Jom - Tob oder Bezah, Fol. 7a: “Die parthenogenetischen Eier (von einer jungfräulichen Henne) darf man immer essen.”
Fol. 25b: “Der Mensch esse den Knoblauch und die Zwiebeln, nicht von der Spitze, sondern von den Blättern; hat er davon gegessen, so ist er ein Fresser. Ebenso trinke der Mensch nicht seinen Becher mit einem Zuge aus; wenn es geschieht, siehe, so ist er ein Schlemmer.
Die Rabbiner lehrten: Wer seinen Becher mit einem Zuge austrinkt, ist
ein Schlemmer, wer in zwei Zügen, hat
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Anstand, wer in drei, ist hochmütig.”
Fol. 30a: “Man darf am Festtag weder in die Hüfte schlagen, noch in die Hände klatschen, noch tanzen.”
Fol. 36b: “… Man darf am Schabbath nicht auf einen Baum steigen, noch auf einem Tier reiten, noch auf dem Wasser schwimmen, noch eine Frau antrauen, noch die Schwagerehe vollziehen. Man darf nichts dem Heiligtum weihen, noch Schätzgelübde tun, noch etwas verbannen.”
Mo’ed katan, Fol. 15a: “Der Leidtragende muß (am Halbfesttag) den Kopf einhüllen, die in den Bann Gelegten müssen eingehüllt sitzen.
Das Grüßen ist beiden verboten. Der Samenflußbehaftete darf die heiligen Bücher nicht lesen.”
Sanhedrin, Fol. 20a: “Man erzählte von R. Jehuda, daß bei ihm sechs seiner Schüler mit einem Gewand zugedeckt waren und so die Gesetzlehre studierten.” (Düfte mögen das gewesen sein!) Fol. 103b: “Menascheh (Manasses) riß den Altar nieder, Amon verbrannte das Gesetzbuch und brachte Spinnen auf den Altar, Achaz erlaubte die Unzucht. Menascheh beschlief seine Schwester, Amon beschlief seine Mutter; diese sprach zu ihm: Hast du denn einen Genuß von der Stelle, aus der du herausgekommen bist? Er erwiderte ihr: Ich tue es ja nur um Gott zu ärgern. Als Jehojakim (Joachim) kam, sagte er: Wir brauchen nicht einmal sein Licht, denn wir haben Parvajim-Gold, dessen wir uns bedienen; mag er kommen und sein Licht wegnehmen. Er ließ den Namen Gottes aufsein Zeugungsglied tätowieren.”
Taanith, Fol. 17a: “Der König schere sich das Haar täglich, der Hohepriester an jedem Vorabend des Schabbaths und ein gemeiner Priester einmal in dreißig Tagen.”
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Nidda, Fol. 16b., 17a: “Jener Engel, welcher über die Schwangerschaft gesetzt ist, heißt Lilith (Nachtgepenst); er nimmt den Samentropfen und stellt ihn vor den Heiligen und spricht zu ihm: Herr der Welt! Was soll aus diesem Tropfen werden? Ein Starker oder ein Schwacher, ein Weiser oder ein Tor, ein Reicher oder ein Armer? - R.
Jochanan sagte: Der Beischlaf vor einer Lampe ist unanständig. R.
Simeon ben Jochaj sagte: Vier Dinge haßt der Heilige und ich liebe sie auch nicht: Wer in sein Haus plötzlich eintritt, wer das Zeugungsglied beim Wasserabschlagen erfaßt, wer nackt vor seinem Bette das Wasser abschlägt und wer den Beischlaf vor den Dienern, Mägden und anderen Lebendigen ausübt. Rabba ben Huna schellte mit den
Klingeln der Vorhänge seines Bettes, wenn er den Beischlaf vollziehen wollte, um die Leute zum Heimgehen zu veranlassen.”
Jom - Tob oder Bezah, Fol. 36b: “Das Steckbecken und das Nachtgefäß darf man nach dem Misthaufen bringen, und wenn man es zurückbringen will, so tue man Wasser hinein und bringe es zurück.
Hieraus folgerten sie, daß man das Steckbecken nur wegen des Gefäßes hinausbringen darf, den Kot besonders aber nicht. Komme und höre: Einst fand man eine Maus im Gewürz R. Aschis, da sprach er: Faßt sie am Schwanz und bringt sie fort.”
