Baba mezia, Fol. 84b: “… Einst bezeichnete Resch Lakisch die Grüfte der Gelehrten und als er an die Gruft R. Chijas herankam, entschwand sie ihm; da wurde er betrübt und sprach: Herr der Welt, habe ich etwa nicht gleich ihm in der Gesetzkunde disputiert? Da ertönte ein himmlischer Widerhall und sprach zu ihm: Du hast wohl gleich ihm in der Gesetzkunde disputiert, hast aber nicht gleich ihm die Gesetzkunde verbreitet. R. Zera erzählte: Gestern erschien mir R. Jose und ich sprach zu ihm: Neben wem hast du deinen Platz? Er erwiderte mir: Neben R. Jochanan. Neben wem hat ihn R. Jochanan? Neben R.
Jannaj. Neben wem hat ihn R. Jannaj? Neben R. Chanina. Neben wem hat ihn R. Chanina? Neben R. Chija. Darauf sprach ich zu ihm: R.
Jochanan hat ihn nicht neben R. Chija? Da erwiderte er mir: Wer soll den Schmiedesohn auf einen Platz der Lichtfunken und Feuerflammen bringen?
Chanina erzählte. Einst sah ich einen Jünger, der den Propheten Elijahu zu besuchen pflegte, dessen Augen, die abends hell waren, morgens so aussahen, als wären sie im Feuer versengt. Ich fragte ihn, woher dies komme; da erwiderte er mir: Ich bat Elijahu, daß er mir die Gelehrten zeige, wie sie ins himmlische Kollegium hinaufgehen. Da sprach er zu mir: Alle darfst du anschauen, den Sessel R. Chijas darfst du aber nicht anschauen. Welches ist dessen Kennzeichen? Neben allen anderen gehen Engel, wenn sie auf-und absteigen, nur nicht neben dem Sessel R. Chijas, der von selbst
Ungeduldig über das Fehlen von Gebetstischen, hat ein Mann eine Schubkarre aufgetrieben, um Abhilfe zu schaffen.

Obwohl eine Seite in seinem Talmud-Exemplar lädiert ist, kann dieser Schüler die fehlenden Stellen aus dem Gedächtnis rezitieren.
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auf-und absteigt. Ich aber konnte mich nicht enthalten und schaute ihn an. Da schlugen zwei Feuerfunken auf mich ein und blendeten mir die Augen. Am folgenden Morgen ging ich und warf mich auf seine Gruft nieder und sprach: Die Lehre des Meisters studiere ich. Darauf wurde ich gesund.”
“Elijahu pflegte im Lehrhaus Rabbis zu verkehren. Einst verspätete er sich an einem Neumondstag und kam nicht. Hierauf fragte ihn jener: Weshalb hat der Meister sich verspätet? Dieser erwiderte: Bis ich Abraham aufgerichtet, ihm die Hände gewaschen und ihn, nachdem er gebetet, wieder niedergelegt habe und ebenso Jizchak und ebenso Jakob, so vergeht die Zeit. Sollte der Meister sie doch gleichzeitig aufgerichtet haben? Ich dachte, sie könnten zu inbrünstig um Erbarmen flehen und den Messias vor der Zeit eintreffen lassen.
Alsdann fragte er ihn: Gibt es ihresgleichen in dieser Welt? Dieser erwiderte: Es gibt: R. Chija und seine Söhne. Hierauf ordnete Rabbi einen Fasttag an und ließ R. Chija und seine Söhne vor das Vorbetpult steigen. Als er dann sprach: ‘Er läßt den Wind1 - kam Regen, ‘der die
Toten belebt’ - bewegte sich das Weltall. Da sprachen sie im Himmel.
Wer hat das Geheimnis in der Welt offenbart? Man erwiderte: Elijahu.
Darauf holte man Elijahu und versetzte ihm 60 Feuerschläge. Da verstellte er sich als feuriger Bär, lief zwischen sie und verwirrte sie…”
“… R. Kahana sagte: R. Chama erzählte mir, daß Rabba durch eine Verfolgung gestorben sei. Man denunzierte ihn bei der Regierung, indem man berichtete, es gebe unter den Juden einen Mann, der 12000
Menschen von Jisrael einen Monat im Sommer und einen Monat im Winter von der Steuerzahlung abhalte. Da sandten sie nach ihm einen königlichen Beamten, der ihn aber nicht fand. Hierauf entfloh er aus Pumbeditha nach Akra, aus Akra nach Agma, aus Agma nach Sichin, aus Sichin nach Zephira; in Zephira aber kehrte der königliche Beamte in dieselbe Herberge ein, in welcher Rabba sich befand. Man bereitete ihm eine Tafel, schenkte ihm zwei Becher ein und nahm dann die Tafel fort; Darauf wurde sein Gesicht nach rückwärts umgedreht. Da sprachen sie zu Rabba:
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Was machen wir nun, er ist doch ein königlicher Beamter? Er erwiderte ihnen: Bereitet ihm wiederum eine Tafel, schenkt ihm einen Becher ein und nehmet die Tafel fort, sodann wird er genesen. Sie taten es und er genas. Da sprach er: Ich weiß, daß der Mann, den ich suche, hier ist. Hierauf suchte er nach ihm und fand ihn. Alsdann sprach er: Ich gehe von hier fort; sollte man mich töten, so verrate ich ihn nicht, wenn man aber mich foltern sollte, so verrate ich ihn.
