Sanhedrin, Fol. 108b: “Das Wasser der,Sintflut war hart wie Samen und heiß und hat sieben Tage gedauert wie die sieben Trauerjahre über Methuschelach (Methusalem). Jochanan sagte: Der Heilige sprach zu Noah: Bringe in dieser (Arche) Edelsteine und Perlen an, damit sie euch wie das Mittagslicht leuchten. - Resch Lakisch sagte: Eine treffende Antwort gab der Rabe dem Noah; er sprach nämlich zu ihm: Dein Herr haßt mich und du hassest mich ebenfalls; er hat nämlich befohlen: von den Reinen je sieben und von den Unreinen (nur) zwei; und du läßt die Arten, von denen je sieben vorhanden sind und schickst uns hinaus, von denen nur je zwei vorhanden sind. Wenn mich der Fürst der Hitze oder der Fürst der Kälte anfährt, so fehlt ja ein Geschöpf auf der Welt; oder hast du vielleicht Verlangen nach meinem Weib? Er erwiderte ihm: Ruchloser! Wenn mir das Erlaubte verboten worden ist, um wieviel mehr mir das Verbotene. - Die Rabbinen lehrten: Drei vollzogen den Beischlaf in der Arche, und alle wurden sie bestraft; nämlich der Hund, der Rabe und Cham. Der Hund wird deswegen bei der Begattung angeschlossen, der Rabe spuckt den Samen und Cham wurde mit seiner schwarzen Hautfarbe bestraft.
Eliezer sprach zum großen Sem: Wie habt ihr euch in der Arche befunden? Er erwiderte: Wir hatten viel Plackerei in der Arche; ein
Geschöpf, das tags zu essen pflegte, mußten wir tags füttern und 194
ein Geschöpf, das nachts zu essen pflegte, mußten wir nachts füttern.
Vom Chamäleon wußte mein Vater nicht, was er ißt; eines Tages saß er und zerschnitt einen Granatapfel, und als aus diesem ein Wurm herausfiel, verzehrte es ihn. Von nun an stampfte er für dieses Kleie ein und als es Maden bekam, aß es sie. Der Löwe war vom Fieber gepeinigt worden. Den Phönix traf mein Vater einst im Hintergrund der Arche liegen; da fragte er ihn, weshalb er kein Futter verlange; da erwiderte er ihm: Ich sah, daß du sehr beschäftigt warst und wollte dich nicht weiter belästigen. Da sprach er zu ihm: Möge es Gottes Wille sein, daß du nie sterben sollst!”
14. WER SOLL DAS GLAUBEN?
Pesachim, Fol. 57a: “Von Jochanan ben Narbai wird erzählt, daß er 300 Kälber verzehrte und 300 Fässer Wein trank und 40 Sea Tauben anstatt des Nachtisches (Konfekt) verzehrte.” Fol. 62b: “Es war einmal ein Jüngling, der das Buch der Genealogie von R. Jochanan in drei Monaten lernen wollte. Darauf nahm der Rabbi eine Erdscholle und warf nach ihm, indem er sprach: Berurja, die Frau R. Meirs und Tochter des R._ Chanina b. Teradjon, die in einem Tag dreihundert und dreihundert Myriaden Lehren studierte, konnte es in drei Jahren nicht gründlich lernen, und du sprichst von drei Monaten.”
Fol. 64b: Einst wollte der König Agrippa seine Augen auf die Scharen Jisraels richten; da sprach er zum Hohenpriester: Richte deine Augen auf die Pesachopfer. Da nahm er von jedem Jisraeliten eine Niere, und es fanden sich sechzig Myriaden Nierenpaare, doppelt soviel wie die Auszügler aus Mizrajim (Ägypten).”
Joma, Fol. 69a: “Die Rabbiner hatten einst einen Teufel gefangen und ihm ein Haar ausgerissen; darüber hat das Kerlchen so ge-195
schrien, daß man es 400 Parasangen in der Runde hörte. Nach drei Tagen haben sie ihm ein Auge verdorben und ihn dann laufen lassen.”
