E-1 Die Psalmen Aehnlich wie die Buecher des Mose ist diese Sammlung von 150 Einzelliedern, die eines der bedeutendsten Buecher der Heiligen Schrift und auch der gesamten Weltliteratur darstellen, in fuenf Buecher eingeteilt: Ps 1 - 41; 42 - 72; 73 - 89; 90 - 106; 107 - 150. Die griechische und die lateinische Bibel haben eine leicht abweichende Zaehlweise der Psalmen (vgl. Anhang dieser Bibelausgabe). Die heutige Reihenfolge und Anordnung der Psalmen in der hebraeischen Bibel, die eine gewisse Korrespondenz zu den Buechern des Mose aufweist, ist hoechstwahrscheinlich von ihrem Gebrauch im Synagogengottesdienst her zu verstehen. Thematisch beruehren die Psalmen fast alle Fragen und Probleme der alttestamentlichen Theologie. Die neuere Forschung befasst sich besonders mit den verschiedenen Psalmengattungen und ihrem "Sitz im Leben" sowie mit der Ueberlieferung der einzelnen Psalmen bis zu ihrer jetzigen Gestalt. Man unterscheidet heute vor allem folgende Gattungen: Hymnen, Danklieder, Klagelieder eines einzelnen und des Volkes, Bittpsalmen, Wallfahrtslieder, Koenigslieder, Weisheitslieder, "messianische Psalmen". E-2 Dass der Psalter eine Sonderstellung unter den Schriften des Alten Testaments einnimmt, wird kaum bezweifelt. Denn die Psalmen lassen einen einzigartigen Einblick in die innere Struktur der Offenbarung tun. Der Psalter gibt naemlich davon Kunde, dass die Offenbarung sich nicht nur als monologes Sprechen und Handeln Gottes ereignet, sondern dass Gott sich im auserwaehlten Volk einen Partner bereitet hat, der mit in das Offenbarungsgeschehen einbezogen wird. Die Offenbarung ist demnach ein dialogischer Vorgang: Gott handelt und spricht nicht nur auf das Volk hin, sondern Israel spricht und handelt mit (vgl. Ex 19,8, wo das Volk sich einmuetig bereit erklaert, Gottes Auserwaehlung anzunehmen). Von der Aufnahme des Dialogs durch das auserwaehlte Volk kuenden wie kein anderes biblisches Buch die Psalmen: Sie sind die in der Offenbarung und aus ihr erfolgte Antwort auf Gottes offenbartes Wort. Das sollen einige Entsprechungen der Psalmen zu wichtigen alttestamentlichen Texten zeigen: Schoepfungstat und -werk Gottes: Gen 1 - Ps 104. Der Mensch: Gen 1,26-28 - Ps 8. Gottes Heiligkeit: Jes 6 - Ps 99. Das Meerwunder: Ex 13 - 15 - Ps 66. Lobpreis des Bundesgottes: Ex 19 - 24 - Ps 97. Von Aegypten ins Gelobte Land: Ps 114. Von der Patriarchenzeit bis zur Landverleihung: Ps 105. Gottes Heilswerk an Zion: 2 Sam 6 - Ps 48. Der Neue Bund: Jer 31,31-34; Ez 36,24-28 - Ps 51,12-14. Der Messias als Koenig: Jes 9,1-6; 11,1-5; Mi 5,1-3 - Ps 2; 72; 110. Der Messias als Leidensmann: Jes 53 - Ps 22. E-3 Natuerlich decken sich die Inhalte der angefuehrten einander entsprechenden Texte nicht vollauf; aber Hauptmotive werden vom lobpreisenden Gottesvolk aufgegriffen, neu interpretiert, um andere Offenbarungsgehalte vermehrt und weiter entfaltet. E-4 Noch etwas anderes geht aus den Psalmen hervor, naemlich dass Israels wichtigste und vornehmste Aufgabe, ja der Grund seiner Sonderexistenz im Gotteslob, im Gott gemaessen Kult besteht. Vom Kult her duerfte auch Licht auf die heutige Anordnung der Psalmen fallen. In Neh 8,1-6 ist ein Muster fuer den Synagogengottesdienst enthalten, der im Exil oder in der nachexilischen Zeit neben dem Tempelgottesdienst aufkommt. Weil der Opferdienst auf den Tempel beschraenkt bleibt, handelt es sich im Synagogengottesdienst um den Typus eines reinen Lesegottesdienstes, der in etwa unserem Wortgottesdienst vergleichbar ist. Er ist folgendermassen aufgebaut: E-5 1. Nach Einleitungsgebeten folgt die Lesung des faelligen Abschnitts aus dem Pentateuch. Die fuenf Buecher des Mose sind in einer einjaehrigen oder dreijaehrigen Leseordnung auf die Sabbate des Jahres verteilt (fuer die Feste sind besondere Texte ausgesucht). E-6 2. Dann antwortet das Volk mit dem zugeordneten, vielleicht gesungenen Psalm. E-7 3. An den Psalm schliesst eine zweite Lesung aus den Propheten und eine Homilie an. E-8 4. Segensgebete beschliessen den Gottesdienst. E-9 Mit ziemlicher Sicherheit laesst sich also sagen, dass zur Zeit der Wiederherstellung der nachexilischen Gemeinde unter Esra und Nehemia der Psalter seine heutige Gestalt erhalten hat. Fuer die einzelnen Psalmen wird man insgesamt eine Entstehungszeit von mehreren Jahrhunderten, von David bis Esra, anzunehmen haben. Weiter deutet ihre Verwendung im Synagogengottesdienst auch eine vom Kult her bestimmte Anordnung und Reihung verschiedener Texteinheiten im Pentateuch an und legt sie nahe. So hat man also fuer das Verstaendnis der einzelnen Psalmen und des gesamten Psalters viel mehr als bisher deren Verwendung im Gottesdienst zu beruecksichtigen. E-10 Der Psalter hat seinen hohen Rang als Gebetbuch des alten Bundesvolkes auch fuer Christus und die junge Kirche behalten. Die Kirche hat mit den Psalmen auf die in Christus erfuellte Offenbarung geantwortet. Bis heute verwendet sie daher in der Nachfolge des Herrn den Psalter vor allen anderen Gebetstexten fuer den Gottesdienst in seiner vielfaeltigen Gestalt. 1:1 Das erste Buch Die beiden Wege Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, / nicht auf dem Weg der Suender geht, nicht im Kreis der Spoetter sitzt, 26,4f; Spr 4,14 1:2 sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, ueber seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht. 112,1; Jos 1,8 1:3 Er ist wie ein Baum, der an Wasserbaechen gepflanzt ist, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt und dessen Blaetter nicht welken. Alles, was er tut, wird ihm gut gelingen. 92,13; Jer 17,8 1:4 Nicht so die Frevler: Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. 35,5; Ijob 21,18 1:5 Darum werden die Frevler im Gericht nicht besteh'n noch die Suender in der Gemeinde der Gerechten. 1:6 Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, der Weg der Frevler aber fuehrt in den Abgrund. 119,1; Spr 10,28 2:1 Der Herr und sein Gesalbter Warum toben die Voelker, warum machen die Nationen vergebliche Plaene? Offb 11,18; Apg 4,25f 2:2 Die Koenige der Erde stehen auf, die Grossen haben sich verbuendet gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Offb 19,19 2:3 "Lasst uns ihre Fesseln zerreissen und von uns werfen ihre Stricke!" 2:4 Doch er, der im Himmel thront, lacht, der Herr verspottet sie. 59,9 2:5 Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, in seinem Grimm wird er sie erschrecken: 2:6 "Ich selber habe meinen Koenig eingesetzt auf Zion, meinem heiligen Berg." 2:7 Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. / Er sprach zu mir: "Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt. 89,27f; Apg 13,33; Hebr 1,5; 5,5 2:8 Ford're von mir, und ich gebe dir die Voelker zum Erbe, die Enden der Erde zum Eigentum. (8-9) 72,8; Offb 2,26f dir: ergaenzt nach G und S. 2:9 Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, wie Kruege aus Ton wirst du sie zertruemmern." 110,5f; Offb 12,5; 19,15 2:10 Nun denn, ihr Koenige, kommt zur Einsicht, lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde! 2:11 Dient dem Herrn in Furcht, und kuesst ihm mit Beben die Fuesse, Text korr.; H ist kaum verstaendlich: und jauchzt mit Beben, kuesst den Sohn (in H zum Teil bereits V. 12). 2:12 damit er nicht zuernt und euer Weg nicht in den Abgrund fuehrt. Denn wenig nur, und sein Zorn ist entbrannt. Wohl allen, die ihm vertrauen! 3:1 Hilferuf in Feindesnot [Ein Psalm Davids, als er vor seinem Sohn Abschalom floh.] 2 Sam 15 Die sog. Psalmenueberschriften, die in dieser Uebersetzung in eckigen Klammern stehen, sind spaete Zusaetze. Sie enthalten musikalische Hinweise, deren Bedeutung wir nicht kennen, und Vermutungen ueber Verfasser und Entstehungsverhaeltnisse, die der juedischen Tradition entnommen sind. 3:2 Herr, wie zahlreich sind meine Bedraenger; so viele stehen gegen mich auf. 25,19 3:3 Viele gibt es, die von mir sagen: "Er findet keine Hilfe bei Gott." [Sela] Das hier und oft in den Psalmen stehende Wort "Sela" ist ebenfalls ein musikalischer Hinweis unbekannter Bedeutung. 3:4 Du aber, Herr, bist ein Schild fuer mich, du bist meine Ehre und richtest mich auf. 7,11; 18,3; 33,20; 84,12; 115,9-11; Gen 15,1; Dtn 33,29; Spr 30,5; Sir 34,16 3:5 Ich habe laut zum Herrn gerufen; da erhoerte er mich von seinem heiligen Berg. [Sela] 3:6 Ich lege mich nieder und schlafe ein, ich wache wieder auf, denn der Herr beschuetzt mich. 4,9 3:7 Viele Tausende von Kriegern fuerchte ich nicht, wenn sie mich ringsum belagern. 27,3 3:8 Herr, erhebe dich, mein Gott, bring mir Hilfe! Denn all meinen Feinden hast du den Kiefer zerschmettert, hast den Frevlern die Zaehne zerbrochen. 3:9 Beim Herrn findet man Hilfe. Auf dein Volk komme dein Segen! [Sela] Jona 2,10 4:1 Gottes Schutz in der Nacht [Fuer den Chormeister. Mit Saitenspiel. Ein Psalm Davids.] 4:2 Wenn ich rufe, erhoere mich, Gott, du mein Retter! Du hast mir Raum geschaffen, als mir angst war. Sei mir gnaedig, und hoer auf mein Flehen! Woertlich: Gott meiner Gerechtigkeit. 4:3 Ihr Maechtigen, wie lange noch schmaeht ihr meine Ehre, warum liebt ihr den Schein und sinnt auf Luegen? [Sela] 4:4 Erkennt doch: Wunderbar handelt der Herr an den Frommen; der Herr erhoert mich, wenn ich zu ihm rufe. wunderbar handelt der Herr . . .: Text korr. mich, ergaenzt nach G. 4:5 Ereifert ihr euch, so suendigt nicht! Bedenkt es auf eurem Lager, und werdet still'! [Sela] Eph 4,26 4:6 Bringt rechte Opfer dar, und vertraut auf den Herrn! 51,19.21; 1 Petr 2,5 4:7 Viele sagen: "Wer laesst uns Gutes erleben?" Herr, lass dein Angesicht ueber uns leuchten! 31,17; 44,4; 67,2; 80,4; Num 6,25f 4:8 Du legst mir groessere Freude ins Herz, als andere haben bei Korn und Wein in Fuelle. 4:9 In Frieden leg' ich mich nieder und schlafe ein; denn du allein, Herr, laesst mich sorglos ruhen. 3,6 5:1 Ein Gebet zum Morgenopfer [Fuer den Chormeister. Zum Floetenspiel. Ein Psalm Davids.] 5:2 Hoere meine Worte, Herr, achte auf mein Seufzen! 5:3 Vernimm mein lautes Schreien, mein Koenig und mein Gott, denn ich flehe zu dir. 44,5; 84,4 5:4 Herr, am Morgen hoerst du mein Rufen, am Morgen ruest' ich das Opfer zu, halte Ausschau nach dir. 88,14; Weish 16,28 5:5 Denn du bist kein Gott, dem das Unrecht gefaellt; der Frevler darf nicht bei dir weilen. 34,17 5:6 Wer sich bruestet, besteht nicht vor deinen Augen; denn dein Hass trifft alle, die Boeses tun. (6-7) Spr 6,16-19 5:7 Du laesst die Luegner zugrunde gehn, Moerder und Betrueger sind dem Herrn ein Greuel. 5:8 Ich aber darf dein Haus betreten dank deiner grossen Guete, ich werfe mich nieder in Ehrfurcht vor deinem heiligen Tempel. 26,8; 138,2 5:9 Leite mich, Herr, in deiner Gerechtigkeit, / meinen Feinden zum Trotz; ebne deinen Weg vor mir! 25,4 5:10 Aus ihrem Mund kommt kein wahres Wort, ihr Inneres ist voll Verderben. Ihre Kehle ist ein offenes Grab, aalglatt ist ihre Zunge. Roem 3,13 Text korr. nach G, S und der aramaeischen Uebersetzung; H: Aus seinem Mund. 5:11 Gott, lass sie dafuer buessen; sie sollen fallen durch ihre eigenen Raenke. Verstosse sie wegen ihrer vielen Verbrechen; denn sie empoeren sich gegen dich. 5:12 Doch alle sollen sich freuen, die auf dich vertrauen, und sollen immerfort jubeln. Beschuetze alle, die deinen Namen lieben, damit sie dich ruehmen. 5:13 Denn du, Herr, segnest den Gerechten. Wie mit einem Schild deckst du ihn mit deiner Gnade. 6:1 Ein Bussgebet in Todesnot [Fuer den Chormeister. Mit Saitenspiel nach der Achten. Ein Psalm Davids.] 6:2 Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, und zuechtige mich nicht in deinem Grimm! 38,2; Jer 10,24 6:3 Sei mir gnaedig, Herr, ich sieche dahin; heile mich, Herr, denn meine Glieder zerfallen! Jer 17,14 Text korr.; H: denn meine Glieder sind erschrocken. 6:4 Meine Seele ist tief verstoert. Du aber, Herr, wie lange saeumst du noch? 13,2f; 42,6 6:5 Herr, wende dich mir zu und errette mich, in deiner Huld bring mir Hilfe! 6:6 Denn bei den Toten denkt niemand mehr an dich. Wer wird dich in der Unterwelt noch preisen? 30,10; 88,11-13; 115,17; Sir 17,27; Jes 38,18; Bar 2,17 6:7 Ich bin erschoepft vom Seufzen, / jede Nacht benetzen Stroeme von Traenen mein Bett, ich ueberschwemme mein Lager mit Traenen. 6:8 Mein Auge ist getruebt vor Kummer, ich bin gealtert wegen all meiner Gegner. Woertlich: und es (das Auge) ist matt (alt) geworden. 6:9 Weicht zurueck von mir, all ihr Frevler; denn der Herr hat mein lautes Weinen gehoert. 119,115; Mt 7,23 6:10 Gehoert hat der Herr mein Flehen, der Herr nimmt mein Beten an. 6:11 In Schmach und Verstoerung geraten all meine Feinde, sie muessen weichen und gehen ploetzlich zugrunde. 35,4; 40,15 7:1 Gebet in Verfolgung [Ein Klagelied Davids, das er dem Herrn sang wegen des Benjaminiters Kusch.] 7:2 Herr, mein Gott, ich fluechte mich zu dir; hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich, 7:3 damit mir niemand wie ein Loewe das Leben raubt, mich zerreisst, und keiner ist da, der mich rettet. 17,12 7:4 Wenn ich das getan habe, Herr, mein Gott, wenn an meinen Haenden Unrecht klebt, (4-5) Ijob 31,7-34 7:5 wenn ich meinem Freunde Boeses tat, wenn ich den quaelte, der mich grundlos bedraengt hat, 7:6 dann soll mich der Feind verfolgen und ergreifen; / er richte mein Leben zugrunde und trete meine Ehre mit Fuessen. [Sela] 143,3 Woertlich: er trete mein Leben zu Boden / und trete meine Ehre in den Staub. 7:7 Herr, steh auf in deinem Zorn, erheb dich gegen meine wuetenden Feinde! Wach auf, du mein Gott! / Du hast zum Gericht gerufen. Der Herr richtet die Voelker. 9,20 Text korr. Der Herr richtet die Voelker: in H Anfang von V.9. 7:8 Um dich stehe die Schar der Voelker im Kreis; ueber ihnen throne du in der Hoehe! Text korr. 7:9 Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht, (und tu an mir Gutes,) weil ich schuldlos bin! 18,21-27 7:10 Die Bosheit der Frevler finde ein Ende, / doch gib dem Gerechten Bestand, gerechter Gott, der du auf Herz und Nieren pruefst. 26,2; Jer 11,20; 17,10; 20,12; Offb 2,23 7:11 Ein Schild ueber mir ist Gott, er rettet die Menschen mit redlichem Herzen. 3,4 7:12 Gott ist ein gerechter Richter, ein Gott, der taeglich strafen kann. 7:13 Wenn der Frevler sein Schwert wieder schaerft, seinen Bogen spannt und zielt, 11,2 Text korr. 7:14 dann ruestet er toedliche Waffen gegen sich selbst, bereitet sich gluehende Pfeile. Jes 50,11 7:15 Er hat Boeses im Sinn; er geht schwanger mit Unheil, und Tuecke gebiert er. Ijob 15,35; Jes 59,4 7:16 Er graebt ein Loch, er schaufelt es aus, doch er stuerzt in die Grube, die er selber gemacht hat. 9,16; 35,7f; 57,7; Spr 26,27; Koh 10,8 7:17 Seine Untat kommt auf sein eigenes Haupt, seine Gewalttat faellt auf seinen Scheitel zurueck. 7:18 Ich will dem Herrn danken, denn er ist gerecht; dem Namen des Herrn, des Hoechsten, will ich singen und spielen. 9,12; 18,50; 30,5; 57,8f; 68,5.33; 71,23; 92,2; 104,33; 135,3; 138,2; 146,2 8:1 Die Herrlichkeit des Schoepfers - die Wuerde des Menschen [Fuer den Chormeister. Nach dem Kelterlied. Ein Psalm Davids.] 8:2 Herr, unser Herrscher, / wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; ueber den Himmel breitest du deine Hoheit aus. 8:3 Aus dem Mund der Kinder und Saeuglinge schaffst du dir Lob, / deinen Gegnern zum Trotz; deine Feinde und Widersacher muessen verstummen. Mt 21,16 Lob: nach G; H: Bollwerk. - Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Besungen wird dein Glanz am Himmel / von der Kinder und Saeuglinge Mund. / Du hast ein Bollwerk errichtet, / deinen Feinden zum Trotz. 8:4 Seh' ich den Himmel, das Werk deiner Finger, Mond und Sterne, die du befestigt: 8:5 Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? 144,3; (5-7) Gen 1,26-28; Hebr 2,6-8; 1 Kor 15,27; Eph 1,22 8:6 Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekroent. G, S und Vg uebersetzen: als die Engel. 8:7 Du hast ihn als Herrscher eingesetzt ueber das Werk deiner Haende, hast ihm alles zu Fuessen gelegt: 8:8 All die Schafe, Ziegen und Rinder und auch die wilden Tiere, 8:9 die Voegel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht. 8:10 Herr, unser Herrscher, wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde! 9:1 Gott, der Retter der Armen und Bedraengten [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Stirb fuer den Sohn!" Ein Psalm Davids.] 9:2 Ich will dir danken, Herr, aus ganzem Herzen, verkuenden will ich all deine Wunder. 138,1 9:3 Ich will jauchzen und an dir mich freuen, fuer dich, du Hoechster, will ich singen und spielen. 9:4 Denn zurueckgewichen sind meine Feinde, gestuerzt und vergangen vor deinem Angesicht. 9:5 Du hast mir Recht verschafft und fuer mich entschieden, dich auf den Thron gesetzt als ein gerechter Richter. 9:6 Du hast die Voelker bedroht, die Frevler vernichtet, ihren Namen geloescht fuer immer und ewig. 9:7 Die Feinde sind dahin, zerschlagen fuer immer. Du hast Staedte entvoelkert, ihr Ruhm ist versunken. 9:8 Der Herr aber thront fuer ewig; er stellt seinen Thron auf zum Gericht. 9:9 Er richtet den Erdkreis gerecht, er spricht den Voelkern das Urteil, das sie verdienen. 96,13 9:10 So wird der Herr fuer den Bedrueckten zur Burg, zur Burg in Zeiten der Not. 9:11 Darum vertraut dir, wer deinen Namen kennt; denn du, Herr, verlaesst keinen, der dich sucht. 9:12 Singt dem Herrn, der thront auf dem Zion, verkuendet unter den Voelkern seine Taten! 108,4 9:13 Denn er, der jede Blutschuld raecht, denkt an die Armen, und ihren Notschrei vergisst er nicht. Ijob 34,28 9:14 Sei mir gnaedig in meiner Not; Herr, sieh doch, wie sie mich hassen! Fuehr mich herauf von den Pforten des Todes, / 30,4; 49,16; 56,14; 68,21; 71,20; 86,13; 116,8; Weish 16,13; Jona 2,7 9:15 damit ich all deinen Ruhm verkuende in den Toren von Zion und frohlocke, weil du mir hilfst. Woertlich: in den Toren der Tochter Zion. 9:16 Voelker versanken in der Grube, die sie selber gegraben; im Netz, das sie heimlich gelegt, hat ihr Fuss sich verfangen. 7,16 9:17 Kundgetan hat sich der Herr: Er hielt sein Gericht; im eigenen Werk hat sich der Frevler verstrickt. [Zwischenspiel. Sela] Woertlich: im Werk seiner Haende, er faengt den Frevler. 9:18 Hinabfahren muessen die Frevler zum Totenreich, alle Heiden, die Gott vergessen. 9:19 Doch der Arme ist nicht auf ewig vergessen, des Elenden Hoffnung ist nicht fuer immer verloren. 9:20 Erheb dich, Herr, damit nicht der Mensch triumphiert, damit die Voelker gerichtet werden vor deinem Angesicht. 7,7 9:21 Wirf Schrecken auf sie, o Herr! Erkennen sollen die Voelker: Sie sind nur Menschen. [Sela] 10:1 Ein Hilferuf gegen gewalttaetige Menschen Herr, warum bleibst du so fern, verbirgst dich in Zeiten der Not? 10:2 In seinem Hochmut quaelt der Frevler die Armen. Er soll sich fangen in den Raenken, die er selbst ersonnen hat. 10:3 Denn der Frevler ruehmt sich nach Herzenslust, er raubt, er laestert und verachtet den Herrn. 10:4 Ueberheblich sagt der Frevler: / "Gott straft nicht. Es gibt keinen Gott." So ist sein ganzes Denken. 14,1 10:5 Zu jeder Zeit glueckt ihm sein Tun. / Hoch droben und fern von sich waehnt er deine Gerichte. All seine Gegner faucht er an. 10:6 Er sagt in seinem Herzen: "Ich werde niemals wanken. Von Geschlecht zu Geschlecht trifft mich kein Unglueck." Nach G; H ist unklar. 10:7 Sein Mund ist voll Fluch und Trug und Gewalttat; auf seiner Zunge sind Verderben und Unheil. Roem 3,14 10:8 Er liegt auf der Lauer in den Gehoeften / und will den Schuldlosen heimlich ermorden; seine Augen spaehen aus nach dem Armen. 11,2 Nach G. 10:9 Er lauert im Versteck wie ein Loewe im Dickicht, / er lauert darauf, den Armen zu fangen; er faengt den Armen und zieht ihn in sein Netz. 17,12 10:10 Er duckt sich und kauert sich nieder, seine Uebermacht bringt die Schwachen zu Fall. H ist unklar; andere Uebersetzungsmoeglichkeit fuer V. 10: Zerschmettert stuerzen die Schwachen nieder und fallen in seine Gewalt. 10:11 Er sagt in seinem Herzen: "Gott vergisst es, er verbirgt sein Gesicht, er sieht es niemals." 64,6; 73,11; 94,7; Ijob 22,13f; Jes 29,15; Ez 8,12; 9,9 10:12 Herr, steh auf, Gott, erheb deine Hand, vergiss die Gebeugten nicht! 10:13 Warum darf der Frevler Gott verachten, und in seinem Herzen sagen: "Du strafst nicht"? 10:14 Du siehst es ja selbst; denn du schaust auf Unheil und Kummer. Der Schwache vertraut sich dir an; du bist den Verwaisten ein Helfer. H hat zusaetzlich: um es in deine Hand zu geben. - Sinn unklar. 10:15 Zerbrich den Arm des Frevlers und des Boesen, bestraf seine Frevel, so dass man von ihm nichts mehr findet. 10:16 Der Herr ist Koenig fuer immer und ewig, in seinem Land gehen die Heiden zugrunde. 24,7-10 10:17 Herr, du hast die Sehnsucht der Armen gestillt, du staerkst ihr Herz, du hoerst auf sie: 10:18 Du verschaffst den Verwaisten und Bedrueckten ihr Recht. Kein Mensch mehr verbreite Schrecken im Land. 68,6; 146,9; Ex 22,21; Dtn 10,18 11:1 Gottes Blick auf den Menschen [Fuer den Chormeister. Von David.] Beim Herrn finde ich Zuflucht. Wie koennt ihr mir sagen: "In die Berge flieh wie ein Vogel"? Nach G und Hieronymus. 11:2 Schon spannen die Frevler den Bogen, sie legen den Pfeil auf die Sehne, um aus dem Dunkel zu treffen die Menschen mit redlichem Herzen. 7,13; 10,8; 37,14.32; 64,4f; 119,95 11:3 Geraet alles ins Wanken, was kann da der Gerechte noch tun? Woertlich: Wenn die Grundfesten eingerissen werden. 11:4 Der Herr weilt in seinem heiligen Tempel, der Thron des Herrn ist im Himmel. Seine Augen schauen herab, seine Blicke pruefen die Menschen. Hab 2,20 11:5 Der Herr prueft Gerechte und Frevler; wer Gewalttat liebt, den hasst er aus tiefster Seele. 11:6 Auf die Frevler lasse er Feuer und Schwefel regnen; sengender Wind sei ihr Anteil. 140,11; Gen 19,24; Ijob 18,15 H fuegt nach "Schwefel" hinzu: "Schlinge (Verhaengnis)", vielleicht eine weitere goettliche Waffe. Text korr.; H: sei der Anteil ihres Bechers. 11:7 Denn der Herr ist gerecht, er liebt gerechte Taten; wer rechtschaffen ist, darf sein Angesicht schauen. 12:1 Die Falschheit der Menschen - die Treue Gottes [Fuer den Chormeister. Nach der Achten. Ein Psalm Davids.] 12:2 Hilf doch, o Herr, die Frommen schwinden dahin, unter den Menschen gibt es keine Treue mehr. 14,3; Mi 7,2 12:3 Sie luegen einander an, einer den andern, mit falscher Zunge und zwiespaeltigem Herzen reden sie. (3-5) 15,2f; 28,3; 52,4-6; 55,22; 116,11; 120,2f; Ijob 5,21; Jes 59,3f; Jer 9,7 12:4 Der Herr vertilge alle falschen Zungen, jede Zunge, die vermessen redet. 12:5 Sie sagen: "Durch unsre Zunge sind wir maechtig; unsre Lippen sind unsre Staerke. Wer ist uns ueberlegen?" 12:6 Die Schwachen werden unterdrueckt, die Armen seufzen. / Darum spricht der Herr: "Jetzt stehe ich auf, dem Verachteten bringe ich Heil." dem Verachteten, woertlich: dem, gegen den man schnaubt. 12:7 Die Worte des Herrn sind lautere Worte, / Silber, geschmolzen im Ofen, von Schlacken geschieden, gelaeutert siebenfach. 18,31; 19,8f; 119,140; Spr 30,5 Nach Hieronymus. 12:8 Du, Herr, wirst uns behueten und uns vor diesen Leuten fuer immer erretten, 12:9 auch wenn die Frevler frei umhergehen und unter den Menschen die Gemeinheit gross wird. 13:1 Klage und Vertrauen in grosser Not [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 13:2 Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? Wie lange noch verbirgst du dein Gesicht vor mir? 6,4; 42,10; 89,47; Klgl 5,20; Hab 1,2 13:3 Wie lange noch muss ich Schmerzen ertragen in meiner Seele, / in meinem Herzen Kummer Tag fuer Tag? Wie lange noch darf mein Feind ueber mich triumphieren? Text korr.; H ist unverstaendlich. 13:4 Blick doch her, erhoere mich, Herr, mein Gott, erleuchte meine Augen, damit ich nicht entschlafe und sterbe, 13:5 damit mein Feind nicht sagen kann: "Ich habe ihn ueberwaeltigt", damit meine Gegner nicht jubeln, weil ich ihnen erlegen bin. 13:6 Ich aber baue auf deine Huld, mein Herz soll ueber deine Hilfe frohlocken. Singen will ich dem Herrn, weil er mir Gutes getan hat. 14:1 Die Torheit der Gottesleugner [Fuer den Chormeister. Von David.] Die Toren sagen in ihrem Herzen: "Es gibt keinen Gott." Sie handeln verwerflich und schnoede; da ist keiner, der Gutes tut. 10,4; Jes 32,6; Mi 7,2; (1-3) Roem 3,10-12; (1-7) Ps 53,1-7 14:2 Der Herr blickt vom Himmel herab auf die Menschen, ob noch ein Verstaendiger da ist, der Gott sucht. 33,13-15 14:3 Alle sind sie abtruennig und verdorben, keiner tut Gutes, auch nicht ein einziger. 12,2; Gen 6,12 14:4 Haben denn all die Uebeltaeter keine Einsicht? Sie verschlingen mein Volk. Sie essen das Brot des Herrn, doch seinen Namen rufen sie nicht an. Mi 3,3 14:5 Es trifft sie Furcht und Schrecken; denn Gott steht auf der Seite der Gerechten. 14:6 Die Plaene der Armen wollt ihr vereiteln, doch ihre Zuflucht ist der Herr. 14:7 Ach, kaeme doch vom Zion Hilfe fuer Israel! / Wenn einst der Herr das Geschick seines Volkes wendet, dann jubelt Jakob, dann freut sich Israel. 126,1f; Jes 35,10 15:1 Die Bedingungen fuer den Eintritt ins Heiligtum [Ein Psalm Davids.] Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelt, wer darf weilen auf deinem heiligen Berg? 15:2 Der makellos lebt und das Rechte tut; / der von Herzen die Wahrheit sagt (2-3) 12,3-5 15:3 und mit seiner Zunge nicht verleumdet; der seinem Freund nichts Boeses antut und seinen Naechsten nicht schmaeht; 15:4 der den Verworfenen verachtet, doch alle, die den Herrn fuerchten, in Ehren haelt; der sein Versprechen nicht aendert, das er seinem Naechsten geschworen hat; Nach G und S; H ist verderbt. 15:5 der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt. Wer sich danach richtet, der wird niemals wanken. Ex 22,24; 23,8 16:1 Gott, der Anteil seiner Getreuen [Ein Lied Davids.] Behuete mich, Gott, denn ich vertraue dir. / 16:2 Ich sage zum Herrn: "Du bist mein Herr; mein ganzes Glueck bist du allein." 73,25 2-4: Sinn von H ist nicht ganz klar. 16:3 An den Heiligen im Lande, den Herrlichen, an ihnen nur hab' ich mein Gefallen. 16:4 Viele Schmerzen leidet, wer fremden Goettern folgt. / Ich will ihnen nicht opfern, ich nehme ihre Namen nicht auf meine Lippen. 16:5 Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du haeltst mein Los in deinen Haenden. 23,5 16:6 Auf schoenem Land fiel mir mein Anteil zu. Ja, mein Erbe gefaellt mir gut. 73,26 mein: ergaenzt nach G und S. 16:7 Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht. 16:8 Ich habe den Herrn bestaendig vor Augen. Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht. (8-11) Apg 2,25-28 16:9 Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit. 16:10 Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis; du laesst deinen Frommen das Grab nicht schauen. Apg 2,31; 13,35 16:11 Du zeigst mir den Pfad zum Leben. / Vor deinem Angesicht herrscht Freude in Fuelle, zu deiner Rechten Wonne fuer alle Zeit. 25,4 17:1 Das Gebet eines Verfolgten [Ein Gebet Davids.] Hoere, Herr, die gerechte Sache, / achte auf mein Flehen, vernimm mein Gebet von Lippen ohne Falsch! 17:2 Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil; denn deine Augen sehen, was recht ist. 17:3 Pruefst du mein Herz, / suchst du mich heim in der Nacht und erprobst mich, dann findest du an mir kein Unrecht. Mein Mund verging sich nicht, / 139,1; Ijob 7,18; 23,10 findest du: Text korr. nach G und S. 17:4 trotz allem, was die Menschen auch treiben; ich halte mich an das Wort deiner Lippen. (4-5) Ijob 23,11f 17:5 Auf dem Weg deiner Gebote gehn meine Schritte, meine Fuesse wanken nicht auf deinen Pfaden. 17:6 Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhoerst mich. Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede! 17:7 Wunderbar erweise deine Huld! Du rettest alle, die sich an deiner Rechten vor den Feinden bergen. (7-8) 36,8; 57,2; 61,5; 63,8; 91,4; Ex 37,9; Mt 23,37 17:8 Behuete mich wie den Augapfel, den Stern des Auges, birg mich im Schatten deiner Fluegel Dtn 32,10; Sach 2,12 17:9 vor den Frevlern, die mich hart bedraengen, vor den Feinden, die mich wuetend umringen. 17:10 Sie haben ihr hartes Herz verschlossen, sie fuehren stolze Worte im Mund, ihr hartes Herz, woertlich: ihr Fett. 17:11 sie lauern mir auf, jetzt kreisen sie mich ein; sie trachten danach, mich zu Boden zu strecken, sie lauern mir auf: Text korr.; H: unsere Schritte. 17:12 so wie der Loewe voll Gier ist zu zerreissen, wie der junge Loewe, der im Hinterhalt lauert. 7,3; 10,9; 22,14.22; 35,17; 57,5; 58,7 17:13 Erheb dich, Herr, tritt dem Frevler entgegen! Wirf ihn zu Boden, mit deinem Schwert entreiss mich ihm! 17:14 Rette mich, Herr, mit deiner Hand vor diesen Leuten, vor denen, die im Leben schon alles haben. Du fuellst ihren Leib mit Guetern, / auch ihre Soehne werden noch satt und hinterlassen den Enkeln, was uebrigbleibt. 73,12 ist verderbt. 17:15 Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen, mich satt sehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache. Num 12,8; Offb 22,4 18:1 Ein Danklied des Koenigs fuer Rettung und Sieg [Fuer den Chormeister. Von David, dem Knecht des Herrn, der dem Herrn die Worte dieses Liedes sang an dem Tag, als ihn der Herr aus der Gewalt all seiner Feinde und aus der Hand Sauls errettet hatte. (1-51) 2 Sam 22,1-51 18:2 Er sprach:] Ich will dich ruehmen, Herr, meine Staerke, Text korr.; H: Ich will dich lieben. 18:3 Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter, mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht. 92,16; 27,5; 31,3; 3,4 18:4 Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!, und ich werde vor meinen Feinden gerettet. 18:5 Mich umfingen die Fesseln des Todes, mich erschreckten die Fluten des Verderbens. 42,8; (5-7) 116,3f 18:6 Die Bande der Unterwelt umstrickten mich, ueber mich fielen die Schlingen des Todes. 18:7 In meiner Not rief ich zum Herrn und schrie zu meinem Gott. Aus seinem Heiligtum hoerte er mein Rufen, mein Hilfeschrei drang an sein Ohr. 18:8 Da wankte und schwankte die Erde, / die Grundfesten der Berge erbebten. Sie wankten, denn sein Zorn war entbrannt. 68,9 18:9 Rauch stieg aus seiner Nase auf, / aus seinem Mund kam verzehrendes Feuer, gluehende Kohlen spruehten aus von ihm. 97,3; Ex 19,18 18:10 Er neigte den Himmel und fuhr herab, zu seinen Fuessen dunkle Wolken. (10-17) 144,5-7 18:11 Er fuhr auf dem Kerub und flog daher; er schwebte auf den Fluegeln des Windes. 99,1; 104,3 18:12 Er huellte sich in Finsternis, in dunkles Wasser und dichtes Gewoelk wie in ein Zelt. 18:13 Von seinem Glanz erstrahlten die Wolken, Hagel fiel nieder und gluehende Kohlen. die Wolken: Text korr. nach G und 2 Sam 22,14. 18:14 Da liess der Herr den Donner im Himmel erdroehnen, der Hoechste liess seine Stimme erschallen. (14-15) 77,18f Text korr. nach G und 2 Sam 22,14; H fuegt am Schluss hinzu: Hagel und gluehende Kohlen. 18:15 Er schoss seine Pfeile und streute sie, er schleuderte Blitze und jagte sie dahin. Text korr. nach 2 Sam 22,15. 18:16 Da wurden sichtbar die Tiefen des Meeres, die Grundfesten der Erde wurden entbloesst vor deinem Drohen, Herr, vor dem Schnauben deines zornigen Atems. 77,17; Ex 15,8 Text korr.; H: des Wassers des Meeres. 18:17 Er griff aus der Hoehe herab und fasste mich, zog mich heraus aus gewaltigen Wassern. 32,6; 144,7 18:18 Er entriss mich meinen maechtigen Feinden, die staerker waren als ich und mich hassten. 18:19 Sie ueberfielen mich am Tag meines Unheils, doch der Herr wurde mein Halt. 18:20 Er fuehrte mich hinaus ins Weite, er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen. 31,9 18:21 Der Herr hat gut an mir gehandelt und mir vergolten, weil ich gerecht bin und meine Haende rein sind. 18:22 Denn ich hielt mich an die Wege des Herrn und fiel nicht ruchlos ab von meinem Gott. 18:23 Ja, ich habe alle seine Gebote vor Augen, weise seine Gesetze niemals ab. 18:24 Ich war vor ihm ohne Makel, ich nahm mich in acht vor der Suende. 18:25 Darum hat der Herr mir vergolten, weil ich gerecht bin und meine Haende rein sind vor seinen Augen. 18:26 Gegen den Treuen zeigst du dich treu, an dem Aufrichtigen handelst du recht. 18:27 Gegen den Reinen zeigst du dich rein, doch falsch gegen den Falschen. 18:28 Dem bedrueckten Volk bringst du Heil, doch die Blicke der Stolzen zwingst du nieder. Ijob 22,29 18:29 Du, Herr, laesst meine Leuchte erstrahlen, mein Gott macht meine Finsternis hell. Ijob 29,3 18:30 Mit dir erstuerme ich Waelle, mit meinem Gott ueberspringe ich Mauern. Text korr.; H ist unklar. 18:31 Vollkommen ist Gottes Weg, / das Wort des Herrn ist im Feuer gelaeutert. Ein Schild ist er fuer alle, die sich bei ihm bergen. 25,4; 12,7; 8,4; Spr 30,5 18:32 Denn wer ist Gott als allein der Herr, wer ist ein Fels, wenn nicht unser Gott? Jes 44,8; Ps 92,16 18:33 Gott hat mich mit Kraft umguertet, er fuehrte mich auf einen Weg ohne Hindernis. 18:34 Er liess mich springen schnell wie Hirsche, auf hohem Weg liess er mich gehen. Hab 3,19; Jes 58,14 Woertlich: auf meinen Hoehen. 18:35 Er lehrte meine Haende zu kaempfen, meine Arme, den ehernen Bogen zu spannen. 144,1 18:36 Du gabst mir deine Hilfe zum Schild, / deine Rechte stuetzt mich; du neigst dich mir zu und machst mich gross. Text korr.; in H andere Vokalisierung. 18:37 Du schaffst meinen Schritten weiten Raum, meine Knoechel wanken nicht. Ijob 18,7 18:38 Ich verfolge meine Feinde und hole sie ein, ich kehre nicht um, bis sie vernichtet sind. 18:39 Ich schlage sie nieder; sie koennen sich nicht mehr erheben, sie fallen und liegen unter meinen Fuessen. 18:40 Du hast mich zum Kampf mit Kraft umguertet, hast alle in die Knie gezwungen, die sich gegen mich erhoben. alle: ergaenzt nach G. 18:41 Meine Feinde hast du zur Flucht gezwungen; ich konnte die vernichten, die mich hassen. 21,13 18:42 Sie schreien, doch hilft ihnen niemand, sie schreien zum Herrn, doch er gibt keine Antwort. 18:43 Ich zermalme sie zu Staub vor dem Wind, schuette sie auf die Strasse wie Unrat. 18:44 Du rettest mich vor zahllosem Kriegsvolk, du machst mich zum Haupt ueber ganze Voelker. Staemme, die ich frueher nicht kannte, sind mir nun untertan. 2,8 Text leicht korr. 18:45 Sobald sie mich nur hoeren, gehorchen sie. Mir huldigen die Soehne der Fremde, 18:46 sie kommen zitternd aus ihren Burgen hervor. Mi 7,17 Text korr.; in H geht eine zusaetzliche Verszeile (46a) voraus: Die Soehne der Fremde verschmachten und kommen. 18:47 Es lebt der Herr! Mein Fels sei gepriesen. Der Gott meines Heils sei hoch erhoben; 92,16 18:48 denn Gott verschaffte mir Vergeltung und unterwarf mir die Voelker. 144,2 18:49 Du hast mich von meinen Feinden befreit, / mich ueber meine Gegner erhoben, dem Mann der Gewalt mich entrissen. 18:50 Darum will ich dir danken, Herr, vor den Voelkern, ich will deinem Namen singen und spielen. 108,4; 7,18; Roem 15,9 18:51 Seinem Koenig verlieh er grosse Hilfe, / Huld erwies er seinem Gesalbten, David und seinem Stamm auf ewig. 20,7; 89,29f; 144,10 19:1 Lob der Schoepfung - Lob des Gesetzes [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 19:2 Die Himmel ruehmen die Herrlichkeit Gottes, vom Werk seiner Haende kuendet das Firmament. 50,6; Sir 43,1f 19:3 Ein Tag sagt es dem andern, eine Nacht tut es der andern kund, 19:4 ohne Worte und ohne Reden, unhoerbar bleibt ihre Stimme. 19:5 Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, ihre Kunde bis zu den Enden der Erde. Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut. Roem 10,18 Text korr. nach G. 19:6 Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Braeutigam; sie frohlockt wie ein Held und laeuft ihre Bahn. Ergaenzt nach G und S. 19:7 Am einen Ende des Himmels geht sie auf / und laeuft bis ans andere Ende; nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen. 19:8 Die Weisung des Herrn ist vollkommen, sie erquickt den Menschen. Das Gesetz des Herrn ist verlaesslich, den Unwissenden macht es weise. (8-9) 12,7 Textvorschlag fuer die Psalmodie: Die Weisung des Herrn ist vollkommen und gut. 19:9 Die Befehle des Herrn sind richtig, sie erfreuen das Herz; das Gebot des Herrn ist lauter, es erleuchtet die Augen. 19:10 Die Furcht des Herrn ist rein, sie besteht fuer immer. Die Urteile des Herrn sind wahr, gerecht sind sie alle. 19:11 Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge. Sie sind suesser als Honig, als Honig aus Waben. 119,72 19:12 Auch dein Knecht laesst sich von ihnen warnen; wer sie beachtet, hat reichen Lohn. 19:13 Wer bemerkt seine eigenen Fehler? Sprich mich frei von Schuld, die mir nicht bewusst ist! 19:14 Behuete deinen Knecht auch vor vermessenen Menschen; sie sollen nicht ueber mich herrschen. Dann bin ich ohne Makel und rein von schwerer Schuld. 19:15 Die Worte meines Mundes moegen dir gefallen; / was ich im Herzen erwaege, stehe dir vor Augen, Herr, mein Fels und mein Erloeser. 