E-1 Die Buecher der Koenige Die beiden ersten Kapitel von 1 Koenige bilden den Abschluss der Geschichte Davids und gehoeren inhaltlich noch zu den Samuelbuechern. Deshalb wurden die Samuel- und Koenigsbuecher vielfach als Einheit verstanden, fuer die man die gemeinsame Bezeichnung "Buecher der Koenige" (in der griechischen Bibel "Buecher der Koenigsherrschaften") gebrauchte. Doch sprechen die Verschiedenheit des Stils, der Sprache, der Darstellungsweise und des Urteils ueber die Koenige Israels fuer die Selbstaendigkeit der Koenigsbuecher. E-2 Die beiden Buecher enthalten die Geschichte der Koenige bis zum Babylonischen Exil. Sie sind in folgende Abschnitte gegliedert: 1. die Geschichte Salomos (1 Koen 1 - 11); 2. die Geschichte der getrennten Reiche (1 Koen 12 - 2 Koen 17); 3. die weitere Geschichte des Suedreiches Juda (2 Koen 18 - 25). Umfangreiche Abschnitte ueber das Wirken der Propheten Elija, Elischa und anderer Gottesmaenner sind vor allem in 1 Koen 17 - 19 und 2 Koen 1 - 10 eingeschoben. Die Geschichte der einzelnen Koenige ist in einen bestimmten Rahmen eingebaut mit Alters- und Datumsangaben, Urteilen ueber das religioese Verhalten, Bemerkungen ueber Tod, Begraebnis und Nachfolger, mit Hinweisen auf Quellenwerke. Die besonderen Aussagen ueber die einzelnen Koenige sind nach Inhalt und Umfang sehr verschieden und werden der Bedeutung der Herrscher nicht immer gerecht. Als besonders wichtig werden ihre Leistungen fuer Tempel und Gottesdienst und ihr Verhalten zum Bund Gottes mit Israel gewertet. Als Richtlinien gelten dabei die im Deuteronomium festgelegten Normen der Gottesverehrung. Die Koenige des Nordreichs werden daher insgesamt wegen des Kultes in Bet-El getadelt, der im Widerspruch zum Gottesdienst in Jerusalem steht. Erfolge und Unglueck werden als Lohn und Strafe fuer Gehorsam oder Abfall gedeutet. E-3 Die Zuverlaessigkeit eines Geschichtswerkes beruht auf den Quellen, die bei seiner Abfassung zur Verfuegung standen. Die Koenigsbuecher selbst erwaehnen eine "Chronik Salomos", eine "Chronik der Koenige von Juda" und eine "Chronik der Koenige von Israel" als Werke, in denen der Leser weitere Mitteilungen finden konnte. Viele Anzeichen sprechen dafuer, dass noch andere Quellen, z. B. Urkunden, Listen, Prophetengeschichten, Volkserzaehlungen vorlagen, aus denen einzelne Abschnitte ganz oder in Auszuegen uebernommen wurden. Oft wurden solche Texte der Absicht des Verfassers entsprechend ueberarbeitet oder ergaenzt; sein persoenlicher Beitrag ist vor allem in eingestreuten Ermahnungen oder Betrachtungen zu erkennen (z. B. 2 Koen 17 und 21). E-4 Das letzte Ereignis, das in den Koenigsbuechern erwaehnt wird, ist die Begnadigung des Koenigs Jojachin um 560 v. Chr. Es wurde offensichtlich erwaehnt, um mit einem Lichtblick auf die Zukunft schliessen zu koennen. Das Ende des Babylonischen Exils war demnach noch nicht eingetreten, so dass die Zeit zwischen 560 und 538 als Entstehungszeit der Buecher anzunehmen ist. Ihr Verfasser ist unbekannt. Heute werden die beiden Buecher gewoehnlich dem Deuteronomistischen Geschichtswerk zugerechnet (vgl. die Einleitung zum Buch Deuteronomium). 1:1 Die Geschichte Salomos: 1,1 - 11,43 Der Kampf um die Nachfolge Davids: 1,1-27 Koenig David war alt und hochbetagt; auch wenn man ihn in Decken huellte, wurde ihm nicht mehr warm. 1:2 Da sagten seine Diener zu ihm: Man suche fuer unseren Herrn, den Koenig, ein unberuehrtes Maedchen, das ihn bedient und pflegt. Wenn es an seiner Seite schlaeft, wird es unserem Herrn, dem Koenig, warm werden. 1:3 Man suchte nun im ganzen Land Israel nach einem schoenen Maedchen, fand Abischag aus Schunem und brachte sie zum Koenig. 1:4 Das Maedchen war ueberaus schoen. Sie pflegte den Koenig und diente ihm; doch der Koenig erkannte sie nicht. [der Koenig erkannte sie nicht: Er hatte mit ihr keine eheliche Gemeinschaft.] 1:5 Adonija, der Sohn der Haggit, trat anmassend auf und sagte: Ich werde Koenig sein. Er beschaffte sich Wagen und Besatzung dazu sowie fuenfzig Mann, die vor ihm herliefen. [Ebenso hatte sich Abschalom verhalten, als er nach dem Koenigtum trachtete (vgl. 2 Sam 15,1). Adonija war jetzt der aelteste ueberlebende Sohn Davids und konnte mit der Thronfolge rechnen.] 1:6 Sein Vater David hatte ihn nie in seinem Leben getadelt und nie zu ihm gesagt: Warum tust du das? Auch war Adonija ein sehr stattlicher Mann; seine Mutter hatte ihn nach Abschalom geboren. 1:7 Er verhandelte mit Joab, dem Sohn der Zeruja, und mit dem Priester Abjatar. Beide stellten sich hinter Adonija. 1:8 Der Priester Zadok aber und Benaja, der Sohn Jojadas, und der Prophet Natan, auch Schimi, Rei und die Helden Davids schlossen sich ihm nicht an. 1:9 Adonija schlachtete nun am Stein Sohelet bei der Rogel-Quelle Schafe, Rinder und Mastkaelber zum Opfermahl. Er lud dazu alle seine Brueder, die Koenigssoehne, sowie alle Maenner von Juda ein, die im Dienst des Koenigs standen. [Die Machtuebernahme sollte mit einem Opfer verbunden werden. Da Opferfeiern von einzelnen Familien oefter begangen wurden (1 Sam 1,3; 16,2; 20,6; 2 Sam 15,7) und zu ihnen Verwandte und Freunde geladen wurden, konnte Adonija seine Anhaenger sammeln, ohne Verdacht zu erregen. Zur Rogel-Quelle vgl. 2 Sam 17,17.] 1:10 Den Propheten Natan jedoch und Benaja sowie die Helden und seinen Bruder Salomo lud er nicht ein. 1:11 Da sagte Natan zu Batseba, der Mutter Salomos: Hast du nicht gehoert, dass Adonija, der Sohn der Haggit, Koenig geworden ist, ohne dass David, unser Herr, davon weiss? 1:12 Komm nun, ich will dir einen Rat geben, wie du dir und deinem Sohn Salomo das Leben retten kannst. [Zur Sicherung ihrer Herrschaft liessen orientalische Koenige oft nach Erlangung des Throns ihre einstigen Gegner beseitigen.] 1:13 Geh zum Koenig David, und sag zu ihm: Mein Herr und Koenig, du hast doch deiner Magd geschworen: Dein Sohn Salomo soll nach mir Koenig sein, und er soll auf meinem Thron sitzen. Warum ist nun Adonija Koenig geworden? 1:14 Noch waehrend du dort mit dem Koenig redest, will auch ich kommen und deine Worte bestaetigen. 1:15 Batseba ging zum Koenig in das Gemach. Er war sehr gealtert, und Abischag aus Schunem bediente ihn. 1:16 Batseba verneigte sich und warf sich vor dem Koenig nieder, und der Koenig fragte sie: Was willst du? 1:17 Sie sagte: Mein Herr, du selbst hast doch deiner Magd beim Herrn, deinem Gott, geschworen: Dein Sohn Salomo soll nach mir Koenig sein, und er soll auf meinem Thron sitzen. 1:18 Nun aber ist Adonija Koenig geworden, und du, mein Herr und Koenig, weisst nichts davon. 1:19 Er hat eine Menge Rinder, Mastkaelber und Schafe geschlachtet und alle Soehne des Koenigs, den Priester Abjatar und den Feldherrn Joab dazu eingeladen. Doch deinen Knecht Salomo hat er nicht eingeladen. 1:20 Auf dich, mein Herr und Koenig, sind nun die Augen ganz Israels gerichtet. Du sollst ihnen bekanntgeben, wer nach meinem Herrn und Koenig auf dem Thron sitzen wird. 1:21 Sonst muessen ich und mein Sohn Salomo es buessen, wenn mein Herr und Koenig zu seinen Vaetern entschlafen ist. 1:22 Waehrend sie noch mit dem Koenig redete, kam der Prophet Natan. 1:23 Man meldete dem Koenig: Der Prophet Natan ist da. Er trat vor den Koenig, warf sich vor ihm nieder, mit dem Gesicht zur Erde, 1:24 und sagte: Mein Herr und Koenig, du hast wohl verfuegt: Adonija soll nach mir Koenig sein, und er soll auf meinem Thron sitzen. 1:25 Denn er ist heute hinabgezogen, hat eine Menge Rinder, Mastkaelber und Schafe geschlachtet und hat dazu alle Soehne des Koenigs, die Obersten des Heeres und den Priester Abjatar eingeladen. Sie essen und trinken mit ihm und rufen: Es lebe der Koenig Adonija! 1:26 Mich aber, deinen Knecht, sowie den Priester Zadok und Benaja, den Sohn Jojadas, und deinen Knecht Salomo hat er nicht eingeladen. 1:27 Wenn nun diese Verfuegung wirklich von meinem Herrn und Koenig ergangen ist, warum hast du dann deinen Knecht nicht wissen lassen, wer nach meinem Herrn und Koenig auf dem Thron sitzen wird? 1:28 Die Bestellung Salomos zum Thronfolger: 1,28-37 Darauf befahl Koenig David: Ruft mir Batseba! Sie kam zum Koenig herein, trat vor den Koenig hin, 1:29 und der Koenig schwor ihr: So wahr der Herr lebt, der mein Leben aus jeder Gefahr gerettet hat: 1:30 Ich habe dir beim Herrn, dem Gott Israels, geschworen, dass dein Sohn Salomo nach mir Koenig sein und an meiner Stelle auf meinem Thron sitzen soll, und so will ich es heute wahr machen. 1:31 Da verneigte sich Batseba bis zur Erde, warf sich vor dem Koenig nieder und rief: Ewig lebe mein Herr, der Koenig David! 1:32 Hierauf befahl Koenig David: Ruft mir den Priester Zadok, den Propheten Natan und Benaja, den Sohn Jojadas! Sie erschienen vor dem Koenig, [Benaja war der Fuehrer der Leibwache (vgl. 2 Sam 8,18).] 1:33 und dieser trug ihnen auf: Nehmt das Gefolge eures Herrn mit euch, setzt meinen Sohn Salomo auf mein eigenes Maultier, und fuehrt ihn zum Gihon hinab! [Die Gihon-Quelle liegt naeher am Koenigspalast als die Rogel-Quelle.] 1:34 Dort sollen ihn der Priester Zadok und der Prophet Natan zum Koenig von Israel salben, und ihr sollt in das Horn stossen und rufen: Es lebe Koenig Salomo! 1:35 Dann zieht mit ihm herauf! Er soll kommen, sich auf meinen Thron setzen und Koenig werden an meiner Stelle; denn ihn habe ich zum Fuersten von Israel und Juda bestimmt. 1:36 Benaja, der Sohn Jojadas, antwortete dem Koenig: So sei es, so fuege es der Herr, der Gott meines Herrn und Koenigs. 1:37 Wie der Herr mit meinem Herrn und Koenig war, so moege er auch mit Salomo sein. Er mache seinen Thron noch erhabener als den Thron meines Herrn, des Koenigs David. 1:38 Die Thronbesteigung Salomos: 1,38-53 Der Priester Zadok, der Prophet Natan und Benaja, der Sohn Jojadas, zogen mit den Keretern und Peletern hinab. Sie setzten Salomo auf das Maultier des Koenigs David und fuehrten ihn zum Gihon. Die Kereter und Peleter waren auslaendische Soeldner, die David als Leibwache dienten. 1:39 Der Priester Zadok hatte das Salbhorn aus dem Zelt mitgenommen und salbte Salomo. Hierauf blies man das Widderhorn, und alles Volk rief: Es lebe Koenig Salomo! 1:40 Nun zog das ganze Volk mit ihm hinauf. Dabei spielten sie auf Floeten und waren voller Freude, so dass bei ihrem Geschrei die Erde zu bersten drohte. 1:41 Das hoerten Adonija und alle Geladenen, die bei ihm waren. Sie hatten eben das Mahl beendet. Als Joab den Schall des Hornes hoerte, rief er: Was soll das laute Laermen in der Stadt? 1:42 Waehrend er noch redete, kam Jonatan, der Sohn des Priesters Abjatar. Adonija rief ihm zu: Komm, du bist ein tuechtiger Mann. Du bringst sicher eine gute Nachricht. 1:43 Doch Jonatan erwiderte Adonija: Im Gegenteil. Unser Herr, der Koenig David, hat Salomo als Koenig eingesetzt. 1:44 Er hat mit ihm den Priester Zadok ausgeschickt sowie den Propheten Natan und Benaja, den Sohn Jojadas, samt den Keretern und Peletern, und diese haben ihn auf das Maultier des Koenigs gesetzt. 1:45 Der Priester Zadok und der Prophet Natan haben ihn am Gihon zum Koenig gesalbt. Von dort sind sie voller Freude hinaufgezogen, und die Stadt ist in grosser Aufregung. Das war der Laerm, den ihr gehoert habt. 1:46 Salomo hat sich bereits auf den koeniglichen Thron gesetzt. 1:47 Auch sind die Diener des Koenigs gekommen, um unseren Herrn, den Koenig David, zu beglueckwuenschen und zu rufen: Gott lasse Salomos Ruhm noch groesser werden als deinen, und er mache seinen Thron noch erhabener als deinen Thron. Dabei hat sich der Koenig auf seinem Lager tief verneigt. 1:48 Auch hat der Koenig gesagt: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, der mir heute gewaehrt hat, dass mein Nachkomme auf meinem Thron sitzt und dass meine Augen das noch sehen duerfen. 1:49 Da erschraken alle Geladenen, die bei Adonija waren, und brachen auf; jeder ging seines Weges. 1:50 Adonija fuerchtete sich vor Salomo. Er stand auf, eilte zum Altar und ergriff dessen Hoerner. [Der Altar als Asylstaette gewaehrte Adonija Schutz.] 1:51 Man meldete Salomo: Adonija hat aus Furcht vor Koenig Salomo die Hoerner des Altars ergriffen und gesagt: Koenig Salomo schwoere mir zuerst, dass er seinen Knecht nicht mit dem Schwert hinrichten laesst. 1:52 Salomo versprach: Wenn er sich wie ein rechtschaffener Mann verhaelt, soll ihm kein Haar gekruemmt werden. Stellt es sich aber heraus, dass er unrecht handelt, muss er sterben. 1:53 Darauf liess ihn Koenig Salomo vom Altar wegholen. Als er kam und vor Koenig Salomo niederfiel, befahl ihm dieser: Geh in dein Haus! 2:1 Davids letzte Anordnungen und sein Tod: 2,1-12 Als die Zeit herankam, da David sterben sollte, ermahnte er seinen Sohn Salomo: 2:2 Ich gehe nun den Weg alles Irdischen. Sei also stark und mannhaft! 2:3 Erfuell deine Pflicht gegen den Herrn, deinen Gott: Geh auf seinen Wegen, und befolg alle Gebote, Befehle, Satzungen und Anordnungen, die im Gesetz des Mose niedergeschrieben sind. Dann wirst du Erfolg haben bei allem, was du tust, und in allem, was du unternimmst. 2:4 Und der Herr wird sein Wort wahr machen, das er mir gegeben hat, als er sagte: Wenn deine Soehne auf ihren Weg achten und aufrichtig mit ganzem Herzen und ganzer Seele vor mir leben, wird es dir nie an Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen. 2:5 Du weisst selbst, was Joab, der Sohn der Zeruja, mir angetan hat: was er den beiden Heerfuehrern Israels, Abner, dem Sohn Ners, und Amasa, dem Sohn Jeters, angetan hat. Er hat sie ermordet, hat mit Blut, das im Krieg vergossen wurde, den Frieden belastet, und mit unschuldigem Blut den Guertel an seinen Hueften und die Schuhe an seinen Fuessen befleckt. [2 Sam 3,27; 20,10 Damals war David nicht in der Lage, Joab zu bestrafen. Nach israelitischer Vorstellung von Vergeltung entsprachen die Anweisungen Davids an seinen Sohn der auf David lastenden Verpflichtung, den Tod der beiden Maenner zu raechen.] 2:6 Lass dich von deiner Weisheit leiten und sorge dafuer, dass sein graues Haupt nicht unbehelligt in die Unterwelt kommt. 2:7 Doch die Soehne Barsillais aus Gilead sollst du freundlich behandeln. Sie sollen zu denen gehoeren, die von deinem Tisch essen; denn sie sind mir ebenso entgegengekommen, als ich vor deinem Bruder Abschalom fliehen musste. [2 Sam 17,27-29] 2:8 Da ist auch Schimi, der Sohn Geras, vom Stamm Benjamin, aus Bahurim. Er hat einen boesen Fluch gegen mich ausgesprochen, als ich nach Mahanajim floh. Doch ist er mir an den Jordan entgegengekommen, und ich habe ihm beim Herrn geschworen, dass ich ihn nicht mit dem Schwert hinrichten werde. [2 Sam 16,5; 19,19-24 8f: Die alte Zeit glaubte, dass ein einmal ausgesprochener Fluch mit unwiderstehlicher Kraft fortwirkt. David musste daher fuerchten, dass seinem Haus Unglueck drohte, solange Schimis Fluch nicht geraecht war. Da er selbst durch den Eid gebunden war, sollte Salomo die Drohung beseitigen.] 2:9 Jetzt aber lass ihn nicht ungestraft! Du bist ein kluger Mann und weisst, was du mit ihm tun sollst. Schick sein graues Haupt blutig in die Unterwelt! 2:10 David entschlief zu seinen Vaetern und wurde in der Davidstadt begraben. 2:11 Die Zeit, in der David ueber Israel Koenig war, betrug vierzig Jahre. In Hebron regierte er sieben und in Jerusalem dreiunddreissig Jahre. 2:12 Salomo sass nun auf dem Thron seines Vaters David, und seine Herrschaft festigte sich mehr und mehr. 2:13 Das Ende der Gegner Salomos: 2,13-46 Adonija, der Sohn der Haggit, begab sich zu Batseba, der Mutter Salomos. Sie fragte ihn: Kommst du in friedlicher Absicht? Er antwortete: Ja. 2:14 Dann fuhr er fort: Ich moechte mit dir reden. Sie erwiderte: Rede nur! 2:15 Da sagte er: Du weisst, dass mir das Koenigtum zustand und dass ganz Israel mich als Koenig haben wollte. Doch ist mir die Koenigswuerde entgangen; sie ist meinem Bruder zugefallen, weil sie ihm vom Herrn bestimmt war. 2:16 Jetzt aber moechte ich eine einzige Bitte an dich richten. Weise mich nicht ab! Sie antwortete: Sprich sie nur aus! 2:17 Da begann er: Rede doch mit Koenig Salomo; dich wird er nicht abweisen. Bitte ihn, dass er mir Abischag aus Schunem zur Frau gibt. 2:18 Batseba erwiderte: Gut, ich werde in deiner Angelegenheit mit dem Koenig reden. 2:19 Als nun Batseba zu Koenig Salomo kam, um mit ihm wegen Adonija zu sprechen, erhob sich der Koenig, ging ihr entgegen und verneigte sich vor ihr. Dann setzte er sich auf seinen Thron und liess auch fuer die Koeniginmutter einen Thron hinstellen. Sie setzte sich an seine rechte Seite [19f: Die Mutter des Koenigs hatte als "Herrin" (15,13) eine Ehrenstellung inne.] 2:20 und begann: Eine einzige kleine Bitte haette ich an dich. Weise mich nicht ab! Der Koenig antwortete ihr: Sprich sie nur aus, Mutter! Ich werde dich nicht abweisen. 2:21 Da bat sie: Man gebe doch Abischag aus Schunem deinem Bruder Adonija zur Frau. 2:22 Der Koenig Salomo entgegnete seiner Mutter: Warum bittest du fuer Adonija um Abischag aus Schunem? Fordere doch gleich das Koenigtum fuer ihn! Er ist ja mein aelterer Bruder, und auf seiner Seite stehen der Priester Abjatar und Joab, der Sohn der Zeruja. 2:23 Und Koenig Salomo schwor beim Herrn: Gott soll mir dies und das antun, wenn dieses Ansinnen Adonija nicht das Leben kostet. 2:24 So wahr der Herr lebt, der mich eingesetzt und auf den Thron meines Vaters David erhoben hat und der mir, wie er versprochen hat, ein Haus gebaut hat: Noch heute muss Adonija sterben. 2:25 Darauf schickte Koenig Salomo Benaja, den Sohn Jojadas, hinauf, und dieser versetzte Adonija den Todesstoss. 2:26 Zum Priester Abjatar sagte der Koenig: Geh auf dein Landgut nach Anatot! Zwar hast du den Tod verdient; doch will ich dich heute nicht toeten, weil du die Lade Gottes, des Herrn, vor meinem Vater David getragen und alle Demuetigungen mit meinem Vater geteilt hast. [1 Sam 22,20-23] 2:27 So setzte Salomo Abjatar als Priester des Herrn ab und erfuellte das Wort, das der Herr ueber das Haus Eli in Schilo gesprochen hatte. [1 Sam 2,30-36] 2:28 Die Kunde davon erreichte Joab. Er hatte zu Adonija gehalten, sich aber nicht an Abschalom angeschlossen. Er floh in das Zelt des Herrn und ergriff die Hoerner des Altars. 2:29 Man meldete dem Koenig Salomo: Joab ist in das Zelt des Herrn geflohen und steht neben dem Altar. Salomo sandte Benaja, den Sohn Jojadas, mit dem Auftrag: Geh hin, und stoss ihn nieder! 2:30 Benaja kam in das Zelt des Herrn und rief Joab zu: Der Koenig befiehlt dir herauszukommen. Doch Joab antwortete: Nein, hier will ich sterben. Benaja berichtete dem Koenig: Das hat Joab gesagt, so hat er mir geantwortet. 2:31 Da gebot ihm der Koenig: Tu, was er gesagt hat! Stoss ihn nieder, und begrab ihn! Nimm so von mir und vom Haus meines Vaters das Blut, das Joab ohne Grund vergossen hat. 2:32 Der Herr lasse sein Blut auf sein Haupt kommen, weil er ohne Wissen meines Vaters zwei Maenner, die gerechter und besser waren als er, niedergestossen und mit dem Schwert getoetet hat: Abner, den Sohn Ners, den Heerfuehrer Israels, und Amasa, den Sohn Jeters, den Heerfuehrer Judas. 2:33 Ihr Blut komme fuer immer auf das Haupt Joabs und seiner Nachkommen. David aber, seinen Nachkommen, seinem Haus und seinem Thron sei vom Herrn immerfort Heil beschieden. 2:34 Nun ging Benaja, der Sohn Jojadas, hinauf, stiess Joab nieder und toetete ihn. Er wurde auf seinem Besitz in der Steppe begraben. 