Sukka, Fol. 45b: “Nach R. Chiskia soll R. Jeremja gesagt haben: Ich kann die ganze Welt vom Strafgericht seit dem Tage, da ich erschaffen worden bin, bis jetzt befreien, und wenn ich nicht, so mein Sohn Eleazar mit mir, und wenn wir beide nicht, so Jotham ben Usias mit uns. Derselbe sagt: Ich habe die Kinder des Aufsteigens gesehen, und es sind ihrer wenige; sind es tausend, so bin ich und mein Sohn unter ihnen; sind es hundert, so bin ich und mein Sohn unter ihnen; selbst wenn es nur zwei sind, so bin ich es und mein Sohn. - Raba hat doch gesagt, daß 18 000 Mil bis zu der ersten Wohnung des Heiligen sind! Es kommt darauf an, ob sie durch eine hell leuchtende Scheibe
schauen oder nicht.”
Zebachim, Fol. 113b: “R. Jannaj sagte: Noach führte Junge (von Reem) in die Arche. Rabba bar Chanina hat aber doch gesagt: Ich habe selbst das Junge eines Reem gesehen, welches nur einen Tag alt war, und es war so groß, wie der Berg Tabor. Und wie groß ist der Berg Tabor? Vierzig Parasangen. Die Länge eines Halses betrug drei Parasangen und das Lager seines Hauptes eine und eine halbe Parasange. Wenn es seinen Kopf auswarf, so verstopfte es damit den Jarden. R. Jöchana sagte: Noach nahm nur sein Haupt in die Arche auf, es tat nur die Spitze seiner Nase in die Arche.”
Baba mezia, Fol. 84a: “… Wenn R. Jismael und R. Eleazar sich begegneten, so konnte ein Rinderpaar zwischen ihnen durchgehen, ohne sie zu berühren (einen so großen Bauch hatte ein jeder gehabt).
Einst sprach eine Matrone zu ihnen: Eure Kinder sind nicht von euch (da mit solch einem dicken Leib die Vollziehung des Beischlafs unmöglich ist). Da erwiderten sie ihr: Ihre (die Leiber unserer Frauen) sind noch größer als unsere. Umso mehr, versetzte
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sie. Jene antworteten. Denn so wie der Mann, ist seine Stärke (sein Zeugungsglied; s. Rieh. 8, 21) und die Liebe verdrängt den Leib. -R.
Jochanan sagte: Das Zeugungsglied R. Jismaels war so groß, wie ein Schlauch von neun Kab (l Kab = 24 Hühnereier). R. Papa sagte: Das Zeugungsglied R. Jochanans war so groß, wie ein Schlauch von fünf Kab; Manche sagen: von drei Kab. Das des R. Papa war wie ein harpanischer Korb.”
“- R. Jochanan sagte: Ich bin von den Schönen Jerusalems übrig geblieben. Wenn jemand die Schönheit R. Jochanans sehen will, so nehme er einen silbernen Becher, wie er vom Juwelier kommt und fülle ihn mit Körnern von einem roten Granatapfel, lege um die Mündung einen Kranz von roten Rosen und stelle ihn zwischen Sonne und Schatten; dieser Glanz ist etwas von der Schönheit R. Jochanans.
- Dem ist ja aber nicht so; der Meister sagte ja, die Schönheit R.
Kahanas sei etwas von der Schönheit R. Abahus, die Schönheit R.
Abahus sei etwas von der Schönheit unseres Vaters Jakob und die Schönheit unseres Vaters Jakob sei etwas von der Schönheit Adams; R. Jochanan wird also nicht mitgerechnet? Ihm fehle der Schmuck des Gesichts (der Bart). - Eines Tages badete R. Jochanan im Jarden; da bemerkte ihn Resch Lakisch (der früher ein vagabundierender Räuber war) und folgte ihm in den Jarden nach (da er ihn für ein schönes Weib hielt). Da sprach jener: Deine Kraft für die Gesetzeskunde.