Hierauf ließ er ihn holen, brachte ihn in eine Kammer und verschloß die Tür. Da flehte er um Erbarmen und es teilte sich die Grundmauer, worauf er nach einer Weile entfloh. Hier setzte er sich auf den Stumpf einer Dattelpalme und studierte das Gesetz. Man stritt dann im himmlischen Kollegium: Wenn der Fleck dem weißen Haar voranging, so ist der Aussätzige unrein; wenn aber das weiße Haar dem Fleck voranging, so ist der Aussätzige rein. Hinsichtlich des Falles, wenn es zweifelhaft ist, sagte der Heilige, er sei rein und das ganze Kollegium des Himmels sagte, er sei unrein. Sie sprachen: Wer soll es entscheiden? Rabba b. Nachmani soll es entscheiden; denn er sagte, er sei einzig hinsichtlich der Gesetze von Ausschlägigen.
Hierauf sandten sie einen Boten nach ihm; der Todesengel vermochte sich aber nicht ihm zu nahen, weil sein Mund vom Studium nicht abließ. Während dessen erhob sich ein Wind und er rauschte zwischen dem Röhricht. Da glaubte er, es sei eine Jägerschar und sprach: Lieber mag meine Seele zur Ruhe einkehren, als daß ich der Hand der Regierung ausgeliefert werde! Als seine Seele zur Ruhe einkehrte, sprach er: Rein, rein. Da erscholl ein himmlischer Widerhall und sprach: Heil dir, Rabba b. Nachmani, dein Körper ist rein und deine Seele ist mit ‘rein’ ausgeschieden. Hierauf fiel in Pumbeditha ein Zettel vom Himmel: Rabba b. Nachmani ist in das himmlische Kollegium berufen worden. Alsdann gingen Abajje, Rabba und alle Gelehrten hinaus, um ihn zu bestatten, sie konnten aber die Stelle nicht finden. Da gingen sie auf die Wiese und sahen eine Stelle, an
welcher Vögel standen und sie beschatteten. Da sagten sie: Es scheint, daß er da liegt. Sie betrauerten ihn dann drei Tage und drei Nächte.
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Alsdann fiel ein Zettel: Wer sich absondert, sei in den Bann getan.
Nachdem sie ihn sieben Tage betrauert hatten, fiel ein Zettel: Geht in Frieden nach Hause. An dem Tage, an welchem seine Seele zur Ruhe einkehrte, erhob sich ein solcher Sturm, daß er einen Araber, der auf einer Seite des Papastroms auf einem Kamel ritt, nach der anderen Seite hinübertrug. Da fragte er, was dies zu bedeuten habe, und man erwiderte ihm: Rabba b. Nachmani sei gestorben. Da sprach er: Herr der Welt, die ganze Welt ist dein, du gehörst Abba und Rabba gehört dir, weshalb zerstörst du dann die Stadt? Hierauf legte sich der Sturm.”
Sanhedrin, Fol. 59b: “R. Jehuda sagte: Dem ersten Menschen war der Genuß des Fleisches nicht erlaubt. Dann sagte er wieder: Der erste Mensch saß im Edengarten und die Dienstengel brieten für ihn Fleisch und kühlten für ihn Wein. - Gibt es denn Fleisch, das vom Himmel kommt? Freilich, so befand sich einst R. Schimon auf dem Weg und zwei Löwen kamen brüllend auf ihn zu. Dann hat er ihnen den 21.
Vers des Ps. 103 zitiert und da fielen zwei Fleischstücke herab, das eine fraßen sie auf und das andere ließen sie ihm zurück. Da nahm er es mit ins Lehrhaus und fragte, ob dies etwas Reines sei. Man erwiderte ihm: Vom Himmel fällt nichts Unreines herab, auch wenn es in Gestalt eines Esels herabfällt.”
Gittin, Fol. 45a: “Die Töchter des Rab Nachman pflegten die Speisen im Kessel mit ihren bloßen Händen umzurühren. Sie sind einmal in Gefangenschaft geraten und R. Jlisch mit ihnen. Eines Tages saß ein Mann neben ihm, der die Sprache der Vögel verstand. Da kam ein Rabe und sprach etwas. Da fragte R Jlisch den Mann: Was hat der Rabe gesagt? Er sprach: Jlisch, fliehe! R. Jlisch sprach: Der Rabe ist ein Lügner, ich werde mich nicht auf ihn verlassen. Inzwischen kam eine Taube und redete etwas. Da fragte R. Jlisch den Mann: Was hat die Taube gesagt? Der Mann antwortete: Sie sprach: Jlisch, fliehe! Da sprach Jlisch: Die Gemeinde Jisrael wird mit einer Taube verglichen; wahrscheinlich wird mir
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ein Wunder geschehen. Dann sprach er: Jetzt werde ich gehen und nachsehen, ob die Töchter R. Nachmans noch immer so fromm sind, wie sie früher waren und dann werde ich sie auch mitnehmen. Er dachte. Wenn die Weiber etwas miteinander zu besprechen haben, so gehen sie auf den Abort. Er belauschte sie dort und hörte, wie sie sagten: Diese Männer, die uns gefangen haben, sind auch unsere Männer, die wir in Nehardea hatten; wozu wollen wir fliehen? Wollen wir lieber zu unseren Gefangennehmern sagen, daß sie uns weit von hier fortfuhren, damit unsere gewesenen Männer nicht kommen und
uns auslösen können. Da floh R. Jlisch mit dem Manne und es geschah ihm ein Wunder, und er kam mit einem Kahne hinüber, jenen Mann aber erkannten sie und töteten ihn. Als jene zurückkamen, sprach er: Sie rührten die Speise im Kessel durch Zauberei um.”