2:35 Der Koenig setzte dann Benaja, den Sohn Jojadas, an seiner Stelle ueber das Heer, und dem Priester Zadok verlieh er die Stelle Abjatars. 2:36 Hierauf liess der Koenig Schimi rufen und befahl ihm: Bau dir ein Haus in Jerusalem, bleib hier, und geh nicht weg, weder dahin noch dorthin! 2:37 Du sollst wissen, dass du sterben musst, sobald du hinausgehst und das Kidrontal ueberschreitest. Du wirst dann selbst schuld sein an deinem Tod. 2:38 Schimi antwortete dem Koenig: Gut, dein Knecht wird tun, was mein Herr, der Koenig, bestimmt hat. So blieb Schimi viele Tage in Jerusalem. 2:39 Nach Verlauf von drei Jahren entflohen zwei Sklaven Schimis zu Achisch, dem Sohn Maachas, dem Koenig von Gat. Man meldete Schimi: Deine Sklaven sind in Gat. 2:40 Da machte er sich auf, sattelte seinen Esel und begab sich zu Achisch nach Gat, um seine Sklaven zu suchen. Er ging hin und holte sie aus Gat zurueck. 2:41 Es wurde aber Salomo hinterbracht, dass Schimi von Jerusalem nach Gat gegangen und wieder zurueckgekehrt sei. 2:42 Er liess daher Schimi rufen und hielt ihm vor: Habe ich dich nicht beim Herrn schwoeren lassen und dich gewarnt: Sobald du weggehst und dich dahin oder dorthin begibst, so weisst du, dass du sterben musst? Und du hast geantwortet: Gut, ich habe es gehoert. 2:43 Warum hast du den Eid beim Herrn und den Befehl, den ich dir gegeben habe, nicht beachtet? 2:44 Und weiter sagte der Koenig zu Schimi: Du weisst, wieviel Boeses du meinem Vater David angetan hast; jetzt laesst es der Herr auf dich selbst zurueckfallen. 2:45 Der Koenig Salomo aber sei gesegnet, und der Thron Davids stehe fest vor dem Herrn in Ewigkeit. 2:46 Hierauf erteilte der Koenig dem Benaja, dem Sohn Jojadas, Befehl, und dieser ging hinaus und versetzte Schimi den Todesstoss. Die Herrschaft war nun fest in der Hand Salomos. 3:1 Salomos Heirat: 3,1 Salomo verschwaegerte sich mit dem Pharao, dem Koenig von Aegypten. Er nahm eine Tochter des Pharao zur Frau und brachte sie in die Davidstadt, bis er sein Haus, das Haus des Herrn und die Mauern rings um Jerusalem vollendet hatte. [Die Heirat bedeutete, dass Salomo von Aegypten als Koenig anerkannt wurde.] 3:2 Salomos Bitte um Weisheit: 3,2-15 Das Volk opferte zu jener Zeit auf den Kulthoehen, weil dem Namen des Herrn noch kein Haus gebaut war. [Kulthoehen in der Naehe vieler Staedte galten in alter Zeit als rechtmaessig (vgl. Ex 20,24), wurden aber in Dtn 12 verboten. Der Verfasser der Koenigsbuecher beurteilt Salomo und die spaeteren Koenige nach diesem Verbot.] 3:3 Salomo aber liebte den Herrn und befolgte die Gebote seines Vaters David; nur brachte er auf den Kulthoehen Schlachtopfer und Rauchopfer dar. 3:4 So ging der Koenig nach Gibeon, um dort zu opfern; denn hier war die angesehenste Kulthoehe. Tausend Brandopfer legte Salomo auf ihren Altar. [(4-15) 2 Chr 1,3-13 In Gibeon, noerdlich von Jerusalem, befand sich nach 1 Chr 21,29 und 2 Chr 1,3 das aus der Wuestenzeit stammende heilige Zelt.] 3:5 In Gibeon erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum und forderte ihn auf: Sprich eine Bitte aus, die ich dir gewaehren soll. 3:6 Salomo antwortete: Du hast deinem Knecht David, meinem Vater, grosse Huld erwiesen; denn er lebte vor dir in Treue, in Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen. Du hast ihm diese grosse Huld bewahrt und ihm einen Sohn geschenkt, der heute auf seinem Thron sitzt. 3:7 So hast du jetzt, Herr, mein Gott, deinen Knecht anstelle meines Vaters David zum Koenig gemacht. Doch ich bin noch sehr jung und weiss nicht, wie ich mich als Koenig verhalten soll. 3:8 Dein Knecht steht aber mitten in deinem Volk, das du erwaehlt hast: einem grossen Volk, das man wegen seiner Menge nicht zaehlen und nicht schaetzen kann. 3:9 Verleih daher deinem Knecht ein hoerendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Boesen zu unterscheiden versteht. Wer koennte sonst dieses maechtige Volk regieren? 3:10 Es gefiel dem Herrn, dass Salomo diese Bitte aussprach. 3:11 Daher antwortete ihm Gott: Weil du gerade diese Bitte ausgesprochen hast und nicht um langes Leben, Reichtum oder um den Tod deiner Feinde, sondern um Einsicht gebeten hast, um auf das Recht zu hoeren, 3:12 werde ich deine Bitte erfuellen. Sieh, ich gebe dir ein so weises und verstaendiges Herz, dass keiner vor dir war und keiner nach dir kommen wird, der dir gleicht. 3:13 Aber auch das, was du nicht erbeten hast, will ich dir geben: Reichtum und Ehre, so dass zu deinen Lebzeiten keiner unter den Koenigen dir gleicht. 3:14 Wenn du auf meinen Wegen gehst, meine Gesetze und Gebote befolgst wie dein Vater David, dann schenke ich dir ein langes Leben. 3:15 Da erwachte Salomo und merkte, dass es ein Traum war. Als er nach Jerusalem kam, trat er vor die Bundeslade des Herrn, brachte Brand- und Heilsopfer dar und gab ein Festmahl fuer alle seine Diener. 3:16 Das salomonische Urteil: 3,16-28 Damals kamen zwei Dirnen und traten vor den Koenig. 3:17 Die eine sagte: Bitte, Herr, ich und diese Frau wohnen im gleichen Haus, und ich habe dort in ihrem Beisein geboren. 3:18 Am dritten Tag nach meiner Niederkunft gebar auch diese Frau. Wir waren beisammen; kein Fremder war bei uns im Haus, nur wir beide waren dort. 3:19 Nun starb der Sohn dieser Frau waehrend der Nacht; denn sie hatte ihn im Schlaf erdrueckt. 3:20 Sie stand mitten in der Nacht auf, nahm mir mein Kind weg, waehrend deine Magd schlief, und legte es an ihre Seite. Ihr totes Kind aber legte sie an meine Seite. 3:21 Als ich am Morgen aufstand, um mein Kind zu stillen, war es tot. Als ich es aber am Morgen genau ansah, war es nicht mein Kind, das ich geboren hatte. 3:22 Da rief die andere Frau: Nein, mein Kind lebt, und dein Kind ist tot. Doch die erste entgegnete: Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt. So stritten sie vor dem Koenig. 3:23 Da begann der Koenig: Diese sagt: Mein Kind lebt, und dein Kind ist tot! und jene sagt: Nein, dein Kind ist tot, und mein Kind lebt. 3:24 Und der Koenig fuhr fort: Holt mir ein Schwert! Man brachte es vor den Koenig. 3:25 Nun entschied er: Schneidet das lebende Kind entzwei, und gebt eine Haelfte der einen und eine Haelfte der anderen! 3:26 Doch nun bat die Mutter des lebenden Kindes den Koenig - es regte sich naemlich in ihr die muetterliche Liebe zu ihrem Kind: Bitte, Herr, gebt ihr das lebende Kind, und toetet es nicht! Doch die andere rief: Es soll weder mir noch dir gehoeren. Zerteilt es! 3:27 Da befahl der Koenig: Gebt jener das lebende Kind, und toetet es nicht; denn sie ist seine Mutter. 3:28 Ganz Israel hoerte von dem Urteil, das der Koenig gefaellt hatte, und sie schauten mit Ehrfurcht zu ihm auf; denn sie erkannten, dass die Weisheit Gottes in ihm war, wenn er Recht sprach. 4:1 Die Verwaltung des Reiches: 4,1 - 5,8 Koenig Salomo war Koenig von ganz Israel. [1-6: Die Besetzung der Aemter entspricht der spaeteren Zeit Salomos. Der Priester Zadok ist bereits durch seinen Enkel (1 Chr 5,34f) ersetzt. Die Schaffung der Aemter eines Palastvorstehers, eines Freundes des Koenigs und eines Vorgesetzten der Statthalter, die in den Listen Davids noch fehlen, zeigt den Fortschritt im Ausbau der Verwaltung.] 4:2 Dies waren seine obersten Beamten: Asarja, der Enkel Zadoks, war Priester. 4:3 Elihoref und Ahija, die Soehne Schischas, waren Staatsschreiber, Joschafat, der Sohn Ahiluds, war Sprecher des Koenigs. 4:4 Benaja, der Sohn Jojadas, war Heerfuehrer [Zadok und Abjatar waren Priester]. 4:5 Asarja, der Sohn Natans, war Vorgesetzter der Statthalter. Sabud, der Sohn Natans, war der Freund des Koenigs, ["Freund des Koenigs" ist hier Amtsbezeichnung. In H steht vor dem Titel "Freund" noch das Wort "Priester".] 4:6 Ahischar war Palastvorsteher, und Adoniram, der Sohn Abdas, war Aufseher ueber die Fronarbeiten. 4:7 Salomo hatte zwoelf Statthalter fuer ganz Israel, die den Koenig und sein Haus versorgten. Je einen Monat im Jahr hatte ihn jeder zu versorgen. [7-19: Die Gaueinteilung erfasste nur das Gebiet, aus dem spaeter das Nordreich Israel entstand.] 4:8 Das sind ihre Namen: Der Sohn Hurs (war Statthalter) im Gebirge Efraim, 4:9 der Sohn Dekers in Makaz, Schaalbim, Bet-Schemesch, Elon und Bet-Hanan, 4:10 der Sohn Heseds in Arubbot. Ihm unterstanden Socho und das ganze Gebiet von Hefer. 4:11 Dem Sohn Abinadabs unterstand der ganze Hoehenruecken von Dor. Er hatte Tafat, eine Tochter Salomos, zur Frau. 4:12 Baana, der Sohn Ahiluds, verwaltete Taanach, Megiddo und ganz Bet-Schean, das an der Seite von Zaretan unterhalb von Jesreel liegt, (das ist das ganze Gebiet) von Bet-Schean bis Abel-Mehola und bis ueber Jokneam hinaus. 4:13 Der Sohn Gebers (war Statthalter) in Ramot-Gilead. Ihm unterstanden die Zeltdoerfer Jairs, des Sohnes des Manasse, in Gilead und der Kreis Argob im Baschan, sechzig grosse Staedte mit Mauern und bronzenen Torriegeln. 4:14 Ahinadab, der Sohn Iddos, (war Statthalter) in Mahanajim, 4:15 Ahimaaz in Naftali. Auch er hatte eine Tochter Salomos, naemlich Basemat, zur Frau. 4:16 Baana, der Sohn Huschais, (war Statthalter) in Ascher und Bealot, 4:17 Joschafat, der Sohn Paruachs, in Issachar, 4:18 Schimi, der Sohn Elas, in Benjamin. 4:19 Geber, der Sohn Uris, (verwaltete) in Gilead das Land Sihons, des Koenigs der Amoriter, und Ogs, des Koenigs des Baschan. Dazu kam ein Vogt im Land Juda. 4:20 Das Volk von Juda und Israel war zahlreich wie der Sand am Meer. Es hatte zu essen und zu trinken und war gluecklich. 5:1 Salomo war Herrscher ueber alle Reiche vom Eufrat bis zum Land der Philister und bis an die Grenze Aegyptens. Sie entrichteten Abgaben und waren Salomo untertan, solange er lebte. [David hatte im Norden das Reich von Damaskus und im Sueden die Edomiter unterworfen und beherrschte dadurch das ganze Gebiet vom Eufrat bis an die Grenzen Aegyptens. Die Kuestengebiete der Philister blieben aber selbstaendig.] 5:2 Der taegliche Unterhalt Salomos belief sich auf dreissig Kor Feinmehl, sechzig Kor gewoehnliches Mehl, [2f: Der grosse Aufwand diente zur Versorgung aller Personen, die im Dienst des Staates standen.] 5:3 zehn Mastrinder, zwanzig Weiderinder, hundert Schafe, nicht gerechnet die Hirsche, Gazellen, Rehe und das gemaestete Gefluegel. 5:4 Denn er herrschte ueber das ganze Gebiet diesseits des Stromes, von Tifsach bis Gaza, ueber alle Koenige diesseits des Stromes. Er hatte Frieden ringsum nach allen Seiten. [Eintragung aus nachexilischer Zeit. Zu "diesseits des Stromes" vgl. die Anmerkung zu 2 Sam 10,16. - Tifsach = Thapsakus am Eufrat.] 5:5 Juda und Israel lebten in Sicherheit von Dan bis Beerscheba; ein jeder sass unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum, solange Salomo lebte. [Die Formel "von Dan bis Beerscheba" umschreibt die ganze Nord-Sued-Ausdehnung des von Israeliten bewohnten Gebiets. - Unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum sitzen ist Zeichen des Gluecks und der Zufriedenheit (vgl. 2 Koen 18,31; Mi 4,4; Sach 3,10).] 5:6 Salomo hatte viertausend Stallplaetze fuer seine Wagenpferde und zwoelftausend Mann als Besatzung fuer die Wagen. [10,26; 2 Chr 9,25 Von Salomo wurde der Kriegswagen im israelitischen Heer eingefuehrt. Seine Besatzung bestand wahrscheinlich aus drei Mann. Wenn jeder Stallplatz zwei Pferde, das Gespann fuer einen Wagen enthielt, verteilen sich die 12000 Mann auf 4000 Wagen, so 2 Chr 9,25 (H: 40000); der Wirklichkeit naeher kommt vielleicht die Zahl 1400 in 1 Koen 10,26.] 5:7 Jene Statthalter, jeder in seinem Monat, versorgten den Koenig Salomo und alle, die zu seinem Tisch Zutritt hatten. Sie liessen es an nichts fehlen. 5:8 Die Gerste und das Stroh fuer die Pferde und Zugtiere brachten sie jeweils an den Ort, fuer den jeder zustaendig war. 5:9 Die Weisheit Salomos: 5,9-14 Gott gab Salomo Weisheit und Einsicht in hohem Mass und Weite des Herzens - wie Sand am Strand des Meeres. [Ps 139,18] 5:10 Die Weisheit Salomos war groesser als die Weisheit aller Soehne des Ostens und alle Weisheit Aegyptens. [Soehne des Ostens: die Nomadenstaemme der syrisch-arabischen Wueste.] 5:11 Er war weiser als alle Menschen, weiser als Etan, der Esrachiter, als Heman, Kalkol und Darda, die Soehne Mahols. Sein Name war bekannt bei allen Voelkern ringsum. [1 Chr 2,6; Ps 89,1] 5:12 Er verfasste dreitausend Sprichwoerter, und die Zahl seiner Lieder betrug tausendundfuenf. 5:13 Er redete ueber die Baeume, von der Zeder auf dem Libanon bis zum Ysop, der an der Mauer waechst. Er redete ueber das Vieh, die Voegel, das Gewuerm und die Fische. 5:14 Von allen Voelkern kamen Leute, um die Weisheit Salomos zu hoeren, Abgesandte von allen Koenigen der Erde, die von seiner Weisheit vernommen hatten. 5:15 Die Vorbereitungen zum Tempelbau: 5,15-32 Hiram, der Koenig von Tyrus, sandte seine Diener zu Salomo; denn er hatte gehoert, dass man ihn anstelle seines Vaters zum Koenig gesalbt habe. Hiram war naemlich zeitlebens ein Freund Davids gewesen. [(15-32) 2 Chr 2,2-17 Zum Verhaeltnis Hirams zu David vgl. 2 Sam 5,11.] 5:16 Und Salomo liess Hiram sagen: 5:17 Du weisst selbst, dass mein Vater David durch Kriege verhindert war, dem Namen des Herrn, seines Gottes, ein Haus zu bauen, da seine Feinde ihn bedraengten, bis der Herr sie ihm unter die Fuesse legte. 5:18 Jetzt aber hat mir der Herr, mein Gott, ringsum Ruhe verschafft. Es gibt keinen Widersacher mehr und keine Gefahr. 5:19 Darum gedenke ich, dem Namen des Herrn, meines Gottes, ein Haus zu bauen; denn er hat meinem Vater David zugesagt: Dein Sohn, den ich an deiner Stelle auf deinen Thron setzen werde, wird meinem Namen das Haus bauen. [2 Sam 7,12f] 5:20 Befiehl nun, dass man auf dem Libanon Zedern fuer mich faellt. Meine Knechte sollen mit deinen Knechten arbeiten. Den Lohn fuer deine Knechte werde ich dir geben, ganz wie du bestimmst. Du weisst ja selbst, dass wir niemand haben, der so gut Holz faellen kann wie die Leute von Sidon. 5:21 Als Hiram die Botschaft Salomos vernahm, freute er sich sehr und rief aus: Gepriesen sei heute Jahwe, der David einen weisen Sohn als Herrscher ueber dieses grosse Volk gegeben hat. 5:22 Er liess Salomo sagen: Ich habe die Botschaft vernommen, die du an mich gesandt hast, und werde deinen Wunsch nach Zedern- und Zypressenholz erfuellen. 5:23 Meine Leute werden es vom Libanon an das Meer schaffen. Ich lasse es dann auf dem Meer an den Ort floessen, den du mir nennen wirst. Dort lasse ich es wieder auseinandernehmen, so dass du es abholen kannst. Du aber erfuelle meinen Wunsch, und sende Lebensmittel fuer mein Haus! 5:24 Also lieferte Hiram so viel Zedern- und Zypressenholz, wie Salomo wollte, 5:25 und Salomo gab Hiram zwanzigtausend Kor Weizen zum Unterhalt seines Hofes und zwanzig Kor feinstes Oel. Diese Menge lieferte Salomo Jahr fuer Jahr an Hiram. 5:26 Der Herr schenkte Salomo Weisheit, wie er es ihm versprochen hatte. Zwischen Salomo und Hiram herrschte Friede, und sie schlossen miteinander ein Buendnis. 5:27 Koenig Salomo liess Leute aus ganz Israel zum Frondienst ausheben. Dieser umfasste 30000 Fronpflichtige. 5:28 Von ihnen schickte er abwechselnd jeden Monat 10000 Mann auf den Libanon. Einen Monat waren sie auf dem Libanon und zwei Monate zu Hause. Adoniram leitete den Frondienst. 5:29 Ferner hatte Salomo 70000 Lasttraeger und 80000 Steinhauer im Gebirge, [Die Lasttraeger und Steinhauer wurden nach 2 Chr 2,16f aus der nichtisraelitischen Bevoelkerung genommen. Den hohen Zahlen, die kaum der Wirklichkeit entsprechen, mag eine nicht mehr bekannte Symbolik zugrunde liegen.] 5:30 nicht eingerechnet die 3600 Werkfuehrer unter dem Befehl der Statthalter, denen die Leitung der Arbeit oblag. Sie fuehrten die Aufsicht ueber die Arbeiter. 5:31 Der Koenig liess maechtige, kostbare Steine brechen, um mit Quadern das Fundament des Tempels zu legen. 5:32 Die Bauleute Salomos bearbeiteten mit den Bauleuten Hirams und den Gebalitern das Holz und die Steine und richteten sie her fuer den Bau des Tempels. [Gebaliter sind die Bewohner der Stadt Gebal (= Byblus) noerdlich von Beirut.] 6:1 Der Tempelbau: 6,1-38 Im vierhundertachtzigsten Jahr nach dem Auszug der Israeliten aus Aegypten, im vierten Jahr der Regierung Salomos ueber Israel, im Monat Siw, das ist der zweite Monat, begann er das Haus des Herrn zu bauen. [(1-38) 2 Chr 3,1-14 1-7,51: Die Kap. 6 und 7 bereiten dem Verstaendnis erhebliche Schwierigkeiten. Besonders die Angaben ueber den Tempel sind oft schwer verstaendlich. H ist mehrfach durch Schreibfehler, Erweiterungen und Kuerzungen entstellt. Diese Schwierigkeiten, in der Uebersetzung teilweise geglaettet, werden in den folgenden Anmerkungen nicht ausdruecklich erwaehnt.] 6:2 Das Haus, das Koenig Salomo fuer den Herrn baute, war sechzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und dreissig Ellen hoch. 6:3 Die Vorhalle vor dem Hauptraum des Hauses war zwanzig Ellen breit, entsprechend der Breite des Hauses, und zehn Ellen tief in der Laengsrichtung des Hauses. 6:4 Er machte fuer das Haus Fenster mit Rahmen und Gittern. 6:5 An die Waende des Hauses, und zwar an die Waende des Hauptraums und des hinteren Raumes, legte er ringsum einen Anbau mit Kammern. 6:6 Dieser war im Untergeschoss fuenf Ellen, im mittleren sechs und im dritten sieben Ellen breit; die Aussenwand des Hauses hatte er abgestuft, um sie nachher nicht beschaedigen zu muessen. 6:7 Beim Bau des Hauses wurden Steine verwendet, die man schon im Steinbruch fertig behauen hatte; Haemmer, Meissel und sonstige eiserne Werkzeuge waren beim Bau des Hauses nicht zu hoeren. 6:8 Die Tuere zu den unteren Kammern war an der Suedseite des Hauses. Ueber Treppen stieg man zum mittleren und vom mittleren zum dritten Stockwerk hinauf. 6:9 Als er den Bau des Hauses vollendet hatte, ueberdeckte er es mit Balken und Brettern aus Zedernholz. 6:10 Den Anbau fuehrte er um das ganze Haus. Seine Hoehe betrug (in jedem Stockwerk) fuenf Ellen, und Zedernbalken verbanden ihn mit dem Haus. 6:11 Das Wort des Herrn erging an Salomo: 6:12 Dieses Haus, das du baust, - wenn du meinen Geboten gehorchst und auf meine Vorschriften achtest und alle meine Befehle ausfuehrst und befolgst, dann werde ich an dir das Wort wahr machen, das ich zu deinem Vater David gesprochen habe. [2 Sam 7,8-16] 6:13 Und ich werde inmitten der Israeliten wohnen und mein Volk Israel nicht verlassen. 6:14 So vollendete Salomo den Bau des Hauses. 6:15 Er taefelte seine Innenwaende mit Zedernholz aus; vom Fussboden bis zu den Balken der Decke liess er eine Holzvertaefelung anbringen. Den Fussboden belegte er mit Zypressenholz. 6:16 Zwanzig Ellen vor der Rueckseite des Hauses errichtete er vom Fussboden bis zum Gebaelk eine Wand aus Zedernholz und schuf so die Gotteswohnung, das Allerheiligste. 6:17 Vierzig Ellen lang war der davorliegende Hauptraum. 6:18 Im Innern hatte das Haus Zedernverkleidung mit eingeschnitzten Blumengewinden und Bluetenranken. Alles war aus Zedernholz, kein Stein war zu sehen. 6:19 Im Innern des Hauses richtete er die Gotteswohnung ein, um die Bundeslade des Herrn aufstellen zu koennen. 6:20 Die Wohnung war zwanzig Ellen lang, zwanzig Ellen breit und zwanzig Ellen hoch; er ueberzog sie mit bestem Gold. Auch liess er einen Altar aus Zedernholz herstellen. 