»Selig bist du, Simon Barjona«, so sprach Jesus zu dem Mann,
dessen Namen sich die Kirche auf ewig eingraviert hat, »du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen.« Das
Wort steht ganz am Anfang einer vollkommen unvergleichlichen
Erfolgsgeschichte. Kann man sagen, daß mit diesem Postulat Christus selbst die Kirche gegründet hat?
Die Frage, ob Jesus Kirche eigentlich gewollt hat, ist zu einer
großen Diskussion geworden. Viele sagen Nein, er wollte nur das
Reich Gottes, oder er wollte irgendetwas anderes, jedenfalls keine Kirche. Damit freilich verkennt man nicht nur Jesu Zugehörigkeit
zur Heilsgeschichte des jüdischen Volkes, sondern auch seine Absicht, dieses Volk zu erneuern, ja die Heilsgeschichte insgesamt zu erneuern, zu vertiefen und zu erweitern – und damit eben das zu
schaffen, was wir Kirche nennen.
Es gibt eine Menge von kirchengründenden Akten im Leben Jesu.
Das beginnt schon mit der Auswahl der Zwölf. Wir haben sie ja
bereits als die symbolischen zwölf Stammväter des neuen Israel
kennengelernt. Das fährt dann fort mit den Worten, die er ihnen
übergibt, und vor allem mit dem Abendmahl, das ihnen nun als
Mitte ihres neuen Lebens aufgetragen und geschenkt wird. Es vertieft sich in dem Taufbefehl, in dem Missionsbefehl und anderen Dingen mehr. Und einer unter diesem ganzen Bündel von Akten
ist die Bestimmung des Petrus, als der erste unter den Zwölfen
zugleich der Fels der Kirche zu sein.
Nach seinem Tod erscheint Jesus den Aposteln im Saale zu Jeru-324
salem. Aus dem Evangelium nach Matthäus sind hierzu folgende
Worte überliefert: »Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.« Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und sprach: »Empfanget den Heiligen Geist!« Vermutlich konnte sich kein einziger der damals Anwesenden auch nur im
geringsten vorstellen, was damit begonnen hatte.
Es ist eine eindrückliche Szene, die die Berufung der Zwölf nach
der Auferstehung konkretisiert. Die Apostel werden zu Trägern
des Heiligen Geistes, der in ihnen die Sendung Jesu Christi selbst weiterführt. In der Tat konnte sich in dem Augenblick kein
Mensch vorstellen, was diese Sendung einmal bewirken würde.
Die meisten dachten an ein schnell bevorstehendes Ende der Welt.
Sie waren davon überzeugt, die Zeit sei nun erfüllt, und die Geschichte habe nicht mehr viel vor sich. Den Jüngern genügte zu wissen, daß sie nun den Geist Christi in sich hatten und diesen
Frieden, den er brachte, das Neue, das er gegeben hatte, auch über die Grenzen Israels hinauszutragen hatten.
In der Zeit nach der Auferstehung passiert eine merkwürdige
Geschichte. Es war an einem Abend, als Petrus und Johannes
und einige andere im See Gennesaret Fische fangen wollten. Die Stimmung kann nicht gut gewesen sein, denn die Netze blieben
leer. Als sie im Morgengrauen das Ufer erreichen, begegnen sie Jesus. Die Jünger erkennen ihn nicht, obwohl er sie wie gute
Kumpel anspricht. Der Meister wörtlich: »Kinder, habt ihr etwas zu essen?« Und er ruft ihnen zu: »Werft das Netz zur Rechten des Schiffes aus, so werdet ihr etwas bekommen.« Aus irgendeinem
Grunde befolgen sie den Rat, und das Netz ist alsbald so gefüllt, daß es niemand aus dem Wasser ziehen kann. »Es ist der Herr«,
dämmert es Johannes. Petrus wirft sich in die Fluten, schwimmt ans Ufer, die Jünger mit dem Schifflein ihm nach. 153 große Fische hatten sie gefangen, aber das Netz war nicht gerissen.
325
Diese Geschichte ist äußerst symbolträchtig und so vielschichtig, daß wir sie hier nicht im einzelnen auseinanderlegen können. Da
ist der wunderbare Fischfang. Die Männer hatten die ganze Nacht
umsonst gearbeitet, und als erfahrene Fischer konnten sie kaum
annehmen, daß sie jetzt, wo der Tag aufgegangen ist, noch etwas
fangen werden. Sie werden dennoch von Jesus ausgesandt, gehen
auf sein Wort hin noch mal hinaus, und es wird ihnen tatsächlich
diese überreiche Gabe zuteil.
Was nun die Zahl 153, die Johannes so sorgsam aufzeichnet, genau bedeutet, hat alle Gelehrsamkeit noch nicht enträtseln können.