92,16 20:1 Bitte fuer den Koenig [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 20:2 Der Herr erhoere dich am Tag' der Not, der Name von Jakobs Gott moege dich schuetzen. Spr 18,10 20:3 Er sende dir Hilfe vom Heiligtum und stehe dir bei vom Zion her. 20:4 An all deine Speiseopfer denke er, nehme dein Brandopfer gnaedig an. [Sela] Woertlich: er erklaere dein Brandopfer fuer fett. 20:5 Er schenke dir, was dein Herz begehrt, und lasse all deine Plaene gelingen. 21,3; 37,4 20:6 Dann wollen wir jubeln ueber deinen Sieg, / im Namen unsres Gottes das Banner erheben. All deine Bitten erfuelle der Herr. 20:7 Nun bin ich gewiss: der Herr schenkt seinem Gesalbten den Sieg; er erhoert ihn von seinem heiligen Himmel her und hilft ihm mit der Macht seiner Rechten. 18,51 20:8 Die einen sind stark durch Wagen, die andern durch Rosse, wir aber sind stark im Namen des Herrn, unsres Gottes. 33,16f; 147,10f; Dtn 20,1; Jdt 9,7; Spr 21,31; Jes 31,1; Hos 1,7 20:9 Sie sind gestuerzt und gefallen; wir bleiben aufrecht und stehen. 20:10 Herr, verleihe dem Koenig den Sieg! Erhoer uns am Tag, da wir rufen! Nach G; H: Herr, gib den Sieg! Der Koenig wird uns antworten am Tag, da wir ihn rufen. 21:1 Dank fuer den Sieg des Koenigs [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 21:2 An deiner Macht, Herr, freut sich der Koenig; ueber deine Hilfe, wie jubelt er laut! 21:3 Du hast ihm den Wunsch seines Herzens erfuellt, ihm nicht versagt, was seine Lippen begehrten. [Sela] 20,5 21:4 Du kamst ihm entgegen mit Segen und Glueck, du kroentest ihn mit einer goldenen Krone. 132,18 21:5 Leben erbat er von dir, du gabst es ihm, viele Tage, fuer immer und ewig. 61,7; 1 Koen 3,14 21:6 Gross ist sein Ruhm durch deine Hilfe, du hast ihn bekleidet mit Hoheit und Pracht. 21:7 Du machst ihn zum Segen fuer immer; wenn du ihn anblickst, schenkst du ihm grosse Freude. Gen 12,2; 48,20; 1 Chr 17,27 21:8 Denn der Koenig vertraut auf den Herrn, die Huld des Hoechsten laesst ihn niemals wanken. 21:9 Deine Hand wird all deine Feinde finden; wer dich hasst, den trifft deine Rechte. 21:10 Du laesst sie gluehen wie einen feurigen Ofen, sobald du erscheinst. Der Herr verschlingt sie im Zorn, das Feuer verzehrt sie. 21:11 Du wirst ihre Brut von der Erde vertilgen; ihr Geschlecht (verschwindet) aus der Mitte der Menschen. 109,13 21:12 Schmieden sie auch boese und listige Plaene, richten sie doch nichts aus gegen dich. 21:13 Du schlaegst sie alle in die Flucht, wenn du mit deinem Bogen auf sie zielst. auf sie, woertlich: auf ihr Gesicht. 21:14 Erhebe dich, Herr, in deiner Macht! Deiner siegreichen Kraft wollen wir singen und spielen. 22:1 Gottverlassenheit und Heilsgewissheit [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Hinde der Morgenroete". Ein Psalm Davids.] 22:2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen, bist fern meinem Schreien, den Worten meiner Klage? Mt 27,46 22:3 Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du gibst keine Antwort; ich rufe bei Nacht und finde doch keine Ruhe. 22:4 Aber du bist heilig, du thronst ueber dem Lobpreis Israels. Jes 6,3 22:5 Dir haben unsre Vaeter vertraut, sie haben vertraut, und du hast sie gerettet. (5-6) 25,2f 22:6 Zu dir riefen sie und wurden befreit, dir vertrauten sie und wurden nicht zuschanden. 22:7 Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Leute Spott, vom Volk verachtet. Ijob 25,6; Jes 41,14; 53,3 22:8 Alle, die mich sehen, verlachen mich, verziehen die Lippen, schuetteln den Kopf: 109,25; Mt 27,39 22:9 "Er waelze die Last auf den Herrn, der soll ihn befreien! Der reisse ihn heraus, wenn er an ihm Gefallen hat." Weish 2,18-20; Mt 27,43 Er waelze: Text korr.; H: Waelze. 22:10 Du bist es, der mich aus dem Schoss meiner Mutter zog, mich barg an der Brust der Mutter. Jes 44,2.24 22:11 Von Geburt an bin ich geworfen auf dich, vom Mutterleib an bist du mein Gott. 71,6 22:12 Sei mir nicht fern, denn die Not ist nahe, und niemand ist da, der hilft. 22,20; 35,22; 38,22f; 40,14; 71,12 22:13 Viele Stiere umgeben mich, Bueffel von Baschan umringen mich. 22:14 Sie sperren gegen mich ihren Rachen auf, reissende, bruellende Loewen. 17,12; 1 Petr 5,8 22:15 Ich bin hingeschuettet wie Wasser, / geloest haben sich all meine Glieder. Mein Herz ist in meinem Leib wie Wachs zerflossen. 22:16 Meine Kehle ist trocken wie eine Scherbe, / die Zunge klebt mir am Gaumen, du legst mich in den Staub des Todes. Joh 19,28 Meine Kehle: Text korr.; H: Meine Kraft. 22:17 Viele Hunde umlagern mich, / eine Rotte von Boesen umkreist mich. Sie durchbohren mir Haende und Fuesse. Viele: ergaenzt nach G und der aramaeischen Uebersetzung. Sie durchbohren: Uebersetzung unsicher; Text korr. nach G; H: wie ein Loewe. 22:18 Man kann all meine Knochen zaehlen; sie gaffen und weiden sich an mir. 22:19 Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand. Mt 27,35; Joh 19,23f 22:20 Du aber, Herr, halte dich nicht fern! Du, meine Staerke, eil mir zu Hilfe! 22,12 22:21 Entreisse mein Leben dem Schwert, mein einziges Gut aus der Gewalt der Hunde! 22:22 Rette mich vor dem Rachen des Loewen, vor den Hoernern der Bueffel rette mich Armen! 17,12; 2 Tim 4,17 Nach G und S; H: vor den Hoernern der Bueffel hast du mich erhoert. 22:23 Ich will deinen Namen meinen Bruedern verkuenden, inmitten der Gemeinde dich preisen. 22,26; 9,15; 26,12; 35,18; 40,10f; 107,32; 109,30; 111,1; Hebr 2,12 22:24 Die ihr den Herrn fuerchtet, preist ihn, / ihr alle vom Stamm Jakobs, ruehmt ihn; erschauert alle vor ihm, ihr Nachkommen Israels! 22:25 Denn er hat nicht verachtet, nicht verabscheut das Elend des Armen. Er verbirgt sein Gesicht nicht vor ihm; er hat auf sein Schreien gehoert. 22:26 Deine Treue preise ich in grosser Gemeinde; ich erfuelle meine Geluebde vor denen, die Gott fuerchten. 66,13 22:27 Die Armen sollen essen und sich saettigen; / den Herrn sollen preisen, die ihn suchen. Aufleben soll euer Herz fuer immer. 69,33 22:28 Alle Enden der Erde sollen daran denken / und werden umkehren zum Herrn: Vor ihm werfen sich alle Staemme der Voelker nieder. Jes 45,22; Tob 13,13 Text korr. nach mehreren G-Handschriften und S; H: Vor dir. 22:29 Denn der Herr regiert als Koenig; er herrscht ueber die Voelker. 24,7-10 22:30 Vor ihm allein sollen niederfallen die Maechtigen der Erde, vor ihm sich alle niederwerfen, die in der Erde ruhen. [Meine Seele, sie lebt fuer ihn; H ist stark verderbt. 22:31 mein Stamm wird ihm dienen.] Vom Herrn wird man dem kuenftigen Geschlecht erzaehlen, / (31-32) 48,14; 71,18; 78,3-6; 102,19; 145,4 22:32 seine Heilstat verkuendet man dem kommenden Volk; denn er hat das Werk getan. 23:1 Der gute Hirt [Ein Psalm Davids.] Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. 80,2; 95,7; Gen 48,15; Jes 40,11; Ez 34,2; Mi 7,14; Joh 10,11 23:2 Er laesst mich lagern auf gruenen Auen und fuehrt mich zum Ruheplatz am Wasser. Ez 34,13-15; Offb 7,17 23:3 Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen. 25,4; Spr 4,11 23:4 Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fuerchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. Jes 50,10 23:5 Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Oel, du fuellst mir reichlich den Becher. 36,9; 92,11; 16,5 23:6 Lauter Guete und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Haus des Herrn darf ich wohnen fuer lange Zeit. 27,4; 42,3; 63,3; 65,5; 84,3-5.11 im Haus . . . wohnen: Text korr. nach G, S und der aramaeischen Uebersetzung; H: ins Haus des Herrn kehre ich zurueck. 24:1 Der Einzug des Herrn in sein Heiligtum [Ein Psalm Davids.] Dem Herrn gehoert die Erde und was sie erfuellt, der Erdkreis und seine Bewohner. 50,12; 89,12; 95,5; 136,6; Ex 9,29; Dtn 10,14; Jes 42,5; 1 Kor 10,26 24:2 Denn er hat ihn auf Meere gegruendet, ihn ueber Stroemen befestigt. 24:3 Wer darf hinaufziehn zum Berg des Herrn, wer darf stehn an seiner heiligen Staette? (3-6) 118,19f 24:4 Der reine Haende hat und ein lauteres Herz, der nicht betruegt und keinen Meineid schwoert. 24:5 Er wird Segen empfangen vom Herrn und Heil von Gott, seinem Helfer. 24:6 Das sind die Menschen, die nach ihm fragen, die dein Antlitz suchen, Gott Jakobs. [Sela] 27,8 Nach S. 24:7 Ihr Tore, hebt euch nach oben, / hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der Koenig der Herrlichkeit. (7-10) 10,16; 22,29; 29,10; 47,8f; 93,1; 96,10; 97,1; 98,6; 99,1; 145,11; 146,10; Ex 15,18; Jes 52,7 24:8 Wer ist der Koenig der Herrlichkeit? Der Herr, stark und gewaltig, der Herr, maechtig im Kampf. 24:9 Ihr Tore, hebt euch nach oben, / hebt euch, ihr uralten Pforten; denn es kommt der Koenig der Herrlichkeit. 24:10 Wer ist der Koenig der Herrlichkeit? Der Herr der Heerscharen, er ist der Koenig der Herrlichkeit. [Sela] 25:1 Die Bitte um Vergebung und Leitung [Von David.] Zu dir, Herr, erhebe ich meine Seele. 86,4; 143,8 25:2 Mein Gott, auf dich vertraue ich. Lass mich nicht scheitern, lass meine Feinde nicht triumphieren! 25:3 Denn niemand, der auf dich hofft, wird zuschanden; zuschanden wird, wer dir schnoede die Treue bricht. Jes 49,23 25:4 Zeige mir, Herr, deine Wege, lehre mich deine Pfade! 5,9; 16,11; 27,11; 86,11; 119,30.35; 128,1; 139,24; 143,8; Ijob 21,14 25:5 Fuehre mich in deiner Treue und lehre mich; / denn du bist der Gott meines Heiles. Auf dich hoffe ich allezeit. 25:6 Denk an dein Erbarmen, Herr, / und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit. 25:7 Denk nicht an meine Jugendsuenden und meine Frevel! In deiner Huld denk an mich, Herr, denn du bist guetig. Ijob 13,26 25:8 Gut und gerecht ist der Herr, darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg. 25:9 Die Demuetigen leitet er nach seinem Recht, die Gebeugten lehrt er seinen Weg. 25:10 Alle Pfade des Herrn sind Huld und Treue denen, die seinen Bund und seine Gebote bewahren. Tob 3,2 25:11 Um deines Namens willen, Herr, verzeih mir; denn meine Schuld ist gross. 25:12 Wer ist der Mann, der Gott fuerchtet? Ihm zeigt er den Weg, den er waehlen soll. 32,8 25:13 Dann wird er wohnen im Glueck, seine Kinder werden das Land besitzen. 37,9.29 25:14 Die sind Vertraute des Herrn, die ihn fuerchten; er weiht sie ein in seinen Bund. 25:15 Meine Augen schauen stets auf den Herrn; denn er befreit meine Fuesse aus dem Netz. 123,1f; 141,8f 25:16 Wende dich mir zu und sei mir gnaedig; denn ich bin einsam und gebeugt. 86,16; 119,132 25:17 Befrei mein Herz von der Angst, fuehre mich heraus aus der Bedraengnis! Text korr.; H: Noete haben mein Herz weit (einsichtig?) gemacht. 25:18 Sieh meine Not und Plage an, und vergib mir all meine Suenden! 25:19 Sieh doch, wie zahlreich meine Feinde sind, mit welch toedlichem Hass sie mich hassen! 3,2 25:20 Erhalte mein Leben und rette mich, / lass mich nicht scheitern! Denn ich nehme zu dir meine Zuflucht. 86,2 25:21 Unschuld und Redlichkeit moegen mich schuetzen, denn ich hoffe auf dich, o Herr. o Herr: ergaenzt nach G. 25:22 O Gott, erloese Israel aus all seinen Noeten! 130,8 26:1 Die Bitte eines unschuldig Verfolgten [Von David.] Verschaff mir Recht, o Herr; denn ich habe ohne Schuld gelebt. Dem Herrn habe ich vertraut, ohne zu wanken. 59,4f 26:2 Erprobe mich, Herr, und durchforsche mich, pruefe mich auf Herz und Nieren! 7,10; 17,3; 139,23 26:3 Denn mir stand deine Huld vor Augen, ich ging meinen Weg in Treue zu dir. 119,1; 86,11 26:4 Ich sass nicht bei falschen Menschen, mit Heuchlern hatte ich keinen Umgang. (4-5) 1,1 26:5 Verhasst ist mir die Schar derer, die Unrecht tun; ich sitze nicht bei den Frevlern. 26:6 Ich wasche meine Haende in Unschuld; ich umschreite, Herr, deinen Altar, 73,13; Dtn 21,6f; Mt 27,24 26:7 um laut dein Lob zu verkuenden und all deine Wunder zu erzaehlen. 26:8 Herr, ich liebe den Ort, wo dein Tempel steht, die Staette, wo deine Herrlichkeit wohnt. 27,4 26:9 Raff mich nicht hinweg mit den Suendern, nimm mir nicht das Leben zusammen mit dem der Moerder! 28,3 26:10 An ihren Haenden klebt Schandtat, ihre Rechte ist voll von Bestechung. Ex 23,8 26:11 Ich aber gehe meinen Weg ohne Schuld. Erloese mich, und sei mir gnaedig! 26:12 Mein Fuss steht auf festem Grund. Den Herrn will ich preisen in der Gemeinde. 22,23 27:1 Die Gemeinschaft mit Gott [Von David.] Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fuerchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen? 97,11; 56,5; Mi 7,8 27:2 Dringen Frevler auf mich ein, um mich zu verschlingen, meine Bedraenger und Feinde, sie muessen straucheln und fallen. Ijob 19,22 27:3 Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht. 3,7 27:4 Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens, die Freundlichkeit des Herrn zu schauen und nachzusinnen in seinem Tempel. 23,6 27:5 Denn er birgt mich in seinem Haus am Tag' des Unheils; er beschirmt mich im Schutz seines Zeltes, er hebt mich auf einen Felsen empor. 31,21 27:6 Nun kann ich mein Haupt erheben ueber die Feinde, die mich umringen. Ich will Opfer darbringen in seinem Zelt, Opfer mit Jubel; dem Herrn will ich singen und spielen. 27:7 Vernimm, o Herr, mein lautes Rufen; sei mir gnaedig, und erhoere mich! 27:8 Mein Herz denkt an dein Wort: "Sucht mein Angesicht!" Dein Angesicht, Herr, will ich suchen. 24,6; 105,4; Dtn 4,29 27:9 Verbirg nicht dein Gesicht vor mir; / weise deinen Knecht im Zorn nicht ab! Du wurdest meine Hilfe. Verstoss mich nicht, verlass mich nicht, du Gott meines Heiles! 27:10 Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, der Herr nimmt mich auf. Jes 49,15 27:11 Zeige mir, Herr, deinen Weg, leite mich auf ebener Bahn trotz meiner Feinde! 25,4 27:12 Gib mich nicht meinen gierigen Gegnern preis; denn falsche Zeugen stehen gegen mich auf und wueten. 35,11 27:13 Ich aber bin gewiss, zu schauen die Guete des Herrn im Land der Lebenden. 52,7; 56,14; 116,9; 142,6; Jes 38,11 27:14 Hoffe auf den Herrn, und sei stark! Hab festen Mut, und hoffe auf den Herrn! 31,25 28:1 Hilferuf in Todesgefahr und Dank fuer Erhoerung [Von David.] Zu dir rufe ich, Herr, mein Fels. Wende dich nicht schweigend ab von mir! Denn wolltest du schweigen, wuerde ich denen gleich, die laengst begraben sind. 92,16; 143,7 28:2 Hoere mein lautes Flehen, wenn ich zu dir schreie, wenn ich die Haende zu deinem Allerheiligsten erhebe. 134,2; Dan 6,11 28:3 Raff mich nicht weg mit den Uebeltaetern und Frevlern, / die ihren Naechsten freundlich gruessen, doch Boeses hegen in ihrem Herzen. 26,9; 62,5; Spr 26,24-28 28:4 Vergilt ihnen, wie es ihrem Treiben entspricht und ihren boesen Taten. Vergilt ihnen, wie es das Werk ihrer Haende verdient. Wende ihr Tun auf sie selbst zurueck! 62,13 28:5 Denn sie achten nicht auf das Walten des Herrn und auf das Werk seiner Haende. Darum reisst er sie nieder und richtet sie nicht wieder auf. Jes 5,12f 28:6 Der Herr sei gepriesen. Denn er hat mein lautes Flehen erhoert. 28:7 Der Herr ist meine Kraft und mein Schild, mein Herz vertraut ihm. Mir wurde geholfen. Da jubelte mein Herz; ich will ihm danken mit meinem Lied. 28:8 Der Herr ist die Staerke seines Volkes, er ist Schutz und Heil fuer seinen Gesalbten. Text korr. nach G und S. 28:9 Hilf deinem Volk, und segne dein Erbe, fuehre und trage es in Ewigkeit! 29,11; Dtn 9,29 29:1 Gottes Herrlichkeit im Gewitter [Ein Psalm Davids.] Bringt dar dem Herrn, ihr Himmlischen, bringt dar dem Herrn Lob und Ehre! 103,20f 29:2 Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, werft euch nieder vor dem Herrn in heiligem Schmuck! 96,8f 29:3 Die Stimme des Herrn erschallt ueber den Wassern. / Der Gott der Herrlichkeit donnert, der Herr ueber gewaltigen Wassern. (3-4) Ijob 37,4 29:4 Die Stimme des Herrn ertoent mit Macht, die Stimme des Herrn voll Majestaet. 29:5 Die Stimme des Herrn zerbricht die Zedern, der Herr zerschmettert die Zedern des Libanon. 29:6 Er laesst den Libanon huepfen wie ein Kalb, wie einen Wildstier den Sirjon. 114,4; Dtn 3,8f 29:7 Die Stimme des Herrn sprueht flammendes Feuer, / 29:8 die Stimme des Herrn laesst die Wueste beben, beben laesst der Herr die Wueste von Kadesch. 29:9 Die Stimme des Herrn wirbelt Eichen empor, / sie reisst ganze Waelder kahl. In seinem Palast rufen alle: O herrlicher Gott! Text korr. durch Vokalaenderung; andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Die Stimme des Herrn versetzt Hirschkuehe in Wehen, bringt die Ziegen zur Fruehgeburt. 29:10 Der Herr thront ueber der Flut, der Herr thront als Koenig in Ewigkeit. 24,7-10; Bar 3,3 29:11 Der Herr gebe Kraft seinem Volk. Der Herr segne sein Volk mit Frieden. 28,9 30:1 Dank fuer die Rettung aus Todesnot [Ein Psalm. Ein Lied zur Tempelweihe. Von David.] Esra 6,16; 1 Makk 4,36-54 30:2 Ich will dich ruehmen, Herr, / denn du hast mich aus der Tiefe gezogen und laesst meine Feinde nicht ueber mich triumphieren. 30:3 Herr, mein Gott, ich habe zu dir geschrien, und du hast mich geheilt. Ex 15,26 30:4 Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen. 9,14 30:5 Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, preist seinen heiligen Namen! 7,18; 97,12 Woertlich: preist sein heiliges Gedenken. 30:6 Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, doch seine Guete ein Leben lang. Wenn man am Abend auch weint, am Morgen herrscht wieder Jubel. Jes 54,7f 30:7 Im sicheren Glueck dachte ich einst: Ich werde niemals wanken. 30:8 Herr, in deiner Guete stelltest du mich auf den schuetzenden Berg. Doch dann hast du dein Gesicht verborgen. Da bin ich erschrocken. auf den schuetzenden Berg, woertlich: auf feste Berge. 30:9 Zu dir, Herr, rief ich um Hilfe, ich flehte meinen Herrn um Gnade an. 30:10 (Ich sagte:) / Was nuetzt dir mein Blut, wenn ich begraben bin? Kann der Staub dich preisen, deine Treue verkuenden? 6,6 30:11 Hoere mich, Herr, sei mir gnaedig! Herr, sei du mein Helfer! 30:12 Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umguertet. 126; Jes 61,3 30:13 Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. Text korr. nach G. 31:1 Gott, die sichere Zuflucht [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 31:2 Herr, ich suche Zuflucht bei dir. / Lass mich doch niemals scheitern; rette mich in deiner Gerechtigkeit! (2-4) 71,1-3 31:3 Wende dein Ohr mir zu, erloese mich bald! Sei mir ein schuetzender Fels, eine feste Burg, die mich rettet. 102,3 31:4 Denn du bist mein Fels und meine Burg; um deines Namens willen wirst du mich fuehren und leiten. 92,16; 23,3 31:5 Du wirst mich befreien aus dem Netz, das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht. 25,15; 140,6 31:6 In deine Haende lege ich voll Vertrauen meinen Geist; du hast mich erloest, Herr, du treuer Gott. Lk 23,46; Apg 7,59 31:7 Dir sind alle verhasst, die nichtige Goetzen verehren, ich aber verlasse mich auf den Herrn. Dir sind: Text korr. nach G, S und Vg; H: Mir sind. 31:8 Ich will jubeln und ueber deine Huld mich freuen; / denn du hast mein Elend angesehn, du bist mit meiner Not vertraut. 9,3 31:9 Du hast mich nicht preisgegeben der Gewalt meines Feindes, hast meinen Fuessen freien Raum geschenkt. 18,20 31:10 Herr, sei mir gnaedig, denn mir ist angst; vor Gram zerfallen mir Auge, Seele und Leib. 6,8; (10-11) 38,11 31:11 In Kummer schwindet mein Leben dahin, meine Jahre verrinnen im Seufzen. Meine Kraft ist ermattet im Elend, meine Glieder sind zerfallen. 6,3 im Elend: Text korr. nach G und S; H: in meiner Schuld. 31:12 Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, / ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; wer mich auf der Strasse sieht, der flieht vor mir. 38,12; 41,10; 44,14f; 55,13f; 69,9.12f; 79,4; 88,9.19; 89,42; Ijob 19,13-19 Text korr. 31:13 Ich bin dem Gedaechtnis entschwunden wie ein Toter, bin geworden wie ein zerbrochenes Gefaess. 31:14 Ich hoere das Zischeln der Menge - Grauen ringsum. / Sie tun sich gegen mich zusammen; sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben. 41,6; Jer 20,10 31:15 Ich aber, Herr, ich vertraue dir, ich sage: "Du bist mein Gott." 140,7 31:16 In deiner Hand liegt mein Geschick; entreiss mich der Hand meiner Feinde und Verfolger! 139,16 31:17 Lass dein Angesicht leuchten ueber deinem Knecht, hilf mir in deiner Guete! 4,7 31:18 Herr, lass mich nicht scheitern, denn ich rufe zu dir. Scheitern sollen die Frevler, verstummen und hinabfahren ins Reich der Toten. 31:19 Jeder Mund, der luegt, soll sich schliessen, der Mund, der frech gegen den Gerechten redet, hochmuetig und veraechtlich. 31:20 Wie gross ist deine Guete, Herr, die du bereithaeltst fuer alle, die dich fuerchten und ehren; du erweist sie allen, die sich vor den Menschen zu dir fluechten. Herr: ergaenzt nach G. 31:21 Du beschirmst sie im Schutz deines Angesichts vor dem Toben der Menschen. Wie unter einem Dach bewahrst du sie vor dem Gezaenk der Zungen. 27,5; Ijob 5,21 31:22 Gepriesen sei der Herr, der wunderbar an mir gehandelt und mir seine Guete erwiesen hat zur Zeit der Bedraengnis. zur Zeit der Bedraengnis: Text korr.; H: in der befestigten Stadt. 31:23 Ich aber dachte in meiner Angst: Ich bin aus deiner Naehe verstossen. Doch du hast mein lautes Flehen gehoert, als ich zu dir um Hilfe rief. Jona 2,5 31:24 Liebt den Herrn, all seine Frommen! / Seine Getreuen behuetet der Herr, doch den Hochmuetigen vergilt er ihr Tun mit vollem Mass. 62,13 31:25 Euer Herz sei stark und unverzagt, ihr alle, die ihr wartet auf den Herrn. 27,14 32:1 Freude ueber die Vergebung [Von David. Ein Weisheitslied.] Wohl dem, dessen Frevel vergeben und dessen Suende bedeckt ist. 65,4; 78,38; 85,3; 103,3; Jes 1,18; 38,17; Jer 31,34; 1 Joh 1,9; (1-2) Roem 4,7f 32:2 Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt und dessen Herz keine Falschheit kennt. 32:3 Solang' ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, den ganzen Tag musste ich stoehnen. 32:4 Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht; meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers. [Sela] 38,3; 102,5f Text korr. 32:5 Da bekannte ich dir meine Suende und verbarg nicht laenger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. Und du hast mir die Schuld vergeben. [Sela] 38,19 32:6 Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen. 66,12 Text korr.; H ist verderbt. 32:7 Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; du rettest mich und huellst mich in Jubel. [Sela] 32:8 "Ich unterweise dich und zeige dir den Weg, den du gehen sollst. Ich will dir raten; ueber dir wacht mein Auge." 25,12; 119,1; 33,18 32:9 Werdet nicht wie Ross und Maultier, die ohne Verstand sind. Mit Zaum und Zuegel muss man ihr Ungestuem baendigen, sonst folgen sie dir nicht. 32:10 Der Frevler leidet viele Schmerzen, doch wer dem Herrn vertraut, den wird er mit seiner Huld umgeben. 32:11 Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen! 33,1 33:1 Ein Loblied auf den maechtigen und guetigen Gott Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn; fuer die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben. 32,11; 92,2 33:2 Preist den Herrn mit der Zither, spielt fuer ihn auf der zehnsaitigen Harfe! 92,4 33:3 Singt ihm ein neues Lied, greift voll in die Saiten und jubelt laut! 40,4; 96,1; 98,1; 144,9; 149,1; Jdt 16,1.13; Jes 42,10; Offb 5,9; 14,3 33:4 Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig, all sein Tun ist verlaesslich. 33:5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht, die Erde ist erfuellt von der Huld des Herrn. 119,64 33:6 Durch das Wort des Herrn wurden die Himmel geschaffen, ihr ganzes Heer durch den Hauch seines Mundes. Gen 1,6-8.14-18; Joh 1,3 33:7 Wie in einem Schlauch fasst er das Wasser des Meeres, verschliesst die Urflut in Kammern. Ijob 38,8-11 Text korr. nach G, Vg und der aramaeischen Uebersetzung. 33:8 Alle Welt fuerchte den Herrn; vor ihm sollen alle beben, die den Erdkreis bewohnen. 67,8 33:9 Denn der Herr sprach, und sogleich geschah es; er gebot, und alles war da. 148,5; Gen 1,3-26; Sir 39,16; Jes 48,13 33:10 Der Herr vereitelt die Beschluesse der Heiden, er macht die Plaene der Voelker zunichte. (10-11) Spr 19,21 33:11 Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, die Plaene seines Herzens ueberdauern die Zeiten. Jes 40,8; 46,10 33:12 Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, der Nation, die er sich zum Erbteil erwaehlt hat. 144,15; Ex 19,6; Dtn 7,6 33:13 Der Herr blickt herab vom Himmel, er sieht auf alle Menschen. (13-15) 14,2; 102,20; 2 Chr 16,9; Ijob 34,21; Sir 15,18f 33:14 Von seinem Thronsitz schaut er nieder auf alle Bewohner der Erde. 33:15 Der ihre Herzen gebildet hat, er achtet auf all ihre Taten. 94,9-11 33:16 Dem Koenig hilft nicht sein starkes Heer, der Held rettet sich nicht durch grosse Staerke. (16-17) 20,8; 1 Sam 14,6; 17,45-47 33:17 Nichts nuetzen die Rosse zum Sieg, mit all ihrer Kraft koennen sie niemand retten. 33:18 Doch das Auge des Herrn ruht auf allen, die ihn fuerchten und ehren, die nach seiner Guete ausschaun; 32,8; 34,16; Sir 34,19 33:19 denn er will sie dem Tod entreissen und in der Hungersnot ihr Leben erhalten. 37,19; Ijob 5,20 33:20 Unsre Seele hofft auf den Herrn; er ist fuer uns Schild und Hilfe. 3,4; 115,9-11 33:21 Ja, an ihm freut sich unser Herz, wir vertrauen auf seinen heiligen Namen. 33:22 Lass deine Guete ueber uns walten, o Herr, denn wir schauen aus nach dir. 90,17 34:1 Unter Gottes Schutz [Von David, als er sich vor Abimelech wahnsinnig stellte und dieser ihn fortjagte und er ging.] 1 Sam 21,11-16 34:2 Ich will den Herrn allezeit preisen; immer sei sein Lob in meinem Mund. 145,2 34:3 Meine Seele ruehme sich des Herrn; die Armen sollen es hoeren und sich freuen. 34:4 Verherrlicht mit mir den Herrn, lasst uns gemeinsam seinen Namen ruehmen. 34:5 Ich suchte den Herrn, und er hat mich erhoert, er hat mich all meinen Aengsten entrissen. 34:6 Blickt auf zu ihm, so wird euer Gesicht leuchten, und ihr braucht nicht zu erroeten. euer Gesicht: Text korr.; H: ihr Gesicht. 34:7 Da ist ein Armer; er rief, und der Herr erhoerte ihn. Er half ihm aus all seinen Noeten. 91,15 34:8 Der Engel des Herrn umschirmt alle, die ihn fuerchten und ehren, und er befreit sie. 35,5f; 91,11; Gen 32,2f; Ex 14,19 34:9 Kostet und seht, wie guetig der Herr ist; wohl dem, der zu ihm sich fluechtet! 1 Petr 2,3 34:10 Fuerchtet den Herrn, ihr seine Heiligen; denn wer ihn fuerchtet, leidet keinen Mangel. 34:11 Reiche muessen darben und hungern; wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren. Lk 1,53 Reiche: Text korr. nach G und S; H: junge Loewen. 34:12 Kommt, ihr Kinder, hoert mir zu! Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen. 34:13 Wer ist der Mensch, der das Leben liebt und gute Tage zu sehen wuenscht? (13-17) 1 Petr 3,10-12 34:14 Bewahre deine Zunge vor Boesem und deine Lippen vor falscher Rede! 34:15 Meide das Boese, und tu das Gute; suche Frieden, und jage ihm nach! 37,27; Spr 3,7; Hebr 12,14 34:16 Die Augen des Herrn blicken auf die Gerechten, seine Ohren hoeren ihr Schreien. 33,18 34:17 Das Antlitz des Herrn richtet sich gegen die Boesen, um ihr Andenken von der Erde zu tilgen. 109,15; Ijob 18,17 34:18 Schreien die Gerechten, so hoert sie der Herr; er entreisst sie all ihren Aengsten. die Gerechten: ergaenzt nach G, S und der aramaeischen Uebersetzung. 34:19 Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind. 51,19; 145,18 34:20 Der Gerechte muss viel leiden, doch allem wird der Herr ihn entreissen. 2 Kor 1,5 34:21 Er behuetet all seine Glieder, nicht eines von ihnen wird zerbrochen. 34:22 Den Frevler wird seine Bosheit toeten; wer den Gerechten hasst, muss es buessen. 34:23 Der Herr erloest seine Knechte; straflos bleibt, wer zu ihm sich fluechtet. 35:1 Bitte um Rettung vor falschen Anklaegern [Von David.] Streite, Herr, gegen alle, die gegen mich streiten, bekaempfe alle, die mich bekaempfen! 35:2 Ergreife Schild und Waffen; steh auf, um mir zu helfen! 35:3 Schwing den Speer und die Lanze gegen meine Verfolger! Sag zu mir: "Ich bin deine Hilfe." 35:4 In Schmach und Schande sollen alle fallen, die mir nach dem Leben trachten. Zurueckweichen sollen sie und vor Scham erroeten, die auf mein Unglueck sinnen. 40,15 35:5 Sie sollen werden wie Spreu vor dem Wind; der Engel des Herrn stosse sie fort. 1,4; 83,14; 34,8 35:6 Ihr Weg soll finster und schluepfrig sein; der Engel des Herrn verfolge sie. 73,18; Jer 23,12 35:7 Denn sie haben mir ohne Grund ein Netz gelegt, mir ohne Grund eine Grube gegraben. Jer 18,20; (7-8) Kap 7,16; Ijob 18,8f 35:8 Unvermutet ereile ihn das Verderben; / er fange sich selbst in seinem Netz, er falle in die eigene Grube. Woertlich: er falle hinein zum Verderben. 35:9 Meine Seele aber wird jubeln ueber den Herrn und sich ueber seine Hilfe freuen. 35:10 Mit Leib und Seele will ich sagen: Herr, wer ist wie du? Du entreisst den Schwachen dem, der staerker ist, den Schwachen und Armen dem, der ihn ausraubt. 71,19; 77,14; 89,7f; 113,5; Ex 15,11 Woertlich: Alle meine Knochen sollen sagen. 35:11 Da treten ruchlose Zeugen auf. Man wirft mir Dinge vor, von denen ich nichts weiss. 27,12; Mt 26,59f 35:12 Sie vergelten mir Gutes mit Boesem; ich bin verlassen und einsam. 38,21; 109,5; Jer 18,20 ich bin . . . einsam, woertlich: Kinderlosigkeit meiner Seele. 35:13 Ich aber zog ein Busskleid an, als sie erkrankten, / und quaelte mich ab mit Fasten. Nun kehre mein Gebet zurueck in meine Brust. 109,4 35:14 Als waere es ein Freund oder ein Bruder, so ging ich betruebt umher, wie man Leid traegt um die Mutter, trauernd und tief gebeugt. 35:15 Doch als ich stuerzte, lachten sie und taten sich zusammen. Sie taten sich gegen mich zusammen wie Fremde, die ich nicht kenne. Sie hoeren nicht auf, mich zu schmaehen; / H ist unverstaendlich. 35:16 sie verhoehnen und verspotten mich, knirschen gegen mich mit den Zaehnen. Text korr. 35:17 Herr, wie lange noch wirst du das ansehn? / Rette mein Leben vor den wilden Tieren, mein einziges Gut vor den Loewen! 17,12 35:18 Ich will dir danken in grosser Gemeinde, vor zahlreichem Volk dich preisen. 22,23 35:19 Ueber mich sollen die sich nicht freuen, die mich ohne Grund befeinden. Sie sollen nicht mit den Augen zwinkern, die mich grundlos hassen. 25,19; 69,5; Joh 15,25 35:20 Denn was sie reden, dient nicht dem Frieden; gegen die Stillen im Land ersinnen sie listige Plaene. 35:21 Sie reissen den Mund gegen mich auf und sagen: "Dir geschieht recht. Jetzt sehen wir's mit eigenen Augen." 40,16; Klgl 2,16 35:22 Du hast es gesehen, Herr. So schweig doch nicht! Herr, bleib mir nicht fern! 38,22; Hab 1,13; Ps 22,12 35:23 Wach auf, tritt ein fuer mein Recht, verteidige mich, mein Gott und mein Herr! 35:24 Verschaff mir Recht nach deiner Gerechtigkeit, Herr, mein Gott! Sie sollen sich ueber mich nicht freuen. 35:25 Lass sie nicht denken: "Recht so! Das freut uns." Sie sollen nicht sagen: "Wir haben ihn verschlungen." 35:26 In Schmach und Schande sollen alle fallen, die sich ueber mein Unglueck freuen, in Schimpf und Schande sich kleiden, die gegen mich prahlen. 40,15 35:27 Alle sollen sich freuen und jubeln, die wuenschen, dass ich im Recht bin. Sie sollen jederzeit sagen: "Gross ist der Herr, er will das Heil seines Knechtes." 40,17 35:28 Meine Zunge soll deine Gerechtigkeit verkuenden, dein Lob alle Tage. 71,15 36:1 Gott, die Quelle des Lebens [Fuer den Chormeister. Von David, dem Knecht des Herrn.] 36:2 Der Frevler spricht: "Ich bin entschlossen zum Boesen." In seinen Augen gibt es kein Erschrecken vor Gott. 14,1; Roem 3,18 Text korr. nach G. 36:3 Er gefaellt sich darin, sich schuldig zu machen und zu hassen. 36:4 Die Worte seines Mundes sind Trug und Unheil; er hat es aufgegeben, weise und gut zu handeln. 36:5 Unheil plant er auf seinem Lager, / er betritt schlimme Wege und scheut nicht das Boese. Mi 2,1 36:6 Herr, deine Guete reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn. 57,11; 108,5 36:7 Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, deine Urteile sind tief wie das Meer. Herr, du hilfst Menschen und Tieren. 36:8 Gott, wie koestlich ist deine Huld! Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Fluegel, / 17,7f 36:9 sie laben sich am Reichtum deines Hauses; du traenkst sie mit dem Strom deiner Wonnen. 65,5; 46,5 36:10 Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht. 16,11; 97,11; Jer 2,13; Joh 4,14 36:11 Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen! 36:12 Lass mich nicht kommen unter den Fuss der Stolzen; die Hand der Frevler soll mich nicht vertreiben. 36:13 Dann brechen die Boesen zusammen, sie werden niedergestossen und koennen nie wieder aufstehn. 37:1 Gott, der Anwalt der Guten [Von David.] Errege dich nicht ueber die Boesen, wegen der Uebeltaeter ereifere dich nicht! Spr 23,17; 24,19 37:2 Denn sie verwelken schnell wie das Gras, wie gruenes Kraut verdorren sie. 90,5f 37:3 Vertrau auf den Herrn und tu das Gute, bleib wohnen im Land und bewahre Treue! 37:4 Freu dich innig am Herrn! Dann gibt er dir, was dein Herz begehrt. 20,5 37:5 Befiehl dem Herrn deinen Weg und vertrau ihm; er wird es fuegen. 119,1; 55,23; Spr 3,5; 16,3 37:6 Er bringt deine Gerechtigkeit heraus wie das Licht und dein Recht so hell wie den Mittag. Ijob 11,17; Spr 4,18 37:7 Sei still vor dem Herrn und harre auf ihn! / Erhitze dich nicht ueber den Mann, dem alles gelingt, den Mann, der auf Raenke sinnt. dem alles gelingt, woertlich: dem sein Weg gelingt. 37:8 Steh ab vom Zorn und lass den Grimm; erhitze dich nicht, es fuehrt nur zu Boesem. Eph 4,26 37:9 Denn die Boesen werden ausgetilgt; die aber auf den Herrn hoffen, werden das Land besitzen. 25,13 37:10 Eine Weile noch, und der Frevler ist nicht mehr da; schaust du nach seiner Wohnung - sie ist nicht mehr zu finden. Ijob 20,8f 37:11 Doch die Armen werden das Land bekommen, sie werden Glueck in Fuelle geniessen. Mt 5,5 37:12 Der Frevler sinnt auf Raenke gegen den Gerechten und knirscht gegen ihn mit den Zaehnen. 37:13 Der Herr verlacht ihn, denn er sieht, dass sein Tag kommt. 59,9; Ijob 18,20 37:14 Die Frevler zuecken das Schwert und spannen ihren Bogen; sie wollen den Schwachen und Armen faellen und alle hinschlachten, die den rechten Weg gehn. 11,2 37:15 Ihr Schwert dringe in ihr eigenes Herz, und ihre Bogen sollen zerbrechen. 37:16 Besser das Wenige, das der Gerechte besitzt, als der Ueberfluss vieler Frevler. Spr 15,16; 16,8 37:17 Denn die Arme der Frevler werden zerschmettert, doch die Gerechten stuetzt der Herr. 10,15 37:18 Der Herr kennt die Tage der Bewaehrten, ihr Erbe hat ewig Bestand. 37:19 In boesen Zeiten werden sie nicht zuschanden, sie werden satt in den Tagen des Hungers. 33,19 37:20 Doch die Frevler gehen zugrunde, / die Feinde des Herrn sind wie die Pracht der Auen: Sie schwinden dahin, wie Rauch schwinden sie hin. 68,3 37:21 Der Frevler muss borgen und kann nicht bezahlen, doch freigebig schenkt der Gerechte. 37:22 Denn wen der Herr segnet, der wird das Land besitzen, aber wen er verflucht, der wird ausgetilgt. Spr 2,21f 37:23 Der Herr festigt die Schritte des Mannes, er hat Gefallen an seinem Weg. 37:24 Auch wenn er strauchelt, stuerzt er nicht hin; denn der Herr haelt ihn fest an der Hand. 145,14; Spr 24,16 37:25 Einst war ich jung, nun bin ich alt, / nie sah ich einen Gerechten verlassen noch seine Kinder betteln um Brot. 37:26 Allzeit ist er mildtaetig, gern leiht er aus, seine Kinder werden zum Segen. 37:27 Meide das Boese und tu das Gute, so bleibst du wohnen fuer immer. 34,15; Am 5,14 37:28 Denn der Herr liebt das Recht und verlaesst seine Frommen nicht. Doch das Geschlecht der Frevler wird ausgetilgt, sie werden fuer immer vernichtet. sinngemaess umgestellt; Text korr.; H: sie werden fuer immer bewahrt. 37:29 Die Gerechten werden das Land besitzen und darin wohnen fuer alle Zeiten. 25,13; Jes 60,21 37:30 Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit, und seine Zunge redet, was recht ist. Spr 10,31 37:31 Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen, seine Schritte wanken nicht. 40,9 37:32 Der Frevler belauert den Gerechten und sucht ihn zu toeten. 11,2 37:33 Der Herr ueberlaesst ihn nicht seiner Hand, laesst nicht zu, dass man ihn vor Gericht verurteilt. 37:34 Hoffe auf den Herrn und bleib auf seinem Weg! Er wird dich erhoehen zum Erben des Landes; du wirst sehen, wie der Frevler vernichtet wird. 37:35 Ich sah einen Frevler, bereit zu Gewalttat; er reckte sich hoch wie eine gruenende Zeder. 92,8; (35-36) Ijob 20,6f Text korr.; H: und er entwickelte sich wie eine lebenskraeftige Pflanze. 37:36 Wieder ging ich vorueber, und er war nicht mehr da; ich suchte ihn, doch er war nicht zu finden. Text korr. nach G, S und Hieronymus; H: ging er vorueber. 37:37 Achte auf den Frommen und schau auf den Redlichen! Denn Zukunft hat der Mann des Friedens. 37:38 Die Suender aber werden alle zusammen vernichtet; die Zukunft der Frevler ist Untergang. 37:39 Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn, er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not. 46,2 37:40 Der Herr hilft ihnen und rettet sie, er rettet sie vor den Frevlern; er schenkt ihnen Heil, denn sie suchen Zuflucht bei ihm. 38:1 Die Klage eines Kranken [Ein Psalm Davids. Zum Weihrauchopfer.] 