Dieser erwiderte: Deine Schönheit für Frauen. Jener entgegnete: Wenn du Buße tust, so gebe ich dir meine Schwester, die schöner ist als ich. Da nahm er es an. Als er darauf zurück wollte, um seine Kleider zu holen, vermochte er es nicht mehr. Hierauf unterrichtete er ihn in der Schrift und in der Misehna und machte ihn zum bedeutenden Mann. Eines Tages stritten sie im Lehrhaus, wann ein Schwert, ein Messer, ein Dolch, eine Lanze, eine Handsichel und eine
Erntesichel unrein werden. R. Jochanan sagte: Sobald man sie im Wasser gestählt hat. Da sprach jener zu ihm: Ein Räuber kennt sein Räuberhandwerkzeug. Alsdann sprach dieser zu ihm: Was nützest du mir? Dort (bei den
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Räubern) nannte man mich Meister und hier nennt man mich ebenfalls Meister.”
Fol. 84b: “R. Eleazar hatte sich mit einem Gewissen abgefunden wegen der Hinrichtung und nahm daher Züchtigungen auf sich.
Abends legte man ihm 60 Polsterdecken unter und morgens schöpfte man unter ihm 60 Wannen Blut und Sekrete. Am Morgen bereitete ihm seine Frau 60 Arten von Speisen, diese aß er und genas. Seine Frau ließ ihn auch nicht ins Lehrhaus gehen, damit die Rabbinen ihn nicht drängen (er hatte manche ihrer Verwandten verhaften lassen).
Dann kamen Schiffahrer und sandten ihm 60 Sklaven, die 60
Geldbeutel hielten, und ihm 60 Arten von Speisen bereiteten, die er aß.”
“Nachdem er gegessen und getrunken hatte, ging er ins Lehrhaus; man brachte ihm 60 Arten Blut (von Weibern) und er erklärte sie alle rein.
Die Rabbinen aber räsonierten über ihn. Da sprach er zu ihnen: Wenn ich Recht habe, so sollen alle Kinder Knaben sein, wenn aber nicht, so soll ein Mädchen darunter sein. Hierauf waren sie alle Knaben und man benannte sie nach dem Eleazar. - Als er im Sterben lag, sprach er zu seiner Frau: Ich weiß, daß die Rabbinen mir zürnen und sich mit mir nicht nach Gebühr befassen werden; lasse mich in meinem Söller liegen und furchte dich nicht vor mir. Seine Frau sagte: 18-20 Jahre ließ ich ihn so in seinem Söller liegen. Wenn ich zu ihm hinauf ging, untersuchte ich sein Haar, denn wenn ich eines herauszog, kam Blut hervor. Eines Tages sah ich einen Wurm aus seinem Ohr hervorkommen, da wurde ich betrübt. Darauf erschien er mir im Traum und sprach zu mir: Es ist nichts; ich hatte eines Tages die Beschimpfung eines Gelehrten mit angehört und habe es nicht gebührend zurückgewiesen. - Wenn zwei zu Gericht kamen, standen sie an der Tür, der eine trug sein Anliegen vor und der andere trug sein Anliegen vor; darauf kam eine Stimme vom Söller hervor, welche sprach: Du X hast unrecht, du Y hast recht. Eines Tages zankte seine Frau mit einer Nachbarin; da sprach sie zu ihr: Möge es dir so ergehen,
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wie deinem Manne, der nicht zu Grab gekommen ist! Hierauf sprachen die Rabbinen: Soweit ist es sicher nicht schicklich. Manche sagen, R. Schimon sei ihnen im Traum erschienen und habe zu ihnen gesprochen: Eine Taube habe ich unter euch noch und ihr wollt sie mir nicht bringen! Darauf gingen die Rabbinen hin, um sich mit ihm zu befassen. Die Bewohner von der Stadt (Akhbarja) ließen ihn aber nicht bestatten, denn während der ganzen Zeit, während welcher R.
Eleazar auf seinem Söller schlummerte, kam kein böses Tier in die Stadt. Wie sie ihn endlich zur Gruft seines Vaters brachten, war sie von einer Schlange umringelt. Da sprachen sie zu ihr: Schlange, Schlange, öffne dienen Mund, damit der Sohn zu seinem Vater hineinkomme. Da öffnete sie ihn.