Manche wollen in 153 auch das Zahlzeichen für Petrus sehen. Wie
dem auch sei, es ist Ausdruck für eine Fülle. Es ist eine Verheißung, die über den Augenblick hinausreicht. Sie zeigt zum einen, wie
wenig es menschliche Mühe vermag, aus dem Meer dieser Welt
die Fische herauszuziehen, damit lebendige Menschen für Gott
daraus werden. Und sie verheißt zugleich, daß immer wieder das
Unwahrscheinliche geschehen wird, daß die Kirche mit dem Netz
Christi immer wieder aus dem Ozean der Vergänglichkeit heraus-gezogen werden kann, und daß sie in diesem Netz des Fischers Petrus in großer Fülle die Menschen zueinanderbringen wird.
Die Szene geht noch weiter. Auf einem Feuer machen sie Essen, sie essen zusammen Fisch und Brot, und mit einem Male wendet sich
Jesus an Simon Petrus. »Simon«, sagt er, »Sohn des Jonas, liebst du mich mehr als diese.« Petrus ist verblüfft und sagt nur: »Ja, Herr!
Du weißt, daß ich dich liebe.« Immer wieder, dreimal, fragt Jesus seinen ersten Jünger dasselbe, und dreimal bekommt er dieselbe Antwort: »Ja, Herr, du weißt, daß ich dich liebe.« Petrus sagt es am Ende sogar ein wenig aufgebracht: »Herr, du weißt alles, du weißt auch, daß ich dich liebe.« Auf diese Vorrede hin gibt Jesus wiederum in drei Sätzen einen merkwürdigen Auftrag: »Weide
meine Lämmer«, und noch einmal: »Weide meine Lämmer«, und
am Schluß: »Weide meine Schafe.« Was genau ist damit gemeint?
326
Die Jünger fangen zunächst für ihn Fische, er aber gibt ihnen zu essen. Am Ende also wird das menschliche Mühen überboten von
der Gabe, die von Christus selbst kommt. Und schließlich sehen
wir hier eine weitere Nachfolge-Einsetzung. Das erste Bekenntnis
des Petrus, von dem wir früher gesprochen haben, erfolgt, nachdem der galiläische Erfolg abgeflaut ist und es einsam zu werden beginnt um Jesus. Manche bestreiten, daß das damals von Jesus
formulierte Felsenwort vom irdischen Jesus gesagt sei; es gehöre
in die Auferstehungs-Überlieferungen. Die Evangelien stellen es
aber bewußt an einen Wendepunkt im irdischen Leben Jesu; es
ist so verflochten mit diesem Kontext, daß es davon nicht gelöst
werden kann.
Im Abendmahlsaal gab es denn eine neue Verheißung an Petrus:
Wenn du bekehrt sein wirst, stärke deine Brüder. Er wird beauf-tragt, der zu sein, der sie im Glauben bekräftigt. Wichtig ist, daß sich alle diese Petrus-Zeugnisse durch die verschiedenen Schichten neutestamentlicher Schriften hindurchziehen. Einmal in der synoptischen Schicht, dann in dem johanneischen aber auch im
paulinischen Schriftentypus finden wir den Primat des Petrus, so
daß die verschiedenen Traditionsräume jeweils dieses Wissen um
einen Sonderauftrag an Petrus widerspiegeln.
Was uns hier bei Johannes 21 überliefert ist, ist ein Nachfolgeritus.
Petrus muß nun die Sorge für die Herde Jesu übernehmen. Und der
Herr sagt ihm auch gleich anschließend, in einer Martyriumspro-phezeiung, es ist ein Dienst, der nur aus der Liebe zu Christus aufgebaut ist und der nur getan werden kann in der Bereitschaft,
den Weg ins Martyrium zu gehen. Insofern ist für den katholischen Christen mit dieser umfassenden Petrus-Theologie des Neuen Testaments der spezifische Auftrag in seinen vielfältigen Facetten wunderbar umschrieben – und ist ein Testament an die Kirche
aller Zeiten.
Der auferstandene Jesus befiehlt den Jüngern, aus Jerusalem nicht 327
wegzugehen, so lange der Heilige Geist nicht herabgekommen sei, jene »Kraft aus der Höhe«. Er macht dabei eine geheimnisvolle
Andeutung: »Johannes hat mit Wasser getauft«, sagt er, »ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden in wenigen Tagen.«
Was heißt das?