6:21 Das Innere des Hauses liess Salomo mit bestem Gold auskleiden, und vor der Gotteswohnung liess er goldene Ketten anbringen. Ketten: Vielleicht ist ein Wort ausgefallen: einen Vorhang an goldenen Ketten. 6:22 So ueberzog er das ganze Haus vollstaendig mit Gold; auch den Altar vor der Gotteswohnung ueberzog er ganz mit Gold. 6:23 In der Gotteswohnung liess er zwei Kerubim aus Olivenholz anfertigen. Ihre Hoehe betrug zehn Ellen. [23-28: Die Kerubim hatten wohl menschenaehnliches Aussehen. Die Bundeslade wurde zwischen sie gestellt (8,7), so dass sie ihre Fluegel ueber sie breiteten.] 6:24 Fuenf Ellen mass der eine Fluegel des Kerubs und fuenf Ellen sein anderer Fluegel. Von einem Fluegelende bis zum anderen waren es zehn Ellen. 6:25 Auch der zweite Kerub war zehn Ellen hoch. Beide hatten gleiches Mass und gleiche Gestalt. 6:26 Der eine Kerub war zehn Ellen hoch, und ebenso hoch war der andere. 6:27 Er stellte die Kerubim mitten in den innersten Raum. Ihre Fluegel waren so ausgespannt, dass der Fluegel des einen Kerubs die eine Wand, der Fluegel des zweiten Kerubs die andere Wand, die Fluegel in der Mitte des Raumes aber einander beruehrten. 6:28 Er liess die Kerubim mit Gold ueberziehen. 6:29 An allen Waenden des Hauses, im inneren wie im aeusseren Raum, liess er ringsum Kerubim, Palmen und Bluetenranken einschnitzen. 6:30 Auch die Fussboeden des hinteren und des vorderen Raumes liess er mit Gold belegen. 6:31 Fuer den Eingang zur Gotteswohnung liess er Tuerfluegel aus Olivenholz anfertigen. Die Giebelbalken und die Seitenpfosten bildeten ein Fuenfeck. 6:32 An den beiden Tuerfluegeln aus Olivenholz liess er Kerubim, Palmen und Bluetenranken einschnitzen und sie mit Gold ueberziehen, indem er auf die Kerubim und die Palmen Gold auftragen liess. 6:33 Ebenso liess er fuer den Eingang zum Hauptraum Tuerpfosten aus Olivenholz anfertigen, die ein Viereck bildeten, 6:34 dazu zwei Tuerfluegel aus Zypressenholz. Zwei drehbare Teile hatte der eine Tuerfluegel, und zwei drehbare Teile der andere. 6:35 Er liess auf ihnen Kerubim, Palmen und Bluetenranken einschnitzen und auf das Schnitzwerk duennes Blattgold legen. 6:36 Er legte den inneren Hof an (und umgab ihn mit einer Mauer) aus drei Lagen Quadern und einer Lage Zedernbalken. 6:37 Im vierten Jahr, im Monat Siw, war das Fundament fuer das Haus des Herrn gelegt worden, 6:38 und im elften Jahr, im Monat Bul, das ist der achte Monat, wurde das Haus mit all seinem Zubehoer vollendet, ganz so, wie es geplant war. Sieben Jahre hatte man an ihm gebaut. [Der Monat Bul entspricht ungefaehr unserem Oktober/November.] 7:1 Die Palastgebaeude: 7,1-12 An seinem Palast baute Salomo dreizehn Jahre, bis er ihn ganz vollendet hatte. 7:2 Er baute das Libanonwaldhaus, hundert Ellen lang, fuenfzig Ellen breit und dreissig Ellen hoch, mit drei Reihen von Zedernsaeulen und mit Zedernbalken ueber den Saeulen. [Das Libanonwaldhaus erhielt seinen Namen von den Zedernsaeulen, die wie ein Wald in ihm standen. Es uebertraf den Tempel an Groesse. Zur Zeit Jesajas diente es als Zeughaus (Jes 22,8).] 7:3 Eine Decke aus Zedernholz war ueber den Kammern, die ueber den Saeulen lagen; es waren fuenfundvierzig Saeulen, fuenfzehn in jeder Reihe. 7:4 In drei Reihen waren Fenster so angebracht, dass dreimal eine Fensterreihe einer anderen gegenueberstand. 7:5 Alle Tueren und Fenster waren viereckig gerahmt. Dreimal stand eine Fensterreihe der anderen gegenueber. 7:6 Salomo baute die Saeulenhalle, fuenfzig Ellen lang und dreissig Ellen breit, davor eine Halle mit Saeulen und einem Vordach. 7:7 Er schuf die Thronhalle, das ist die Gerichtshalle, um darin Recht zu sprechen. Sie war vom Fussboden bis zum Gebaelk mit Zedernholz ausgetaefelt. 7:8 Sein eigenes Wohnhaus stand im anderen Hof, von der Halle aus nach innen zu. Es hatte die gleiche Bauart. Auch baute Salomo fuer die Tochter des Pharao, die er geheiratet hatte, ein Haus, das dieser Halle glich. 7:9 Alle diese Bauten waren vom Grund bis zu den Gesimsen aus wertvollen Steinen aufgefuehrt, die in der Groesse von Quadern an der Innen- wie Aussenseite mit der Saege zugeschnitten waren . . . [H zum Teil unverstaendlich.] 7:10 Die Fundamente bestanden aus wertvollen, maechtigen Steinbloecken, aus Steinen von zehn und Steinen von acht Ellen. 7:11 Darueber lagen wertvolle Steine in der Groesse von Quadern sowie Zedernbalken. 7:12 Der grosse Hof war rings von einer Mauer aus drei Lagen Quadern und einer Lage Zedernbalken umgeben; ebenso der innere Hof um das Haus des Herrn und der Hof um die Palasthalle. [Die gesamten Palastbauten standen in einem Hof, der als der Grosse Hof bezeichnet wird. Durch die Mauer, die ihn umgab, war die Koenigsburg als eigener Stadtteil von der Buergerstadt abgesondert.] 7:13 Die Ausstattung des Tempels: 7,13-51 Koenig Salomo liess Hiram aus Tyrus kommen. [(13-51) 2 Chr 3,15 - 5,1 Die Berufung eines auslaendischen Kuenstlers war notwendig, da das Kunstgewerbe in Israel noch wenig entwickelt war.] 7:14 Dieser war der Sohn einer Witwe aus dem Stamm Naftali. Sein Vater war ein Bronzeschmied aus Tyrus. Er war mit Weisheit, Verstand und Geschick begabt, um jede Bronze-Arbeit auszufuehren. Er kam zum Koenig Salomo und fuehrte alle Arbeiten fuer ihn aus. 7:15 Er formte die zwei bronzenen Saeulen. Achtzehn Ellen betrug die Hoehe der einen Saeule, und ein Band von zwoelf Ellen umspannte sie. Ihre Wandstaerke betrug vier Finger; innen war sie hohl. Ebenso war die zweite Saeule. [2 Koen 25,17; Jer 52,21] 7:16 Dazu machte er zwei Kapitelle, um sie oben auf die Saeulen zu setzen; sie waren aus Bronze gegossen. Fuenf Ellen betrug die Hoehe des einen Kapitells und fuenf Ellen die Hoehe des anderen. 7:17 Auch machte er Geflechte [Flechtwerksarbeit, kettenfoermige Baender] fuer die Kapitelle oben auf den Saeulen, und zwar ein Geflecht fuer das eine Kapitell und ein Geflecht fuer das andere. 7:18 Ferner machte er Granataepfel und legte sie in zwei Reihen ringsum ueber die Geflechte, so dass sie die Kapitelle oben auf den Saeulen bedeckten. Ebenso verfuhr er mit dem zweiten Kapitell. 7:19 Die Kapitelle oben auf den Saeulen hatten die Form einer Lilienbluete . . . [19f: H unverstaendlich.] 7:20 . . . 7:21 Er stellte die Saeulen an der Vorhalle des Tempels auf. Die eine Saeule stellte er auf die rechte Seite und nannte sie Jachin, die andere stellte er auf die linke Seite und nannte sie Boas. [Die Namen Jachin und Boas werden verschieden gedeutet. Sie bilden vielleicht einen Satz: "Er (Gott) verleihe Festigkeit mit Kraft", und druecken die Hoffnung auf den Bestand des Tempels und des Throns aus.] 7:22 Oben auf den Saeulen waren lilienfoermige Gebilde. So wurde die Arbeit an den Saeulen zu Ende gefuehrt. 7:23 Dann machte er das "Meer". Es wurde aus Bronze gegossen und mass zehn Ellen von einem Rand zum andern; es war voellig rund und fuenf Ellen hoch. Eine Schnur von dreissig Ellen konnte es rings umspannen. [Nach 2 Chr 4,6 diente das "Meer" den Priestern zu rituellen Waschungen.] 7:24 Unterhalb seines Randes waren rundum Rankengebilde. In einer Laenge von dreissig Ellen umsaeumten sie das Meer ringsum in zwei Reihen. Sie wurden beim Guss mitgegossen. 7:25 Das Meer stand auf zwoelf Rindern. Von ihnen schauten drei nach Norden, drei nach Westen, drei nach Sueden und drei nach Osten. Das Meer ruhte oben auf den Rindern. Ihre Hinterteile waren nach innen gekehrt. 7:26 Die Wand des Meeres war eine Handbreit dick. Sein Rand war wie der Rand eines Bechers geformt, einer Lilienbluete gleich. Es fasste zweitausend Bat. 7:27 Er machte die zehn fahrbaren Gestelle aus Bronze. Jedes war vier Ellen lang, vier Ellen breit und drei Ellen hoch. 7:28 Und so waren die Gestelle beschaffen: Sie hatten Querleisten, und zwar Querleisten zwischen den Eckleisten. 7:29 Auf den Querleisten zwischen den Eckleisten waren Bilder von Loewen, Rindern und Kerubim, und ebenso auf den Eckleisten. Ueber den Loewen und Rindern sowie unter ihnen waren Kranzgewinde eingehaemmert. 7:30 Jedes Gestell hatte vier bronzene Raeder und bronzene Achsen. An den vier Fuessen waren Ansaetze, die unterhalb des Kessels angegossen waren . . . [30f.36: H teilweise unverstaendlich.] 7:31 . . . (Der Kasten des Gestells) war eineinhalb Ellen hoch. Auch an seiner Oeffnung waren Verzierungen. Die Querleisten waren nicht rund, sondern viereckig. 7:32 Die vier Raeder waren unter den Querleisten. Ihre Halter waren am Gestell befestigt. Jedes Rad war eineinhalb Ellen hoch. 7:33 Sie waren gearbeitet wie Wagenraeder. Ihre Halter, Felgen, Speichen und Naben waren alle gegossen. 7:34 Die vier Ansaetze waren an den vier Ecken eines jeden Gestells angebracht und bildeten mit ihm ein Ganzes. 7:35 Der Aufsatz des Gestells war eine halbe Elle hoch und voellig rund. An ihm waren seine Halter und Leisten angesetzt. 7:36 Auf die Wandflaechen, Halter und Querleisten liess Salomo Bilder von Kerubim, Loewen und Palmen eingravieren . . . 7:37 In dieser Weise fertigte Hiram die zehn Gestelle an. Sie hatten alle gleichen Guss, gleiches Mass und gleiche Gestalt. 7:38 Dazu machte er zehn bronzene Kessel. Jeder fasste vierzig Bat und hatte eine Weite von vier Ellen. Fuer jedes der zehn Gestelle war ein Kessel bestimmt. 7:39 Fuenf von den Gestellen brachte er an die Suedseite des Hauses und fuenf an die Nordseite. Das "Meer" stellte er an die Suedseite des Hauses, gegen Suedosten. 7:40 Auch machte Hiram die Toepfe, Schaufeln und Schalen. So fuehrte Hiram alle Arbeiten zu Ende, die er dem Koenig Salomo fuer das Haus des Herrn anzufertigen hatte: 7:41 zwei Saeulen, zwei beckenfoermige Kapitelle oben auf den Saeulen, die zwei Flechtwerke, mit denen man die beiden beckenfoermigen Kapitelle oben auf den Saeulen bedeckte, 7:42 die vierhundert Granataepfel fuer die beiden Flechtwerke, die in zwei Reihen an jedem Flechtwerk angebracht waren und die beiden beckenfoermigen Kapitelle auf den Saeulen bedeckten, 7:43 die zehn fahrbaren Gestelle, die zehn Kessel fuer die Gestelle, 7:44 das eine Meer, die zwoelf Rinder unter dem Meer, 7:45 die Toepfe, Schaufeln und Schalen. Alle diese Geraete, die Hiram dem Koenig Salomo fuer das Haus des Herrn anfertigte, waren aus glatter Bronze. 7:46 In der Jordanau zwischen Sukkot und Zaretan liess sie der Koenig in Formen aus festem Lehm giessen. [Bodenfunde haben gezeigt, dass die hier lebende vorisraelitische Bevoelkerung sich auf Metallverarbeitung verstand.] 7:47 Und Salomo gab allen Geraeten ihren Platz. Wegen ihrer ueberaus grossen Menge war das Gewicht der Bronze nicht festzustellen. 7:48 Salomo liess alle Geraete, die zum Haus des Herrn gehoerten, anfertigen: den goldenen Altar, den goldenen Tisch, auf den man die Schaubrote legte, 7:49 die fuenf Leuchter auf der rechten und die fuenf Leuchter auf der linken Seite vor der Gotteswohnung, aus bestem Gold, dazu die goldenen Blueten, Lampen und Dochtscheren, 7:50 ferner die Becken, Messer, Schalen, Schuesseln und Pfannen aus bestem Gold. Auch die Stirnseiten der Tueren des inneren Raumes zum Allerheiligsten und die Stirnseiten der beiden Tuerfluegel, die zum Hauptraum fuehrten, waren mit Gold verkleidet. 7:51 So wurden alle Arbeiten, die Koenig Salomo fuer das Haus des Herrn ausfuehren liess, vollendet. Dann brachte er die Weihegaben seines Vaters David hinein und legte das Silber, das Gold und die Geraete in die Schatzkammern des Hauses des Herrn. 8:1 Die Uebertragung der Bundeslade: 8,1-13 Damals versammelte Salomo die Aeltesten Israels, alle Stammesfuehrer und die Haeupter der israelitischen Grossfamilien bei sich in Jerusalem, um die Bundeslade des Herrn aus der Stadt Davids, das ist Zion, heraufzuholen. [(1-13) 2 Chr 5,2-11; 6,1f] 8:2 Am Fest im Monat Etanim, das ist der siebte Monat, kamen alle Maenner Israels bei Koenig Salomo zusammen. [Der Monat Etanim (Monat "der staendig fliessenden Baeche") entspricht ungefaehr unserem September/Oktober. Das Fest ist das Laubhuettenfest.] 8:3 In Gegenwart aller Aeltesten Israels nahmen die Priester die Lade 8:4 und brachten sie zugleich mit dem Offenbarungszelt und den heiligen Geraeten, die im Zelt waren, hinauf. Die Priester und die Leviten uebernahmen den Traegerdienst. [Durch die Unterbringung des Offenbarungszeltes von Gibeon im Tempel und seine Vereinigung mit der Bundeslade uebernahm der Tempel die Aufgabe des Wanderheiligtums der Wuestenzeit.] 8:5 Koenig Salomo aber und die ganze Gemeinde Israels, die bei ihm vor der Lade versammelt war, schlachteten Schafe und Rinder, die man wegen ihrer Menge nicht zaehlen und nicht berechnen konnte. 8:6 Darauf stellten die Priester die Bundeslade des Herrn an ihren Platz, in die Gotteswohnung des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Fluegel der Kerubim. 8:7 Denn die Kerubim breiteten ihre Fluegel ueber den Ort, wo die Lade stand, und bedeckten sie und ihre Stangen von oben her. 8:8 Die Stangen waren so lang, dass man ihre Spitzen im Heiligtum vor der Gotteswohnung sehen konnte; draussen aber waren sie nicht zu sehen. Sie blieben dort bis zum heutigen Tag. 8:9 In der Lade befanden sich nur die zwei steinernen Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit den Israeliten beim Auszug aus Aegypten geschlossen hatte. 8:10 Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfuellte die Wolke das Haus des Herrn. 8:11 Sie konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des Herrn erfuellte das Haus des Herrn. 8:12 Damals sagte Salomo: Der Herr hat die Sonne an den Himmel gesetzt; er selbst wollte im Dunkel wohnen. [Der erste Satz ist nur in G ueberliefert.] 8:13 Ich habe ein fuerstliches Haus fuer dich gebaut, eine Wohnstaette fuer ewige Zeiten. 8:14 Die Ansprache des Koenigs: 8,14-21 Dann wandte sich der Koenig um und segnete die ganze Versammlung Israels. Alle standen, [(14-21) 2 Chr 6,3-11] 8:15 und er betete: Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels. Seine Hand hat ausgefuehrt, was sein Mund meinem Vater David verheissen hat, als er sprach: 8:16 Seit dem Tag, da ich mein Volk Israel aus Aegypten fuehrte, habe ich aus keinem der Staemme Israels eine Stadt fuer den Bau eines Hauses erwaehlt, um meinen Namen dort wohnen zu lassen. David aber habe ich zum Herrscher ueber mein Volk Israel erwaehlt. 8:17 Mein Vater David wollte dem Namen des Herrn, des Gottes Israels, ein Haus bauen. [(17-19) 2 Sam 7,1-13] 8:18 Doch der Herr sprach zu ihm: Wenn du dir vorgenommen hast, meinem Namen ein Haus zu bauen, hast du einen guten Entschluss gefasst. 8:19 Doch sollst nicht du das Haus bauen; sondern erst dein leiblicher Sohn soll meinem Namen das Haus bauen. 8:20 Der Herr hat jetzt sein Versprechen, das er gegeben hat, wahr gemacht: Ich bin an die Stelle meines Vaters David getreten und habe den Thron Israels bestiegen, wie es der Herr zugesagt hatte. Ich habe dem Namen des Herrn, des Gottes Israels, das Haus gebaut 8:21 und darin einen Raum fuer die Lade geschaffen. Sie enthaelt die Tafeln des Bundes, den der Herr mit unseren Vaetern geschlossen hat, als er sie aus Aegypten fuehrte. 8:22 Das Weihegebet: 8,22-53 Dann trat Salomo in Gegenwart der ganzen Versammlung Israels vor den Altar des Herrn, breitete seine Haende zum Himmel aus [(22-52) 2 Chr 6,12-40] 8:23 und betete: Herr, Gott Israels, im Himmel oben und auf der Erde unten gibt es keinen Gott, der so wie du Bund und Huld seinen Knechten bewahrt, die mit ungeteiltem Herzen vor ihm leben. 8:24 Du hast das Versprechen gehalten, das du deinem Knecht, meinem Vater David, gegeben hast. Deine Hand hat heute erfuellt, was dein Mund versprochen hat. 8:25 Und nun, Herr, Gott Israels, halte auch das andere Versprechen, das du deinem Knecht David, meinem Vater, gegeben hast, als du sagtest: Es soll dir nie an einem Nachkommen fehlen, der vor mir auf dem Thron Israels sitzt, wenn nur deine Soehne darauf achten, ihren Weg so vor mir zu gehen, wie du es getan hast. 8:26 Gott Israels, moege sich jetzt dein Wort, das du deinem Knecht David, meinem Vater, gegeben hast, als wahr erweisen. 8:27 Wohnt denn Gott wirklich auf der Erde? Siehe, selbst der Himmel und die Himmel der Himmel fassen dich nicht, wieviel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe. 8:28 Wende dich, Herr, mein Gott, dem Beten und Flehen deines Knechtes zu! Hoere auf das Rufen und auf das Gebet, das dein Knecht heute vor dir verrichtet. 8:29 Halte deine Augen offen ueber diesem Haus bei Nacht und bei Tag, ueber der Staette, von der du gesagt hast, dass dein Name hier wohnen soll. Hoere auf das Gebet, das dein Knecht an dieser Staette verrichtet. 8:30 Achte auf das Flehen deines Knechtes und deines Volkes Israel, wenn sie an dieser Staette beten. Hoere sie im Himmel, dem Ort, wo du wohnst. Hoere sie, und verzeih! 8:31 Wenn sich jemand gegen seinen Naechsten verfehlt und dieser ihm einen Eid abverlangt, den er schwoeren muss, und er dann kommt und vor deinem Altar in diesem Haus schwoert, [31-51: Der Hauptteil des Gebets fleht nicht um Hilfe in augenblicklicher Not, sondern zaehlt Faelle auf, die in Zukunft Anlass zu einem Gebet im Tempel geben koennen. Es lassen sich sieben Bitten feststellen. Die Siebenzahl als heilige Zahl mag beabsichtigt sein.] 8:32 so hoere du es im Himmel, und greif ein! Verschaff deinen Knechten Recht; verurteile den Schuldigen, und lass sein Tun auf ihn selbst zurueckfallen! Den Schuldlosen aber sprich frei, und vergilt ihm, wie es seiner Gerechtigkeit entspricht. 8:33 Wenn dein Volk Israel von einem Feind geschlagen wird, weil es gegen dich gesuendigt hat, und dann wieder zu dir umkehrt, deinen Namen preist und in diesem Haus zu dir betet und fleht, 8:34 so hoere du es im Himmel! Vergib deinem Volk Israel seine Suende; lass sie in das Land zurueckkommen, das du ihren Vaetern gegeben hast. 8:35 Wenn der Himmel verschlossen ist und kein Regen faellt, weil sie gegen dich gesuendigt haben, und wenn sie dann an diesem Ort beten, deinen Namen preisen und von ihrer Suende lassen, weil du sie demuetigst, [sie demuetigst: Text korr. nach G; H: sie erhoerst.] 8:36 so hoere du sie im Himmel! Vergib deinen Knechten und deinem Volk Israel ihre Suenden; denn du fuehrst sie den guten Weg, den sie gehen sollen. Spende Regen deinem Land, das du deinem Volk zum Erbbesitz gegeben hast. 8:37 Wenn im Land Hungersnot herrscht, wenn Pest ausbricht, wenn Getreidebrand, Rost, Heuschrecken und Ungeziefer auftreten, wenn Feinde sie im eigenen Land bedraengen, wenn irgendeine Plage oder Krankheit sie trifft, 8:38 (so hoere du) jedes Gebet und Flehen eines jeden einzelnen und deines ganzen Volkes Israel; denn sie alle kennen die Not ihres Herzens und erheben ihre Haende zu diesem Haus. 8:39 Hoere sie dann im Himmel, dem Ort, wo du wohnst, und verzeih! Greif ein, und vergilt jedem, wie es sein Tun verdient. Du kennst ja ihre Herzen; denn du allein kennst die Herzen aller Menschen. 8:40 So werden sie dich fuerchten, solange sie in dem Land leben, das du unseren Vaetern gegeben hast. 8:41 Auch Fremde, die nicht zu deinem Volk Israel gehoeren, werden wegen deines Namens aus fernen Laendern kommen; 8:42 denn sie werden von deinem grossen Namen, deiner starken Hand und deinem hoch erhobenen Arm hoeren. Sie werden kommen und in diesem Haus beten. 