38:2 Herr, strafe mich nicht in deinem Zorn, und zuechtige mich nicht in deinem Grimm! 6,2 38:3 Denn deine Pfeile haben mich getroffen, deine Hand lastet schwer auf mir. 32,4; Ijob 6,4 38:4 Nichts blieb gesund an meinem Leib, weil du mir grollst, weil ich gesuendigt, blieb an meinen Gliedern nichts heil. 38:5 Denn meine Suenden schlagen mir ueber dem Kopf zusammen, sie erdruecken mich wie eine schwere Last. 40,13; Esra 9,6 38:6 Mir schwaeren, mir eitern die Wunden wegen meiner Torheit. 38:7 Ich bin gekruemmt und tief gebeugt, den ganzen Tag geh' ich traurig einher. 38:8 Denn meine Lenden sind voller Brand, nichts blieb gesund an meinem Leib. 38:9 Kraftlos bin ich und ganz zerschlagen, ich schreie in der Qual meines Herzens. 38:10 All mein Sehnen, Herr, liegt offen vor dir, mein Seufzen ist dir nicht verborgen. 38:11 Mein Herz pocht heftig, mich hat die Kraft verlassen, geschwunden ist mir das Licht der Augen. 31,10 Der sinnstoerende Einschub "auch sie" in H, der nach "Licht der Augen" steht, bleibt wie in einigen G-Handschriften und S, unuebersetzt. 38:12 Freunde und Gefaehrten bleiben mir fern in meinem Unglueck, und meine Naechsten meiden mich. 31,12 38:13 Die mir nach dem Leben trachten, legen mir Schlingen; / die mein Unheil suchen, planen Verderben, den ganzen Tag haben sie Arglist im Sinn. 35,20 38:14 Ich bin wie ein Tauber, der nicht hoert, wie ein Stummer, der den Mund nicht auftut. 38:15 Ich bin wie einer, der nicht mehr hoeren kann, aus dessen Mund keine Entgegnung kommt. 38:16 Doch auf dich, Herr, harre ich; du wirst mich erhoeren, Herr, mein Gott. 38:17 Denn ich sage: Ueber mich sollen die sich nicht freuen, die gegen mich prahlen, wenn meine Fuesse straucheln. 13,5; 35,19 38:18 Ich bin dem Fallen nahe, mein Leid steht mir immer vor Augen. 38:19 Ja, ich bekenne meine Schuld, ich bin wegen meiner Suende in Angst. 32,5; 51,5; 2 Sam 12,13; Ijob 31,33; Spr 28,13; Hos 14,3; Jak 5,16 38:20 Die mich ohne Grund befehden, sind stark; viele hassen mich wegen nichts. Text korr. 38:21 Sie vergelten mir Gutes mit Boesem, sie sind mir feind; denn ich trachte nach dem Guten. 35,12 38:22 Herr, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott! (22-23) 22,12 38:23 Eile mir zu Hilfe, Herr, du mein Heil! 39:1 Die Not des vergaenglichen Menschen [Fuer den Chormeister. Von Jedutun. Ein Psalm Davids.] 39:2 Ich sagte: Ich will auf meine Wege achten, damit ich nicht suendige mit meiner Zunge. Ich lege meinem Mund einen Zaum an, solange der Frevler vor mir steht. 39:3 So blieb ich stumm und still; / ich schwieg, vom Glueck verlassen, doch mein Schmerz war aufgeruehrt. 39:4 Heiss wurde mir das Herz in der Brust, / bei meinem Gruebeln entbrannte ein Feuer; da musste ich reden: 39:5 Herr, tu mir mein Ende kund und die Zahl meiner Tage! Lass mich erkennen, wie sehr ich vergaenglich bin! 90,12 39:6 Du machtest meine Tage nur eine Spanne lang, / meine Lebenszeit ist vor dir wie ein Nichts. Ein Hauch nur ist jeder Mensch. [Sela] (6-7) 90,9f; 109,23; 144,4; Ijob 7,6f; 14,2; Jak 4,14 39:7 Nur wie ein Schatten geht der Mensch einher, / um ein Nichts macht er Laerm. Er rafft zusammen und weiss nicht, wer es einheimst. 49,18 39:8 Und nun, Herr, worauf soll ich hoffen? Auf dich allein will ich harren. 39:9 Entreiss mich allen, die mir Unrecht tun, und ueberlass mich nicht dem Spott der Toren! 39:10 Ich bin verstummt, ich tue den Mund nicht mehr auf. Denn so hast du es gefuegt. 39:11 Nimm deine Plage weg von mir! Unter der Wucht deiner Hand vergehe ich. 39:12 Du strafst und zuechtigst den Mann wegen seiner Schuld, / du zerstoerst seine Anmut wie Motten das Kleid, ein Hauch nur ist jeder Mensch. [Sela] Ijob 13,28 39:13 Hoer mein Gebet, Herr, vernimm mein Schreien, schweig nicht zu meinen Traenen! Denn ich bin nur ein Gast bei dir, ein Fremdling wie all meine Vaeter. 119,19; Lev 25,23; Hebr 11,13; 1 Petr 2,11 39:14 Wende dein strafendes Auge ab von mir, / so dass ich heiter blicken kann, bevor ich dahinfahre und nicht mehr da bin. Ijob 7,19; 10,21; 14,6 Text korr.; H ist unverstaendlich. 40:1 Dank, Hingabe und Bitte [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 40:2 Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. Da neigte er sich mir zu und hoerte mein Schreien. 40:3 Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Fuesse auf den Fels, machte fest meine Schritte. 69,15f 40:4 Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den Herrn vertrauen. 33,3 40:5 Wohl dem Mann, der auf den Herrn sein Vertrauen setzt, sich nicht zu den Stolzen haelt noch zu treulosen Luegnern. 1,1; Jer 17,7 40:6 Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast, / und deine Plaene mit uns; Herr, mein Gott, nichts kommt dir gleich. Wollte ich von ihnen kuenden und reden, es waeren mehr, als man zaehlen kann. 139,17f 40:7 An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, Brand- und Suendopfer forderst du nicht. Doch das Gehoer hast du mir eingepflanzt; / 50,7-15; 51,18f; 69,31f; 1 Sam 15,22; Jes 1,11; Jer 6,20; Am 5,22; (7-9) Hebr 10,5-7 40:8 darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist. 40:9 Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, deine Weisung trag' ich im Herzen. 37,31; Joh 4,34 40:10 Gerechtigkeit verkuende ich in grosser Gemeinde, meine Lippen verschliesse ich nicht; Herr, du weisst es. 22,23 40:11 Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen, ich spreche von deiner Treue und Hilfe, ich schweige nicht ueber deine Huld und Wahrheit vor der grossen Gemeinde. 40:12 Du, Herr, verschliess mir nicht dein Erbarmen, deine Huld und Wahrheit moegen mich immer behueten! 40:13 Denn Leiden ohne Zahl umfangen mich, / meine Suenden holen mich ein, ich vermag nicht mehr aufzusehn. Zahlreicher sind sie als die Haare auf meinem Kopf, der Mut hat mich ganz verlassen. 38,5 40:14 Gewaehre mir die Gunst, Herr, und reiss mich heraus; Herr, eile mir zu Hilfe! 22,12; (14-18) Ps 70,1-6 40:15 In Schmach und Schande sollen alle fallen, die mir nach dem Leben trachten. Zurueckweichen sollen sie und vor Scham erroeten, die sich ueber mein Unglueck freuen. 35,4 Text korr. nach 70,3; H fuegt hinzu: um es hinwegzuraffen. 40:16 Vor Schande sollen alle schaudern, die zu mir sagen: "Dir geschieht recht." 35,21 40:17 Alle, die dich suchen, frohlocken; sie moegen sich freuen in dir. Die dein Heil lieben, sollen immer sagen: Gross ist Gott, der Herr. 35,27 40:18 Ich bin arm und gebeugt; der Herr aber sorgt fuer mich. Meine Hilfe und mein Retter bist du. Mein Gott, saeume doch nicht! 41:1 Das Gebet eines Kranken und Verfolgten [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 41:2 Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt; zur Zeit des Unheils wird der Herr ihn retten. Spr 14,21; Mt 5,7 41:3 Ihn wird der Herr behueten und am Leben erhalten. Man preist ihn gluecklich im Land. Gib ihn nicht seinen gierigen Feinden preis! 41:4 Auf dem Krankenbett wird der Herr ihn staerken; seine Krankheit verwandelst du in Kraft. 41:5 Ich sagte: Herr, sei mir gnaedig, heile mich; denn ich habe gegen dich gesuendigt. 6,3 41:6 Meine Feinde reden boese ueber mich: "Wann stirbt er endlich, und wann vergeht sein Name?" 22,7f; 44,14f; 71,7; 89,51; 102,9; 109,25; 123,3f 41:7 Besucht mich jemand, so kommen seine Worte aus falschem Herzen. Er haeuft in sich Bosheit an, dann geht er hinaus und redet. 41:8 Im Hass gegen mich sind sich alle einig; sie tuscheln ueber mich und sinnen auf Unheil: 41:9 "Verderben hat sich ueber ihn ergossen; wer einmal daliegt, steht nicht mehr auf." 41:10 Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot ass, hat gegen mich geprahlt. 31,12; Obd 7; Joh 13,18 Text korr. 41:11 Du aber, Herr, sei mir gnaedig; richte mich auf, damit ich ihnen vergelten kann. 41:12 Daran erkenne ich, dass du an mir Gefallen hast: wenn mein Feind nicht ueber mich triumphieren darf. 41:13 Weil ich aufrichtig bin, haeltst du mich fest und stellst mich vor dein Antlitz fuer immer. 41:14 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen, ja amen. Neh 9,5 42:1 Das zweite Buch Sehnsucht nach dem lebendigen Gott [Fuer den Chormeister. Ein Weisheitslied der Korachiter.] 42:2 Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach dir. (2-3) 63,2; 84,3; 143,6 42:3 Meine Seele duerstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? 27,4 42:4 Traenen waren mein Brot bei Tag und bei Nacht; denn man sagt zu mir den ganzen Tag: "Wo ist nun dein Gott?" 80,6; 102,10; Ijob 3,24 42:5 Das Herz geht mir ueber, wenn ich daran denke: / wie ich zum Haus Gottes zog in festlicher Schar, mit Jubel und Dank in feiernder Menge. 122,1 Uebersetzung nicht ganz sicher. 42:6 Meine Seele, warum bist du betruebt und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue. 62,6 Text korr. 42:7 Betruebt ist meine Seele in mir, darum denke ich an dich im Jordanland, am Hermon, am Mizar-Berg. 42:8 Flut ruft der Flut zu beim Tosen deiner Wasser, all deine Wellen und Wogen gehen ueber mich hin. 18,5; 32,6; 69,2f.16; 88,8.18; 124,4f; Ijob 22,11; Jona 2,4.6 42:9 Bei Tag schenke der Herr seine Huld; ich singe ihm nachts und flehe zum Gott meines Lebens. 42:10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: "Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich trauernd umhergehen, von meinem Feind bedraengt?" 92,16 42:11 Wie ein Stechen in meinen Gliedern ist fuer mich der Hohn der Bedraenger; denn sie rufen mir staendig zu: "Wo ist nun dein Gott?" 42,4; 79,10; 115,2; Joel 2,17; Mi 7,10 42:12 Meine Seele, warum bist du betruebt und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue. Text korr. 43:1 Verschaff mir Recht, o Gott, / und fuehre meine Sache gegen ein treuloses Volk! Rette mich vor boesen und tueckischen Menschen! Ps 42 und 43 bilden ein einziges Lied, wie der Kehrvers 42,6.12 und 43,5 zeigt. 43:2 Denn du bist mein starker Gott. Warum hast Du mich verstossen? Warum muss ich trauernd umhergehen, von meinem Feind bedraengt? 43:3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, damit sie mich leiten; sie sollen mich fuehren zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung. 97,11 43:4 So will ich zum Altar Gottes treten, zum Gott meiner Freude. Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, Gott, mein Gott. Text korr.; H: zum Gott der Freude meines Jubels. 43:5 Meine Seele, warum bist du betruebt und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, meinem Gott und Retter, auf den ich schaue. Text korr. wie in 42,6d und 12d. 44:1 Klage in Kriegsnot [Fuer den Chormeister. Ein Weisheitslied der Korachiter.] 44:2 Gott, wir hoerten es mit eigenen Ohren, unsere Vaeter erzaehlten uns von dem Werk, das du in ihren Tagen vollbracht hast, in den Tagen der Vorzeit. 78,3; Dtn 4,9; 2 Sam 7,22f 44:3 Mit eigener Hand hast du Voelker vertrieben, sie aber eingepflanzt. Du hast Nationen zerschlagen, sie aber ausgesaet. 78,55; 80,9 44:4 Denn sie gewannen das Land nicht mit ihrem Schwert, noch verschaffte ihr Arm ihnen den Sieg; nein, deine Rechte war es, dein Arm und dein leuchtendes Angesicht; denn du hattest an ihnen Gefallen. Dtn 8,17f; Jos 24,12; 4,7 44:5 Du, mein Koenig und mein Gott, du bist es, der Jakob den Sieg verleiht. 5,3 Text korr. 44:6 Mit dir stossen wir unsere Bedraenger nieder, in deinem Namen zertreten wir unsere Gegner. 60,14 44:7 Denn ich verlasse mich nicht auf meinen Bogen, noch kann mein Schwert mir helfen; 44:8 nein, du hast uns vor unsern Bedraengern gerettet; alle, die uns hassen, bedeckst du mit Schande. 44:9 Wir ruehmen uns Gottes den ganzen Tag und preisen deinen Namen auf ewig. [Sela] 44:10 Doch nun hast du uns verstossen und mit Schmach bedeckt, du ziehst nicht mit unserm Heer in den Kampf. 60,12 44:11 Du laesst uns vor unsern Bedraengern fliehen, und Menschen, die uns hassen, pluendern uns aus. Dtn 28,25 44:12 Du gibst uns preis wie Schlachtvieh, unter die Voelker zerstreust du uns. Dtn 28,64 44:13 Du verkaufst dein Volk um ein Spottgeld und hast an dem Erloes keinen Gewinn. Jes 52,3 44:14 Du machst uns zum Schimpf fuer die Nachbarn, zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen. 79,4; 80,7 44:15 Du machst uns zum Spottlied der Voelker, die Heiden zeigen uns nichts als Verachtung. 44:16 Meine Schmach steht mir allzeit vor Augen, und Scham bedeckt mein Gesicht 44:17 wegen der Worte des laesternden Spoetters, wegen der rachgierigen Blicke des Feindes. 44:18 Das alles ist ueber uns gekommen, / und doch haben wir dich nicht vergessen, uns von deinem Bund nicht treulos abgewandt. 44:19 Unser Herz ist nicht von dir gewichen, noch hat unser Schritt deinen Pfad verlassen. 44:20 Doch du hast uns verstossen an den Ort der Schakale und uns bedeckt mit Finsternis. 44:21 Haetten wir den Namen unseres Gottes vergessen und zu einem fremden Gott die Haende erhoben, 44:22 wuerde Gott das nicht ergruenden? Denn er kennt die heimlichen Gedanken des Herzens. 44:23 Nein, um deinetwillen werden wir getoetet Tag fuer Tag, behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat. Roem 8,36 44:24 Wach auf! Warum schlaefst du, Herr? Erwache, verstoss nicht fuer immer! 74,1; 83,2 44:25 Warum verbirgst du dein Gesicht, vergisst unsere Not und Bedraengnis? 89,47; Ijob 13,24 44:26 Unsere Seele ist in den Staub hinabgebeugt, unser Leib liegt am Boden. 7,6; 119,25 Woertlich: klebt am Boden. 44:27 Steh auf und hilf uns! In deiner Huld erloese uns! 45:1 Ein Lied zur Hochzeit des Koenigs [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Lilien". Ein Weisheitslied der Korachiter. Ein Liebeslied.] 45:2 Mein Herz fliesst ueber von froher Kunde, / ich weihe mein Lied dem Koenig. Meine Zunge gleicht dem Griffel des flinken Schreibers. 45:3 Du bist der Schoenste von allen Menschen, / Anmut ist ausgegossen ueber deine Lippen; darum hat Gott dich fuer immer gesegnet. 45:4 Guerte, du Held, dein Schwert um die Huefte, kleide dich in Hoheit und Herrlichkeit! 45:5 Zieh aus mit Glueck, kaempfe fuer Wahrheit und Recht! Furchtgebietende Taten soll dein rechter Arm dich lehren. Text korr.; H: Kaempfe fuer die Sache der Wahrheit, der Armut und des Rechts! 45:6 Deine Pfeile sind scharf, dir unterliegen die Voelker, die Feinde des Koenigs verlieren den Mut. 45:7 Dein Thron, du Goettlicher, steht fuer immer und ewig; das Zepter deiner Herrschaft ist ein gerechtes Zepter. (7-8) Hebr 1,8f 45:8 Du liebst das Recht und hasst das Unrecht, / darum hat Gott, dein Gott, dich gesalbt mit dem Oel der Freude wie keinen deiner Gefaehrten. 45:9 Von Myrrhe, Aloe und Kassia duften all deine Gewaender, aus Elfenbeinhallen erfreut dich Saitenspiel. 45:10 Koenigstoechter gehen dir entgegen, die Braut steht dir zur Rechten im Schmuck von Ofirgold. Text korr.; H: Koenigstoechter unter deinen Kostbarkeiten. 45:11 Hoere, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, vergiss dein Volk und dein Vaterhaus! Gen 12,1 45:12 Der Koenig verlangt nach deiner Schoenheit; er ist ja dein Herr, verneig dich vor ihm! 45:13 Die Toechter von Tyrus kommen mit Gaben, deine Gunst begehren die Edlen des Volkes. Nach G. 45:14 Die Koenigstochter ist herrlich geschmueckt, ihr Gewand ist durchwirkt mit Gold und Perlen. 45:15 Man geleitet sie in buntgestickten Kleidern zum Koenig, / Jungfrauen sind ihr Gefolge, ihre Freundinnen fuehrt man zu dir. Ez 16,10-13 45:16 Man geleitet sie mit Freude und Jubel, sie ziehen ein in den Palast des Koenigs. 45:17 An die Stelle deiner Vaeter treten einst deine Soehne; du bestellst sie zu Fuersten im ganzen Land. 2 Chr 21,3 45:18 Ich will deinen Namen ruehmen von Geschlecht zu Geschlecht; darum werden die Voelker dich preisen immer und ewig. 46:1 Gott, unsre Burg [Fuer den Chormeister. Von den Korachitern. Nach der Weise "Maedchen". Ein Lied.] 46:2 Gott ist uns Zuflucht und Staerke, ein bewaehrter Helfer in allen Noeten. 37,39; 61,4 46:3 Darum fuerchten wir uns nicht, wenn die Erde auch wankt, wenn Berge stuerzen in die Tiefe des Meeres, 75,4; Ijob 9,5f 46:4 wenn seine Wasserwogen tosen und schaeumen und vor seinem Ungestuem die Berge erzittern. Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre Burg. [Sela] Der Kehrvers von V. 8 und V. 12 wurde auch hier eingefuegt. 46:5 Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt, des Hoechsten heilige Wohnung. 46:6 Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken; Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. 90,14; 2 Koen 19,35 46:7 Voelker toben, Reiche wanken, es droehnt sein Donner, da zerschmilzt die Erde. 46:8 Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre Burg. [Sela] 46:9 Kommt und schaut die Taten des Herrn, der Furchtbares vollbringt auf der Erde. 66,5 46:10 Er setzt den Kriegen ein Ende bis an die Grenzen der Erde; er zerbricht die Bogen, zerschlaegt die Lanzen, im Feuer verbrennt er die Schilde. 76,4; Jes 2,4; Ez 39,9f Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: verbrennt er die Wagen. 46:11 "Lasst ab und erkennt, dass ich Gott bin, erhaben ueber die Voelker, erhaben auf Erden." 83,19 46:12 Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre Burg. [Sela] 47:1 Gott, der Koenig aller Voelker [Fuer den Chormeister. Ein Psalm der Korachiter.] 47:2 Ihr Voelker alle, klatscht in die Haende; jauchzt Gott zu mit lautem Jubel! 47:3 Denn furchtgebietend ist der Herr, der Hoechste, ein grosser Koenig ueber die ganze Erde. 95,3 47:4 Er unterwirft uns Voelker und zwingt Nationen unter unsre Fuesse. 2,8 47:5 Er waehlt unser Erbland fuer uns aus, den Stolz Jakobs, den er liebt. [Sela] Dtn 32,9 47:6 Gott stieg empor unter Jubel, der Herr beim Schall der Hoerner. 68,19; 98,6 47:7 Singt unserm Gott, ja singt ihm! Spielt unserm Koenig, spielt ihm! Nach G. 47:8 Denn Gott ist Koenig der ganzen Erde. Spielt ihm ein Psalmenlied! (8-9) 24,7-10 47:9 Gott wurde Koenig ueber alle Voelker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron. Jer 10,7 Nach G. 47:10 Die Fuersten der Voelker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams. Denn Gott gehoeren die Maechte der Erde; er ist hoch erhaben. 87,4-6 die Maechte: Text korr.; H: die Schilde. 48:1 Die Stadt des grossen Koenigs [Ein Lied. Ein Psalm der Korachiter.] 48:2 Gross ist der Herr und hoch zu preisen in der Stadt uns'res Gottes. 95,3; 96,4; 145,3 48:3 Sein heiliger Berg ragt herrlich empor; er ist die Freude der ganzen Welt. Der Berg Zion liegt weit im Norden; er ist die Stadt des grossen Koenigs. 50,2; 78,68f; Jes 14,13; Klgl 2,15 48:4 Gott ist in ihren Haeusern bekannt als ein sicherer Schutz. 46,6 48:5 Denn seht: Die Koenige vereinten sich und zogen gemeinsam heran; Ri 5,19 48:6 doch als sie aufsahen, erstarrten sie vor Schreck, sie waren bestuerzt und liefen davon. 48:7 Dort packte sie das Zittern, wie die Wehen eine gebaerende Frau, Ex 15,14 48:8 Wie der Sturm vom Osten, der die Schiffe von Tarschisch zerschmettert. Jes 2,16 48:9 Wie wir's gehoert hatten, so erlebten wir's jetzt in der Stadt des Herrn der Heere, in der Stadt uns'res Gottes; Gott laesst sie ewig bestehen. [Sela] 48:10 Ueber deine Huld, o Gott, denken wir nach in deinem heiligen Tempel. 48:11 Wie dein Name, Gott, so reicht dein Ruhm bis an die Enden der Erde; deine rechte Hand ist voll von Gerechtigkeit. 113,3; Mal 1,11 48:12 Der Berg Zion freue sich, die Toechter Judas sollen ueber deine gerechten Urteile jubeln. 97,8 48:13 Umkreist den Zion, umschreitet ihn, zaehlt seine Tuerme! 122,3; Jes 26,1 48:14 Betrachtet seine Waelle, / geht in seinen Palaesten umher, damit ihr dem kommenden Geschlecht erzaehlen koennt: 22,31f 48:15 "Das ist Gott, unser Gott fuer immer und ewig. Er wird uns fuehren in Ewigkeit." 102,28 Nach G. 49:1 Die Vergaenglichkeit des Menschen [Fuer den Chormeister. Ein Psalm der Korachiter.] 49:2 Hoert dies an, ihr Voelker alle, vernehmt es, alle Bewohner der Erde, (2-3) Spr 8,4 49:3 ihr Leute aus dem Volk und vom Adel, Reiche und Arme zusammen! 49:4 Mein Mund spreche weise Worte; was mein Herz ersinnt, sei voller Einsicht. 49:5 Ich wende mein Ohr einem Weisheitsspruch zu, ich enthuelle mein Geheimnis beim Harfenspiel. 78,2 49:6 Warum soll ich mich in boesen Tagen fuerchten, wenn mich der Frevel tueckischer Feinde umgibt? 49:7 Sie verlassen sich ganz auf ihren Besitz und ruehmen sich ihres grossen Reichtums. 52,9; Ijob 31,24f; Jer 9,22 49:8 Loskaufen kann doch keiner den andern noch an Gott fuer ihn ein Suehnegeld zahlen (8-9) Spr 11,4; Mt 16,26 49:9 - fuer das Leben ist jeder Kaufpreis zu hoch; fuer immer muss man davon abstehn -, 49:10 damit er auf ewig weiterlebt und niemals das Grab schaut. 49:11 Denn man sieht: Weise sterben; / genauso gehen Tor und Narr zugrunde, sie muessen andern ihren Reichtum lassen. Koh 2,16; Ps 49,18 49:12 Das Grab ist ihr Haus auf ewig, / ist ihre Wohnung fuer immer, ob sie auch Laender nach ihren Namen benannten. Koh 12,5 Das Grab: Text korr. nach G, S und der aramaeischen Uebersetzung; H: Ihr Inneres. 49:13 Der Mensch bleibt nicht in seiner Pracht; er gleicht dem Vieh, das verstummt. Koh 3,19 49:14 So geht es denen, die auf sich selbst vertrauen, und so ist das Ende derer, die sich in grossen Worten gefallen. [Sela] 49:15 Der Tod fuehrt sie auf seine Weide wie Schafe, sie stuerzen hinab zur Unterwelt. Geradewegs sinken sie hinab in das Grab; ihre Gestalt zerfaellt, die Unterwelt wird ihre Wohnstatt. 55,16 H ist stark verderbt. 49:16 Doch Gott wird mich loskaufen aus dem Reich des Todes, ja, er nimmt mich auf. [Sela] 9,14; 16,10; 73,24; Hos 13,14; Gen 5,24 49:17 Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird und die Pracht seines Hauses sich mehrt; (17-18) Sir 11,18f 49:18 denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab. 49,11; 39,7; Koh 2,18.21f; 5,14; 6,2; Sir 11,18; Lk 12,20; 1 Tim 6,7 49:19 Preist er sich im Leben auch gluecklich und sagt zu sich: "Man lobt dich, weil du dir's wohl sein laesst", 49:20 so muss er doch zur Schar seiner Vaeter hinab, die das Licht nie mehr erblicken. Ijob 10,21f 49:21 Der Mensch in Pracht, doch ohne Einsicht, er gleicht dem Vieh, das verstummt. 50:1 Der rechte Gottesdienst [Ein Psalm Asafs.] Der Gott der Goetter, der Herr, spricht, / er ruft der Erde zu vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang. Dtn 10,17 50:2 Vom Zion her, der Krone der Schoenheit, geht Gott strahlend auf. 48,3 50:3 Unser Gott kommt und schweigt nicht; Feuer frisst vor ihm her; um ihn stuermt es gewaltig. 97,3f; Jes 63,19; Dan 7,10 50:4 Dem Himmel droben und der Erde ruft er zu, er werde sein Volk nun richten: Dtn 32,1; Jes 1,2 50:5 "Versammelt mir all meine Frommen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer." Ex 24,4-11 50:6 Die Himmel sollen seine Gerechtigkeit kuenden; Gott selbst wird Richter sein. [Sela] 19,2; 97,6 50:7 "Hoere, mein Volk, ich rede. / Israel, ich klage dich an, ich, der ich dein Gott bin. Ex 20,2; (7-15) Kap 40,7 50:8 Nicht wegen deiner Opfer rueg' ich dich, deine Brandopfer sind mir immer vor Augen. 50:9 Doch nehme ich von dir Stiere nicht an noch Boecke aus deinen Huerden. 50:10 Denn mir gehoert alles Getier des Waldes, das Wild auf den Bergen zu Tausenden. 50:11 Ich kenne alle Voegel des Himmels, was sich regt auf dem Feld, ist mein eigen. Text korr. nach G; H: die Voegel der Berge. 50:12 Haette ich Hunger, ich brauchte es dir nicht zu sagen, denn mein ist die Welt und was sie erfuellt. 24,1 50:13 Soll ich denn das Fleisch von Stieren essen und das Blut von Boecken trinken? 50:14 Bring Gott als Opfer dein Lob, und erfuelle dem Hoechsten deine Geluebde! 119,108; 66,13; Hebr 13,15 50:15 Rufe mich an am Tag der Not; dann rette ich dich, und du wirst mich ehren." 91,15 50:16 Zum Frevler aber spricht Gott: / "Was zaehlst du meine Gebote auf und nimmst meinen Bund in deinen Mund? Roem 2,17-24 50:17 Dabei ist Zucht dir verhasst, meine Worte wirfst du hinter dich. 50:18 Siehst du einen Dieb, so laeufst du mit, du machst dich mit Ehebrechern gemein. 50:19 Dein Mund redet boese Worte, und deine Zunge stiftet Betrug an. 50:20 Von deinem Bruder redest du schaendlich, auf den Sohn deiner Mutter haeufst du Verleumdung. schaendlich: Text korr. 50:21 Das hast du getan, und ich soll schweigen? / Meinst du, ich bin wie du? Ich halte es dir vor Augen und ruege dich. 50:22 Begreift es doch, ihr, die ihr Gott vergesst! Sonst zerreisse ich euch, und niemand kann euch retten. 50:23 Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich; wer rechtschaffen lebt, dem zeig' ich mein Heil." 50,14; 91,16 Text korr. 51:1 Bitte um Vergebung und Neuschaffung [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids, 51:2 als der Prophet Natan zu ihm kam, nachdem sich David mit Batseba vergangen hatte.] 2 Sam 12 51:3 Gott, sei mir gnaedig nach deiner Huld, tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen! Lk 18,13 51:4 Wasch meine Schuld von mir ab, und mach mich rein von meiner Suende! 51:5 Denn ich erkenne meine boesen Taten, meine Suende steht mir immer vor Augen. Jes 59,12 51:6 Gegen dich allein habe ich gesuendigt, ich habe getan, was dir missfaellt. So behaeltst du recht mit deinem Urteil, rein stehst du da als Richter. Roem 3,4 51:7 Denn ich bin in Schuld geboren; in Suende hat mich meine Mutter empfangen. Ijob 14,4; Joh 3,6 51:8 Lauterer Sinn im Verborgenen gefaellt dir, im Geheimen lehrst du mich Weisheit. 51:9 Entsuendige mich mit Ysop, dann werde ich rein; wasche mich, dann werde ich weisser als Schnee. Num 19,18; Jes 1,18 51:10 Saettige mich mit Entzuecken und Freude! Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast. 6,3 Text korr. 51:11 Verbirg dein Gesicht vor meinen Suenden, tilge all meine Frevel! 51:12 Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen, bestaendigen Geist! Ez 36,26f 51:13 Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! (13-14) Roem 8,9.14-16 51:14 Mach mich wieder froh mit deinem Heil; mit einem willigen Geist rueste mich aus! 51:15 Dann lehre ich Abtruennige deine Wege, und die Suender kehren um zu dir. 51:16 Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles, dann wird meine Zunge jubeln ueber deine Gerechtigkeit. 51:17 Herr, oeffne mir die Lippen, und mein Mund wird deinen Ruhm verkuenden. 51:18 Schlachtopfer willst du nicht, ich wuerde sie dir geben; an Brandopfern hast du kein Gefallen. 40,7 51:19 Das Opfer, das Gott gefaellt, ist ein zerknirschter Geist, ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmaehen. 34,19; Jes 57,15; 66,2; Dan 3,39 51:20 In deiner Huld tu Gutes an Zion; bau die Mauern Jerusalems wieder auf! 147,2 51:21 Dann hast du Freude an rechten Opfern, / an Brandopfern und Ganzopfern, dann opfert man Stiere auf deinem Altar. 4,6 52:1 Die Ueberheblichkeit des Boesen - das Vertrauen des Frommen [Fuer den Chormeister. Ein Weisheitslied Davids, 52:2 als der Edomiter Do\EBg zu Saul kam und ihm meldete: David ist in das Haus des Ahimelech gegangen.] 1 Sam 22,9f 52:3 Was ruehmst du dich deiner Bosheit, du Mann der Gewalt, was prahlst du allzeit vor dem Frommen? Text korr. nach S; H erlaubt auch die Uebersetzung: Was ruehmst du dich, dass Gottes Huld allezeit (auf deiner Seite) ist. 52:4 Du Raenkeschmied, du planst Verderben; deine Zunge gleicht einem scharfen Messer. 59,8; (4-6) 12,3-5 52:5 Du liebst das Boese mehr als das Gute und Luege mehr als wahrhaftige Rede. [Sela] Jer 9,4; Joh 3,19f 52:6 Du liebst lauter verderbliche Worte, du tueckische Zunge. 52:7 Darum wird Gott dich verderben fuer immer, / dich packen und herausreissen aus deinem Zelt, dich entwurzeln aus dem Land der Lebenden. [Sela] 27,13; Ijob 18,14 52:8 Gerechte werden es sehen und sich fuerchten; sie werden ueber ihn lachen und sagen: 58,11; 91,8; Ijob 22,19 52:9 "Seht, das ist der Mann, der nicht zu Gott seine Zuflucht nahm; auf seinen grossen Reichtum hat er sich verlassen und auf seinen Frevel gebaut." 49,7 52:10 Ich aber bin im Haus Gottes wie ein gruenender Oelbaum; auf Gottes Huld vertraue ich immer und ewig. 92,13-16 52:11 Ich danke dir, Herr, in Ewigkeit; denn du hast das alles vollbracht. Ich hoffe auf deinen Namen im Kreis der Frommen; denn du bist guetig. 54,8 53:1 Die Torheit der Gottesleugner [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Krankheit". Ein Weisheitslied Davids.] (1-7) Ps 14 53:2 Die Toren sagen in ihrem Herzen: "Es gibt keinen Gott." Sie handeln verwerflich und schnoede; da ist keiner, der Gutes tut. 53:3 Gott blickt vom Himmel herab auf die Menschen, ob noch ein Verstaendiger da ist, der Gott sucht. 53:4 Alle sind sie abtruennig und verdorben, keiner tut Gutes, auch nicht ein einziger. Text korr. nach G und der aramaeischen Uebersetzung; vgl. auch 14,3. 53:5 Haben denn die Uebeltaeter keine Einsicht? Sie verschlingen mein Volk. Sie essen Gottes Brot, doch seinen Namen rufen sie nicht an. 53:6 Es trifft sie Furcht und Schrecken, obwohl doch nichts zu fuerchten ist. Deinen Bedraengern hat Gott die Glieder zerschlagen. Gott laesst sie scheitern, denn er hat sie verworfen. Woertlich: Gott zerstreut die Gebeine deines Belagerers. Text korr. nach G. 53:7 Ach kaeme doch vom Zion Hilfe fuer Israel! / Wenn Gott einst das Geschick seines Volkes wendet, dann jubelt Jakob, dann freut sich Israel. 54:1 Hilferuf eines Bedraengten [Fuer den Chormeister. Mit Saitenspiel. Ein Weisheitslied Davids, 54:2 als die Sifiter kamen und Saul meldeten: David haelt sich bei uns verborgen.] 1 Sam 23,19; 26,1 54:3 Hilf mir, Gott, durch deinen Namen, verschaff mir Recht mit deiner Kraft! 54:4 Gott, hoere mein Flehen, vernimm die Worte meines Mundes! 54:5 Denn es erheben sich gegen mich stolze Menschen, / freche Leute trachten mir nach dem Leben; sie haben Gott nicht vor Augen. [Sela] 86,14 stolze Menschen: Text korr.; H: Fremde. 54:6 Doch Gott ist mein Helfer, der Herr beschuetzt mein Leben. 118,7 54:7 Auf meine Gegner falle das Unheil zurueck. Weil du treu bist, vernichte sie! 143,12 54:8 Freudig bringe ich dir dann mein Opfer dar und lobe deinen Namen, Herr; denn du bist guetig. 52,11 54:9 Der Herr hat mich herausgerissen aus all meiner Not, und mein Auge kann auf meine Feinde herabsehn. 59,11; 91,8; 92,12; 112,8; 118,7 55:1 Klage und Vertrauen eines Alleingelassenen [Fuer den Chormeister. Mit Saitenspiel. Ein Weisheitslied Davids.] 55:2 Vernimm, o Gott, mein Beten; verbirg dich nicht vor meinem Flehen! 55:3 Achte auf mich, und erhoere mich! Unstet schweife ich umher und klage. 55:4 Das Geschrei der Feinde macht mich verstoert; mir ist angst, weil mich die Frevler bedraengen. Sie ueberhaeufen mich mit Unheil und befehden mich voller Grimm. Woertlich: Sie lassen Unheil auf mich herabfallen. 55:5 Mir bebt das Herz in der Brust; mich ueberfielen die Schrecken des Todes. 55:6 Furcht und Zittern erfassten mich; ich schauderte vor Entsetzen. 55:7 Da dachte ich: "Haette ich doch Fluegel wie eine Taube, dann floege ich davon und kaeme zur Ruhe." 55:8 Weit fort moechte ich fliehen, die Nacht verbringen in der Wueste. [Sela] Jer 9,1 55:9 An einen sicheren Ort moechte ich eilen vor dem Wetter, vor dem tobenden Sturm. 55:10 Entzweie sie, Herr, verwirr ihre Sprache! Denn in der Stadt sehe ich Gewalttat und Hader. Jer 5,1; 6,6; Zef 3,1 55:11 Auf ihren Mauern umschleicht man sie bei Tag und bei Nacht; sie ist voll Unheil und Muehsal. 55:12 In ihr herrscht Verderben; Betrug und Unterdrueckung weichen nicht von ihren Maerkten. 55:13 Denn nicht mein Feind beschimpft mich, das wuerde ich ertragen; nicht ein Mann, der mich hasst, tritt frech gegen mich auf, vor ihm koennte ich mich verbergen. (13-14) 31,12 55:14 Nein, du bist es, ein Mensch aus meiner Umgebung, mein Freund, mein Vertrauter, Jer 9,3.7; Mt 26,21-24 55:15 mit dem ich, in Freundschaft verbunden, zum Haus Gottes gepilgert bin inmitten der Menge. 55:16 Der Tod soll sie ueberfallen, / lebend sollen sie hinabfahren ins Totenreich. Denn ihre Haeuser und Herzen sind voller Bosheit. 49,15; Num 16,33; Jes 5,14 55:17 Ich aber, zu Gott will ich rufen, der Herr wird mir helfen. 55:18 Am Abend, am Morgen, am Mittag seufze ich und stoehne; er hoert mein Klagen. 55:19 Er befreit mich, bringt mein Leben in Sicherheit / vor denen, die gegen mich kaempfen, wenn es auch viele sind, die gegen mich angeh'n. H ist verderbt. 55:20 Gott hoert mich und beugt sie nieder, er, der als Koenig thront seit Ewigkeit. [Sela] Denn sie kehren nicht um und fuerchten Gott nicht. 93,2 55:21 Der Feind legt Hand an Gottes Freunde, er entweiht Gottes Bund. 55:22 Glatt wie Butter sind seine Reden, doch in seinem Herzen sinnt er auf Streit; seine Worte sind linder als Oel und sind doch gezueckte Schwerter. 57,5; 62,5; 64,4 55:24 Du aber, Gott, wirst sie hinabstuerzen in die tiefste Grube. / Gewalttaetige und Betrueger erreichen nicht die Mitte ihres Lebens. Ich aber setze mein Vertrauen auf dich. 102,25 55:23 Wirf deine Sorge auf den Herrn, er haelt dich aufrecht! Er laesst den Gerechten niemals wanken. 37,5; 1 Petr 5,7 56:1 Das Vertrauensbekenntnis eines Angefeindeten [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Stumme Taube der Ferne". Ein Lied Davids. Aus der Zeit, als die Philister ihn in Gat ergriffen.] 1 Sam 21,11f 56:2 Sei mir gnaedig, Gott, denn Menschen stellen mir nach; meine Feinde bedraengen mich Tag fuer Tag. 56:3 Taeglich stellen meine Gegner mir nach; ja, es sind viele, die mich voll Hochmut bekaempfen. Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: ja, es sind viele, die mich bekaempfen, Allerhoechster. 56:4 An dem Tag, da ich mich fuerchten muss, setze ich auf dich mein Vertrauen. 56:5 Ich preise Gottes Wort. / Ich vertraue auf Gott und fuerchte mich nicht. Was koennen Menschen mir antun? 27,1; 118,6; Jes 51,12; Mt 10,28; Roem 8,31 56:6 Sie verdrehen meine Worte den ganzen Tag; auf mein Verderben geht ihr ganzes Sinnen. Woertlich: Sie kraenken meine Worte. 56:7 Sie lauern und spaehen und beobachten genau meine Schritte; denn sie trachten mir nach dem Leben. 56:8 Sie haben gefrevelt; es gibt fuer sie kein Entrinnen. In deinem Zorn, o Gott, wirf die Voelker zu Boden! es gibt fuer sie kein Entrinnen: Text korr.; H: wuerden sie trotz der Untat entkommen? 56:9 Mein Elend ist aufgezeichnet bei dir. / Sammle meine Traenen in einem Krug, zeichne sie auf in deinem Buch! 2 Koen 20,5 Woertlich: sind sie nicht in deinem Buch? 56:10 Dann weichen die Feinde zurueck an dem Tag, da ich rufe. Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite. 124,1f; Roem 8,31 56:11 Ich preise Gottes Wort, ich preise das Wort des Herrn. 56:12 Ich vertraue auf Gott und fuerchte mich nicht. Was koennen Menschen mir antun? 56:13 Ich schulde dir die Erfuellung meiner Geluebde, o Gott; ich will dir Dankopfer weihen. 66,13 56:14 Denn du hast mein Leben dem Tod entrissen, meine Fuesse bewahrt vor dem Fall. So gehe ich vor Gott meinen Weg im Licht der Lebenden. 9,14; 116,8f; Ijob 33,30 57:1 Geborgenheit im Schutz Gottes [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Zerstoere nicht!". Ein Lied Davids, als er vor Saul in die Hoehle floh.] 1 Sam 22,1; 24,4 57:2 Sei mir gnaedig, o Gott, sei mir gnaedig; denn ich fluechte mich zu dir. Im Schatten deiner Fluegel finde ich Zuflucht, bis das Unheil voruebergeht. 17,7f 57:3 Ich rufe zu Gott, dem Hoechsten, zu Gott, der mir beisteht. 57:4 Er sende mir Hilfe vom Himmel; / meine Feinde schmaehen mich. [Sela] Gott sende seine Huld und Treue. 57:5 Ich muss mich mitten unter Loewen lagern, die gierig auf Menschen sind. Ihre Zaehne sind Spiesse und Pfeile, ein scharfes Schwert ihre Zunge. 17,12; 55,22; 59,8 57:7 Sie haben meinen Schritten ein Netz gelegt und meine Seele gebeugt. Sie haben mir eine Grube gegraben; doch fielen sie selbst hinein. [Sela] 140,6; 7,16 sie haben meine Seele gebeugt: Text korr. nach G; H hat die Einzahl: er hat . . . gebeugt. 57:6 Erheb dich ueber die Himmel, o Gott! Deine Herrlichkeit erscheine ueber der ganzen Erde. 57:8 Mein Herz ist bereit, o Gott, / mein Herz ist bereit, ich will dir singen und spielen. 7,18; (8-12) 108,2-6 57:9 Wach auf, meine Seele! / Wacht auf, Harfe und Saitenspiel! Ich will das Morgenrot wecken. Ijob 38,12 57:10 Ich will dich vor den Voelkern preisen, Herr, dir vor den Nationen lobsingen. 7,18; 108,4 57:11 Denn deine Guete reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn. 36,6 57:12 Erheb dich ueber die Himmel, o Gott; deine Herrlichkeit erscheine ueber der ganzen Erde. 58:1 Gott, der gerechte Richter [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Zerstoere nicht!". Ein Lied Davids.] 58:2 Sprecht ihr wirklich Recht, ihr Maechtigen? Richtet ihr die Menschen gerecht? Sinn nicht ganz klar. 58:3 Nein, ihr schaltet im Land nach Willkuer, / euer Herz ist voll Bosheit; eure Haende bahnen dem Unrecht den Weg. Mi 2,1 58:4 Vom Mutterschoss an sind die Frevler treulos, von Geburt an irren sie vom Weg ab und luegen. 58:5 Ihr Gift ist wie das Gift der Schlange, wie das Gift der tauben Natter, die ihr Ohr verschliesst, 140,4; Dtn 32,33 58:6 die nicht auf die Stimme des Beschwoerers hoert, der sich auf Zaubersprueche versteht. 