Fol. 47a: “Resch Lakisch verkaufte sich an die Lyder (die Menschenfleisch essen). Er nahm aber einen Sack mit sich und darin eingebunden eine Kugel. Er sprach: Wir wissen, daß sie am letzten Tag jedem gewähren, was er bittet, damit er ihnen sein Blut verzeihe.
Am letzten Tag fragten sie ihn, was sie ihm geben sollen. Er sprach zu ihnen: Ich bitte, ich werde euch binden und niedersetzen und jedem von euch anderthalb Schläge mit dem Sack versetzen. Dann band er sie und setzte sie nieder und als er einem einen Schlag mit dem Sacke (in welchem die Kugel war) versetzte, hauchte der seine Seele aus und knirschte mit den Zähnen. Da sprach Resch Lakisch: Du lachst mich aus? Ich werde dir noch einen halben Schlag geben. Als er alle getötet hatte, ging er heraus und kam nach Hause, setzte sich nieder und trank. Wenn seine Tochter ihn fragte: Willst du nicht ein Kissen, um dich darauf zu legen? Er sprach zu ihr: Meine Tochter, mein Bauch ist mein Kissen. Als er gestorben ist, ließ er einen Kab Safran zurück.”
Mo’ed katan, Fol.lTa:… Einst fraß ein Hund die Schuhe der Jünger, und ohne ihn zu kennen, legten sie (den Dieb) in den Bann.
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Darauf ging ein Feuer aus dem Schwanz des Hundes, und es verbrannte ihn.”
Sanhedrin, Fol. 64a: “Man erzählte von dem frommen Elijahu, daß er umherging, um die vor Hunger Geschwollenen in Jerusalem zu suchen. Einst fand er eins vor Hunger geschwollenes Kind auf dem Misthaufen liegen. Es holte seine Gottheit aus dem Busen hervor und liebkoste und küßte sie, bis sein Bauch platzte und seine Gottheit auf die Erde ‘fiel und das Kind selbst auf sie… Alsdann verweilten sie drei Tage im Fasten und flehten um Erbarmen: da fiel ihnen ein Zettel vom Himmel herunter, auf welchem geschrieben stand: Ist Wahrheit.
Darauf kam er aus dem Allerheiligsten heraus wie ein junger Löwe aus Feuer; da sprach der Prophet zu den Jisraeliten: Das ist der Genius des Götzendienstes. Als sie ihn ergriffen, löste sich ihm ein Haar los, da stieß er einen Schrei aus, den man vierhundert Parasangen weit hörte. Da sprach der Prophet zu ihnen: Sperrt ihn in einen Kessel und verschließt die Öffnung mit Blei, denn das Blei zieht die Stimme an.
Alsdann sprachen sie: Da es eine Stunde der Willfährigkeit ist, so wollen wir auch um den Genius der Sünde bitten; da baten sie und er wurde ihnen ausgeliefert. Als er drei Tage eingesperrt war, suchte man ein am selben Tag gelegtes Ei für einen Kranken und man fand keines.
Da sprachen sie: Was machen wir nun? Wenn wir um die Hälfte bitten, so wird ja im Himmel nichts Halbes erteilt. Darauf blendeten sie ihm die Augen; dies nützte soviel, daß er den Menschen nicht mehr zur Blutschande reizte.”
Kidduschin, Fol. 81 a: “… Pelema pflegte täglich zu sagen: Ein Pfeil ist in den Augen des Satans. Einmal, es war am Vorabend des Versöhnungsfesttages, erschien er in der Gestalt eines armen Mannes und klopfte an die Tür. Man gab ihm ein Stück Brot. Da sprach der Satan: Heute befinden sich alle Menschen innen und ich muß draußen bleiben. Da ließ man ihn eintreten und reichte ihm ein Stück Brot. Da sprach er wieder: Heute sitzen alle Menschen beim
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Tische und ich soll allein stehen? Da erlaubte man ihm, sich an den Tisch zu setzen. Sein Körper war aber voll von Beulen und Blattern und er trieb damit ekelhafte Dinge. Da sprach Pelemo zu ihm: Sitze anständig. Darauf sprach er: Gib mir einen Becher. Man reichte ihm einen Becher, aber der Satan hustete und spuckte seinen Speichel hinein. Jetzt schrie man ihn an, er aber fiel hin und stellte sich, als wenn er tot wäre. Jetzt rief jemand auf der Straße: Pelemo hat einen Mann getötet. Da floh Pelemo und versteckte sich in einem Abort.
Jetzt stand der Satan auf, lief nach ihm und stürzte vor ihm nieder und entdeckte sich ihm.”
