Jer 36,1-31 1 Im vierten Jahr Jojakims, des Sohnes Joschijas, des Koenigs von Juda, erging vom Herrn dieses Wort an Jeremia: 2 Nimm dir eine Buchrolle und schreib darauf alle Worte, die ich zu dir ueber Israel und Juda und ueber alle Voelker gesprochen habe, seitdem ich zu dir rede, von den Tagen Joschijas an bis heute. 3 Vielleicht werden die Leute vom Haus Juda, wenn sie hoeren, wieviel Unheil ich ihnen antun will, umkehren von ihrem boesen Weg, und ich kann ihnen Schuld und Suende verzeihen. 4 Da rief Jeremia Baruch, den Sohn Nerijas, und Baruch schrieb nach dem Diktat Jeremias alle Worte, die der Herr zu ihm gesprochen hatte, auf eine Buchrolle.  5 Jeremia gab hierauf dem Baruch folgenden Auftrag: Mir ist es verwehrt, das Haus des Herrn zu betreten.  6 Darum geh du hin und lies am Fasttag aus der Rolle, die du nach meinem Diktat geschrieben hast, dem Volk im Haus des Herrn die Worte des Herrn vor. Auch allen Judaeern, die aus ihren Staedten herbeistroemen, sollst du sie vorlesen.  7 Vielleicht flehen sie vor den Herrn um Erbarmen und kehren um, jeder von seinem boesen Weg; denn gross ist der Zorn und Grimm, den der Herr diesem Volk angedroht hat.  8 Baruch, der Sohn Nerijas, handelte genau nach dem Auftrag des Propheten Jeremia und las im Haus des Herrn die Worte des Herrn aus dem Buch vor.  9 Im fuenften Jahr Jojakims, des Sohnes Joschijas, des Koenigs von Juda, hatte man im neunten Monat alles Volk in Jerusalem und alle Leute, die von den Staedten Judas nach Jerusalem kommen sollten, zu einem Fasten vor dem Herrn aufgerufen.  10 Nun las Baruch im Haus des Herrn dem ganzen Volk aus dem Buch die Worte Jeremias vor, und zwar in der Halle Gemarjas, des Sohnes des Staatsschreibers Schafan, im oberen Vorhof am Eingang des Neuen Tempeltores.  11 Als Micha, der Sohn Gemarjas, des Sohnes Schafans, alle Worte des Herrn aus dem Buch vernommen hatte,  12 ging er hinab in den Koenigspalast zur Halle des Staatsschreibers. Dort waren gerade alle hohen Beamten zu einer Sitzung versammelt: der Staatsschreiber Elischama, Delaja, der Sohn Schemajas, Elnatan, der Sohn Achbors, Gemarja, der Sohn Schafans, Zidkija, der Sohn Hananjas, und alle sonstigen Beamten.  13 Micha teilte ihnen alle Worte mit, die er gehoert hatte, als Baruch dem Volk aus dem Buch vorlas.  14 Da schickten die versammelten Beamten Jehudi, den Sohn Netanjas, des Sohnes Schelemjas, des Sohnes Kuschis, zu Baruch und liessen ihm sagen: Nimm die Rolle, aus der du dem Volk vorgelesen hast, und komm hierher! Sogleich nahm Baruch, der Sohn Nerijas, die Rolle und ging zu ihnen.  15 Sie sagten zu ihm: Setz dich und lies sie uns vor! Nun las ihnen Baruch vor.  16 Als sie all die Worte hoerten, schauten sie einander erschrocken an und sagten [zu Baruch]: Wir muessen das alles dem Koenig mitteilen.  17 Sie fragten Baruch: Sag uns doch, wie hast du alle diese Worte niedergeschrieben? 18 Baruch erwiderte ihnen: Jeremia hat mir alle diese Worte diktiert, und ich habe sie mit Tinte in das Buch geschrieben.  19 Darauf sagten die Beamten zu Baruch: Geh und verbirg dich, du und auch Jeremia! Niemand soll wissen, wo ihr seid.  20 Dann begaben sie sich zum Koenig in den Palasthof, nachdem sie die Rolle in der Halle des Staatsschreibers Elischama verwahrt hatten, und berichteten das alles dem Koenig.  21 Da gab der Koenig dem Jehudi den Auftrag, die Rolle zu holen, und dieser holte sie aus der Halle des Staatsschreibers Elischama. Und Jehudi las sie dem Koenig vor und allen Beamten, die um den Koenig hrtumstanden.  22 Der Koenig wohnte im Winterhaus, es war ja der neunte Monat, und vor ihm brannte das Feuer auf dem Kohlenbecken.  23 Sooft nun Jehudi drei oder vier Spalten gelesen hatte, schnitt sie der Koenig mit dem Schreibermesser ab und warf sie in das Feuer auf dem Kohlenbecken, bis das Feuer auf dem Kohlenbecken die ganze Rolle verzehrt hatte.  24 Niemand erschrak und niemand zerriss seine Kleider, weder der Koenig noch irgend einer seiner Diener, die all diese Worte gehoert hatten. 25 Selbst als Elnatan, Delaja und Gemarja den Koenig bestuermten, die Rolle nicht zu verbrennen, hoerte er nicht auf sie.  26 Vielmehr befahl der Koenig dem Prinzen Jerachmeel, ferner Seraja, dem Sohn Asriels, und Schelemja, dem Sohn Abdeels, den Schreiber Baruch und den Propheten Jeremia festzunehmen; aber der Herr hielt sie verborgen.  27 Nachdem der Koenig die Rolle mit den Worten, die Baruch nach dem Diktat Jeremias niedergeschrieben hat, verbrannt hatte, erging das Wort des Herrn an Jeremia: 28 Nimm dir eine andere Rolle und schreib all die frueheren Worte darauf, die auf der ersten Rolle standen, die Jojakim, der Koenig von Juda, verbrannt hat.  29 Ueber Jojakim aber, den Koenig von Juda, sollst du sagen: So spricht der Herr: Du hast diese Rolle verbrannt und gesagt: Warum hast du darin geschrieben, der Koenig von Babel werde bestimmt kommen, dieses Land verheeren und Mensch und Vieh darin vernichten?  30 Darum - so spricht der Herr ueber Jojakim, den Koenig von Juda: Er wird keinen Nachkommen mehr haben, der auf dem Thron Davids sitzt, und sein Leichnam soll weggeworfen werden und der Hitze des Tags und der Kaelte der Nacht ausgesetzt sein. 31 Ich ziehe ihn, seine Nachkommen und seine Diener zur Rechenschaft fuer ihre Schuld. Ich bringe ueber sie, ueber die Einwohner Jerusalems und die Leute von Juda, all das Unheil, das ich ihnen angedroht habe, ohne dass sie hoeren wollten.  32 Da nahm Jeremia eine andere Rolle und uebergab sie dem Schreiber Baruch, dem Sohn Nerijas. Dieser schrieb auf sie nach dem Diktat Jeremias alle Worte des Buches, das Jojakim, der Koenig von Juda, im Feuer verbrannt hatte. Ihnen wurden noch viele aehnliche Worte hinzugefuegt.