Jabmuth, Fol. 63b: “… R. Eliezer sagte: Wenn jemand die Fortpflanzung nicht übt, so ist es ebenso, als würde er Blut vergießen, denn es heißt (1. Mos. 9, 6): ‘Durch den Menschen soll sein Blut vergossen werden.’ Abba Chanan sagte: (Fol. 64a.): Er verdient den Tod.”
Sotah, Fol. 2a: “Wenn jemand seine Frau wegen Verkehr mit einem fremden Manne verwarnt, so verwarne er sie, wie R. Eliezer sagt, vor zwei Zeugen und nur dann kann er sie auf Grund eines Zeugen oder eigener Wahrnehmung das ‘bittere Wasser’ (4. Mos. 5,17) trinken lassen.”
Das ‘bittere Wasser’ ist eine Mischung aus Wasser und Dreck vom Fußboden. Es wird der Frau von einem Priester unter Verfluchungen gegeben, die es trinken muß ‘auf daß ihr Bauch anschwelle’.^. Mos.
5,17)
Fol. 7a: “Sagt sie vor dem Gericht: Ich bin unrein, so zerreißt sie ihre Kethuba und sie ist geschieden. Sagt sie aber: Ich bin rein, dann fuhrt man sie zum Osttore, denn dort läßt man die des Ehebruchs Verdächtigen trinken. Dann erfaßt der Priester ihr Kleid, -wenn er es zerreißt und auftrennt, so macht es nichts - so entblößt er ihr den Busen und löst ihr das Haar auf. Wenn sie einen schönen Busen hat, so darf man sie nicht entblößen und wenn ihr Haar schön ist, so darf es nicht gelöst werden. War sie weiß gekleidet, so kleide man sie jetzt schwarz, hatte sie goldenen Schmuck an, Halskette, Ohrringe, Fingerringe, so ziehe man sie ihr ab. Darauf bringt er einen Strick und bindet ihn ihr oberhalb der Brüste um. Wer sie anschauen will, kann kommen und anschauen, ausgenommen ihre Sklaven und Mägde; alle Weiber dürfen sie anschauen.”
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Fol. 8b: “Sie sündigte zuerst mit der Hüfte und dann mit dem Bauche, deshalb wird sie zuerst an der Hüfte geschlagen und nachher am Bauche umTder ganze übrige Körper geht nicht frei aus. Sie entblößte für ihn ihre-Hüfte, daher fällt ihr die Hüfte zusammen; sie nahm ihn auf den Bauch, daher schwillt ihr Bauch auf; sie gab ihm Leckereien zu essen, daher besteht ihr Opfer aus Viehfutter (Gerste); sie gab ihm kostbaren Wein in kostbaren Bechern zu trinken, daher reicht ihr der Priester das bittere Wasser in einer tönernen Schale zu trinken.”
Fol. 20a: “Wenn die ehebruchsverdächtige Frau sagt, daß sie sich verunreinigt habe, so wird das bittere Wasser ausgeschüttet. Wenn sie sagt, sie wolle nicht trinken, so wende man Gewalt an und zwinge sie zu trinken. Kaum hat sie noch ausgetrunken, wird ihr Gesicht graugelb, die Augen treten hervor, die Adern schwellen ihr an und alle sprechen: Führt sie hinaus! Man läßt sie jetzt hinausfuhren, damit sie die Halle nicht verunreinigt.”
Kidduschin, Fol. 81 a: “… R. Meir pflegte über die Sünder zu spotten.
Eines Tages erschien ihm der Satan in der Gestalt eines Weibes jenseits eines Flusses. Da aber dort kein Fahrzeug war, so nahm er einen Strick mit einer Latte (Steckleine) und wollte hinübergehen. Als er aber bei der Hälfte des Strickes war, verlor er die Lust nach dem Weibe. Der Satan rief: Wäre nicht über dich im Himmel ausgerufen: Gebt acht auf R. Meir und seine Thora, so wäre dein Blut nur zwei
Pfennige wert sein. Auch R. Akiba pflegte über die Sünder zu spotten.
Eines Tages erschien ihm der Satan in der Gestalt eines Weibes auf dem Gipfel einer Palme. R. Akiba wollte hinaufklettern. Als er aber bei der Hälfte der Palme war, verlor er die Lust…” usw. wie oben.