Jesus kündigt die Geist-Gabe an, die dann im Pfingstfest ihre erste Erfüllung findet. Der hl. Lukas hat sie uns in der Apostelgeschichte geschildert. Er beschreibt darin, wie in das Beten der 120, die mit den Zwölf und mit Maria versammelt sind, die Gabe des Heiligen
Geistes fällt. Lukas, der ja sein ganzes Werk sehr bedachtsam
komponiert hat, verweist damit auf die Empfängnis Jesu zurück,
als der Heilige Geist herunterkam und somit auf Erden der Mensch
Jesus empfangen wurde. Nun kommt der Heilige Geist erneut und
so wird die Kirche, der »Leib Christi«, für die Zeit der Geschichte geboren. Dies geschieht in den Zeichen von Sturm und Feuer –und vor allen Dingen in dem Zeichen des Sprachenwunders – , mit
denen die Kirche in allen Sprachen angekündigt und antizipiert
wird. Es ist das Gegenbild zu Babel. Es ist die andere, die neue
Gesellschaft, die der Herr durch die Kraft des Heiligen Geistes,
durch diese Flamme Gottes, nunmehr vom Herzen der Menschen
her aufbaut.
Aber kann man sich die Szenerie wirklich so vorstellen, daß hier Flammen, Feuerzungen vom Himmel herniederfielen?
Wie man sich das genau vorstellen will, bleibt jedem selbst überlassen. Die Väter, und speziell die östliche Theologie, haben das Symbol sehr tiefsinnig ausgelegt. Wenn sich der Geist als Zungen, als Flammen darstellt, zeigt das, daß er sehr persönlich auf jedem einzelnen ruhen bleibt. Es sind wesentliche Bilder, in denen uns das Bleibende, das Geheimnis des Geistes, der Neugeburt der Kirche
dargestellt wird – und mit dem Sprachenwunder eben auch das,
was man die Katholizität der Kirche nennt.
328
Vom Wesen der Kirche
Bleiben wir bei dieser Neugeburt. Wie ist die Kirche gemeint? Wie soll sie sein? Ihr Wesen wird stets als apostolisch und katholisch bezeichnet. Was heißt das?
Apostolisch bedeutet die horizontale Querverbindung der Kirche
durch alle Zeiten hindurch. Sie ist zunächst einmal angeheftet an den historischen Ursprung in den elf Männern, die Jesus ausgewählt hat (elf sind ja geblieben, plus Matthias, der dazugewählt worden ist). Sie ist nicht irgendeine Mythologie, eine erfundene
Ideologie, sondern wirklich verankert in dem historischen Ereignis Jesu Christi und kann sich aus diesem apostolischen Ursprung
immer wieder neu erheben. Zugleich ist damit nicht nur Treue
zum Zeugnis, zum Glauben der Apostel ausgedrückt, sondern
auch das Sakramentale. Man kann sich demzufolge die Kirche
nicht immer wieder selber neu ausdenken, sondern sie steht in einer festen Bindung an den Ursprung, in einer stetigen Kontinuität damit. Das Sakrament der Priesterweihe drückt diese Bindung an
das aus, was wir nicht erfunden haben und verweist zugleich auf
den Heiligen Geist als Garanten der Kontinuität.
Und katholisch?
Katholisch heißt übersetzt: »das Ganze umfassen«, es bedeutet,
auf das Ganze bezogen zu sein. Es ist ein Ausdruck dafür, daß die Kirche der ganzen Welt, allen Kulturen und allen Zeiten zugehört.
Das ist sehr wesentlich. Denn die Kirche darf sich nie zu einer
Nationalkirche verengen. Sie ist immer dazu da, daß die Grenzen
überschritten werden. Sie soll verhindern, daß Babylon ist. Die
Kirche ist dazu da, zu verhindern, daß die Verwirrung des Gegen-einanderstehens die Menschheit beherrscht. Sie soll statt dessen in der Fülle der Sprachen den ganzen Reichtum des Menschseins
329
zu Gott hinbringen – und damit auch die Kraft der Versöhnung in
der Menschheit selber sein.
Es gibt ein ganz spezielles katholisches Denken. Es ist eine bestimmte Art, Ereignisse, Menschen und insgesamt das ganze Geschehen auf der Bühne dieser Welt zu betrachten. Kann man dieses Denken irgendwie definieren?
Das ist schwer zu sagen. Das Katholische nährt sich zwar aus
der Ganzheit der gläubigen Geschichte, es hat sich aber in seiner spezifischen Form besonders in der Kirche des Westens entfaltet.
Insofern ist manches an dem, was wir heute katholische Denkwei-se nennen, nicht überzeitlich und nicht unveränderlich. Es kann durch das Hereintreten neuer Völker und durch das Heraustreten in neue Zeiten auch seine Modifikationen, Vertiefungen und Erneuerungen erfahren.
Die Protestanten haben, so scheint mir, in ihrem Glauben eher die harte Frontstellung des Entweder-Oder, bei den Katholiken dagegen dominiert ein weiches »Sowohl-Als-auch«, das Verbindende ist wichtig. Es geht also jeweils um Schrift und Tradition, um Autorität und Freiheit, Glaube und Werke. Was ist der spezifische Unterschied zwischen dem Katholischen und dem Protestantischen?
