26:1 Segen und Fluch: 26,1-46 Die Grundforderungen Gottes: 26,1-2 Ihr sollt euch keine Goetzen machen, euch weder ein Gottesbild noch ein Steinmal aufstellen und in eurem Land keine Steine mit Bildwerken aufrichten, um euch vor ihnen niederzuwerfen; denn ich bin der Herr, euer Gott. [19,4; Ex 20,4; Dtn 5,8] 26:2 Ihr sollt auf meine Sabbate achten und mein Heiligtum fuerchten; ich bin der Herr. 26:3 Die Segenszusage fuer Gehorsam: 26,3-13 Wenn ihr nach meinen Satzungen handelt, auf meine Gebote achtet und sie befolgt, [(3-13) Dtn 28,1-14 3-38: Im Alten Orient war es Brauch, Gesetzbuecher und Vertraege mit Fluechen und Segensspruechen abzuschliessen, um vor Missachtung der Gesetze oder vor Vertragsbruch abzuschrecken und zur Befolgung der Gesetze oder zur Vertragstreue anzuspornen. So schliesst auch das "Heiligkeitsgesetz" hier und das urspruengliche Deuteronomium in Dtn 28 mit Segen und Fluch.] 26:4 so gebe ich euch Regen zur rechten Zeit; die Erde liefert ihren Ertrag, und der Baum des Feldes gibt seine Fruechte; 26:5 die Dreschzeit reicht bei euch bis zur Weinlese und die Weinlese bis zur Aussaat. Ihr esst euch satt an eurem Brot und wohnt in eurem Land in Sicherheit. 26:6 Ich schaffe Frieden im Land: Ihr legt euch nieder, und niemand schreckt euch auf. Ich lasse die Raubtiere aus dem Land verschwinden. Kein Schwert kommt ueber euer Land. 26:7 Verfolgt ihr eure Feinde, so werden sie vor euren Augen dem Schwert verfallen. 26:8 Fuenf von euch werden hundert verfolgen, hundert von euch werden zehntausend verfolgen, und eure Feinde werden vor euren Augen dem Schwert verfallen. 26:9 Euch wende ich mich zu, mache euch fruchtbar und zahlreich und halte meinen Bund mit euch aufrecht. 26:10 Ihr werdet noch von der alten Ernte zu essen haben und das Alte hinausschaffen muessen, um Platz fuer das Neue zu haben. 26:11 Ich schlage meine Wohnstaette in eurer Mitte auf und habe gegen euch keine Abneigung. 26:12 Ich gehe in eurer Mitte; ich bin euer Gott, und ihr seid mein Volk. 26:13 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus dem Land der Aegypter herausgefuehrt hat, so dass ihr nicht mehr ihre Sklaven zu sein braucht. Ich habe eure Jochstangen zerbrochen und euch wieder aufrecht gehen lassen. 26:14 Strafandrohung und Fluch fuer Ungehorsam: 26,14-38 Aber wenn ihr auf mich nicht hoert und alle diese Gebote nicht befolgt, [(14-38) Dtn 28,15-68] 26:15 wenn ihr meine Satzungen missachtet, meine Vorschriften verabscheut und meinen Bund brecht, indem ihr keines meiner Gebote befolgt, 26:16 so tue auch ich euch folgendes an: Ich biete gegen euch Bestuerzung auf, Schwindsucht und Fieber, die das Augenlicht zum Verloeschen bringen und den Atem ersticken. Ihr saet euer Saatgut vergeblich; eure Feinde werden es verzehren. 26:17 Ich wende mein Angesicht gegen euch, und ihr werdet von euren Feinden geschlagen. Eure Gegner treten euch nieder; ihr flieht, selbst wenn euch niemand verfolgt. 26:18 Wenn ihr dann immer noch nicht auf mich hoert, fahre ich fort, euch zu zuechtigen; siebenfach zuechtige ich euch fuer eure Suenden. 26:19 Ich breche eure stolze Macht und mache euren Himmel wie Eisen und euer Land wie Bronze. 26:20 Eure Kraft verbraucht sich vergeblich, euer Land liefert keinen Ertrag mehr, und die Baeume im Land tragen keine Fruechte mehr. 26:21 Wenn ihr mir feindlich begegnet und nicht auf mich hoeren wollt, werde ich noch weitere Schlaege ueber euch kommen lassen, siebenfach, wie es euren Suenden entspricht. 26:22 Ich lasse auf euch die wilden Tiere los, die euer Land entvoelkern, euer Vieh vernichten und euch an Zahl so verringern, dass eure Wege veroeden. 26:23 Wenn ihr euch dadurch noch nicht warnen lasst und mir weiterhin feindlich begegnet, 26:24 begegne auch ich euch feindlich und schlage auch ich euch siebenfach fuer eure Suenden. 