Taanith, Fol. 21b: “Einst wollten die Jisraeliten ein Geschenk an den Kaiser senden, und sie schickten durch Nachum, der schon Wunder erlebt hatte, einen Kasten voller Edelsteine und Perlen. Er 118
trat die Reise an und kehrte des nachts in einer Herberge ein. Da nahmen ihm die Wirtsleute den Kasten ab, machten ihn auf und füllten ihn mit Erde. Als er zum Kaiser kam und den Kasten öffnete, wollte der Kaiser alle Absender töten, indem er sprach: Ihr wollt mich verspotten. Da kam Elijahu zu ihm und stellte sich ihm wie einer von den Juden dar und sprach: Vielleicht ist die Erde von der Erde unseres Vaters Abraham, denn wenn dieser den Staub in die Luft warf, wurde er zu Schwertern und Stroh wurde zu Pfeilen. Darauf stellten sie einen Versuch an bei einer Provinz, die sie nicht erobern konnten, und in der Tat eroberten sie diese damit. Darauf führte man Nachum in die Schatzkammer und füllte den Kasten mit Edelsteinen und Perlen und entließ ihn mit großen Ehren. Als er wieder in jene Herberge kam, fragte man ihn: Was hast du mit dir geführt, daß man dir solche Ehre erwiesen hat? -Was ich von hier erhalten habe. - Da rissen sie ihre Wohnungen ein und brachten die Erde zum König mit den Worten: Jene Erde, welche Nachum von hier gebracht hat, stammt von uns.
Man untersuchte sie, da man aber nichts an ihr fand, tötete man sie.”
Kethuboth, Fol. 39a: “Der Verführer hat dreierlei und der Notzüchter viererlei zu zahlen. Der Verführer hat Beschämung, Minderung (ihres Wertes) und die Geldbuße zu zahlen; der Notzüchter außerdem noch Schmerzensgeld. Der Notzüchter muß sofort zahlen, der Verführer, wenn er sie entfernt. Der Notzüchter muß aus seinem Gefäße trinken, der Verführer darf sie entfernen. Was heißt aus seinem Gefäße trinken? Er muß sie behalten, selbst wenn sie lahm, blind oder grindig ist. - Wofür ein Schmerzensgeld? Für die Schmerzen beim Niederschlage auf die Erde. R. Zera wandte ein: Demnach ist er davon frei, wenn er sie auf Seidenstoffe niederwarf? R. Schimon sagte: Er brauche kein Schmerzensgeld zu zahlen, weil sie sonst die Schmerzen bei ihrem Manne erleiden würde. R. Nachman sagte: Für die Schmerzen beim Spreizen der Beine. Die Verführte hat solche Schmerzen, sagte die Mutter von Abajje, wie heißes Wasser auf einen Kahlkopf; die
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Tochter R. Chisdas sagte: wie der Stich der Schröpflanzette; die Tochter des Abba sagte: wie hartes Brot am Gaumen.”
Sanhedrin, Fol. 52b. “… Die Rabbinen lehrten bezüglich des 3. Mos.
20, 10: Wenn ein Mann - ausgenommen ein Minderjähriger -mit der Frau eines Mannes ehebrechen wird - ausgenommen die Frau des Minderjährigen - nämlich mit der Frau seines Nächsten ausgenommen die Frau eines Andersgläubigen - soll er getötet werden.”
Fol. 57b: “Ein ‘Noachide’ wird durch einen Richter hingerichtet, durch einen Zeugen und ohne vorherige Warnung.”
Fol. 73 u. 74: Es werden die Strafen des Inzest und der Notzucht abgeschrieben. Wenn jemand z. B. seine Schwester beschläft, so erhält dieselbe eine Geldbuße. Sobald er eine Anschmiegung vollzogen hat, hat er sie befleckt. Einleuchtend ist dies nach demjenigen, welcher sagt, daß unter Anschmiegung die bloße Berührung zu verstehen sei; wie ist aber nach demjenigen zu erklären, welcher sagt, unter Anschmiegung sei das Hineinbringen der Eichel zu verstehen?
Vielmehr erklärte R. Chisda, daß, wenn er sie vorher auf widernatürliche Weise und nachher auf natürliche Wiese beschlafen hat.