Das kann man, glaube ich, nicht so leicht sagen, man kann es
vor allen Dingen nicht an einem einzelnen Punkt aufhängen. Obwohl die Entschiedenheit des Trennens in das Entweder-Oder im Protestantismus schon sehr verhaftet ist. Im lutherischen Denken jedenfalls ist das Solus Christus – Christus allein – sehr stark herausgestellt, während für das Katholische tatsächlich der Versuch nach den Synthesen charakteristischer war. Man sollte sich aber vor zu schematischen Formulierungen des Unterschiedes hüten, vor allem auch deshalb, weil es den Protestantismus in einer 330
großen Vielfalt von Gestaltungen gibt, und weil schließlich auch
die katholische Kirche einen Reichtum von Formen kennt – und
obendrein noch gar nicht ausgeschöpfte geschichtliche Möglichkeiten noch vor sich hat.
Sicher, die katholische Kirche hat bestimmte Sola-Formeln – etwa
daß nur die Schrift alleine zählt – immer abgelehnt. Die katholische Kirche glaubt, daß eben Schrift und lebendige Überlieferung zusammengehören, denn die Überlieferung ist ja das die Schrift tragende Subjekt, sie ist auch das sie auslegende Subjekt Kirche. Ein anderer Punkt ist, daß sie auch das »Sola fides« nur eingeschränkt gelten läßt. Und zwar in dem Sinn, daß der Glaube zunächst die
einzige Tür ist, durch die die Gnade zu uns hereintritt, daß aber dann dieser Glaube, wie der Galater-Brief sagt, in der Liebe wirkend ist. Die Rechtfertigungskraft des christlichen Lebens besteht insofern in der Verschmelzung von Glaube und Liebe. Es muß also auch hier das Sola aufgebrochen werden.
Also diese öffnende Tendenz, welche die Exklusivismen – deren
Größe man nicht verkennen kann – eben doch als Vereinseitigung
ablehnt, gehört schon zu wesentlichen Kennzeichen des Unterschieds.
Von der Mitte der Kirche
Die Mitte der Kirche ist, wenn ich das richtig verstanden habe, nicht der Vatikan oder der Papst, sondern eine Frau. Die Wiederentdeckung Marias als »Urbild der Kirche« gehört dabei zu den bedeutendsten Errungenschaften der Theologie im 20. Jahrhundert. Es war vor allem der Dichter Paul Claudel, der diese Gestalt wieder neu sehen lehrte und damit die Marienverehrung aus einer gewissen Randzone des Glaubens herausholte.
Claudel erzählte später, seine Einsicht sei eng mit einem Bekehrungserlebnis verbunden gewesen, und zwar bei der Weihnachts-331
vesper im Jahre 1886 in Paris. Es war so, daß er diese Messe in Notre Dame mehr aus einer Langeweile heraus besucht hatte,
plötzlich aber, beim Lobgesang Mariens, dem Magnificat, sei etwas mit Wucht in ihn hereingebrochen. Es habe ihn erkennen lassen, daß alles, was von Maria gesagt wird, für die Kirche gilt.
Und umgekehrt die Kirche in Maria ihr vollkommenes Urbild
schaut. In Maria konkretisiert sich das Wesen von Kirche, meinte er, da in ihr das katholische Prinzip von der Bedeutung der menschlichen Mitwirkung an der Erlösung sichtbar wird. »Die
Mutter Gottes«, so Claudel, »ist für mich ein und dasselbe wie die heilige Kirche; ich habe nie gelernt, die beiden zu unterscheiden.«
Die Identifizierung der Kirche mit einer Frau geht bis tief ins
Alte Testament zurück, wo Israel sich als die Braut erfährt, der
sich Gott in ewiger Liebe anvertrauen und antrauen will. Das ist
in der Kirche, die ja das Alte Testament fortlebt, übernommen
worden. Schon Paulus spricht von unserer Mutter, dem oberen
Jerusalem. Er findet damit aus der jüdischen Tradition das Bild
der mütterlichen Kirche heraus, dieser mütterlichen Stadt, die uns gebiert und uns Leben und Freiheit schenkt. Und so haben die
Väter diesen Gedanken, der auch in der Apokalypse erscheint – die Frau mit der Sonne umkleidet – , aufgegriffen und darin das ganze heilige Wesen der Kirche dargestellt. Obwohl sie dabei oft gar
nicht an Maria gedacht haben, ist im Grunde hier schon die ganze
Mariologie mit ausgelegt. Mit anderen Worten: das, was Kirche ist, wird in Maria konkret. Und das, was Maria theologisch bedeutet,
stellt sich in der Kirche dar. Beides geht sozusagen ineinander über: Maria ist die Kirche in Person, und die Kirche ist in ihrer Ganzheit das, was Maria als Person antizipiert. Insofern hat Claudel in
diesem Bekehrungserlebnis tatsächlich intuitiv die Urgestalt und
Untrennbarkeit von Mariologie und Ekklesiologie wieder neu
erfahren.