Der Stallmeister Rabbis war reicher als der König Sapor; wenn er den Tieren Futter verabreichte, hörte man den Lärm drei Mill und er achtete darauf, es ihnen dann zu verabreichen, wenn Rabbi auf den Abort ging: Dennoch übertönten seine Schmerzensschrde beim Urinieren (er hatte Harnstein und Scharbock gehabt) ihren Lärm, so daß alle Seefahrer dies hören konnten. Wegen was wurde er so bestraft? Weil er kein Mitleid hatte; einst wurde nämlich ein Kalb zum Schlachten geführt; da versteckte es den Kopf in dem Rockzipfel Rabbis und weinte. Da sprach er zu ihm: Geh, dazu bist du erschaffen worden. Nach 13 Jahren fegte eines Tages die Magd Rabbis das Haus und fegte junge Wiesel, die da lagen, mit fort; da sprach er zu ihr: Laß sie! Darauf wurde er gesund. - Während der ganzen Schmerzensjahre R. Eleazars starb kein Mensch vorzeitig und während der ganzen Schmerzensjahre Rabbis benötigte die Welt nicht des Regens. Wenn die Welt des Regentages nicht bedürfe, so würden die Rabbinen abgeschafft. - Einst kam Rabba in die Heimatstadt des R. Eleazar; da fragte er: Hat dieser Fromme einen Sohn hinterlassen? Man erwiderte ihm: Er hat einen Sohn hinterlassen und jede Hure, die sich für zwei verdingt, dingt ihm für acht. - Einst kam Rabbi in die Heimatstadt R.
Tryphonz,” usw wie oben.
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“Als R. Zera nach dem Jisraelland hinaufzog, verbrachte er hundert Tage im Fasten, daß das Feuer der Hölle keine Gewalt über ihn habe.
Alle 30 Tage untersuchte er sich diesbezüglich; er heizte einen Ofen, stieg in diesen hinein und setzte sich hin, und das Feuer hatte keine Gewalt über ihn. Eines Tages richteten die Rabbinen ihre Augen auf ihn und er verbrannte sich die Schenkel. Da nannte man ihn: der Kleine mit den verbrannten Schenkeln.”
Sanhedrin, Fol. 101b: “Nebath (Nabot) sah Feuer aus seinen Genitalien hervorkommen und glaubte, er werde König werden. Dem Achitophel geschah dasselbe.”
Chagigah, Fol. 13b: “R. Eleazar sagte: Es war ein Engel, der auf der Erde stand und dessen Kopf bis zu den hl. Tieren reichte. In einer Barajtha wird gelehrt: Sein Name ist Sandalphon und überragt seine Genossen um eine Länge von 500 Jahren; er steht hinter dem Throne und windet Kränze für seinen Schöpfer.”
Zebachim, Fol. 64a: R. Jochanan sagte: Komm und siehe, wie groß die Kraft der Priester ist, denn nichts ist leichter als der Kopf und Mist der Vögel und manchmal wirft der Priester denselben mehr als 30
Ellen weit.” (Leichtere Sachen lassen sich schwer weit werfen.)
Kethuboth, Fol. 111b: “… R. Chija b. Ada war der Kinderlehrer des Resch Lakisch; einst blieb er aus und kam drei Tage nicht. Als er kam, sagte er: Mein Vater hat mir einen Spalierweinstock hinterlassen; am ersten Tage winzerte ich von 300 Reben, deren jede ein Faß Most gab; am zweiten Tage winzerte ich 300 Reben, deren je zwei ein Faß Most gaben; am dritten Tage winzerte ich 300 Reben, deren je drei ein Faß Most gaben, und mehr als die Hälfte gab ich preis: wärest du nicht ausgeblieben, so hätte er noch mehr gegeben.”
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Sanhedrin, Im Fol. 82b. wird von dem in Nr. 25 erwähnten Frevler erzählt, daß er 424 Beschlafungen an jenem Tag vollzog. “Pinchas (Finees) wartete, bis seine Kraft ermattet war. Noch andere 50
Beschlafungen hat er vollzogen, bis seine Hoden wie ein zerschlagenes Ei geworden waren, während sie einem mit Wasser getränktem Beet glich. Ihr Gesäß hatte die Größe einer Seahfläche (ein Raum, auf den man eine Seah Aussaat säen kann). Ihr Grab (ihre Scham) war eine Elle groß.”
