https://interaktiv.morgenpost.de/klimawandel-hitze-meeresspiegel-wassermangel-stuerme-unbewohnbar/en.html Logo Funke Interaktiv DEEN Klimawandel: Wo unsere Erde unbewohnbar wird Todliche Hitze, uberschwemmte Kusten, heftige Wirbelsturme, Wassermangel: Zum Ende dieses Jahrhunderts wird normales Leben an vielen Orten kaum noch moglich sein, wie Klimamodelle zeigen. Finden Sie mit unserem interaktiven Globus heraus, wo Menschen nicht mehr leben werden konnen. Zeitraum anzeigen (*)Bisher ( )Jahr 2100 Faktor auswahlen (*)Alle kombiniert ( )Hitze ( )Wasserknappheit ( )Uberschwemmungen ( )Tropische Wirbelsturme Modus verlassen Durch den Klimawandel ist in weiten Teilen der Welt der naturliche Lebensraum der Menschen bedroht: Im Jahr 2100 werden alle Regionen, die hier rot eingefarbt sind, Projektionen zufolge ,,unbewohnbar" sein - weil dann extreme Hitze, tropische Wirbelsturme, der steigende Meeresspiegel, Wassermangel oder mehrere dieser Faktoren zusammen das Leben unter naturlichen Bedingungen dort schwer bis unmoglich machen. Wo wenige Menschen wohnen[small-hexe]Wo viele Menschen wohnen Jedes der dargestellten Sechsecke entspricht einer Grundflache von rund 12.000 Quadratkilometern, so gross wie New York City. Die Hohe der Saulen zeigt, wie viele Menschen aktuell dort leben und gegebenfalls eine lebensfeindliche Zukunft fur ihren Ort erwarten mussen - wenn beim Klimaschutz jetzt nicht radikal entgegengesteuert wird. Scrollen Sie weiter zum Erkunden der einzelnen Klimafaktoren! Alle Darstellungen basieren auf Szenarien, die von einer Erderwarmung zwischen 2,5 und 3degC bis 2100 ausgehen. Dies entspricht weitgehend der Prognose des Climate Action Tracker, der Massnahmen der aktuellen Klimapolitik weltweit auswertet. Was heisst hier ,,unbewohnbar"? Annahmen fur dieses Projekt Die Definition ,,unbewohnbar" fur die eingefarbten Landflachen gilt fur die naturlichen Bedingungen dort (Hitze, Wasserknappheit, Meeresspiegelanstieg, tropische Wirbelsturme). Sie berucksichtigt aber keine technischen Massnahmen gegen solche Naturgewalten wie riesige Meeres-Pumpwerke oder Klimaanlagen. Zukunftige Bevolkerungsveranderungen (Wachstum, Zu- und Abwanderungen) werden nicht berucksichtigt. Die Angaben zur Anzahl zukunftig betroffener Menschen sind also nicht als tatsachliche Zukunftsprojektionen zu verstehen, sondern zur ungefahren Einordnung anhand heutiger Einwohner*innen-Zahlen. Die Projektionen, Simulationen und Klimamodelle, die in diesem Projekt fur jeden dargestellten Klimafaktor verwendet wurden, stimmen mit der Temperaturprognose des Climate Action Tracker (CAT) weitgehend uberein. Wissenschaftler*innen vom CAT verfolgen die aktuelle Klimapolitik weltweit und errechnen die zu erwartende Erwarmung: Danach lassen die aktuellen Klima-Massnahmen bis zum Jahr 2100 ein Plus von 2,7degC gegenuber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung erwarten (Stand November 2021) - deutlich uber dem 1,5degC-Ziel von Paris. Die Visualisierungen zeigen, wie es auf der Erde 2100 aussehen konnte, wenn die Klima-Anstrengungen nicht wesentlich verstarkt werden. Details zu Quellen und Methodik finden Sie am Ende dieser Seite. Und was heisst unbewohnbar? Details einblenden Globus erkunden Hitze Im Jahr 2100 0 NaN % der aktuellen Bevolkerung (ca. NaN % der Flache) Zunehmende Hitzewellen sind die deutlichsten Zeichen des Klimawandels. Menschen konnen Temperaturen auch jenseits der 40degC-Marke aushalten - aber nur bei trockener Luft, denn durch Schwitzen kann die Temperatur an unserer Korperoberflache deutlich abgesenkt werden. Doch bei hoher Luftfeuchtigkeit versagt dieser Kuhleffekt: Ab einer sogenannten Kuhlgrenztemperatur von 32degC ist ein Ausuben normaler Tatigkeiten unmoglich, todlich kann es ab 35degC selbst fur kerngesunde Menschen werden. Solche extremen Temperatur-Luftfeuchtigkeit-Kombinationen wurden bislang nur selten gemessen, wie in Ras Al Kaimah in den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Jacobabad in Pakistan. Doch bis 2100 sind feuchte Hitzewellen in grosseren Gebieten zu erwarten. Und auch deutlich niedrigere Kuhlgrenztemperaturen konnen gefahrlich sein, wie etwa bei der Hitzewelle 2003 in Europa: Damals blieb diese unter 28degC und fuhrte trotzdem zu geschatzt 72.000 Hitzetoten. Dargestellt sind die Anzahl Tage pro Jahr, an denen die Kuhlgrenztemperatur von 32degC uberschritten wird. Die Kuhlgrenztemperatur ist ein Indikator, der sich aus der ,,normalen" Lufttemperatur im Schatten und Luftfeuchtigkeit berechnet. Er bezeichnet die Temperatur, auf welche sich ein Korper oder Gegenstand durch Nasse, wie beim Schwitzen, maximal herunterkuhlen kann und ist deswegen immer niedriger als die gangigen Temperaturangaben. Zum Beispiel in Wusten mit nur 20 % Luftfeuchtigkeit kann die Kuhlgrenztemperatur selbst bei 50degC im Schatten unter 30degC bleiben. Daten: Copernicus Climate Change Service / ECMWF / eigene Berechnungen ( Details am Ende der Seite) Weitere Quellen: Columbia University (CU) / Lamont-Doherty Earth Observatory (LDEO), CU / LDEO / Colin Raymond und andere, UNDRR Details und Quellen einblenden Globus erkunden Wasserknappheit Im Jahr 2100 0 NaN % der aktuellen Bevolkerung (ca. NaN % der Flache) Seen trocknen aus, Durren gefahrden die Nahrungsmittelversorgung, an vielen Orten fehlt Trinkwasser. Der Klimawandel fuhrt zu einem Paradox: Selbst wenn die Niederschlage im Mittel steigen, wird das Lebenselixier Wasser knapp. Denn Wetterextreme nehmen zu. Auf Durreperioden folgen Starkregen-Phasen mit Hochwasser. Ausgetrocknete Boden konnen die kurzzeitigen Wassermassen nicht aufnehmen, sie fliessen ab oder verdunsten. Und auch der Ruckzug von Gletschern bedroht die Wasserressourcen gewaltig, wie im Himalaya fur eine Region mit rund 1,5 Milliarden Einwohner*innen. Zum Ende des Jahrhunderts wird auf einem Viertel der weltweiten Landflache Wasserknappheit herrschen. Die meisten Menschen trifft es nach wie vor in Asien und Afrika. Auf die starkste Veranderung muss sich neben Ozeanien aber Europa einstellen: Statt bislang 67 Millionen waren dann 147 Millionen Menschen betroffen - mehr als doppelt so viele, und Bevolkerungswachstum ist dabei noch nicht berucksichtigt. Dargestellt ist der ,,Water Stress Index" (WSI). Zusatzlich sind Wustengebiete analog einem WSI-Wert von 80% eingefarbt. Der ,,Water Stress Index" bezeichnet den Anteil von jahrlich entnommenem Wasser an erneuerbaren Wasservorraten (z.B. Niederschlag, Zuflusse). Ab einem Wert von 80 % wird von extrem hoher