58:7 O Gott, zerbrich ihnen die Zaehne im Mund! Zerschlage, Herr, das Gebiss der Loewen! 3,8; 17,12 58:8 Sie sollen vergehen wie verrinnendes Wasser, wie Gras, das verwelkt auf dem Weg, Ijob 11,16; Weish 16,29; Ps 90,5f Text korr. 58:9 wie die Schnecke, die sich aufloest in Schleim; wie eine Fehlgeburt sollen sie die Sonne nicht schauen. Ijob 3,16 58:10 Ehe eure Toepfe das Feuer des Dornstrauchs spueren, fege Gott die Feinde hinweg, ob frisch, ob verdorrt. Ijob 27,21; Nah 1,10 H ist unverstaendlich; "die Feinde" ist ergaenzt. 58:11 Wenn er die Vergeltung sieht, freut sich der Gerechte; er badet seine Fuesse im Blut des Frevlers. 52,8; 68,24 58:12 Dann sagen die Menschen: "Der Gerechte erhaelt seinen Lohn; es gibt einen Gott, der auf Erden Gericht haelt." Ijob 19,29; Mal 3,18 59:1 Klage und Zuversicht eines Verfolgten [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Zerstoere nicht!". Ein Lied Davids, als Saul hinschickte und man das Haus bewachte, um ihn zu toeten.] 1 Sam 19,11 59:2 Entreiss mich den Feinden, mein Gott, beschuetze mich vor meinen Gegnern! 59:3 Entreiss mich denen, die Unrecht tun, rette mich vor den Moerdern! 59:4 Sieh her: Sie lauern mir auf, Maechtige stellen mir nach. Ich aber habe keinen Frevel begangen und keine Suende; (4-5) 26,1 59:5 Herr, ich bin ohne Schuld. Sie stuermen vor und stellen sich auf. Wach auf, komm mir entgegen, sieh her! 59:6 Herr, du Gott der Heerscharen, Gott Israels, / werde wach, suche alle Voelker heim! Sei keinem treulosen Frevler gnaedig! [Sela] 59:7 Abend fuer Abend kommen sie wieder, sie klaeffen wie Hunde, durchstreifen die Stadt. 59:8 Ja, sie geifern mit ihrem Maul. Die Schwerter zwischen ihren Lippen, wer nimmt sie wahr? 52,4; 55,22 59:9 Du aber, Herr, verlachst sie; du spottest ueber alle Voelker. 2,4; 37,13; Weish 4,18 59:10 Meine Staerke, an dich will ich mich halten, denn du, Gott, bist meine Burg. 9,10f Text korr. nach G und der aramaeischen Uebersetzung. Text korr. nach Hieronymus; H: denn Gott ist meine Burg. 59:11 Mein huldreicher Gott kommt mir entgegen; Gott laesst mich herabsehen auf meine Gegner. 54,9 59:12 Toete sie nicht, damit mein Volk nicht vergisst. In deiner Kraft zerstreue sie, wirf sie nieder, Herr, unser Schild! 59:13 Wegen der Suende ihres Mundes, wegen all ihrer Reden / sollen sie sich in ihrem Hochmut verfangen; denn sie fluchen und verbreiten nur Luegen. Spr 12,13; 18,7 59:14 Vernichte sie im Zorn, vernichte sie; sie sollen zugrundegehen. Sie sollen erkennen, dass Gott der Herrscher in Jakob ist und bis an das Ende der Erde. [Sela] 83,19 59:15 Abend fuer Abend kommen sie wieder, sie klaeffen wie Hunde, durchstreifen die Stadt. 59:16 Sie streunen umher, gierig nach Frass; werden sie nicht satt, dann knurren sie. Das hebraeische Zeitwort ist doppeldeutig: sie verbringen die Nacht, oder: sie knurren. 59:17 Ich aber will deine Macht besingen, will ueber deine Huld jubeln am Morgen. Denn du bist eine Burg fuer mich, bist meine Zuflucht am Tag der Not. 90,14 59:18 Meine Staerke, dir will ich singen und spielen; denn du, Gott, bist meine Burg, mein huldreicher Gott. 60:1 Bitte um Hilfe nach einer Niederlage [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Lilie des Zeugnisses". Ein Lied Davids zum Lehren, 60:2 als er mit den Aramaeern Mesopotamiens und den Aramaeern von Zoba kaempfte und als Joab umkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, zwoelftausend Mann.] 2 Sam 8,3.13 60:3 Du hast uns verworfen, o Gott, und zerschlagen. Du hast uns gezuernt. Richte uns wieder auf! 60:4 Erschuettert hast du das Land und gespalten. Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken. 60:5 Du hast dein Volk hart geprueft, du gabst uns betaeubenden Wein zu trinken. 75,9; Jes 51,17 60:6 Fuer alle, die dich fuerchten, hast du ein Zeichen aufgestellt, zu dem sie fliehen koennen vor dem Bogen. [Sela] dem Bogen: Text durch Aenderung der Vokale korr. nach G und S; H: der Wahrheit. 60:7 Hilf mit deiner Rechten, erhoere uns, damit die gerettet werden, die du so sehr liebst. (7-14) 108,7-14 60:8 Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: / "Ich will triumphieren, will Sichem verteilen und das Tal von Sukkot vermessen. 60:9 Mein ist Gilead, mein auch Manasse, / Efraim ist der Helm auf meinem Haupt, Juda mein Herrscherstab. Gen 49,10 60:10 Doch Moab ist mein Waschbecken, / auf Edom werfe ich meinen Schuh, ich triumphiere ueber das Land der Philister." Jes 11,14 Text korr.; H: ueber mich jauchze (vgl. 108,10). 60:11 Wer fuehrt mich hin zu der befestigten Stadt, wer wird mich nach Edom geleiten? 60:12 Gott, hast denn du uns verworfen? Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren. 44,10 60:13 Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos. 60:14 Mit Gott werden wir Grosses vollbringen; er selbst wird unsere Feinde zertreten. 44,6 61:1 Fuerbitte fuer den Koenig [Fuer den Chormeister. Mit Saitenspiel. Von David.] 61:2 Gott, hoere mein Flehen, achte auf mein Beten! 61:3 Vom Ende der Erde rufe ich zu dir; / denn mein Herz ist verzagt. Fuehre mich auf den Felsen, der mir zu hoch ist! 27,4f 61:4 Du bist meine Zuflucht, ein fester Turm gegen die Feinde. 71,3; Spr 18,10 61:5 In deinem Zelt moechte ich Gast sein auf ewig, mich bergen im Schutz deiner Fluegel. [Sela] 17,7f 61:6 Denn du, o Gott, hast meine Geluebde gehoert und denen das Erbe gegeben, die deinen Namen fuerchten. 61:7 Fuege den Tagen des Koenigs noch viele hinzu! Seine Jahre moegen dauern von Geschlecht zu Geschlecht. 21,5; 72,5 61:8 Er throne ewig vor Gottes Angesicht. Huld und Treue moegen ihn behueten. 89,5.30.34.37 Text korr. 61:9 Dann will ich allzeit deinem Namen singen und spielen und Tag fuer Tag meine Geluebde erfuellen. 7,18; 66,13 62:1 Vertrauen auf Gottes Macht und Huld [Fuer den Chormeister. Nach Jedutun. Ein Psalm Davids.] 62:2 Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, von ihm kommt mir Hilfe. 37,7; Jes 30,15 62:3 Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; darum werde ich nicht wanken. Text korr. (vgl. V. 7b). 62:4 Wie lange rennt ihr an gegen einen einzigen, / stuermt alle heran wie gegen eine fallende Wand, wie gegen eine Mauer, die einstuerzt? Gott, 62:5 Ja, sie planen, ihn von seiner Hoehe zu stuerzen; Luegen ist ihre Lust. Sie segnen mit ihrem Mund, doch in ihrem Herzen fluchen sie. [Sela] 28,3 62:6 Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; denn von ihm kommt meine Hoffnung. 42,6; Mi 7,7 62:7 Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; darum werde ich nicht wanken. 62:8 Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre; Gott ist mein schuetzender Fels, meine Zuflucht. 3,4; 92,16 Gott, woertlich: bei Gott. 62:9 Vertrau ihm, Volk (Gottes), zu jeder Zeit! / Schuettet euer Herz vor ihm aus! Denn Gott ist unsere Zuflucht. [Sela] Jes 26,4 62:10 Nur ein Hauch sind die Menschen, die Leute nur Lug und Trug. Auf der Waage schnellen sie empor, leichter als ein Hauch sind sie alle. 39,6f; Jes 40,15 62:11 Vertraut nicht auf Gewalt, verlasst euch nicht auf Raub! Wenn der Reichtum auch waechst, so verliert doch nicht euer Herz an ihn! Mt 19,22; Lk 12,15-21; 1 Tim 6,17 62:12 Eines hat Gott gesagt, zweierlei habe ich gehoert: Bei Gott ist die Macht; Ijob 40,5 62:13 Herr, bei dir ist die Huld. Denn du wirst jedem vergelten, wie es seine Taten verdienen. 28,4; 31,24; 91,8; 94,2.23; 2 Sam 3,39; Ijob 34,11; Klgl 3,64; Jer 50,29; Roem 2,6; 2 Tim 4,14 63:1 Sehnsucht nach Gott [Ein Psalm Davids, als er in der Wueste Juda war.] 1 Sam 23,14 63:2 Gott, du mein Gott, dich suche ich, meine Seele duerstet nach dir. Nach dir schmachtet mein Leib wie duerres, lechzendes Land ohne Wasser. 42,2f 63:3 Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen. 26,8 63:4 Denn deine Huld ist besser als das Leben; darum preisen dich meine Lippen. 63:5 Ich will dich ruehmen mein Leben lang, in deinem Namen die Haende erheben. 63:6 Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen. 23,5; 43,4 63:7 Ich denke an dich auf naechtlichem Lager und sinne ueber dich nach, wenn ich wache. 119,148; Jes 26,9 63:8 Ja, du wurdest meine Hilfe; jubeln kann ich im Schatten deiner Fluegel. 17,7f 63:9 Meine Seele haengt an dir, deine rechte Hand haelt mich fest. 63:10 Viele trachten mir ohne Grund nach dem Leben, aber sie muessen hinabfahren in die Tiefen der Erde. ohne Grund: Text korr.; H: zum Verderben. 63:11 Man gibt sie der Gewalt des Schwertes preis, sie werden eine Beute der Schakale. 63:12 Der Koenig aber freue sich an Gott. / Wer bei ihm schwoert, darf sich ruehmen. Doch allen Luegnern wird der Mund verschlossen. 21,2; 107,42 64:1 Bitte um Schutz vor den Feinden [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 64:2 Hoere, o Gott, mein lautes Klagen, schuetze mein Leben vor dem Schrecken des Feindes! 64:3 Verbirg mich vor der Schar der Boesen, vor dem Toben derer, die Unrecht tun. Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: vor der Verschwoerung derer, . . . 64:4 Sie schaerfen ihre Zunge wie ein Schwert, schiessen giftige Worte wie Pfeile, 55,22 64:5 um den Schuldlosen von ihrem Versteck aus zu treffen. Sie schiessen auf ihn, ploetzlich und ohne Scheu. 11,2 64:6 Sie sind fest entschlossen zu boesem Tun. Sie planen, Fallen zu stellen, und sagen: "Wer sieht uns schon?" Spr 1,11f; Ps 10,11 Text korr. 64:7 Sie haben Bosheit im Sinn, doch halten sie ihre Plaene geheim. Ihr Inneres ist heillos verdorben, ihr Herz ist ein Abgrund. Text korr. 64:8 Da trifft sie Gott mit seinem Pfeil; sie werden jaehlings verwundet. 64:9 Ihre eigene Zunge bringt sie zu Fall. Alle, die es sehen, schuetteln den Kopf. Text korr. 64:10 Dann fuerchten sich alle Menschen; / sie verkuenden Gottes Taten und bedenken sein Wirken. 64:11 Der Gerechte freut sich am Herrn und sucht bei ihm Zuflucht. Und es ruehmen sich alle Menschen mit redlichem Herzen. 65:1 Dank fuer Gottes Gaben [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids. Ein Lied.] 65:2 Dir gebuehrt Lobgesang, Gott, auf dem Zion, dir erfuellt man Geluebde. Text korr. 65:3 Du erhoerst die Gebete. Alle Menschen kommen zu dir 65:4 unter der Last ihrer Suenden. Unsere Schuld ist zu gross fuer uns, du wirst sie vergeben. 32,1 fuer uns: Text korr.; H: fuer mich. 65:5 Wohl denen, die du erwaehlst und in deine Naehe holst, die in den Vorhoefen deines Heiligtums wohnen. Wir wollen uns am Gut deines Hauses saettigen, am Gut deines Tempels. 23,6; 36,9 65:6 Du vollbringst erstaunliche Taten, erhoerst uns in Treue, du Gott unsres Heiles, du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernsten Gestade. Text korr. 65:7 Du gruendest die Berge in deiner Kraft, du guertest dich mit Staerke. 65:8 Du stillst das Brausen der Meere, das Brausen ihrer Wogen, das Tosen der Voelker. 89,10; Ijob 38,11; Jes 17,12 65:9 Alle, die an den Enden der Erde wohnen, / erschauern vor deinen Zeichen; Ost und West erfuellst du mit Jubel. 65:10 Du sorgst fuer das Land und traenkst es; du ueberschuettest es mit Reichtum. Der Bach Gottes ist reichlich gefuellt, du schaffst ihnen Korn; so ordnest du alles. (10-11) 104,10-15; Jo\EBl 2,22-24 reichlich, woertlich: (Der Bach Gottes ist) mit Wasser (gefuellt). 65:11 Du traenkst die Furchen, ebnest die Schollen, machst sie weich durch Regen, segnest ihre Gewaechse. 65:12 Du kroenst das Jahr mit deiner Guete, deinen Spuren folgt Ueberfluss. Woertlich: deine Spuren triefen von Fett. 65:13 In der Steppe prangen die Auen, die Hoehen umguerten sich mit Jubel. 96,12 65:14 Die Weiden schmuecken sich mit Herden, / die Taeler huellen sich in Korn. Sie jauchzen und singen. 66:1 Aufruf zum Lobpreis [Fuer den Chormeister. Ein Lied. Ein Psalm.] Jauchzt vor Gott, alle Laender der Erde! / 98,4; 100,1 66:2 Spielt zum Ruhm seines Namens! Verherrlicht ihn mit Lobpreis! 66:3 Sagt zu Gott: "Wie ehrfurchtgebietend sind deine Taten; vor deiner gewaltigen Macht muessen die Feinde sich beugen." 66:4 Alle Welt bete dich an und singe dein Lob, sie lobsinge deinem Namen! [Sela] 66:5 Kommt und seht die Taten Gottes! Staunenswert ist sein Tun an den Menschen: 46,9 66:6 Er verwandelte das Meer in trockenes Land, / sie schritten zu Fuss durch den Strom; dort waren wir ueber ihn voll Freude. Ex 14,21f; Jos 3,16f 66:7 In seiner Kraft ist er Herrscher auf ewig; / seine Augen pruefen die Voelker. Die Trotzigen koennen sich gegen ihn nicht erheben. [Sela] 66:8 Preist unser'n Gott, ihr Voelker; lasst laut sein Lob erschallen! 66:9 Er erhielt uns am Leben und liess unseren Fuss nicht wanken. 121,3 66:10 Du hast, o Gott, uns geprueft, und uns gelaeutert, wie man Silber laeutert. Jes 48,10; Spr 17,3 66:11 Du brachtest uns in schwere Bedraengnis und legtest uns eine drueckende Last auf die Schulter. auf die Schulter, woertlich: um unsere Hueften. 66:12 Du liessest Menschen ueber unsere Koepfe schreiten. / Wir gingen durch Feuer und Wasser. Doch du hast uns in die Freiheit hinausgefuehrt. Jes 43,2 Text korr. 66:13 Ich komme mit Opfern in dein Haus; ich erfuelle dir meine Geluebde, (13-14) 22,26; 50,14; 61,9; 76,12; 116,14.18; Num 30,3; Jona 2,10 66:14 die ich einst dir versprach, die dir mein Mund in der Not gelobte. 66:15 Fette Tiere bringe ich dir als Brandopfer dar, / zusammen mit dem Rauch von Widdern; ich richte dir Rinder und Boecke zu. [Sela] Nach G. 66:16 Ihr alle, die ihr Gott fuerchtet, kommt und hoert; ich will euch erzaehlen, was er mir Gutes getan hat. 66:17 Zu ihm hatte ich mit lauter Stimme gerufen, und schon konnte mein Mund ihn preisen. Woertlich: Ruehmen war unter meiner Zunge. 66:18 Haette ich Boeses im Sinn gehabt, dann haette der Herr mich nicht erhoert. (18-19) Spr 28,9; Joh 9,31 66:19 Gott aber hat mich erhoert, hat auf mein draengendes Beten geachtet. 66:20 Gepriesen sei Gott; denn er hat mein Gebet nicht verworfen und mir seine Huld nicht entzogen. 67:1 Dank fuer den Segen Gottes [Fuer den Chormeister. Mit Saitenspiel. Ein Psalm. Ein Lied.] 67:2 Gott sei uns gnaedig und segne uns. Er lasse ueber uns sein Angesicht leuchten, [Sela] 4,7 67:3 damit auf Erden sein Weg erkannt wird und unter allen Voelkern sein Heil. sein Weg: Text korr.; H: dein Weg. 67:4 Die Voelker sollen dir danken, o Gott, danken sollen dir die Voelker alle. 67:5 Die Nationen sollen sich freuen und jubeln. Denn du richtest den Erdkreis gerecht. Du richtest die Voelker nach Recht und regierst die Nationen auf Erden. [Sela] 98,9 Mit G ergaenzt. 67:6 Die Voelker sollen dir danken, o Gott, danken sollen dir die Voelker alle. 67:7 Das Land gab seinen Ertrag. Es segne uns Gott, unser Gott. 85,13 67:8 Es segne uns Gott. Alle Welt fuerchte und ehre ihn. Alle Welt, woertlich: Alle Enden der Erde. 68:1 Ein Lied auf Gottes Sieg und Herrschaft [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids. Ein Lied.] 68:2 Gott steht auf, seine Feinde zerstieben; die ihn hassen, fliehen vor seinem Angesicht. Num 10,35; Jes 33,3 68:3 Sie verfliegen, wie Rauch verfliegt; / wie Wachs am Feuer zerfliesst, so vergehen die Frevler vor Gottes Angesicht. 92,10 Sie verfliegen, wie Rauch verfliegt: Text korr.; H: Wie Rauch verweht wird, den du auseinanderwehst. 68:4 Die Gerechten aber freuen sich und jubeln vor Gott; sie jauchzen in heller Freude. 68:5 Singt fuer Gott, spielt seinem Namen; jubelt ihm zu, ihm, der auf den Wolken einherfaehrt! Preist seinen Namen! Freut euch vor seinem Angesicht! 7,18; 18,11; Dtn 33,26; Jes 19,1 Text korr. 68:6 Ein Vater der Waisen, ein Anwalt der Witwen ist Gott in seiner heiligen Wohnung. 10,18 68:7 Gott bringt die Verlassenen heim, / fuehrt die Gefangenen hinaus in das Glueck; doch die Empoerer muessen wohnen im duerren Land. 146,7 68:8 Gott, als du deinem Volk voranzogst, / als du die Wueste durchschrittest, [Sela] Ex 13,21; Dtn 33,2 68:9 da bebte die Erde, da ergossen sich die Himmel vor Gott, vor Gott, dem Herrn vom Sinai, vor Israels Gott. 18,8; 77,19; 97,4; 99,1; 104,32; 114,6f; Ex 19,18; Ri 5,4f; Sir 16,18f; Jes 63,19; Hab 3,6 68:10 Gott, du liessest Regen stroemen in Fuelle und erquicktest dein verschmachtendes Erbland. 68:11 Deine Geschoepfe finden dort Wohnung; Gott, in deiner Guete versorgst du den Armen. 68:12 Der Herr entsendet sein Wort; gross ist der Siegesbotinnen Schar. Jes 52,7 68:13 Die Koenige der Heere fliehen, sie fliehen. Im Haus verteilt man die Beute. Text korr. 68:14 Was bleibt ihr zurueck in den Huerden? Du Taube mit silbernen Schwingen, mit goldenem Fluegel! Ri 5,16.23 68:15 Als der Allmaechtige die Koenige vertrieb, fiel Schnee auf dem Zalmon. Ri 9,48 68:16 Ein Gottesberg ist der Baschanberg, ein Gebirge, an Gipfeln reich, ist der Baschan. 68:17 Warum blickt ihr voll Neid, ihr hohen Gipfel, / auf den Berg, den Gott sich zum Wohnsitz erwaehlt hat? Dort wird der Herr wohnen in Ewigkeit. 132,13; Ez 43,7 68:18 Die Wagen Gottes sind zahllos, tausendmal tausend. Vom Sinai zieht der Herr zu seinem Heiligtum. 2 Koen 6,17 Text korr.; H: Der Herr ist unter ihnen, (der vom) Sinai (ist) im Heiligtum. 68:19 Du zogst hinauf zur Hoehe, fuehrtest Gefangene mit; du nahmst Gaben entgegen von den Menschen. Auch Empoerer muessen wohnen bei Gott, dem Herrn. 47,6; Eph 4,8-10 68:20 Gepriesen sei der Herr, Tag fuer Tag! Gott traegt uns, er ist unsre Hilfe. [Sela] 145,2; Jes 46,3f; 63,9 68:21 Gott ist ein Gott, der uns Rettung bringt, Gott, der Herr, fuehrt uns heraus aus dem Tod. 9,14 68:22 Denn Gott zerschmettert das Haupt seiner Feinde, den Kopf des Frevlers, der in Suende dahinlebt. 68:23 Der Herr hat gesprochen: "Ich bringe (sie) vom Baschan zurueck, ich bringe (sie) zurueck aus den Tiefen des Meeres. 68:24 Dein Fuss wird baden im Blut, die Zunge deiner Hunde ihren Anteil bekommen an den Feinden." 58,11; 1 Koen 21,19; 22,38 Text korr. nach G, S und der aramaeischen Uebersetzung; H: damit du (Feinde) zerschmetterst, wobei dein Fuss im Blut (watet). 68:25 Gott, sie sahen deinen Einzug, den Einzug meines Gottes und Koenigs ins Heiligtum: 24,7; 2 Sam 6,13-15 68:26 voraus die Saenger, die Saitenspieler danach, dazwischen Maedchen mit kleinen Pauken. 149,3; 2 Sam 6,5 68:27 Versammelt euch und preist unsern Gott, den Herrn in der Gemeinde Israels: in der Gemeinde: Text korr.; H: ihr aus dem Brunnen Israels. 68:28 voran der kleine Stamm Benjamin, / im Zug die Fuersten von Juda, die Fuersten von Sebulon, die Fuersten von Naftali. Ri 20,43-48; Jes 8,23 im Zug, woertlich: im Laermen der Menge. 68:29 Biete auf, o Gott, deine Macht, / die Gottesmacht, die du an uns erwiesen hast 80,3 o Gott: Text korr.; H: dein Gott. 68:30a von deinem Tempel aus, hoch ueber Jerusalem. 68:31 Wehr ab das Untier im Schilf, die Rotte der Starken, wehr ab die Herrscher der Voelker! Sie sind gierig nach Silber, tritt sie nieder; zerstreue die Voelker, die Lust haben am Krieg. Ez 29,2f Text korr. 68:30b Koenige kommen mit Gaben, / 68:32 aus Aegypten bringt man Geraete von Erz, Kusch erhebt zu Gott seine Haende. 72,10; Jes 18,7; 45,14; Apg 8,27 68:33 Ihr Koenigreiche der Erde, singt fuer Gott, singt und spielt fuer den Herrn, [Sela] 7,18 68:34 der dahinfaehrt ueber den Himmel, den uralten Himmel, der seine Stimme erhebt, seine machtvolle Stimme. 68:35 Preist Gottes Macht! / Ueber Israel ragt seine Hoheit empor, seine Macht ragt bis zu den Wolken. 68:36 Gott in seinem Heiligtum ist voll Majestaet, Israels Gott; seinem Volk verleiht er Staerke und Kraft. Gepriesen sei Gott. in seinem Heiligtum: Text korr.; H: aus deinem Heiligtum. 69:1 Der Hilferuf eines unschuldig Verfolgten [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Lilien". Von David.] 69:2 Hilf mir, o Gott! Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle. (2-3) 42,8 69:3 Ich bin in tiefem Schlamm versunken und habe keinen Halt mehr; ich geriet in tiefes Wasser, die Stroemung reisst mich fort. 40,3 69:4 Ich bin muede vom Rufen, meine Kehle ist heiser, mir versagen die Augen, waehrend ich warte auf meinen Gott. Jes 38,14 69:5 Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf sind die, die mich grundlos hassen. Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde. Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten. 35,19; Joh 15,25 69:6 Gott, du kennst meine Torheit, meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen. 69:7 Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere, soll durch mich nicht scheitern; wer dich sucht, Gott Israels, gerate durch mich nicht in Schande. 69:8 Denn deinetwegen erleide ich Schmach, und Schande bedeckt mein Gesicht. 44,23; Jer 15,15 69:9 Entfremdet bin ich den eigenen Bruedern, den Soehnen meiner Mutter wurde ich fremd. 31,12 69:10 Denn der Eifer fuer dein Haus hat mich verzehrt; die Schmaehungen derer, die dich schmaehen, haben mich getroffen. 119,139; Joh 2,17; Roem 15,3 69:11 Ich nahm mich durch Fasten in Zucht, doch es brachte mir Schmach und Schande. Text korr.; H: Ich weinte beim Fasten meiner Seele. 69:12 Ich ging in Sack und Asche, doch sie riefen Spottverse hinter mir her. Klgl 3,14 69:13 Man redet ueber mich in der Versammlung am Tor, von mir singen die Zecher beim Wein. Ijob 30,9 69:14 Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade. Erhoere mich in deiner grossen Huld, Gott, hilf mir in deiner Treue! 102,14; Jes 49,8 69:15 Entreiss mich dem Sumpf, damit ich nicht versinke. Zieh mich heraus aus dem Verderben, aus dem tiefen Wasser! 40,3 Text korr.; H: Lass mich gerettet werden vor denen, die mich hassen. 69:16 Lass nicht zu, dass die Flut mich ueberschwemmt, / die Tiefe mich verschlingt, der Brunnenschacht ueber mir seinen Rachen schliesst. 42,8; Gen 29,3 69:17 Erhoere mich, Herr, in deiner Huld und Guete, wende dich mir zu in deinem grossen Erbarmen! 69:18 Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht; denn mir ist angst. Erhoere mich bald! 102,3; 143,7 69:19 Sei mir nah, und erloese mich! Befrei mich meinen Feinden zum Trotz! 69:20 Du kennst meine Schmach und meine Schande. Dir stehen meine Widersacher alle vor Augen. 69:21 Die Schande bricht mir das Herz, ganz krank bin ich vor Schmach; umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, auf einen Troester, doch ich habe keinen gefunden. Klgl 1,2 69:22 Sie gaben mir Gift zu essen, fuer den Durst reichten sie mir Essig. Klgl 3,15; Mt 27,34.48 69:23 Der Opfertisch werde fuer sie zur Falle, das Opfermahl zum Fangnetz. (23-24) Roem 11,9f Nach der aramaeischen Uebersetzung. 69:24 Blende ihre Augen, so dass sie nicht mehr sehen; laehme ihre Hueften fuer immer! 69:25 Giess ueber sie deinen Grimm aus, dein gluehender Zorn soll sie treffen! 69:26 Ihr Lagerplatz soll veroeden, in ihren Zelten soll niemand mehr wohnen. Apg 1,20 69:27 Denn sie verfolgen den Mann, den du schon geschlagen hast, und mehren den Schmerz dessen, der von dir getroffen ist. 71,11; Jes 53,4 Text korr. nach G; H: und sie zaehlen den Schmerz. 69:28 Rechne ihnen Schuld ueber Schuld an, damit sie nicht teilhaben an deiner Gerechtigkeit. 69:29 Sie seien aus dem Buch des Lebens getilgt und nicht bei den Gerechten verzeichnet. 139,16; Ex 32,32; Jes 4,3; Dan 7,10; 12,1; Mal 3,16; Lk 10,20; Phil 4,3; Offb 3,5; 20,12 69:30 Ich aber bin elend und voller Schmerzen; doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhoehen. 69:31 Ich will den Namen Gottes ruehmen im Lied, in meinem Danklied ihn preisen. 69:32 Das gefaellt dem Herrn mehr als ein Opferstier, mehr als Rinder mit Hoernern und Klauen. 40,7 69:33 Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch; ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf! 22,27 69:34 Denn der Herr hoert auf die Armen, er verachtet die Gefangenen nicht. 69:35 Himmel und Erde sollen ihn ruehmen, die Meere und was sich in ihnen regt. 69:36 Denn Gott wird Zion retten, wird Judas Staedte neu erbauen. Seine Knechte werden dort wohnen und das Land besitzen, / 51,20; Jes 44,26; Ez 36,10 69:37 ihre Nachkommen sollen es erben; wer seinen Namen liebt, soll darin wohnen. Jes 65,9 70:1 Bitte um Gottes Hilfe [Fuer den Chormeister. Von David. Zum Weihrauchopfer.] (1-6) 40,14-18 70:2 Gott, komm herbei, um mich zu retten, Herr, eil' mir zu Hilfe! 70:3 In Schmach und Schande sollen alle fallen, die mir nach dem Leben trachten. Zurueckweichen sollen sie und vor Scham erroeten, die sich ueber mein Unglueck freuen. 70:4 Beschaemt sollen sich alle abwenden, die lachen und hoehnen und sagen: "Dir geschieht recht." 70:5 Alle, die dich suchen, frohlocken; sie moegen sich freuen in dir. Die dein Heil lieben, sollen immer sagen: "Gross ist Gott, der Herr." der Herr: ergaenzt mit einigen hebraeischen Handschriften (vgl. Ps 40,17). 70:6 Ich aber bin arm und gebeugt. Eile, o Gott, mir zu Hilfe! Meine Hilfe und mein Retter bist du. Herr, saeume doch nicht! 71:1 Gott, die Zuflucht bis ins Alter Herr, ich suche Zuflucht bei dir. Lass mich doch niemals scheitern! (1-2) 31,2f 71:2 Reiss mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, wende dein Ohr mir zu und hilf mir! 71:3 Sei mir ein sicherer Hort, zu dem ich allzeit kommen darf. Du hast mir versprochen zu helfen; denn du bist mein Fels und meine Burg. 92,16 71:4 Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, aus der Faust des Bedrueckers und Schurken! 140,2 71:5 Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht, meine Hoffnung von Jugend auf. 71:6 Vom Mutterleib an stuetze ich mich auf dich, / vom Mutterschoss an bist du mein Beschuetzer; dir gilt mein Lobpreis allezeit. 22,11 71:7 Fuer viele bin ich wie ein Gezeichneter, du aber bist meine starke Zuflucht. 31,12; Jes 52,14 71:8 Mein Mund ist erfuellt von deinem Lob, von deinem Ruhm den ganzen Tag. 71:9 Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, verlass mich nicht, wenn meine Kraefte schwinden. Jes 46,4 71:10 Denn meine Feinde reden schlecht von mir, die auf mich lauern, beraten gemeinsam; 71:11 sie sagen: "Gott hat ihn verlassen. / Verfolgt und ergreift ihn! Fuer ihn gibt es keinen Retter." 3,3; 22,9; 69,27 71:12 Gott, bleib doch nicht fern von mir! Mein Gott, eil' mir zu Hilfe! 22,12 71:13 Alle, die mich bekaempfen, sollen scheitern und untergehn; ueber sie komme Schmach und Schande, weil sie mein Unglueck suchen. 35,4 Woertlich: sie sollen sich kleiden in Schmach und Schande. 71:14 Ich aber will jederzeit hoffen, all deinen Ruhm noch mehren. 71:15 Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit kuenden / und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag; denn ich kann sie nicht zaehlen. 35,28 71:16 Ich will kommen in den Tempel Gottes, des Herrn, deine grossen und gerechten Taten allein will ich ruehmen. Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Ich will kommen mit den Grosstaten Gottes, des Herrn. 71:17 Gott, du hast mich gelehrt von Jugend auf, und noch heute verkuende ich dein wunderbares Walten. 71:18 Auch wenn ich alt und grau bin, o Gott, verlass mich nicht, damit ich von deinem machtvollen Arm der Nachwelt kuende, / den kommenden Geschlechtern von deiner Staerke 22,31f 71:19 und von deiner Gerechtigkeit, Gott, die groesser ist als alles. Du hast Grosses vollbracht. Mein Gott, wer ist wie du? 40,6; 72,18; 86,8 71:20 Du liessest mich viel Angst und Not erfahren. / Belebe mich neu, fuehre mich herauf aus den Tiefen der Erde! 9,14 71:21 Bring mich wieder zu Ehren! Du wirst mich wiederum troesten. 71:22 Dann will ich dir danken mit Saitenspiel und deine Treue preisen; mein Gott, du Heiliger Israels, ich will dir auf der Harfe spielen. Jes 6,3; 43,3 71:23 Meine Lippen sollen jubeln, / denn dir will ich singen und spielen, meine Seele, die du erloest hast, soll jubeln. 7,18 71:24 Auch meine Zunge soll von deiner Gerechtigkeit reden den ganzen Tag. Denn alle, die mein Unglueck suchen, muessen vor Scham erroeten und scheitern. 40,15 72:1 Der Friedenskoenig und sein Reich [Von Salomo.] Verleih dein Richteramt, o Gott, dem Koenig, dem Koenigssohn gib dein gerechtes Walten! 72:2 Er regiere dein Volk in Gerechtigkeit und deine Armen durch rechtes Urteil. 2 Sam 23,3; Spr 31,8f 72:3 Dann tragen die Berge Frieden fuer das Volk und die Hoehen Gerechtigkeit. 72:4 Er wird Recht verschaffen den Gebeugten im Volk, / Hilfe bringen den Kindern der Armen, er wird die Unterdruecker zermalmen. 10,18 72:5 Er soll leben, solange die Sonne bleibt und der Mond, bis zu den fernsten Geschlechtern. 61,7; 89,37f Text korr. nach G. 72:6 Er stroeme wie Regen herab auf die Felder, wie Regenschauer, die die Erde benetzen. benetzen: Text unsicher. 72:7 Die Gerechtigkeit bluehe auf in seinen Tagen und grosser Friede, bis der Mond nicht mehr da ist. H unklar. 72:8 Er herrsche von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde. Sach 9,10 72:9 Vor ihm sollen seine Gegner sich beugen, Staub sollen lecken all seine Feinde. Jes 49,23; Mi 7,17 seine Gegner: Text korr.; H: Schiffe, oder: Daemonen; G: Aethiopier; S: Inseln. 72:10 Die Koenige von Tarschisch und von den Inseln bringen Geschenke, die Koenige von Saba und Seba kommen mit Gaben. 68,32; 1 Koen 10,1-13; Jes 60,9 72:11 Alle Koenige muessen ihm huldigen, alle Voelker ihm dienen. 2,8; 47,9 72:12 Denn er rettet den Gebeugten, der um Hilfe schreit, den Armen und den, der keinen Helfer hat. (12-13) Ijob 29,12 72:13 Er erbarmt sich des Gebeugten und Schwachen, er rettet das Leben der Armen. 72:14 Von Unterdrueckung und Gewalttat befreit er sie, ihr Blut ist in seinen Augen kostbar. 9,13; 116,15 72:15 Er lebe, und Gold von Saba soll man ihm geben! / Man soll fuer ihn allezeit beten, stets fuer ihn Segen erflehen. 61,7f 72:16 Im Land gebe es Korn in Fuelle. Es rausche auf dem Gipfel der Berge. Seine Frucht wird sein wie die Baeume des Libanon. Menschen bluehn in der Stadt wie das Gras der Erde. Jes 27,6; Am 9,13 72:17 Sein Name soll ewig bestehen; solange die Sonne bleibt, sprosse sein Name. Gluecklich preisen sollen ihn alle Voelker und in ihm sich segnen. 21,7; Gen 12,3; 22,18 72:18 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels! Er allein tut Wunder. 41,14; 136,4 72:19 Gepriesen sei sein herrlicher Name in Ewigkeit! Seine Herrlichkeit erfuelle die ganze Erde. Amen, ja amen. [Ende der Gebete Davids, des Sohnes Isais.] Jes 6,3; Num 14,21 73:1 Das dritte Buch Das scheinbare Glueck der Frevler [Ein Psalm Asafs.] Lauter Guete ist Gott fuer Israel, fuer alle Menschen mit reinem Herzen. 73:2 Ich aber - fast waeren meine Fuesse gestrauchelt, beinahe waere ich gefallen. 37,1; Jer 12,1 73:3 Denn ich habe mich ueber die Prahler ereifert, als ich sah, dass es diesen Frevlern so gut ging. (3-12) Ijob 21,7-13 73:4 Sie leiden ja keine Qualen, ihr Leib ist gesund und wohlgenaehrt. Text korr. 73:5 Sie kennen nicht die Muehsal der Sterblichen, sind nicht geplagt wie andere Menschen. 73:6 Darum ist Hochmut ihr Halsschmuck, wie ein Gewand umhuellt sie Gewalttat. 17,10 73:7 Sie sehen kaum aus den Augen vor Fett, ihr Herz laeuft ueber von boesen Plaenen. Ijob 15,27; Jer 5,28 73:8 Sie hoehnen, und was sie sagen, ist schlecht; sie sind falsch und reden von oben herab. 73:9 Sie reissen ihr Maul bis zum Himmel auf und lassen auf Erden ihrer Zunge freien Lauf. 73:10 Darum wendet sich das Volk ihnen zu und schluerft ihre Worte in vollen Zuegen. das Volk ihnen zu, woertlich: sein Volk hierher. Text korr.; H: Wasser in Fuelle schluerfen sie. 73:11 Sie sagen: "Wie sollte Gott das merken? Wie kann der Hoechste das wissen?" 10,11 73:12 Wahrhaftig, so sind die Frevler: Immer im Glueck, haeufen sie Reichtum auf Reichtum. 17,14 73:13 Also hielt ich umsonst mein Herz rein und wusch meine Haende in Unschuld. 26,6; Mal 3,14 73:14 Und doch war ich alle Tage geplagt und wurde jeden Morgen gezuechtigt. Ijob 7,18 73:21 Mein Herz war verbittert, mir bohrte der Schmerz in den Nieren; 73:22 ich war toericht und ohne Verstand, war wie ein Stueck Vieh vor dir. 73:15 Haette ich gesagt: "Ich will reden wie sie", dann haette ich an deinen Kindern Verrat geuebt. Text korr. nach S und der aramaeischen Uebersetzung. 73:16 Da sann ich nach, um das zu begreifen; es war eine Qual fuer mich, 73:17 bis ich dann eintrat ins Heiligtum Gottes und begriff, wie sie enden. 73:18 Ja, du stellst sie auf schluepfrigen Grund, du stuerzt sie in Taeuschung und Trug. 73:19 Sie werden ploetzlich zunichte, werden dahingerafft und nehmen ein schreckliches Ende, 49,15 73:20 wie ein Traum, der beim Erwachen verblasst, dessen Bild man vergisst, wenn man aufsteht. Ijob 20,8 Woertlich: Wie ein Traum nach dem Erwachen, Herr, in der Stadt vertreibst du ihr (Goetzen)bild. 73:23 Ich aber bleibe immer bei dir, du haeltst mich an meiner Rechten. 121,5; Roem 8,35-39 73:24 Du leitest mich nach deinem Ratschluss und nimmst mich am Ende auf in Herrlichkeit. 16,10; 49,16 73:25 Was habe ich im Himmel ausser dir? Neben dir erfreut mich nichts auf der Erde. ausser dir: ergaenzt. 73:26 Auch wenn mein Leib und mein Herz verschmachten, / Gott ist der Fels meines Herzens und mein Anteil auf ewig. 142,6; Num 18,20; Dtn 10,9; Klgl 3,24 73:27 Ja, wer dir fern ist, geht zugrunde; du vernichtest alle, die dich treulos verlassen. 73:28 Ich aber - Gott nahe zu sein ist mein Glueck. / Ich setze auf Gott, den Herrn, mein Vertrauen. Ich will all deine Taten verkuenden. 74:1 Klage ueber die Verwuestung des Heiligtums [Ein Weisheitslied Asafs.] Warum, Gott, hast du uns fuer immer verstossen? Warum ist dein Zorn gegen die Herde deiner Weide entbrannt? 77,8; 80,5 74:2 Denk an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben, / als Stamm dir zu eigen erkauft, an den Berg Zion, den du zur Wohnung erwaehlt hast. Ex 15,17; Dtn 7,6; Ps 76,3 74:3 Erheb deine Schritte zu den uralten Truemmern! Der Feind hat im Heiligtum alles verwuestet. 74:4 Deine Widersacher laermten an deiner heiligen Staette, stellten ihre Banner auf als Zeichen des Sieges. 74:5 Wie einer die Axt schwingt im Dickicht des Waldes, Text korr.; H: Es sah sich an, wie wenn man im Unterholz die Aexte hoch emporhebt. 74:6 so zerschlugen sie all das Schnitzwerk mit Beil und Hammer. Text korr.; H: und dann all das Schnitzwerk. 74:7 Sie legten an dein Heiligtum Feuer, entweihten die Wohnung deines Namens bis auf den Grund. 2 Koen 25,9; Jes 64,10 74:8 Sie sagten in ihrem Herzen: "Wir zerstoeren alles." Und sie verbrannten alle Gottesstaetten ringsum im Land. Klgl 2,9 74:9 Zeichen fuer uns sehen wir nicht, / es ist kein Prophet mehr da, niemand von uns weiss, wie lange noch. 74:10 Wie lange, Gott, darf der Bedraenger noch schmaehen, darf der Feind ewig deinen Namen laestern? 74:11 Warum ziehst du die Hand von uns ab, haeltst deine Rechte im Gewand verborgen? Jes 52,10 haeltst verborgen: Text korr.; H: mach ein Ende! 74:12 Doch Gott ist mein Koenig von alters her, Taten des Heils vollbringt er auf Erden. 74:13 Mit deiner Macht hast du das Meer zerspalten, die Haeupter der Drachen ueber den Wassern zerschmettert. Ex 14,21f; Ps 89,11; Jes 51,9f 74:14 Du hast die Koepfe des Lev\EDatan zermalmt, ihn zum Frass gegeben den Ungeheuern der See. Text korr.; H: dem Volk von Daemonen. 74:15 Hervorbrechen liessest du Quellen und Baeche, austrocknen Stroeme, die sonst nie versiegen. Ex 17,6; Jos 3,16 74:16 Dein ist der Tag, dein auch die Nacht, hingestellt hast du Sonne und Mond. 104,19 74:17 Du hast die Grenzen der Erde festgesetzt, hast Sommer und Winter geschaffen. 74:18 Denk daran: Der Feind schmaeht den Herrn, ein Volk ohne Einsicht laestert deinen Namen. 74:19 Gib dem Raubtier das Leben deiner Taube nicht preis; das Leben deiner Armen vergiss nicht fuer immer! 74:20 Blick hin auf deinen Bund! Denn voll von Schlupfwinkeln der Gewalt ist unser Land. deinen: nach G und S. Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Denn die Winkel des Landes sind voll von Staetten der Gewalt. 74:21 Lass den Bedrueckten nicht beschaemt von dir weggehn! Arme und Gebeugte sollen deinen Namen ruehmen. 74:22 Erheb dich, Gott, und fuehre deine Sache! Bedenke, wie die Toren dich taeglich schmaehen. 74:23 Vergiss nicht das Geschrei deiner Gegner, das Toben deiner Widersacher, das staendig emporsteigt. 75:1 Gott, der gerechte Richter [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Zerstoere nicht!". Ein Psalm Asafs. Ein Lied.] 75:2 Wir preisen dich, Gott, wir preisen dich; dein Name ist denen nahe, die deine Wunder erzaehlen. 75:3 "Ja, zu der Zeit, die ich selbst bestimme, halte ich Gericht nach meinem Recht. 75:4 Die Erde mit allen, die auf ihr wohnen, mag wanken; doch ich selbst habe ihre Saeulen auf festen Grund gestellt." [Sela] 24,2; 104,5; 1 Sam 2,8 75:5 Ich sage zu den Stolzen: Seid nicht so vermessen!, und zu den Frevlern: Bruestet euch nicht mit eurer Macht! 1 Sam 2,3 75:6 Bruestet euch nicht stolz mit eurer Macht, redet nicht so ueberheblich daher! 94,4 75:7 Denn weder vom Osten noch vom Westen noch aus der Wueste kommt die Erhoehung. Jer 3,23; Mt 24,23-28 Text korr. 75:8 Nein, der Richter ist Gott; den einen erniedrigt er, den andern erhoeht er. 1 Sam 2,7; Dan 2,21 75:9 Ja, in der Hand des Herrn ist ein Becher, herben, gaerenden Wein reicht er dar; ihn muessen alle Frevler der Erde trinken, muessen ihn samt der Hefe schluerfen. 