Ein Omnibus knarrt in dem Schnee,
Voll Menschen jeder Art,
So wie der Zufall manchmal sie
Zusammenpreßt und schart.
Es bläst der Wind so grimmig kalt,
Die Fenster schließen schlecht,
Ein jeder ist verdrießlich drob
Und keinem etwas recht.
Dort in der Ecke hält ein Mann
Ein Dütchen vor sich hin,
So zärtlich und besorgt, als wär
Ein Edelstein darin.
Zu seinem Nachbar einer sagt:
„Was doch in aller Welt
Der Mann dort in der Düte hat,
Die er so sorgsam hält?“
Der hört die Frage, lächelt fein
Und zieht aus dem Papier
Ein Veilchen, eben aufgeblüht,
Und zeigt’s dem Passagier.
Und wie es nun von Hand zu Hand,
Ein Gruß des Frühlings, geht,
So ist’s, als hätt der Freude Hauch
Sie alle angeweht.
Als ob in ein verödet Haus
Gekommen wär ein Kind,
Als ob von schuldbeladner Brust
Genommen wär die Sünd.
Es tauen schnell die Herzen auf,
Und fröhlicher Gesang
Mischt mit des Windes Orgel sich
Den ganzen Weg entlang.
Hätt jeder doch in böser Stund
Ein Veilchen gleich zur Hand,
Es gäb der Sünde weniger,
Der Liebe mehr im Land.