Wasserknappheit gesprochen. Wenn er uber 100% liegt, werden fossile Wasserreserven, die sich nicht erneuern, angegriffen. Da der Index den Durchschnitt aller Monate darstellt, kann es saisonal zu deutlich starkerer Wasserknappheit kommen. Zu trockenen, unbewohnten oder unbewirtschafteten Wustengebieten kann der Index kaum Aussagen machen, da sowohl Bedarf als auch Vorkommen gleich oder nahe Null sind. Um die bekannten Trockengebiete trotzdem kenntlich zu machen, haben wir alle Wustenregionen markiert - mit der gleichen Einfarbung wie Gebiete mit einem Water Stress Index von 80 %. Daten: 'Water stress Index': PIK Potsdam / Fabian Stenzel und andere / World Resources Institute / eigene Berechnungen (Details am Ende der Seite), Wustengebiete: FAO / IIASA (Details am Ende der Seite) Weitere Quellen: UN Water Details und Quellen einblenden Globus erkunden Meeresspiegelanstieg Im Jahr 2100 0 NaN % der aktuellen Bevolkerung (ca. NaN % der Flache) Klimaforscher*innen erwarten, dass der Meeresspiegel allein bis Ende des Jahrhunderts um mehr als einen halben Meter ansteigen wird. Grund sind vor allem schmelzende Eismassen der Antarktis und Gronland sowie von Gletschern. Aber auch das Wasservolumen der Meere weitet sich durch hohere Temperaturen aus. Zudem fliesst noch mehr Wasser durch Flusse in die Ozeane, weil ausgetrocknete Boden an Land Niederschlage nicht mehr speichern konnen. Parallel zum Anstieg der Ozeane sinken Kustenstadte jahrlich um bis zu zwei Zentimeter ab. Den Projektionen zufolge werden so zur Jahrtausendwende mehr als drei Mal so viele der eingezeichneten Gebiete zumindest zum Teil unter dem Meeresspiegel liegen wie heute. Solche Gegenden sind nur noch mit gewaltigem technischem Aufwand bewohnbar, wie bereits heute durch die riesigen Pumpsysteme und Damme der Zuiderzee- und Deltawerke in den Niederlanden. Doch solche Gegenmassnahmen sind begrenzt. Dargestellt ist der Anteil der Bevolkerung in Prozent, der in Gebieten unter dem relativen Meeresspiegel lebt. Der relative Meeresspiegelanstieg - Relative Sea Level Rise (RSLR) - summiert den vorhergesagten Meeresspiegelanstieg und die erwartete Landabsenkung. Die Studie, auf der die dargestellten Daten basieren, geht von mindestens einem Meter RSLR bis Ende des Jahrhundert bei einer Erderwarmung um etwa 2,5degC aus. Regional kann sich der reine Meeresspiegelanstieg unter Anderem wegen Meeresstromungen, Wind und geografischen Gegebenheiten jedoch deutlich unterscheiden. Berucksichtigt sind nur Kustengebiete, aber keine Uberschwemmungen im Landesinneren z.b. durch Starkregen. Daten: Deltares / Aljosja Hooijer und andere / eigene Berechnungen (Details am Ende der Seite). Weitere Quellen: IPCC / NASA Details und Quellen einblenden Globus erkunden Tropische Wirbelsturme Im Jahr 2100 0 NaN % der aktuellen Bevolkerung (ca. NaN % der Flache) Hurrikane, Taifune, Zyklone - sie alle bezeichnen das gleiche Phanomen, nur in unterschiedlichen Regionen: Tropische Wirbelsturme mit gewaltiger Zerstorungskraft innerhalb kurzester Zeit. Diese fegen mit enormen Windgeschwindigkeiten uber die Kusten, losen Starkregen und Sturmfluten aus - zusammen mit einem ohnehin steigenden Meeresspiegel eine immer gefahrlichere Kombination. Durch die Erwarmung unseres