In unserem Jahrhundert hat Hugo Rahner, der Bruder von Karl
332
Rahner, der ein großer Väterforscher war, die ganzen Vätertexte
wunderbar dargestellt und gezeigt, daß da, wo die Väter von der
Frau Kirche reden, gleichsam Maria erscheint – und daß damit
auch eine verengte Mariologie überwunden wird. Andere haben
daran weitergearbeitet. Das Zweite Vatikanum hat in seiner Verbindung von Mariologie und Ekklesiologie das aufgenommen.
Ich denke in der Tat, daß diese Wiederentdeckung der Übergänglichkeit von Maria und Kirche, der Personalität der Kirche in Maria und der Universalität des Marianischen in der Kirche, zu
den wichtigsten Wiederentdeckungen des 20. Jahrhunderts in der
Theologie gehört.
»Wer die Geschichte der katholischen Kirche aufmerksam betrachtet«, merkte ein Papst an, »sieht sogleich, wie in allen wichtigen Ereignissen der Christenheit der Schutz der jungfräulichen Muttergottes sichtbar in die Erscheinung trat. Immer, wenn Irrtum sich überall verbreitet, um das wunderbar einheitliche Gefüge
der Kirche anzugreifen und die katholische Welt in Verwirrung
zu bringen, wandten sich unsere Väter vertrauensvoll an sie, die allein alle Irrtümer auf der ganzen Erde vernichtete; und der Sieg, den die Heilige Jungfrau erstritt, bereitete die Rückkehr besserer Zeiten vor.« Klingt einigermaßen phantastisch.
Es ist vielleicht ein bißchen zu poetisch. Hier werden alte Formen gebraucht – Maria, die Überwinderin aller Häresien – , die aus der Zeit der christologischen Streitigkeiten kamen. Damals hat der
Blick auf Maria geholfen, einerseits die ganze Menschlichkeit Jesu, aber auch, im Ringen um die Würde Marias, seine Göttlichkeit
zu retten. Im Streit um Maria ist gleichsam auch die Christolo-gie klar geworden, dieses Geheimnis des Einsseins von Gott und Mensch in Jesus Christus. Daraus hat sich das Wort von Maria als
der Überwinderin aller Häresien herausgebildet, das in manchen
Zeiten regelrecht zu einer Kampfparole gesteigert worden ist. Wir 333
sehen Maria, denke ich, lieber als Trösterin der Christenheit, als die Zuflucht, und natürlich als die, durch die Christus wirklich
immer wieder zugänglich wird. Sie nimmt ihm ja nicht das Szepter
weg oder drängt die Frömmigkeit ab von ihm. Sie ist im Gegenteil
eine Möglichkeit, daß Menschen von ihr her das große Geheimnis
Christi begreifen können und ihnen dieser Gott auch nahe wird.
Vom Auftrag der Kirche
Der Auftrag der Kirche ist anspruchsvoll und nahezu überirdisch.
Vielleicht kann man ihn gar nicht ganz beschreiben. Paulus nennt die Kirche einmal in einem großen Wort die Säule und Grundfeste der Wahrheit. Sie sei zum einen die von Gott bestellte Lehrerin des Glaubens und habe andererseits auch darüber zu wachen, daß keine Glaubenswahrheit verlorengeht und keine Irrtümer in diese Lehre eindringen. Die Kirche als strenger Gralshüter – ist es das?
Sie zitieren hier aus den Pastoralbriefen, die ein Großteil der modernen Exegeten dem hl. Paulus abspricht, aber das braucht uns hier nicht zu beschäftigen. Diese Briefe stehen jedenfalls in paulinischer Tradition; und sie führen das paulinische Denken zumindest in der Paulus-Schule weiter. Schon in den großen Paulusbriefen
ist sichtbar, daß die Kirche die lebendige Trägerin der Wahrheit
Christi ist. Ihr kommt es zu, diese Wahrheit festzuhalten, sozusagen Säule zu sein, auf der sie stehen kann, und sie auch lebendig auszuleben, weiterzugeben, daß sie zugänglich und verständlich
bleibt, daß sie sich entfaltet. Wir haben ebenfalls gehört, daß sie bei all dem der Geist in die Wahrheit einführt, so daß Treue und Fortschritt sich miteinander verbinden.
Was umstritten ist.
334
Luther hatte dem gegenübergestellt, es brauche kein kirchliches
Lehramt, die Schrift selber reiche. Ein Lehramt, so Luther, ist
eine Anmaßung, das richtige Verstehen gibt sich dem, der die
Schrift richtig liest, die aus sich selbst heraus verständlich sei.