Berakhoth, Fol. 54b: “Mit dem Stein, welchen Og, König von Baschan, auf die Jisraeliten werfen wollte, verhält es sich folgen-dermaßen: Er sprach: Wie groß ist das Lager der Jisraeliten? Antwort: Drei Parasangen. So will ich gehen und einen Berg aufreißen und auf sie werfen und sie töten. Er ging und riß einen Berg von drei Parasangen und trug ihn auf seinem Kopfe. Da brachte der Heilige Ameisen, welche den Stein durchbohrten und er fiel ihm um den Hals.
Als er ihn abziehen wollte, verlängerten sich seine Zähne von dieser und jener Seite, so daß er ihn nicht abziehen konnte. Da kam Moscheh hinzu, nahm eine Axt von 10 Ellen Länge, sprang 10 Ellen in die Höhe, schlug den Og an die Knöchel der Füße und brachte ihn um.”
Taanith, Fol. 23a: “Zur Zeit des Simon geschah es, daß der Regen nur des Mittwochs und Schabbaths (In diesen sollen Dämonen umherschwirren und man fürchtet sich auszugehen.) kam, dennoch wurden die Weizenkörner so groß wie Nieren und die Gersten wie Olivenkörner und die Linsen wie die Golddenaren. Eine Probe davon wurde für die Zukunft aufbewahrt.”
Joma, Fol. 20b: “Was pflegte Gabini, der Ausrufer, zu sprechen?
Begebt euch, Priester, zu eurem Dienst. Seine Stimme hörte man drei Parasangen weit. Als der Hochpriester Adonaj (o Herr) sagte, wurde seine Stimme in Jericho gehört. Jerusalem und Jericho 201
waren zehn Parasangen entfernt voneinander. Ferner geschah es bei diesem tags und bei jenem nachts. R. Levi sagte nämlich: Weshalb hört man die Stimme eines Menschen am Tage nicht so gut wie bei Nacht? Weil das Reiben des Sonnenkreises am Firmament rasselt wie wenn ein Zimmerer Zeder sägt; davon kommt die Sonnenstaubsäule.”
Kethuboth, Fol. 111b: “… Rami b. Jechezkel kam einst nach Bene-Berak und sah Ziegen unter Feigenbäumen weiden; von den Feigen tropfte Honig aus und von den Ziegen floß Milch, so daß sie sich miteinander vermischten. - R. Jakob b. Dustaj sagte: Von Lud (Lydda) bis Ono sind drei Mil; einmal begab ich mich bei der Morgendämmerung auf den Weg dahin und ging bis zu den Knöcheln im Feigenhonig. Resch Lakisch sagte: Ich sah einmal selbst das Fließen von Milch und Honig in Sepphoris; es war 16 Meilen in der Länge und 16 Meilen in der Breite.”
Fol. 112a: “Rabba b. Ghana sagte: Ich sah das Fließen von Milch und Honig im ganzen Jisraelland, so weit wie von Be-Michse bis Akra-Tulbanke, d. h. 22 Parasangen in der Länge und 6 Parasangen in der Breite. - R. Chelbo, R. Awera und R. Jose b. Chanina kamen einmal in einen gewissen Ort; da brachte man ihnen einen Pfirsich, der so groß war wie eine Pfanne. - R. Jehoschua b. Levi sah einmal in Gabla Reben, welche wie Kälber lagen.”
Schabbath, Fol. 149b: “R. Jehuda sagte: Zur Zeit, als der gottlose König Nebukadnezar mit dem Gerechten König Zidkija (Zedekias) so übel verfahren hat, ist ihm seine Vorhaut (nach manchen: sein Glied) dreihundert Ellen lang gewachsen, damit hat er alle Könige, welche bei ihm zu Tische waren, umwunden.”
Baba bathra, Fol. 73a: “… R. Jochanan sagte: Dereinst wird der Heilige 30 Ellen große Edelsteine und Perlen holen; in diese 10
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und 20 Ellen große Öffnungen bohren und sie vor den Toren Jerusalems aufstellen. Da lachte ein Schüler über ihn: Wenn es solche in der Größe eines Reihereis nicht gibt, wie sollte es solche in dieser Größe geben? Nach Verlauf von Tagen reiste er zu Schiff auf dem Meer und sah Dienstengel Edelsteine und Perlen sägen: da fragte er sie, für wen diese bestimmt sind, und sie erwiderten ihm, daß der Heilige sie dereinst an den Toren Jerusalems aufstellen werde. Hierauf kam er zu R. Jochanan und sprach zu ihm: Trage vor, Meister, für dich geziemt es sich vorzutragen; was du gesagt hast, habe ich gesehen.
