossen hat, nicht vergessen und fremde Goetter nicht verehren. 17:39 Den Herrn allein, euren Gott, sollt ihr fuerchten. Er wird euch aus der Gewalt all eurer Feinde erretten. 17:40 Doch sie wollten nicht hoeren, sondern sie handelten, wie sie es immer schon gewohnt waren. 17:41 Sie verehren den Herrn und dienen zugleich ihren Goetzen. Was ihre Vaeter getan haben, das tun auch ihre Kinder und Kindeskinder bis zum heutigen Tag.