Sanhedrin, Fol. 82a: “… Einst fand der Großvater des R. Pereda den Schädel Jehojakims, des Königs von Juda, der an den Toren von Jerusalem lag und auf welchem geschrieben war: Dies und noch etwas. Da begrub er ihn zweimal und er kam wieder hervor. Darauf hüllte er ihn in Seide und legte ihn in eine Kiste. Als darauf seine Frau kam, erzählte er ihren Nachbarinnen, und als ihr diese sagten, er sei von seiner ersten Frau, die er nicht vergessen könne, warf sie ihn in den Ofen und verbrannte ihn. Als er heimkam, sprach er: Das ist es, was auf ihm geschrieben stand: Dies und noch etwas.” (s. Fol. 104a.) Zebachim, Fol. 116a: “Die Jisraeliten fragten den Bileam: Was ist das für eine Stimme des Getöses, welche wir gehört haben? Er sprach zu ihnen: Der Heilige hat in seinem Schatzhause eine gute kostbare Sache, welche bei ihm vor der Weltschöpfung 974 Geschlechter verborgen war, und er will sie jetzt seinen Kindern geben.”
Nidda, Fol. 24b: “R. Jehuda hat im Namen R. Schemuels gesagt: Wenn eine Fehlgeburt der Lilith gleicht, so ist die Mutter unrein gewesen; denn das Kind ist wie andere Kinder, nur hat es Flügel. Abba Schaul sagte: Ich war ein Totengräber und pflegte die Gebeine der Toten zu betrachten. Wer reinen Wein trinkt, dessen 167
Gebeine sind verbrannt; wer Mischwein trinkt, dessen Gebeine sind fettig; wer mehr trinkt als ißt, dessen Gebeine sind schwarz und wer ißt und trinkt nach Gebühr, dessen Gebeine sind fettig. -Ich war Totengräber und lief einmal hinter einem Reh her undUcam in das Schienbein eines Toten; ich lief hinter demselben drei Parasangen und erreichte das Reh nicht und das Schienbein hatte noch kein Ende. Als
ich wieder zurückging, sagte man mir, daß es das Schienbein Ogs, des Königs von Basan, war. - Ich war ein Totengräber; einmal tat sich unter mir eine Höhle auf und ich stand im Augapfel eines Toten bis zu seiner Nase. Als ich wieder zurückging, sagte man mir, daß es der Augapfel Abschaloms war. Abba Schaul war der Längste in seinem Zeitalter.”
Chagigah, Fol. 77b: “Von einem Jud wird erzählt, daß er die Straßen der Verdammten in der Hölle sah. Er sah auch Marie, die Tochter des Heli Bezalim, aufgehängt bei ihren Brüsten. R. Jose ben Chanina sagte: Es waren die Türangeln der Hölle in ihren Ohren befestigt. Es sagten die Teufel zu ihr: Warum geschieht das dir? Man sagte: Weil sie gefastet und sich damit gerühmt hat. Und andere sagten: Weil sie einen Tag gefastet und zwei Tage geschwelgt hat.”
Mo’ed katan, Fol. 25a: “Als die Seele R. Saphras zur Ruhe einkehrte, rissen die Jünger über ihn das Gewand nicht ein, indem sie sagten, sie hätten von ihm nichts gelernt. - Als die Seele R. Honas zur Ruhe einkehrte, sprach R. Abba über ihn: Unser Meister war würdig, daß die Göttlichkeit auf ihm ruhe, doch hat Babyloniens Schuld dies vereitelt. R. Nachman ben Hisda (manche sagen R. Chanan) wandte ein: ‘Da erging das Wort des Herrn an Jechezkel, den Sohn Buzis, den Priester, im Lande der Chaldäer (Tasdim)?’ (Ez. l, 3) Da schlug sein Vater mit der Sandale auf ihn und sprach: Habe ich dir nicht etwa gesagt, daß du die Welt nicht behelligen sollst? Endlich sprach Chaga: Ich werde ihn in die Gruft bringen, ich habe mit ihm in achtzehn Jahren den ganzen Talmud
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beendet, habe die Pollution gehabt, ferner habe ich ihn bedient und kenne seine Taten. Als er ihn in die Gruft brachte, lagen die Ver-storbenen Jehudas rechts und Chizkija links von ihrem Vater (d. i. R.
Chija). Da sprach Jehuda zu Chizkija: Steh auf von deinem Platze, es ist ja nicht schicklich zu liegen, während R. Hona draußen steht. Als dieser aufstand, erhob sich mit ihm eine Feuersäule, und R. Chaga bemerkte dies und erschrak. - Als die Seelen des Rabba ben Hona und des R. Hamuna zur Ruhe einkehrten, führte man sie nach Palästina, und als sie an eine Brücke kamen, blieben die Esel stehen. Da fragte ein Araber (Tajita): Was hat dies zu bedeuten? Man erwiderte ihm: Die Gelehrten erweisen einander Ehrerbietung; einer sagt: Meister, geh du zuerst; der andere sagt: Meister, geh du voran. Jener sprach: nach meiner Meinung gehe Rabba ben Hona voran (da sein Vater auch ein Gelehrter war). Hierauf schritt der Esel des Rabba ben Hona voran und dem Araber fielen die Backen-und Vorderzähne aus.
Alsdann sprach ein Jüngling über sie: Ein Sproß von Ehrwürdigen kam aus Babel, das Buch des Krieges (Thora?) mit sich führend.
Pelikan und Meerkatze trafen zugleich ein, um das Verderben und das Unglück mitanzusehen, was aus Ninear gekommen ist. - Als die Seele R. Abahus zur Ruhe einkehrte, vergossen die Säulen von Cäsarea Tränen. Als R. Jose starb, floß Blut aus den Rinnen von Sepphoris.