Planeten werden solche Extremwetter-Ereignisse zunehmen. Tropische Wirbelsturme werden nicht unbedingt mehr, aber heftiger. Denn sie brauen sich uber den warmen Meeresgebieten der Tropen zusammen. Warmes Wasser ist ihr Treibstoff - je warmer, desto hoher ihre Starke. Die zusatzliche Energie macht sie zudem ausdauernder. So konnen diese Sturme kunftig noch mehr Schaden anrichten. Und schon jetzt treffen sie Regionen, in denen besonders viele Menschen leben. Dargestellt ist die durchschnittliche Anzahl tropischer Wirbelsturme mit Orkanstarke pro Jahr. Betrachtet werden starke Wirbelsturme mit Windgeschwindigkeiten ab 118 km/h - sogenannte tropische Orkane. Tropische Wirbelsturme entstehen durch die Verdunstung an der Meeresoberflache. Dafur muss das Wasser mindestens 26degC warm sein, bestimmte Bedingungen in der Atmosphare herrschen und eine gewisse Entfernung zum Aquator gegeben sein, weil nur dort physikalische Krafte die Winde entsprechend beschleunigen konnen (,,Corioliskraft"). Diese Voraussetzungen zusammen sind gewohnlich nur in den Tropen oder Subtropen erfullt. Ihre Bezeichnung richtet sich nach ihrer Herkunft: Im westlichen Atlantik und ostlichen Pazifik heissen sie Hurrikans, Taifune im westlichen Pazifik, und im indischen Ozean Zyklone. Daten: PIK Potsdam / Stefan Lange und andere / Tobias Geiger und andere / ISIMIP / eigene Berechnungen (Details am Ende der Seite) Weitere Quellen: SENSES Toolkit Details und Quellen einblenden Erkunden Sie selbst Welche Stadte, Lander und Kontinente sind jeweils am starksten betroffen? Finden Sie es im interaktiven Modus heraus. Sie konnen zwischen den unterschiedlichen Faktoren auswahlen, den Zustand heute mit Projektionen zum Jahr 2100 vergleichen und den gesamten Globus erkunden. Globus erkunden Details zu Quellen und Methodik Grundlage aller dargestellten Daten sind wissenschaftliche Studien und Modelle, die uns zur Verfugung gestellt wurden oder offen zuganglich sind und hier genauer beschrieben werden. In einigen Fallen mussten wir verschiedene Datensatze miteinander verrechnen, um realistische Aussagen fur zukunftige Werte machen zu konnen - diese Verfahren und Berechnungen sind dabei das Ergebnis von Konsultationen mit Wissenschaftler*innen und Organisationen, deren Daten wir verwendet haben. Konnen Klimamodelle die Zukunft vorhersehen? Klima- und andere Modelle (z.B. Landnutzungsmodelle) versuchen, sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft zu simulieren. Dabei handelt es sich aber immer um Annaherungen, und entspricht nie genau der Realitat. Bei Modelldaten aus der Vergangenheit decken diese sich meistens nicht perfekt mit dem, was tatsachlich stattgefunden hat und gemessen wurde (z.B. Anzahl von Sturmen, aufgezeichnete maximale Tagestemperaturen, etc.) und mussen deswegen mit historischen Messwerten abgeglichen werden. Fur Zukunftsprojektionen muss man ausserdem entscheiden, von was fur Entwicklungen beim weltweiten CO[2] -Ausstoss man ausgeht (s. Was sind RCP-Szenarien?). Sowohl fur historische als auch zukunftige Werte bildet man meistens den Durchschnitt aus moglichst vielen Modellen, sodass sich die verschiedenen Neigungen der einzelnen Modelle (etwas zu unter- oder uberschatzen, z.B. in einer bestimmten Region oder