8:43 Hoere sie dann im Himmel, dem Ort, wo du wohnst, und tu alles, weswegen der Fremde zu dir ruft. Dann werden alle Voelker der Erde deinen Namen erkennen. Sie werden dich fuerchten, wie dein Volk Israel dich fuerchtet, und erfahren, dass dein Name ausgerufen ist ueber diesem Haus, das ich gebaut habe. 8:44 Wenn dein Volk auf dem Weg, den du es fuehrst, gegen seine Feinde in den Krieg zieht und wenn es dann zu dir betet, zur Stadt hingewendet, die du erwaehlt hast, und zu dem Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe, 8:45 so hoere du im Himmel sein Beten und Flehen, und verschaff ihm Recht. 8:46 Wenn sie gegen dich suendigen - es gibt ja niemand, der nicht suendigt - und du ihnen zuernst, sie ihren Bedraengern preisgibst und ihre Feinde sie gefangen fortfuehren in ein fernes oder nahes Land, 8:47 so werden sie im Land ihrer Gefangenschaft in sich gehen. Sie werden im Land ihrer Gefangenschaft umkehren, zu dir flehen und rufen: Wir haben gesuendigt, Unrecht getan und gefrevelt. 8:48 Mit ganzem Herzen und ganzer Seele werden sie im Land ihrer Feinde, von denen sie als Gefangene weggefuehrt wurden, zu dir umkehren und zu dir beten, zum Land hingewendet, das du ihren Vaetern gegeben hast, zur Stadt hin, die du erwaehlt hast, und zum Haus hin, das ich deinem Namen gebaut habe. 8:49 Hoere dann im Himmel, dem Ort, wo du wohnst, ihr Beten und Flehen! Verschaff ihnen Recht, 8:50 und verzeih deinem Volk, was es gegen dich gesuendigt hat; verzeih ihm alle Frevel, die es gegen dich begangen hat. Lass sie bei ihren Unterdrueckern Mitleid und Erbarmen finden! 8:51 Sie sind ja dein Volk und dein Eigentum, das du aus dem Schmelzofen, aus Aegypten, herausgefuehrt hast. 8:52 Halte deine Augen offen fuer das Flehen deines Knechtes und fuer das Flehen deines Volkes Israel! Erhoere sie, sooft sie zu dir rufen. 8:53 Du hast dir Israel unter allen Voelkern der Erde als Eigentum ausgewaehlt, wie du es durch deinen Knecht Mose verkuendet hast, als du unsere Vaeter aus Aegypten gefuehrt hast, Herr und Gott. 8:54 Salomos Segen: 8,54-61 Als Salomo dieses flehentliche Gebet zum Herrn beendet hatte, erhob er sich auf dem Platz vor dem Altar des Herrn, wo er niedergekniet war und die Haende zum Himmel ausgebreitet hatte. 8:55 Er trat vor die ganze Versammlung Israels, segnete sie und rief mit lauter Stimme: 8:56 Gepriesen sei der Herr, der seinem Volk Israel Ruhe geschenkt hat, wie er es versprochen hat. Von all den herrlichen Verheissungen, die er durch seinen Knecht Mose verkuendet hat, ist nicht eine hinfaellig geworden. 8:57 Der Herr, unser Gott, sei mit uns, wie er mit unseren Vaetern war. Er verlasse uns nicht und verstosse uns nicht. 8:58 Er lenke unsere Herzen zu sich hin, damit wir auf seinen Wegen gehen und die Gebote, Befehle und Anordnungen befolgen, die er unseren Vaetern gegeben hat. 8:59 Moegen diese Worte, die ich flehend vor dem Herrn, unserem Gott, gesprochen habe, ihm Tag und Nacht gegenwaertig bleiben. Moege er seinem Knecht und seinem Volk Israel Recht verschaffen, wie es jeder Tag verlangt, 8:60 damit alle Voelker der Erde erkennen, dass niemand Gott ist als der Herr allein. 8:61 Euer Herz aber bleibe ungeteilt beim Herrn, unserem Gott, so dass ihr seinen Gesetzen folgt und auf seine Gebote achtet, wie es heute geschieht. 8:62 Der Abschluss der Feier: 8,62-66 Dann brachten der Koenig und mit ihm ganz Israel vor dem Herrn Opfer dar. [(62-66) 2 Chr 7,4-10] 8:63 Zweiundzwanzigtausend Rinder und hundertzwanzigtausend Schafe liess Salomo als Heilsopfer fuer den Herrn schlachten. So vollzogen der Koenig und alle Israeliten die Weihe des Hauses des Herrn. [Zum Heilsopfer vgl. die Anmerkung zu Lev 3,1-17. - Den hohen Zahlen der Opfertiere mag eine uns unbekannte Symbolik zugrunde liegen.] 8:64 An jenem Tag weihte der Koenig auch die Mitte des Hofes, der vor dem Haus des Herrn war, als er dort das Brandopfer, das Speiseopfer und die Fettstuecke der Heilsopfer darbrachte. Der bronzene Altar, der vor dem (Tempel des) Herrn stand, war naemlich zu klein, um das Brandopfer, das Speiseopfer und die Fettstuecke der Heilsopfer fassen zu koennen. 8:65 Salomo feierte damals mit ganz Israel, das von Lebo-Hamat bis zum Grenzbach Aegyptens zu einer grossen Versammlung vor dem Herrn, unserem Gott, erschienen war, das (Laubhuetten-)Fest sieben Tage lang [und nochmals sieben Tage, zusammen vierzehn Tage]. [Spaeterer Zusatz, eingefuegt in der Annahme, dass die Tempelweihe und das Laubhuettenfest nicht gleichzeitig, sondern nacheinander in je siebentaegiger Feier begangen wurden. - Lebo-Hamat: Name einer Landschaft oder eines Ortes zwischen Libanon und Antilibanon oder weiter im Norden, am Orontes.] 8:66 Am achten Tag entliess er das Volk. Sie priesen den Koenig und gingen zu ihren Zelten, frohen Mutes und voll Freude ueber all das Gute, das der Herr an seinem Knecht David und seinem Volk Israel getan hatte. 9:1 Die Verheissung fuer den Tempel: 9,1-9 Nachdem Salomo den Bau des Tempels und des koeniglichen Palastes vollendet und alle Plaene, die er auszufuehren wuenschte, verwirklicht hatte, [(1-9) 2 Chr 7,11-22] 9:2 erschien ihm der Herr zum zweitenmal, wie er ihm in Gibeon erschienen war. [(2-3) 3,4f] 9:3 Er sprach zu ihm: Ich habe dein flehentliches Gebet, das du an mich gerichtet hast, gehoert und dieses Haus, das du gebaut hast, geheiligt. Meinen Namen werde ich fuer immer hierher legen, meine Augen und mein Herz werden allezeit hier weilen. 9:4 Wenn du mit ungeteiltem und aufrichtigem Herzen vor mir den Weg gehst, den dein Vater David gegangen ist, und wenn du alles tust, was ich dir befohlen habe, wenn du auf meine Gebote und Rechtsvorschriften achtest, 9:5 dann werde ich deinen Koenigsthron auf ewig in Israel bestehen lassen, wie ich es deinem Vater David zugesichert habe, zu dem ich gesagt habe: Es soll dir nie an einem Nachkommen auf dem Thron Israels fehlen. [2 Sam 7,16] 9:6 Doch wenn ihr und eure Soehne euch von mir abwendet und die Gebote und Gesetze, die ich euch gegeben habe, uebertretet, wenn ihr euch anschickt, andere Goetter zu verehren und anzubeten, 9:7 dann werde ich Israel in dem Land ausrotten, das ich ihm gegeben habe. Das Haus, das ich meinem Namen geweiht habe, werde ich aus meinem Angesicht wegschaffen, und Israel soll zum Gespoett und zum Hohn unter allen Voelkern werden. 9:8 Dieses Haus wird zu einem Truemmerhaufen werden, und jeder, der voruebergeht, wird sich entsetzen und zischen. Man wird fragen: Warum hat der Herr diesem Land und diesem Haus das angetan? [wird zu einem Truemmerhaufen werden: sinngemaess korr.; H: wird hoch sein. - Zischen ist ein Zeichen des Spottes.] 9:9 Und man wird antworten: Weil sie den Herrn, ihren Gott, der ihre Vaeter aus Aegypten gefuehrt hat, verlassen, sich an andere Goetter gehaengt, sich vor ihnen niedergeworfen und sie verehrt haben, darum hat der Herr all dieses Unglueck ueber sie gebracht. 9:10 Verschiedene Nachrichten ueber Salomo: 9,10-28 Zwanzig Jahre hatte Salomo an den beiden Haeusern, dem Tempel des Herrn und dem koeniglichen Palast, gebaut. [(10-28) 2 Chr 8,1-18] 9:11 Der Koenig Hiram von Tyrus hatte ihn dabei mit Zedern- und Zypressenholz sowie mit Gold in der gewuenschten Menge unterstuetzt. Damals trat Koenig Salomo zwanzig Staedte in der Landschaft Galilaea an Hiram ab. 9:12 Als aber Hiram aus Tyrus herueberkam, um die Staedte anzusehen, die Salomo ihm gegeben hatte, gefielen sie ihm nicht. 9:13 Er meinte: Was sind das fuer Staedte, die du mir gegeben hast, mein Bruder? - Man nennt sie Land Kabul bis zum heutigen Tag. [Den Namen konnte man veraechtlich verstehen als "wie duerres Holz" (vgl. Jes 44,19). Kabul: oestlich von Akko.] 9:14 Hiram hatte dem Koenig hundertzwanzig Talente Gold gesandt. 9:15 So verhielt es sich mit dem Frondienst: Koenig Salomo hatte Fronarbeiter ausgehoben zum Bau des Tempels, seines Palastes, des Millo und der Mauern von Jerusalem, Hazor, Megiddo und Geser. [2 Sam 5,9 Zu Millo vgl. die Anmerkung zu 2 Sam 5,9.] 9:16 Der Pharao, der Koenig von Aegypten, war naemlich heraufgezogen, hatte Geser erobert und eingeaeschert, die Kanaaniter, die darin wohnten, getoetet und die Stadt als Brautgeschenk seiner Tochter, der Frau Salomos, gegeben. [Vgl. die Anmerkung zu 3,1.] 9:17 Salomo baute nun Geser wieder auf. Ferner baute er das untere Bet-Horon aus [17f: Der Ausbau der Staedte sicherte das Land gegen Angriffe vom Norden und von Aegypten.] 9:18 sowie Baala und Tamar in der Steppe im Land (Juda), 9:19 dazu alle Vorratsstaedte, die ihm gehoerten, die Staedte fuer die Wagen und ihre Mannschaft und was er sonst in Jerusalem, auf dem Libanon und im ganzen Bereich seiner Herrschaft zu bauen wuenschte. 9:20 Die Reste der Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, die nicht zu den Israeliten gehoerten 9:21 und von denen noch Nachkommen im Land lebten - die Israeliten hatten sie nicht ausrotten koennen -, hob Salomo als Fronarbeiter aus, und sie blieben es bis zum heutigen Tag. 9:22 Von den Israeliten aber machte Salomo niemand zum Sklaven; sie waren seine Krieger und Beamten, seine Obersten und Hauptleute, die Befehlshaber ueber seine Wagen und deren Mannschaft. 9:23 Die Leitung der Arbeiten Salomos oblag den fuenfhundertfuenfzig Werkfuehrern unter dem Befehl der Statthalter. Sie hatten die Aufsicht ueber die Leute, die bei den Arbeiten beschaeftigt waren. 9:24 Als die Tochter des Pharao aus der Davidstadt in ihr Haus hinaufgezogen war, das Salomo fuer sie gebaut hatte, baute er den Millo aus. 9:25 Dreimal im Jahr brachte Salomo auf dem Altar, den er fuer den Herrn erbaut hatte, Brand- und Heilsopfer dar und liess seine Opfergaben vor dem Herrn in Rauch aufgehen. Und er vollendete das Haus. [Der Koenig bestritt vielleicht nur den Aufwand fuer die Opfer, die von den Priestern dargebracht wurden. Die Dreizahl entsprach wohl den drei Hauptfesten (vgl. 2 Chr 8,13). - Opfergaben: Text korr.] 9:26 Koenig Salomo baute auch eine Flotte in Ezjon-Geber, das bei Elat an der Kueste des Schilfmeers in Edom liegt. 9:27 Hiram schickte seine Leute, geuebte Seefahrer, mit den Leuten Salomos zu Schiff aus. 9:28 Sie fuhren nach Ofir, holten von dort vierhundertzwanzig Talente Gold und brachten es dem Koenig Salomo. [Ofir wird in Suedarabien oder an der gegenueberliegenden Kueste Afrikas vermutet.] 10:1 Die Koenigin von Saba: 10,1-13 [Die Koenigin von Saba hoerte vom Ruf Salomos und kam, um ihn mit Raetselfragen auf die Probe zu stellen. (1-13) 2 Chr 9,1-12 Saba: wahrscheinlich eine Landschaft im noerdlichen Arabien, die auch in assyrischen Texten genannt wird. Andere denken an das beruehmte Handelsvolk der Sabaeer in Suedarabien. - H hat den Zusatz "im Namen des Herrn"; er ist wahrscheinlich durch Verschreibung aus dem Namen Salomo entstanden.] 10:2 Sie kam nach Jerusalem mit sehr grossem Gefolge, mit Kamelen, die Balsam, eine gewaltige Menge Gold und Edelsteine trugen, trat bei Salomo ein und redete mit ihm ueber alles, was sie sich vorgenommen hatte. 10:3 Salomo gab ihr Antwort auf alle Fragen. Es gab nichts, was dem Koenig verborgen war und was er ihr nicht haette sagen koennen. 10:4 Als nun die Koenigin von Saba die ganze Weisheit Salomos erkannte, als sie den Palast sah, den er gebaut hatte, 10:5 die Speisen auf seiner Tafel, die Sitzplaetze seiner Beamten, das Aufwarten der Diener und ihre Gewaender, seine Getraenke und sein Opfer, das er im Haus des Herrn darbrachte, da stockte ihr der Atem. 10:6 Sie sagte zum Koenig: Was ich in meinem Land ueber dich und deine Weisheit gehoert habe, ist wirklich wahr. 10:7 Ich wollte es nicht glauben, bis ich nun selbst gekommen bin und es mit eigenen Augen gesehen habe. Und wahrlich, nicht einmal die Haelfte hat man mir berichtet; deine Weisheit und deine Vorzuege uebertreffen alles, was ich gehoert habe. 10:8 Gluecklich sind deine Maenner, gluecklich diese deine Diener, die allezeit vor dir stehen und deine Weisheit hoeren. 10:9 Gepriesen sei Jahwe, dein Gott, der an dir Gefallen fand und dich auf den Thron Israels setzte. Weil Jahwe Israel ewig liebt, hat er dich zum Koenig bestellt, damit du Recht und Gerechtigkeit uebst. 10:10 Sie gab dem Koenig hundertzwanzig Talente Gold, dazu eine sehr grosse Menge Balsam und Edelsteine. Niemals mehr kam so viel Balsam in das Land, wie die Koenigin von Saba dem Koenig Salomo schenkte. 10:11 Auch die Flotte Hirams, die Gold aus Ofir holte, brachte von dort grosse Mengen Almuggimholz und Edelsteine. [Algummimholz oder Almuggimholz ist eine nicht naeher bestimmbare wertvolle Holzart.] 10:12 Der Koenig liess aus dem Almuggimholz Schnitzarbeiten fuer das Haus des Herrn und den koeniglichen Palast sowie Zithern und Harfen fuer die Saenger anfertigen. Solches Almuggimholz ist nie wieder in das Land gekommen und bis zum heutigen Tag nicht mehr gesehen worden. [Die genaue Bedeutung des mit "Schnitzarbeiten" uebersetzten Wortes ist unbekannt.] 10:13 Koenig Salomo gewaehrte der Koenigin von Saba alles, was sie wuenschte und begehrte. Dazu beschenkte er sie reichlich, wie es nur der Koenig Salomo vermochte. Schliesslich kehrte sie mit ihrem Gefolge in ihr Land zurueck. 10:14 Salomos Reichtum: 10,14-29 Das Gewicht des Goldes, das alljaehrlich bei Salomo einging, betrug sechshundertsechsundsechzig Goldtalente. [(14-28) 2 Chr 9,13-28 Das Spiel mit der Zahl sechs laesst eine sinnbildliche Bedeutung vermuten (vgl. Offb 13,18).] 10:15 Dabei sind nicht eingerechnet die Abgaben der Kaufleute und die Einnahmen, die von den Haendlern, von allen Koenigen Arabiens und von den Statthaltern des Landes kamen. [Die Uebersetzung setzt geringfuegige Korrekturen voraus.] 10:16 Koenig Salomo liess zweihundert Schilde aus gehaemmertem Gold herstellen; sechshundert Goldschekel verwandte er fuer jeden Schild. Die Schilde dienten als Prunkstuecke bei feierlichen Auftritten [(vgl. 14,28).] 10:17 Dazu machte er dreihundert kleinere Schilde aus gehaemmertem Gold; drei Minen Gold verwandte er fuer jeden. Er brachte sie in das Libanonwaldhaus. 10:18 Ferner liess der Koenig einen grossen Thron aus Elfenbein anfertigen und mit bestem Gold ueberziehen. 10:19 Sechs Stufen fuehrten zum Thron hinauf. An seiner Rueckseite war der Kopf eines Jungstiers, und zu beiden Seiten des Sitzes befanden sich Armlehnen. Zwei Loewen standen neben den Lehnen [der Kopf eines Jungstiers: Text korr. nach G; H: ein runder Kopf.] 10:20 und zwoelf zu beiden Seiten der sechs Stufen. Dergleichen ist noch fuer kein Koenigreich geschaffen worden. 10:21 Alle Trinkgefaesse des Koenigs Salomo waren aus Gold; ebenso waren alle Geraete des Libanonwaldhauses aus bestem Gold. Silber galt in den Tagen Salomos als wertlos; 10:22 denn der Koenig hatte eine Tarschischflotte auf dem Meer, zusammen mit den Schiffen Hirams. Einmal in drei Jahren kam die Tarschischflotte und brachte Gold, Silber, Elfenbein, Affen und Perlhuehner. [Tarschischflotte: Flotte von Schiffen, die den weiten Weg nach Tarschisch an der Kueste Spaniens zuruecklegen konnten.] 10:23 So uebertraf Koenig Salomo alle Koenige der Erde an Reichtum und Weisheit. 10:24 Alle Welt begehrte ihn zu sehen und die Weisheit zu hoeren, die Gott in sein Herz gelegt hatte. 10:25 Alle brachten ihm Jahr fuer Jahr ihre Gaben: silberne und goldene Gefaesse, Gewaender, Waffen, Balsam, Pferde und Maultiere. 10:26 Salomo beschaffte sich Wagen und Besatzung dazu. Er hatte vierzehnhundert Wagen und zwoelftausend Mann als Besatzung und brachte sie in die Wagenstaedte sowie in die Umgebung des Koenigs nach Jerusalem. [(26-29) 2 Chr 1,14-17 vierzehnhundert: vgl. die Anmerkung zu 5,6.] 10:27 Der Koenig machte das Silber in Jerusalem so haeufig wie die Steine und die Zedern so zahlreich wie die Maulbeerfeigenbaeume in der Schefela. 10:28 Man bezog die Pferde fuer Salomo aus Aegypten und Koe; die Haendler des Koenigs kauften sie in Koe. [Statt Aegypten (hebraeisch Mizrajim) ist vielleicht Muzri (Koenigreich an der zilizischen Kueste, wie Koe) zu lesen.] 10:29 Ein Wagen, der aus Aegypten kam, kostete sechshundert und ein Pferd hundertfuenfzig Silberschekel. Ebenso trieb man Handel mit allen hetitischen und aramaeischen Koenigen. 11:1 Salomos Bundesbruch: 11,1-8 Koenig Salomo liebte neben der Tochter des Pharao noch viele andere auslaendische Frauen: Moabiterinnen, Ammoniterinnen, Edomiterinnen, Sidonierinnen, Hetiterinnen. 11:2 Es waren Frauen aus den Voelkern, von denen der Herr den Israeliten gesagt hatte: Ihr duerft nicht zu ihnen gehen, und sie duerfen nicht zu euch kommen; denn sie wuerden euer Herz ihren Goettern zuwenden. An diesen hing Salomo mit Liebe. [Ex 34,16; Dtn 7,3] 11:3 Er hatte siebenhundert fuerstliche Frauen und dreihundert Nebenfrauen. Sie machten sein Herz abtruennig. [Nachahmung der Haremsbraeuche orientalischer Herrscher.] 11:4 Als Salomo aelter wurde, verfuehrten ihn seine Frauen zur Verehrung anderer Goetter, so dass er dem Herrn, seinem Gott, nicht mehr ungeteilt ergeben war wie sein Vater David. 11:5 Er verehrte Astarte, die Goettin der Sidonier, und Milkom, den Goetzen der Ammoniter. 11:6 Er tat, was dem Herrn missfiel, und war ihm nicht so vollkommen ergeben wie sein Vater David. 11:7 Damals baute Salomo auf dem Berg oestlich von Jerusalem eine Kulthoehe fuer Kemosch, den Goetzen der Moabiter, und fuer Milkom, den Goetzen der Ammoniter. [Milkom: Text korr. nach V. 5 und V. 33; H: Moloch.] 11:8 Dasselbe tat er fuer alle seine auslaendischen Frauen, die ihren Goettern Rauch- und Schlachtopfer darbrachten. 11:9 Ankuendigung des Gerichts: 11,9-13 Der Herr aber wurde zornig ueber Salomo, weil sich sein Herz von ihm, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war [3,4-15; 9,1-9] 11:10 und ihm verboten hatte, fremden Goettern zu dienen. Doch Salomo hielt sich nicht an das, was der Herr von ihm verlangt hatte. 11:11 Daher sprach der Herr zu ihm: Weil es so mit dir steht, weil du meinen Bund gebrochen und die Gebote nicht befolgt hast, die ich dir gegeben habe, werde ich dir das Koenigreich entreissen und es deinem Knecht geben. 11:12 Nur deines Vaters David wegen werde ich es nicht schon zu deinen Lebzeiten tun; erst deinem Sohn werde ich es entreissen. 11:13 Doch werde ich ihm das Koenigtum nicht ganz entreissen; ich lasse deinem Sohn noch einen Stamm wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich erwaehlt habe. 11:14 Salomos Gegner: 11,14-40 Der Herr liess Salomo einen Widersacher erstehen, den Edomiter Hadad aus der koeniglichen Familie von Edom. 11:15 Als David die Edomiter geschlagen hatte und sein Heerfuehrer Joab hinaufzog, um die Gefallenen zu begraben, toetete er in Edom alles, was maennlich war. [geschlagen hatte: Text korr. nach G.] 11:16 Sechs Monate hielt sich Joab mit ganz Israel in Edom auf, bis er alles, was maennlich war, ausgerottet hatte. 11:17 Hadad aber konnte mit einigen Edomitern, die im Dienst seines Vaters standen, entfliehen und nach Aegypten entkommen. Er war noch sehr jung. 11:18 Sie waren von Midian aufgebrochen und nach Paran gelangt. Dort nahmen sie noch andere Maenner mit und kamen nach Aegypten zum Pharao, dem Koenig von Aegypten. Dieser gab Hadad ein Haus, sorgte fuer seinen Unterhalt und schenkte ihm ein Grundstueck. 11:19 Hadad fand solche Gnade beim Pharao, dass dieser ihm die Schwester seiner Gemahlin, der Koenigin Tachpenes, zur Frau gab. 11:20 Die Schwester der Tachpenes gebar ihm den Sohn Genubat, und Tachpenes zog ihn im Haus des Pharao auf. So lebte Genubat im Haus des Pharao unter dessen Soehnen. 