Als R. Jakon starb, erglänzten die Sterne am Tage. Als R. Chija starb, fielen Feuerschollen vom Himmel. Als R. Aschi starb, wurden alle Bäume entwurzelt. Als R. Menachem bar Suna starb, wurden alle Figuren wie die Glättsteine plattgedrückt. Als R. Tanachum ben Chija starb, wurden alle Statuen zerschlagen. Als R. Elisib starb, wurden in Nehardea siebzig Einbrüche verübt. Als R. Hamuna starb, fielen Hagelschollen vom Himmel. Als R. Rabba und Joseph starben, stießen die Ufer des Euphrats aneinander. Als Abajje und Rab starben, stießen die Ufer des Tirgis aneinander. Als R. Mascharscheja starb, trugen die Datteln Dornen.”
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Kethuboth, Fol. 103b: “Am Todestage Rabbis ließ eine Himmelsstimme die Worte vernehmen: Alle, die bei der Totenfeier Rabbis beigewohnt haben, sind für das zukünftige Leben bestimmt. Als ein Wäscher, der jeden Tag vor ihm erschien, an jenem Tage aber ausgeblieben war, stieg er aufs Dach, stürzte sich auf die Erde und starb.
Da ließ eine Himmelstimme die Worte vernehmen: Auch jener Wäscher ist für das zukünftige Leben bestimmt. Rabbi sagte: Die meisten Frommen sterben an Unterleibskrankheiten.”
Erubin, Fol. 53b: “R. Jehoschua b. Chananja sagte: Lebtags besiegte mich niemand als eine Frau, ein Knabe und ein Mädchen. Wieso eine Frau? Einst kehrte ich in ein Gästhaus ein, wo mir die Wirtin täglich Bohnen vorsetzte. Am dritten Tage aber versalzte sie sie, und als ich davon kostete, zog ich mich davon zurück. Wieso ein Mädchen? Einst befand ich mich auf der Reise und einen Weg, der durch ein Feld führte. Da rief mir ein Mädcehn zu: Meister, das ist ja ein Feld! Ich erwiderte: Es ist ja ein ausgetretener Weg! Da entgegnete sie mir: Plünderer deinesgleichen haben ihn ausgetreten! Wieso ein Knabe?
Einst befand ich mich auf der Reise und bemerkte einen Knaben und fragte ihn, welcher Weg nach der Stadt führe. Dieser erwiderte: Der eine Weg ist kürzer, aber lang, der andere ist länger aber kurz. Ich ging den kürzeren, der lang war. Als ich nämlich zur Stadt kam, sah ich, daß sie von Gemüse-und Obstgärten umgeben war.
R. Jose der Galiläer ging einst auf dem Weg und traf die Berurja, da fragte er sie: Welcher Weg führt mich nach Lud (Lydda)? Da erwiderte sie ihm: Törichter Galiläer, die Weisen sagten ja, daß man nicht viel zu einem Weibe spreche; du solltest fragen: Welcher nach Lud?
Einst bemerkte Berurja einen Schüler, wie er leise studierte: da versetzte sie ihm einen Fußtritt und sprach zu ihm: Wenn die Lehre in deinen 248 Gliedern festgestellt ist, so ist sie dir gesichert, wenn aber nicht, ist sie dir nicht gesichert.”
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Baba kamma, Fol. 16a: “Die männliche Hyäne verwandelt sich nach sieben Jahren in eine Fledermaus; die Fledermaus verwandelt sich nach sieben Jahren in eine Wildtaube; die Wildtaube verwandelt sich
nach sieben Jahren in ein Chamäleon; das Chamäleon verwandelt sich nach sieben Jahren in eine Schlange; die Schlange verwandelt sich nach sieben Jahren in ein Gespenst. Das Rückgrat des Menschen verwandelt sich nach sieben Jahren in eine Schlange; dies jedoch nur dann, wenn er sich (im Gebet) beim ‘Wir danken’ nicht verbeugt.”
Sanhedrin, Fol. 67b: “… Rabh erzählte R. Chija: Ich sah einst, wie ein Araber ein Kamel mit einem Schwert zerschnitt; darauf klopfte er vor ihm mit einer Pauke und er richtete sich auf. - Zeerie kam einst nach Alexandrien in Ägypten und kaufte da einen Esel. Als er ihn tränken wollte, löste sich die Zauberei und er blieb auf einem Rückenbrett sitzen. - Jannaj kam einst in ein Gasthaus und verlangte, daß man ihm Wasser zum Trinken gebe. Als ihm darauf eine Frau Satita (ein Getränk aus Wasser und Mehl) reichte, bemerkte er, daß ihre Lippen sich bewegten. Da goß er ein wenig ab und es waren Skorpione.
Darauf sprach er zu ihnen: Ich habe von dem eurigen getrunken, trinkt ihr nun von dem meinigen. Als sie davon getrunken hatte, wurde sie eine Eselin. Jetzt setzte er sich auf sie und ritt auf die Straße. Da kam ihre Genossin und löste die Zauberei auf, und da sah sie, wie er auf der Straße ein Weib ritt.”
Rosch-Haschanah, Fol. 32b: “Am Neujahrstage wird der Lobgesang (das Hallel) nicht angestimmt. Warum nicht? R. Abahu sagte: Die Erzengel sprachen vor dem Heiligen: Herr der Welt! Warum singen die Jisraeliten vor dir am Neujahrstage und Versöhnungstage nicht Lieder? Er antwortete ihnen: Sollte es denn möglich sein, wenn der König auf dem Throne zu Gericht sitzt und die Bücher der Lebenden und der Toten aufgeschlagen vor ihm liegen, daß die Jisraeliten Lieder singen?”
