Taanith, Fol. 23a: “… Es ging einmal R. Choni auf dem Wege und sah, wie ein Mann einen Johannisbrotbaum pflanzte. Er sprach zu ihm: In wieviel Jahren wird der Baum Früchte tragen? - In siebzig Jahren. - Hast du die Gewißheit, daß du siebzig Jahre lebst? - Ich 79
fand schon Johannisbrotbäume in der Welt vor; wie meine Eltern solche für mich gepflanzt haben, so will ich auch solche für meine Kinder pflanzen. Daraufsetzte er sich, aß sein Brot, worauf ihn ein Schlaf befiel. Sodann umgab ihn ein großes Felsstück und verbarg ihn vor den Augen und er schlief siebzig Jahre. Als er aufwachte, sah er, wie jener Mann die Früchte von dem Baum sammelte. Er sprach zu ihm: Bist du es, der den Baum gepflanzt hat? - Nein, ich bin seines
Sohnes Sohn. - Ich schlief also siebzig Jahre? Alsdann sah er, daß seine Eselin mittlerweile ganze Herden geworfen hatte. Daraufging er nach Hause und fragte. Lebt der Sohn Chonis, des Kreiszeichners noch? - Dessen Sohn lebt nicht mehr, aber dessen Sohnes Sohn lebt noch. Da sprach er: Ich1 bin Choni, der Kreiszeichner. Man glaubte ihm aber nicht. Hierauf ging er ins Lehrhaus, und da hörte er, wie die Jünger sagten: Diese Lehre ist uns so klar, wie zur Zeit Choni des Kreiszeichners. Da sprach er: Ich bin es. Sie glaubten ihm aber nicht und erwiesen ihm nicht die ihm gebührende Ehrung. Da grämte er sich und starb.”