11:21 Als nun Hadad in Aegypten hoerte, dass David zu seinen Vaetern entschlafen und der Heerfuehrer Joab tot war, bat er den Pharao: Lass mich in mein Land zurueckkehren! 11:22 Der Pharao entgegnete ihm: Was fehlt dir denn bei mir, dass du in dein Land zurueckkehren willst? Doch Hadad antwortete: Lass mich ziehen! 11:23 Gott liess Salomo noch einen anderen Widersacher erstehen, Reson, den Sohn Eljadas, der vor seinem Herrn, dem Koenig Hadad-Eser von Zoba, geflohen war. [23-25: David hatte Hadad-Eser von Zoba besiegt und Damaskus unterworfen (vgl. 2 Sam 8,3-6; 10,16-19). Reson gelang es, sich in Damaskus als Koenig zu behaupten. Das mag zu Beginn der Regierung Salomos geschehen sein.] 11:24 Als David viele Aramaeer niedermachen liess, sammelte Reson Maenner um sich und wurde Anfuehrer einer Freischar. Spaeter zog er nach Damaskus, liess sich dort nieder und wurde Koenig in Damaskus. 11:25 Er war ein Widersacher Israels, solange Salomo lebte, und vermehrte das Unglueck, das von Hadad ausging; er hasste Israel und herrschte ueber Aram. 11:26 Auch Jerobeam, der Sohn Nebats, ein Beamter Salomos, erhob sich gegen den Koenig. Er war ein Efratiter aus Zereda; seine Mutter hiess Zerua und war Witwe. [Efratiter: Angehoeriger des Stammes Efraim. - Zereda: zwischen Jafo und Schilo.] 11:27 Mit der Erhebung hatte es folgende Bewandtnis: Salomo baute den Millo und schloss die Luecke in der Stadt Davids, seines Vaters. [27f: Die Erhebung Jerobeams steht in zeitlichem Zusammenhang mit dem Bau des Millo (vgl. die Anmerkung zu 2 Sam 5,9).] 11:28 Jerobeam war ein tuechtiger Mann, und als Salomo sah, wie der junge Mann arbeitete, machte er ihn zum Aufseher ueber alle Fronarbeiten des Hauses Josef. 11:29 Als in jener Zeit Jerobeam einmal aus Jerusalem herauskam, begegnete ihm auf dem Weg der Prophet Ahija aus Schilo. Dieser war mit einem neuen Mantel bekleidet. Waehrend nun beide allein auf freiem Feld waren, 11:30 fasste Ahija den neuen Mantel, den er anhatte, zerriss ihn in zwoelf Stuecke 11:31 und sagte zu Jerobeam: Nimm dir zehn Stuecke; denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Ich nehme Salomo das Koenigtum weg und gebe dir zehn Staemme. [31f: Der eine Stamm, der dem Sohn Salomos verbleiben soll, ist Juda. Dass Jerobeam nur zehn statt der erwarteten elf Staemme erhaelt, erklaert sich aus dem Fehlen Levis, der kein Stammesgebiet besass. Da auch Simeon nicht mehr als eigener Stamm vorhanden war, sind Efraim und Manasse, die Josefstaemme, getrennt mitgezaehlt.] 11:32 Nur ein Stamm soll ihm verbleiben wegen meines Knechtes David und wegen Jerusalem, der Stadt, die ich aus allen Staemmen Israels erwaehlt habe. 11:33 Denn er hat mich verlassen und Astarte, die Goettin der Sidonier, Kemosch, den Gott der Moabiter, und Milkom, den Gott der Ammoniter, angebetet. Er ist von meinen Wegen abgewichen und hat nicht wie sein Vater David das getan, was mir gefaellt; er hat meine Gebote und Satzungen uebertreten. 11:34 Doch werde ich ihm das Koenigtum nicht ganz wegnehmen. Wegen meines Knechtes David, den ich erwaehlt habe und der meine Befehle und Gebote befolgt hat, lasse ich ihm die Herrschaft, solange er lebt. 11:35 Erst seinem Sohn werde ich das Koenigreich nehmen und dir zehn Staemme geben. 11:36 Seinem Sohn werde ich einen einzigen Stamm geben, damit meinem Knecht David fuer immer eine Leuchte vor mir bleibe in Jerusalem, der Stadt, die ich erwaehlt habe, um auf sie meinen Namen zu legen. 11:37 Dich aber will ich nehmen, damit du ganz nach deinem Begehren herrschen kannst; du sollst Koenig von Israel sein. 11:38 Wenn du nun auf alles hoerst, was ich dir gebiete, auf meinen Wegen gehst und das tust, was mir gefaellt, wenn du meine Gebote und Befehle befolgst wie mein Knecht David, dann werde ich mit dir sein. Ich werde dir ein Haus bauen, das Bestand hat, wie ich es fuer David gebaut habe, und dir Israel uebergeben. [2 Sam 7,16] 11:39 Die Nachkommen Davids werde ich fuer den Abfall bestrafen, doch nicht fuer alle Zeiten. 11:40 Salomo suchte nun Jerobeam zu toeten. Doch dieser machte sich auf und floh nach Aegypten zu Schischak, dem Koenig von Aegypten. Dort blieb er bis zum Tod Salomos. [Schischak hatte 945 v. Chr. die 21. Dynastie, die mit Salomo verschwaegert war, gestuerzt.] 11:41 Salomos Tod: 11,41-43 Die uebrige Geschichte Salomos, alle seine Taten und die Beweise seiner Weisheit, sind aufgezeichnet in der Chronik Salomos. [(41-43) 2 Chr 9,29-31] 11:42 Die Zeit, in der Salomo in Jerusalem ueber ganz Israel Koenig war, betrug vierzig Jahre. 11:43 Er entschlief zu seinen Vaetern und wurde in der Stadt seines Vaters David begraben. Sein Sohn Rehabeam wurde Koenig an seiner Stelle. 12:1 Die Geschichte der getrennten Reiche Erster Teil: 12,1 - 22,54 Der Abfall der zehn Nordstaemme: 12,1-19 Rehabeam begab sich nach Sichem; denn dorthin war ganz Israel gekommen, um ihn zum Koenig zu machen. [(1-19) 2 Chr 10,1-19 Mit "Israel" ist in den Koenigsbuechern bald das ungeteilte Volk, bald nur die Nordstaemme, bald das nach dem Tod Salomos entstandene Nordreich gemeint.] 12:2 Jerobeam, der Sohn Nebats, hoerte davon, waehrend er noch in Aegypten war, wohin er vor dem Koenig Salomo hatte fliehen muessen; er kehrte jetzt aus Aegypten zurueck. [kehrte . . . zurueck: Text korr. nach 2 Chr 10,2; H: blieb in Aegypten.] 12:3 Man sandte zu ihm und liess ihn rufen. So kamen also Jerobeam und die ganze Versammlung Israels (nach Sichem), und sie sagten zu Rehabeam: 12:4 Dein Vater hat uns ein hartes Joch auferlegt. Erleichtere du jetzt den harten Dienst deines Vaters und das schwere Joch, das er uns auferlegt hat. Dann wollen wir dir dienen. 12:5 Er antwortete ihnen: Geht weg, und kommt nach drei Tagen wieder zu mir! Als sich das Volk entfernt hatte, 12:6 beriet sich Koenig Rehabeam mit den aelteren Maennern, die zu Lebzeiten seines Vaters Salomo in dessen Dienst gestanden hatten. Er fragte sie: Welchen Rat gebt ihr mir? Was soll ich diesem Volk antworten? 12:7 Sie sagten zu ihm: Wenn du dich heute zum Diener dieses Volkes machst, ihnen zu Willen bist, auf sie hoerst und freundlich mit ihnen redest, dann werden sie immer deine Diener sein. 12:8 Doch er verwarf den Rat, den die Aelteren ihm gegeben hatten, und beriet sich mit den jungen Leuten, die mit ihm gross geworden waren und jetzt in seinem Dienst standen. 12:9 Er fragte sie: Welchen Rat gebt ihr mir? Was sollen wir diesem Volk antworten, das zu mir sagt: Erleichtere das Joch, das dein Vater uns auferlegt hat? 12:10 Die jungen Leute, die mit ihm gross geworden waren, sagten zu ihm: So sollst du diesem Volk antworten, das zu dir sagt: Dein Vater hat uns ein schweres Joch auferlegt; erleichtere es uns! So sollst du zu ihnen sagen: Mein kleiner Finger ist staerker als die Lenden meines Vaters. 12:11 Hat mein Vater euch ein schweres Joch aufgebuerdet, so werde ich es noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezuechtigt, ich werde euch mit Skorpionen zuechtigen. ["Skorpione" sind hier Geisseln mit Knoten und Stacheln.] 12:12 Am dritten Tag kamen Jerobeam und das ganze Volk zu Rehabeam; denn der Koenig hatte ihnen gesagt: Kommt am dritten Tag wieder zu mir! 12:13 Der Koenig gab nun dem Volk eine harte Antwort. Er verwarf den Rat, den die Aelteren ihm erteilt hatten, 12:14 und antwortete ihnen nach dem Rat der jungen Leute: Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht. Ich werde es noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezuechtigt, ich werde euch mit Skorpionen zuechtigen. 12:15 Der Koenig hoerte also nicht auf das Volk; denn der Herr hatte es so bestimmt, um das Wort wahr zu machen, das er durch Ahija von Schilo zu Jerobeam, dem Sohn Nebats, gesprochen hatte. [11,29-39] 12:16 Als die Israeliten sahen, dass der Koenig nicht auf sie hoerte, gaben sie ihm zur Antwort: Welchen Anteil haben wir an David? Wir haben keinen Erbbesitz beim Sohn Isais. In deine Zelte, Israel! Nun kuemmere dich um dein Haus, David! So begab sich Israel zu seinen Zelten. [2 Sam 20,1] 12:17 Nur ueber die Israeliten, die in den Staedten Judas wohnten, blieb Rehabeam Koenig. [Israeliten, die in den Staedten Judas wohnten: Angehoerige der Nordstaemme, die sich in Juda niedergelassen hatten.] 12:18 Und als er den Fronaufseher Adoniram hinschickte, steinigte ihn ganz Israel zu Tode. Dem Koenig Rehabeam gelang es, den Wagen zu besteigen und nach Jerusalem zu entkommen. 12:19 So fiel Israel vom Haus David ab und ist abtruennig bis zum heutigen Tag. 12:20 Jerobeam I. von Israel: 12,20-25 Als die Israeliten erfuhren, dass Jerobeam zurueckgekehrt war, liessen sie ihn zur Versammlung rufen und machten ihn zum Koenig ueber ganz Israel. Der Stamm Juda allein hielt noch zum Haus David. 12:21 Rehabeam kam nach Jerusalem und versammelte das ganze Haus Juda und den Stamm Benjamin, hundertachtzigtausend auserlesene Krieger, um gegen das Haus Israel zu kaempfen und das Koenigtum fuer Rehabeam, den Sohn Salomos, zurueckzugewinnen. [(21-24) 2 Chr 11,1-5] 12:22 Doch das Wort Gottes erging an Schemaja, den Mann Gottes: 12:23 Sag zu Rehabeam, dem Sohn Salomos, dem Koenig von Juda, und zum ganzen Haus Juda und Benjamin und zum uebrigen Volk: 12:24 So spricht der Herr: Zieht nicht in den Krieg gegen eure Brueder, die Israeliten! Jeder kehre in sein Haus zurueck; denn ich habe es so verfuegt. Sie hoerten auf das Wort des Herrn und kehrten heim, wie der Herr es befohlen hatte. 12:25 Jerobeam baute Sichem im Gebirge Efraim aus und liess sich dort nieder. Von Sichem zog er nach Penuel und baute auch diese Stadt aus. [Sichem blieb nur kurze Zeit Hauptstadt des Nordreichs. - Penuel lag im Ostjordanland am Mittellauf des Jabbok.] 12:26 Die religioese Trennung: 12,26-33 Jerobeam dachte bei sich: Das Koenigtum koennte wieder an das Haus David fallen. 12:27 Wenn dieses Volk hinaufgeht, um im Haus des Herrn in Jerusalem Opfer darzubringen, wird sich sein Herz wieder seinem Herrn, dem Koenig Rehabeam von Juda, zuwenden. Mich werden sie toeten und zu Rehabeam, dem Koenig von Juda, zurueckkehren. 12:28 So ging er mit sich zu Rate, liess zwei goldene Kaelber anfertigen und sagte zum Volk: Ihr seid schon zuviel nach Jerusalem hinaufgezogen. Hier ist dein Gott, Israel, der dich aus Aegypten heraufgefuehrt hat. [Ex 32,4 zum Volk: Text korr. nach G; H: zu ihnen.] 12:29 Er stellte das eine Kalb in Bet-El auf, das andere brachte er nach Dan. 12:30 Dies wurde Anlass zur Suende. Das Volk zog sogar bis nach Dan, vor das eine Kalb. [vor das eine Kalb: H unklar.] 12:31 Auch errichtete er Kulthoehen und setzte Priester ein, die aus allen Teilen des Volkes stammten und nicht zu den Soehnen Levis gehoerten. 12:32 Fuer den fuenfzehnten Tag des achten Monats stiftete Jerobeam ein Fest, das dem Fest in Juda entsprach. Er stieg in Bet-El zum Altar hinauf, um den Kaelbern zu opfern, die er hatte anfertigen lassen. In Bet-El liess er auch die Priester, die er fuer die Kulthoehen bestellt hatte, Dienst tun. [Das Fest entsprach dem Laubhuettenfest.] 12:33 Am fuenfzehnten Tag des achten Monats stieg er zum Altar hinauf, den er in Bet-El errichtet hatte. Er hatte sich diesen Monat eigens ausgedacht und diesen Tag zu einem Fest fuer die Israeliten bestimmt. An ihm stieg er zum Altar hinauf, um zu opfern. 13:1 Der ungehorsame Gottesmann: 13,1-34 Waehrend Jerobeam am Altar stand, um zu opfern, kam ein Gottesmann aus Juda im Auftrag des Herrn nach Bet-El. 13:2 Er rief im Auftrag des Herrn gegen den Altar: Altar, Altar! So spricht der Herr: Dem Haus David wird ein Sohn geboren mit Namen Joschija. Dieser wird auf dir die Hoehenpriester hinschlachten, die auf dir opfern, und die Gebeine von Menschen wird man auf dir verbrennen. [Ueber die Erfuellung der Weissagung berichtet 2 Koen 23,15-18. Der Name Joschija wurde erst aufgrund des Geschehenen eingefuegt. - Die Totengebeine bewirkten die groesste Verunreinigung des Altars.] 13:3 Er gab an jenem Tag auch ein Zeichen und sprach: Das ist das Zeichen dafuer, dass der Herr gesprochen hat: Der Altar wird zerbersten, und die Asche auf ihm wird zerstreut werden. 13:4 Als der Koenig die Worte hoerte, die der Gottesmann gegen den Altar in Bet-El ausrief, streckte er am Altar seine Hand aus und befahl: Nehmt ihn fest! Doch die Hand, die er gegen ihn ausgestreckt hatte, erstarrte; er konnte sie nicht mehr zurueckziehen. 13:5 Der Altar aber zerbarst, und die Asche auf ihm wurde zerstreut, wie es der Gottesmann im Auftrag des Herrn als Zeichen verkuendet hatte. 13:6 Nun ergriff der Koenig das Wort und sagte zu dem Gottesmann: Besaenftige doch den Herrn, deinen Gott, und bete fuer mich, dass ich meine Hand wieder an mich ziehen kann. Da besaenftigte der Gottesmann den Herrn, und der Koenig konnte seine Hand wieder an sich ziehen; sie war wie zuvor. 13:7 Darauf sagte der Koenig zum Gottesmann: Komm in mein Haus, und staerke dich! Auch moechte ich dir ein Geschenk geben. 13:8 Der Gottesmann aber erwiderte dem Koenig: Ich werde nicht mit dir gehen, auch wenn du mir die Haelfte deines Hauses gibst. Ich werde an diesem Ort weder essen noch trinken. [Der Gottesmann sollte durch sein Verhalten ausdruecken, dass zwischen Gott und dem Nordreich keine Verbindung besteht.] 13:9 Denn so wurde mir durch das Wort des Herrn befohlen: Du darfst dort weder essen noch trinken; und auf dem Weg, den du gekommen bist, darfst du nicht zurueckkehren. 13:10 Daher schlug er einen anderen Weg ein und kehrte nicht auf dem Weg zurueck, auf dem er nach Bet-El gekommen war. 13:11 In Bet-El aber wohnte ein alter Prophet. Als dessen Soehne heimkamen, erzaehlten sie ihm alles, was der Gottesmann an diesem Tag in Bet-El getan und was er zum Koenig gesagt hatte. [Soehne: H hat Einzahl.] 13:12 Darauf fragte sie der Vater: Auf welchem Weg ist er fortgezogen? Die Soehne hatten gesehen, welchen Weg der Gottesmann, der aus Juda gekommen war, eingeschlagen hatte. 13:13 Da befahl er ihnen: Sattelt mir den Esel! Sie taten es, und er stieg auf, 13:14 ritt dem Gottesmann nach und traf ihn unter einer Eiche sitzend an. Er fragte ihn: Bist du der Gottesmann, der aus Juda gekommen ist? Jener antwortete: Ich bin es. 13:15 Da bat er ihn: Komm in mein Haus, und iss Brot mit mir! 13:16 Doch jener entgegnete: Ich kann nicht mit dir zurueckkehren und werde an diesem Ort mit dir weder essen noch trinken. 13:17 Denn im Auftrag des Herrn ist das Wort an mich ergangen: Du darfst dort weder essen noch trinken, und auf dem Weg, den du gekommen bist, darfst du nicht zurueckkehren. 13:18 Der andere aber sagte: Auch ich bin ein Prophet wie du, und ein Engel hat mir im Auftrag des Herrn befohlen: Hol ihn zurueck! Er soll in dein Haus kommen, um zu essen und zu trinken. So belog er ihn. 13:19 Nun kehrte er um und ass und trank im Haus des Propheten. 13:20 Waehrend sie bei Tisch sassen, erging das Wort des Herrn an den Propheten, der ihn zurueckgeholt hatte, 13:21 und er rief es dem Gottesmann aus Juda zu: So spricht der Herr: Weil du gegen den Befehl des Herrn gehandelt und das Verbot uebertreten hast, das dir der Herr, dein Gott, auferlegt hat, 13:22 weil du zurueckgekehrt bist und an dem Ort gegessen und getrunken hast, an dem zu essen und zu trinken er dir verboten hatte, darum soll deine Leiche nicht in das Grab deiner Vaeter kommen. 13:23 Nachdem der Gottesmann gegessen und getrunken hatte, sattelte der Prophet, der ihn zurueckgeholt hatte, fuer ihn den Esel. [H woertlich: sattelte er ihm, dem Propheten, den er zurueckgeholt hatte, den Esel.] 13:24 Er zog fort; doch unterwegs fiel ihn ein Loewe an und toetete ihn. Seine Leiche lag hingestreckt am Weg, und der Esel stand neben ihr. Auch der Loewe blieb neben der Leiche stehen. [Der Auftrag Gottes ist fuer den Gottesmann ein Schicksal, dem er sich nicht entziehen kann. Weil er sich weigerte, das Fehlen jeglicher Gemeinschaft zwischen Gott und dem Nordreich darzustellen, muss er es in seinem Tod zum Ausdruck bringen, indem er von der Grabesgemeinschaft mit seinen Verwandten ausgeschlossen wird.] 13:25 Die Leute, die voruebergingen, sahen die Leiche am Weg liegen und den Loewen neben ihr stehen. Sie kamen und erzaehlten es in der Stadt, in der der alte Prophet wohnte. 13:26 Als der Prophet, der ihn vom Weg zurueckgeholt hatte, davon hoerte, sagte er: Das ist der Gottesmann, der gegen den Befehl des Herrn gehandelt hat. Darum hat ihn der Herr dem Loewen preisgegeben, und dieser hat ihn zerrissen und getoetet, wie es der Herr ihm angekuendigt hatte. 13:27 Dann befahl er seinen Soehnen: Sattelt mir den Esel! Sie taten es, 13:28 und er machte sich auf und fand die Leiche am Weg hingestreckt; der Esel und der Loewe standen neben ihr. Der Loewe hatte die Leiche nicht gefressen und den Esel nicht zerrissen. 13:29 Der Prophet hob nun die Leiche auf, legte sie auf den Esel und kam mit ihr in die Stadt zurueck, um dem Gottesmann die Totenklage zu halten und ihn zu begraben. 13:30 Er bestattete ihn in seinem eigenen Grab, und man klagte um ihn: Ach, mein Bruder! 13:31 Nachdem er ihn begraben hatte, sagte er zu seinen Soehnen: Wenn ich gestorben bin, bringt mich in das Grab, in dem der Gottesmann beigesetzt ist, und legt meine Gebeine neben die seinen! 13:32 Denn das Wort, das er im Auftrag des Herrn gegen den Altar in Bet-El und gegen alle Hoehentempel in den Staedten Samariens gesprochen hat, wird in Erfuellung gehen. 13:33 Jerobeam kehrte auch nach diesem Ereignis von seinem boesen Weg nicht um. Er bestellte weiterhin aus allen Teilen des Volkes Priester fuer die Kulthoehen; jeden, der es wuenschte, setzte er als Hoehenpriester ein. 13:34 Das aber wurde dem Haus Jerobeam als Suende angerechnet, so dass es vernichtet und vom Erdboden vertilgt wurde. 14:1 Das kranke Kind Jerobeams: 14,1-18 In jener Zeit erkrankte Jerobeams Sohn Abija. 14:2 Jerobeam befahl daher seiner Frau: Mach dich auf, verkleide dich, damit man nicht erkennt, dass du Jerobeams Frau bist, und geh nach Schilo! Dort wohnt der Prophet Ahija, der mir verkuendet hat, dass ich Koenig dieses Volkes sein werde. [11,29-39] 14:3 Nimm zehn Brote, Kuchen und einen Krug Honig mit, und geh zu ihm! Er wird dir sagen, was mit dem Kind geschehen wird. 14:4 Die Frau Jerobeams tat so; sie machte sich auf, ging nach Schilo und kam in das Haus Ahijas. Dieser aber konnte nicht mehr sehen; denn seine Augen waren im Alter starr geworden. 14:5 Doch der Herr hatte ihm gesagt: Die Frau Jerobeams kommt, um von dir Auskunft ueber ihren kranken Sohn zu erhalten. Das und das sollst du zu ihr sagen. Wenn sie kommt, wird sie sich verstellen. 14:6 Sobald sie sich nun der Tuere naeherte und Ahija das Geraeusch ihrer Schritte hoerte, rief er: Komm herein, Frau Jerobeams! Warum verstellst du dich? Ich habe dir eine harte Botschaft zu verkuenden. 14:7 Geh heim, und sag zu Jerobeam: So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich mitten aus dem Volk emporgehoben und zum Fuersten meines Volkes Israel gemacht. 14:8 Ich habe das Koenigtum dem Haus David entrissen und dir gegeben. Du aber bist nicht wie mein Knecht David gewesen, der meine Gebote hielt, mir mit ganzem Herzen folgte und nur das tat, was mir gefaellt. 14:9 Du hast es schlimmer getrieben als alle, die vor dir waren, du bist hingegangen, hast dir andere Goetter und Gussbilder gemacht und mich dadurch erzuernt. Mir hast du den Ruecken gekehrt. 