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Sukka, Fol. 5a: “R. Jose sagte: Nie hat sich die Schechina (weibl.
Erscheinung Gottes) tiefer als 10 Fäuste herabgelassen und nie ist Moscheh und Elijahu in die Höhe gestiegen.”
Jom - Tob oder Bezah, Fol. 23b: “… Ein Spielwagen für Kinder ist durch das Treten (Herauftreten eines Samenergußbehafteten) verunreinigungsfähig. “
Joma, Fol. 77a: “Gott sprach zu Mikhael: Mikhael! Dein Volk ist in üblen Geruch gekommen. Mikhael antwortete: Herr der Welt! Laß dir an den Guten genügen. Gott sprach: Ich verbrenne sie allzumal.
Alsbald sprach er zu dem linnenbekleideten Mann: Gehe hin zwischen das Rad unterhalb des Cherubs und nimm eine Hand voll Kohlen aus der Mitte der Cherubim und wirf sie auf die Stadt. Dazu bemerkte R.
Ghana b. Bisna: Wären die Kohlen nicht zum Teil abgekühlt gewesen, als die aus der Hand des Cherubs in die Hand Gabriels gelangten, so würde nicht ein einziger von den Jisraeliten übrig geblieben sein.”
Baba bathra, Fol. 58a: “Einst war ein Magier, der die Toten ausgrub und als er an die Gruft des R. Tobi ben Mathna herankam, erfaßte ihn
dieser beim Bart. Da kam Abajje und sprach zu ihm: Ich bitte dich, laß ihn. Im folgenden Jahr kam er wieder und er faßte ihn wiederum beim Bart, und auch als Abajje herankam, ließ er ihn nicht los, bis er eine Schere brachte und ihm den Bart abschnitt.”
Taanith, Fol. 25a: “… - An einem Feiertage sah er (R. Chanina) seine Tochter traurig. Er fragte sie: Warum bist du so betrübt? -Mir ist das Essiggefäß mit dem Ölgefäß vertauscht worden und ich habe davon die Schabbathleuchte gefüllt. Es ist gelehrt worden: Es brannte den ganzen Tag, so daß man sie noch beim Unterscheidungssegen benutzte. - R. Chanina hatte Ziegen. Da sprach
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man zu ihm: Deine Ziegen verursachen uns Schaden. - Wenn sie Schaden verursachen, so mögen die Bären sie fressen; wenn aber nicht, so soll jede abends einen Bären auf den Hörnern heimbringen.
Abends brachte jede einen Bären auf den Hörnern heim.”
Joma, Fol. 39b: “Vierzig Jahre vor der Zerstörung des Tempels gelangte das Los (‘Für Gott’) nicht in die Rechte, der rotglänzende Wollstreifen wurde nicht weiß, die westliche Leuchte brannte nicht und die Tempeltüren öffneten sich von selbst.”
Baba kamma, Fol. 50a: “Einst fiel die Tochter Nechonja des Brunnenbauers in einen großen Brunnen. Da teilte man es R. Chanina mit. In der ersten Stunde sprach er zu ihnen: Friede! In der zweiten Stunde sprach er zu ihnen: Friede! In der dritten Stunde sprach er zu ihnen: Sie ist bereits heraufgekommen. Ein männliches Schaf, das von einem Greis geführt wurde, kam zu mir heran. Darauf sprachen sie zu ihm: Bist du denn ein Prophet? Er erwiderte ihnen: Ich bin weder ein Prophet, noch ein Prophetensohn, aber ich sagte ihr wie folgt: Sollte denn an einem Werk, mit dem dieser Fromme sich abmüht, sein Kind verunglücken? R. Achab sagte: Dennoch starb seine Tochter vor Durst.” (s. Jabmuth, Fol, 121b.)
Baba bathra, Fol. 7b: “Es war einst ein Frommer, mit dem Elijahu sich zu unterhalten pflegte, und als er einst ein Torhäuschen baute, hörte er auf, sich mit ihm zu unterhalten.”
Sanhedrin, Fol. 21 a: “… Von Adonias (1. Kon. l, 5) sagt R. Jehuda, daß seinen 50 Leuten die Milz entfernt und das Fleisch der Fußsohle ausgeschnitten worden war, damit sie schnell laufen können”
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3. GESPENSTER, GEISTER UND DÄMONEN
Berakhoth, Fol. 6a: “Abba Binjamin sagte: Wäre dem Auge die Macht verliehen worden, alles zu sehen, so könnte kein Geschöpf bestehen vor dem Anblick der Gespenster. Abajje sagte: Sie sind
zahlreicher als wir; sie stehen um uns herum wie eine Furche um das Beet. Rabbi Chona sagte: Dieses Gedränge bei der Vorlesung rührt von ihnen her; daß die Kleider der Rabbinen schäbig werden, rührt von ihrer Reibung her; daß die Füße wanken, rührt von ihnen her. Wer von ihnen Kenntnis haben will, der nehme gesiebte Asche und streue sie um das Bett; am Morgen wird er Fußspuren wie von einem Hahne bemerken. Wer sie sehen will, der nehme die Nachgeburt einer Katze, einer schwarzen, von einer schwarz geborenen, einer erstgeborenen, von einer erstgeborenen geboren, verbrenne sie in Feuer, zerreibe sie und streue sich davon etwas in die Augen; dann wird er sie sehen.