60,5; Ijob 21,20; Jer 25,15f; Hab 2,16 75:10 Ich aber werde jubeln fuer immer; dem Gott Jakobs will ich singen und spielen. jubeln: Text korr. nach G; H: verkuenden. 75:11 "Ich schlage die ganze Macht der Frevler nieder; doch das Haupt des Gerechten wird hoch erhoben." 76:1 Der Weltenrichter auf dem Zion [Fuer den Chormeister. Mit Saitenspiel. Ein Psalm Asafs. Ein Lied.] 76:2 Gott gab sich zu erkennen in Juda, sein Name ist gross in Israel. 76:3 Sein Zelt erstand in Salem, seine Wohnung auf dem Zion. 87,2; 132,13 76:4 Dort zerbrach er die blitzenden Pfeile des Bogens, Schild und Schwert, die Waffen des Krieges. [Sela] 46,10; Jdt 9,7 76:5 Du bist furchtbar und herrlich, mehr als die ewigen Berge. furchtbar: nach der aramaeischen Uebersetzung und nach der griechischen von Theodotion; H: leuchtend. Text korr. nach G. 76:6 Ausgepluendert sind die tapferen Streiter, / sie sinken hin in den Schlaf; allen Helden versagen die Haende. 2 Koen 19,35; Jer 51,39.57 76:7 Wenn du drohst, Gott Jakobs, erstarren Rosse und Wagen. 76:8 Furchtbar bist du. Wer kann bestehen vor dir, vor der Gewalt deines Zornes? Dtn 7,21; Nah 1,6 76:9 Vom Himmel her machst du das Urteil bekannt; Furcht packt die Erde, und sie verstummt, 76:10 wenn Gott sich erhebt zum Gericht, um allen Gebeugten auf der Erde zu helfen. [Sela] 76:11 Denn auch der Mensch voll Trotz muss dich preisen und der Rest der Voelker dich feiern. dich feiern: Text korr.; H: du guertest dich. - Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Ja, das grimmige Edom soll dich preisen, der Rest Hamats dich feiern. 76:12 Legt Geluebde ab und erfuellt sie dem Herrn, eurem Gott! Ihr alle ringsum, bringt Gaben ihm, den ihr fuerchtet. 66,13 76:13 Er nimmt den Fuersten den Mut; furchterregend ist er fuer die Koenige der Erde. 77:1 Gottes Weg mit seinem Volk [Fuer den Chormeister. Nach Jedutun. Ein Psalm Asafs.] 77:2 Ich rufe zu Gott, ich schreie, ich rufe zu Gott, bis er mich hoert. 77:3 Am Tag meiner Not suche ich den Herrn; / unablaessig erhebe ich nachts meine Haende, meine Seele laesst sich nicht troesten. 50,15; 88,2 Mit den Uebersetzungen des Symmachus und des Hieronymus. 77:4 Denke ich an Gott, muss ich seufzen; sinne ich nach, dann will mein Geist verzagen. [Sela] 77:5 Du laesst mich nicht mehr schlafen; ich bin voll Unruhe und kann nicht reden. 119,148 77:6 Ich sinne nach ueber die Tage von einst, ich will denken an laengst vergangene Jahre. 143,5 77:7 Mein Herz gruebelt bei Nacht, ich sinne nach, es forscht mein Geist. Nach G und S. 77:8 Wird der Herr mich denn auf ewig verstossen und mir niemals mehr gnaedig sein? 13,2; 74,1; 85,6; 89,47; Klgl 3,31 77:9 Hat seine Huld fuer immer ein Ende, ist seine Verheissung aufgehoben fuer alle Zeiten? 77:10 Hat Gott seine Gnade vergessen, im Zorn sein Erbarmen verschlossen? [Sela] Jes 49,14f 77:11 Da sagte ich mir: "Das ist mein Schmerz, dass die Rechte des Hoechsten so anders handelt." Mal 3,6 77:12 Ich denke an die Taten des Herrn, ich will denken an deine frueheren Wunder. 77:13 Ich erwaege all deine Werke und will nachsinnen ueber deine Taten. 143,5 77:14 Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist ein Gott, so gross wie unser Gott? 18,31f; 35,10 Nach G. 77:15 Du allein bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Macht den Voelkern kundgetan. 98,1 77:16 Du hast mit starkem Arm dein Volk erloest, die Kinder Jakobs und Josefs. [Sela] Neh 1,10 77:17 Die Wasser sahen dich, Gott, / die Wasser sahen dich und bebten. Die Tiefen des Meeres tobten. 18,16; 114,3; Nah 1,4 77:18 Die Wolken gossen ihr Wasser aus, / das Gewoelk liess die Stimme droehnen, auch deine Pfeile flogen dahin. 18,15; (18-19) Hab 3,9-11 77:19 Droehnend rollte dein Donner, / Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde bebte und wankte. 68,9; 97,4 Text korr. 77:20 Durch das Meer ging dein Weg, / dein Pfad durch gewaltige Wasser, doch niemand sah deine Spuren. Neh 9,11; Jes 43,16; 51,10; (20-21) Ex 14,21-31 77:21 Du fuehrtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron. 78,52; Jes 63,11-14; Mi 6,4 78:1 Die Geschichte Israels als Mahnung und Warnung [Ein Weisheitslied Asafs.] Mein Volk, vernimm meine Weisung! Wendet euer Ohr zu den Worten meines Mundes! 78:2 Ich oeffne meinen Mund zu einem Spruch; ich will die Geheimnisse der Vorzeit verkuenden. 49,5; Mt 13,35 78:3 Was wir hoerten und erfuhren, was uns die Vaeter erzaehlten, 44,2; (3-6) 22,31f 78:4 das wollen wir unseren Kindern nicht verbergen, sondern dem kommenden Geschlecht erzaehlen: die ruhmreichen Taten und die Staerke des Herrn, die Wunder, die er getan hat. 78:5 Er stellte sein Gesetz auf in Jakob, / gab in Israel Weisung und gebot unseren Vaetern, ihre Kinder das alles zu lehren, 147,19 78:6 damit das kommende Geschlecht davon erfahre, / die Kinder spaeterer Zeiten; sie sollten aufstehen und es weitergeben an ihre Kinder, 78:7 damit sie ihr Vertrauen auf Gott setzen, / die Taten Gottes nicht vergessen und seine Gebote bewahren 78:8 und nicht werden wie ihre Vaeter, / jenes Geschlecht voll Trotz und Empoerung, das wankelmuetige Geschlecht, dessen Geist nicht treu zu Gott hielt. Dtn 32,5f.20 78:9 Die Soehne Efraims, Kaempfer mit Pfeil und Bogen, wandten den Ruecken am Tag der Schlacht; 78:10 Gottes Bund hielten sie nicht, sie weigerten sich, seiner Weisung zu folgen. 78:11 Sie vergassen die Taten des Herrn, die Wunder, die er sie sehen liess. 78:12 Vor den Augen ihrer Vaeter vollbrachte er Wunder im Land Aegypten, im Gefilde von Zoan. Num 13,22 78:13 Er spaltete das Meer und fuehrte sie hindurch, er liess das Wasser feststehen wie einen Damm. Ex 14,21f 78:14 Er leitete sie bei Tag mit der Wolke und die ganze Nacht mit leuchtendem Feuer. Ex 13,21 78:15 Er spaltete Felsen in der Wueste und gab dem Volk reichlich zu trinken, wie mit Wassern der Urflut. (15-16) Ex 17,6; Num 20,11 78:16 Er liess Baeche aus dem Gestein entspringen, liess Wasser fliessen gleich Stroemen. 78:17 Doch sie suendigten weiter gegen ihn, sie trotzten in der Wueste dem Hoechsten. Ez 20,13 78:18 In ihrem Herzen versuchten sie Gott, forderten Nahrung fuer den Hunger. 106,14; Ex 16,3 78:19 Sie redeten gegen Gott; sie fragten: "Kann uns denn Gott den Tisch decken in der Wueste? 78:20 Zwar hat er an den Felsen geschlagen, so dass Wasser floss und Baeche stroemten. Kann er uns auch Brot verschaffen und sein Volk mit Fleisch versorgen?" 78:21 Das hoerte der Herr und war voll Grimm; / Feuer flammte auf gegen Jakob, Zorn erhob sich gegen Israel, Num 11,1 78:22 weil sie Gott nicht glaubten und nicht auf seine Hilfe vertrauten. 78:23 Dennoch gebot er den Wolken droben und oeffnete die Tore des Himmels. Mal 3,10 78:24 Er liess Manna auf sie regnen als Speise, er gab ihnen Brot vom Himmel. Ex 16,4.14f; Joh 6,31 78:25 Da assen die Menschen Wunderbrot; Gott gab ihnen Nahrung in Fuelle. 105,40 78:26 Er liess den Ostwind losbrechen droben am Himmel, fuehrte in seiner Macht den Suedwind herbei, 78:27 liess Fleisch auf sie regnen wie Staub, gefiederte Voegel wie Sand am Meer. 78:28 Er liess sie mitten ins Lager fallen, rings um Israels Zelte. 78:29 Da assen alle und wurden satt; er hatte ihnen gebracht, was sie begehrten. 78:30 Noch aber hatten sie ihre Gier nicht gestillt, noch war die Speise in ihrem Mund, Num 11,33 78:31 da erhob sich gegen sie Gottes Zorn; / er erschlug ihre Fuehrer und streckte die jungen Maenner Israels nieder. 78:32 Doch sie suendigten trotz allem weiter und vertrauten nicht seinen Wundern. Num 14,11 78:33 Darum liess er ihre Tage schwinden wie einen Hauch und ihre Jahre voll Schrecken vergehen. Num 14,22f 78:34 Wenn er dreinschlug, fragten sie nach Gott, kehrten um und suchten ihn. Num 21,7; Jes 26,16 78:35 Sie dachten daran, dass Gott ihr Fels ist, Gott, der Hoechste, ihr Erloeser. 92,16 78:36 Doch sie taeuschten ihn mit falschen Worten, und ihre Zunge belog ihn. (36f) Jes 29,13 Woertlich: und mit ihrem Mund taeuschten sie ihn. 78:37 Ihr Herz hielt nicht fest zu ihm, sie hielten seinem Bund nicht die Treue. 95,10 78:38 Er aber vergab ihnen voll Erbarmen die Schuld und tilgte sein Volk nicht aus. Oftmals liess er ab von seinem Zorn und unterdrueckte seinen Groll. Ex 32,14; Num 14,20; Jes 48,9; Hos 11,8f 78:39 Denn er dachte daran, dass sie nichts sind als Fleisch, nur ein Hauch, der vergeht und nicht wiederkehrt. 103,14-16; Ijob 7,7 78:40 Wie oft haben sie ihm in der Wueste getrotzt, ihn gekraenkt in der Steppe! Dtn 9,22 78:41 Immer wieder stellten sie ihn auf die Probe, sie reizten den heiligen Gott Israels. 71,22 78:42 Sie dachten nicht mehr an seine maechtige Hand, an den Tag, als er sie vom Unterdruecker befreite, 106,21 78:43 als er in Aegypten Zeichen tat und Wunder im Gefilde von Zoan: 135,9; 78,12 78:44 Er verwandelte ihre Fluesse und Baeche in Blut; sie konnten daraus nicht mehr trinken. Ex 7,17-21 78:45 Er schickte einen Schwarm von Fliegen, der frass sie auf, ein Heer von Froeschen, das vertilgte sie. Ex 8,17-20 78:46 Ihre Ernte ueberliess er den Grillen und den Heuschrecken den Ertrag ihrer Muehen. Ex 10,4-15 78:47 Ihre Reben zerschlug er mit Hagel, ihre Maulbeerbaeume mit Koernern aus Eis. Ex 9,18-25 78:48 Ihr Vieh ueberliess er der Pest und ihre Herden den Seuchen. Ex 9,3-7 Text korr.; H: ueberliess er dem Hagel. 78:49 Er liess die Glut seines Zorns auf sie los: / Grimm und Wut und Bedraengnis, Boten des Unheils in Scharen. 78:50 Er liess seinem Zorn freien Lauf; / er bewahrte sie nicht vor dem Tod und lieferte ihr Leben der Pest aus. Ex 9,8-10 78:51 Er schlug in Aegypten alle Erstgeburt, in den Zelten Hams die Bluete der Jugend. 105,36; 135,8; 136,10; Ex 12,29f alle Erstgeburt, woertlich: den Erstling ihrer Zeugungskraft. 78:52 Dann fuehrte er sein Volk hinaus wie Schafe, leitete sie wie eine Herde durch die Wueste. 77,21 78:53 Er fuehrte sie sicher, sie mussten nichts fuerchten, doch ihre Feinde bedeckte das Meer. Ex 14,19-31 78:54 Er brachte sie in sein heiliges Land, in die Berge, die er erwarb mit maechtiger Hand. 114,2; Ex 15,17 H: zu dem Berg, den . . . 78:55 Er vertrieb die Voelker vor ihnen, / liess in ihren Zelten die Staemme Israels wohnen und teilte ihnen ihr Erbteil zu. 44,3; Jos 24,8-13 78:56 Doch sie versuchten Gott und trotzten dem Hoechsten; sie hielten seine Satzungen nicht. 78:57 Wie ihre Vaeter, fielen sie treulos von ihm ab, sie wandten sich ab wie ein Bogen, der versagt. Hos 7,16 78:58 Sie erbitterten ihn mit ihrem Kult auf den Hoehen und reizten seine Eifersucht mit ihren Goetzen. Dtn 32,16.21 78:59 Als Gott es sah, war er voll Grimm und sagte sich los von Israel. 78:60 Er verwarf seine Wohnung in Schilo, das Zelt, wo er unter den Menschen wohnte. 1 Sam 1,3; Jer 7,12 78:61 Er gab seine Macht in Gefangenschaft, seine heilige Lade fiel in die Hand des Feindes. 1 Sam 4,11.22 seine heilige Lade: H: seine Pracht (als Bezeichnung der Lade). 78:62 Er lieferte sein Volk dem Schwert aus; er war voll Grimm ueber sein Eigentum. 78:63 Die jungen Maenner frass das Feuer; den jungen Maedchen sang man kein Brautlied. Jer 7,34 78:64 Die Priester wurden mit dem Schwert erschlagen; die Witwen konnten die Toten nicht beweinen. 1 Sam 4,11; Ijob 27,15 78:65 Da erwachte der Herr wie aus dem Schlaf, wie ein Held, der betaeubt war vom Wein. 78:66 Er schlug seine Feinde zurueck und gab sie ewiger Schande preis. 1 Sam 5,6-12 78:67 Das Zelt Josefs verwarf er, dem Stamm Efraim entzog er die Erwaehlung. 78:68 Doch den Stamm Juda erwaehlte er, den Berg Zion, den er liebt. 2 Chr 6,6 78:69 Dort baute er sein hoch aufragendes Heiligtum, / so fest wie die Erde, die er fuer immer gegruendet hat. 48,3 78:70 Und er erwaehlte seinen Knecht David; / er holte ihn weg von den Huerden der Schafe, (70-71) 89,21; 1 Sam 16,11-13; 2 Sam 7,8 78:71 von den Muttertieren nahm er ihn fort, damit er sein Volk Jakob weide und sein Erbe Israel. 78:72 Er sorgte als Hirt fuer sie mit lauterem Herzen und fuehrte sie mit klugen Haenden. 79:1 Die Klage ueber die Zerstoerung Jerusalems [Ein Psalm Asafs.] Gott, die Heiden sind eingedrungen in dein Erbe, / sie haben deinen heiligen Tempel entweiht und Jerusalem in Truemmer gelegt. 2 Koen 25,8-10; Klgl 1,10 79:2 Die Leichen deiner Knechte haben sie zum Frass gegeben den Voegeln des Himmels, die Leiber deiner Frommen den Tieren des Feldes. Jer 7,33; (2-3) 1 Makk 7,17 79:3 Ihr Blut haben sie wie Wasser vergossen / rings um Jerusalem, und keiner hat sie begraben. Jer 14,16 79:4 Zum Schimpf sind wir geworden / in den Augen der Nachbarn, zu Spott und Hohn bei allen, die rings um uns wohnen. 31,12; Zef 2,8 79:5 Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zuernen? Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer? 89,47 79:6 Giess deinen Zorn aus ueber die Heiden, / die dich nicht kennen, ueber jedes Reich, das deinen Namen nicht anruft. Sir 36,1-6; 14,4; (6-7) Jer 10,25 79:7 Denn sie haben Jakob aufgezehrt und seine Felder verwuestet. 79:8 Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! / Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! Denn wir sind sehr erniedrigt. 79:9 Um der Ehre deines Namens willen / hilf uns, du Gott unsres Heils! Um deines Namens willen reiss uns heraus und vergib uns die Suenden! Ez 20,44; 36,22 79:10 Warum duerfen die Heiden sagen: "Wo ist nun ihr Gott?" Lass kund werden an den Heiden vor unsern Augen, wie du das vergossene Blut deiner Knechte vergiltst. 42,11; Jo\EBl 4,21 79:11 Das Stoehnen der Gefangenen dringe zu dir. Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes! 102,21 Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Lass am Leben die Todgeweihten! 79:12 Zahl unsern Nachbarn siebenfach heim die Schmach, die sie dir, Herr, angetan. 137,7-9 Woertlich: Zahl siebenfach in den Schoss unserer Nachbarn! 79:13 Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, / wollen dir ewig danken, deinen Ruhm verkuenden von Geschlecht zu Geschlecht. 95,7 80:1 Bitte fuer Israel, den Weinstock Gottes [Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Lilien". Ein Zeugnis. Ein Psalm Asafs.] 80:2 Du Hirte Israels, hoere, der du Josef weidest wie eine Herde! Der du auf den Kerubim thronst, erscheine 23,1; 95,7 80:3 vor Efraim, Benjamin und Manasse! Biete deine gewaltige Macht auf, und komm uns zu Hilfe! 80:4 Gott, richte uns wieder auf! Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen. 85,5; 4,7 80:5 Herr, Gott der Heerscharen, wie lange noch zuernst du, waehrend dein Volk zu dir betet? 80:6 Du hast sie gespeist mit Traenenbrot, sie ueberreich getraenkt mit Traenen. 42,4 80:7 Du machst uns zum Spielball der Nachbarn, und unsere Feinde verspotten uns. 44,14 Nach G, S und der griechischen Uebersetzung des Symmachus. 80:8 Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen. 80:9 Du hobst in Aegypten einen Weinstock aus, du hast Voelker vertrieben, ihn aber eingepflanzt. Jer 2,21 80:10 Du schufst ihm weiten Raum; er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfuellt. 80:11 Sein Schatten bedeckte die Berge, seine Zweige die Zedern Gottes. (11-12) Dtn 11,24 80:12 Seine Ranken trieb er bis hin zum Meer und seine Schoesslinge bis zum Eufrat. 80:13 Warum rissest du seine Mauern ein? Alle, die des Weges kommen, pluendern ihn aus. 89,41f 80:14 Der Eber aus dem Wald wuehlt ihn um, die Tiere des Feldes fressen ihn ab. 80:15 Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! Blick vom Himmel herab, und sieh auf uns! Sorge fuer diesen Weinstock 80:16 und fuer den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat. Text korr.; H fuegt aus V. 18 hinzu: und den Sohn, den du grosszogst. 80:17 Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht. Ez 15,2-4 80:18 Deine Hand schuetze den Mann zu deiner Rechten, den Menschensohn, den du fuer dich gross und stark gemacht. 80:19 Erhalt uns am Leben! Dann wollen wir deinen Namen anrufen und nicht von dir weichen. 80:20 Herr, Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen. 81:1 Aufruf zur Treue gegen Gott [Fuer den Chormeister. Nach dem Kelterlied. Von Asaf.] 81:2 Jubelt Gott zu, er ist unsre Zuflucht; jauchzt dem Gott Jakobs zu! 81:3 Stimmt an den Gesang, schlagt die Pauke, die liebliche Laute, dazu die Harfe! 81:4 Stosst in die Posaune am Neumond und zum Vollmond, am Tag unsres Festes! Lev 23,24; Num 10,10 81:5 Denn das ist Satzung fuer Israel, Entscheid des Gottes Jakobs. 81:6 Das hat er als Gesetz fuer Josef erlassen, als Gott gegen Aegypten auszog. Eine Stimme hoere ich, die ich noch nie vernahm: 81:7 Seine Schulter hab' ich von der Buerde befreit, seine Haende kamen los vom Lastkorb. Ex 1,14; 6,6 81:8 Du riefst in der Not, und ich riss dich heraus; ich habe dich aus dem Gewoelk des Donners erhoert, an den Wassern von Mer\EDba geprueft. [Sela] Ex 17,1-7; Num 20,13; Ps 95,8 81:9 Hoere, mein Volk, ich will dich mahnen! Israel, wolltest du doch auf mich hoeren! 81:10 Fuer dich gibt es keinen andern Gott. Du sollst keinen fremden Gott anbeten. (10-11) Ex 20,2f Textvorschlag fuer die Psalmodie: Du sollst dich nicht niederwerfen vor einem fremden Gott. 81:11 Ich bin der Herr, dein Gott, / der dich heraufgefuehrt hat aus Aegypten. Tu deinen Mund auf! Ich will ihn fuellen. 81:12 Doch mein Volk hat nicht auf meine Stimme gehoert; Israel hat mich nicht gewollt. 95,7 81:13 Da ueberliess ich sie ihrem verstockten Herzen, und sie handelten nach ihren eigenen Plaenen. Jer 7,24 81:14 Ach dass doch mein Volk auf mich hoerte, dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen! 81:15 Wie bald wuerde ich seine Feinde beugen, meine Hand gegen seine Bedraenger wenden. 66,3 81:16 Alle, die den Herrn hassen, muessten Israel schmeicheln, und das sollte fuer immer so bleiben. Israel: H: ihm. 81:17 Ich wuerde es naehren mit bestem Weizen und mit Honig aus dem Felsen saettigen. 147,14; Dtn 32,13 Text korr.; H: Er hat es genaehrt. 82:1 Bitte um Gottes Eingreifen als Richter [Ein Psalm Asafs.] Gott steht auf in der Versammlung der Goetter, im Kreis der Goetter haelt er Gericht. 136,2f; 1 Koen 22,19 82:2 "Wie lange noch wollt ihr ungerecht richten und die Frevler beguenstigen? [Sela] 58,3 82:3 Verschafft Recht den Unterdrueckten und Waisen, verhelft den Gebeugten und Beduerftigen zum Recht! Ex 23,6; Dtn 1,17; Jes 1,17 82:4 Befreit die Geringen und Armen, entreisst sie der Hand der Frevler!" 82:5 Sie aber haben weder Einsicht noch Verstand, / sie tappen dahin im Finstern. Alle Grundfesten der Erde wanken. 82:6 "Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Goetter, ihr alle seid Soehne des Hoechsten. Joh 10,34 82:7 Doch nun sollt ihr sterben wie Menschen, sollt stuerzen wie jeder der Fuersten." 82:8 Erheb dich, Gott, und richte die Erde! Denn alle Voelker werden dein Erbteil sein. 67,5 Woertlich: Denn du besitzt Erbteil an den Voelkern. 83:1 Eine Bitte um Hilfe gegen Feinde des Volkes [Ein Lied. Ein Psalm Asafs.] 83:2 Schweig doch nicht, o Gott, bleib nicht still, o Gott, bleib nicht stumm! 83:3 Sieh doch, deine Feinde toben; die dich hassen, erheben das Haupt. 35,20 83:4 Gegen dein Volk ersinnen sie listige Plaene und halten Rat gegen die, die sich bei dir bergen. 83:5 Sie sagen: "Wir wollen sie ausrotten als Volk; an den Namen Israel soll niemand mehr denken." 83:6 Ja, sie halten einmuetig Rat und schliessen ein Buendnis gegen dich: 2,2 83:7 Edoms Zelte und die Ismaeliter, Moab und die Hagariter, 83:8 Gebal, Ammon und Amalek, das Philisterland und die Bewohner von Tyrus. 83:9 Zu ihnen gesellt sich auch Assur und leiht seinen Arm den Soehnen Lots. [Sela] 83:10 Mach es mit ihnen wie mit Midian und Sisera, wie mit Jabin am Bach Kischon, Ri 7,23-25; Jes 9,3; 10,26; Ri 4,15f 83:11 die du bei En-D\F3r vernichtet hast. Sie wurden zum Dung fuer die Aecker. 83:12 Mach ihre Fuersten wie Oreb und Seeb, / wie Sebach und Zalmunna mach all ihre Fuehrer! Ri 7,25; Ri 8,21 Text korr. nach G. 83:13 Sie sagten: "Wir wollen Gottes Land erobern." 83:14 Mein Gott, lass sie dahinwirbeln wie Staub, wie Spreu vor dem Wind! 35,5 Woertlich: Mein Gott, mach sie der Distel gleich! 83:15 Wie das Feuer, das ganze Waelder verbrennt, wie die Flamme, die Berge versengt, 83:16 so jage sie davon mit deinem Sturm, und schrecke sie mit deinem Wetter! 83:17 Bedecke mit Schmach ihr Gesicht, damit sie, Herr, nach deinem Namen fragen. 83:18 Beschaemt sollen sie sein und verstoert fuer immer, sollen vor Schande zugrunde gehn. 83:19 Sie sollen erkennen, dass du es bist. Herr ist dein Name. Du allein bist der Hoechste ueber der ganzen Erde. 46,11; 59,14; 100,3; Dtn 4,39; Jes 43,10; Dan 3,45 84:1 Die Freude am Heiligtum [Fuer den Chormeister. Nach dem Kelterlied. Ein Psalm der Korachiter.] 84:2 Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr der Heerscharen! / 84:3 Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht nach dem Tempel des Herrn. Mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu, ihm, dem lebendigen Gott. 27,4 dem Tempel, woertlich: den (Tempel-)Vorhoefen des Herrn. 84:4 Auch der Sperling findet ein Haus / und die Schwalbe ein Nest fuer ihre Jungen - deine Altaere, Herr der Heerscharen, mein Gott und mein Koenig. 5,3 84:5 Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben. [Sela] 23,6 84:6 Wohl den Menschen, die Kraft finden in dir, wenn sie sich zur Wallfahrt ruesten. 84:7 Ziehen sie durch das trostlose Tal, / wird es fuer sie zum Quellgrund, und Fruehregen huellt es in Segen. 84:8 Sie schreiten dahin mit wachsender Kraft; dann schauen sie Gott auf dem Zion. Text korr.; H: er erscheint (ihnen), der Gott der Goetter auf dem Zion. 84:9 Herr der Heerscharen, hoere mein Beten, vernimm es, Gott Jakobs! [Sela] H: Herr, Gott der Heerscharen. 84:10 Gott, sieh her auf unsern Schild, schau auf das Antlitz deines Gesalbten! 89,19 84:11 Denn ein einziger Tag in den Vorhoefen deines Heiligtums ist besser als tausend andere. Lieber an der Schwelle stehen im Haus meines Gottes als wohnen in den Zelten der Frevler. 27,4 84:12 Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild. Er schenkt Gnade und Herrlichkeit; der Herr versagt denen, die rechtschaffen sind, keine Gabe. 3,4 84:13 Herr der Heerscharen, wohl dem, der dir vertraut! 85:1 Bitte um das verheissene Heil [Fuer den Chormeister. Ein Psalm der Korachiter.] 85:2 Einst hast du, Herr, dein Land begnadet und Jakobs Unglueck gewendet, Jer 31,23 85:3 hast deinem Volk die Schuld vergeben, all seine Suenden zugedeckt, [Sela] 32,1 85:4 hast zurueckgezogen deinen ganzen Grimm und deinen gluehenden Zorn gedaempft. 85:5 Gott, unser Retter, richte uns wieder auf, lass von deinem Unmut gegen uns ab! 80,4 Woertlich: zerbrich deinen Unmut gegen uns! 85:6 Willst du uns ewig zuernen, soll dein Zorn dauern von Geschlecht zu Geschlecht? 77,8; 79,5 85:7 Willst du uns nicht wieder beleben, so dass dein Volk sich an dir freuen kann? 85:8 Erweise uns, Herr, deine Huld, und gewaehre uns dein Heil! 85:9 Ich will hoeren, was Gott redet: / Frieden verkuendet der Herr seinem Volk und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen. [Sela] Jer 29,11 H fuegt hinzu: und sie sollen nicht zur Torheit zurueckkehren. 85:10 Sein Heil ist denen nahe, die ihn fuerchten. Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. 85:11 Es begegnen einander Huld und Treue; Gerechtigkeit und Friede kuessen sich. 61,8; 89,15 85:12 Treue sprosst aus der Erde hervor; Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder. Jes 45,8 85:13 Auch spendet der Herr dann Segen, und unser Land gibt seinen Ertrag. 67,7 Segen, woertlich: das Gute. 85:14 Gerechtigkeit geht vor ihm her, und Heil folgt der Spur seiner Schritte. Jes 58,8 Text korr.; H: er achtet auf den Weg seiner Schritte. 86:1 Der Hilferuf eines Armen zu Gott [Ein Gebet Davids.] Wende dein Ohr mir zu, erhoere mich, Herr! Denn ich bin arm und gebeugt. 86:2 Beschuetze mich, denn ich bin dir ergeben! Hilf deinem Knecht, der dir vertraut! 86:3 Du bist mein Gott. Sei mir gnaedig, o Herr! Den ganzen Tag rufe ich zu dir. "Du bist mein Gott" wurde aus V. 2 hierhergenommen. 86:4 Herr, erfreue deinen Knecht; denn ich erhebe meine Seele zu dir. 25,1; 143,8 86:5 Herr, du bist guetig und bereit zu verzeihen, fuer alle, die zu dir rufen, reich an Gnade. 86:6 Herr, vernimm mein Beten, achte auf mein lautes Flehen! 86:7 Am Tag meiner Not rufe ich zu dir; denn du wirst mich erhoeren. 50,15 86:8 Herr, unter den Goettern ist keiner wie du, und nichts gleicht den Werken, die du geschaffen hast. "die du geschaffen hast" wurde aus V. 9 hierhergenommen. 86:9 Alle Voelker kommen und beten dich an, sie geben, Herr, deinem Namen die Ehre. 22,28; Offb 15,4 86:10 Denn du bist gross und tust Wunder; du allein bist Gott. 86:11 Weise mir, Herr, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir. Richte mein Herz darauf hin, allein deinen Namen zu fuerchten! 25,4; 26,3; Joh 14,6 86:12 Ich will dir danken, Herr, mein Gott, aus ganzem Herzen, will deinen Namen ehren immer und ewig. 86:13 Du hast mich den Tiefen des Totenreichs entrissen. Denn gross ist ueber mir deine Huld. 9,14 86:14 Gott, freche Menschen haben sich gegen mich erhoben, / die Rotte der Gewalttaeter trachtet mir nach dem Leben; doch dich haben sie nicht vor Augen. 54,5 86:15 Du aber, Herr, bist ein barmherziger und gnaediger Gott, du bist langmuetig, reich an Huld und Treue. 116,5 86:16 Wende dich mir zu und sei mir gnaedig, / gib deinem Knecht wieder Kraft, und hilf dem Sohn deiner Magd! 25,16 86:17 Tu ein Zeichen, und schenke mir Glueck! / Alle, die mich hassen, sollen es sehen und sich schaemen, weil du, Herr, mich gerettet und getroestet hast. 87:1 Ein Loblied auf Zion, die Mutter aller Voelker [Ein Psalm der Korachiter. Ein Lied.] 87:2 Der Herr liebt (Zion), seine Gruendung auf heiligen Bergen; mehr als all seine Staetten in Jakob liebt er die Tore Zions. 76,3; 78,68 Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: mehr als alle anderen Orte in Jakob. 87:3 Herrliches sagt man von dir, du Stadt unseres Gottes. [Sela] 87:4 Leute aus Aegypten und Babel zaehle ich zu denen, die mich kennen; auch von Leuten aus dem Philisterland, / aus Tyrus und Kusch sagt man: Er ist dort geboren. (4-5) Jes 19,24f 87:5 Doch von Zion wird man sagen: / Jeder ist dort geboren. Er, der Hoechste, hat Zion gegruendet. 87:6 Der Herr schreibt, wenn er die Voelker verzeichnet: Er ist dort geboren. [Sela] Jes 4,3 87:7 Und sie werden beim Reigentanz singen: All meine Quellen entspringen in dir. 149,3; Jes 12,3 88:1 Die Klage eines Kranken und Einsamen [Ein Lied. Ein Psalm der Korachiter. Fuer den Chormeister. Nach der Weise "Krankheit" zu singen. Ein Weisheitslied Hemans, des Esrachiters.] 88:2 Herr, du Gott meines Heils, zu dir schreie ich am Tag und bei Nacht. 77,3 88:3 Lass mein Gebet zu dir dringen, wende dein Ohr meinem Flehen zu! 17,6; 119,170 88:4 Denn meine Seele ist gesaettigt mit Leid, mein Leben ist dem Totenreich nahe. Ijob 17,1; 33,22 88:5 Schon zaehle ich zu denen, die hinabsinken ins Grab, bin wie ein Mann, dem alle Kraft genommen ist. 143,7 88:6 Ich bin zu den Toten hinweggerafft, wie Erschlagene, die im Grabe ruhen; an sie denkst du nicht mehr, denn sie sind deiner Hand entzogen. Text korr. 88:7 Du hast mich ins tiefste Grab gebracht, tief hinab in finstere Nacht. 88:8 Schwer lastet dein Grimm auf mir, all deine Wogen stuerzen ueber mir zusammen. [Sela] 42,8 Woertlich: und alle deine Wogen beugst du hernieder. 88:9 Die Freunde hast du mir entfremdet, / mich ihrem Abscheu ausgesetzt; ich bin gefangen und kann nicht heraus. 31,12 88:10 Mein Auge wird truebe vor Elend. / Jeden Tag, Herr, ruf' ich zu dir; ich strecke nach dir meine Haende aus. 88:11 Wirst du an den Toten Wunder tun, werden Schatten aufstehn, um dich zu preisen? [Sela] (11-13) 6,6 88:12 Erzaehlt man im Grab von deiner Huld, von deiner Treue im Totenreich? 88:13 Werden deine Wunder in der Finsternis bekannt, deine Gerechtigkeit im Land des Vergessens? 88:14 Herr, darum schreie ich zu dir, frueh am Morgen tritt mein Gebet vor dich hin. 5,4 88:15 Warum, o Herr, verwirfst du mich, warum verbirgst du dein Gesicht vor mir? Ijob 13,24 88:16 Gebeugt bin ich und todkrank von frueher Jugend an, deine Schrecken lasten auf mir, und ich bin zerquaelt. Ijob 6,4; 20,25 88:17 Ueber mich fuhr die Glut deines Zorns dahin, deine Schrecken vernichten mich. 88:18 Sie umfluten mich allzeit wie Wasser und dringen auf mich ein von allen Seiten. 42,8 88:19 Du hast mir die Freunde und Gefaehrten entfremdet; mein Vertrauter ist nur noch die Finsternis. 31,12; Ijob 17,13 89:1 Das Klagelied ueber die Verwerfung des Hauses David [Ein Weisheitslied Etans, des Esrachiters.] 89:2 Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkuenden. Jes 63,7 89:3 Denn ich bekenne: Deine Huld besteht fuer immer und ewig; deine Treue steht fest im Himmel. deine Treue steht fest: Text korr.; H: du befestigst deine Treue. 89:4 "Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwaehlten und David, meinem Knecht, geschworen: 132,11; 2 Sam 7,8-16 89:5 Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand, und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf." [Sela] Apg 2,30 89:6 Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder und die Gemeinde der Heiligen deine Treue. 89:7 Denn wer ueber den Wolken ist wie der Herr, wer von den Goettern ist dem Herrn gleich? 29,1; (7-9) 35,10; 136,2f 89:8 Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen, fuer alle rings um ihn her ist er gross und furchtbar. Ijob 1,6 89:9 Herr, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? Maechtig bist du, Herr, und von Treue umgeben. 89:10 Du beherrschst die Empoerung des Meeres; wenn seine Wogen toben - du glaettest sie. 65,8; Mt 8,26 89:11 Rahab hast du durchbohrt und zertreten, deine Feinde zerstreut mit starkem Arm. 74,13f; Ijob 26,12 Text korr. 89:12 Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; den Erdkreis und was ihn erfuellt hast du gegruendet. 24,1 89:13 Nord und Sued hast du geschaffen, Tabor und Hermon jauchzen bei deinem Namen. 89:14 Dein Arm ist voll Kraft, deine Hand ist stark, deine Rechte hoch erhoben. 89:15 Recht und Gerechtigkeit sind die Stuetzen deines Thrones, Huld und Treue schreiten vor deinem Antlitz her. 97,2; 85,11 89:16 Wohl dem Volk, das dich als Koenig zu feiern weiss! Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts. 47,2 89:17 Sie freuen sich ueber deinen Namen zu jeder Zeit, ueber deine Gerechtigkeit jubeln sie. jubeln sie: Text korr.; H: erheben sie sich. 89:18 Denn du bist ihre Schoenheit und Staerke, du erhoehst unsre Kraft in deiner Guete. 89:19 Ja, unser Schild gehoert dem Herrn, unser Koenig dem heiligen Gott Israels. 84,10 89:20 Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen: / "Einen Helden habe ich zum Koenig gekroent, einen jungen Mann aus dem Volk erhoeht. (20-21) 1 Sam 13,14; 16,13 gekroent: Text korr. 89:21 Ich habe David, meinen Knecht, gefunden und ihn mit meinem heiligen Oel gesalbt. 78,70; Apg 13,22 89:22 Bestaendig wird meine Hand ihn halten und mein Arm ihn staerken. Jes 42,1 89:23 Kein Feind soll ihn taeuschen, kein ruchloser Mensch kann ihn bezwingen. 89:24 Vor ihm will ich die Feinde zerschmettern, und alle, die ihn hassen, schlage ich nieder. 89:25 Meine Treue und meine Huld begleiten ihn, und in meinem Namen erhebt er sein Haupt. 1 Sam 2,10 89:26 Ich lege seine Hand auf das Meer, ueber die Stroeme herrscht seine Rechte. 72,8 89:27 Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, mein Gott, der Fels meines Heiles. (27-28) 2,7; 2 Sam 7,14 89:28 Ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn, zum Hoechsten unter den Herrschern der Erde. Kol 1,15.18; Offb 1,5 89:29 Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen. 18,51; Jes 55,3 89:30 Sein Geschlecht lasse ich dauern fuer immer und seinen Thron, solange der Himmel waehrt. 61,8; 2 Sam 7,16 89:31 Wenn seine Soehne meine Weisung verlassen, nicht mehr leben nach meiner Ordnung, 89:32 wenn sie meine Gesetze entweihen, meine Gebote nicht mehr halten, 89:33 dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen und ihre Suende mit Schlaegen. 2 Sam 7,14 89:34 Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld, breche ihm nicht die Treue. Jer 31,36f Text korr.; H: ich breche ihm nicht. 89:35 Meinen Bund werde ich nicht entweihen; was meine Lippen gesprochen haben, will ich nicht aendern. 89:36 Eines hab' ich geschworen, so wahr ich heilig bin, und niemals werde ich David beluegen: 89:37 Sein Geschlecht soll bleiben auf ewig, sein Thron habe Bestand vor mir wie die Sonne; 89:38 er soll ewig bestehen wie der Mond, der verlaessliche Zeuge ueber den Wolken." [Sela] 72,7; Sir 43,6 89:39 Nun aber hast du deinen Gesalbten verstossen, ihn verworfen und mit Zorn ueberschuettet, 89:40 hast den Bund mit deinem Knecht zerbrochen, zu Boden getreten seine Krone. 89:41 Eingerissen hast du all seine Mauern, in Truemmer gelegt seine Burgen. (41-42) 80,13 89:42 Alle, die des Weges kommen, pluendern ihn aus, er wird zum Gespoett seiner Nachbarn. 31,12 89:43 Du hast die Hand seiner Bedraenger hoch erhoben, hast all seine Feinde erfreut. 89:44 Du hast die Spitze seines Schwertes umgekehrt, hast im Kampf ihm den Sieg verweigert. Uebersetzung unsicher. 89:45 Du hast ein Ende gemacht seinem Glanz und seinen Thron zu Boden geworfen. 89:46 Du hast ihm die Tage der Jugend verkuerzt und ihn bedeckt mit Schande. [Sela] 89:47 Wie lange noch, Herr? Verbirgst du dich ewig? Soll dein Zorn wie Feuer brennen? 77,8; 79,5; (47-48) 90,9f 89:48 Bedenke, Herr: Was ist unser Leben, wie vergaenglich hast du alle Menschen erschaffen! Text korr. 89:49 Wo ist der Mann, der ewig lebt und den Tod nicht schaut, der sich retten kann vor dem Zugriff der Unterwelt? [Sela] 89:50 Herr, wo sind die Taten deiner Huld geblieben, die du David in deiner Treue geschworen hast? 89:51 Herr, denk an die Schmach deines Knechtes! Im Herzen brennt mir der Hohn der Voelker, 41,6 deines Knechtes: Text korr.; H: deiner Knechte. Text korr.; H: Im Herzen trage ich alle die vielen Voelker. 89:52 mit dem deine Feinde mich schmaehen, Herr, und die Schritte deines Gesalbten verhoehnen. Hebr 11,26 89:53 Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit. Amen, ja amen. 90:1 Das vierte Buch Der ewige Gott - der vergaengliche Mensch [Ein Gebet des Mose, des Mannes Gottes.] Herr, du warst unsere Zuflucht von Geschlecht zu Geschlecht. 90:2 Ehe die Berge geboren wurden, / die Erde entstand und das Weltall, bist du, o Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit. 90:3 Du laesst die Menschen zurueckkehren zum Staub und sprichst: "Kommt wieder, ihr Menschen!" 146,4 90:4 Denn tausend Jahre sind fuer dich / wie der Tag, der gestern vergangen ist, wie eine Wache in der Nacht. 2 Petr 3,8 90:5 Von Jahr zu Jahr saest du die Menschen aus; sie gleichen dem sprossenden Gras. (5-6) 37,2; 58,8; 102,12; 103,15; Ijob 14,2; Jes 40,6f Text korr. 90:6 Am Morgen gruent es und blueht, am Abend wird es geschnitten und welkt. 90:7 Denn wir vergehen durch deinen Zorn, werden vernichtet durch deinen Grimm. werden vernichtet, woertlich: werden erschreckt. 90:8 Du hast uns're Suenden vor dich hingestellt, unsere geheime Schuld in das Licht deines Angesichts. 109,15; Hos 7,2 90:9 Denn all uns're Tage gehn hin unter deinem Zorn, wir beenden unsere Jahre wie einen Seufzer. (9-10) 39,6; 89,48; 102,12; 109,23; 144,4; Ijob 7,6.16; 14,1f; Koh 6,12; Weish 2,5 90:10 Unser Leben waehrt siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, sind es achtzig. Das Beste daran ist nur Muehsal und Beschwer, rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin. Gen 6,3; Sir 18,9 90:11 Wer kennt die Gewalt deines Zornes und fuerchtet sich vor deinem Grimm? Text korr.; H: und wie die Furcht vor dir ist dein Grimm. 90:12 Uns're Tage zu zaehlen, lehre uns! Dann gewinnen wir ein weises Herz. 39,5f 90:13 Herr, wende dich uns doch endlich zu! Hab Mitleid mit deinen Knechten! 90:14 Saettige uns am Morgen mit deiner Huld! Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage. 46,6; 143,8; Klgl 3,23 90:15 Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, so viele Jahre, wie wir Unglueck erlitten. 90:16 Zeig deinen Knechten deine Taten und ihren Kindern deine erhabene Macht! Jes 5,12 90:17 Es komme ueber uns die Guete des Herrn, unsres Gottes. / Lass das Werk unsrer Haende gedeihen, ja, lass gedeihen das Werk unsrer Haende! 91:1 Unter dem Schutz des Hoechsten Wer im Schutz des Hoechsten wohnt und ruht im Schatten des Allmaechtigen, 91:2 der sagt zum Herrn: "Du bist fuer mich Zuflucht und Burg, mein Gott, dem ich vertraue." 18,3 Text korr. nach G. 91:3 Er rettet dich aus der Schlinge des Jaegers und aus allem Verderben. 