26:25 Ich lasse ueber euch das Schwert kommen, das Rache fuer den Bund nehmen wird. Zieht ihr euch in eure Staedte zurueck, so sende ich die Pest in eure Mitte, und ihr geratet in Feindeshand. 26:26 Ich entziehe euch dann euren Vorrat an Brot, so dass zehn Frauen euer Brot in einem einzigen Backofen backen, dass man euch das Brot abgewogen zuteilt und ihr euch nicht satt essen koennt. [Ich entziehe ihnen ihren Vorrat an Brot, woertlich: Ich zerbreche ihnen den Brotstab; gemeint ist der Holzpflock an der Wand, auf dem die ringfoermigen Brote haengen.] 26:27 Und wenn ihr daraufhin noch immer nicht auf mich hoert und mir immer noch feindlich begegnet, 26:28 begegne auch ich euch im Zorn und zuechtige euch siebenfach fuer eure Suenden. 26:29 Ihr esst das Fleisch eurer Soehne und Toechter. 26:30 Ich vernichte eure Kulthoehen, zerstoere eure Raeucheraltaere, haeufe eure Leichen ueber die Leichen eurer Goetzen und verabscheue euch. 26:31 Ich mache eure Staedte zu Ruinen, verwueste eure Heiligtuemer und will den beruhigenden Duft eurer Opfer nicht mehr riechen. 26:32 Ich selbst verwueste das Land; eure Feinde, die sich darin niederlassen, werden darueber entsetzt sein. 26:33 Euch aber zerstreue ich unter die Voelker und zuecke hinter euch das Schwert. Euer Land wird zur Wueste und eure Staedte werden zu Ruinen. 26:34 Dann erhaelt das Land seine Sabbate ersetzt, in der ganzen Zeit der Verwuestung, waehrend ihr im Land eurer Feinde seid. Dann hat das Land Ruhe und erhaelt Ersatz fuer seine Sabbate. [Der Vers bezieht sich auf das Sabbatjahr, in dem das Ackerland brachliegen, also Ruhe haben sollte (vgl. 25,2-7).] 26:35 Waehrend der ganzen Zeit der Verwuestung hat es Sabbatruhe, die es an euren Sabbaten nicht hatte, als ihr noch darin wohntet. 26:36 In das Herz derer, die von euch ueberleben, bringe ich Angst in den Laendern ihrer Feinde; das blosse Rascheln verwelkter Blaetter jagt sie auf, und sie fliehen, wie man vor dem Schwert flieht; sie fallen, ohne dass jemand sie verfolgt. 26:37 Sie stuerzen uebereinander wie vor dem Schwert, ohne dass jemand sie verfolgt. Ihr koennt vor euren Feinden nicht standhalten, 26:38 ihr geht unter den Voelkern zugrunde, und das Land eurer Feinde frisst euch. 26:39 Umkehr und Vergebung: 26,39-45 Diejenigen von euch, die dann noch ueberleben, siechen dahin in den Laendern eurer Feinde wegen ihrer Suenden, auch wegen der Suenden ihrer Vaeter, so dass sie, gleich ihnen, dahinsiechen. 26:40 Dann werden sie die Schuld eingestehen, die sie selbst und ihre Vaeter begangen haben durch ihren Treubruch und auch dadurch, dass sie mir feindlich begegnet sind, 26:41 so dass auch ich ihnen feindlich begegnete und sie in das Land ihrer Feinde fuehrte. Ihr unbeschnittenes Herz muss sich dann beugen, und ihre Suenden muessen sie suehnen. 26:42 Dann werde ich meines Bundes mit Jakob gedenken, meines Bundes mit Isaak und meines Bundes mit Abraham, und ich werde meines Landes gedenken. 26:43 Das Land aber muss von ihnen verlassen werden und seine Sabbate ersetzt bekommen, indem es ohne seine Bewohner veroedet daliegt. Sie sollen ihre Schuld suehnen, weil sie immer wieder meine Vorschriften missachtet und meine Satzungen verabscheut haben. 26:44 Aber selbst wenn sie im Land ihrer Feinde sind, werde ich sie nicht missachten und sie nicht verabscheuen, um ihnen etwa ein Ende zu machen und meinen Bund mit ihnen zu widerrufen; denn ich bin der Herr, ihr Gott. 26:45 Ich werde zu ihren Gunsten des Bundes mit den frueheren Generationen gedenken, die ich vor den Augen der Voelker aus Aegypten herausgefuehrt habe, um ihr Gott zu sein, ich, der Herr. 26:46 Schluss des Heiligkeitsgesetzes: 26,46 Das sind die Satzungen, Vorschriften und Gesetze, die der Herr zwischen sich und den Israeliten auf dem Sinai durch die Vermittlung des Mose erlassen hat.