Man schütte sie dann in ein eisernes Rohr und versiegle es mit einem eisernen Siegelring, sie könnten sonst davon etwas stehlen; man soll aber auch den Mund verschließen, damit man nicht beschädigt werde.
Rabbi Bechaj ben Abajje tat es, aber er wurde beschädigt. Da beteten die Rabbiner für ihn und er genas.”
Fol. 18b: “Es wird gelehrt: Einst gab ein Frommer (Jude) in einem Jahre der Dürre am Vortage des Neujahrs einem Armen einen Denar, weshalb seine Frau mit ihm zankte; da ging er fort und übernachtete auf dem Begräbnisplatze. Da hörte er zwei Geister sich miteinander unterhalten. Der eine sprach zum ändern: Genösse, komm, wir wollen in der Welt umherstreifen und hinter dem Vorhang horchen, welche Heimsuchung über die Welt kommen wird. Jener antwortete: Ich kann nicht, denn ich bin in einer Rohrmatte bestattet; vielmehr gehe du und erzähle mir, was du hörst. Er ging, streifte umher und kam zurück. Da rief jener: Genösse, was hast du hinter dem Vorhange gehört? Dieser antwortete: Ich hörte: Alles, was man beim ersten Regenfall säen wird, wird der
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Hagel niederschlagen. Hierauf ging er und säete beim zweiten Regenfall. Der ganzen Welt wurde niedergeschlagen, seines aber wurde nicht niedergeschlagen. Im nächsten Jahre ging er wieder hin und übernachtete auf dem Begräbnisplatz und hörte abermals die beiden Geister sich miteinander unterhalten. Der eine sprach …” etc.
wie oben, “und zurückkommend sagte er: Ich hörte, daß alles, was man zum zweiten Regenfall säen wird, der Kornbrand vernichten wird. Hierauf ging er und säete zum ersten Regenfall. Der ganzen Welt wurde vernichtet, seines aber wurde nicht vernichtet.
Zeeri gab seiner Wirtin Geld aufzubewahren. Als er aus der Schule zurückkam, war sie gestorben. Da ging er zu ihr auf den Friedhof und sprach zu ihr: Wo ist das Geld? Sie erwiderte ihm: hole es mir aus der unteren Türpfanne, an jenem Ort; sage auch meiner Mutter, daß sie mir meinen Kamm und meine Schminkbüchse durch jene, die morgen herkommt, schicke.
Komm und höre: Beim Vater Schemuel hat man Waisengelder aufbewahrt. Als er starb, war Schemuel nicht zugegen und man nannte ihn: Sohn des Waisengeldverzehrers. Da ging er zu ihm auf den Friedhof und sagte zu ihnen: Ich suche Abba. Man erwiderte ihm: Es gibt ja hier viele Abba. Ich suche Abba, Sohn Abbas. Man erwiderte
ihm: Sohn Abbas gibt es hier viele. Da sagte er zu ihnen: Ich suche Abba, Sohn Abbas, den Vater Schemuels. Wo ist er? Man erwiderte ihm: Er ging in das Kollegium des Himmels hinauf. Indes sah er Levi außerhalb sitzen. Da frug er ihn: Warum sitzest du außerhalb und warum gehst du nicht hinauf? Dieser erwiderte: Es wurde mir beschieden: So viele Jahre, wie du das Kollegium des R. Aphes nicht besucht hast, lassen wir dich in das Kollegium des Himmels nicht hinauf. Währenddessen kam sein Vater und sagte: Gehe und hole es (das Geld) aus dem Mühlsteinbalken.”
Schabbath, Fol. 151b: “R. Chanina sagte: Man darf nicht in einem Hause allein schlafen, und wer in einem vereinzelt stehenden Hause schläft, wird von der Lilith (Nachtgespenst) überfallen.”
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Pesachim, Fol. 111b: “Die Gespenster, die sich beim Kapernstrauch aufhalten, heißen Geister; die sich beim Sperberbaum aufhalten, heißen Dämonen, und die sich auf den Dächern aufhalten, heißen Funken. In welcher Beziehung ist dies von Bedeutung? Beim Schreiben eines Amuletts. Einst ging ein Gelehrtenjünger zwischen die Kapernsträucher, um seine Notdurft zu verrichten, und hörte eine Geistin auf sich zukommen, da lief er fort; als sie ihm folgen wollte, erfaßte sie eine Palme und sie barst. Einst ging ein Stadtbeamter an einem Sperberbaum nahe der Stadt vorüber, da fuhren in ihn sechzig Dämonen und er geriet in Gefahr. Darauf kam er zu einem Gelehrtenjünger, der nicht wußte, daß bei einem Sperberbaum sich sechzig Dämonen aufhalten, und dieser schrieb ihm ein Amulett gegen einen Dämon. Da hörte er, wie sie einen Tanz aufführten.”
“Es gibt zweierlei Seuchengespenster, eines vor Mittag, das andere nach Mittag; das, von vor Mittag heißt giftiges Seuchengespenst; es befindet sieh in einem Krug mit Mehlbrei und rührt den Löffel um; das von nach Mittag heißt raubendes Seuchengespenst; es befindet sich an den Hörnern einer Ziege und gleicht einem Sieb und dreht sich ebenso herum. Sie befinden sich hauptsächlich im Schatten eines Aborts.”