124,7 Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: und aus der Pest des Verderbens; oder: und vor dem (verderbenbringenden) Wort (G). Die hebraeischen Ausdruecke fuer Pest (deber) und Wort (dabar) koennen leicht verwechselt werden, zumal man keine Vokale schrieb. 91:4 Er beschirmt dich mit seinen Fluegeln, / unter seinen Schwingen findest du Zuflucht, Schild und Schutz ist dir seine Treue. 17,7f 91:5 Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fuerchten, noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt, Spr 3,25 91:6 nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht, vor der Seuche, die wuetet am Mittag. Jer 15,8 91:7 Fallen auch tausend zu deiner Seite, / dir zur Rechten zehnmal tausend, so wird es doch dich nicht treffen. Dtn 7,15 91:8 Ja, du wirst es sehen mit eigenen Augen, wirst zuschauen, wie den Frevlern vergolten wird. 54,9; 62,13 91:9 Denn der Herr ist deine Zuflucht, du hast dir den Hoechsten als Schutz erwaehlt. H: Denn du, Herr, bist meine Zuflucht. 91:10 Dir begegnet kein Unheil, kein Unglueck naht deinem Zelt. Ijob 5,19.24 91:11 Denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behueten auf all deinen Wegen. 34,8; Hebr 1,14; (11-12) Mt 4,6 91:12 Sie tragen dich auf ihren Haenden, damit dein Fuss nicht an einen Stein stoesst; Spr 3,23 91:13 du schreitest ueber Loewen und Nattern, trittst auf Loewen und Drachen. Lk 10,19 91:14 "Weil er an mir haengt, will ich ihn retten; ich will ihn schuetzen, denn er kennt meinen Namen. 9,11; 119,132 91:15 Wenn er mich anruft, dann will ich ihn erhoeren. / Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren. 50,15; Sach 13,9 91:16 Ich saettige ihn mit langem Leben und lasse ihn schauen mein Heil." 50,23 92:1 Ein Loblied auf die Treue Gottes [Ein Psalm. Ein Lied fuer den Sabbattag.] 92:2 Wie schoen ist es, dem Herrn zu danken, deinem Namen, du Hoechster, zu singen, 33,1-3 92:3 am Morgen deine Huld zu verkuenden und in den Naechten deine Treue 92:4 zur zehnsaitigen Laute, zur Harfe, zum Klang der Zither. 92:5 Denn du hast mich durch deine Taten froh gemacht; Herr, ich will jubeln ueber die Werke deiner Haende. 92:6 Wie gross sind deine Werke, o Herr, wie tief deine Gedanken! 104,24; 139,17f 92:7 Ein Mensch ohne Einsicht erkennt das nicht, ein Tor kann es nicht verstehen. Weish 13,1 92:8 Wenn auch die Frevler gedeihen / und alle, die Unrecht tun, wachsen, so nur, damit du sie fuer immer vernichtest. 37,35f Woertlich: Wenn auch die Frevler aufspriessen wie Gras. 92:9 Herr, du bist der Hoechste, du bleibst auf ewig. 92:10 Doch deine Feinde, Herr, wahrhaftig, deine Feinde vergehen; auseinandergetrieben werden alle, die Unrecht tun. 68,2f; 125,5 92:11 Du machtest mich stark wie einen Stier, du salbtest mich mit frischem Oel. 23,5 Nach S und der aramaeischen Uebersetzung; H: uebergossen werde ich mit Oel. 92:12 Mein Auge blickt herab auf meine Verfolger, / auf alle, die sich gegen mich erheben; mein Ohr hoert vom Geschick der Boesen. 54,9 92:13 Der Gerechte gedeiht wie die Palme, er waechst wie die Zedern des Libanon. 1,3 92:14 Gepflanzt im Haus' des Herrn, gedeihen sie in den Vorhoefen unseres Gottes. 52,10 92:15 Sie tragen Frucht noch im Alter und bleiben voll Saft und Frische; 92:16 sie verkuenden: Gerecht ist der Herr; mein Fels ist er, an ihm ist kein Unrecht. 18,3; 18,47; 19,15; 28,1; 42,10; 62,8; 78,35; 94,22; 95,1; 144,1; Gen 49,24; Dtn 32,4.15.18.37 93:1 Das Koenigtum Gottes Der Herr ist Koenig, bekleidet mit Hoheit; der Herr hat sich bekleidet und mit Macht umguertet. Der Erdkreis ist fest gegruendet, nie wird er wanken. 24,7-10; 75,4; 104,5 93:2 Dein Thron steht fest von Anbeginn, du bist seit Ewigkeit. 9,8; 90,2 93:3 Fluten erheben sich, Herr, / Fluten erheben ihr Brausen, Fluten erheben ihr Tosen. (3-4) 29,10 93:4 Gewaltiger als das Tosen vieler Wasser, / gewaltiger als die Brandung des Meeres ist der Herr in der Hoehe. Text korr.; H: mehr als die Herrlichkeit der Brandungen. 93:5 Deine Gesetze sind fest und verlaesslich; / Herr, deinem Haus gebuehrt Heiligkeit fuer alle Zeiten. 19,8 94:1 Gott, der Anwalt der Gerechten Gott der Vergeltung, o Herr, du Gott der Vergeltung, erscheine! Dtn 32,35; Nah 1,2 94:2 Erhebe dich, Richter der Erde, vergilt den Stolzen ihr Tun! Jer 51,56; Ps 62,13 94:3 Wie lange noch duerfen die Frevler, o Herr, wie lange noch duerfen die Frevler frohlocken? 94:4 Sie fuehren freche Reden, alle, die Unrecht tun, bruesten sich. 75,6 94:5 Herr, sie zertreten dein Volk, sie unterdruecken dein Erbteil. 94:6 Sie bringen die Witwen und Waisen um und morden die Fremden. Ex 22,21f; Ez 22,7 94:7 Sie denken: Der Herr sieht es ja nicht, der Gott Jakobs merkt es nicht. 10,11 94:8 Begreift doch, ihr Toren im Volk! Ihr Unvernuenftigen, wann werdet ihr klug? Spr 1,22; 8,5 94:9 Sollte der nicht hoeren, der das Ohr gepflanzt hat, sollte der nicht sehen, der das Auge geformt hat? 33,15; Ex 4,11; Spr 20,12 94:10 Sollte der nicht strafen, der die Voelker erzieht, er, der die Menschen Erkenntnis lehrt? 94:11 Der Herr kennt die Gedanken der Menschen: Sie sind nichts als ein Hauch. 1 Kor 3,20 94:12 Wohl dem Mann, den du, Herr, erziehst, den du mit deiner Weisung belehrst. 119,71; Ijob 5,17 94:13 Du bewahrst ihn vor boesen Tagen, bis man dem Frevler die Grube graebt. 94:14 Ja, der Herr wird sein Volk nicht verstossen und niemals sein Erbe verlassen. 1 Sam 12,22 94:15 Nun spricht man wieder Recht nach Gerechtigkeit; ihr folgen alle Menschen mit redlichem Herzen. 94:16 Wer wird sich fuer mich gegen die Frevler erheben, wer steht fuer mich ein gegen den, der Unrecht tut? 94:17 Waere nicht der Herr meine Hilfe, bald wuerde ich im Land des Schweigens wohnen. 115,17 94:18 Wenn ich sage: "Mein Fuss gleitet aus", dann stuetzt mich, Herr, deine Huld. 145,14 94:19 Mehren sich die Sorgen des Herzens, so erquickt dein Trost meine Seele. 2 Kor 1,4f 94:20 Kann sich mit dir der bestechliche Richter verbuenden, der willkuerlich straft, gegen das Gesetz? der bestechliche Richter, woertlich: ein Richterstuhl des Verderbens. 94:21 Sie wollen das Leben des Gerechten vernichten und verurteilen schuldlose Menschen. 94:22 Doch meine Burg ist der Herr, mein Gott ist der Fels meiner Zuflucht. 92,16 94:23 Er wird ihnen ihr Unrecht vergelten / und sie wegen ihrer Bosheit vernichten; vernichten wird sie der Herr, unser Gott. 7,17; Spr 5,22; Ps 62,13 95:1 Aufruf zur Treue gegen Gott Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn und zujauchzen dem Fels unsres Heiles! 92,16 95:2 Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, vor ihm jauchzen mit Liedern! 100,2 95:3 Denn der Herr ist ein grosser Gott, ein grosser Koenig ueber allen Goettern. 47,3; 48,2; 96,4; 99,2; 113,4; 136,2f; 145,3; Ijob 36,22 95:4 In seiner Hand sind die Tiefen der Erde, sein sind die Gipfel der Berge. 95:5 Sein ist das Meer, das er gemacht hat, das trockene Land, das seine Haende gebildet. 24,1 95:6 Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schoepfer! 95:7 Denn er ist unser Gott, / wir sind das Volk seiner Weide, die Herde, von seiner Hand gefuehrt. Ach, wuerdet ihr doch heute auf seine Stimme hoeren! / 100,3; (7-11) Hebr 3,7-11.15; 4,1-10 95:8 "Verhaertet euer Herz nicht wie in Mer\EDba, wie in der Wueste am Tag von Massa! 81,8 95:9 Dort haben eure Vaeter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch mein Tun gesehen. Num 14,22; Dtn 6,16 95:10 Vierzig Jahre war mir dies Geschlecht zuwider, / und ich sagte: Sie sind ein Volk, dessen Herz in die Irre geht; denn meine Wege kennen sie nicht. Num 14,30.34; Dtn 32,5.20; Ijob 21,14 dies: ergaenzt nach G. 95:11 Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe." Num 14,22f; Ps 132,14; Ez 20,15 96:1 Der Herr, Koenig und Richter aller Welt Singet dem Herrn ein neues Lied, singt dem Herrn, alle Laender der Erde! 33,3; (1-13) 1 Chr 16,23-33 96:2 Singt dem Herrn und preist seinen Namen, verkuendet sein Heil von Tag zu Tag! 96:3 Erzaehlt bei den Voelkern von seiner Herrlichkeit, bei allen Nationen von seinen Wundern! 108,4 96:4 Denn gross ist der Herr und hoch zu preisen, mehr zu fuerchten als alle Goetter. 48,2; 95,3 96:5 Alle Goetter der Heiden sind nichtig, der Herr aber hat den Himmel geschaffen. 96:6 Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht, Macht und Glanz in seinem Heiligtum. 96:7 Bringt dar dem Herrn, ihr Staemme der Voelker, bringt dar dem Herrn Lob und Ehre! (7-9) 29,1f 96:8 Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, spendet Opfergaben, und tretet ein in sein Heiligtum! Woertlich: und tretet ein in seine (Tempel-)Vorhoefe! 96:9 In heiligem Schmuck werft euch nieder vor dem Herrn, erbebt vor ihm, alle Laender der Erde! 96:10 Verkuendet bei den Voelkern: Der Herr ist Koenig. Den Erdkreis hat er gegruendet, so dass er nicht wankt. Er richtet die Nationen so, wie es recht ist. 24,7-10; 75,3f H: Der Erdkreis ist gegruendet. 96:11 Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, es brause das Meer und alles, was es erfuellt. 98,7 96:12 Es jauchze die Flur und was auf ihr waechst. Jubeln sollen alle Baeume des Waldes Jes 55,12 96:13 vor dem Herrn, wenn er kommt, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht und die Nationen nach seiner Treue. 98,9; 9,9; Apg 17,31 97:1 Aufruf zur Freude ueber den Herrscher der Welt Der Herr ist Koenig. Die Erde frohlocke. Freuen sollen sich die vielen Inseln. 24,7-10 97:2 Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, Gerechtigkeit und Recht sind die Stuetzen seines Throns. 89,15 97:3 Verzehrendes Feuer laeuft vor ihm her und frisst seine Gegner ringsum. 18,9 97:4 Seine Blitze erhellen den Erdkreis; die Erde sieht es und bebt. 77,19 97:5 Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn, vor dem Antlitz des Herrschers aller Welt. 68,3; Mi 1,4 97:6 Seine Gerechtigkeit verkuenden die Himmel, seine Herrlichkeit schauen alle Voelker. 50,6 97:7 Alle, die Bildern dienen, werden zuschanden, / alle, die sich der Goetzen ruehmen. Vor ihm werfen sich alle Goetter nieder. 97:8 Zion hoert es und freut sich, Judas Toechter jubeln, Herr, ueber deine Gerichte. 48,12 97:9 Denn du, Herr, bist der Hoechste ueber der ganzen Erde, hoch erhaben ueber alle Goetter. 83,19; 95,3; 136,2f 97:10 Ihr, die ihr den Herrn liebt, hasst das Boese! / Er behuetet das Leben seiner Frommen, er entreisst sie der Hand der Frevler. 121,7f 97:11 Ein Licht erstrahlt den Gerechten und Freude den Menschen mit redlichem Herzen. 27,1; 43,3; 112,4; Spr 13,9; Jes 58,10; Joh 8,12 Text korr.; H: Licht ist gesaet den Gerechten. 97:12 Ihr Gerechten, freut euch am Herrn, und lobt seinen heiligen Namen! 30,5 98:1 Ein neues Lied auf den Richter und Retter [Ein Psalm.] Singet dem Herrn ein neues Lied; denn er hat wunderbare Taten vollbracht. Er hat mit seiner Rechten geholfen und mit seinem heiligen Arm. 33,3; Jes 59,16; 63,5 98:2 Der Herr hat sein Heil bekannt gemacht und sein gerechtes Wirken enthuellt vor den Augen der Voelker. 98:3 Er dachte an seine Huld und an seine Treue zum Hause Israel. Alle Enden der Erde sahen das Heil unsres Gottes. 98:4 Jauchzt vor dem Herrn, alle Laender der Erde, freut euch, jubelt und singt! 98:5 Spielt dem Herrn auf der Harfe, auf der Harfe zu lautem Gesang! 98:6 Zum Schall der Trompeten und Hoerner jauchzt vor dem Herrn, dem Koenig! 24,7-10 98:7 Es brause das Meer und alles, was es erfuellt, der Erdkreis und seine Bewohner. 96,11 98:8 In die Haende klatschen sollen die Stroeme, die Berge sollen jubeln im Chor 96,12f 98:9 vor dem Herrn, wenn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht, die Nationen so, wie es recht ist. 96,13; 67,5 99:1 Der heilige Gott auf dem Zion Der Herr ist Koenig: Es zittern die Voelker. Er thront auf den Kerubim: Es wankt die Erde. 24,7-10; 80,2 99:2 Gross ist der Herr auf Zion, ueber alle Voelker erhaben. 48,2; 95,3 99:3 Preisen sollen sie deinen grossen, majestaetischen Namen. Denn er ist heilig. 111,9 99:4 Stark ist der Koenig, er liebt das Recht. / Du hast die Weltordnung fest begruendet, hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen. H: Und die Staerke des Koenigs liebt das Recht. 99:5 Ruehmt den Herrn, unseren Gott; / werft euch am Schemel seiner Fuesse nieder! Denn er ist heilig. 132,7 99:6 Mose und Aaron sind unter seinen Priestern, / Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen; sie riefen zum Herrn, und er hat sie erhoert. Jer 15,1 Vorschlag fuer die Psalmodie: auch Samuel rief seinen Namen an. 99:7 Aus der Wolkensaeule sprach er zu ihnen; / seine Gebote hielten sie, die Satzung, die er ihnen gab. Ex 33,9; Num 12,5 99:8 Herr, unser Gott, du hast sie erhoert; / du warst ihnen ein verzeihender Gott, aber du hast ihre Frevel vergolten. Ex 32,11; 34,7 99:9 Ruehmt den Herrn, unsern Gott, / werft euch nieder an seinem heiligen Berge! Denn heilig ist der Herr, unser Gott. 100:1 Lobgesang des Volkes beim Einzug ins Heiligtum [Ein Psalm zum Dankopfer.] Jauchzt vor dem Herrn, alle Laender der Erde! / 100:2 Dient dem Herrn mit Freude! Kommt vor sein Antlitz mit Jubel! 95,2 100:3 Erkennt: Der Herr allein ist Gott. / Er hat uns geschaffen, wir sind sein Eigentum, sein Volk und die Herde seiner Weide. 83,19; 95,7; Jes 64,7 wir sind sein Eigentum: so nach einigen alten Uebersetzungen. Nach anderen alten Uebersetzungen: und nicht wir (haben uns erschaffen). 100:4 Tretet mit Dank durch seine Tore ein! / Kommt mit Lobgesang in die Vorhoefe seines Tempels! Dankt ihm, preist seinen Namen! 100:5 Denn der Herr ist guetig, / ewig waehrt seine Huld, von Geschlecht zu Geschlecht seine Treue. 107,1 101:1 Die Vorsaetze eines Koenigs [Ein Psalm Davids.] Von Gnade und Recht will ich singen; dir, o Herr, will ich spielen. 7,18 101:2 Ich will auf den Weg der Bewaehrten achten. / Wann kommst du zu mir? Ich lebe in der Stille meines Hauses mit lauterem Herzen. 26,11f in der Stille, woertlich: inmitten. 101:3 Ich richte mein Auge nicht auf Schaendliches; ich hasse es, Unrecht zu tun, es soll nicht an mir haften. 101:4 Falschheit sei meinem Herzen fern; ich will das Boese nicht kennen. 101:5 Wer den Naechsten heimlich verleumdet, den bring' ich zum Schweigen. Stolze Augen und hochmuetige Herzen kann ich nicht ertragen. Spr 21,4 101:6 Meine Augen suchen die Treuen im Land; / sie sollen bei mir wohnen. Wer auf rechten Wegen geht, der darf mir dienen. Spr 14,35 101:7 In meinem Haus soll kein Betrueger wohnen; kein Luegner kann vor meinen Augen bestehen. 101:8 Morgen fuer Morgen spreche ich das Urteil / ueber die Frevler im Land, um in der Stadt des Herrn alle auszurotten, die Unrecht tun. Jer 21,12; Zef 3,5; Spr 20,26 Woertlich: Morgen fuer Morgen will ich vernichten alle Frevler im Land. 102:1 Das Gebet eines Ungluecklichen [Gebet eines Ungluecklichen, wenn er in Verzweiflung ist und vor dem Herrn seine Sorge ausschuettet.] 102:2 Herr, hoere mein Gebet! Mein Schreien dringe zu dir. 102:3 Verbirg dein Antlitz nicht vor mir! / Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu! Wenn ich dich anrufe, erhoere mich bald! 31,3; 69,18; 143,7 102:4 Meine Tage sind wie Rauch geschwunden, meine Glieder wie von Feuer verbrannt. 38,8f 102:5 Versengt wie Gras und verdorrt ist mein Herz, so dass ich vergessen habe, mein Brot zu essen. 102:6 Vor lauter Stoehnen und Schreien bin ich nur noch Haut und Knochen. Ijob 19,20 Woertlich: Vor lauter Jammern klebt mein Gebein am Fleisch. 102:7 Ich bin wie eine Dohle in der Wueste, wie eine Eule in oeden Ruinen. 102:8 Ich liege wach, und ich klage wie ein einsamer Vogel auf dem Dach. und ich klage wie: Text korr.; H: und ich bin wie . . . 102:9 Den ganzen Tag schmaehen mich die Feinde; die mich verhoehnen, nennen meinen Namen beim Fluchen. 41,6 102:10 Staub muss ich essen wie Brot, mit Traenen mische ich meinen Trank; 42,4 102:11 denn auf mir lasten dein Zorn und dein Grimm. Du hast mich hochgerissen und zu Boden geschleudert. 102:12 Meine Tage schwinden dahin wie Schatten, ich verdorre wie Gras. 90,9f Text korr.; H: Meine Tage (sind) wie ein lang sich dehnender Schatten (d. h.: es geht dem Ende entgegen). 102:13 Du aber, Herr, du thronst fuer immer und ewig, dein Name dauert von Geschlecht zu Geschlecht. 145,13; 135,13; Klgl 5,19 102:14 Du wirst dich erheben, dich ueber Zion erbarmen; denn es ist Zeit, ihm gnaedig zu sein, die Stunde ist da. 69,14 102:15 An Zions Steinen haengt das Herz deiner Knechte, um seine Truemmer tragen sie Leid. 102:16 Dann fuerchten die Voelker den Namen des Herrn und alle Koenige der Erde deine Herrlichkeit. 102:17 Denn der Herr baut Zion wieder auf und erscheint in all seiner Herrlichkeit. 51,20; Jes 60,1 102:18 Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, ihre Bitten verschmaeht er nicht. 102:19 Dies sei aufgeschrieben fuer das kommende Geschlecht, damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise. 22,31f 102:20 Denn der Herr schaut herab aus heiliger Hoehe, vom Himmel blickt er auf die Erde nieder; 11,4; 33,13 102:21 er will auf das Seufzen der Gefangenen hoeren und alle befreien, die dem Tod geweiht sind, 79,11 102:22 damit sie den Namen des Herrn auf dem Zion verkuenden und sein Lob in Jerusalem, 102:23 wenn sich dort Koenigreiche und Voelker versammeln, um den Herrn zu verehren. Jes 60,3-10; Lk 13,29f 102:24 Er hat meine Kraft auf dem Weg gebrochen, er hat meine Tage verkuerzt. 89,46 102:25 Darum sage ich: Raff mich nicht weg in der Mitte des Lebens, mein Gott, dessen Jahre Geschlecht um Geschlecht ueberdauern! 55,24 102:26 Vorzeiten hast du der Erde Grund gelegt, die Himmel sind das Werk deiner Haende. (26-28) Jes 51,6-8; Hebr 1,10-12 102:27 Sie werden vergehen, du aber bleibst; sie alle zerfallen wie ein Gewand; du wechselst sie wie ein Kleid, und sie schwinden dahin. 102:28 Du aber bleibst, der du bist, und deine Jahre enden nie. Hebr 13,8 102:29 Die Kinder deiner Knechte werden (in Sicherheit) wohnen, ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen. 69,36f 103:1 Ein Loblied auf den guetigen und verzeihenden Gott [Von David.] Lobe den Herrn, meine Seele, und alles in mir seinen heiligen Namen! 103:2 Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: Dtn 4,9 103:3 der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt, 32,1; Ex 15,26 103:4 der dein Leben vor dem Untergang rettet und dich mit Huld und Erbarmen kroent, 103:5 der dich dein Leben lang mit seinen Gaben saettigt; wie dem Adler wird dir die Jugend erneuert. Ijob 33,25; Jes 40,31 dein Leben lang: Text korr. 103:6 Der Herr vollbringt Taten des Heiles, Recht verschafft er allen Bedraengten. 146,7 103:7 Er hat Mose seine Wege kundgetan, den Kindern Israels seine Werke. 90,16 103:8 Der Herr ist barmherzig und gnaedig, langmuetig und reich an Guete. 116,5 103:9 Er wird nicht immer zuernen, nicht ewig im Groll verharren. Jes 57,16; Jer 3,12 103:10 Er handelt an uns nicht nach unsern Suenden und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. 103:11 Denn so hoch der Himmel ueber der Erde ist, so hoch ist seine Huld ueber denen, die ihn fuerchten. 36,6; Jes 55,9 so hoch: Text korr.; H: so stark. 103:12 So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, so weit entfernt er die Schuld von uns. 103:13 Wie ein Vater sich seiner Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr ueber alle, die ihn fuerchten. 145,9; Jdt 16,15; Lk 15,11-24 103:14 Denn er weiss, was wir fuer Gebilde sind; er denkt daran: Wir sind nur Staub. 146,4 103:15 Des Menschen Tage sind wie Gras, er blueht wie die Blume des Feldes. 90,5f 103:16 Faehrt der Wind darueber, ist sie dahin; der Ort, wo sie stand, weiss von ihr nichts mehr. Ijob 7,10 103:17 Doch die Huld des Herrn waehrt immer und ewig fuer alle, die ihn fuerchten und ehren; sein Heil erfahren noch Kinder und Enkel; / Ex 20,6; Lk 1,50 103:18 alle, die seinen Bund bewahren, an seine Gebote denken und danach handeln. 25,10 103:19 Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel, seine koenigliche Macht beherrscht das All. 103:20 Lobt den Herrn, ihr seine Engel, / ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken, seinen Worten gehorsam! (20-22) 29,1; 148,2-4 103:21 Lobt den Herrn, all seine Scharen, seine Diener, die seinen Willen vollziehen! 103:22 Lobt den Herrn, all seine Werke, / an jedem Ort seiner Herrschaft! Lobe den Herrn, meine Seele! 145,10; Dan 3,57 104:1 Ein Loblied auf den Schoepfer Lobe den Herrn, meine Seele! / Herr, mein Gott, wie gross bist du! Du bist mit Hoheit und Pracht bekleidet. 40,17 104:2 Du huellst dich in Licht wie in ein Kleid, du spannst den Himmel aus wie ein Zelt. Ijob 9,8; Jes 40,22; 44,24 104:3 Du verankerst die Balken deiner Wohnung im Wasser. / Du nimmst dir die Wolken zum Wagen, du faehrst einher auf den Fluegeln des Sturmes. 18,11; 68,5 104:4 Du machst dir die Winde zu Boten und lodernde Feuer zu deinen Dienern. Hebr 1,7 104:5 Du hast die Erde auf Pfeiler gegruendet; in alle Ewigkeit wird sie nicht wanken. 75,4 104:6 Einst hat die Urflut sie bedeckt wie ein Kleid, die Wasser standen ueber den Bergen. 104:7 Sie wichen vor deinem Drohen zurueck, sie flohen vor der Stimme deines Donners. (7-9) Spr 8,29 104:8 Da erhoben sich Berge und senkten sich Taeler an den Ort, den du fuer sie bestimmt hast. 104:9 Du hast den Wassern eine Grenze gesetzt, / die duerfen sie nicht ueberschreiten; nie wieder sollen sie die Erde bedecken. Ijob 38,8-11; Jer 5,22; Gen 9,11-15 104:10 Du laesst die Quellen hervorsprudeln in den Taelern, sie eilen zwischen den Bergen dahin. 74,15 104:11 Allen Tieren des Feldes spenden sie Trank, die Wildesel stillen ihren Durst daraus. 104:12 An den Ufern wohnen die Voegel des Himmels, aus den Zweigen erklingt ihr Gesang. Ez 31,6-9 104:13 Du traenkst die Berge aus deinen Kammern, aus deinen Wolken wird die Erde satt. 65,10f; Ijob 36,31 Text korr.; H ist unverstaendlich. 104:14 Du laesst Gras wachsen fuer das Vieh, auch Pflanzen fuer den Menschen, die er anbaut, damit er Brot gewinnt von der Erde 147,8f 104:15 und Wein, der das Herz des Menschen erfreut, damit sein Gesicht von Oel erglaenzt und Brot das Menschenherz staerkt. Ri 9,13; Koh 10,19; Sir 31,27 104:16 Die Baeume des Herrn trinken sich satt, die Zedern des Libanon, die er gepflanzt hat. 104:17 In ihnen bauen die Voegel ihr Nest, auf den Zypressen nistet der Storch. 104:18 Die hohen Berge gehoeren dem Steinbock, dem Klippdachs bieten die Felsen Zuflucht. 104:19 Du hast den Mond gemacht als Mass fuer die Zeiten, die Sonne weiss, wann sie untergeht. 74,16; Sir 43,6-8 104:20 Du sendest Finsternis, und es wird Nacht, dann regen sich alle Tiere des Waldes. 104:21 Die jungen Loewen bruellen nach Beute, sie verlangen von Gott ihre Nahrung. 17,12; Ijob 38,39 104:22 Strahlt die Sonne dann auf, so schleichen sie heim und lagern sich in ihren Verstecken. Ijob 37,8 104:23 Nun geht der Mensch hinaus an sein Tagwerk, an seine Arbeit bis zum Abend. 104:24 Herr, wie zahlreich sind deine Werke! / Mit Weisheit hast du sie alle gemacht, die Erde ist voll von deinen Geschoepfen. Spr 8,22-31 104:25 Da ist das Meer, so gross und weit, darin ein Gewimmel ohne Zahl: kleine und grosse Tiere. Sir 43,25 so gross und weit, woertlich: gross und weit nach beiden Seiten. 104:26 Dort ziehen die Schiffe dahin, auch der Levi\E1tan, den du geformt hast, um mit ihm zu spielen. 107,23 104:27 Sie alle warten auf dich, dass du ihnen Speise gibst zur rechten Zeit. 136,25; (27-28) 145,15f 104:28 Gibst du ihnen, dann sammeln sie ein; oeffnest du deine Hand, werden sie satt an Gutem. 104:29 Verbirgst du dein Gesicht, sind sie verstoert; / nimmst du ihnen den Atem, so schwinden sie hin und kehren zurueck zum Staub der Erde. 30,8; 146,4 104:30 Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde. Gen 2,7 104:31 Ewig waehre die Herrlichkeit des Herrn; der Herr freue sich seiner Werke. 104:32 Er blickt auf die Erde, und sie erbebt; er ruehrt die Berge an, und sie rauchen. 144,5 104:33 Ich will dem Herrn singen, solange ich lebe, will meinem Gott spielen, solange ich da bin. 7,18; 146,2 104:34 Moege ihm mein Dichten gefallen. Ich will mich freuen am Herrn. 19,15 104:35 Doch die Suender sollen von der Erde verschwinden, / und es sollen keine Frevler mehr dasein. Lobe den Herrn, meine Seele! Halleluja! 105:1 Ein Loblied auf den Herrn der Geschichte Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! Macht unter den Voelkern seine Taten bekannt! (1-15) 1 Chr 16,8-2; Ps 108,4 105:2 Singt ihm und spielt ihm, sinnt nach ueber all seine Wunder! 105:3 Ruehmt euch seines heiligen Namens! Alle, die den Herrn suchen, sollen sich von Herzen freuen. Dtn 4,29 105:4 Fragt nach dem Herrn und seiner Macht; sucht sein Antlitz allezeit! 27,8 105:5 Denkt an die Wunder, die er getan hat, an seine Zeichen und die Beschluesse aus seinem Mund. 105:6 Bedenkt es, ihr Nachkommen seines Knechtes Abraham, ihr Kinder Jakobs, die er erwaehlt hat. 105:7 Er, der Herr, ist unser Gott. Seine Herrschaft umgreift die Erde. 105:8 Ewig denkt er an seinen Bund, an das Wort, das er gegeben hat fuer tausend Geschlechter, 111,5; Dtn 7,9 105:9 an den Bund, den er mit Abraham geschlossen, an den Eid, den er Isaak geschworen hat. Gen 17,1-21; 26,3 105:10 Er bestimmte ihn als Satzung fuer Jakob, als ewigen Bund fuer Israel. 105:11 Er sprach: Dir will ich Kanaan geben, das Land, das dir als Erbe bestimmt ist. Gen 12,7; 15,18 105:12 Als sie noch gering waren an Zahl, nur wenige und fremd im Land, Dtn 26,5 105:13 und noch zogen von Volk zu Volk, von einem Reich zum andern, 105:14 da liess er sie von niemand bedruecken, wies ihretwegen Koenige zurecht: Gen 12,17; 20,3.7 105:15 "Tastet meine Gesalbten nicht an, tut meinen Propheten nichts zuleide!" 105:16 Dann aber rief er den Hunger ins Land, entzog ihnen allen Vorrat an Brot. Gen 41,54 105:17 Doch hatte er ihnen einen Mann vorausgesandt: Josef wurde als Sklave verkauft. Gen 37,28; 45,5 105:18 Man spannte seine Fuesse in Fesseln und zwaengte seinen Hals ins Eisen Gen 39,20 105:19 bis zu der Zeit, als sein Wort sich erfuellte und der Spruch des Herrn ihm recht gab. (19-22) Gen 41,38-45 105:20 Da sandte der Koenig einen Boten und liess ihn frei, der Herrscher der Voelker liess ihn heraus. 105:21 Er bestellte ihn zum Herrn ueber sein Haus, zum Gebieter ueber seinen ganzen Besitz. 105:22 Er sollte die Fuersten lenken nach seinem Sinn und die Aeltesten Weisheit lehren. Text korr. nach G, S und Vg. 105:23 Und Israel kam nach Aegypten, Jakob wurde Gast im Lande Hams. Gen 46,1-7; 47,11 105:24 Da mehrte Gott sein Volk gewaltig, machte es staerker als das Volk der Bedruecker. Ex 1,7.12 105:25 Er wandelte ihren Sinn zum Hass gegen sein Volk, so dass sie an seinen Knechten tueckisch handelten. Ex 1,9-11.15-22 105:26 Dann sandte er Mose, seinen Knecht, und Aaron, den Gott sich erwaehlte. Ex 3,10; 4,14-16 105:27 Sie wirkten unter ihnen seine Zeichen, im Lande Hams seine Wunder. Text korr. nach S. 105:28 Er sandte Finsternis, da wurde es dunkel; doch achteten sie nicht auf sein Wort. Ex 10,21-29 Text korr.; H: und sie widerstrebten nicht seinem Wort. 105:29 Er verwandelte ihre Gewaesser in Blut und liess ihre Fische sterben. Ex 7,14-25 105:30 Ihr Land wimmelte von Froeschen bis hinein in den Palast des Koenigs. Ex 7,26 - 8,11 105:31 Er gebot, da kamen Schwaerme von Fliegen und von Stechmuecken ueber das ganze Gebiet. Ex 8,12-28 105:32 Er schickte ihnen Hagel statt Regen, flammendes Feuer auf ihr Land. (32-33) Ex 9,13-35 105:33 Er zerschlug ihnen Weinstock und Feigenbaum und knickte in ihrem Gebiet die Baeume um. 105:34 Er gebot, da kamen Schwaerme von Grillen und Wanderheuschrecken in gewaltiger Zahl. (34-35) Ex 10,1-20 105:35 Sie frassen alles Gruen in ihrem Land, sie frassen die Frucht ihrer Felder. 105:36 Er erschlug im Land jede Erstgeburt, die ganze Bluete der Jugend. 78,51 Woertlich: den Erstling all ihrer Kraft. 105:37 Er fuehrte sein Volk heraus mit Silber und Gold; in seinen Staemmen fand sich kein Schwaechling. Ex 12,35f 105:38 Bei ihrem Auszug waren die Aegypter froh; denn Schrecken vor ihnen hatte sie alle befallen. Ex 12,33 105:39 Eine Wolke breitete er aus, um sie zu decken, und Feuer, um die Nacht zu erleuchten. 78,14 105:40 Als sie ihn baten, schickte er Wachteln und saettigte sie mit Brot vom Himmel. 78,24; Ex 16,2-36; Weish 16,20 Text korr.; H: Als er bat. 105:41 Er oeffnete den Felsen, und Wasser entquoll ihm, wie ein Strom floss es dahin in der Wueste. 78,15; Ex 17,1-7 105:42 Denn er dachte an sein heiliges Wort und an Abraham, seinen Knecht. 105:43 Er fuehrte sein Volk heraus in Freude, seine Erwaehlten in Jubel. 105:44 Er gab ihnen die Laender der Voelker und liess sie den Besitz der Nationen gewinnen, (44-45) Dtn 4,37-40 105:45 damit sie seine Satzungen hielten und seine Gebote befolgten. Halleluja! 106:1 Gottes Guete - Israels Undank Halleluja! Danket dem Herrn; denn er ist guetig, denn seine Huld waehrt ewig. 107,1 106:2 Wer kann die grossen Taten des Herrn erzaehlen, all seinen Ruhm verkuenden? Joh 21,25 106:3 Wohl denen, die das Recht bewahren, und zu jeder Zeit tun, was gerecht ist. Jes 56,1f 106:4 Denk an mich, Herr, aus Liebe zu deinem Volk, such mich auf und bring mir Hilfe! 106:5 Lass mich das Glueck deiner Erwaehlten schauen, / an der Freude deines Volkes mich freuen, damit ich gemeinsam mit deinem Erbe mich ruehmen kann. 106:6 Wir haben zusammen mit unsern Vaetern gesuendigt, wir haben Unrecht getan und gefrevelt. Lev 26,40; Dan 9,5 106:7 Unsre Vaeter in Aegypten begriffen deine Wunder nicht, / dachten nicht an deine reiche Huld und trotzten dem Hoechsten am Schilfmeer. 78,11-17 dem Hoechsten am Schilfmeer: Text korr.; H: am Meer, am Schilfmeer. 106:8 Er aber hat sie gerettet, um seinen Namen zu ehren und seine Macht zu bekunden. Ez 39,25 106:9 Er bedrohte das Schilfmeer, da wurde es trocken; wie durch eine Steppe fuehrte er sie durch die Fluten. Ex 14,21f; Jes 63,11-14 106:10 Er rettete sie aus der Hand derer, die sie hassten, erloeste sie aus der Gewalt des Feindes. 106:11 Ihre Bedraenger bedeckte das Wasser, nicht einer von ihnen blieb uebrig. 106:12 Nun glaubten sie Gottes Worten und sangen laut seinen Lobpreis. Ex 14,31; 15,1-21 106:13 Doch sie vergassen schnell seine Taten, wollten auf seinen Ratschluss nicht warten. 106:14 Sie wurden in der Wueste begehrlich und versuchten Gott in der Oede. 78,18; Num 11,4-6 106:15 Er gab ihnen, was sie von ihm verlangten; dann aber erfasste sie Ekel und Ueberdruss. 106:16 Sie wurden im Lager eifersuechtig auf Mose und auf Aaron, den Heiligen des Herrn. Num 16,1-3 106:17 Die Erde tat sich auf, sie verschlang den Datan und bedeckte die Rotte Ab\EDrams. (17-18) Num 16,31-35 106:18 Feuer verbrannte die Rotte, Flammen verzehrten die Frevler. 106:19 Sie machten am Horeb ein Kalb und warfen sich vor dem Gussbild nieder. (19-20) Ex 32,1-6 106:20 Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein gegen das Bild eines Stieres, der Gras frisst. Jer 2,11; Roem 1,23 106:21 Sie vergassen Gott, ihren Retter, der einst in Aegypten Grosses vollbrachte, 78,42 106:22 Wunder im Lande Hams, furchterregende Taten am Schilfmeer. 106:23 Da fasste er einen Plan, und er haette sie vernichtet, / waere nicht Mose, sein Erwaehlter, fuer sie in die Bresche gesprungen, so dass Gott sie im Zorn nicht vertilgte. Ex 32,11-14 106:24 Sie verschmaehten das koestliche Land; sie glaubten seinen Verheissungen nicht. Num 14,2-4 106:25 In ihren Zelten murrten sie, hoerten nicht auf die Stimme des Herrn. 106:26 Da erhob er gegen sie die Hand, um sie niederzustrecken noch in der Wueste, Num 14,23.29 106:27 ihre Nachkommen unter die Voelker zu zerstreuen, sie in alle Welt zu versprengen. Lev 26,33; Ez 20,23 zu zerstreuen: Text korr.; H: niederzustrecken, (wie in V. 26b). 106:28 Sie haengten sich an den B\E1al-Peg\F3r und assen die Opfer der toten Goetzen. Num 25,1-3 Woertlich: die Opfer der Toten. 106:29 Sie erbitterten Gott mit ihren schaendlichen Taten, bis ueber sie eine schwere Plage kam. 106:30 Pinhas trat auf und hielt Gericht; so wurde die Plage abgewandt. Num 25,7-11 106:31 Das rechnete Gott ihm als Gerechtigkeit an, ihm und seinem Geschlecht fuer immer und ewig. Num 25,12f 106:32 An den Wassern von Mer\EDba reizten sie Gottes Zorn, ihretwegen erging es Mose uebel. Num 20,2-13 106:33 Denn sie hatten seinen Geist erbittert, sein Mund redete unbedacht. 106:34 Sie rotteten die Voelker nicht aus, wie ihnen der Herr einst befahl. (34-36) Dtn 7,1-5; Ri 1,18 - 2,5 106:35 Sie vermischten sich mit den Heiden und lernten von ihren Taten. 106:36 Sie dienten ihren Goetzen; die wurden ihnen zur Falle. Ri 2,11-13 106:37 Sie brachten ihre Soehne und Toechter dar als Opfer fuer die Daemonen. (37-38) Lev 18,21 106:38 Sie vergossen schuldloses Blut, das Blut ihrer Soehne und Toechter, die sie den Goetzen Kanaans opferten; so wurde das Land durch Blutschuld entweiht. (38-39) Num 35,33f 106:39 Sie wurden durch ihre Taten unrein und brachen Gott mit ihrem Tun die Treue. 106:40 Der Zorn des Herrn entbrannte gegen sein Volk, er empfand Abscheu gegen sein Erbe. (40-42) Ri 2,14f 106:41 Er gab sie in die Hand der Voelker, und die sie hassten, beherrschten sie. 106:42 Ihre Feinde bedraengten sie, unter ihre Hand mussten sie sich beugen. 106:43 Oft hat er sie befreit; / sie aber trotzten seinem Beschluss und versanken in ihrer Schuld. Ri 2,16 Text korr.; H: ihrem Beschluss. 106:44 Doch als er ihr Flehen hoerte, sah er auf ihre Not 106:45 und dachte ihnen zuliebe an seinen Bund; er hatte Mitleid in seiner grossen Gnade. Lev 26,42 106:46 Bei denen, die sie verschleppten, liess er sie Erbarmen erfahren. Esra 9,9 106:47 Hilf uns, Herr, unser Gott, fuehre uns aus den Voelkern zusammen! Wir wollen deinen heiligen Namen preisen, uns ruehmen, weil wir dich loben duerfen. (47-48) 1 Chr 16,35f 106:48 Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, / vom Anfang bis ans Ende der Zeiten. Alles Volk soll sprechen: Amen. Halleluja! 107:1 Das fuenfte Buch Ein Danklied der Erloesten Danket dem Herrn, denn er ist guetig, denn seine Huld waehrt ewig. 106,1; 118,1.29; 136,1f.26 107:2 So sollen alle sprechen, die vom Herrn erloest sind, die er von den Feinden befreit hat. 107:3 Denn er hat sie aus den Laendern gesammelt, vom Aufgang und Niedergang, vom Norden und Sueden. Jes 43,5f 107:4 Sie, die umherirrten in der Wueste, im Oedland, und den Weg zur wohnlichen Stadt nicht fanden, Dtn 8,15 107:5 die Hunger litten und Durst, denen das Leben dahinschwand, Jes 49,10 107:6 die dann in ihrer Bedraengnis schrien zum Herrn, die er ihren Aengsten entriss 50,15 107:7 und die er fuehrte auf geraden Wegen, so dass sie zur wohnlichen Stadt gelangten: 107:8 sie alle sollen dem Herrn danken fuer seine Huld, fuer sein wunderbares Tun an den Menschen, 107:9 weil er die lechzende Seele gesaettigt, die hungernde Seele mit seinen Gaben erfuellt hat. Jes 55,1; Lk 1,53 107:10 Sie, die sassen in Dunkel und Finsternis, gefangen in Elend und Eisen, Ijob 36,8f 107:11 die den Worten Gottes getrotzt und verachtet hatten den Ratschluss des Hoechsten, 106,43; Spr 1,25 107:12 deren Herz er durch Muehsal beugte, die stuerzten und denen niemand beistand, 107:13 die dann in ihrer Bedraengnis schrien zum Herrn, die er ihren Aengsten entriss, 107:14 die er herausfuehrte aus Dunkel und Finsternis und deren Fesseln er zerbrach: Jes 42,7.16 107:15 sie alle sollen dem Herrn danken fuer seine Huld, fuer sein wunderbares Tun an den Menschen, 107:16 weil er die ehernen Tore zerbrochen, die eisernen Riegel zerschlagen hat. Jes 45,2 107:17 Sie, die dahinsiechten in ihrem suendhaften Treiben, niedergebeugt wegen ihrer schweren Vergehen, Text korr.; H: die Toren in ihrem suendhaften Treiben. 107:18 denen vor jeder Speise ekelte, die nahe waren den Pforten des Todes, Ijob 6,6f; 33,20 107:19 die dann in ihrer Bedraengnis schrien zum Herrn, die er ihren Aengsten entriss, 107:20 denen er sein Wort sandte, die er heilte und vom Verderben befreite: Weish 16,12; Mt 8,8 vom Verderben, woertlich: aus ihren Gruben. 107:21 sie alle sollen dem Herrn danken fuer seine Huld, fuer sein wunderbares Tun an den Menschen. 107:22 Sie sollen ihm Dankopfer weihen, mit Jubel seine Taten verkuenden. 107:23 Sie, die mit Schiffen das Meer befuhren und Handel trieben auf den grossen Wassern, (23-24) Sir 43,24f 107:24 die dort die Werke des Herrn bestaunten, seine Wunder in der Tiefe des Meeres 107:25 - Gott gebot und liess den Sturmwind aufstehn, der hoch die Wogen tuermte -, Jona 1,4 107:26 die zum Himmel emporstiegen / und hinabfuhren in die tiefste Tiefe, so dass ihre Seele in der Not verzagte, 107:27 die wie Trunkene wankten und schwankten, am Ende waren mit all ihrer Weisheit, Spr 23,34 107:28 die dann in ihrer Bedraengnis schrien zum Herrn, die er ihren Aengsten entriss Jona 1,14f 107:29 - er machte aus dem Sturm ein Saeuseln, so dass die Wogen des Meeres schwiegen -, 65,8; Mt 8,26 107:30 die sich freuten, dass die Wogen sich legten und er sie zum ersehnten Hafen fuehrte: 107:31 sie alle sollen dem Herrn danken fuer seine Huld, fuer sein wunderbares Tun an den Menschen. 