Dieser entgegnete: Wicht, wenn du es nicht gesehen hättest, würdest du es nicht geglaubt haben: du spottest also über die Worte der Weisen. Da richtete er auf ihn seine Augen und er wurde zum Knochenhaufen. Man wandte ein: es heißt (3. Mos. 26, 13): ‘Ich führ euch aufrecht.’ R. Meir sagte: 200 Ellen hoch, die zweifache Höhe des ersten Menschen Adam. R. Jehuda sagte: 100 Ellen hoch, entsprechend der Höhe des Tempels und seiner Wände.
Rabba sagte: Dereinst wird der Heilige für jeden Frommen sieben Baldachine machen. (Jsai. 4, 5) R. Chanina sagte: Wer auf dieser Welt mißgünstig gegen die Schriftgelehrten ist, dessen Augen werden in der zukünftigen Welt voll Rauch sein. - Das Gesicht Moschehs gleicht der Sonne, das Gesicht Jehoschuas gleicht dem Mond.”
Kethuboth, Fol. 75a: “R, Chisda sagte: Eine grobe Stimme ist bei einer Frau ein Fehler. R. Mathan lehrte: Ein Abstand von einer Handbreite zwischen ihren Brüsten ist ein Fehler. Rabba erzählte, daß er eine Araberin sah, die ihre Brüste nach rückwärts warf und ihren Sohn säugte.”
Mo’ed katan, Fol. 18a; “Abitol der Schreiber hat im Namen R. Papas gesagt: Der Pareo (Pharao), der in den Tagen Moschehs lebte (Tut-enkhamen), war eine Elle lang und sein Bart war eine 203
Elle und sein Geschlechtsglied eine Elle und eine Spanne. Er war ein Zauberer.”
Nedarim, Fol. 25a: “Zur Zeit des Königs Schabur (Sapor) war eine Schlange, welcher man 12 Gebünd (Sack) Stroh vorwarf und die sie verschlang.”
Arachim, Fol. l Ob: “Nach Raba bar Schila hat R. Mathna im Namen Schemuels gesagt: Eine Magrefe (Orgel?) gab es im Tempel, die 10
Löcher hatte, aus deren jedem 10 Gesangsweisen (Tonarten) hervorkamen; sie war eine Elle breit und eine Elle hoch, ein Stiel ging von ihr heraus, welcher 10 Löcher hatte, aus deren jedem 100
Gesangsweisen hervorgingen. R. Nachman ben Jizchak sagt: Deine Zeichen seien: In den Mischnas pflegten oft Übertreibungen vorzukommen.”
Bekhoroth, Fol. 57b: “Einmal fiel ein Ei des Vogels Bar-Juchne auf die Erde herab und es wurden 60 Städte unter Wasser gesetzt und 300
Zedern zerbrochen.”
Joma, Fol. 21 a: “R. Jehuda sagt: Als die Jisraeliten zur Wallfahrt versammelt waren, standen sie zusammengedrängt, beim Sichniederwerfen aber (dehnte sich die Erde aus) war es geräumig; beim Sichniederwerfen nahm jeder einen Raum von Ellen und dehnten sich 11 Ellen hinter dem Allerheiligsten aus.”
Sanhedrin, Fol. 67b: “R. Aschi erzählte: Ich sah einst, wie der Vater Karnas seine Nase schneuzte und Ballen Seide aus seinen Nasenlöchern hervorbrachte. R. Eliezer sagte: Ein Dämon kann ein kleineres Geschöpf erschaffen, als eine Gerste. R. Papa sagte: Bei Gott, auch nicht eines in der Größe eines Kamels kann er schaffen, nur kann er solche versammeln, jene aber nicht.”