Fol. 112a: “Auf Speisen und Getränken, die sich unter dem Bett befinden, ruht ein böser Geist. - In den Nächten des Mittwochs und Schabbaths darf man kein Wasser trinken, wegen der Gefahr eines bösen Geistes.”
Chagigah, Fol. 16a: “Sechs Eigenschaften haben die Dämonen; in dreien gleichen sie den Dienstengeln: sie haben Flügel gleich den Dienstengeln, sie schwirren von einem Ende der Welt bis zum anderen umher, und sie wissen, was sich ereignen wird. In dreien den Menschen: Sie essen und trinken, sie pflanzen sich fort, und sie sterben wie die Menschen. Sechs Eigenschaften besitzen die Menschen; in dreien gleichen sie den Dienstengeln, in dreien dem Vieh 176
In dreien den Dienstengeln: sie haben Verstand, sie gehen aufrecht und sie sprechen die Heiligensprache wie die Dienstengel. In dreien dem Vieh: sie essen und trinken, sie pflanzen sich fort und sie werfen Kot.”
Cholin, Fol. 106a: “Der Dämon, welcher im Hause des Rab Papa war, ging einmal, um Wasser aus dem Flusse zu holen und blieb lange aus.
Als er endlich kam, fragte man ihn: Warum bist du so lange ausgeblieben? Er sagte: Ich mußte so lange warten, bis die bösen Wasser vorübergeflossen waren. Als er sah, daß man aus dem Munde des Kruges zuvor etwas Wasser abgoß (dies muß man gegen Gespenster tun), sprach er: Wenn ich gewußt hätte, daß ihr solches zu tun pflegt, so würde ich nicht so lange ausgeblieben sein.”
4. PRIESTERHERRSCHAFT ÜBER DAS GEMEINE VOLK
Baba bathra, Fol. 8a: “Rabbi öffnete seine Speicher in den Jahren der Hungersnot und sprach: Es mögen die Schrift-, Mischna-, Talmud-, Halakha-und Agadakundigen eintreten. Leute aber aus dem gemeinen Volk sollen nicht eintreten. Da drängte sich R. Jonathan ben Amram vor und trat ein, indem er zu ihm sprach: Meister speise mich. Jener fragte: Hast du die Schrift gelesen? -Nein. - Hast du Mischna gelernt?
- Nein. - Wenn dem so ist, woraufhin soll ich dich speisen? - Speise mich gleich dem Hund oder einem Raben. - Als er fort war, saß Rabbi und grämte sich, indem er sprach: Wehe mir, daß ich mein Brot einem Menschen aus dem gemeinen Volk verabreicht habe! Da sprach R.
Schimon ben Rabbi zu ihm: Vielleicht ist es dein Schüler Jonathan ben Amram, der von der Ehre der Gesetzkunde nie genießen will?
Hierauf untersuchten sie die Sache und es stellte sich heraus, daß die Sache so steht. Alsdann sprach Rabbi: Es mag jener eintreten. Rabbi vertrat hier-177
bei seine Ansicht, denn Rabbi sagte: Ein Strafgericht kommt über die Welt und wegen der Leute aus dem gemeinen Volke. So wurde einst der Stadt Tiberjas von der Regierung das Geld zu einer Krone auferlegt. Als daraufhin die Einwohner zu Rabbi kamen und verlangten, daß auch die Gelehrten beitragen sollen, erwiderte er ihnen: Nein! Jene sprachen: So laufen wir fort! - Lauft! - Als dann die Hälfte von ihnen fortgelaufen war, wurde es der anderen Hälfte auferlegt. Hierauf kam die andere Hälfte zu Rabbi und verlangte von ihm, daß die Gelehrten beitragen sollen, und er erwiderte ihnen: Nein!
- So laufen wir fort! - Lauft! - Da lief die andere Hälfte fort und nur ein Wäscher blieb zurück. Als man es dann dem Wäscher auferlegte und auch er fortlief, wurde das Geld für die Krone erlassen. Darauf sprach Rabbi: Ihr seht nun, daß ein Strafgericht über die Welt nur wegen der Leute aus dem gemeinen Volk kommt.”
Pesachim, Fol. 49a: “… Wenn jemand in Gegenwart eines Menschen
aus dem gemeinen Volk sich mit der Gesetzlehre befaßt, so ist das ebenso, als würde er seiner Verlobten in seiner Gegenwart beiwohnen.”
Berakhoth, Fol. 16b: “Es ereignete sich, daß die Magd des Rabbi Eliezer starb. Seine Schüler traten ein, ihn zu trösten… Da sprach er: Über Knechte und Mägde sagt man nur, was man zu einem Menschen sagt, dem ein Ochs oder Esel krepiert ist.” (s. Jore de’ah 377,1.) Baba bathra, Fol. 57b: “Wie muß der Tisch eines Schriftgelehrten beschaffen sein? - Zwei Drittel bedeckt mit einer Decke, auf welcher die Speisen liegen und ein Drittel unbedeckt, wo die Schüsseln und Krauter stehen, der Henkel muß nach außen sein. Der Tisch eines Menschen aus dem gemeinen Volk gleicht einem von Töpfen umgebebenen Herdfeuer. Wie muß das Bett eines
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Schriftgelehrten beschaffen sein? - Unter diesem dürfen sich im Sommer nur die Schuhe befinden. Das eines Menschen aus dem gemeinen Volk gleicht einem vollgestopften Speicher.”