14:10 Darum bringe ich Unglueck ueber das Haus Jerobeam und rotte von ihm alles, was maennlich ist, bis zum letzten Mann in Israel aus. Ich fege das Haus Jerobeam hinweg, wie man Kot hinwegfegt, bis nichts mehr vorhanden ist. [16,4; 21,21-24; 2 Koen 9,8] 14:11 Wer vom Haus Jerobeam in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen; und wer auf dem freien Feld stirbt, den werden die Voegel des Himmels fressen. Ja, der Herr hat gesprochen. 14:12 Du aber mach dich auf, und geh in dein Haus! Sobald deine Fuesse die Stadt betreten, wird der Knabe sterben. 14:13 Ganz Israel wird ihm die Totenklage halten und ihn begraben; denn er allein wird vom Haus Jerobeam ein Grab erhalten, weil im Haus Jerobeam nur an ihm sich etwas fand, was dem Herrn, dem Gott Israels, gefiel. 14:14 Der Herr aber wird sich einen Koenig von Israel bestellen, der das [Haus Jerobeam ausrottet . . . H unverstaendlich.] 14:15 Der Herr wird Israel schlagen, dass es schwankt wie das Rohr im Wasser, und er wird Israel aus diesem guten Land, das er den Vaetern gegeben hat, ausreissen und es jenseits des Stromes zerstreuen, weil sie sich Kultpfaehle gemacht und ihn dadurch erzuernt haben. [dass es schwankt: sinngemaess ergaenzt.] 14:16 Er wird Israel preisgeben wegen der Suenden, die Jerobeam begangen und zu denen er Israel verfuehrt hat. 14:17 Da stand die Frau Jerobeams auf und ging. Als sie nach Tirza kam und ueber die Schwelle des Hauses trat, starb der Knabe. [Tirza, noerdlich von Sichem, blieb bis Omri (885-874 v. Chr.) Hauptstadt des Nordreichs (vgl. die Anmerkung zu 16,24).] 14:18 Ganz Israel begrub ihn und hielt ihm die Totenklage, wie der Herr durch seinen Knecht, den Propheten Ahija, vorausgesagt hatte. 14:19 Jerobeams Tod: 14,19-20 Die uebrige Geschichte Jerobeams, welche Kriege er fuehrte und wie er regierte, ist aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Israel. 14:20 Die Regierungszeit Jerobeams betrug zweiundzwanzig Jahre. Er entschlief zu seinen Vaetern, und sein Sohn Nadab wurde Koenig an seiner Stelle. 14:21 Rehabeam von Juda: 14,21-31 Rehabeam, der Sohn Salomos, war Koenig in Juda. Er war einundvierzig Jahre alt, als er Koenig wurde, und regierte siebzehn Jahre in Jerusalem, der Stadt, die der Herr aus allen Staemmen Israels erwaehlt hatte, um seinen Namen auf sie zu legen. Seine Mutter hiess Naama und war eine Ammoniterin. [(21-31) 2 Chr 12,9-16] 14:22 Juda aber tat, was dem Herrn missfiel. Die Suenden, die sie begingen, reizten ihn mehr als alles, was ihre Vaeter getan hatten. 14:23 Denn auch sie errichteten Kulthoehen, Steinmale und Kultpfaehle auf allen hohen Huegeln und unter jedem ueppigen Baum. [Pfaehle aus Holz standen als Sinnbilder der Goettin Aschera oder Astarte neben oder auf den Altaeren. Steinmale, sog. Mazzeben, wurden zur Erinnerung an Personen (Gen 35,20) oder besondere Erlebnisse (Gen 28,18; 35,14) errichtet und waren in diesem Fall auch fuer den frommen Israeliten unbedenklich. Dagegen erscheinen sie zusammen mit heiligen Pfaehlen in heidnischen Kulten als Symbole des Baal. - Ueppige Baeume konnten im wasserarmen Palaestina leicht als Offenbarungsstaette einer Fruchtbarkeitsgottheit gedeutet werden.] 14:24 Sogar Hierodulen gab es im Land. Die Israeliten ahmten alle Greuel der Voelker nach, die der Herr vor ihnen vertrieben hatte. [Die in der Umwelt Israels geuebte kultische Unzucht im Dienst heidnischer Goetter war nach Dtn 23,18 verboten und wurde von den Propheten bekaempft (vgl. Jer 3,2; Hos 4,14).] 14:25 Im fuenften Jahr des Koenigs Rehabeam zog Schischak, der Koenig von Aegypten, gegen Jerusalem. 14:26 Er raubte die Schaetze des Tempels und die Schaetze des koeniglichen Palastes und nahm alles weg, auch alle goldenen Schilde, die Salomo hatte anfertigen lassen. 14:27 An deren Stelle liess Koenig Rehabeam bronzene anfertigen und uebergab sie den Befehlshabern der Laeufer, die den Eingang zum Haus des Koenigs bewachten. [Die "Laeufer" waren urspruenglich die Begleiter des Koenigs; spaeter dienten sie als Palastwache.] 14:28 Sooft nun der Koenig in das Haus des Herrn ging, trugen die Laeufer die Schilde und brachten sie dann wieder in ihre Wachstube zurueck. 14:29 Die uebrige Geschichte Rehabeams und alle seine Taten sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Juda. 14:30 Es war aber dauernd Krieg zwischen Rehabeam und Jerobeam. 14:31 Rehabeam entschlief zu seinen Vaetern und wurde bei seinen Vaetern in der Davidstadt begraben. Seine Mutter hiess Naama und war eine Ammoniterin. Sein Sohn Abija wurde Koenig an seiner Stelle. 15:1 Abija von Juda: 15,1-8 Im achtzehnten Jahr des Koenigs Jerobeam, des Sohnes Nebats, wurde Abija Koenig von Juda. [(1-8) 2 Chr 13,1-2.22-23] 15:2 Er regierte drei Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hiess Maacha und war eine Enkelin Abschaloms. [Nach 2 Chr 13,2 war seine Mutter Michaja, die Tochter Uriels, aus Gibea.] 15:3 Er verfiel allen Suenden, die sein Vater vor ihm begangen hatte, und sein Herz war nicht ungeteilt beim Herrn, seinem Gott, wie das Herz seines Vaters David. 15:4 Nur Davids wegen liess ihm der Herr, sein Gott, eine Leuchte in Jerusalem, indem er seinen Sohn als Nachfolger einsetzte und Jerusalem bestehen liess. 15:5 Denn David hatte getan, was dem Herrn gefiel. Er war sein Leben lang von keinem Gebot abgewichen, ausser in der Sache Urijas, des Hetiters. [2 Sam 11,2-25] 15:6 Es war aber Krieg zwischen Rehabeam und Jerobeam, solange er lebte. [Der Vers wiederholt 14,30.] 15:7 Die uebrige Geschichte Abijas und alle seine Taten sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Juda. Zwischen Abija und Jerobeam herrschte Krieg. 15:8 Abija entschlief zu seinen Vaetern; man begrub ihn in der Davidstadt. Sein Sohn Asa wurde Koenig an seiner Stelle. 15:9 Asa von Juda: 15,9-24 Im zwanzigsten Jahr Jerobeams, des Koenigs von Israel, wurde Asa Koenig von Juda. [(9-12) 2 Chr 14,1-4] 15:10 Er regierte einundvierzig Jahre in Jerusalem. Seine Grossmutter hiess Maacha und war eine Enkelin Abschaloms. 15:11 Asa tat, was dem Herrn gefiel, wie sein Vater David. 15:12 Er entfernte die Hierodulen aus dem Land und beseitigte alle Goetzenbilder, die seine Vaeter gemacht hatten. 15:13 Auch seine Grossmutter Maacha enthob er ihrer Stellung als Herrin, weil sie der Aschera ein Schandbild errichtet hatte. Er liess ihr Schandbild umhauen und im Kidrontal verbrennen. [(13-15) 2 Chr 15,16-18 Zur Stellung der Koenigin-Mutter vgl. die Anmerkung zu 2,19f.] 15:14 Nur die Kulthoehen verschwanden nicht. Doch das Herz Asas war ungeteilt beim Herrn, solange er lebte. 15:15 Er brachte auch die Weihegaben seines Vaters und seine eigenen Weihegaben in das Haus des Herrn: Silber, Gold und allerlei Geraete. [seine eigenen Weihegaben: Text korr. nach G und 2 Chr 15,18.] 15:16 Zwischen Asa und Bascha, dem Koenig von Israel, herrschte Krieg, solange sie lebten. [(16-22) 2 Chr 16,1-6] 15:17 Bascha, der Koenig von Israel, zog gegen Juda und baute Rama aus, um Asa, den Koenig von Juda, daran zu hindern, in den Krieg zu ziehen. [Rama: noerdlich von Jerusalem. Der Besitz der Stadt gab Bascha die Moeglichkeit, den Truppen von Juda den Weg zu ihren noerdlichen Grenzorten zu versperren.] 15:18 Da nahm Asa alles Silber und Gold, das in den Schatzkammern des Tempels noch vorhanden war, dazu alle Schaetze des koeniglichen Palastes, und liess sie durch seine Abgesandten zu Ben-Hadad bringen, dem Sohn Tabrimmons und Enkel Hesjons, dem Koenig von Aram, der in Damaskus seinen Sitz hatte. Dabei liess er ihm sagen: 15:19 Zwischen mir und dir, zwischen meinem Vater und deinem Vater, soll ein Buendnis sein. Ich schicke dir Silber und Gold als Geschenk. Loese also dein Buendnis mit Bascha, dem Koenig von Israel, damit er von mir abzieht. 15:20 Ben-Hadad hoerte auf Koenig Asa. Er sandte seine Heerfuehrer gegen die Staedte Israels und verwuestete Ijon, Dan, Abel-Bet-Maacha, ganz Kinneret sowie das ganze Land Naftali. [Die Staedte liegen westlich des Oberlaufs des Jordan.] 15:21 Als Bascha dies erfuhr, hoerte er auf, Rama auszubauen, und zog sich nach Tirza zurueck. [zog sich zurueck: Text korr. nach G und Vg.] 15:22 Koenig Asa aber bot ganz Juda bis zum letzten Mann auf und liess die Steine und Balken wegnehmen, mit denen Bascha Rama ausgebaut hatte. Mit ihnen baute Koenig Asa Geba in Benjamin und Mizpa aus. 15:23 Die ganze uebrige Geschichte Asas, alle seine Erfolge und Taten sowie die Staedte, die er baute, sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Juda. In seinem Alter erkrankte er an den Fuessen. 15:24 Asa entschlief zu seinen Vaetern und wurde bei seinen Vaetern in der Stadt seines Vaters David begraben. Sein Sohn Joschafat wurde Koenig an seiner Stelle. 15:25 Nadab von Israel: 15,25-32 Nadab, der Sohn Jerobeams, wurde Koenig von Israel im zweiten Jahr des Koenigs Asa von Juda. Er regierte zwei Jahre ueber Israel 15:26 und tat, was dem Herrn missfiel. Er folgte den Wegen seines Vaters und hielt an der Suende fest, zu der dieser Israel verfuehrt hatte. 15:27 Bascha, der Sohn Ahijas, aus dem Stamm Issachar, zettelte eine Verschwoerung gegen ihn an und erschlug ihn bei Gibbeton, das den Philistern gehoerte. Nadab belagerte naemlich damals Gibbeton mit ganz Israel. 15:28 Im dritten Jahr des Koenigs Asa von Juda toetete ihn Bascha und wurde Koenig an seiner Stelle. 15:29 Als er aber Koenig geworden war, beseitigte er das ganze Haus Jerobeam. Er liess keinen am Leben, sondern rottete es voellig aus, wie der Herr durch seinen Knecht Ahija von Schilo vorausgesagt hatte. [14,10f] 15:30 Das geschah wegen der Suenden, die Jerobeam begangen und zu denen er Israel verfuehrt hatte, und wegen des Aergers, den er dem Herrn, dem Gott Israels, bereitet hatte. 15:31 Die uebrige Geschichte Nadabs und alle seine Taten sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Israel. 15:32 Zwischen Asa und Bascha, dem Koenig von Israel, herrschte Krieg, solange sie lebten. 15:33 Bascha von Israel: 15,33 - 16,7 Im dritten Jahr des Koenigs Asa von Juda wurde Bascha, der Sohn Ahijas, Koenig ueber ganz Israel. Er regierte in Tirza vierundzwanzig Jahre 15:34 und tat, was dem Herrn missfiel. Er folgte den Wegen Jerobeams und hielt an der Suende fest, zu der dieser Israel verfuehrt hatte. 16:1 Da erging das Wort des Herrn an Jehu, den Sohn Hananis, gegen Bascha: 16:2 Ich habe dich aus dem Staub emporgehoben und zum Fuersten meines Volkes Israel gemacht. Du aber bist den Wegen Jerobeams gefolgt und hast mein Volk Israel zur Suende verleitet, so dass sie mich durch ihre Suenden erzuernten. 16:3 Darum werde ich Bascha und sein Haus wegfegen und sein Haus dem Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, gleichmachen. 16:4 Wer vom Haus Bascha in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen; und wer auf dem freien Feld stirbt, den werden die Voegel des Himmels fressen. [14,10f; 21,21-24; 2 Koen 9,8] 16:5 Die uebrige Geschichte Baschas, seine Taten und Erfolge, sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Israel. 16:6 Bascha entschlief zu seinen Vaetern und wurde in Tirza begraben. Sein Sohn Ela wurde Koenig an seiner Stelle. 16:7 Das Wort des Herrn war durch den Propheten Jehu, den Sohn Hananis, an Bascha und sein Haus ergangen, weil er tat, was dem Herrn missfiel, weil er ihn durch das Werk seiner Haende erzuernte und es dem Haus Jerobeam gleichtat, aber auch weil er dieses ausgerottet hatte. 16:8 Ela von Israel: 16,8-14 Im sechsundzwanzigsten Jahr des Koenigs Asa von Juda wurde Ela, der Sohn Baschas, Koenig von Israel. Er regierte in Tirza zwei Jahre. 16:9 Gegen ihn zettelte sein Knecht Simri, der Befehlshaber der einen Haelfte der Kriegswagen, eine Verschwoerung an. Ela war in Tirza und hatte sich im Haus Arzas, des Palastvorstehers in Tirza, voellig betrunken. 16:10 Simri drang ein und erschlug ihn im siebenundzwanzigsten Jahr des Koenigs Asa von Juda und wurde Koenig an seiner Stelle. 16:11 Als er aber Koenig geworden war und den Thron bestiegen hatte, beseitigte er das ganze Haus Bascha. Er liess nichts am Leben, was maennlich war, keinen Verwandten und keinen Freund. 16:12 So rottete Simri das ganze Haus Bascha aus, wie es der Herr durch den Propheten Jehu ueber Bascha vorausgesagt hatte. 16:13 Dies geschah wegen aller Suenden, die Bascha und sein Sohn Ela begangen und zu denen sie Israel verfuehrt hatten. Durch ihre Goetzen erzuernten sie den Herrn, den Gott Israels. 16:14 Die uebrige Geschichte Elas und alle seine Taten sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Israel. 16:15 Simri von Israel: 16,15-20 Im siebenundzwanzigsten Jahr des Koenigs Asa von Juda war Simri sieben Tage Koenig in Tirza. Das Volk belagerte damals Gibbeton, das den Philistern gehoerte. [15,27] 16:16 Als das Kriegsvolk waehrend der Belagerung hoerte, dass Simri eine Verschwoerung angezettelt und den Koenig erschlagen hatte, rief ganz Israel Omri, den Befehlshaber des Heeres, noch am gleichen Tag im Lager zum Koenig von Israel aus. 16:17 Omri zog nun mit ganz Israel von Gibbeton hinauf und schloss Tirza ein. 16:18 Als Simri sah, dass die Stadt genommen war, zog er sich in den Wohnturm des koeniglichen Palastes zurueck, steckte den Palast ueber sich in Brand und fand den Tod. 16:19 Dies traf ihn zur Strafe fuer die Suenden, die er begangen hatte; denn er hatte getan, was dem Herrn missfiel. Er war den Wegen Jerobeams gefolgt und hatte an der Suende festgehalten, die dieser begangen und zu der er Israel verfuehrt hatte. 16:20 Die uebrige Geschichte Simris und die Verschwoerung, die er angezettelt hat, sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Israel. 16:21 Omri von Israel: 16,21-28 Damals spaltete sich das Volk Israel in zwei Parteien. Die eine Haelfte des Volkes stand hinter Tibni, dem Sohn Ginats, und machte ihn zum Koenig; die andere Haelfte schloss sich Omri an. 16:22 Doch die Anhaenger Omris waren staerker als die Gefolgschaft Tibnis, des Sohnes Ginats, und als Tibni starb, wurde Omri Koenig. 16:23 Im einunddreissigsten Jahr des Koenigs Asa von Juda wurde Omri Koenig von Israel. Er regierte zwoelf Jahre, davon sechs in Tirza. 16:24 Dann kaufte er von Schemer fuer zwei Talente Silber den Berg Samaria, errichtete Bauten auf ihm und nannte die Stadt, die er baute, Samaria, nach dem Namen Schemers, des Besitzers des Berges. [Das wichtigste Ereignis in der Geschichte Omris ist die Gruendung einer neuen Hauptstadt Samaria. Die Palastanlagen Omris (Umrisse sind zum Teil noch erkennbar) wurden erst unter Ahab zu Ende gefuehrt. Schemer war vielleicht der Name des Berges und des Familienverbands, dem er gehoerte. Nach ihm erhielt die Stadt den Namen Schomron, griechisch Samaria.] 16:25 Omri tat, was dem Herrn missfiel, und trieb es noch schlimmer als alle seine Vorgaenger. 16:26 Er folgte ganz den Wegen Jerobeams, des Sohnes Nebats, und hielt an der Suende fest, zu der dieser die Israeliten verfuehrt hatte, so dass sie den Herrn, den Gott Israels, durch ihre Goetzen erzuernten. 16:27 Die uebrige Geschichte Omris, seine Taten und die Erfolge, die er errang, sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Israel. [Von der Bedeutung und dem Ansehen Omris zeugt die Bezeichnung "Haus Omri" fuer das Nordreich in assyrischen Inschriften.] 16:28 Omri entschlief zu seinen Vaetern und wurde in Samaria begraben. Sein Sohn Ahab wurde Koenig an seiner Stelle. 16:29 Ahab von Israel: 16,29-34 Ahab, der Sohn Omris, wurde Koenig von Israel im achtunddreissigsten Jahr des Koenigs Asa von Juda. Er regierte in Samaria zweiundzwanzig Jahre ueber Israel 16:30 und tat, was dem Herrn missfiel, mehr als alle seine Vorgaenger. 16:31 Es war noch das wenigste, dass er an den Suenden Jerobeams, des Sohnes Nebats, festhielt. Er nahm Isebel, die Tochter Etbaals, des Koenigs der Sidonier, zur Frau, ging hin, diente dem Baal und betete ihn an. 16:32 Im Baalstempel, den er in Samaria baute, errichtete er einen Altar fuer den Baal. 16:33 Auch stellte er einen Kultpfahl auf und tat noch vieles andere, womit er den Herrn, den Gott Israels, mehr erzuernte als alle Koenige Israels vor ihm. 16:34 In seinen Tagen baute Hiel aus Bet-El Jericho wieder auf. Um den Preis seines Erstgeborenen Abiram legte er die Fundamente, und um den Preis seines juengsten Sohnes Segub setzte er die Tore ein, wie es der Herr durch Josua, den Sohn Nuns, vorausgesagt hatte. [Jos 6,26 Der Tod der beiden Soehne mag auf einem Ungluecksfall beruhen; man sah aber darin die Erfuellung des Fluchs.] 17:1 Elija am Bach Kerit: 17,1-7 Der Prophet Elija aus Tischbe in Gilead sprach zu Ahab: So wahr der Herr, der Gott Israels, lebt, in dessen Dienst ich stehe: in diesen Jahren sollen weder Tau noch Regen fallen, es sei denn auf mein Wort hin. [der Prophet Elija aus Tischbe: Text korr. nach G.] 17:2 Danach erging das Wort des Herrn an Elija: 17:3 Geh weg von hier, wende dich nach Osten, und verbirg dich am Bach Kerit oestlich des Jordan! 17:4 Aus dem Bach sollst du trinken, und den Raben habe ich befohlen, dass sie dich dort ernaehren. 17:5 Elija ging weg und tat, was der Herr befohlen hatte; er begab sich zum Bach Kerit oestlich des Jordan und liess sich dort nieder. 17:6 Die Raben brachten ihm Brot und Fleisch am Morgen und ebenso Brot und Fleisch am Abend, und er trank aus dem Bach. 17:7 Nach einiger Zeit aber vertrocknete der Bach; denn es fiel kein Regen im Land. 17:8 Elija in Sarepta: 17,8-24 Da erging das Wort des Herrn an Elija: 17:9 Mach dich auf, und geh nach Sarepta, das zu Sidon gehoert, und bleib dort! Ich habe dort einer Witwe befohlen, dich zu versorgen. 17:10 Er machte sich auf und ging nach Sarepta. Als er an das Stadttor kam, traf er dort eine Witwe, die Holz auflas. Er bat sie: Bring mir in einem Gefaess ein wenig Wasser zum Trinken! 17:11 Als sie wegging, um es zu holen, rief er ihr nach: Bring mir auch einen Bissen Brot mit! 17:12 Doch sie sagte: So wahr der Herr, dein Gott, lebt: Ich habe nichts mehr vorraetig als eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Oel im Krug. Ich lese hier ein paar Stuecke Holz auf und gehe dann heim, um fuer mich und meinen Sohn etwas zuzubereiten. Das wollen wir noch essen und dann sterben. 17:13 Elija entgegnete ihr: Fuerchte dich nicht! Geh heim, und tu, was du gesagt hast. Nur mache zuerst fuer mich ein kleines Gebaeck, und bring es zu mir heraus! Danach kannst du fuer dich und deinen Sohn etwas zubereiten; 17:14 denn so spricht der Herr, der Gott Israels: Der Mehltopf wird nicht leer werden und der Oelkrug nicht versiegen bis zu dem Tag, an dem der Herr wieder Regen auf den Erdboden sendet. 17:15 Sie ging und tat, was Elija gesagt hatte. So hatte sie mit ihm und ihrem Sohn viele Tage zu essen. [und ihrem Sohn: Text sinngemaess korr.; H: und ihrem Haus.] 17:16 Der Mehltopf wurde nicht leer, und der Oelkrug versiegte nicht, wie der Herr durch Elija versprochen hatte. 17:17 Nach einiger Zeit erkrankte der Sohn der Witwe, der das Haus gehoerte. Die Krankheit verschlimmerte sich so, dass zuletzt kein Atem mehr in ihm war. 17:18 Da sagte sie zu Elija: Was habe ich mit dir zu schaffen, Mann Gottes? Du bist nur zu mir gekommen, um an meine Suende zu erinnern und meinem Sohn den Tod zu bringen. [Die Frau fuerchtet, dass sie durch die Gegenwart Elijas in ihrem Haus das Augenmerk seines Gottes auf sich und ihre Suenden gelenkt hat und dass er sie nun durch den Tod ihres Sohnes bestraft.] 