18:1 Deinen Heiligen dagegen strahlte hellstes Licht. Die anderen hoerten ihre Stimme, ohne sie selbst zu sehen, und priesen sie gluecklich, mochten diese vorher noch so viel erduldet haben. [Ex 10,23] 18:2 Sie dankten ihnen, dass sie fuer das frueher erlittene Unrecht keine Rache nahmen, und baten um Verzeihung fuer ihr feindliches Verhalten. 18:3 Statt jener Finsternis gabst du den Deinen eine flammende Feuersaeule als Fuehrerin auf unbekanntem Weg, als freundliche Sonne auf ihrer ruhmvollen Wanderung. [10,17; Ex 13,21f; 40,36-38; Ps 78,14; 105,39] 18:4 Jene hingegen hatten es verdient, des Lichtes beraubt und in Finsternis gefangen zu sein, weil sie einst deine Soehne eingeschlossen und gefangen hielten, durch die das unvergaengliche Licht des Gesetzes der Welt gegeben werden sollte. [17,2; Ps 119,105; Spr 6,23] 18:5 Tod der Erstgeborenen - Tod in der Wueste: 18,5-25 Sie hatten beschlossen, die Kinder der Heiligen zu toeten, und nur ein einziges Kind wurde ausgesetzt und gerettet. Zur Strafe hast du ihnen viele ihrer eigenen Kinder weggenommen und sie alle auf einmal in gewaltiger Wasserflut vernichtet. [11,7; Ex 1,15-17; 12,29f; Ps 78,51; 105,36; Weish 10,19; Ex 14,27f Das "Kind" ist Mose (vgl. 11,14; Ex 2,1-10).] 18:6 Jene Nacht wurde unseren Vaetern vorher angekuendigt; denn sie sollten zuversichtlich sein und sicher wissen, welchen eidlichen Zusagen sie vertrauen konnten. 18:7 So erwartete dein Volk die Rettung der Gerechten und den Untergang der Feinde. 18:8 Waehrend du die Gegner straftest, hast du uns zu dir gerufen und verherrlicht. 18:9 Denn im Verborgenen feierten die frommen Soehne der Guten ihr Opferfest; sie verpflichteten sich einmuetig auf das goettliche Gesetz, dass die Heiligen in gleicher Weise Gueter wie Gefahren teilen sollten, und sangen schon im voraus die Loblieder der Vaeter. [2 Chr 30,21f Spaeter wurden beim Paschamahl die Psalmen 113 bis 118 gesungen (vgl. Mt 26,30).] 18:10 Da hallte ihnen das wirre Geschrei der Feinde entgegen, und sie hoerten die laute Klage ueber die toten Kinder. [Ex 12,29f] 18:11 Das gleiche Urteil traf Herrn und Knecht; der Mann aus dem Volk und der Koenig hatten das gleiche Leid zu tragen. 18:12 Durch die gleiche Todesart hatten alle zusammen unzaehlige Tote. Es waren nicht genuegend Lebende da, um sie zu begraben; denn mit einem Schlag waren die besten Nachkommen vernichtet worden. [Num 33,4] 18:13 Bisher waren sie durch die Kuenste ihrer Zauberer unglaeubig geblieben; jetzt aber mussten sie beim Untergang der Erstgeborenen bekennen: Dieses Volk ist Gottes Sohn. [17,7; Ex 7,11-13; 8,3; 12,31f; Weish 5,5; Ex 4,22f] 18:14 Als tiefes Schweigen das All umfing und die Nacht bis zur Mitte gelangt war, [Ex 11,4; 12,23.29] 18:15 da sprang dein allmaechtiges Wort vom Himmel, vom koeniglichen Thron herab als harter Krieger mitten in das dem Verderben geweihte Land. [Ps 107,20; 147,15.18 Das goettliche Wort, naemlich der Vernichtungsbeschluss Gottes, wird hier personifiziert; in Offb 19,11-21 zieht Christus, der "das Wort Gottes" heisst, vom Himmel zum Vernichtungskampf gegen die feindlichen Koenige aus. 18:16 Es trug das scharfe Schwert deines unerbittlichen Befehls, trat hin und erfuellte alles mit Tod; es beruehrte den Himmel und stand auf der Erde. [Jes 55,11; Weish 5,20; Hebr 4,12] 18:17 Ploetzlich schreckten sie furchtbare Traumgesichte auf, und ungeahnte Aengste ueberfielen sie. [17,3; Ijob 4,13f] 18:18 Einer stuerzte hier, ein anderer dort halbtot zu Boden und bekannte, aus welchem Grund er sterben musste. 18:19 Denn die erschreckenden Traeume hatten es ihnen vorausgesagt; sie sollten nicht umkommen, ohne zu wissen, warum sie so Schlimmes erlitten. 18:20 Auch die Gerechten lernten eine Probe des Todes kennen: Eine grosse Anzahl wurde in der Wueste dahingerafft; doch der Zorn hielt nicht lange an. [Num 17,6-14] 18:21 Ein Mann ohne Tadel sprang als Vorkaempfer ein mit der Waffe seines heiligen Dienstes, mit Gebet und suehnendem Raeucherwerk. Er trat dem Zorn entgegen, machte dem Unheil ein Ende und zeigte so, dass er dein Diener war. [Ex 28,1; Num 17,16-26 21-24: Gemeint ist der Hohepriester Aaron. Zu seinem Gewand vgl. Ex 28,5.] 18:22 Er ueberwand die Not nicht durch Koerperkraft und nicht durch Waffengewalt, sondern durch das Wort bezwang er den Strafenden, indem er ihn an die eidlich bekraeftigten Buendnisse mit den Vaetern erinnerte. 18:23 Denn als die Toten sich schon haeuften, trat er dazwischen, hielt seinen Ansturm auf und schnitt ihm den Weg zu den Lebenden ab. [Num 17,11-13 Ansturm: so nach Vg; G: Zorn (vgl. V. 20).] 18:24 Auf seinem langen Gewand war die ganze Welt dargestellt, auf den vier Reihen der Edelsteine waren die ruhmreichen Namen der Vaeter eingeschnitten und auf seinem Stirnband dein hoheitsvoller Name. [Ex 28,17-21; Sir 45,11; Ex 28,36-38; Sir 45,12] 18:25 Davor wich der Verderber voll Furcht zurueck; denn es genuegte schon diese Probe des Zornes. [Ex 12,23]