Heute sehen wir immer deutlicher, daß ein Buch alleine immer
den Zweideutigkeiten ausgeliefert ist. Es gehört unbedingt in den Lebenszusammenhang der Kirche hinein, in dem das Wort ja
auch erst lebendig ist. Insofern ist dann auch eine bevollmächtigte Auslegungsinstanz vonnöten, die freilich wissen muß, daß sie nicht über dem Wort Gottes steht, sondern dienend unter ihm und sich an ihm messen muß.
Nebenbei gesagt sind hier bereits ökumenische Versöhnungen im
Gange. Denn einerseits tritt die bestimmende Geltung der Schrift
auch in der katholischen Kirche mit aller Deutlichkeit heraus,
zum anderen steht die Einbettung des Wortes in die lebendige
Lehrvollmacht der Kirche als Auslegerin des Wortes auch den
evangelischen Christen heute sehr deutlich vor Augen. Aus diesen
Erkenntnissen ist im Laufe der Zeit diese Folgerung entstanden:
Wenn die Kirche verbindlich auslegt, dann muß ihr ja auch die
Stütze, die Verheißung gegeben sein, daß sie wirklich so auslegt, wie es dem Geist Gottes, der sie führt, entspricht. Auf diese Weise wurde letztlich die Lehre von der Unfehlbarkeit entwickelt.
Über die es offenbar ein Aufklärungsbedürfnis gibt.
Diese Lehre muß natürlich, damit sie nicht mißbraucht und mißverstanden wird, sehr genau in ihren Begrenzungen begriffen werden. Sie bedeutet nicht, daß jedes Wort, das kirchliche Autoritäten sagen, auch nicht jedes Wort, das ein Papst sagt, unfehlbar sei. Sie bedeutet allerdings, daß da, wo die Kirche in den großen Geistes-kämpfen der Geschichte, nach allem Beten und Ringen, festhält, dies ist die Auslegung und damit eine Grenze zieht, daß ihr an dieser Stelle auch verheißen ist, daß sie die Menschen damit nicht 335
in die Irre führt. Daß sie nicht zum Instrument der Zerstörung von Gottes Wort wird, sondern eben die Mutter bleibt, das Subjekt
bleibt, in dem das Wort lebt und sich richtig ausspricht und auslegt. Aber das ist, wie gesagt, an Bedingungen gebunden. Für alle, die in der Kirche Verantwortung tragen, heißt das, daß sie selber sich mit großer Verantwortung diesen Bedingungen unterwerfen
müssen. Sie dürfen nicht ihre eigenen Meinungen der Kirche als
Lehren auferlegen, sondern müssen sich dienend in die große Gemeinschaft des Glaubens hineinstellen und Hörende auf Gottes Wort werden. Sie müssen von ihm sich richten und reinigen lassen, damit sie es recht ausrichten können.
Zum Auftrag der Kirche gehört offenbar auch der Geist von Widerspruch und Bekenntnis. Durch ihn hat sie etwas Rebellisches und Radikales und Unangepaßtes. Kirche ist, wenn ich mich nicht irre, auch immer Opposition gegen die Diktatur der Mode. Der
Papst jedenfalls hat es als seine vornehmste Aufgabe bezeichnet, der Welt sein apostolisches »Contradicitur« entgegenzusetzen: Es wird widersprochen, ruft er aus. Einspruch gegen die Macht des Faktischen, gegen die Exzesse des Materialismus und den Irrsinn einer morallosen Welt.
Die Bereitschaft zum Widerspruch und zum Widerstand gehört
zweifellos zum Auftrag der Kirche. Wir haben gesehen, daß im
Menschen immer auch die Tendenz da ist, sich dem ihm überge-benen Wort zu widersetzen, es sich bequemer machen zu wollen, alleine darüber zu entscheiden, was für ihn gilt, indem er sich seine Ideologien formuliert, eine Herrschaft von Moden entwickelt, in
denen sich die Menschen ihr Lebensmodell zurechtrichten.
Kehren wir noch einmal zu der Prophezeiung Simeons zurück. In
bezug auf Christus sagte er, dieser werde das Zeichen sein, dem
widersprochen wird. Und erinnern wir uns an das Wort Jesu selbst: »Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das
336
Schwert.« Wir sehen darin, daß die Kirche diesen großen und
wesentlichen Auftrag des Widerspruchs gegen die Moden, gegen
die Macht des Faktischen, gegen die Diktatur von Ideologien hat.
Gerade auch im vergangenen Jahrhundert mußte sie angesichts
der großen Diktaturen den Widerspruch aufrichten. Und heute
leiden wir darunter, daß sie dabei zuwenig widersprochen hat,
daß sie ihr Contradicitur nicht dramatisch und laut genug in die
Welt hineingerufen hat. Gott sei Dank gibt es dann, wenn das Amt
aus diplomatischen Rücksichten schwach wird, die Märtyrer, die
diesen Widerspruch an ihrem Leibe gleichsam durchleiden.