107:32 Sie sollen ihn in der Gemeinde des Volkes ruehmen, ihn loben im Kreis der Alten. 22,23 107:33 Er machte Stroeme zur duerren Wueste, Oasen zum duerstenden Oedland, Jes 42,15; 50,2 107:34 fruchtbares Land zur salzigen Steppe; denn seine Bewohner waren boese. Gen 19,24-26; Dtn 29,22; Sir 39,23 107:35 Er machte die Wueste zum Wasserteich, verdorrtes Land zu Oasen. Jes 41,18 107:36 Dort siedelte er Hungernde an, sie gruendeten wohnliche Staedte. Ez 36,35 107:37 Sie bestellten Felder, pflanzten Reben und erzielten reiche Ernten. Jes 65,21 107:38 Er segnete sie, so dass sie sich gewaltig vermehrten, gab ihnen grosse Mengen an Vieh. Dtn 7,13f 107:39 Dann aber wurden sie geringer an Zahl, gebeugt unter der Last von Leid und Kummer. 107:40 Er goss ueber die Edlen Verachtung aus, liess sie umherirren in wegloser Wueste. Ijob 12,21.24 107:41 Die Armen hob er aus dem Elend empor und vermehrte ihre Sippen, einer Herde gleich. 113,7 107:42 Die Redlichen sehn es und freuen sich, doch alle boesen Menschen verstummen. Ijob 22,19; 5,16; Ps 63,12 107:43 Wer ist weise und beachtet das alles, wer begreift die reiche Huld des Herrn? 108:1 Gott, Hilfe und Schutz seines Volkes [Ein Lied. Ein Psalm Davids.] 108:2 Mein Herz ist bereit, o Gott, / mein Herz ist bereit, ich will dir singen und spielen. Wach auf, meine Seele! / (2-6) 57,8-12 Ergaenzt aus 57,8. Text korr. nach 57,9. 108:3 Wacht auf, Harfe und Saitenspiel! Ich will das Morgenrot wecken. 108:4 Ich will dich vor den Voelkern preisen, Herr, dir vor den Nationen lobsingen. 9,12; 18,50; 57,10; 96,3; 105,1 108:5 Denn deine Guete reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn. 36,6 Text korr. nach 57,11. 108:6 Erheb dich ueber die Himmel, o Gott! Deine Herrlichkeit erscheine ueber der ganzen Erde. 108:7 Hilf mit deiner Rechten, erhoere uns, damit die gerettet werden, die du so sehr liebst. (7-14) 60,7-14 Text korr. nach 60,7. 108:8 Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: / "Ich will triumphieren, will Sichem verteilen und das Tal von Sukkot vermessen. 108:9 Mein ist Gilead, mein auch Manasse, / Efraim ist der Helm auf meinem Haupt, Juda mein Herrscherstab. 108:10 Doch Moab ist mein Waschbecken, / auf Edom werfe ich meinen Schuh, ich triumphiere ueber das Land der Philister." 108:11 Wer fuehrt mich hin zu der befestigten Stadt, wer wird mich nach Edom geleiten? 108:12 Gott, hast denn du uns verworfen? Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unsern Heeren. 108:13 Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos. 108:14 Mit Gott werden wir Grosses vollbringen; er selbst wird unsere Feinde zertreten. 109:1 Bitte um Hilfe gegen erbarmungslose Feinde [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] Gott, den ich lobe, schweig doch nicht! 35,22; 83,2 Dieser Psalm ist ein sogenannter Fluchpsalm. Er ist fuer Fromme gedacht, die, vielleicht wegen Bestechlichkeit der Richter, nicht hoffen koennen, in einem Gerichtsverfahren Recht zu bekommen. VV. 2-5 und 21-31 setzen mehrere, VV. 6-20 nur einen Prozessgegner voraus; das deutet darauf hin, dass der Verfasser in VV. 6-20 einen bereits vorgeformten Text eingearbeitet hat. Die schrecklichen Flueche erklaeren sich als aeusserstes Mittel der Notwehr gegen uebermaechtige Feinde, die nur durch einen Appell an Gottes Gerechtigkeit abgewehrt werden koennen. 109:2 Denn ein Mund voll Frevel, ein Luegenmaul hat sich gegen mich aufgetan. Sie reden zu mir mit falscher Zunge, / 31,19 109:3 umgeben mich mit Worten voll Hass und bekaempfen mich ohne Grund. 109:4 Sie befeinden mich, waehrend ich fuer sie bete, Sie befeinden mich: H fuegt hinzu: fuer meine Liebe. 109:5 sie vergelten mir Gutes mit Boesem, mit Hass meine Liebe. (4-5) Spr 17,13; Ps 35,12f 109:6 Sein Frevel stehe gegen ihn auf als Zeuge, ein Anklaeger trete an seine Seite. 109:7 Aus dem Gericht gehe er verurteilt hervor, selbst sein Gebet werde zur Suende. 109:8 Nur gering sei die Zahl seiner Tage, sein Amt soll ein andrer erhalten. Apg 1,20 109:9 Seine Kinder sollen zu Waisen werden und seine Frau zur Witwe. Ex 22,23; Jer 18,21 109:10 Unstet sollen seine Kinder umherziehen und betteln, aus den Truemmern ihres Hauses vertrieben. Ijob 5,4f Text korr. 109:11 Sein Glaeubiger reisse all seinen Besitz an sich, Fremde sollen pluendern, was er erworben hat. Ijob 20,18 109:12 Niemand sei da, der ihm die Gunst bewahrt, keiner, der sich der Waisen erbarmt. (12-13) Jes 14,21 109:13 Seine Nachkommen soll man vernichten, im naechsten Geschlecht schon erloesche sein Name. 21,11 sein Name: Text korr.; H: ihr Name. 109:14 Der Herr denke an die Schuld seiner Vaeter, ungetilgt bleibe die Suende seiner Mutter. Ex 20,5 109:15 Ihre Schuld stehe dem Herrn allzeit vor Augen, ihr Andenken loesche er aus auf Erden. 90,8; 34,17 109:16 Denn dieser Mensch dachte nie daran, Gnade zu ueben; / er verfolgte den Gebeugten und Armen und wollte den Verzagten toeten. 109:17 Er liebte den Fluch - der komme ueber ihn; er verschmaehte den Segen - der bleibe ihm fern. 109:18 Er zog den Fluch an wie ein Gewand; / der dringe wie Wasser in seinen Leib, wie Oel in seine Glieder. Num 5,24 109:19 Er werde fuer ihn wie das Kleid, in das er sich huellt, wie der Guertel, der ihn allzeit umschliesst. 109:20 So lohne der Herr es denen, die mich verklagen, und denen, die Boeses gegen mich reden. 109:21 Du aber, Herr und Gebieter, / handle an mir, wie es deinem Namen entspricht, reiss mich heraus in deiner guetigen Huld! 109:22 Denn ich bin arm und gebeugt, mir bebt das Herz in der Brust. 109:23 Wie ein fluechtiger Schatten schwinde ich dahin; sie schuetteln mich wie eine Heuschrecke ab. 39,6f 109:24 Mir wanken die Knie vom Fasten, mein Leib nimmt ab und wird mager. 109:25 Ich wurde fuer sie zum Spott und zum Hohn, sie schuetteln den Kopf, wenn sie mich sehen. 41,6 109:26 Hilf mir, Herr, mein Gott, in deiner Huld errette mich! 109:27 Sie sollen erkennen, dass deine Hand dies vollbracht hat, dass du, o Herr, es getan hast. 64,10 109:28 Moegen sie fluchen - du wirst segnen. Meine Gegner sollen scheitern, dein Knecht aber darf sich freuen. Jes 65,13f; Lk 6,27f Text korr.; H: Sie treten auf, aber sie scheitern. 109:29 Meine Anklaeger sollen sich bedecken mit Schmach, wie in einen Mantel sich in Schande huellen. Jer 20,11 109:30 Ich will den Herrn preisen mit lauter Stimme, in der Menge ihn loben. 22,23 109:31 Denn er steht dem Armen zur Seite, um ihn vor falschen Richtern zu retten. 110:1 Die Einsetzung des priesterlichen Koenigs auf dem Zion [Ein Psalm Davids.] So spricht der Herr zu meinem Herrn: / Setze dich mir zur Rechten, und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Fuesse. Mt 22,44; Apg 2,34f; Hebr 1,13; 8,1; 10,12f; 12,2 110:2 Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: "Herrsche inmitten deiner Feinde!" 110:3 Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, (wenn du erscheinst) in heiligem Schmuck; ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, wie den Tau in der Fruehe. 2,7 H ist schwer verstaendlich; die Uebersetzung ist ein Versuch nach G. 110:4 Der Herr hat geschworen, und nie wird's ihn reuen: "Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks." Gen 14,18; Hebr 5,6 110:5 Der Herr steht dir zur Seite; er zerschmettert Koenige am Tage seines Zornes. (5-6) 2,9 110:6 Er haelt Gericht unter den Voelkern, er haeuft die Toten, die Haeupter zerschmettert er weithin auf Erden. 110:7 Er trinkt aus dem Bach am Weg; so kann er (von neuem) das Haupt erheben. 111:1 Ein Preislied auf die Wundertaten des Herrn Halleluja! Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde. 22,23 111:2 Gross sind die Werke des Herrn, kostbar allen, die sich an ihnen freuen. 111:3 Er waltet in Hoheit und Pracht, seine Gerechtigkeit hat Bestand fuer immer. 111:4 Er hat ein Gedaechtnis an seine Wunder gestiftet, der Herr ist gnaedig und barmherzig. Ex 12,1-28; Ps 116,5 111:5 Er gibt denen Speise, die ihn fuerchten, an seinen Bund denkt er auf ewig. 145,15; 105,8 111:6 Er hat seinem Volk seine machtvollen Taten kundgetan, um ihm das Erbe der Voelker zu geben. 111:7 Die Werke seiner Haende sind gerecht und bestaendig, all seine Gebote sind verlaesslich. 111:8 Sie stehen fest fuer immer und ewig, geschaffen in Treue und Redlichkeit. 111:9 Er gewaehrte seinem Volk Erloesung / und bestimmte seinen Bund fuer ewige Zeiten. Furchtgebietend ist sein Name und heilig. 130,8; Jer 32,40 111:10 Die Furcht des Herrn ist der Anfang der Weisheit; / alle, die danach leben, sind klug. Sein Ruhm hat Bestand fuer immer. Spr 1,7; 9,10 112:1 Der Segen der Gottesfurcht Halleluja! Wohl dem Mann, der den Herrn fuerchtet und ehrt und sich herzlich freut an seinen Geboten. 1,1f; 128,1 112:2 Seine Nachkommen werden maechtig im Land, das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. Spr 20,7 112:3 Wohlstand und Reichtum fuellen sein Haus, sein Heil hat Bestand fuer immer. 128,2 112:4 Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: der Gnaedige, Barmherzige und Gerechte. 97,11; 116,5 112:5 Wohl dem Mann, der guetig und zum Helfen bereit ist, der das Seine ordnet, wie es recht ist. Ijob 29,12f 112:6 Niemals geraet er ins Wanken; ewig denkt man an den Gerechten. Spr 10,7 112:7 Er fuerchtet sich nicht vor Verleumdung; sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn. 112:8 Sein Herz ist getrost, er fuerchtet sich nie; denn bald wird er herabschauen auf seine Bedraenger. 54,9 112:9 Reichlich gibt er den Armen, / sein Heil hat Bestand fuer immer; er ist maechtig und hoch geehrt. Spr 22,9; 2 Kor 9,9 112:10 Voll Verdruss sieht es der Frevler, / er knirscht mit den Zaehnen und geht zugrunde. Zunichte werden die Wuensche der Frevler. 113:1 Ein Loblied auf Gottes Hoheit und Huld Halleluja! Lobet, ihr Knechte des Herrn, lobt den Namen des Herrn! 135,1 113:2 Der Name des Herrn sei gepriesen von nun an bis in Ewigkeit. 113:3 Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang sei der Name des Herrn gelobt. 113:4 Der Herr ist erhaben ueber alle Voelker, seine Herrlichkeit ueberragt die Himmel. 95,3; 148,13 113:5 Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, im Himmel und auf Erden, 35,10 Die beiden Verse sind aus sachlichen Gruenden folgendermassen umgestellt: 5a/6b und 5b/6a. 113:6 ihm, der in der Hoehe thront, der hinabschaut in die Tiefe, (6-7) Jes 57,15 113:7 der den Schwachen aus dem Staub emporhebt und den Armen erhoeht, der im Schmutz liegt? (7-8) 1 Sam 2,8 113:8 Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, bei den Edlen seines Volkes. ihm: Text korr. nach G, S, Vg; H: mir. 113:9 Die Frau, die kinderlos war, laesst er im Hause wohnen; sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern. Halleluja! 1 Sam 2,5; Jes 54,1; Lk 1,57f 114:1 Ein Lobpreis auf die Befreiung Israels Als Israel aus Aegypten auszog, Jakobs Haus aus dem Volk mit fremder Sprache, Ex 12,41 114:2 da wurde Juda Gottes Heiligtum, Israel das Gebiet seiner Herrschaft. Ex 19,6; Jer 2,3; Dtn 7,6 114:3 Das Meer sah es und floh, der Jordan wich zurueck. 66,6 114:4 Die Berge huepften wie Widder, die Huegel wie junge Laemmer. 29,6 114:5 Was ist mit dir, Meer, dass du fliehst, und mit dir, Jordan, dass du zurueckweichst? 114:6 Ihr Berge, was huepft ihr wie Widder, und ihr Huegel, wie junge Laemmer? (6-7) 68,9 114:7 Vor dem Herrn erbebe, du Erde, vor dem Antlitz des Gottes Jakobs, 114:8 der den Fels zur Wasserflut wandelt und Kieselgestein zu quellendem Wasser. 78,15f; Jes 48,21 115:1 Der Gott Israels und die Goetter der anderen Voelker Nicht uns, o Herr, bring zu Ehren, / nicht uns, sondern deinen Namen, in deiner Huld und Treue! Ez 36,22f 115:2 Warum sollen die Voelker sagen: "Wo ist denn ihr Gott?" 42,11 115:3 Unser Gott ist im Himmel; alles, was ihm gefaellt, das vollbringt er. 135,6; Ijob 23,13; Weish 12,18 115:4 Die Goetzen der Voelker sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand. (4-8) 135,15-18 Dtn 4,28; Weish 15,15; Jes 44,9-11; Bar 6,3.7 Woertlich: Ihre Goetzen sind nur Silber und Gold. 115:5 Sie haben einen Mund und reden nicht, Augen und sehen nicht; 115:6 sie haben Ohren und hoeren nicht, eine Nase und riechen nicht; 115:7 mit ihren Haenden koennen sie nicht greifen, / mit den Fuessen nicht gehen, sie bringen keinen Laut hervor aus ihrer Kehle. 115:8 Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machwerk gleichen, alle, die den Goetzen vertrauen. 115:9 Israel, vertrau auf den Herrn! Er ist fuer euch Helfer und Schild. (9-11) 33,20; 3,4; 118,2-4 115:10 Haus Aaron, vertrau auf den Herrn! Er ist fuer euch Helfer und Schild. 115:11 Alle, die ihr den Herrn fuerchtet, vertraut auf den Herrn! Er ist fuer euch Helfer und Schild. 115:12 Der Herr denkt an uns, er wird uns segnen, / er wird das Haus Israel segnen, er wird das Haus Aaron segnen. 115:13 Der Herr wird alle segnen, die ihn fuerchten, segnen Kleine und Grosse. 115:14 Es mehre euch der Herr, euch und eure Kinder. 127,3; Dtn 1,11 115:15 Seid gesegnet vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 134,3 115:16 Der Himmel ist der Himmel des Herrn, die Erde aber gab er den Menschen. 8,7; Gen 1,28 115:17 Tote koennen den Herrn nicht mehr loben, keiner, der ins Schweigen hinabfuhr. 6,6; 94,17 115:18 Wir aber preisen den Herrn von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja! 116:1 Der Dank fuer Rettung aus Todesnot Ich liebe den Herrn; denn er hat mein lautes Flehen gehoert 116:2 und sein Ohr mir zugeneigt an dem Tag, als ich zu ihm rief. an dem Tag: H: in meinen Tagen (im Sinn von: mein Leben lang). 116:3 Mich umfingen die Fesseln des Todes, / mich befielen die Aengste der Unterwelt, mich trafen Bedraengnis und Kummer. (3-4) 18,5-7; Jona 2,3 116:4 Da rief ich den Namen des Herrn an: "Ach Herr, rette mein Leben!" 116:5 Der Herr ist gnaedig und gerecht, unser Gott ist barmherzig. 86,15; 103,8; 111,4; 112,4; 145,8; Ex 34,6; Mi 7,18 116:6 Der Herr behuetet die schlichten Herzen; ich war in Not, und er brachte mir Hilfe. 116:7 Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! Denn der Herr hat dir Gutes getan. 116:8 Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, / meine Traenen (getrocknet), meinen Fuss (bewahrt vor) dem Gleiten. 9,14; 56,14 116:9 So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn im Land der Lebenden. 27,13 116:10 Ein Lied zum Dankopfer Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte: Ich bin so tief gebeugt. 116:11 In meiner Bestuerzung sagte ich: Die Menschen luegen alle. 12,3; Roem 3,4 116:12 Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, was er mir Gutes getan hat? 116:13 Ich will den Kelch des Heils erheben und anrufen den Namen des Herrn. 116:14 Ich will dem Herrn meine Geluebde erfuellen offen vor seinem ganzen Volk. 66,13 116:15 Kostbar ist in den Augen des Herrn das Sterben seiner Frommen. 72,14 116:16 Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, / dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. Du hast meine Fesseln geloest. 116:17 Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen und anrufen den Namen des Herrn. 116:18 Ich will dem Herrn meine Geluebde erfuellen offen vor seinem ganzen Volk, 66,13 116:19 in den Vorhoefen am Hause des Herrn, in deiner Mitte, Jerusalem. Halleluja! 117:1 Aufruf an alle Voelker zum Lob Gottes Lobet den Herrn, alle Voelker, preist ihn, alle Nationen! Roem 15,11 117:2 Denn maechtig waltet ueber uns seine Huld, die Treue des Herrn waehrt in Ewigkeit. Halleluja! 118:1 Eine Dankliturgie Danket dem Herrn, denn er ist guetig, denn seine Huld waehrt ewig. 107,1 118:2 So soll Israel sagen: Denn seine Huld waehrt ewig. (2-4) 115,9-13; 135,19f 118:3 So soll das Haus Aaron sagen: Denn seine Huld waehrt ewig. 118:4 So sollen alle sagen, die den Herrn fuerchten und ehren: Denn seine Huld waehrt ewig. 118:5 In der Bedraengnis rief ich zum Herrn; der Herr hat mich erhoert und mich frei gemacht. 118:6 Der Herr ist bei mir, ich fuerchte mich nicht. Was koennen Menschen mir antun? 56,5; Hebr 13,6 118:7 Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; ich aber schaue auf meine Hasser herab. 54,6.9 118:8 Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Menschen zu bauen. (8-9) 62,6; 146,3; Jer 17,5 118:9 Besser, sich zu bergen beim Herrn, als auf Fuersten zu bauen. 118:10 Alle Voelker umringen mich; ich wehre sie ab im Namen des Herrn. 118:11 Sie umringen, ja, sie umringen mich; ich wehre sie ab im Namen des Herrn. 118:12 Sie umschwirren mich wie Bienen, / wie ein Strohfeuer verloeschen sie; ich wehre sie ab im Namen des Herrn. Dtn 1,44 118:13 Sie stiessen mich hart, sie wollten mich stuerzen; der Herr aber hat mir geholfen. 129,1f 118:14 Meine Staerke und mein Lied ist der Herr; er ist fuer mich zum Retter geworden. Ex 15,2; Jes 12,2 Text korr.; "mein" ist ergaenzt. 118:15 Frohlocken und Jubel erschallt in den Zelten der Gerechten: "Die Rechte des Herrn wirkt mit Macht! 118:16 Die Rechte des Herrn ist erhoben, die Rechte des Herrn wirkt mit Macht!" 118:17 Ich werde nicht sterben, sondern leben, um die Taten des Herrn zu verkuenden. 6,6 118:18 Der Herr hat mich hart gezuechtigt, doch er hat mich nicht dem Tod uebergeben. 2 Kor 6,9 118:19 Oeffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken. (19-20) Jes 26,2 118:20 Das ist das Tor zum Herrn, nur Gerechte treten hier ein. 118:21 Ich danke dir, dass du mich erhoert hast; du bist fuer mich zum Retter geworden. 118:22 Der Stein, den die Bauleute verwarfen, er ist zum Eckstein geworden. Jes 28,16; Apg 4,11; 1 Petr 2,7; (22-23) Neh 6,16; Mt 21,42 118:23 Das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen geschah dieses Wunder. 118:24 Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; wir wollen jubeln und uns an ihm freuen. 118:25 Ach, Herr, bring doch Hilfe! Ach, Herr, gib doch Gelingen! 118:26 Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Wir segnen euch, vom Haus des Herrn her. Mt 21,9; 23,39 118:27 Gott, der Herr, erleuchte uns. Mit Zweigen in den Haenden / schliesst euch zusammen zum Reigen, bis zu den Hoernern des Altars! Nach G. 118:28 Du bist mein Gott, dir will ich danken; mein Gott, dich will ich ruehmen. 118:29 Dank't dem Herrn, denn er ist guetig, denn seine Huld waehrt ewig. 107,1 119:1 Ein Lobgesang auf Gottes Wort (Alef) Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, die leben nach der Weisung des Herrn. (1-3) 1,1f.6; 26,3; 32,8; 37,5; 139,3; 142,4; 143,10; Tob 4,19; Spr 4,11 119:2 Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen und ihn suchen von ganzem Herzen, 119:3 die kein Unrecht tun und auf seinen Wegen geh'n. 119:4 Du hast deine Befehle gegeben, damit man sie genau beachtet. 119:5 Waeren doch meine Schritte fest darauf gerichtet, deinen Gesetzen zu folgen! 119:6 Dann werde ich niemals scheitern, wenn ich auf all deine Gebote schaue. 119:7 Mit lauterem Herzen will ich dir danken, wenn ich deine gerechten Urteile lerne. 119:8 Deinen Gesetzen will ich immer folgen. Lass mich doch niemals im Stich! 119:9 (Bet) Wie geht ein junger Mann seinen Pfad ohne Tadel? Wenn er sich haelt an dein Wort. 119:10 Ich suche dich von ganzem Herzen. Lass mich nicht abirren von deinen Geboten! 119:11 Ich berge deinen Spruch im Herzen, damit ich gegen dich nicht suendige. 119:12 Gepriesen seist du, Herr. Lehre mich deine Gesetze! 119:13 Mit meinen Lippen verkuende ich alle Urteile deines Mundes. 119:14 Nach deinen Vorschriften zu leben freut mich mehr als grosser Besitz. 119:15 Ich will nachsinnen ueber deine Befehle und auf deine Pfade schauen. 119:16 Ich habe meine Freude an deinen Gesetzen, dein Wort will ich nicht vergessen. 119:17 (Gimel) Tu deinem Knecht Gutes, erhalt mich am Leben! Dann will ich dein Wort befolgen. 119:18 Oeffne mir die Augen fuer das Wunderbare an deiner Weisung! Woertlich: Oeffne mir die Augen, damit ich sehe. 119:19 Ich bin nur Gast auf Erden. Verbirg mir nicht deine Gebote! 39,13 119:20 In Sehnsucht nach deinem Urteil verzehrt sich allezeit meine Seele. 119:21 Du drohst den Stolzen. Verflucht sei, wer abirrt von deinen Geboten. Dtn 27,26; Jer 11,3 119:22 Nimm von mir Schmach und Verachtung! Denn was du vorschreibst, befolge ich. 119:23 Wenn auch Fuersten gegen mich beraten: dein Knecht sinnt nach ueber deine Gesetze. 119:24 Deine Vorschriften machen mich froh; sie sind meine Berater. 119:25 (Dalet) Meine Seele klebt am Boden. Durch dein Wort belebe mich! 44,26 Woertlich: klebt am Staub. Text korr. mit einigen Handschriften; H: gemaess deinem Wort. 119:26 Ich habe dir mein Geschick erzaehlt, und du erhoertest mich. Lehre mich deine Gesetze! 119:27 Lass mich den Weg begreifen, den deine Befehle mir zeigen, dann will ich nachsinnen ueber deine Wunder. 119:28 Meine Seele zerfliesst vor Kummer. Richte mich auf durch dein Wort! 119:29 Halte mich fern vom Weg der Luege; begnade mich mit deiner Weisung! 119,104 119:30 Ich waehlte den Weg der Wahrheit; nach deinen Urteilen hab' ich Verlangen. 25,4 119:31 Ich halte an deinen Vorschriften fest. Herr, lass mich niemals scheitern! 119:32 Ich eile voran auf dem Weg deiner Gebote, denn mein Herz machst du weit. 119:33 (He) Herr, weise mir den Weg deiner Gesetze! Ich will ihn einhalten bis ans Ende. 119:34 Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge und mich an sie halte aus ganzem Herzen. 119:35 Fuehre mich auf dem Pfad deiner Gebote! Ich habe an ihm Gefallen. 25,4 119:36 Deinen Vorschriften neige mein Herz zu, doch nicht der Habgier! 119:37 Wende meine Augen ab von eitlen Dingen; durch dein Wort belebe mich! durch dein Wort: Text korr.; H: durch deine Wege. 119:38 Erfuelle deinem Knecht die Verheissung, die allen gilt, die dich fuerchten und ehren. 119:39 Wende die Schande ab, vor der mir graut; denn deine Entscheide sind gut. 119:40 Nach deinen Befehlen hab' ich Verlangen. Gib mir neue Kraft durch deine Gerechtigkeit! 119:41 (Waw) Herr, deine Huld komme auf mich herab und deine Hilfe, wie du es verheissen hast. 119:42 Dann kann ich dem, der mich schmaeht, erwidern; denn ich vertraue auf dein Wort. 119:43 Entziehe meinem Mund nicht das Wort der Wahrheit! Ich hoffe so sehr auf deine Entscheide. 119:44 Ich will deiner Weisung bestaendig folgen, auf immer und ewig. 119:45 Dann schreite ich aus auf freier Bahn; denn ich frage nach deinen Befehlen. 119:46 Deine Gebote will ich vor Koenigen bezeugen und mich nicht vor ihnen schaemen. Mt 10,18 119:47 An deinen Geboten habe ich meine Freude, ich liebe sie von Herzen. von Herzen: ergaenzt aus G. 119:48 Ich erhebe meine Haende zu deinen Geboten; nachsinnen will ich ueber deine Gesetze. H fuegt hinzu: die ich liebe. 119:49 (Sajin) Denk an das Wort fuer deinen Knecht, durch das du mir Hoffnung gabst. 119:50 Das ist mein Trost im Elend: Deine Verheissung spendet mir Leben. 119:51 Frech verhoehnen mich die Stolzen; ich aber weiche nicht ab von deiner Weisung. 119:52 Denke ich an deine Urteile seit alter Zeit, Herr, dann bin ich getroestet. 119:53 Zorn packt mich wegen der Frevler, weil sie deine Weisung missachten. 119:54 Zum Lobgesang wurden mir deine Gesetze im Haus meiner Pilgerschaft. 119:55 In der Nacht denke ich, Herr, an deinen Namen; ich will deine Weisung beachten. 119,62.148; 63,7 119:56 Deine Befehle zu befolgen ist das Glueck, das mir zufiel. 119:57 (Chet) Mein Anteil ist der Herr; ich habe versprochen, dein Wort zu beachten. 119:58 Ich suche deine Gunst von ganzem Herzen. Sei mir gnaedig nach deiner Verheissung! 119:59 Ich ueberdenke meine Wege, zu deinen Vorschriften lenke ich meine Schritte. 119:60 Ich eile und saeume nicht, deine Gebote zu halten. 119:61 Auch wenn mich die Stricke der Frevler fesseln, vergesse ich deine Weisung nicht. 119:62 Um Mitternacht stehe ich auf, um dich zu preisen wegen deiner gerechten Entscheide. 119,55 119:63 Ich bin ein Freund all derer, die dich fuerchten und ehren, und aller, die deine Befehle befolgen. 119:64 Von deiner Guete, Herr, ist die Erde erfuellt. Lehre mich deine Gesetze! 33,5 119:65 (Tet) Du hast deinem Knecht Gutes erwiesen, o Herr, nach deinem Wort. 119:66 Lehre mich Erkenntnis und rechtes Urteil! Ich vertraue auf deine Gebote. H fuegt vor "Erkenntnis" ein: Gutes. 119:67 Ehe ich gedemuetigt wurde, ging mein Weg in die Irre; nun aber halte ich mich an deine Verheissung. 119:68 Du bist gut und wirkst Gutes. Lehre mich deine Gesetze! 119:69 Stolze verbreiten ueber mich Luegen, ich aber halte mich von ganzem Herzen an deine Befehle. 119:70 Abgestumpft und satt ist ihr Herz, ich aber ergoetze mich an deiner Weisung. 17,10 119:71 Dass ich gedemuetigt wurde, war fuer mich gut; denn so lernte ich deine Gesetze. 94,12 119:72 Die Weisung deines Mundes ist mir lieb, mehr als grosse Mengen von Gold und Silber. 119,103.127; 19,11 119:73 (Jod) Deine Haende haben mich gemacht und geformt. Gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne. Ijob 10,8 119:74 Wer dich fuerchtet, wird mich sehen und sich freuen; denn ich warte auf dein Wort. 119:75 Herr, ich weiss, dass deine Entscheide gerecht sind; du hast mich gebeugt, weil du treu fuer mich sorgst. 119:76 Troeste mich in deiner Huld, wie du es deinem Knecht verheissen hast. 119:77 Dein Erbarmen komme ueber mich, damit ich lebe; denn deine Weisung macht mich froh. 119:78 Schande ueber die Stolzen, die mich zu Unrecht bedruecken! Ich aber sinne nach ueber deine Befehle. 119:79 Mir sollen sich alle zuwenden, die dich fuerchten und ehren und die deine Vorschriften kennen. 119:80 Mein Herz richte sich ganz nach deinen Gesetzen; dann werde ich nicht zuschanden. 119:81 (Kaf) Nach deiner Hilfe sehnt sich meine Seele; ich warte auf dein Wort. 130,5 119:82 Meine Augen sehnen sich nach deiner Verheissung, sie fragen: Wann wirst du mich troesten? 123,2 119:83 Ich bin wie ein Schlauch voller Risse, doch deine Gesetze habe ich nicht vergessen. Ijob 30,30 Text korr.; H: Ich bin wie ein Schlauch im Rauch. 119:84 Wie viele Tage noch bleiben deinem Knecht? Wann wirst du meine Verfolger richten? 119:85 Stolze stellen mir Fallen, sie handeln nicht nach deiner Weisung. 119:86 Zuverlaessig sind all deine Gebote. Zu Unrecht verfolgt man mich. Komm mir zu Hilfe! 119:87 Fast haette man mich von der Erde ausgetilgt; dennoch halte ich fest an deinen Befehlen. 119:88 In deiner grossen Huld lass mich leben, und ich will beachten, was dein Mund mir gebietet. 119:89 (Lamed) Herr, dein Wort bleibt auf ewig, es steht fest wie der Himmel. Jes 40,8 119:90 Deine Treue waehrt von Geschlecht zu Geschlecht; du hast die Erde gegruendet, sie bleibt bestehen. 119:91 Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute, und dir ist alles dienstbar. 148,6 119:92 Waere nicht dein Gesetz meine Freude, ich waere zugrunde gegangen in meinem Elend. 119:93 Nie will ich deine Befehle vergessen; denn durch sie schenkst du mir Leben. 119:94 Ich bin dein, errette mich! Ich frage nach deinen Befehlen. 119:95 Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten; doch mein Sinn achtet auf das, was du gebietest. 11,2 119:96 Ich sah, dass alles Vollkommene Grenzen hat; doch dein Gebot kennt keine Schranken. 119:97 (Mem) Wie lieb ist mir deine Weisung; ich sinne ueber sie nach den ganzen Tag. 1,2 119:98 Dein Gebot macht mich weiser als all meine Feinde; denn immer ist es mir nahe. 119:99 Ich wurde klueger als all meine Lehrer; denn ueber deine Vorschriften sinne ich nach. 119:100 Mehr Einsicht habe ich als die Alten; denn ich beachte deine Befehle. Weish 4,8f 119:101 Von jedem boesen Weg halte ich meinen Fuss zurueck; denn ich will dein Wort befolgen. Spr 1,15; 4,27 119:102 Ich weiche nicht ab von deinen Entscheiden, du hast mich ja selbst unterwiesen. 119:103 Wie koestlich ist fuer meinen Gaumen deine Verheissung, suesser als Honig fuer meinen Mund. 119,72 119:104 Aus deinen Befehlen gewinne ich Einsicht, darum hasse ich alle Pfade der Luege. 119,29.128 119:105 (Nun) Dein Wort ist meinem Fuss eine Leuchte, ein Licht fuer meine Pfade. Spr 6,23; Joh 8,12; 2 Petr 1,19 119:106 Ich tat einen Schwur, und ich will ihn halten: Ich will deinen gerechten Entscheidungen folgen. 119:107 Herr, ganz tief bin ich gebeugt. Durch dein Wort belebe mich! Text korr., vgl. V. 25b. 119:108 Herr, nimm mein Lobopfer gnaedig an, und lehre mich deine Entscheide! 19,15; 50,14.23 119:109 Mein Leben ist staendig in Gefahr, doch ich vergesse nie deine Weisung. Woertlich: Mein Leben halte ich staendig in der Hand. 119:110 Frevler legen mir Schlingen, aber ich irre nicht ab von deinen Befehlen. 140,6 119:111 Deine Vorschriften sind auf ewig mein Erbteil; denn sie sind die Freude meines Herzens. 119:112 Mein Herz ist bereit, dein Gesetz zu erfuellen bis ans Ende und ewig. 119:113 (Samech) Zwiespaeltige Menschen sind mir von Grund auf verhasst, doch dein Gesetz ist mir lieb. 1 Koen 18,21 119:114 Du bist mein Schutz und mein Schild, ich warte auf dein Wort. 119:115 Weicht zurueck von mir, ihr Boesen! Ich will die Gebote meines Gottes befolgen. 6,9; 139,19 119:116 Stuetze mich, damit ich lebe, wie du es verheissen hast. Lass mich in meiner Hoffnung nicht scheitern! 119:117 Gib mir Halt, dann finde ich Rettung; immer will ich auf deine Gesetze schauen. 119:118 Alle, die sich von deinen Gesetzen entfernen, verwirfst du; denn ihr Sinnen und Trachten ist Luege. 119:119 Alle Frevler im Land sind fuer dich wie Schlacken, darum liebe ich, was du gebietest. Jes 1,25 sind fuer dich wie Schlacken: so nach mehreren alten Uebersetzungen; H und andere Uebersetzungen: schaffst du fort wie Schlacken. 119:120 Aus Ehrfurcht vor dir erschauert mein Leib, vor deinen Urteilen empfinde ich heilige Scheu. Ijob 4,14f; 23,15 119:121 (Ajin) Ich tue, was recht und gerecht ist. Gib mich meinen Bedrueckern nicht preis! 119:122 Verbuerg dich fuer das Wohl deines Knechtes, damit die Stolzen mich nicht unterdruecken. 119:123 Meine Augen sehnen sich nach deiner Hilfe, nach deiner gerechten Verheissung. 119:124 Handle an deinem Knecht nach deiner Huld, und lehre mich deine Gesetze! 119:125 Ich bin dein Knecht. Gib mir Einsicht, damit ich verstehe, was du gebietest. 119:126 Herr, es ist Zeit zu handeln; man hat dein Gesetz gebrochen. 119:127 Darum liebe ich deine Gebote mehr als Rotgold und Weissgold. 119,72 119:128 Darum lebe ich genau nach deinen Befehlen; ich hasse alle Pfade der Luege. 119,104 Text geringfuegig korr. 119:129 (Pe) Deine Vorschriften sind der Bewunderung wert; darum bewahrt sie mein Herz. 119:130 Die Erklaerung deiner Worte bringt Erleuchtung, den Unerfahrenen schenkt sie Einsicht. 119:131 Weit oeffne ich meinen Mund / und lechze nach deinen Geboten; denn nach ihnen hab' ich Verlangen. 119:132 Wende dich mir zu, sei mir gnaedig, wie es denen gebuehrt, die deinen Namen lieben. 25,16; 86,16; 91,14 119:133 Festige meine Schritte, wie du es verheissen hast. Lass kein Unrecht ueber mich herrschen! 119:134 Erloese mich aus der Gewalt der Menschen; dann will ich deine Befehle halten. 125,3 119:135 Lass dein Angesicht leuchten ueber deinem Knecht, und lehre mich deine Gesetze! 4,7 119:136 Traenenbaeche stroemen aus meinen Augen, weil man dein Gesetz nicht befolgt. Esra 9,3f 119:137 (Zade) Herr, du bist gerecht, und deine Entscheide sind richtig. 119:138 Du hast deine Vorschriften erlassen in Gerechtigkeit und in grosser Treue. 119:139 Der Eifer fuer dich verzehrt mich; denn meine Gegner vergessen deine Worte. 69,10 119:140 Deine Worte sind rein und lauter; dein Knecht hat sie lieb. 12,7 119:141 Ich bin gering und verachtet, doch ich vergesse nie deine Befehle. 119:142 Deine Gerechtigkeit bleibt ewig Gerechtigkeit, deine Weisung ist Wahrheit. 119:143 Mich trafen Not und Bedraengnis, doch deine Gebote machen mich froh. 119:144 Deine Vorschriften sind auf ewig gerecht. Gib mir Einsicht, damit ich lebe. 119:145 (Qof) Erhoere mich, Herr, ich rufe von ganzem Herzen; deine Gesetze will ich halten. 119:146 Ich rufe zu dir; errette mich, dann will ich deinen Vorschriften folgen. 119:147 Schon beim Morgengrauen komme ich und flehe; ich warte auf dein Wort. 119:148 Meine Augen eilen den Nachtwachen voraus; denn ich sinne nach ueber deine Verheissung. 119,55 119:149 Hoere auf meine Stimme in deiner Huld; belebe mich, Herr, durch deine Entscheide! 119:150 Mir naehern sich tueckische Verfolger; sie haben sich weit von deiner Weisung entfernt. 119:151 Doch du bist nahe, Herr, und alle deine Gebote sind Wahrheit. 119:152 Aus deinen Vorschriften weiss ich seit langem, dass du sie fuer ewig bestimmt hast. 119:153 (Resch) Sieh mein Elend an, und rette mich; denn ich habe deine Weisung nicht vergessen. 119:154 Verschaff mir Recht, und erloese mich; nach deiner Weisung erhalte mein Leben! 119:155 Fern bleibt den Frevlern das Heil; denn sie fragen nicht nach deinen Gesetzen. 119:156 Herr, gross ist dein Erbarmen; durch deine Entscheide belebe mich! 119:157 Viele verfolgen und quaelen mich, doch von deinen Vorschriften weich ich nicht ab. 119:158 Wenn ich Abtruennige sehe, empfinde ich Abscheu, weil sie dein Wort nicht befolgen. 139,21 119:159 Sieh an, wie sehr ich deine Vorschriften liebe; Herr, in deiner Huld belebe mich! 119:160 Das Wesen deines Wortes ist Wahrheit, deine gerechten Urteile haben alle auf ewig Bestand. Joh 17,17 119:161 (Schin) Fuersten verfolgen mich ohne Grund, doch mein Herz fuerchtet nur dein Wort. 119:162 Ich freue mich ueber deine Verheissung wie einer, der reiche Beute gemacht hat. 119:163 Ich hasse die Luege, sie ist mir ein Greuel, doch deine Weisung habe ich lieb. 119:164 Siebenmal am Tag singe ich dein Lob wegen deiner gerechten Entscheide. 119:165 Alle, die deine Weisung lieben, empfangen Heil in Fuelle; es trifft sie kein Unheil. 119:166 Herr, ich hoffe auf deine Hilfe und befolge deine Gebote. Gen 49,18 119:167 Meine Seele beachtet, was du gebietest, und liebt es von Herzen. 119:168 Ich folge deinen Vorschriften und Befehlen; denn alle meine Wege (liegen offen) vor dir. Spr 5,21 119:169 (Taw) Herr, zu dir dringe mein Rufen. Gib mir Einsicht, getreu deinem Wort! 119:170 Mein Flehen komme vor dein Angesicht. Reiss mich heraus getreu deiner Verheissung! 88,3; 79,11 119:171 Meine Lippen sollen ueberstroemen von Lobpreis; denn du lehrst mich deine Gesetze. 119:172 Meine Zunge soll deine Verheissung besingen; denn deine Gebote sind alle gerecht. 119:173 Deine Hand sei bereit, mir zu helfen; denn ich habe mir deine Befehle erwaehlt. 119:174 Ich sehne mich, Herr, nach deiner Hilfe, und deine Weisung macht mich froh. 119:175 Lass meine Seele leben, damit sie dich preisen kann. Deine Entscheidungen moegen mir helfen. 119:176 Ich bin verirrt wie ein verlorenes Schaf. / Suche deinen Knecht! Denn deine Gebote habe ich nicht vergessen. Jes 53,6; Jer 50,6; Lk 15,4-7 120:1 Ein Hilferuf gegen Verleumder [Ein Wallfahrtslied.] Ich rief zum Herrn in meiner Not, und er hat mich erhoert. Jona 2,3 120:2 Herr, rette mein Leben vor Luegnern, rette es vor falschen Zungen! 12,3-5; Sir 51,2 120:3 Was soll er dir tun, was alles dir antun, du falsche Zunge? 120:4 Scharfe Pfeile von Kriegerhand und gluehende Ginsterkohlen dazu. 140,11 Vorschlag fuer die Psalmodie: und gluehende Kohlen dazu. 120:5 Weh mir, dass ich als Fremder in Meschech bin und bei den Zelten von Kedar wohnen muss! 120:6 Ich muss schon allzu lange wohnen bei Leuten, die den Frieden hassen. 35,20; 140,3 120:7 Ich verhalte mich friedlich; doch ich brauche nur zu reden, dann suchen sie Hader und Streit. Roem 12,18 Text korr.; H: Ich (bin) Friede. 121:1 Der Waechter Israels [Ein Wallfahrtslied.] Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Woher kommt mir Hilfe? 121:2 Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 124,8 121:3 Er laesst deinen Fuss nicht wanken; er, der dich behuetet, schlaeft nicht. 66,9; 1 Sam 2,9 121:4 Nein, der Hueter Israels schlaeft und schlummert nicht. 1 Koen 18,27 121:5 Der Herr ist dein Hueter, der Herr gibt dir Schatten; er steht dir zur Seite. 16,8; 73,23 121:6 Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden noch der Mond in der Nacht. Jes 25,4; 49,10 121:7 Der Herr behuete dich vor allem Boesen, er behuete dein Leben. 97,10; (7-8) Num 6,24-26 121:8 Der Herr behuete dich, wenn du fortgehst und wiederkommst, von nun an bis in Ewigkeit. Dtn 28,6; Tob 5,17 122:1 Ein Lied zur Wallfahrt nach Jerusalem [Ein Wallfahrtslied Davids.] Ich freute mich, als man mir sagte: "Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern." 42,5; Jes 2,3 122:2 Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: / Woertlich: Schon stehen unsere Fuesse in deinen Toren. 122:3 Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefuegt. 