bei einem bestimmten Faktor) ausgleichen. Ausserdem werden die Modelle laufend weiterentwickelt, sodass die neuesten Klimamodelle (z.B. CMIP6-Modelle, die fur den nachsten Bericht des Weltklimarats IPCC verwendet werden) zuverlassiger sind, als altere. Was sind RCP-Szenarien? Um herauszufinden, wie sich zukunftiger CO[2]-Ausstoss der Menschheit auf das Klima auswirkt, werden Zukunftsprojektionen meistens fur verschiedene Szenarien berechnet. Wissenschaftler*innen haben sich in den letzten Jahren dabei grossteils auf sogenannte RCP-Szenarien (,,Representative Concentration Pathways") geeinigt. Die vier bekanntesten RCP-Szenarien sind: * RCP8.5: dieses Szenario beschreibt, wie viel CO[2] die Menschheit ausstossen wird, wenn die Emissionen weiter wie bisher zunehmen und keine Beschrankungen umgesetzt werden. Bis zum Jahr 2100 wurde das laut Berechnungen von 2013 zu einer Erderwarmung von ca. 4.3degC fuhren. * RCP6.0: dieses Szenario geht von CO[2]-Ausstossen aus, die bis zum Jahr 2100 zu ca. 2,8degC Erderwarmung im globalen Durchschnitt fuhren wurden. Dabei wurden CO[2]-Emissionen bis zum Jahr 2080 weiter zunehmen, jedoch etwas gedammter als beim RCP8.5 Szenario, und dann stark abnehmen. * RCP4.5: dieses beschreibt ein Szenario, bei dem sich die Erde bis 2100 um ca. 2,4degC verglichen mit vor-industriellem Klima aufheizen wurde. Dafur mussten die Emissionen nicht auf null sinken, aber ab dem Jahr 2080 auf einem deutlich niedrigeren Niveau als heute (unter der Halfte) bleiben. * RCP2.6: dieses Szenario geht von starken Einschnitten bei weltweiten CO[2]-Ausstossen aus. Im letzten Bericht des Weltklimarats gingen die Wissenschaftler*innen von einer entsprechenden Erderwarmung von 1,6degC bis 2100 bei diesem Szenario aus; allerdings sah dieses Szenario vor, dass die weltweiten Emissionen ab dem Jahr 2020 sinken wurden, was nicht passiert ist. Ausserdem geht das Szenario von negativen CO[2] -Emissionen in circa 50 Jahren aus, fur welches entsprechende Technologien noch in der Entwicklung sind. Um wie viel Grad wird sich die Erde wirklich erwarmen? Wissenschaftler*innen des Climate Action Trackers gehen basierend auf bisherigen Massnahmen und Gesetzen momentan von einer Erderwarmung von 2,7degC bis 2100 (verglichen mit vor-industriellem Klima) aus. Wenn man davon ausgeht, dass sich Regierungen auch an nicht-verbindliche Ziele halten, betragt die geschatzte Erwarmung bis zum Jahr 2100 zwischen 2,1degC und 2,4degC. Was zeigt die Hohe der Saulen auf dem Globus? Die Hohe der Saulen entspricht der Anzahl Menschen, die laut Daten von SEDAC / NASA / Columbia University im Jahr 2020 in der jeweiligen Region leben. Alle Rasterpunkte der Originaldaten (2,5' Raster, entspricht Punkten mit einem maximalen Abstand von circa 5km), die in dieselben sechseckigen Grundflachen der Saulen fallen, wurden zusammengezahlt. Wie wurden die Daten zur Kuhlgrenztemperatur berechnet? Vom Copernicus Climate Change Service / ECMWF bereitgestellte Daten beinhalten maximale Kuhlgrenztemperaturen pro Tag, wie sie von verschiedenen Modellen berechnet worden sind. Daraus haben wir jeweils fur die Jahre 1990-2019 und 2070-2099 (mit RCP4.5) die durchschnittliche Anzahl Tage pro Jahr mit min. 32degC Kuhlgrenztemperatur als Mittelwert