Sanhedrin, Fol. 45a: “Die Rabbinen lehrten: Einem Mann bedecke man vor der Steinigung vorn einen Körperteil, einer Frau bedecke man zwei Körperteile sowohl vorn als auch hinten, weil dort die ganze Scham ist. Der Priester ergreife sie am Gewand, bis er ihren Busen entblößt hat. Wenn ihr Busen schön ist, so entblöße er ihn nicht, weil dies das Gericht zum Freispruch veranlassen könnte und die jungen Priester durch sie in Aufregung kommen würden. Der Steinigungsraum ist zwei Mann hoch. Einer der Zeugen stößt ihn an den Hüften hinab; fällt er auf das Herz, so drehe man ihn auf die Hüfte um. Ist er tot, so ist der Pflicht genügt; wenn aber nicht, 68
so nimmt der Zweite einen Stein und wirft ihn auf das Herz; ist er dann tot, so ist der Pflicht genügt, wenn aber nicht, so geschieht seine Steinigung durch die ganze Gemeinde.”
Fol. 45b: “Alle, die gesteinigt werden, werden nachher aufgehängt.
Einen Mann hänge man mit dem Gesicht gegen das Publikum, ein Weib hänge man mit dem Gesicht gegen den Galgen. - R. Schimon ließ sogar achtzig Weiber hängen, obgleich man nicht zwei an einem Tag verurteilen darf.”
Fol. 46a: “Auf welche Weise wird er aufgehängt? Man schlägt einen Pfahl in die Erde, aus welchem eine Sprosse ausläuft, alsdann bindet man ihm die Hände aneinander und hängt ihn auf. Wie er gestorben ist, löst man ihn sofort ab; wenn man ihn aber über Nacht hängen läßt, so übertritt man ein Verbot; läßt man ihn zu einer Ehrung über Nacht liegen, um für ihn Sarg und Totengewand zu holen, so übertritt man keines. Ist das Fleisch (bei Verbrannten) verwest, so liest man die Gebeine auf und begräbt sie auf ihrem Platz. Die Verwandten kommen und begrüßen die Richter und die Zeugen, wodurch sie ausdrücken: Ihr habt ein gerechtes Urteil gefällt. Sie halten keine Trauer, sondern tragen ihr Leid im Herzen.”
Jabmuth, Fol. 106b: “Die Zeremonie der Chalisa erfolgt so: der Mann und seine Schwägerin erscheinen vor dem Gericht und die Richter erteilen dem Mann einen entsprechenden Rat. Da antwortet er: Ich will sie nicht nehmen. Sie sprechen dies in der Heiligensprache.
Jetzt tritt seine Schwägerin vor den Augen der Alten (des
Presbyteriums) zu ihm heran, zieht ihm den Schuh vom Fuße herunter und speit vor ihm aus; und zwar Speichel, den die Richter sehen müssen. Alsdann steht sie auf und spricht (5. Mos. 5, 7): ‘So geschehe dem Manne, der nicht baut das Haus seines Bruders.’ Und die Richter beenden (Jbid. 5, 10): ‘Und sein Name werde in Jisrael genannt: Das Haus des Entschuhten.’ R. Jehuda sagt: Allen
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Anwesenden sei es geboten, ‘Entschuhter’ zu rufen.”
Baba bathra, Fol. 21b: “… Einst brachte R. Dimi aus Nehardea einen Kahn mit getrockneten Feigen. Da sprach Raba zu R. Ada: Geh, rieche an seinem Krug. Da ging er hin und richtete an ihn folgende Frage: Wie ist es, wenn ein Elefant einen Weidenkorb verschlungen und ihn durch den After ausgeworfen hat? Er wußte es nicht. Alsdann fragte er ihn: Ist der Meister nicht Raba? Da versetzte ihm dieser einen Schlag mit der Sandale und sprach zu ihm: Von mir bis Aba ist noch weit, aber immerhin kann ich noch dein Lehrer sein und Raba ist der Lehrer deines Lehrers. Da gab man ihm nicht den Markt frei, und er litt Schaden mit seinen getrockneten Feigen.”