34. PROBLEME DER BESCHNEIDUNG

Nedarim, Fol. 31b: “Groß ist die Beschneidung! Denn wenn sie nicht wäre, so hätte der Heilige seine Welt nicht erschaffen; so könnten Himmel und Erde nicht bestehen.”

Schabbath, Fol. 108a: “Es kam einst ein großer Mann zu R.

Schemuel und disputierte mit ihm. (Woher, daß die Beschneidung an jener Stelle zu vollziehen ist usw.) Hierauf fragte er ihn: Wie heißt du? - Karna (Horn) sagte er. - So möge dir ein Horn im Auge wachsen. Zuletzt brachte ihn Schemuel in sein Haus und gab ihm verschiedene abfuhrende Speisen und Getränke und zeigte ihm den Abort nicht, damit er den Durchfall bekomme. Da fluchte er dem Rabbi.”

35. ERKENNTNISSE ÜBER DEN HANDEL

 

Taanith, Fol. 19b: “… Einst zogen alle Jisraeliten zum Feste nach Jerusalem hinauf, und sie hatten kein Wasser zu trinken. Da ging Nikodemus zu seinem Herrn und sprach zu ihm: Leihe mir zwölf Wasserquellen, und wenn ich sie dir nicht zurückgebe, siehe, so will ich dir zwölf Talente Silber geben; und er bestimmte ihm eine gewisse Zeit. Als die Frist herankam und noch kein Regen gefallen war, schickte der Herr am Morgen zu ihm und ließ ihm sagen: Schicke mir entweder das Wasser oder das Geld, welches ich von dir zu fordern habe. Nikodemus dagegen ließ ihm sagen: Noch ist die Zeit des vollen Tages nicht vorüber, welche wir festgesetzt haben. Gegen Mittag schickte der Herr wieder zu ihm. Nikodemus aber ließ ihm sagen: Noch habe ich eine kleine Frist vom Tage. Zur Zeit des Nachmittagsgebets schickte der Herr wieder zu ihm. Nikodemus dagegen schickte zu ihm: Noch habe ich eine kleine 145

Frist vom Tage. Da begann der Herr über ihn zu spotten und sprach: Da das ganze Jahr kein Regen gefallen ist, sollte es denn jetzt regnen?

Darauf ging der Herr fröhlich in das Badehaus. Während er aber ging, begab sich Nikodemus betrübt in den Tempel, hüllte sich ein und trat hin zum Gebet und sprach: Herr der Welt! Offenbar und bekannt ist es vor dir, daß ich es nicht meiner Ehre wegen getan habe, sondern deiner Ehre wegen, daß die Festzügler Wasser haben sollen. Sofort wurde der Himmel von Wolken überzogen, und es kam soviel Regen, daß zwölf Wasserquellen voll wurden und sie flössen sogar über.

Während der Herr aus dem Badehaus kam, kam auch Nikodemus aus dem Tempel. Als sie sich begegneten, sprach dieser: Du mußt mir noch für das übrige Wasser Geld bezahlen. Jener antwortete: Ich weiß zwar, daß der Heilige nur deinetwegen seine Welt erschüttert hat, allein ich habe doch noch eine Einrede gegen dich, von dir mein Geld zu fordern, denn die Sonne ist bereits untergegangen. Darauf ging Nikodemus wieder in den Tempel, hüllte sich ein, stellte sich zum Gebet und sofort zerstreuten sich die Wolken und die Sonne strahlte hervor. In diesem Augenblicke sprach der Herr zu ihm: Schiene die Sonne nicht, so hätte ich eine Einrede gegen dich, mein Geld von dir zu fordern. - Die Rabbiner haben gelehrt: Wegen dreier ist die Sonne später untergegangen: nämlich wegen Moscheh, Jehoschua und Nikodemus b. Gorjon.”

Jabmuth, Fol. 63a: “… Ferner sagte R. Eleazar: Es gibt keine niedrigere Berufstätigkeit, als den Ackerbau, denn es heißt (Ezech. 27, 29): ‘Sie werden herabkommen.’ Einst sah R. Eleazar einen Acker, auf welchem Kohl auf den Beeten der Breite nach gepflanzt war; da sprach er: Selbst wenn man Kraut der Länge nach pflanzen wollte, so ist Handel einträglicher, als du. Es ging Rabh durch ein Halmfeld und sah (die Halme) sich bewegen (schwingen); da sprach er: Bewegt euch nur, Handel treiben ist doch einträglicher als ihr. - Raba sagte: Hundert Zuz im Ge-146

schäft - jeden Tag Fleisch und Wein; hundert Zuz in Ackerland -Salz und Gras. Und noch mehr: er läßt ihn auf der Erde schlafen und bringt ihm Zank.”