5. WARNUNGEN

Pesachim, Fol. 110a: “Den R. Joseph warnte der Teufel, daß er sich in Zukunft vor Paaren hüten soll, also nicht 2, 4, 6 Becher Wein trinken; wenn er zu Paaren trinke, hätte der Teufel die Macht, ihnen den Hals umzudrehen. So habe einer, der seinem Weibe den Scheidebrief gab, sein Leben eingebüßt, weil er zu Paaren trank. Das Weib stellte ihm nach dem Leben und wollte ihn verzaubern. Weil er aber anfangs nur unpaarig trank, konnte der Zauber nicht an ihm haften; als er aber eines Tages 10 Becher getrunken hatte, vor Trunkenheit nicht mehr stehen konnte und deshalb beim 16. Becher blieb, bezauberte ihn das Weib, so daß ihm der Leib aufsprang und der Baum, an dem er stand, verdorrte.”

Fol. 110b: “Amemar sagte: Die Oberin der Zauberfrauen sagte mir: Wenn man Zauberfrauen begegnet, so spreche man wie folgt: Heißer Kot in durchlöcherten Körben in euren Mund, ihr zauberischen Weiber!”

Fol. 111a: “Resch Lakisch sagte: Wer folgende vier Dinge tut, dem kommt sein Blut über sein eigenes Haupt, und er verwirkt sein Leben; folgende sind es: wenn man seine Notdurft zwischen einer Palme und einer Wand verrichtet, wenn man zwischen zwei Palmen durchgeht, wenn man gebohrtes Wasser trinkt und über ausgeschüttetes Wasser geht.

Drei lasse man nicht durch die Mitte zweier Personen gehen, auch gehe man nicht durch ihre Mitte, und zwar: der Hund, die Palme 179

 

und das Weib; manche sagen: auch das Schwein. Wenn ein menstruierendes Weib zwischen zwei Personen durchgeht, so kann es, wenn es am Beginn seiner Menstruation ist, einen von diesen töten. …

Folgende drei Dinge verursachen Erblindung des Augenlichts: wenn man das Haar trocken kämmt, wenn man nachtriefende Tropfen trinkt und wenn man die Schuhe anzieht, während die Füße noch naß sind.

Den Brotkorb hochhängen veranlaßt Armut. Kleie im Haus verursacht Armut. Brotkrumen im Haus verursachen Armut; in den Nächten des Schabbaths und des Mittwochs ruhen Dämonen auf diesen. Wenn man Wasser aus einem Teller trinkt, so veranlaßt dies den Star. Wenn man Kresse ißt und die Hände nicht wäscht, so furchtet man sich 30 Tage lang. Wenn man sich zur Ader läßt und die Hände nicht wäscht, so furchtet man 7 Tage.”

Fol. 112b: “Wenn eine Frau ein Tauchbad genommen hat, so wohne ihr nicht gleich in der ersten Nacht bei. Gehe nicht in ein neues Badhaus zwölf Monate, stehe nicht nackt vor einer Leuchte, denn du wirst epileptisch werden. Wenn einer beim Licht einer Leuchte die Bettpflicht ausübt, so wird er epileptische Kinder haben. Wenn jemand die Bettpflicht in einem Bett, in welchem ein Kind schläft, ausübt, so wird dieses epileptisch. In den Nächten des Mittwochs und des Sc.habbaths gehe nicht allein aus, weil dann Agrath, die Tochter Machlaths, mit achtzehn Myriaden Engeln des Verderbens umherstreift.”

Sukka, Fol. 29a: “Wenn ein verlebtes Mädchen in der Stadt um Hilfe ruft und ihm niemand Beistand leistet und es stupriert (geschändet) wird: so findet eine Sonnenfinsternis statt. Wenn die bezahlten Wechsel zurückgehalten werden, so gehen die Güter der Hausväter an die Regierung über. Wegen Pasquill- (Spott-) schreiber und wegen derer, die gute Fruchtbäume niederhauen, tritt Finsternis der Himmelslichter ein.”