Fol. 76b: “… Wenn ein Mörder seinen Nächsten ins Wasser oder ins Feuer zurückgedrückt hat, daß er nicht herauskommen konnte und gestorben ist, so ist er strafbar. Hat er ihn ins Wasser oder ins Feuer gestoßen, so daß er noch herauskommen konnte und er ist gestorben, so ist er frei. Hat jemand auf einen einen Hund gehetzt, hat jemand auf einen eine Schlange gehetzt, so ist er frei; hat er ihn von einer Schlange beißen lassen, so ist er nach R. Jehusa strafbar, nach den Weisen frei. Wenn jemand einen gebunden hat und er vor Hunger gestorben ist, so ist er frei. Wenn jemand einen vor Mücken gebunden hat, ist er frei, weil jene fort und andere ge-120
kommen sind. Wenn jemand über einen Kübel gestülpt oder über ihm die Decke durchbrochen hat, streiten Raba und Zera; einer sagt, er sei strafbar, der andere sagt, er sei frei. Wenn jemand seinen Nächsten in ein Marmorhaus (ganz luftdicht) gesperrt und ein Licht angesteckt hat, wodurch dieser gestorben^ ist, der ist strafbar, aber nur, wenn er ein Licht angesteckt hat, nicht aber, wenn er kein Licht angesteckt hat.
Wenn jemand einen in eine Grube, in welcher sich eine Leiter befindet, hinabgestoßen und ein anderer sie fortgenommen hat, so ist er straffrei. Wenn zehn Personen einen mit zehn Stöcken geschlagen haben, einerlei ob mit einem Mal oder hintereinander und er gestorben ist, so sind sie frei. Wenn jemand einen auf den Tod Verletzten tötet, so ist er frei; wenn aber ein auf den Tod Verletzter jemand tötet, so ist er, wenn es vor Gericht geschah, strafbar, wenn nicht vor Gericht, frei.
Wenn Zeugen gegen einen auf den Tod Verletzten Zeugnis ablegen und als Falschzeugen überführt werden, so werden sie nicht gerichtet.”
Fol. 78b: “Wenn jemand in der Absicht, ein Vieh zu töten, einen Menschen getötet hat, oder in der Absicht, einen Fremden zu töten,
einen Jisraeliten getötet hat, so ist er straffrei.” (s. Makkoth Tb.) Fol. 80a: “Einen Ochsen (der einen Menschen getötet hat) kann man nur in seiner Anwesenheit aburteilen.”
Welcher Ochse würde so dumm sein, zum Termin zu erscheinen?
Fol 81b: “Wenn jemand einmal und zweimal Geißelhiebe erhalten hat, so sperrt ihn das Gericht in einen Kerker und man gibt ihm Gerste zu essen, bis ihm der Bauch platzt. Wenn jemand einen ohne Zeugen getötet hat, so wird er in einen Kerker eingesperrt und man gibt ihm knapp Brot zu essen und knapp Wasser zu trinken”
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Fol. 85a: “Wer Vater und Mutter schlägt, der ist nur strafbar, wenn er ihnen eine Verletzung beigebracht hat. Im Folgenden ist das Fluchen strenger als das Schlagen: wer ihnen nach dem Tode flucht, ist strafbar; wer sie aber nach dem Tode schlägt, ist straffrei.”
Fol. 88a: “Strenger ist es bei den Worten der Schriftgelehrten, als bei den Worten der Thora.” (D. i. die Sünden gegen den Talmud sind schwerer, als diejenigen gegen das Gesetz.)
Makkoth, Fol. 7b: “Wer vorsätzlich einen Menschen getötet hat, der wird hingerichtet, wenn er in der Absictit, einen Nichtjuden zu töten, einen Jisraeliten getötet hat.” (Sanhedrin, Fol. 78b.) Fol. 10b: “Wenn der Totschläger sich in eine Zufluchtsstadt flüchtet und der Bluträcher ihn unterwegs trifft und erschlägt, so ist der Bluträcher straffrei.”
Fol. 11b: “… Wenn der Totschläger das Grenzgebiet verläßt und der Bluträcher ihn trifft, so ist es ihm geboten, ihn zu töten, während es jedem anderen freisteht.”
