Schabbath, Fol. 95a: “Mär Keschischar, der Sohn Rabas, sagte: Wer seine Stube am Schabbath sprengen will, hole eine Schüssel mit Wasser und wasche sich das Gesicht in dieser Ecke, die Hände in jener Ecke und die Füße in einer dritten Ecke, und so wird die Stube von selbst gesprengt. Eine kundige Frau (auf diese Weise) sprengt ihre Stube am Schabbath.”
Fol. 116b: “Imma Schalom, die Frau Eliezers und Schwester R.
Gamliels, hatte einen Philosophen (Richter) in der Nachbarschaft, der im Rufe stand, keine Bestechung zu nehmen und sie wollten sich über ihn lustig machen. Da brachte sie ihm eine goldene Lampe, trat vor ihn hin und sprach: Ich möchte einen Anteil an der Erbschaft der Fürsten erhalten. Da sprach dieser: So teilet unter euch. Darauf sprach jene: Bei uns heißt es: Wenn ein Sohn vorhanden ist, erbe die Tochter nicht mit. Dieser erwiderte: Seit dem Tage, an dem ihr aus eurem Lande vertrieben worden seid, wurde das Gesetz Moschehs aufgehoben und das Evangelium gegeben, und in diesem heißt es: Sohn und Tochter sollen gleichmäßig erben.” (Dieser Satz ist im Evangelium unbekannt.) “Am nächsten
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Tage schenkte sie ihm einen libyschen Esel. Da sprach dieser: Sehet die Fortsetzung im Evangelium, und da heißt es: Ich bin nicht das Gesetz vermindern gekommen, sondern ergänzen. (Matth. 5, 17) In diesem (Gesetz Moschehs) heißt es: Wenn ein Sohn vorhanden ist, erbe die Tochter nicht mit. Hierauf sprach er: Lasse doch dein Licht gleich einer Lampe leuchten. Da sprach R. Gamliel: Der Esel kam und stieß die Lampe um.”
Rosch-Haschanah, Fol. 20a: “R. Jehuda sagte: Wisset, daß uns R.
Jochanan stets gelehrt hat, erforderlichenfalls beeinflusse man Zeugen, die den Neumond nicht gesehen, das Erscheinen desselben zu bezeugen, um ihn weihen zu können und den Monat Adar duplizieren und die Ostern verschieben, wenn der Frühling sich verspätet.”
Taanith, Fol. 8b: “In den Tagen des R. Schemuel war Hunger und Pest eingetreten. Da sprachen sie: Was machen wir nun? Zweier Unglücksfälle wegen flehen, geht nicht; wir wollen lieber wegen der Pest flehen und den Hunger ertragen. Da sprach Schemuel: Wir wollen doch wegen des Hungers flehen, denn wenn der Herr Sättigung gibt, so gibt er sie für alle Lebendigen.”
Mo’ed katan, Fol. 17a: “R. Gidel sagte: Ein Schriftgelehrter kann sich selber in den Bann tun und sich selber befreien.”
24. GEORDNETE VERHÄLTNISSE
Baba mezia, Fol. 107a: “R. Abba traf einst die Schüler Rabhs und fragte sie, was Rabh gesagt habe über folgende Schriftverse (5. Mos.
28, 3): ‘Gesegnet seist du in der Stadt und gesegnet seist du bei deinem Fortgehen.’ Und sie erwiderten ihm: Dein Haus möge 226
sich in der Nähe des Bethauses befinden, deine Güter mögen sich in der Nähe der Stadt befinden, du sollst bei deinem Zurückkommen von deiner Reise deine Frau nicht als zweifelhaft Menstruierende finden; dein Abort soll nahe deinem Tische sein.”
25. AUSREDEN (SCHLITZOHRIGKEIT)
Baba mezia, Fol. 59b: “… R. Nathan traf Elijahu und fragte ihn, was der Heilige in dieser Stunde tat? Dieser erwiderte: Er freute sich und sprach: Meine Kinder haben mich besiegt! Man erzählt: An jenem Tag holten sie alle Dinge, die R. Eliezer als rein erklärt hat, und verbrannten sie im Feuer. Alsdann stimmten sie über ihn ab und taten ihn in den Bann. Darauf fragten sie: Wer geht hin und teilt es ihm mit?
Da sprach R. Akiba: Ich will gehen, denn es könnte ein ungeschickter Mensch hingehen und ihm mitteilen und er würde die ganze Welt zerstören. Was tat Akiba? Er legte schwarze Kleider an und hüllte sich in schwarz, alsdann ließ er sich vor ihm in einer Entfernung von vier
Ellen nieder. Da sprach Eliezer zu ihm: Akiba, was ist heute anders, als sonst? Dieser erwiderte: Meister, mich dünkt, die Kollegen haben sich von dir zurückgezogen. Da zerriß er auch seine Kleider, zog die Schuhe ab und ließ sich auf die Erde nieder und Tränen rannen aus seinen Augen. Da ward die Welt geschlagen, ein Drittel an Oliven, ein Drittel am Weizen und ein Drittel an der Gerste. Manche sagen: auch der Teig gärte unter den Händen der Frau. Es wird gelehrt: Ein großes Weh gab es an diesem Tag, denn jede Stelle, worauf Eliezer seine Augen richtete, verbrannte. Auch R, Gamliel reiste dann zu Schiff, da erhob sich eine Meereswoge und drohte ihn zu versenken. Da sprach er: Ich glaube: daß dies nur wegen R. Eliezer b. Hyrkanos geschieht.
Hierauf stand R. Eliezer auf seine Füße und sprach: Herr der Welt, offenbar und bewußt ist dir, daß ich dies weder wegen meiner Ehre, noch wegen der Ehre meines
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väterlichen Hauses getan habe, sondern wegen deiner Ehre, damit sich keine Streitigkeiten in Jisrael mehren. Da ließ das Meer von seinem Toben ab.”
26. SCHLÄUE
Baba kamma, Fol. 37a: “Einst versetzte der böse Chanan jemanden einen Faustschlag. Als er darauf vor R. Ghana erschien, sprach dieser zu ihm: Geh und zahle ihm einen halben Zuz. Da gab er jenem einen abgescheuerten Zuz, den er besaß und verlangte von ihm, daß er ihm einen halben Zuz herauszahle; jener aber lehnte die Forderung ab. Da versetzte er ihm einen zweiten Faustschlag und gab ihm den ganzen Zuz.”