Diese Opposition darf freilich nicht einfach aus einer prinzipiellen Lust am Widerspruch entstehen. Oder gar als Reaktion oder aus
Unfähigkeit der Zeit und der Zukunftsgestaltung gegenüber. Die
Offenheit für das Gute aller Perioden, für das Neue, das sich
in ihnen erschließt – das immer auch ganz neue Dimensionen
des Wortes Gottes auftut – , muß gewahrt bleiben. Aber dabei
darf der Glaube sich eben nicht in die Beliebigkeit verflüchtigen, konturenlos werden. Er muß gegen das, was Gott widerspricht,
eben selber widersprechend sein – bis in den Mut des Martyriums
hinein.
Daß der Glaube so häufig dem Zeitgeist widerspricht, ist das eine.
Viel mehr noch stellt sich der Zeitgeist gegen den Glauben; und das ist nicht mal so neu. Guardini schrieb einmal: »Wer mit der Kirche lebt, wird anfangs eine gewisse ungeduldige Empörung empfinden, daß sie ihn immer wieder in Gegensatz zu dem setzt, was die
anderen wollen.« Der Gläubige werde sich sogar als rückständig gegen die herrschende Meinung empfinden, die zunächst immer
als das Modernere gilt. Guardini meinte: »Ist ihm aber einmal die Binde von den Augen genommen, so erkennt er, wie die Kirche
den mit ihr Lebenden immer wieder aus dem Bann der Zeitgewalt
löst und auf den Maßstab des Bleibenden stellt. Seltsam, niemand ist skeptischer und innerlich unabhängiger gegen das, ›was alle sagen‹, als wer wirklich mit der Kirche lebt.«
337
Ja, das hat ja auch autobiographische Züge. Guardini hat in einer Zeit studiert, in der auch in der katholischen Theologie das liberale Erbe sehr lebendig war. Einer seiner Lehrer in Tübingen, er hieß
Koch, war stark davon berührt. Natürlich war auch Guardini als
junger Mensch auf seiten dieses Lehrers. Es ist klar, daß Studenten sich mit einem Lehrer solidarisieren, der das Neue sagt, der es
freier, kühner sagt, der es aus den Traditionsfesseln löst und dabei mit Rom die Klingen kreuzt.
Im Weg seines Studiums allerdings, in dem ihm auch die großen
Glaubenszweifel gekommen sind, hat Guardini schließlich in der
Liturgie die eigentliche Kirche zu Gesicht bekommen. Und ohne
seine besondere Zuneigung zu diesem Lehrer aufzugeben, wie er
selber sagt, erarbeitete er eine anti-liberale Position, weil er fand, daß im Grunde die Kirche die einzig wirklich kritische Macht in
dieser Geschichte ist. Und daß das Gehen mit ihr, das Hineingehen in sie, das Sichanvertrauen an ihren Glauben – das angeblich nur
Infantilität und Abhängigkeit ist – , in Wirklichkeit die größere Unabhängigkeit vom Zeitgeist darstellt und eine größere Kühnheit
bedeutet, als es jede andere Position verkörpern könnte. Guardini gehört zu den Pionieren, die den liberalen Trend in der Theologie abgelöst haben. Sie haben damit für eine ganze Periode, die etwa
von 1920 bis 1960 reicht, eine große Freude an der Kirche, am
Mit-Denken, Mit-Glauben in ihr geweckt. Bei Guardini persönlich
kommt dies eben aus der Erfahrung heraus, daß ihm die Binde
von den Augen genommen war und er plötzlich gesehen hat: das
ist ja ganz anders. Das ist nicht infantile Abhängigkeit, das ist Mut zum Widerspruch und die Freiheit, sich den herrschenden
Meinungen zu widersetzen – die uns zugleich einen festen Grund
gibt, den sich nicht die Kirche selber ausgedacht hat.
Da tun sich ja erstaunliche Parallelen auf …
Ja.
338
Gott und die Kirche
Es ist nicht immer leicht, diesen Mut zum Widerspruch in der
Kirche aufzufinden. Viele christliche Gemeinden wirken müde. Es fehlt oft an Esprit, an dem Mut, jenseits der üblichen Meinungen und Modernismen das Ungewöhnliche zu denken, die Grundfeste
des Glaubens überhaupt noch verteidigen zu wollen. Viele der
Zeitgeistchristen möchten bestenfalls ein Serviceunternehmen sein, das per Meinungsumfrage die Bedürfnisse ihrer Mitglieder einholt.
Selbst Bischöfe vermitteln das Gefühl, der Heilige Geist habe sie längst schon verlassen.
Könnte es nicht auch sein, daß man einmal wird sagen müssen: Ja, die Zeit der Kirche ist nun wirklich abgelaufen? Und wer weiß, warum sollte es nicht möglich sein, daß Gott seine Kirche verläßt, ihrer überdrüssig wird und sich zurückzieht, zumindest zeitweise?