17:19 Er antwortete ihr: Gib mir deinen Sohn! Und er nahm ihn von ihrem Schoss, trug ihn in das Obergemach hinauf, in dem er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. 17:20 Dann rief er zum Herrn und sagte: Herr, mein Gott, willst du denn auch ueber die Witwe, in deren Haus ich wohne, Unheil bringen und ihren Sohn sterben lassen? 17:21 Hierauf streckte er sich dreimal ueber den Knaben hin, rief zum Herrn und flehte: Herr, mein Gott, lass doch das Leben in diesen Knaben zurueckkehren! [Das gleiche Verhalten wird von Elischa in 2 Koen 4,34 und von Paulus in Apg 20,10 berichtet.] 17:22 Der Herr erhoerte das Gebet Elijas. Das Leben kehrte in den Knaben zurueck, und er lebte wieder auf. 17:23 Elija nahm ihn, brachte ihn vom Obergemach in das Haus hinab und gab ihn seiner Mutter zurueck mit den Worten: Sieh, dein Sohn lebt. 17:24 Da sagte die Frau zu Elija: Jetzt weiss ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des Herrn wirklich in deinem Mund ist. 18:1 Das Gottesurteil auf dem Karmel: 18,1-46 Nach langer Zeit - es war im dritten Jahr - erging das Wort des Herrn an Elija: Geh und zeig dich dem Ahab! Ich will Regen auf die Erde senden. 18:2 Da ging Elija hin, um sich Ahab zu zeigen. Die Hungersnot war gross in Samaria. 18:3 Daher rief Ahab den Palastvorsteher Obadja. Dieser war sehr gottesfuerchtig. 18:4 Als Isebel die Propheten des Herrn ausrottete, hatte Obadja hundert von ihnen beiseite genommen, sie zu je fuenfzig in einer Hoehle verborgen und mit Brot und Wasser versorgt. 18:5 Ahab befahl nun Obadja: Geh an alle Wasserquellen und Baeche im Land! Vielleicht finden wir Gras, damit wir Pferde und Maultiere am Leben erhalten koennen und nicht einen Teil des Viehs toeten muessen. 18:6 Sie teilten sich das Land, um es zu durchstreifen. Ahab ging in die eine und Obadja in die andere Richtung. 18:7 Als nun Obadja unterwegs war, kam ihm Elija entgegen. Obadja erkannte ihn, warf sich vor ihm nieder und rief: Bist du es, mein Herr Elija? 18:8 Dieser antwortete: Ich bin es. Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da. 18:9 Obadja entgegnete: Was habe ich mir zuschulden kommen lassen, dass du deinen Knecht an Ahab ausliefern und dem Tod preisgeben willst? 18:10 So wahr der Herr, dein Gott lebt: Es gibt kein Volk und kein Reich, wo mein Herr dich nicht haette suchen lassen. Und wenn man sagte: Er ist nicht hier, dann liess er dieses Reich oder Volk schwoeren, dass man dich nicht gefunden habe. [Man schrieb dem Prophetenwort eine selbstaendig wirkende Macht zu. Ahab glaubt daher, dass Elija die Duerre nicht nur angekuendigt, sondern sie auch herbeigefuehrt hat, und trachtet ihm deshalb nach dem Leben.] 18:11 Und jetzt befiehlst du: Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da. 18:12 Wenn ich nun von dir weggehe, koennte ja der Geist des Herrn dich an einen Ort tragen, den ich nicht kenne. Kaeme ich dann zu Ahab, um dich zu melden, und koennte er dich nicht finden, so wuerde er mich toeten. Dabei hat dein Knecht doch von Jugend auf den Herrn gefuerchtet. 18:13 Hat man dir denn nicht berichtet, was ich getan habe, als Isebel die Propheten des Herrn umbrachte? Ich habe doch hundert von ihnen, je fuenfzig in einer Hoehle, verborgen und mit Brot und Wasser versorgt. 18:14 Und nun befiehlst du: Geh und melde deinem Herrn: Elija ist da. Ahab wuerde mich toeten. 18:15 Doch Elija antwortete: So wahr der Herr der Heere lebt, in dessen Dienst ich stehe: Heute noch werde ich ihm vor die Augen treten. 18:16 Obadja kam zu Ahab und brachte ihm die Nachricht. Ahab ging Elija entgegen. 18:17 Sobald er ihn sah, rief er aus: Bist du es, Verderber Israels? 18:18 Elija entgegnete: Nicht ich habe Israel ins Verderben gestuerzt, sondern du und das Haus deines Vaters, weil ihr die Gebote des Herrn uebertreten habt und den Baalen nachgelaufen seid. 18:19 Doch schick jetzt Boten aus, und versammle mir ganz Israel auf dem Karmel, auch die vierhundertfuenfzig Propheten des Baal und die vierhundert Propheten der Aschera, die vom Tisch Isebels essen. 18:20 Ahab schickte in ganz Israel umher und liess die Propheten auf dem Karmel zusammenkommen. 18:21 Und Elija trat vor das ganze Volk und rief: Wie lange noch schwankt ihr nach zwei Seiten? Wenn Jahwe der wahre Gott ist, dann folgt ihm! Wenn aber Baal es ist, dann folgt diesem! Doch das Volk gab ihm keine Antwort. [Das Volk fleht sowohl zu Jahwe als auch zu Baal um Regen. Die Rede Elijas schliesst aus, dass beide zugleich Gott sein koennen, und macht dadurch das erwartete Wunder zu einer Entscheidung fuer Jahwe als den alleinigen Gott.] 18:22 Da sagte Elija zum Volk: Ich allein bin als Prophet des Herrn uebriggeblieben; die Propheten des Baal aber sind vierhundertfuenfzig. 18:23 Man gebe uns zwei Stiere. Sie sollen sich einen auswaehlen, ihn zerteilen und auf das Holz legen, aber kein Feuer anzuenden. Ich werde den andern zubereiten, auf das Holz legen und kein Feuer anzuenden. 18:24 Dann sollt ihr den Namen eures Gottes anrufen, und ich werde den Namen des Herrn anrufen. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der wahre Gott. Da rief das ganze Volk: Der Vorschlag ist gut. 18:25 Nun sagte Elija zu den Propheten des Baal: Waehlt ihr zuerst den einen Stier aus, und bereitet ihn zu; denn ihr seid die Mehrheit. Ruft dann den Namen eures Gottes an, entzuendet aber kein Feuer! 18:26 Sie nahmen den Stier, den er ihnen ueberliess, und bereiteten ihn zu. Dann riefen sie vom Morgen bis zum Mittag den Namen des Baal an und schrien: Baal, erhoere uns! Doch es kam kein Laut, und niemand gab Antwort. Sie tanzten huepfend um den Altar, den sie gebaut hatten. [Sie tanzten huepfend: Das hebraeische Wort deutet an, dass bei dem Tanz Bewegungen um den Altar ausgefuehrt werden, die Not und Behinderung ausdruecken. - den sie gebaut hatten: Text korr. nach den meisten alten Uebersetzungen; H: den er erbaut hatte.] 18:27 Um die Mittagszeit verspottete sie Elija und sagte: Ruft lauter! Er ist doch Gott. Er koennte beschaeftigt sein, koennte beiseite gegangen oder verreist sein. Vielleicht schlaeft er und wacht dann auf. [Elija knuepft an Vorstellungen an, die den Baalspropheten bekannt waren.] 18:28 Sie schrien nun mit lauter Stimme. Nach ihrem Brauch ritzten sie sich mit Schwertern und Lanzen wund, bis das Blut an ihnen herabfloss. 18:29 Als der Mittag vorueber war, verfielen sie in Raserei, und das dauerte bis zu der Zeit, da man das Speiseopfer darzubringen pflegt. Doch es kam kein Laut, keine Antwort, keine Erhoerung. [Der Hinweis auf das Speiseopfer ist eine Zeitbestimmung: am spaeten Nachmittag.] 18:30 Nun forderte Elija das ganze Volk auf: Tretet her zu mir! Sie kamen, und Elija baute den zerstoerten Altar Jahwes wieder auf. 18:31 Er nahm zwoelf Steine, nach der Zahl der Staemme der Soehne Jakobs, zu dem der Herr gesagt hatte: Israel soll dein Name sein. [Gen 32,29; 35,10] 18:32 Er fuegte die Steine zu einem Altar fuer den Namen des Herrn, zog rings um den Altar einen Graben und grenzte eine Flaeche ab, die zwei Sea Saat haette aufnehmen koennen. [Durch den Graben sollte der Raum um den Altar als heiliger Bezirk abgegrenzt werden.] 18:33 Sodann schichtete er das Holz auf, zerteilte den Stier und legte ihn auf das Holz. 18:34 Nun befahl er: Fuellt vier Kruege mit Wasser, und giesst es ueber das Brandopfer und das Holz! Hierauf sagte er: Tut es noch einmal! Und sie wiederholten es. Dann sagte er: Tut es zum drittenmal! Und sie taten es zum drittenmal. [Das Uebergiessen mit Wasser bedeutet vielleicht eine Reinigung des Altars und des Opfers. Zugleich wurde so das Anzuenden von Feuer erschwert, und das Wunder erschien um so eindrucksvoller.] 18:35 Das Wasser lief rings um den Altar. Auch den Graben fuellte er mit Wasser. 18:36 Zu der Zeit nun, da man das Speiseopfer darzubringen pflegt, trat der Prophet Elija an den Altar und rief: Herr, Gott Abrahams, Isaaks und Israels, heute soll man erkennen, dass du Gott bist in Israel, dass ich dein Knecht bin und all das in deinem Auftrag tue. 18:37 Erhoere mich, Herr, erhoere mich! Dieses Volk soll erkennen, dass du, Herr, der wahre Gott bist und dass du sein Herz zur Umkehr wendest. 18:38 Da kam das Feuer des Herrn herab und verzehrte das Brandopfer, das Holz, die Steine und die Erde. Auch das Wasser im Graben leckte es auf. 18:39 Das ganze Volk sah es, warf sich auf das Angesicht nieder und rief: Jahwe ist Gott, Jahwe ist Gott! 18:40 Elija aber befahl ihnen: Ergreift die Propheten des Baal! Keiner von ihnen soll entkommen. Man ergriff sie, und Elija liess sie zum Bach Kischon hinabfuehren und dort toeten. [Elija sah in den Baalspropheten die Hauptstuetzen des heidnischen Kults und nuetzte die Stimmung des Volkes, um der Gefahr eines neuen Abfalls zu begegnen.] 18:41 Dann sagte Elija zu Ahab: Geh hinauf, iss und trink; denn ich hoere das Rauschen des Regens. 18:42 Waehrend Ahab wegging, um zu essen und zu trinken, stieg Elija zur Hoehe des Karmel empor, kauerte sich auf den Boden nieder und legte seinen Kopf zwischen die Knie. 18:43 Dann befahl er seinem Diener: Geh hinauf, und schau auf das Meer hinaus! Dieser ging hinauf, schaute hinaus und meldete: Es ist nichts zu sehen. Elija befahl: Geh noch einmal hinauf! So geschah es siebenmal. 18:44 Beim siebtenmal meldete der Diener: Eine Wolke, klein wie eine Menschenhand, steigt aus dem Meer herauf. Darauf sagte Elija: Geh hinauf, und sag zu Ahab: Spanne an, und fahr hinab, damit der Regen dich nicht aufhaelt. 18:45 Es dauerte nicht lange, da verfinsterte sich der Himmel durch Sturm und Wolken, und es fiel ein starker Regen. Ahab bestieg den Wagen und fuhr nach Jesreel. 18:46 Ueber Elija aber kam die Hand des Herrn. Er guertete sich und lief vor Ahab her bis dorthin, wo der Weg nach Jesreel abzweigt. 19:1 Elija am Horeb: 19,1-13a Ahab erzaehlte Isebel alles, was Elija getan, auch dass er alle Propheten mit dem Schwert getoetet habe. 19:2 Sie schickte einen Boten zu Elija und liess ihm sagen: Die Goetter sollen mir dies und das antun, wenn ich morgen um diese Zeit dein Leben nicht dem Leben eines jeden von ihnen gleich mache. [Isebel wagte es nicht, gewaltsam gegen Elija vorzugehen. Ihre Warnung sollte ihn zur Flucht zwingen und seinen Einfluss auf das Volk verhindern.] 19:3 Elija geriet in Angst, machte sich auf und ging weg, um sein Leben zu retten. Er kam nach Beerscheba in Juda und liess dort seinen Diener zurueck. [geriet in Angst: Text korr. nach G; H: sah.] 19:4 Er selbst ging eine Tagereise weit in die Wueste hinein. Dort setzte er sich unter einen Ginsterstrauch und wuenschte sich den Tod. Er sagte: Nun ist es genug, Herr. Nimm mein Leben; denn ich bin nicht besser als meine Vaeter. 19:5 Dann legte er sich unter den Ginsterstrauch und schlief ein. Doch ein Engel ruehrte ihn an und sprach: Steh auf und iss! 19:6 Als er um sich blickte, sah er neben seinem Kopf Brot, das in gluehender Asche gebacken war, und einen Krug mit Wasser. Er ass und trank und legte sich wieder hin. 19:7 Doch der Engel des Herrn kam zum zweitenmal, ruehrte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Sonst ist der Weg zu weit fuer dich. 19:8 Da stand er auf, ass und trank und wanderte, durch diese Speise gestaerkt, vierzig Tage und vierzig Naechte bis zum Gottesberg Horeb. [Elija begab sich zum Horeb (= Sinai), auf dem das Gesetz verkuendet worden war, um das er sich leidenschaftlich bemueht hatte.] 19:9 Dort ging er in eine Hoehle, um darin zu uebernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Was willst du hier, Elija? 19:10 Er sagte: Mit leidenschaftlichem Eifer bin ich fuer den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altaere zerstoert und deine Propheten mit dem Schwert getoetet haben. Ich allein bin uebriggeblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 19:11 Der Herr antwortete: Komm heraus, und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorueber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. [11-13a: Bei der Verkuendigung der Gebote erschien Gott am Sinai mit Blitz und Donner, Feuer und Erdbeben (Ex 19,16-19) und offenbarte sich so als heiliger und furchterregender Gott. Auch vor Elija bot er diese Kraefte auf; doch waren sie nur seine Vorboten.] 19:12 Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Saeuseln. 19:13 Als Elija es hoerte, huellte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Hoehle. Neue Auftraege: 19,13b-18 Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elija? [13b-18: Die Auftraege sind wohl bei anderer Gelegenheit ergangen; sie sind nicht Fortfuehrung der vorausgehenden Offenbarung. Die ersten beiden Auftraege wurden erst durch Elischa verwirklicht und waren wohl urspruenglich an ihn gerichtet.] 19:14 Er antwortete: Mit Leidenschaft bin ich fuer den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altaere zerstoert und deine Propheten mit dem Schwert getoetet haben. Ich allein bin uebriggeblieben, und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. 19:15 Der Herr antwortete ihm: Geh deinen Weg durch die Wueste zurueck, und begib dich nach Damaskus! Bist du dort angekommen, salbe Hasael zum Koenig ueber Aram! [2 Koen 8,7-15] 19:16 Jehu, den Sohn Nimschis, sollst du zum Koenig von Israel salben, und Elischa, den Sohn Schafats aus Abel-Mehola, salbe zum Propheten an deiner Stelle. [2 Koen 9,1-10 Zur Angleichung an die vorher erwaehnte Salbung der Koenige wird auch die Berufung Elischas als Salbung bezeichnet.] 19:17 So wird es geschehen: Wer dem Schwert Hasaels entrinnt, den wird Jehu toeten. Und wer dem Schwert Jehus entrinnt, den wird Elischa toeten. 19:18 Ich werde in Israel siebentausend uebriglassen, alle, deren Knie sich vor dem Baal nicht gebeugt und deren Mund ihn nicht gekuesst hat. 19:19 Die Berufung Elischas: 19,19-21 Als Elija von dort weggegangen war, traf er Elischa, den Sohn Schafats. Er war gerade mit zwoelf Gespannen am Pfluegen, und er selbst pfluegte mit dem zwoelften. Im Vorbeigehen warf Elija seinen Mantel ueber ihn. 19:20 Sogleich verliess Elischa die Rinder, eilte Elija nach und bat ihn: Lass mich noch meinem Vater und meiner Mutter den Abschiedskuss geben; dann werde ich dir folgen. Elija antwortete: Geh, aber komm dann zurueck! Bedenke, was ich an dir getan habe. [Der Vorgang erinnert an die Berufung der Juenger Jesu (vgl. Mt 4,19-22). Die volle Ausstattung Elischas zum Propheten erfolgte erst bei der Entrueckung Elijas (2 Koen 2).] 19:21 Elischa ging von ihm weg, nahm seine zwei Rinder und schlachtete sie. Mit dem Joch der Rinder kochte er das Fleisch und setzte es den Leuten zum Essen vor. Dann stand er auf, folgte Elija und trat in seinen Dienst. 20:1 Aramaeerkriege: 20,1-43 Ben-Hadad, der Koenig von Aram, sammelte sein ganzes Heer. In seinem Gefolge waren zweiunddreissig Koenige mit Pferden und Wagen. Er zog herauf, belagerte Samaria und bestuermte es. [1-43: In diesem Kapitel sind Verhaeltnisse vorausgesetzt, die unter Ahab nicht bestanden; die Vorgaenge fallen in die Zeit des Koenigs Joasch von Israel, vgl. 2 Koen 13,3.7.17-19.24f. Sie werden hier auf Ahab uebertragen. Gemeint ist Ben-Hadad III., der Zeitgenosse des Joasch (vgl. 2 Koen 13,24f). Unter Ahab regierte in Damaskus Hadad-Eser.] 20:2 Dann schickte er Boten in die Stadt zu Ahab, dem Koenig von Israel, [Der Name Ahab findet sich nur noch in V. 13f.] 20:3 und liess ihm sagen: So spricht Ben-Hadad: Dein Silber und dein Gold gehoeren mir. Auch deine Frauen und deine edlen Soehne gehoeren mir. 20:4 Der Koenig von Israel antwortete: Ganz wie du sagst, mein Herr und Koenig, soll es geschehen. Ich gehoere dir mit allem, was ich besitze. 20:5 Aber die Boten kamen ein zweitesmal und meldeten: So spricht Ben-Hadad: Ich habe dir sagen lassen, dass du mir dein Silber und Gold, deine Frauen und Soehne ausliefern sollst. 20:6 Doch morgen um diese Zeit werde ich meine Leute zu dir schicken, damit sie dein Haus und auch die Haeuser deiner Diener durchsuchen und alles, was wertvoll ist, nehmen und forttragen. 20:7 Da rief der Koenig von Israel alle Aeltesten des Landes zu sich und sagte: Seht und erkennt, dass dieser Mann Boeses im Sinn hat. Er hat von mir meine Frauen und Soehne, mein Silber und Gold gefordert, und ich habe ihm nichts verweigert. [Zur Rettung der Stadt war der Koenig zu den groessten persoenlichen Opfern bereit. Ueber das Vermoegen der Untertanen wollte er nicht ohne deren Zustimmung verfuegen.] 20:8 Da antworteten ihm alle Aeltesten und das ganze Volk: Gehorch ihm nicht, und willige nicht ein! 20:9 Er gab daher den Abgesandten Ben-Hadads den Bescheid: Sagt zu meinem Herrn, dem Koenig: Alles, was du zuerst von deinem Knecht verlangt hast, will ich tun; doch diese Forderung kann ich nicht erfuellen. Die Boten zogen ab und meldeten es ihrem Herrn. 20:10 Darauf sandte Ben-Hadad abermals Boten (zu Ahab) und liess ihm sagen: Die Goetter sollen mir dies und das antun, wenn der Staub Samarias ausreicht, um allen Leuten in meinem Gefolge die Hand zu fuellen. 20:11 Doch der Koenig von Israel antwortete: Sagt zu ihm: Wer den Guertel anlegt, soll sich nicht ruehmen wie einer, der ihn bereits ablegt. [In einer sprichwoertlichen Redensart wird gesagt, dass man sich eines Erfolgs erst ruehmen soll, wenn man ihn erlangt hat.] 20:12 Als Ben-Hadad diese Meldung empfing, hielt er gerade in den Zelten ein Gelage mit den Koenigen. Er befahl seinen Leuten anzugreifen, und diese begannen den Sturm auf die Stadt. 20:13 Doch ein Prophet kam zu Ahab, dem Koenig von Israel, und sagte: So spricht der Herr: Siehst du diese gewaltige Menge? Ich gebe sie heute in deine Hand, und du wirst erkennen, dass ich der Herr bin. 20:14 Ahab fragte: Durch wen? Er erwiderte: So spricht der Herr: Durch die Truppe der Provinzstatthalter. Als dann der Koenig weiter wissen wollte, wer den Kampf eroeffnen solle, sprach er: Du selbst. 20:15 Daraufhin musterte er die Truppe der Provinzstatthalter; es waren zweihundertzweiunddreissig Mann. Nach ihnen musterte er das ganze Kriegsvolk, die Gesamtheit der Israeliten; es waren siebentausend Mann. 20:16 Als sie um die Mittagszeit ausrueckten, zechte Ben-Hadad mit den zweiunddreissig Koenigen, seinen Bundesgenossen, in den Zelten. 20:17 Die Truppe der Provinzstatthalter rueckte zuerst aus. Ben-Hadad hatte Beobachter ausgesandt, und sie meldeten ihm, dass Leute aus Samaria herauskommen. 20:18 Er befahl: Wenn sie in friedlicher Absicht kommen, ergreift sie lebendig! Wenn sie zum Kampf ausruecken, ergreift sie ebenfalls lebendig! 20:19 Sobald nun die Truppe der Statthalter und das Heer, das ihr folgte, aus der Stadt ausgerueckt waren, 20:20 gelang es jedem einzelnen, seinen Gegner zu ueberwinden. Die Aramaeer mussten fliehen, und die Israeliten setzten ihnen nach. Ben-Hadad, der Koenig von Aram, konnte zu Pferd entkommen, ebenso einige Wagenkaempfer. 20:21 Als dann auch der Koenig von Israel ausrueckte, vernichtete er die Pferde und Kriegswagen und bereitete den Aramaeern eine schwere Niederlage. 20:22 Da erschien der Prophet wieder beim Koenig von Israel und sagte zu ihm: Sammle deine Kraefte, und ueberleg dir gut, was du zu tun hast; denn um die Jahreswende wird der Koenig von Aram abermals gegen dich ziehen. 