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Aboda zara, Fol. 1a: “… Dereinst wird der Heilige eine Gesetzrolle auf den Schoß nehmen und sprechen. Wer sich mit dieser befaßt, komme und erhalte seinen Lohn. Darauf werden sich alle weltlichen Völker gemischt versammeln. Der Heilige wird aber zu ihnen sagen: Tretet nicht vor mir gemischt ein. Gibt es denn etwas Gemischtes für den Heiligen? Vielmehr, damit sie selber nicht in Verwirrrung geraten. Darauf wird zuerst das Römische Reich antreten, das schuldbeladene Rom, dessen Macht sich über die ganze Welt erstreckt. Der Heilige wird ihnen entgegnen: Narren der Welt, ihr habt Straßen errichtet, um da Huren hinzusetzen, Bäder, um euch selbst Genuß zu verschaffen. Darauf werden sie mit trübem Gemüt herausgehen.”

Berakhoth, Fol. 55a: “Zehn Dinge bringen dem Menschen Unterleibsschmerzen: wenn man Rohrlaub, Weinlaub, Weinranken,

das papillöse Fleisch des Viehs, das Rückgrat des Fisches oder einen nicht genügend gekochten gesalzenen Fisch ißt, wenn man Weinhefe trinkt, wenn man sich mit Kalk oder einer Scherbe oder mit einer Scholle, die sein Nächster benutzt hat, abwischt und manche sagen, auch wenn man mehr als nötig im Abort kauert… So sagte auch eine Matrone zu R. Jehuda: Dein Gesicht gleicht dem Schweinezüchter oder Wucherer. Da sprach er zu ihr: Wahrhaftig, beides ist mir verboten, aber 24 Aborte habe ich von meiner Wohnung bis zum Lehrhaus, und wenn ich gehe, versuche ich mich in jedem.” (s.

Nedarim, Fol. 50a.)

Taanith, Fol. 24b: “R. Jehuda sah einmal, wie zwei Menschen Brot einander sich zuwarfen; da sprach er: Daraus geht hervor, daß Überfluß in der Welt sein muß. Er richtete seine Augen auf sie, und es entstand eine Hungersnot. - Die Rabbiner fragten R. Kahana: Wir hören: daß der Herr sich bei R. Jehuda einfindet, bewirke er doch, daß er zur Türe, die auf die Straße fuhrt, hinausgeht. Er bewirkte es, und er ging nach der Straße hinaus und sah

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einen Zusammenlauf von Menschen. Was gibt es? fragte er. - Es ist wegen eines Korbes voll Datteln, der zu verkaufen ist. Da sprach er: Daraus geht hervor, daß Hungersnot in der Welt ist. Er sprach zu seinem Knechte: Zieh mir meine Sandalen aus! Der Knecht zog ihm eine Sandale aus und es kam Regen. Als er ihm die zweite abziehen wollte, da kam Elijahu und sprach zu ihm: Der Heilige sagt: Sobald du die zweite abziehst, zerstöre er die Welt.”

Mo’ed katan, Fol. 51 a: “R. Jehoschua erzählte: Es hat mir der Todesengel drei Dinge gesagt. Du sollst morgens nicht dein Hemd aus der Hand des Dieners nehmen und anziehen; wasche deine Hände nicht mittels dessen, der seine Hände noch nicht gewaschen hat und stehe nicht vor den Weibern zur Seite, wenn sie von einem Leichenzug zurückkehren, weil er vor ihnen mit einem Schwert in der Hand einhertanze und die Erlaubnis hat zu verderben.”

Bekhoroth, Fol. 45b: “Resch Lakisch sagte: Ein Hoher (Langer) soll sich nicht mit einer Hohen verheiraten, denn es könnte von ihnen ein Mastbaum hervorgehen; ein Zwerg soll sich nicht mit einer Zwergin verheiraten, denn es könnte von ihnen ein Däumling (Fingerling) hervorgehen; ein Weißer soll sich nicht mit einer Weißen verheiraten, denn es könnte von ihnen ein sehr Weißer (Albino) hervorgehen; ein Schwarzer soll sich nicht mit einer Schwarzen verheiraten, denn es könnte von ihnen eine schwarze Kanne hervorgehen.”

Baba bathra, Fol. 21b: “Raba sagte: Ein Kinderlehrer, ein Pflanzer, ein Schlächter, ein Bader und ein städtischer Schreiber gelten stets als gewarnt; wenn sie Schaden angerichtet haben, so können sie ohne weiteres entlassen werden, weil der Schaden nicht mehr gutzumachen ist.”

 

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