von 18 einzelnen Klimamodellen berechnet. Fur jede auf dem Globus dargestellte Saule wurde der Wert desjenigen Rasterpunkts (1.875deg x 1.25deg Auflosung) genommen, der innerhalb die Grundflache fallt. Bei Saulen in Kustengebieten wurde der Mittelwert aller Gitterzellen berechnet, die die Grundflache beruhrt. Da die Werte in den Originaldaten bereits 'bias-adjusted' sind, sind die Daten bereits an historische Messwerte angeglichen und eine weitere Umrechnung nicht notwendig. Wie wurden die Daten zur Wasserknappheit berechnet? Fur aktuelle Werte haben wir Daten des World Resources Institute verwendet, die fur circa 50.000 hydrologische Teilgebiete (unterteilte Flussbecken) das Verhaltnis von Wasserbedarf und Wasserressourcen ('water stress index') ermittelt haben. Fur jede dargestellte Saule wurde der 'water stress' Wert an der Mitte der jeweiligen Grundflache ubernommen. Es gibt kaum Projektionen zu Wasserknappheit gegen Ende des Jahrhunderts. Auf Nachfrage wurden uns Daten aus einer Studie von Stenzel et al. zur Verfugung gestellt, die basierend auf je einem Klima- und Vegetationsmodell den 'water stress index' fur 259200 Rasterpunkte fur die Jahre 2006-2015 und 2090-2099 (mit RCP6.0) simuliert haben. Aus diesen Projektionen haben wir die Durchschnittswerte fur beide Zeitraume fur jede Saule sowie die prozentuale Veranderung berechnet. Die projizierten Veranderungen gehen von einem moderaten Bevolkerungswachstum bis zur Mitte des Jahrhunderts aus (SSP2). Fur projizierte Werte fur das Jahr 2100 wurde dieser Veranderungsfaktor mit dem jeweiligen 'water stress' Wert der Daten vom World Resources Institute multipliziert. Hinweise: * Fur die Darstellung haben wir zusatzlich die jeweiligen Wustengebiete visualisiert, s. Wie wurden die Daten zu Wustengebieten berechnet? * Die verwendeten Modelldaten basieren jeweils auf nur einem Modell. Durchschnittswerte auf Basis mehrerer unterschiedlicher (Klima-)Modelle gelten als robuster, die Wissenschaftler*innen untersuchten jedoch vier verschiedene Modelle und entschieden sich fur das Modell HadGEM2-ES, da dieses bei den meisten Variablen in der Mitte der vier Modelle lag. * Fur die Modelldaten wurden 10-Jahres-Zeitraume verwendet; die Ergebnisse sind entsprechend unsicherer als bei sonst ublichen 30-Jahres-Perioden. Wie wurden die Daten zu Wustengebieten berechnet? Hierfur wurden Daten der FAO / IIASA (Ernahrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) zu Klimaklassifikationen nach Koppen-Geiger verwendet. Diese wurden fur die Jahre 1981-2010 basierend auf historischen Messwerten und die Jahre 2070-2100, analog den 'water stress' Projektionen, basierend auf dem Klimamodell HadGEM2-ES und RCP6.0 Szenario ausgewahlt. Fur jede Saule wurde der Wert desjenigen Rasterpunkts (5' x 5' Auflosung), der dem Mittelpunkt der Grundflache am nachsten ist, verwendet. Alle Saulen, deren Klimaklassifikation im jeweiligen Zeitabschnitt einer Wuste entspricht (BWh oder BWk, kalte und heisse Wusten), wurden analog einem 'water stress index' Wert von 80% eingefarbt. Wie wurden die Daten zum Meeresspiegelanstieg berechnet? Um den jeweiligen Anteil der Bevolkerung, die in einer der dargestellten Saulen von Uberflutung ihres Lebensraum betroffen ist, zu schatzen, haben