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Sukka, Fol. 28a: “Hillel der Alte hatte 80 Schüler, von welchen 30
würdig waren wie unser Lehrer Moscheh und 30 waren wieder würdig, daß ihretwegen die Sonne still stünde wie zu Joschuas Zeiten.
Der größte von ihnen war Jonathan ben Usiel; wenn er saß und sich mit der Thora beschäftigte, verbrannte jeder über ihn fliegende Vogel sogleich.”
Nedarim, Fol. 37b: “Es gibt kein Gebot in der Thora, über welches nicht 48 Bündnisse geschlossen wären; R. Jehuda sagte: 603 550 mal 48 Bündnisse; es ergibt sich somit, daß für jeden einzelnen Jisraeliten 603 550 Verpflichtungen bestehen.”
15. DER NEUESTE STAND ÜBER TRAUMDEUTUNGEN
Mo’ed katan, Fol. 55b: “… R. Bizna erzählte: Vierundzwanzig Traumdeuter waren in Jerusalem. Einst hatte ich einen Traum und ging zu allen und was mir der eine deutete, deutete mir der andere nicht, aber alles ging mir in Erfüllung. Dies bestätigt, was gesagt wird: Alle Träume richten sich nach dem Mund. R. Eliezer sagte: Dies lehrt, daß jedem sein Traum und die Deutung des Traumes seines Gefährten gezeigt wurde. R. Jochanan sagte: Drei Träume gehen in Erfüllung: ein Morgentraum, ein Traum, den sein Genösse über ihn träumte, und ein Traum, der im Traume selbst gedeutet wurde. Manche sagen: auch ein Traum, der sich wiederholt hat.”
Fol. 56a.,b.,57a: “Deutung der Träume: Lattich auf der Öffnung eines Fasses: Dein Geschäft wird bitter sein. Fleisch auf der Öffnung eines Fasses: Dein Wein wird sauer werden. Ein Faß auf der Dattelpalme: Dein Geschäft wird süß sein. Granatäpfel: Dein Geschäft wird teuer sein. Ein schreiender junger Esel: Du wirst
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Herrscher werden. Zwei Rübenköpfe: Zwei Stockhiebe wirst du bekommen. Eine Wand einstürzen sehen: Güter ohne Grenze wirst du erwerben. Ein Wurm auf der Hand: Motten fallen in alle Sei-dengewänder. Raben auf dem Bett: Deine Frau hat mit vielen Männern gebuhlt. Strom, Brunnen, Vogel, Topf, Friede, Kürbis, Palmkraut, Wachs und Rohr sind alle gutdeutend. Wer Ochsenfleisch ißt, wird reich, wen er stößt, wird Kinder haben, wen er beißt, über den werden Leiden kommen, wen er tritt, dem steht eine Reise bevor, wer auf ihm reitet, gelangt zur Größe, wenn der Ochs auf ihm reitet: so stirbt er. Elefant: Wunder. Wer im Traum seine Mutter beschläft, der hoffe auf Vernunft; wer eine verlobte Jungfrau beschläft, der hoffe auf die Gesetzlehre, wer seine Schwester beschläft, hoffe auf Weisheit, wer eine verehelichte Frau im Traum beschläft, ist sicher, daß er Teilhaber der zukünftigen Welt ist.
Wer im Traum beladene Weinstöcke sieht, dessen Frau gebärt eine Fehlgeburt, Olivenbäume: Viele Kinder. Ziege: Das Jahr wird gesegnet. Gans: Weisheit. Wer eine Gans beschläft, wird Schuloberhaupt. Hahn: Männliches Kind. Henne: Hoffe auf einen schönen Garten und Freude. Wer sein Haupt schert, für den ist es ein gutes Zeichen; wenn Kopf und Bart, dann für ihn und für seine Verwandtschaft. Boot: Guter Ruf. Wer im Traum auf ein Dach steigt,
gelangt zur Würde. Wer von der Polizei (Vogt) ergriffen wird, dem wird Schutz zuteil werden. Wer sich im Traum aderläßt, dem werden seine Missetaten verziehen. Wer eine Schlange im Traum sieht, dem liegt ein Erwerb bereit. Alle Arten Getränke sind im Traum gutbedeutend, ausgenommen der Wein.”