20:23 Zum Koenig von Aram hatten naemlich seine Ratgeber gesagt: Ihr Gott ist ein Gott der Berge; darum waren sie uns ueberlegen. Wenn wir aber in der Ebene mit ihnen kaempfen, dann werden wir sie bestimmt besiegen. 20:24 Tu also folgendes: Entfern die Koenige aus ihrer Stellung, und ersetze sie durch Statthalter! 20:25 Dann sammle ein ebenso grosses Heer, wie du es verloren hast, und ebensoviele Pferde und Kriegswagen, wie du zuvor hattest. Wir werden in der Ebene mit ihnen kaempfen und sie gewiss besiegen. Ben-Hadad befolgte ihren Rat. 20:26 Um die Jahreswende musterte er die Aramaeer und rueckte zum Krieg gegen Israel bis Afek vor. [Afek liegt oestlich vom See Gennesaret; vielleicht ist ein Ort in der Naehe von Samaria gemeint.] 20:27 Auch die Israeliten wurden gemustert und mit Lebensmitteln versehen. Sie zogen den Aramaeern entgegen und lagerten ihnen gegenueber wie ein paar kleine Ziegenherden; die Aramaeer aber fuellten die ganze Gegend. 20:28 Nun trat der Gottesmann zum Koenig von Israel hin und sagte: So spricht der Herr: Weil die Aramaeer sagen, dass der Herr ein Gott der Berge und nicht ein Gott der Ebenen sei, gebe ich diese ganze gewaltige Menge in deine Hand; und ihr werdet erkennen, dass ich der Herr bin. 20:29 Sie lagen dann sieben Tage einander gegenueber. Am siebten Tag kam es zur Schlacht, und die Israeliten toeteten vom aramaeischen Fussvolk hunderttausend Mann an einem Tag. 20:30 Der Rest floh in die Stadt Afek; doch die Mauer stuerzte ueber den siebenundzwanzigtausend Mann, die uebriggeblieben waren, zusammen. Auch Ben-Hadad war in die Stadt geflohen und irrte von einem Gemach in das andere. 20:31 Da sagten seine Ratgeber zu ihm: Wir haben gehoert, dass die Koenige des Hauses Israel milde Koenige sind. Wir wollen daher Trauergewaender anlegen und mit Stricken um den Hals zum Koenig von Israel hinausgehen. Vielleicht schenkt er dir das Leben. 20:32 Sie legten also Trauergewaender an, und mit Stricken um den Hals kamen sie zum Koenig von Israel. Sie flehten ihn an: Dein Knecht Ben-Hadad bittet dich, ihm das Leben zu schenken. Er antwortete: Lebt er noch? Er ist mein Bruder. 20:33 Die Maenner nahmen das Wort als gutes Zeichen, gingen sogleich darauf ein und sagten: Ben-Hadad ist dein Bruder. Dann befahl der Koenig von Israel: Geht, bringt ihn zu mir! Als Ben-Hadad kam, nahm er ihn zu sich auf seinen Wagen. [als gutes Zeichen: Text sinngemaess korr.] 20:34 Da erklaerte Ben-Hadad: Die Staedte, die mein Vater deinem Vater weggenommen hat, werde ich zurueckgeben, und in Damaskus magst du dir Handelsniederlassungen errichten, wie mein Vater es in Samaria getan hat. Der Koenig von Israel erwiderte: Auf diese Abmachung hin werde ich dich freilassen. So schloss er mit ihm einen Vertrag und liess ihn frei. [Vgl. 2 Koen 13,25. Der Koenig von Israel war zum Frieden bereit, den das Land dringend benoetigte. Die Hinrichtung Ben-Hadads haette seinen Nachfolger nur zur Fortsetzung des Kriegs veranlasst.] 20:35 Einer von den Prophetenjuengern sprach im Auftrag des Herrn zu seinem Gefaehrten: Schlag mich! Als dieser sich weigerte, ihn zu schlagen, 20:36 sagte er zu ihm: Weil du der Stimme des Herrn nicht gehorcht hast, wird dich ein Loewe toeten, sobald du von mir weggegangen bist. Der Mann hatte sich kaum von ihm entfernt, als ihn ein Loewe anfiel und toetete. [13,24] 20:37 Hierauf traf der Prophet einen andern und befahl ihm: Schlag mich! Dieser schlug auf ihn ein und verwundete ihn. [Um beim Koenig mit seiner Erzaehlung Glauben zu finden, will der Prophet als Verwundeter erscheinen, der vom Schlachtfeld kommt.] 20:38 Sogleich begab sich der Prophet zum Koenig und stellte sich ihm in den Weg. Durch eine Binde ueber den Augen hatte er sich unkenntlich gemacht. 20:39 Als der Koenig vorbeikam, rief er ihn und sagte: Dein Knecht ist in den Kampf gezogen. Da kam jemand herbei, brachte mir einen Gefangenen und befahl: Bewach diesen Mann! Wenn er entkommt, dann musst du es mit deinem Leben buessen, oder du musst ein Talent Silber bezahlen. [39f: Der Koenig sollte gezwungen werden, sich selbst das Urteil zu sprechen (vgl. 2 Sam 12,1-7).] 20:40 Waehrend nun dein Knecht da und dort zu tun hatte, konnte der Gefangene entkommen. Da sagte der Koenig von Israel: Du hast dir dein Urteil selbst gesprochen. 20:41 Sogleich nahm der Prophet die Binde von den Augen, und der Koenig von Israel erkannte ihn als einen von den Propheten. 20:42 Dieser aber sagte zu ihm: So spricht der Herr: Weil du den Mann, dessen Verderben ich wollte, aus deiner Hand entlassen hast, muss dein Leben fuer sein Leben, dein Volk fuer sein Volk einstehen. 20:43 Missmutig und verdrossen ging der Koenig von Israel nach Hause und kam nach Samaria. 21:1 Nabots Weinberg: 21,1-29 Danach trug sich folgendes zu. Nabot aus Jesreel hatte einen Weinberg in Jesreel neben dem Palast Ahabs, des Koenigs von Samarien. [Jesreel war neben Samaria Residenzstadt.] 21:2 Ahab verhandelte mit Nabot und schlug ihm vor: Gib mir deinen Weinberg! Er soll mir als Gemuesegarten dienen; denn er liegt nahe bei meinem Haus. Ich will dir dafuer einen besseren Weinberg geben. Wenn es dir aber lieber ist, bezahle ich dir den Kaufpreis in Geld. 21:3 Doch Nabot erwiderte: Der Herr bewahre mich davor, dass ich dir das Erbe meiner Vaeter ueberlasse. 21:4 Darauf kehrte Ahab in sein Haus zurueck. Er war missmutig und verdrossen, weil Nabot aus Jesreel zu ihm gesagt hatte: Ich werde dir das Erbe meiner Vaeter nicht ueberlassen. Er legte sich auf sein Bett, wandte das Gesicht zur Wand und wollte nicht essen. 21:5 Seine Frau Isebel kam zu ihm herein und fragte: Warum bist du missmutig und willst nicht essen? 21:6 Er erzaehlte ihr: Ich habe mit Nabot aus Jesreel verhandelt und ihm gesagt: Verkauf mir deinen Weinberg fuer Geld, oder wenn es dir lieber ist, gebe ich dir einen anderen dafuer. Doch er hat geantwortet: Ich werde dir meinen Weinberg nicht geben. 21:7 Da sagte seine Frau Isebel zu ihm: Du bist doch jetzt Koenig in Israel. Steh auf, iss, und sei guter Dinge! Ich werde dir den Weinberg Nabots aus Jesreel verschaffen. 21:8 Sie schrieb Briefe im Namen Ahabs, versah sie mit seinem Siegel und schickte sie an die Aeltesten und Vornehmen, die mit Nabot zusammen in der Stadt wohnten. 21:9 In den Briefen schrieb sie: Ruft ein Fasten aus, und lasst Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen! [Ein allgemeines Fasten konnte bei Unglueck und Trauer zur Unterstuetzung einer Bitte oder zur Aufdeckung einer Schuld angeordnet werden. Der Ehrenplatz, den man Nabot anbot, sollte seine Schuld um so verwerflicher erscheinen lassen.] 21:10 Setzt ihm aber zwei nichtswuerdige Maenner gegenueber! Sie sollen gegen ihn als Zeugen auftreten und sagen: Du hast Gott und den Koenig gelaestert. Fuehrt ihn dann hinaus, und steinigt ihn zu Tode! [Lev 24,16 laestern: woertlich: segnen. Nabot soll beschuldigt werden, Fluchworte ueber den Koenig ausgesprochen zu haben (vgl. Ex 22,27).] 21:11 Die Maenner der Stadt, die Aeltesten und Vornehmen, die mit ihm zusammen in der Stadt wohnten, taten, was Isebel ihnen geboten hatte, was in den Briefen stand, die sie ihnen gesandt hatte. 21:12 Sie riefen ein Fasten aus und liessen Nabot oben vor allem Volk Platz nehmen. 21:13 Es kamen aber auch die beiden nichtswuerdigen Maenner und setzten sich ihm gegenueber. Sie standen vor dem Volk als Zeugen gegen Nabot auf und sagten: Nabot hat Gott und den Koenig gelaestert. Sogleich fuehrte man ihn aus der Stadt hinaus und steinigte ihn zu Tode. 21:14 Darauf liessen sie Isebel melden: Nabot wurde gesteinigt und ist tot. 21:15 Sobald sie hoerte, dass Nabot gesteinigt wurde und tot war, sagte sie zu Ahab: Auf, nimm den Weinberg Nabots aus Jesreel in Besitz, den er dir fuer Geld nicht verkaufen wollte; denn Nabot lebt nicht mehr; er ist tot. 21:16 Als Ahab hoerte, dass Nabot tot war, stand er auf und ging zum Weinberg Nabots aus Jesreel hinab, um von ihm Besitz zu ergreifen. 21:17 Da erging das Wort des Herrn an Elija aus Tischbe: 21:18 Mach dich auf, und geh Ahab, dem Koenig von Israel, entgegen, der in Samaria seinen Wohnsitz hat. Er ist zum Weinberg Nabots hinabgegangen, um von ihm Besitz zu ergreifen. 21:19 Sag ihm: So spricht der Herr: Durch einen Mord bist du Erbe geworden? Weiter sag ihm: So spricht der Herr: An der Stelle, wo die Hunde das Blut Nabots geleckt haben, werden Hunde auch dein Blut lecken. [Die Drohung ging am Sohn Ahabs in Erfuellung (vgl. 2 Koen 9,25f).] 21:20 Ahab sagte zu Elija: Hast du mich gefunden, mein Feind? Er erwiderte: Ich habe dich gefunden. Weil du dich hergabst, das zu tun, was dem Herrn missfaellt, 21:21 werde ich Unheil ueber dich bringen. Ich werde dein Geschlecht hinwegfegen und von Ahabs Geschlecht alles, was maennlich ist, bis zum letzten Mann in Israel ausrotten. [14,10; 16,4; 2 Koen 9,8] 21:22 Weil du mich zum Zorn gereizt und Israel zur Suende verfuehrt hast, werde ich mit deinem Haus verfahren wie mit dem Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und mit dem Haus Baschas, des Sohnes Ahijas. 21:23 Und ueber Isebel verkuendet der Herr: Die Hunde werden Isebel an der Mauer von Jesreel auffressen. [2 Koen 9,36] 21:24 Wer von der Familie Ahabs in der Stadt stirbt, den werden die Hunde fressen, und wer auf dem freien Feld stirbt, den werden die Voegel des Himmels fressen. 21:25 Es gab in der Tat niemand, der sich wie Ahab hergab zu tun, was dem Herrn missfiel, da seine Frau Isebel ihn verfuehrte. 21:26 Sein Tun war ueberaus verwerflich; er lief den Goetzen nach und folgte den Gebraeuchen der Amoriter, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte. 21:27 Als Ahab diese Drohungen hoerte, zerriss er seine Kleider, trug ein Bussgewand auf dem blossen Leib, fastete, schlief im Bussgewand und ging bedrueckt umher. 21:28 Da erging das Wort des Herrn an Elija aus Tischbe: 21:29 Hast du gesehen, wie Ahab sich vor mir gedemuetigt hat? Weil er sich vor mir gedemuetigt hat, will ich das Unglueck nicht schon in seinen Tagen kommen lassen. Erst in den Tagen seines Sohnes werde ich das Unheil ueber sein Haus bringen. 22:1 Der Krieg mit den Aramaeern, Ahabs Tod: 22,1-40 Drei Jahre hatte das Land Ruhe, und gab es keinen Krieg zwischen Aram und Israel. 22:2 Als im dritten Jahr Joschafat, der Koenig von Juda, zum Koenig von Israel kam, [Joram, der Sohn Joschafats, war mit Atalja, der Tochter Ahabs, verheiratet (vgl. 2 Koen 8,18).] 22:3 sagte der Koenig von Israel zu seinen Beamten: Ihr wisst doch, dass Ramot-Gilead uns gehoert. Wir aber zoegern, es dem Koenig von Aram zu entreissen. [Ramot-Gilead, unter Salomo Sitz eines Statthalters (4,13), war an Damaskus gefallen.] 22:4 Und er fragte Joschafat: Wuerdest du mit mir gegen Ramot-Gilead in den Krieg ziehen? Dieser antwortete dem Koenig von Israel: Ich ziehe mit dir, mein Volk mit deinem Volk, meine Pferde mit deinen Pferden. [2 Koen 3,7; (4-35) 2 Chr 18,1-34] 22:5 Joschafat bat aber den Koenig von Israel: Befrag doch zuvor den Herrn! 22:6 Da versammelte der Koenig von Israel die Propheten, gegen vierhundert Mann, und fragte sie: Soll ich gegen Ramot-Gilead zu Felde ziehen, oder soll ich es lassen? Sie gaben den Bescheid: Zieh hinauf! Der Herr gibt die Stadt in die Hand des Koenigs. [Gemeint sind Propheten, die im Dienst des Koenigs standen, und die nach dem Wunsch des Koenigs redeten.] 22:7 Doch Joschafat sagte: Ist hier sonst kein Prophet des Herrn, den wir befragen koennten? 22:8 Der Koenig von Israel antwortete Joschafat: Es ist noch einer da, durch den wir den Herrn befragen koennten. Doch ich hasse ihn; denn er weissagt mir nie Gutes, sondern immer nur Schlimmes. Es ist Micha, der Sohn Jimlas. Joschafat erwiderte: Der Koenig sage das nicht. 22:9 Da rief der Koenig von Israel einen Hofbeamten herbei und befahl ihm, unverzueglich Micha, den Sohn Jimlas, zu holen. 22:10 Der Koenig von Israel und Joschafat, der Koenig von Juda, sassen in koeniglichen Gewaendern auf ihren Thronen. Sie befanden sich auf der Tenne beim Tor Samarias, und alle Propheten weissagten vor ihnen. 22:11 Zidkija, der Sohn Kenaanas, hatte sich eiserne Hoerner gemacht und rief: So spricht der Herr: Mit diesen wirst du die Aramaeer niederstossen, bis du sie vernichtet hast. 22:12 Alle Propheten weissagten in gleicher Weise und riefen: Zieh nach Ramot-Gilead, und sei erfolgreich; der Herr gibt die Stadt in die Hand des Koenigs. 22:13 Der Bote aber, der Micha holen sollte, redete ihm zu: Die Worte der Propheten waren ohne Ausnahme guenstig fuer den Koenig. Moegen deine Worte ihren Worten gleichen. Sag daher Gutes an! 22:14 Doch Micha erwiderte: So wahr der Herr lebt: Nur was der Herr mir sagt, werde ich sagen. 22:15 Als er zum Koenig kam, fragte ihn dieser: Micha, sollen wir gegen Ramot-Gilead zu Felde ziehen, oder sollen wir es lassen? Micha antwortete: Zieh hinauf, und sei erfolgreich! Der Herr gibt die Stadt in die Hand des Koenigs. 22:16 Doch der Koenig entgegnete: Wie oft muss ich dich beschwoeren, mir im Namen des Herrn nur die Wahrheit zu sagen? [Ahab erkennt, dass Micha ironisch spricht.] 22:17 Da sagte Micha: Ich sah ganz Israel ueber die Berge zerstreut wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und der Herr sagte: Sie haben keine Herren mehr. So gehe jeder in Frieden nach Hause. 22:18 Da wandte sich der Koenig von Israel an Joschafat: Habe ich es dir nicht gesagt? Er weissagt mir nie Gutes, sondern immer nur Schlimmes. 22:19 Micha aber fuhr fort: Darum - hoere das Wort des Herrn: Ich sah den Herrn auf seinem Thron sitzen; das ganze Heer des Himmels stand zu seiner Rechten und seiner Linken. [Jes 6,1-3 19-23: Der Entschluss zum Unternehmen gegen Ramot-Gilead, bei dem der Koenig den Tod finden sollte, wird als Rat eines von Gott unterschiedenen Geistes, des Luegengeistes, hingestellt. In aehnlicher Weise wird die Anregung zu der fuer David verhaengnisvollen Volkszaehlung, die in 2 Sam 24,1 dem zuernenden Gott zugeschrieben wird, in 1 Chr 21,1 dem Satan zugeschrieben.] 22:20 Und der Herr fragte: Wer will Ahab betoeren, so dass er nach Ramot-Gilead hinaufzieht und dort faellt? Da hatte der eine diesen, der andere jenen Vorschlag. 22:21 Zuletzt trat der Geist vor, stellte sich vor den Herrn und sagte: Ich werde ihn betoeren. Der Herr fragte ihn: Auf welche Weise? 22:22 Er gab zur Antwort: Ich werde mich aufmachen und zu einem Luegengeist im Mund all seiner Propheten werden. Da sagte der Herr: Du wirst ihn betoeren; du vermagst es. Geh und tu es! 22:23 So hat der Herr jetzt einen Geist der Luege in den Mund all deiner Propheten gelegt; denn er hat ueber dich Unheil beschlossen. 22:24 Da trat Zidkija, der Sohn Kenaanas, zu Micha, schlug ihn ins Gesicht und rief: Wie, sollte denn der Geist des Herrn von mir gewichen sein, um mit dir zu reden? 22:25 Micha erwiderte: Du wirst es an jenem Tag erfahren, an dem du von einem Gemach in das andere eilst, um dich zu verstecken. 22:26 Der Koenig von Israel aber gab den Befehl: Nehmt Micha fest, fuehrt ihn zum Stadtobersten Amon und zum Prinzen Joasch, 22:27 und meldet: So spricht der Koenig: Werft diesen Mann ins Gefaengnis, und haltet ihn streng bei Brot und Wasser, bis ich wohlbehalten zurueckkomme. 22:28 Doch Micha erwiderte: Wenn du wohlbehalten zurueckkommst, dann hat der Herr nicht durch mich geredet. [Und er sagte: Hoert, alle ihr Voelker!] [Zusatz aus Mi 1,2, veranlasst durch die Gleichsetzung des hier genannten Micha mit dem Micha des Prophetenbuches.] 22:29 Darauf zog der Koenig von Israel mit Joschafat, dem Koenig von Juda, gegen Ramot-Gilead. 22:30 Der Koenig von Israel sagte zu Joschafat: Ich will mich verkleiden und so in den Kampf ziehen. Du aber behalte deine Gewaender an! So ging der Koenig von Israel verkleidet in den Kampf. 22:31 Der Koenig von Aram hatte aber den zweiunddreissig Obersten seiner Kriegswagen befohlen: Greift niemanden an, er sei hohen oder niederen Ranges, ausser den Koenig von Israel! 22:32 Als daher die Obersten der Kriegswagen Joschafat erblickten und ihn fuer den Koenig von Israel hielten, stuermten sie auf ihn ein, so dass er um Hilfe schrie. 22:33 Doch als sie sahen, dass er nicht der Koenig von Israel war, liessen sie von ihm ab. 22:34 Ein Mann aber spannte aufs Geratewohl seinen Bogen und traf den Koenig von Israel zwischen Panzer und Leibgurt. Dieser befahl daher seinem Wagenlenker: Wende um, und bring mich aus der Schlacht; denn ich bin verwundet. 22:35 Da aber die Schlacht an jenem Tag heftig wurde, blieb der Koenig im Kampf gegen die Aramaeer aufrecht im Wagen stehen. Am Abend starb er. Das Blut der Wunde war in das Innere des Wagens geflossen. 22:36 Bei Sonnenuntergang liess man im Lager ausrufen: Jeder kehre in seine Stadt, in sein Land zurueck! 22:37 So starb der Koenig; man brachte ihn nach Samaria und begrub ihn dort. 22:38 Als man im Teich von Samaria den Wagen ausspuelte, leckten Hunde sein Blut, und Dirnen wuschen sich darin, nach dem Wort, das der Herr gesprochen hatte. [21,19 Die Weissagung ist nicht ueberliefert.] 22:39 Die uebrige Geschichte Ahabs und alle seine Taten, der Bericht ueber das Elfenbeinhaus, das er gebaut, und die Staedte, die er ausgebaut hat, sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Israel. 22:40 Ahab entschlief zu seinen Vaetern, und sein Sohn Ahasja wurde Koenig an seiner Stelle. 22:41 Joschafat von Juda: 22,41-51 Im vierten Jahr des Koenigs Ahab von Israel wurde Joschafat, der Sohn Asas, Koenig von Juda. [(41-51) 2 Chr 20,31 - 21,1] 22:42 Er war fuenfunddreissig Jahre alt, als er Koenig wurde, und regierte fuenfundzwanzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hiess Asuba und war eine Tochter Schilhis. 22:43 Er folgte ganz den Wegen seines Vaters Asa, ohne von ihnen abzuweichen, und tat, was dem Herrn gefiel. 22:44 Nur die Kulthoehen verschwanden nicht. Das Volk brachte noch Schlacht- und Rauchopfer auf ihnen dar. 22:45 Joschafat hatte auch Frieden mit dem Koenig von Israel. 22:46 Die uebrige Geschichte Joschafats, die Erfolge, die er errang, und die Kriege, die er fuehrte, sind aufgezeichnet in der Chronik der Koenige von Juda. 22:47 Er entfernte die letzten Hierodulen, die in den Tagen seines Vaters Asa uebriggeblieben waren, aus dem Land. [15,12] 22:48 In Edom gab es damals keinen Koenig; ein Statthalter vertrat den Koenig. 22:49 Auch baute Joschafat eine Tarschischflotte, die nach Ofir fahren sollte, um Gold zu holen. Doch kam es nicht zur Fahrt, da die Schiffe in Ezjon-Geber zerschellten. [Schiffe, die nach dem Muster der in 10,22 erwaehnten gebaut waren.] 22:50 Damals sagte Ahasja, der Sohn Ahabs, zu Joschafat: Meine Leute sollen mit deinen Leuten auf den Schiffen fahren. Doch Joschafat lehnte es ab. - 22:51 Joschafat entschlief zu seinen Vaetern und wurde bei seinen Vaetern in der Stadt seines Vaters David begraben. Sein Sohn Joram wurde Koenig an seiner Stelle. 22:52 Ahasja von Israel: 22,52-54 Im siebzehnten Jahr des Koenigs Joschafat von Juda wurde Ahasja, der Sohn Ahabs, in Samaria Koenig von Israel. Er regierte zwei Jahre ueber Israel 22:53 und tat, was dem Herrn missfiel. Er folgte den Wegen seines Vaters und seiner Mutter und den Wegen Jerobeams, des Sohnes Nebats, der Israel zur Suende verfuehrt hatte. 22:54 Auch diente er Baal und betete ihn an. So erzuernte er den Herrn, den Gott Israels, ganz so, wie es sein Vater getan hatte.