wir offen zugangliche Daten einer Studie von Hooijer et al. verwendet. Diese beinhalten ein Gelandemodell von Kustenregionen, und geschatzte Werte fur den weltweiten 'relativen Meeresspiegelanstieg'. Letzter verrechnet den erwarteten Meeresspiegelanstieg mit der erwarteten Landabsenkung, jeweils im globalen Mittel. Bei einer Erderwarmung zwischen 2,5degC und 3degC betragt der erwartete 'relative Meeresspiegelanstieg' bis zum Jahr 2100 circa einen Meter. Fur zukunftige Werte wurde somit berechnet, welche Gebiete aus dem Kusten-Modell (0.05deg Auflosung) weniger als 1m uber dem Meeresspiegel liegen. Pro Saule wurde anschliessend der Anteil Einwohner*innen, auf die das zutrifft, berechnet. Fur bisherige Werte wurde dasselbe vorgehen verwendet, aber mit Gebieten die im Modell aktuell schon unter dem Meeresspiegel liegen. Wie wurden die Daten zu Tropischen Wirbelsturmen berechnet? Aus Rasterdaten von Lange et al. / ISIMIP zur Betroffenheit von tropischen Wirbelsturmen wurden Daten fur diejenigen 30-Jahres-Perioden, die einer Erderwarmung zwischen 2degC und 3degC entsprechen (basierend auf diesen Schwellenwerten von ISIMIP), und Werte fur den Zeitraum 1990-2019 verwendet. Aus den Modellergebnissen (Durchschnitt aus den vier Modellen und allen Jahren) wurde die prozentuale Veranderung zwischen den zukunftigen und bisherigen Werten pro Rasterpunkt berechnet. Aus dem Datensatz von Geiger et al. , der Daten zu tatsachlichen Wirbelsturmen zwischen 1950 und 2015 enthalt, wurde pro Rasterpunkt die durchschnittliche Anzahl Wirbelsturme (Winde uber 64 Knoten), die dort pro Jahr trifft, errechnet. Um Aussagen fur die Zukunft zu machen, wurden die Werte aus dem zweiten Datensatz mit dem oben beschriebenen Veranderungsfaktor multipliziert. Fur jede Saule wurden die entsprechenden Mittelwerte aller Rasterpunkte, die auf die Grundflache fallen, berechnet. Warum sind fur manche Lander und Faktoren keine Daten vorhanden? Unsere Daten stutzen sich auf unterschiedliche Modelle (s. oben). Diese Modelle sind zwar global, aber unterschiedlich fein in ihrer Auflosung und Erfassung kleiner Landmassen. Kleine Inselstaaten sind in einzelnen Modellen deswegen nicht sichtbar. Solche Falle haben wir im interaktiven Modus mit der Meldung "Fur dieses Land liegen fur den ausgewahlten Faktor leider keine Daten vor" gekennzeichnet, sodass eine Unterscheidung zu nicht-betroffenen Landern ("In dieser Region sind keine Gebiete wegen dem ausgewahlten Faktor unbewohnbar") erkenntlich ist. Link zu Rohdaten und einer textbasierten Version Hier konnen Sie die Rohdaten einsehen und herunterladen, die der Anwendung zugrunde liegen. Um auf den Text ohne interaktive Grafiken zuzugreifen, klicken Sie hier. --------------------------------------------------------------------- Von Ida Flik, Andre Patzold und Benja Zehr. Diesen Artikel teilen: Funke Interaktiv Logo Ein Projekt des Interaktiv-Teams der Funke Mediengruppe. Weitere Anwendungen des Teams finden Sie in unserem Portfolio. Haben Sie Anmerkungen oder einen Fehler entdeckt? Wir freuen uns uber Ihre Mail. Funke Interaktiv, 04.04.2022 Impressum / Datenschutz Lesen Sie weiter Fukushima: 10 Jahre danach Wo Atomkraftwerke abgeschaltet werden und wo neue ans Netz gehen. Zum Artikel