48,13f 122:4 Dorthin ziehen die Staemme hinauf, die Staemme des Herrn, / wie es Israel geboten ist, den Namen des Herrn zu preisen. Dtn 16,16 122:5 Denn dort stehen Throne bereit fuer das Gericht, die Throne des Hauses David. Dtn 17,8f; 1 Koen 7,7; 2 Chr 19,8 122:6 Erbittet fuer Jerusalem Frieden! Wer dich liebt, sei in dir geborgen. Tob 13,14 122:7 Friede wohne in deinen Mauern, in deinen Haeusern Geborgenheit. Woertlich: in seinen Palaesten Geborgenheit. 122:8 Wegen meiner Brueder und Freunde will ich sagen: In dir sei Friede. 122:9 Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, will ich dir Glueck erflehen. 26,8; 128,5 123:1 Aufblick zu Gott [Ein Wallfahrtslied.] Ich erhebe meine Augen zu dir, der du hoch im Himmel thronst. 141,8; 1 Koen 8,30 123:2 Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin, so schauen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott, bis er uns gnaedig ist. 25,15; 119,82 123:3 Sei uns gnaedig, Herr, sei uns gnaedig! Denn uebersatt sind wir vom Hohn der Spoetter, 41,6; Neh 3,36 123:4 uebersatt ist unsre Seele von ihrem Spott, von der Verachtung der Stolzen. Woertlich: uebersatt ist unsere Seele vom Spott der Uebermuetigen. 124:1 Israels Dank fuer die Befreiung [Ein Wallfahrtslied Davids.] Haette sich nicht der Herr fuer uns eingesetzt - so soll Israel sagen -, 124:2 haette sich nicht der Herr fuer uns eingesetzt, als sich gegen uns Menschen erhoben, 124:3 dann haetten sie uns lebendig verschlungen, als gegen uns ihr Zorn entbrannt war. Spr 1,12 124:4 Dann haetten die Wasser uns weggespuelt, haette sich ueber uns ein Wildbach ergossen. 42,8 124:5 Dann haetten sich ueber uns die Wasser ergossen, die wilden und wogenden Wasser. 124:6 Gelobt sei der Herr, der uns nicht ihren Zaehnen als Beute ueberliess. 124:7 Unsre Seele ist wie ein Vogel dem Netz des Jaegers entkommen; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei. Spr 6,5 124:8 Unsre Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. 121,2 In vielen Gebeten der katholischen Liturgie ist die herkoemmliche Uebersetzung gebraeuchlich: Unsere Hilfe ist im Namen des Herrn. 125:1 Gott, der Beschuetzer seines Volkes [Ein Wallfahrtslied.] Wer auf den Herrn vertraut, steht fest wie der Zionsberg, der niemals wankt, der ewig bleibt. Spr 10,30 125:2 Wie Berge Jerusalem rings umgeben, so ist der Herr um sein Volk, von nun an auf ewig. Dtn 32,10; Mt 28,20 125:3 Das Zepter des Frevlers soll nicht auf dem Erbland der Gerechten lasten, damit die Hand der Gerechten nicht nach Unrecht greift. 119,134 Woertlich: damit nicht auch die Gerechten ihre Haende nach Unrecht ausstrecken. 125:4 Herr, tu Gutes den Guten, den Menschen mit redlichem Herzen! 18,26f 125:5 Doch wer auf krumme Wege abbiegt, / den jage, Herr, samt den Frevlern davon! Frieden ueber Israel! 92,10 Text korr.; H: auf ihre krummen Wege. 126:1 Traenen und Jubel [Ein Wallfahrtslied.] Als der Herr das Los der Gefangenschaft Zions wendete, da waren wir alle wie Traeumende. 14,7 126:2 Da war unser Mund voll Lachen und unsere Zunge voll Jubel. Da sagte man unter den andern Voelkern: "Der Herr hat an ihnen Grosses getan." Ijob 8,21; Ez 36,36 126:3 Ja, Grosses hat der Herr an uns getan. Da waren wir froehlich. Lk 1,49 126:4 Wende doch, Herr, unser Geschick, wie du versiegte Baeche wieder fuellst im Suedland. Dtn 30,3 126:5 Die mit Traenen saeen, werden mit Jubel ernten. (5-6) Jes 25,8f; Bar 4,23; Mt 5,4; Joh 16,20; Offb 21,4; Joh 12,24 126:6 Sie gehen hin unter Traenen und tragen den Samen zur Aussaat. Sie kommen wieder mit Jubel und bringen ihre Garben ein. 127:1 Die Muehe des Menschen und der Segen Gottes [Ein Wallfahrtslied Salomos.] Wenn nicht der Herr das Haus baut, mueht sich jeder umsonst, der daran baut. Wenn nicht der Herr die Stadt bewacht, wacht der Waechter umsonst. Ijob 12,14; (1f) Mt 6,25-34 127:2 Es ist umsonst, dass ihr frueh aufsteht und euch spaet erst niedersetzt, um das Brot der Muehsal zu essen; denn der Herr gibt es den Seinen im Schlaf. Spr 3,24-26; 10,22; Sir 11,11 den Seinen: Text korr.; H: seinem Geliebten; andere Uebersetzungsmoeglichkeit: zu Recht gibt der Herr den Seinen den Schlaf. 127:3 Kinder sind eine Gabe des Herrn, die Frucht des Leibes ist sein Geschenk. 115,14; 128,3; Gen 33,5 127:4 Wie Pfeile in der Hand des Kriegers, so sind Soehne aus den Jahren der Jugend. 127:5 Wohl dem Mann, der mit ihnen den Koecher gefuellt hat! Beim Rechtsstreit mit ihren Feinden scheitern sie nicht. Ijob 5,4 Beim Rechtsstreit mit ihren Feinden, woertlich: Wenn sie reden mit Feinden im Tor. 128:1 Haussegen [Ein Wallfahrtslied.] Wohl dem Mann, der den Herrn fuerchtet und ehrt und der auf seinen Wegen geht! 112,1 128:2 Was deine Haende erwarben, kannst du geniessen; wohl dir, es wird dir gut ergehn. 112,3 kannst du geniessen: so mit G; H: fuerwahr, du kannst es geniessen. 128:3 Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau drinnen in deinem Haus. Wie junge Oelbaeume sind deine Kinder rings um deinen Tisch. 127,3; Ijob 29,5; Ps 144,12 128:4 So wird der Mann gesegnet, der den Herrn fuerchtet und ehrt. 128:5 Es segne dich der Herr vom Zion her. Du sollst dein Leben lang das Glueck Jerusalems schauen 134,3; (5-6) Gal 6,16 128:6 und die Kinder deiner Kinder seh'n. Frieden ueber Israel! Ijob 42,16 129:1 Hoffnung in der Bedraengnis [Ein Wallfahrtslied.] Sie haben mich oft bedraengt von Jugend auf, - so soll Israel sagen -, Woertlich: von meiner Jugend auf. 129:2 sie haben mich oft bedraengt von Jugend auf, doch sie konnten mich nicht bezwingen. 118,13; Joh 16,33 129:3 Die Pflueger haben auf meinem Ruecken gepfluegt, ihre langen Furchen gezogen. 66,12; Jes 51,23 129:4 Doch der Herr ist gerecht, er hat die Stricke der Frevler zerhauen. 129:5 Beschaemt sollen alle weichen, alle, die Zion hassen. 129:6 Sie sollen wie das Gras auf den Daechern sein, das verdorrt, noch bevor man es ausreisst. Jes 37,27 129:7 Kein Schnitter kann seine Hand damit fuellen, kein Garbenbinder den Arm. 129:8 Keiner, der voruebergeht, wird sagen: / "Der Segen des Herrn sei mit euch." - Wir aber segnen euch im Namen des Herrn. Rut 2,4 130:1 Bitte in tiefer Not [Ein Wallfahrtslied.] Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: Jona 2,3 130:2 Herr, hoere meine Stimme! Wende dein Ohr mir zu, achte auf mein lautes Flehen! 5,2f 130:3 Wuerdest du, Herr, unsere Suenden beachten, Herr, wer koennte bestehen? 143,2; Nah 1,6 130:4 Doch bei dir ist Vergebung, damit man in Ehrfurcht dir dient. 32,1; Jes 55,7; Mi 7,18 130:5 Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort. 119,81 130:6 Meine Seele wartet auf den Herrn mehr als die Waechter auf den Morgen. Mehr als die Waechter auf den Morgen Jes 21,11 130:7 soll Israel harren auf den Herrn. Denn beim Herrn ist die Huld, bei ihm ist Erloesung in Fuelle. Jes 30,18; (7-8) Kap 25,22; Mt 1,21 130:8 Ja, er wird Israel erloesen von all seinen Suenden. 131:1 Der Frieden in Gott [Ein Wallfahrtslied.] Herr, mein Herz ist nicht stolz, nicht hochmuetig blicken meine Augen. Ich gehe nicht um mit Dingen, die mir zu wunderbar und zu hoch sind. Sir 3,21; 23,4; 1 Petr 5,5 131:2 Ich liess meine Seele ruhig werden und still; wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir. 62,2 131:3 Israel, harre auf den Herrn von nun an bis in Ewigkeit! 130,7 132:1 Die Erwaehlung Davids und des Zion [Ein Wallfahrtslied.] O Herr, denk an David, denk an all seine Muehen, 132:2 wie er dem Herrn geschworen, dem starken Gott Jakobs gelobt hat: 132:3 "Nicht will ich mein Zelt betreten noch mich zur Ruhe betten, (3-5) 2 Sam 7,1f; 1 Chr 28,2 132:4 nicht Schlaf den Augen goennen noch Schlummer den Lidern, 132:5 bis ich eine Staette finde fuer den Herrn, eine Wohnung fuer den starken Gott Jakobs." 132:6 Wir hoerten von seiner Lade in Efrata, fanden sie im Gefilde von J\E1ar. 1 Sam 7,1; 2 Sam 6,2 von seiner Lade, woertlich: von ihr. 132:7 Lasst uns hingehen zu seiner Wohnung und niederfallen vor dem Schemel seiner Fuesse! 99,5 132:8 Erheb dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe, du und deine machtvolle Lade! Num 10,35f; (8-10) 2 Chr 6,41f 132:9 Deine Priester sollen sich bekleiden mit Gerechtigkeit, und deine Frommen sollen jubeln. Ijob 29,14 132:10 Weil David dein Knecht ist, weise deinen Gesalbten nicht ab! 132:11 Der Herr hat David geschworen, einen Eid, den er niemals brechen wird: "Einen Spross aus deinem Geschlecht will ich setzen auf deinen Thron. 89,4f Woertlich: (Einen) von deiner Leibesfrucht. 132:12 Wenn deine Soehne meinen Bund bewahren, mein Zeugnis, das ich sie lehre, dann sollen auch ihre Soehne auf deinem Thron sitzen fuer immer." 132:13 Denn der Herr hat den Zion erwaehlt, ihn zu seinem Wohnsitz erkoren: 68,17; 76,3; 78,68 132:14 "Das ist fuer immer der Ort meiner Ruhe; hier will ich wohnen, ich hab' ihn erkoren. 1 Koen 8,13 132:15 Zions Nahrung will ich reichlich segnen, mit Brot seine Armen saettigen. Zions Nahrung, woertlich: Seine Nahrung. 132:16 Seine Priester will ich bekleiden mit Heil, seine Frommen sollen jauchzen und jubeln. 132,9; Jes 61,10 132:17 Dort lasse ich Davids Macht erstarken und stelle fuer meinen Gesalbten ein Licht auf. 1 Koen 11,36; Lk 1,69 132:18 Ich bedecke seine Feinde mit Schande; doch auf ihm erglaenzt seine Krone." 133:1 Ein Lob der bruederlichen Eintracht [Ein Wallfahrtslied Davids.] Seht doch, wie gut und schoen ist es, wenn Brueder miteinander in Eintracht wohnen. Gen 13,8 133:2 Das ist wie koestliches Salboel, / das vom Kopf hinabfliesst auf den Bart, auf Aarons Bart, das auf sein Gewand hinabfliesst. Ex 29,7; 30,25.30 Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: in den Bart Aarons, der hinuntergeht bis zum Saum seines Gewandes. 133:3 Das ist wie der Tau des Hermon, / der auf den Berg Zion niederfaellt. Denn dort spendet der Herr Segen und Leben in Ewigkeit. Dtn 28,8 134:1 Naechtliches Loblied im Tempel [Ein Wallfahrtslied.] Wohlan, nun preiset den Herrn, all ihr Knechte des Herrn, die ihr steht im Haus' des Herrn, zu naechtlicher Stunde. 135,1f 134:2 Erhebt eure Haende zum Heiligtum, und preis't den Herrn! 28,2 134:3 Es segne dich der Herr vom Zion her, (der Herr,) der Himmel und Erde gemacht hat. 128,5; 115,15 135:1 Loblied auf Gottes Wirken in Schoepfung und Geschichte Halleluja! Lob't den Namen des Herrn, lobt ihn, ihr Knechte des Herrn, 113,1 135:2 die ihr steht im Haus' des Herrn, in den Vorhoefen am Haus unsres Gottes. 135:3 Lobt den Herrn, denn der Herr ist guetig. Singt und spielt seinem Namen, denn er ist freundlich. 135:4 Der Herr hat sich Jakob erwaehlt, Israel wurde sein Eigentum. 33,12 135:5 Ja, das weiss ich: Gross ist der Herr, unser Herr ist groesser als alle Goetter. 95,3; 136,2f 135:6 Alles, was dem Herrn gefaellt, vollbringt er, im Himmel, auf der Erde, in den Meeren, in allen Tiefen. 115,3 135:7 Er fuehrt Wolken herauf vom Ende der Erde, / er laesst es blitzen und regnen, aus seinen Kammern holt er den Sturmwind hervor. Jer 10,13; Ijob 37,9 135:8 Er erschlug Aegyptens Erstgeburt, bei Menschen und beim Vieh. 78,51 135:9 Gegen dich, Aegypten, sandte er Zeichen und Wunder, gegen den Pharao und all seine Knechte. 78,42-51 Woertlich: In deine Mitte, Aegypten. 135:10 Er schlug viele Voelker nieder und toetete maechtige Koenige: (10-12) 136,17-22; Num 21,21-24.33-35 135:11 Sihon, den Koenig der Amoriter, / Og, den Koenig von Baschan, und alle Reiche Kanaans. 135:12 Ihr Land gab er Israel zum Erbe, zum Erbe Israel, seinem Volk. Jos 11,23 135:13 Herr, dein Name waehrt ewig, das Gedenken an dich, Herr, dauert von Geschlecht zu Geschlecht. 102,13 135:14 Denn der Herr verschafft Recht seinem Volk; er hat mit seinen Knechten Mitleid. Dtn 32,36 135:15 Die Goetzen der Heiden sind nur Silber und Gold, ein Machwerk von Menschenhand. (15-18) 115,4-6.8 135:16 Sie haben einen Mund und reden nicht, Augen und sehen nicht; 135:17 sie haben Ohren und hoeren nicht; auch ist kein Hauch in ihrem Mund. 135:18 Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machwerk gleichen, alle, die den Goetzen vertrauen. 135:19 Haus Israel, preise den Herrn! Haus Aaron, preise den Herrn! (19-20) 115,9-11 135:20 Haus Levi, preise den Herrn! Alle, die ihr den Herrn fuerchtet, preist den Herrn! 135:21 Gepriesen sei der Herr auf Zion, er, der thront in Jerusalem. Halleluja! 136:1 Danklitanei fuer Gottes ewige Huld Dank't dem Herrn, denn er ist guetig, denn seine Huld waehrt ewig! 107,1 136:2 Dank't dem Gott aller Goetter, denn seine Huld waehrt ewig! 82,1; 86,8; 89,7-9; 95,3; 97,9; 135,5; Ex 18,11; Dtn 10,17; Dan 2,47 136:3 Dank't dem Herrn aller Herren, denn seine Huld waehrt ewig! 136:4 Der allein grosse Wunder tut, denn seine Huld waehrt ewig, 72,18; Ex 15,11 136:5 der den Himmel geschaffen hat in Weisheit, denn seine Huld waehrt ewig, Spr 3,19; Jer 10,12 136:6 der die Erde ueber den Wassern gegruendet hat, denn seine Huld waehrt ewig, 24,2 136:7 der die grossen Leuchten gemacht hat, denn seine Huld waehrt ewig, (7-9) Gen 1,14-18; Jer 31,35 136:8 die Sonne zur Herrschaft ueber den Tag, denn seine Huld waehrt ewig, 136:9 Mond und Sterne zur Herrschaft ueber die Nacht, denn seine Huld waehrt ewig. 136:10 Der die Erstgeburt der Aegypter schlug, denn seine Huld waehrt ewig, 78,51 136:11 und Israel herausfuehrte aus ihrer Mitte, denn seine Huld waehrt ewig, (11-15) 78,52f 136:12 mit starker Hand und erhobenem Arm, denn seine Huld waehrt ewig, 136:13 der das Schilfmeer zerschnitt in zwei Teile, denn seine Huld waehrt ewig, 136:14 und Israel hindurchfuehrte zwischen den Wassern, denn seine Huld waehrt ewig, Woertlich: und Israel hindurchfuehrte durch seine Mitte. 136:15 und den Pharao ins Meer stuerzte samt seinem Heer, denn seine Huld waehrt ewig. Woertlich: und den Pharao ins Schilfmeer stuerzte. 136:16 Der sein Volk durch die Wueste fuehrte, denn seine Huld waehrt ewig, 136:17 der grosse Koenige schlug, denn seine Huld waehrt ewig, (17-22) 135,10-12 136:18 und maechtige Koenige toetete, denn seine Huld waehrt ewig, 136:19 Sihon, den Koenig der Amoriter, denn seine Huld waehrt ewig, 136:20 und Og, den Koenig von Baschan, denn seine Huld waehrt ewig, 136:21 und der ihr Land zum Erbe gab, denn seine Huld waehrt ewig, 44,3 136:22 der es Israel gab, seinem Knecht, denn seine Huld waehrt ewig. Woertlich: als Erbe fuer Israel, seinen Knecht. 136:23 Der an uns dachte in unsrer Erniedrigung, denn seine Huld waehrt ewig, Lk 1,48 136:24 und uns den Feinden entriss, denn seine Huld waehrt ewig, 106,43f; Lk 1,71 136:25 der allen Geschoepfen Nahrung gibt, denn seine Huld waehrt ewig. 145,15f 136:26 Dank't dem Gott des Himmels, denn seine Huld waehrt ewig. 137:1 Heimweh nach dem Zion in der Verbannung An den Stroemen von Babel, / da sassen wir und weinten, wenn wir an Zion dachten. Ez 3,15; Klgl 3,48 137:2 Wir haengten unsere Harfen an die Weiden in jenem Land. Klgl 5,14 137:3 Dort verlangten von uns die Zwingherren Lieder, / unsere Peiniger forderten Jubel: "Singt uns Lieder vom Zion!" 137:4 Wie koennten wir singen die Lieder des Herrn, fern, auf fremder Erde? 137:5 Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren. Jer 51,50 Text korr.; H: dann soll meine rechte Hand (die Kunst des Spielens) vergessen. 137:6 Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, / wenn ich an dich nicht mehr denke, wenn ich Jerusalem nicht zu meiner hoechsten Freude erhebe. 22,16 137:7 Herr, vergiss den Soehnen Edoms nicht den Tag von Jerusalem; sie sagten: "Reisst nieder, bis auf den Grund reisst es nieder!" Klgl 4,21f; Ez 25,12-14; 35; Obd 8-15 7-9: Zu diesem Fluch vgl. die Anmerkung zu 109,1-31. Hier geht es aber um uebermaechtige feindliche Voelker. 137:8 Tochter Babel, du Zerstoererin! Wohl dem, der dir heimzahlt, was du uns getan hast! Jes 14,22; Jer 50; 51 du Zerstoererin: H: du zu Verwuestende. 137:9 Wohl dem, der deine Kinder packt und sie am Felsen zerschmettert! Jes 13,16.18; Hos 14,1; Roem 12,19 138:1 Dank fuer Gottes Hilfe [Von David.] Ich will dir danken aus ganzem Herzen, dir vor den Engeln singen und spielen; 7,18; 9,2; 111,1 138:2 ich will mich niederwerfen zu deinem heiligen Tempel hin und deinem Namen danken fuer deine Huld und Treue. Denn du hast die Worte meines Mundes gehoert, deinen Namen und dein Wort ueber alles verherrlicht. 5,8; Dan 6,11 Ergaenzt aus G; dort steht dieser Satz in V. 1. Text korr.; H etwa: du hast Versprechen gemacht, die deinen Namen uebersteigen. 138:3 Du hast mich erhoert an dem Tag, als ich rief; du gabst meiner Seele grosse Kraft. Nach G; H: du machtest mich ungestuem. 138:4 Dich sollen preisen, Herr, alle Koenige der Welt, wenn sie die Worte deines Mundes vernehmen. 68,33; Jes 2,3 138:5 Sie sollen singen von den Wegen des Herrn; denn gross ist die Herrlichkeit des Herrn. 138:6 Ja, der Herr ist erhaben; / doch er schaut auf die Niedrigen, und die Stolzen erkennt er von fern. Jes 57,15; Lk 1,51f 138:7 Gehe ich auch mitten durch grosse Not: du erhaeltst mich am Leben. Du streckst die Hand aus gegen meine wuetenden Feinde, und deine Rechte hilft mir. 23,4 138:8 Der Herr nimmt sich meiner an. / Herr, deine Huld waehrt ewig. Lass nicht ab vom Werk deiner Haende! 139:1 Der Mensch vor dem allwissenden Gott [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich. / 33,15; 44,22; Jer 12,3 139:2 Ob ich sitze oder stehe, du weisst von mir. Von fern erkennst du meine Gedanken. 2 Koen 19,27; Ijob 31,4 139:3 Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; du bist vertraut mit all meinen Wegen. es ist dir bekannt, woertlich: du pruefst es; oder: du misst es. 139:4 Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge - du, Herr, kennst es bereits. 139:5 Du umschliesst mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich. Ijob 1,10 Woertlich: Du umschliesst mich von hinten und von vorn. 139:6 Zu wunderbar ist fuer mich dieses Wissen, zu hoch, ich kann es nicht begreifen. 92,6; 131,1; Roem 11,33 139:7 Wohin koennte ich fliehen vor deinem Geist, wohin mich vor deinem Angesicht fluechten? (7-10) Ijob 23,8f; Sir 16,17f; Jer 23,23f; Am 9,2f 139:8 Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen. Ijob 11,8 139:9 Nehme ich die Fluegel des Morgenrots und lasse mich nieder am aeussersten Meer, Jona 1,3 139:10 auch dort wird deine Hand mich ergreifen und deine Rechte mich fassen. mich ergreifen: Text korr.; H: mich leiten. 139:11 Wuerde ich sagen: "Finsternis soll mich bedecken, / statt Licht soll Nacht mich umgeben", (11-12) Ijob 26,6; 34,22; Dan 2,22 Text korr. nach den Uebersetzungen von Symmachus und Hieronymus; H: Finsternis soll mich zermalmen. 139:12 auch die Finsternis waere fuer dich nicht finster, die Nacht wuerde leuchten wie der Tag, die Finsternis waere wie Licht. 139:13 Denn du hast mein Inneres geschaffen, mich gewoben im Schoss meiner Mutter. (13-15) Ijob 10,8-11; Weish 7,1f 139:14 Ich danke dir, dass du mich so wunderbar gestaltet hast. Ich weiss: Staunenswert sind deine Werke. Text korr. nach G, S und Hieronymus. 139:15 Als ich geformt wurde im Dunkeln, / kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde, waren meine Glieder dir nicht verborgen. Ijob 1,21 139:16 Deine Augen sahen, wie ich entstand, in deinem Buch war schon alles verzeichnet; meine Tage waren schon gebildet, als noch keiner von ihnen da war. 69,29; Ijob 14,5 Text korr.; H ist unklar. 139:17 Wie schwierig sind fuer mich, o Gott, deine Gedanken, wie gewaltig ist ihre Zahl! 92,6; Ijob 11,7 139:18 Wollte ich sie zaehlen, es waeren mehr als der Sand. Kaeme ich bis zum Ende, waere ich noch immer bei dir. 40,6; Sir 18,5-7 Kaeme ich bis zum Ende: Text korr.; H: Erwachte ich. 139:19 Wolltest du, Gott, doch den Frevler toeten! Ihr blutgierigen Menschen, lasst ab von mir! 119,115 139:20 Sie reden ueber dich voll Tuecke und missbrauchen deinen Namen. deinen Namen: Text korr.; H: deine Staedte; oder: deine Feinde. 139:21 Soll ich die nicht hassen, Herr, die dich hassen, die nicht verabscheuen, die sich gegen dich erheben? 139:22 Ich hasse sie mit gluehendem Hass; auch mir sind sie zu Feinden geworden. 139:23 Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz, pruefe mich, und erkenne mein Denken! 17,3; 26,2 139:24 Sieh her, ob ich auf dem Weg bin, der dich kraenkt, und leite mich auf dem altbewaehrten Weg! 25,4 140:1 Hilferuf zu Gott, dem Anwalt des Armen [Fuer den Chormeister. Ein Psalm Davids.] 140:2 Rette mich, Herr, vor boesen Menschen, vor gewalttaetigen Leuten schuetze mich! 71,4 140:3 Denn sie sinnen in ihrem Herzen auf Boeses, jeden Tag schueren sie Streit. 140:4 Wie die Schlangen haben sie scharfe Zungen und hinter den Lippen Gift wie die Nattern. [Sela] 55,22; 58,5; Roem 3,13 140:5 Behuete mich, Herr, vor den Haenden der Frevler, / vor gewalttaetigen Leuten schuetze mich, die darauf sinnen, mich zu Boden zu stossen. Woertlich: darauf sinnen, meine Schritte zu Fall zu bringen. 140:6 Hochmuetige legen mir heimlich Schlingen, / Boese spannen ein Netz aus, stellen mir Fallen am Wegrand. [Sela] 57,7; 141,9; 142,4; Ijob 18,8 Text korr. 140:7 Ich sage zum Herrn: Du bist mein Gott. Vernimm, o Herr, mein lautes Flehen! 31,15 140:8 Herr, mein Gebieter, meine starke Hilfe, du beschirmst mein Haupt am Tag des Kampfes. 140:9 Herr, erfuelle nicht die Wuensche des Frevlers, lass seine Plaene nicht gelingen! [Sela] 9f: Text korr. durch Verschiebung der Versgrenze und Wiederholung der Negation von V. 9 in V. 10. 140:10 Die mich umzingeln, sollen das Haupt nicht erheben; die Bosheit ihrer Lippen treffe sie selbst. 7,17 140:11 Er lasse gluehende Kohlen auf sie regnen, / er stuerze sie hinab in den Abgrund, so dass sie nie wieder aufstehn. 11,6; 120,4; Num 16,31f 140:12 Der Verleumder soll nicht bestehen im Land, den Gewalttaetigen treffe das Unglueck Schlag auf Schlag. 140:13 Ich weiss, der Herr fuehrt die Sache des Armen, er verhilft den Gebeugten zum Recht. 9,19; 34,7 Woertlich: er richtet den Gebeugten nach dem Armenrecht. 140:14 Deinen Namen preisen nur die Gerechten; vor deinem Angesicht duerfen nur die Redlichen bleiben. 11,7 141:1 Bitte um Bewahrung vor Suende [Ein Psalm Davids.] Herr, ich rufe zu dir. Eile mir zu Hilfe; hoere auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe. 141:2 Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf; als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Haende erhebe. 134,2; Ex 30,7f; Jdt 9,1; Num 28,4 141:3 Herr, stell eine Wache vor meinen Mund, eine Wehr vor das Tor meiner Lippen! 39,2; Jak 3,5f 141:4 Gib, dass mein Herz sich boesen Worten nicht zuneigt, dass ich nichts tue, was schaendlich ist, zusammen mit Menschen, die Unrecht tun. Von ihren Leckerbissen will ich nicht kosten. 141:5 Der Gerechte mag mich schlagen aus Guete: Wenn er mich bessert, ist es Salboel fuer mein Haupt; da wird sich mein Haupt nicht straeuben. Ist er in Not, will ich stets fuer ihn beten. Spr 9,8; 27,5f Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Denn stets (wird laut) mein Gebet trotz ihrer Bosheit, oder: wenn es ihnen schlecht geht . . . 141:6 Haben ihre Richter sich auch die Felsen hinabgestuerzt, sie sollen hoeren, dass mein Wort fuer sie freundlich ist. H ist unverstaendlich. 141:7 Wie wenn man Furchen zieht und das Erdreich aufreisst, so sind unsre Glieder hingestreut an den Rand der Unterwelt. 141:8 Mein Herr und Gott, meine Augen richten sich auf dich; bei dir berge ich mich. Giess mein Leben nicht aus! (8-9) 25,15 141:9 Vor der Schlinge, die sie mir legten, bewahre mich, vor den Fallen derer, die Unrecht tun! 140,6 141:10 Die Frevler sollen sich in ihren eigenen Netzen fangen, waehrend ich heil entkomme. 7,16 142:1 Hilferuf in schwerer Bedraengnis [Ein Weisheitslied Davids, als er in der Hoehle war. Ein Gebet.] 63,1 142:2 Mit lauter Stimme schrei' ich zum Herrn, laut flehe ich zum Herrn um Gnade. 142:3 Ich schuette vor ihm meine Klagen aus, eroeffne ihm meine Not. 142:4 Wenn auch mein Geist in mir verzagt, du kennst meinen Pfad. Auf dem Weg, den ich gehe, legten sie mir Schlingen. 143,4; 140,6 142:5 Ich blicke nach rechts und schaue aus, doch niemand ist da, der mich beachtet. Mir ist jede Zuflucht genommen, niemand fragt nach meinem Leben. 142:6 Herr, ich schreie zu dir, / ich sage: Meine Zuflucht bist du, mein Anteil im Land der Lebenden. 91,2; 73,26; 27,13 142:7 Vernimm doch mein Flehen; denn ich bin arm und elend. Meinen Verfolgern entreiss mich; sie sind viel staerker als ich. Woertlich: denn ich bin sehr schwach. 142:8 Fuehre mich heraus aus dem Kerker, damit ich deinen Namen preise. Die Gerechten scharen sich um mich, weil du mir Gutes tust. 88,9 143:1 Gebet um Kraft und Hilfe gegen Feinde [Ein Psalm Davids.] Herr, hoere mein Gebet, vernimm mein Flehen; in deiner Treue erhoere mich, in deiner Gerechtigkeit! 143:2 Geh mit deinem Knecht nicht ins Gericht; denn keiner, der lebt, ist gerecht vor dir. 130,3; Ijob 4,17; 9,2; 25,4; Koh 7,20 143:3 Der Feind verfolgt mich, tritt mein Leben zu Boden, er laesst mich in der Finsternis wohnen wie laengst Verstorbene. Klgl 3,6 143:4 Mein Geist verzagt in mir, mir erstarrt das Herz in der Brust. 142,4; Ijob 17,1 143:5 Ich denke an die vergangenen Tage, / sinne nach ueber all deine Taten, erwaege das Werk deiner Haende. 77,6-13 143:6 Ich breite die Haende aus (und bete) zu dir; meine Seele duerstet nach dir wie lechzendes Land. [Sela] 42,2 143:7 Herr, erhoere mich bald, denn mein Geist wird muede; verbirg dein Antlitz nicht vor mir, damit ich nicht werde wie Menschen, die laengst begraben sind. 69,18; 102,3; 28,1; 88,5 Woertlich: die hinabgestiegen sind zur Grube. 143:8 Lass mich deine Huld erfahren am fruehen Morgen; denn ich vertraue auf dich. Zeig mir den Weg, den ich gehen soll; denn ich erhebe meine Seele zu dir. 90,14; 25,1f 143:9 Herr, entreiss mich den Feinden! Zu dir nehme ich meine Zuflucht. meine Zuflucht: Text korr. nach G. 143:10 Lehre mich, deinen Willen zu tun; denn du bist mein Gott. Dein guter Geist leite mich auf ebenem Pfad. 119,1 Text korr.; H: leite mich auf ebenem Land. 143:11 Um deines Namens willen, Herr, erhalt mich am Leben, fuehre mich heraus aus der Not in deiner Gerechtigkeit! 143:12 Vertilge in deiner Huld meine Feinde, / lass all meine Gegner untergehn! Denn ich bin dein Knecht. 54,7 144:1 Danklied auf das Glueck des Gottesvolkes [Von David] Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, der meine Haende den Kampf gelehrt hat, meine Finger den Krieg. 18,35; 92,16 144:2 Du bist meine Huld und Burg, meine Festung, mein Retter, mein Schild, dem ich vertraue. Er macht mir Voelker untertan. 3,4; 18,3.48 mir Voelker: Text korr.; H: mein Volk. 144:3 Herr, was ist der Mensch, dass du dich um ihn kuemmerst, des Menschen Kind, dass du es beachtest? 8,5; Ijob 7,17 144:4 Der Mensch gleicht einem Hauch, seine Tage sind wie ein fluechtiger Schatten. 39,6f; 90,9 144:5 Herr, neig deinen Himmel, und steig herab, ruehre die Berge an, so dass sie rauchen. 104,32; Jes 63,19; (5-7) Kap 18,10-17 144:6 Schleudre Blitze, und zerstreue die Feinde, schiess deine Pfeile ab, und jag sie dahin! 144:7 Streck deine Haende aus der Hoehe herab, und befreie mich; / reiss mich heraus aus gewaltigen Wassern, aus der Hand der Fremden! 144:8 Alles, was ihr Mund sagt, ist Luege, Meineide schwoert ihre Rechte. 144:9 Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen, auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen, 33,3 144:10 der du den Koenigen den Sieg verleihst und David, deinen Knecht, errettest. Vor dem boesen Schwert 18,51 Text korr.; H: David, seinen Knecht. 144:11 errette mich, entreiss mich der Hand der Fremden! Alles, was ihr Mund sagt, ist Luege, Meineide schwoert ihre Rechte. 144:12 Unsre Soehne seien wie junge Baeume, hochgewachsen in ihrer Jugend, unsre Toechter wie schlanke Saeulen, die geschnitzt sind fuer den Tempel. 128,3; Ijob 42,15 144:13 Unsre Speicher seien gefuellt, ueberquellend von vielerlei Vorrat; unsre Herden moegen sich tausendfach mehren, vieltausendfach auf unsren Fluren. 107,37f 144:14 Unsre Kuehe moegen tragen, ohne zu verwerfen und ohne Unfall; kein Wehgeschrei werde laut auf unsern Strassen. Andere Uebersetzungsmoeglichkeit: Unsere Gaue ohne Lasten, kein Durchbruch und kein Auszug, kein Geschrei auf unseren Plaetzen. 144:15 Wohl dem Volk, dem es so ergeht, gluecklich das Volk, dessen Gott der Herr ist! 33,12 145:1 Lobpreis der Groesse und Guete Gottes [Ein Loblied Davids.] Ich will dich ruehmen, mein Gott und Koenig, und deinen Namen preisen immer und ewig; 145:2 ich will dich preisen Tag fuer Tag und deinen Namen loben immer und ewig. 34,2; 68,20 145:3 Gross ist der Herr und hoch zu loben, seine Groesse ist unerforschlich. 95,3 145:4 Ein Geschlecht verkuende dem andern den Ruhm deiner Werke und erzaehle von deinen gewaltigen Taten. 78,4 145:5 Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden; ich will deine Wunder besingen. 145:6 Sie sollen sprechen von der Gewalt deiner erschreckenden Taten; ich will von deinen grossen Taten berichten. 145:7 Sie sollen die Erinnerung an deine grosse Guete wecken und ueber deine Gerechtigkeit jubeln. 145:8 Der Herr ist gnaedig und barmherzig, langmuetig und reich an Gnade. 116,5 145:9 Der Herr ist guetig zu allen, sein Erbarmen waltet ueber all seinen Werken. 103,13; Weish 11,24 145:10 Danken sollen dir, Herr, all deine Werke und deine Frommen dich preisen. 103,22 145:11 Sie sollen von der Herrlichkeit deines Koenigtums reden, sollen sprechen von deiner Macht, (11-13) 24,7-10 145:12 den Menschen deine machtvollen Taten verkuenden und den herrlichen Glanz deines Koenigtums. Text korr. nach G und S; H: seine machtvollen Taten. 145:13 Dein Koenigtum ist ein Koenigtum fuer ewige Zeiten, deine Herrschaft waehrt von Geschlecht zu Geschlecht. [Der Herr ist treu in all seinen Worten, voll Huld in all seinen Taten] Der eingeklammerte Textteil fehlt in H; Rekonstruktion nach G, S und Vg. 145:14 Der Herr stuetzt alle, die fallen, und richtet alle Gebeugten auf. 94,18; 146,8 145:15 Aller Augen warten auf dich, und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit. (15-16) 104,27f; 136,25 145:16 Du oeffnest deine Hand und saettigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen. Mt 6,25f 145:17 Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, voll Huld in all seinen Werken. Dtn 32,4 145:18 Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, allen, die zu ihm aufrichtig rufen. Dtn 4,7; Jes 55,6; 58,9; Jer 29,13 145:19 Die Wuensche derer, die ihn fuerchten, erfuellt er, er hoert ihr Schreien und rettet sie. 34,18; Spr 10,24; Joh 9,31 145:20 Alle, die ihn lieben, behuetet der Herr, doch alle Frevler vernichtet er. Ri 5,31 145:21 Mein Mund verkuende das Lob des Herrn. Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und ewig! Sir 39,35 146:1 Preislied auf Gott, den Herrn und Helfer Israels Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele! / 146:2 Ich will den Herrn loben, solange ich lebe, meinem Gott singen und spielen, solange ich da bin. 7,18; 104,33 146:3 Verlasst euch nicht auf Fuersten, auf Menschen, bei denen es doch keine Hilfe gibt. 118,8f 146:4 Haucht der Mensch sein Leben aus / und kehrt er zurueck zur Erde, dann ist es aus mit all seinen Plaenen. 90,3; 103,14; 104,29; Gen 3,19; Ijob 10,9; Koh 12,7 Woertlich: an jenem Tag ist es aus. 146:5 Wohl dem, dessen Halt der Gott Jakobs ist und der seine Hoffnung auf den Herrn, seinen Gott, setzt. Jer 17,7 146:6 Der Herr hat Himmel und Erde gemacht, / das Meer und alle Geschoepfe; er haelt ewig die Treue. Apg 4,24; 14,15 Woertlich: das Meer und alles, was in ihnen ist. 146:7 Recht verschafft er den Unterdrueckten, / den Hungernden gibt er Brot; der Herr befreit die Gefangenen. 103,6; 68,7; Jes 61,1 146:8 Der Herr oeffnet den Blinden die Augen, er richtet die Gebeugten auf. 145,14 146:9 Der Herr beschuetzt die Fremden und verhilft den Waisen und Witwen zu ihrem Recht. Der Herr liebt die Gerechten, doch die Schritte der Frevler leitet er in die Irre. 10,18 In H steht dieser Versteil am Ende von V. 8. 146:10 Der Herr ist Koenig auf ewig, dein Gott, Zion, herrscht von Geschlecht zu Geschlecht. Halleluja! 24,7-10 147:1 Bekenntnis zu Gott, dem Retter Israels Halleluja! Gut ist es, unser'm Gott zu singen; schoen ist es, ihn zu loben. 92,2 147:2 Der Herr baut Jerusalem wieder auf, er sammelt die Versprengten Israels. 51,20; Jes 11,12; Jer 31,10 147:3 Er heilt die gebrochenen Herzen und verbindet ihre schmerzenden Wunden. Ijob 5,18; Jes 61,1; Jer 33,6 147:4 Er bestimmt die Zahl der Sterne und ruft sie alle mit Namen. Jes 40,26; Bar 3,34f 147:5 Gross ist unser Herr und gewaltig an Kraft, unermesslich ist seine Weisheit. 145,3; Jes 40,28 147:6 Der Herr hilft den Gebeugten auf und erniedrigt die Frevler. 145,14; 75,8; Lk 1,52 erniedrigt die Frevler: H fuegt hinzu: bis zum Boden. 147:7 Stimmt dem Herrn ein Danklied an, spielt unser'm Gott auf der Harfe! 147:8 Er bedeckt den Himmel mit Wolken, / spendet der Erde Regen und laesst Gras auf den Bergen spriessen. 104,11-14; Ijob 5,10; Jer 14,22; Jo\EBl 2,23 147:9 Er gibt dem Vieh seine Nahrung, gibt den jungen Raben, wonach sie schreien. Ijob 38,41; Lk 12,24 147:10 Er hat keine Freude an der Kraft des Pferdes, kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes. (10-11) 20,8; 1 Sam 16,7 147:11 Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fuerchten und ehren, die voll Vertrauen warten auf seine Huld. 147:12 Dank fuer Gottes Guete Jerusalem, preise den Herrn, lobsinge, Zion, deinem Gott! Jer 33,10f 147:13 Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, die Kinder in deiner Mitte gesegnet; 147:14 er verschafft deinen Grenzen Frieden, und saettigt dich mit bestem Weizen. 81,17 147:15 Er sendet sein Wort zur Erde, rasch eilt sein Befehl dahin. 33,9; Weish 18,15 147:16 Er spendet Schnee wie Wolle, streut den Reif aus wie Asche. (15-18) Ijob 38,20-30 147:17 Eis wirft er herab in Brocken, vor seiner Kaelte erstarren die Wasser. Ijob 37,10 Text korr.; H: Wer wird bestehen vor seinem Frost? 147:18 Er sendet sein Wort aus, und sie schmelzen, er laesst den Wind wehen, dann rieseln die Wasser. 147:19 Er verkuendet Jakob sein Wort, Israel seine Gesetze und Rechte. 78,5; (19-20) Dtn 4,8 147:20 An keinem andern Volk hat er so gehandelt, keinem sonst seine Rechte verkuendet. Halleluja! Text korr.; H: und seine Rechte lernten sie nicht kennen. 148:1 Danklitanei auf Gott, den Schoepfer und Herrn Halleluja! Lob't den Herrn vom Himmel her, lobt ihn in den Hoehen: Lk 2,13; (1-4) Kap 103,20-22; Ijob 38,7 148:2 Lobt ihn, all seine Engel, lobt ihn, all seine Scharen; 148:3 lobt ihn, Sonne und Mond, lobt ihn, all ihr leuchtenden Sterne; 148:4 lobt ihn, alle Himmel und ihr Wasser ueber dem Himmel! 148:5 Loben sollen sie den Namen des Herrn; denn er gebot, und sie waren erschaffen. 33,9 148:6 Er stellte sie hin fuer immer und ewig, er gab ihnen ein Gesetz, das sie nicht uebertreten. 119,91; Jer 31,35f 148:7 Lob't den Herrn, ihr auf der Erde, ihr Seeungeheuer und all ihr Tiefen, 148:8 Feuer und Hagel, Schnee und Nebel, du Sturmwind, der sein Wort vollzieht, 148:9 ihr Berge und all ihr Huegel, ihr Fruchtbaeume und alle Zedern, Jes 44,23 148:10 ihr wilden Tiere und alles Vieh, Kriechtiere und gefiederte Voegel, 148:11 ihr Koenige der Erde und alle Voelker, ihr Fuersten und alle Richter auf Erden, 148:12 ihr jungen Maenner und auch ihr Maedchen, ihr Alten mit den Jungen! 148:13 Loben sollen sie den Namen des Herrn; / denn sein Name allein ist erhaben, seine Hoheit strahlt ueber Erde und Himmel. 148:14 Seinem Volk verleiht er Macht, / das ist ein Ruhm fuer all seine Frommen, fuer Israels Kinder, das Volk, das ihm nahen darf. Halleluja! Dtn 4,7 149:1 Ein Kampflied des Gottesvolkes Halleluja! Sing't dem Herrn ein neues Lied! Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen. 33,3 149:2 Israel soll sich ueber seinen Schoepfer freuen, die Kinder Zions ueber ihren Koenig jauchzen. 100,3; 24,7-10 149:3 Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz, ihm spielen auf Pauken und Harfen. 68,26; 81,3 149:4 Der Herr hat an seinem Volk Gefallen, die Gebeugten kroent er mit Sieg. Jes 62,4 149:5 In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken, auf ihren Lagern jauchzen: 149:6 Loblieder auf Gott in ihrem Mund, ein zweischneidiges Schwert in der Hand, 2 Makk 15,27 149:7 um die Vergeltung zu vollziehn an den Voelkern, an den Nationen das Strafgericht, 149:8 um ihre Koenige mit Fesseln zu binden, ihre Fuersten mit eisernen Ketten, 149:9 um Gericht ueber sie zu halten, so wie geschrieben steht. Herrlich ist das fuer all seine Frommen. Halleluja! 150:1 Das grosse Halleluja Halleluja! Lob't Gott in seinem Heiligtum, lobt ihn in seiner maechtigen Feste! Dan 3,53 150:2 Lobt ihn fuer seine grossen Taten, lobt ihn in seiner gewaltigen Groesse! 150:3 Lobt ihn mit dem Schall der Hoerner, lobt ihn mit Harfe und Zither! (3-5) 2 Sam 6,5 150:4 Lobt ihn mit Pauken und Tanz, lobt ihn mit Floeten und Saitenspiel! 149,3 150:5 Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit klingenden Zimbeln! 150:6 Alles, was atmet, lobe den Herrn! Halleluja! Offb 5,13