Es gibt Ermüdungen der Kirche, und es gibt sicher den Vorgang,
daß der »Leuchter von einer Stelle weggerückt« wird, wie es in der Apokalypse heißt. Denken wir nur an das 16. Jahrhundert. Die
Monographien, die es darüber gibt, zeigen, wie anpasserisch die
etablierte Kirche war, wie schwach der Glaube der Bischöfe. Sie
waren eben Teil des Systems geworden, jedenfalls waren sie nicht
so beschaffen, lebendige Zeugen des Glaubens zu sein, apostolisch und martyriumsfähig. Sie haben geschaut, wie man sich am besten
durchschlägt und wollten günstigstenfalls versuchen, Schlimmeres
zu verhindern. Und dabei ist die Kirche fast eingeschlafen, fast
zugrundegegangen.
Solche Verhältnisse wird es immer wieder geben können. Der Heilige Geist beschämt uns dann jeweils damit, daß plötzlich von ganz woanders her notwendige Erneuerungen kommen. Die Erneuerungskräfte ihrer Zeit entstanden dann in Therese von Avila und Johannes vom Kreuz, in Ignatius von Loyola und Philipp Neri
und so manchen anderen. Ihr neuer Schwung hat die Institution
339
zunächst überrascht und erschreckt, zeigte sich letztlich aber doch als der Aufbruch zur wirklichen Erneuerung.
Die Ermüdung der Kirche gibt es ohne Zweifel. Die Kirche kann
sogar in ganzen Kulturzonen ermüden und hier auch zu Fall kommen. Die Apokalypse warnt in den Briefen an die sieben Kirchen, die exemplarisch in die Zukunft hineinweisen: Gib acht, sonst
stoße ich den Leuchter weg. Tatsächlich ist unter den Stürmen
des Islam nicht nur die blühende Kirche in Kleinasien, die einmal Herzstück der Kirche gewesen ist, sondern auch in Nordafrika
verschwunden. Natürlich war da auch die Gewalt der Eroberer,
das Zertreten ganzer Volksschichten, mit am Werk, wir wollen da
nicht zu einfache Anklagen gegen eine müde Kirche erheben. Aber
immerhin, dies kann es geben.
Die Verheißung Christi – »Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Welt« – heißt nicht auch, daß jede Diözese die Gewähr
hat, daß sie ewig bestehen wird. Sie bedeutet allerdings schon,
daß die Kirche als solche bis zur Wiederkunft des Herrn hin sein
Lebensraum, sein Organismus, sein Leib, sein Weinstock sein
wird.
Vielleicht wird Gott die Kirche nie ganz fallenlassen, aber wäre es nicht auch eine kühne Idee, etwas völlig Neues zu beginnen?
Dann gäbe es ein Altes, ein Mittleres und ein ganz neues Neues Testament. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei.
Das hatte sich ja auch Joachim von Fiore im 12. Jahrhundert ausgedacht. Er meinte, daß die Geschichte eigentlich dem Dreischritt der Trinität entsprechen müsse. Von der Zeit des Vaters, dem Alten Testament, die die besonders strenge Zeit des Gesetzes sei, über
die Zeit des Sohnes, der Zeit der Kirche, die schon gemildert ist, bis hin zur Zeit des Heiligen Geistes mit einer ganz neuen Geistkirche. Die Geistkirche werde die Versöhnung von Ost und West, die Versöhnung von Juden und Christen, die wahre Freiheit vom
340
Gesetz bringen. Diese Theorie hat große geschichtliche Wellen
geschlagen. Zunächst hat sich ein Teil der franziskanischen Bewegung damit verbunden und sich als diese neue Geistkirche gefühlt.
Der Gedanke wurde dann ins Säkulare gewendet und reicht mit
der Bezeichnung »Drittes Reich« bis in die Hitlerei herein.
Henri de Lubac hat zwei große Bände über die Nachwirkungen
von Joachim geschrieben. Er zeigt darin auch, wie diese Idee über einen Teil der franziskanischen Bewegung, die sich als die eigentlich heilige neue Geistkirche dem verweltlichten Papsttum entgegengesetzt hat, zu erheblichen theologischen Auseinandersetzungen führte. Hier wurde allerdings auch klargestellt, daß es einen solchen Dreischritt der Geschichte nicht gibt. Die ganze
Geschichte ist durchgängig die Zeit des einen dreifaltigen Gottes.
Die Kirche als solche ist das letzte Wort Gottes in der Geschichte, weil Christus sein letztes, sein ganzes Wort ist. Sie ist zwar vielfältiger Entfaltungen fähig, aber es wird nichts anderes mehr geben.
Ihr ist wirklich verheißen: Ich bin bei euch, mit euch, mit dieser Kirche bis ans Ende der Welt. Alles andere wäre selbstgemacht,
Menschenwerk, das kommt und vergeht.
341