Cholin, Fol. 110b: “Man brachte einmal einen Menschen vor Gericht, welcher seinem Vater und seiner Mutter nicht die gebührende Ehre erwies. Man band ihn, aber R. Jehuda befahl: Lasset ihn los! Es ist ja gelehrt worden: Bei allen Geboten, deren Lohn an der Seite beigegeben ist, ist nicht die Aufgabe des Gerichtshofes, hier unten darauf bedacht zu sein.”
Berakhoth, Fol. 6b: “… R. Chona sagte: Wer hinter dem Bethaus betet, wird ein Gottloser genannt. Abajje sagte: Dies ist nur dann gesagt, wenn er sein Gesicht nicht nach dem Bethaus wendet. Ein Mann betete einst hinter dem Bethaus und wandte sein Gesicht 122
nicht nach dem Bethaus zu; da ging Elijahu (Prophet Elias) an ihm vorbei und sah ihn und erschien ihm wie ein Araber und sprach zu
ihm: Mit dem Rücken gewendet stehst du vor deinem Herrn? Er zog sein Schwert und tötete ihn.”
Sanhedrin, Fol. 91 a: “… R. Rabbi sagte einst dem Kaiser Antonius: Einst hatte ein König schöne Früchte in seinem Lustgarten, in welchem er zwei Wächter, einen lahmen und einen blinden, angestellt hatte. Da sprach der Lahme zum Blinden: Ich sehe schöne Früchte im Garten; komm, laß mich auf dir reiten, sodann holen wir sie und essen sie. Darauf setzte sich der Lahme auf den Blinden und sie holten sie und aßen sie. Nach Verlauf von Tagen kam der Eigentümer des Gartens und fragte sie, wo die schönen Früchte wären. Der Lahme erwiderte: Habe ich denn Füße, um gehen zu können? Der Blinde erwiderte: Habe ich denn Augen, um sehen zu können? Was tat er nun? Er setzte den Lahmen auf den Blinden und bestrafte sie zusammen.”
Taanith, Fol. 19b: “Seit dem Tage, an dem der Tempel zerstört wurde, ist der Regen für die Welt reduziert worden.”
Fol. 25a: “… R. Eleazar war in bedrängter Lage. Er ließ sich einmal zur Ader und hatte nichts zu essen als Knoblauch, welchen er in den Mund steckte. Er wurde schwach und schlief ein. Als die Rabbiner zu ihm kamen, um ihn zu besuchen, sahen sie ihn im Schlafe weinen und lachen, und ein Lichtstrahl kam aus seiner Stirn hervor. Als er erwachte, fragten sie ihn: Warum weintest du und warum lachtest du?
Der Heilige saß bei mir und ich fragte ihn: Wie lange werde ich mich noch in dieser Welt quälen müssen? Eleazar, mein Sohn, ist es recht, wenn ich dir die Welt umkehre, vielleicht wirst du in einer günstigeren Stunde geboren? - Das alles, und doch nur Vielleicht1? Welche Zeit ist größer: welche ich schon gelebt habe, oder die, welche ich noch leben werde? - Die Zeit, die du schon gelebt hast. - Wenn dem so ist, so will ich nicht,
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daß du die Welt umkehrst. - Dafür, daß du dies gesagt hast, werde ich dir in der künftigen Welt dreizehn Ströme mit reinem Balsam geben, die so wie der Euphrat und Tirgis sind, an denen du dich ergötzen kannst. - Das ist alles, und weiter nichts? - Was soll ich denn deinen Genossen geben? - Ich möchte den Anteil derer, die gar nichts bekommen. - Da gab er mir einen Stüber auf die Stirn, indem er sprach: Eleazar, mein Sohn, ich beschieße dich mit Pfeilen.”
Schabbath, Fol. 88a: ‘“Und sie stellten sich am Fuße des Berges auf (2. Mos. 19, 17) R. Dimi sagte: Dies lehrt, daß der Heilige über sie den Berg wie einen Kübel stülpte und zu ihnen sprach: Wollt ihr die Thora empfangen, so ist es gut, wenn aber nicht, so ist hier euer Grab.” (s. Aboda zara Fol. 2b.) “R. Simaj trug vor: Zur Stunde, da die Jisraeliten sagten: Wir werden es tun, wir werden es hören, - kamen 60 Myriaden Dienstengel und wanden jedem Jisraeliten zwei Kränze.
Als die Jisraeliten später sündigten, kamen 129 Myriaden Würgengel herunter und nahmen sie ihnen ab.”